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Fotoequipment und Zubehör

Nützliches Objektiv-Zubehör für gelungene Fotos

 

Nicht jedes Objektiv ist für jedes Fotomotiv optimal geeignet und jeder Hersteller produziert für seine Kameras spezielle Modelle, die meist nicht mit Kameras anderer Marken kompatibel sind. Da die Anschaffung eines hochwertigen Objektivs obendrein noch sehr kostspielig werden kann, überlegen die meisten Hobby-Fotografen genau, welches Objektiv sich für ihre Zwecke am besten eignet. Mit ein paar nützlichen Zusatzprodukten können Sie die Einsatzmöglichkeiten Ihrer Objektive erweitern und an Ihr Fotomotiv anpassen. Wir zeigen Ihnen, was sich hinter Objektivadaptern, Konvertern und Zwischenringen verbirgt und wie Sie Ihr Objektiv am besten schützen.

Objektivadapter für systemübergreifende Verwendung der Objektive

Beim Neukauf einer Spiegelreflexkamera stehen viele Fotografen vor dem Problem, sich entweder ein Modell der bisher verwendeten Marke zuzulegen oder neues Equipment für eine neue Kamera eines anderen Herstellers zu kaufen. Einige Hersteller verwenden sogar verschiedene Bajonettanschlüsse für ihre unterschiedlichen Kamerasysteme, um den Objektivwechsel zu erleichtern oder Automatikfunktionen zu ermöglichen.

Objektivadapter, die zwischen Kameragehäuse und Objektiv geschraubt werden, bieten die Lösung, wenn Sie eine Kamera mit einem Objektiv einer fremden Marke oder eines anderen Kamerasystems kombinieren möchten. So können Objektive systemübergreifend verwendet werden und müssen nicht bei jedem Kamerawechsel neu gekauft werden.

Es gibt verschiedene Objektivadapter für unterschiedliche Kamera-Objektiv-Kombinationen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass Automatikfunktionen mit dem Adapter nicht mehr oder nur noch eingeschränkt verfügbar sind. Je ähnlicher sich die Anschlüsse von Kamera und Objektiv sind, desto geringer fallen auch die Einschränkungen der Automatikfunktionen aus. Bei Kamerasystemen, die grundsätzlich bestimmte Parameter automatisch einstellen, sind Objektivadapter teilweise nur sehr eingeschränkt nutzbar, wenn Sie die Automatikfunktionen beeinträchtigen.

Zwischenringe für Nah- oder Makroaufnahmen

Über den Auszug eines Objektivs kann die Entfernung zwischen Objektiv und Bildebene für eine bessere Schärfentiefe an das Motiv angepasst werden. Insbesondere bei Makroaufnahmen mit geringem Abstand zum Objekt muss der Abstand zwischen Linse und Bildfläche entsprechend gross sein, damit eine scharfe Aufnahme entsteht. Dieser veränderbare Abstand ist aus technischen Gründen jedoch begrenzt. Mit Hilfe von Zwischenringen können Sie den Einstellbereich des Auszugs verlagern und bessere Nah- oder Makroaufnahmen machen.

Dabei ist zwischen einfachen manuellen Zwischenringen und Automatik-Zwischenringen zu unterscheiden. Ähnlich wie bei den Objektivadaptern bereits beschrieben, erfordern die Zusatzfunktionen vieler Objektive bestimmte Koppelelemente. Automatik-Zwischenringe leiten die Automatikfunktionen zwischen Objektiv und Kameragehäuse weiter und sind daher teurer als einfache Zwischenringe, aber sehr zu empfehlen, um wichtige Automatikfunktionen nutzen zu können. Bei der Verwendung von manuellen Zwischenringen stehen diese nicht zur Verfügung, da das Koppelelement fehlt.

Je nach Hersteller gibt es für digitale oder auch analoge Spiegelreflexkameras einzelne Zwischenringe in verschiedenen Längen und ganze Sets, die auch kombiniert verwendet werden können. Zwischenringe haben ein matt schwarz gefärbtes Inneres und mindestens eine Ringblende, um Streulicht zu reduzieren. Die Verwendung von mehr als drei Zwischenringen sollten Sie dennoch vermeiden, da somit mehr Streulicht entsteht und die Qualität des Bildes beeinträchtigt.

Objektiv wird auf Kamera geschraubt

Konverter und Objektivvorsätze zur Veränderung der Brennweite

Objektivkonverter werden wie Zwischenringe zwischen Kameragehäuse und Objektiv geschraubt und verlängern oder verkürzen dessen Brennweite.

Während ein Telekonverter die Brennweite verlängert und somit ein normales Objektiv zu einem leichten Teleobjektiv – ideal für Portraits – macht, verkürzt der Weitwinkelkonverter die Brennweite und erlaubt beeindruckende Landschaftsaufnahmen. Speziell für die Leistungsverbesserung von Weitwinkelobjektiven im Nahbereich bieten manche Hersteller auch Makro-Konverter an. Diese sind dann allerdings auf bestimmte Objektivmodelle ausgelegt und selten mit anderen kompatibel.

Während für die Nutzung von Konvertern immer erst das Objektiv abgeschraubt werden muss, können Objektivvorsätze direkt davor angebracht werden. Je nach Hersteller werden Vorsätze auf das Objektiv aufgesetzt oder in das Filtergewinde eingeschraubt. Zur Verkürzung der Brennweite und Erweiterung des Bildwinkels gibt es beispielsweise spezielle Weitwinkel- und Fisheyevorsätze.

Taschen und Deckel zum Schutz der Objektive

Zum Schutz teurer Objektive und zur sicheren Aufbewahrung von empfindlichem Zubehör gibt es Köcher und Taschen für jegliche Objektivgrössen. Diese sind oft aus Neoprenstoff oder anderen weichen und fusselfreien Textilien, die das Equipment vor Kratzschäden und Stössen schützen.

Auf der Suche nach einem tollen Motiv beim Wanderausflug oder Städtetrip muss die Kamera natürlich immer griffbereit sein, um sie oder das Objektiv nicht für jedes Foto erst aus der Kameratasche holen zu müssen. Praktische Kameragurte, Clipsysteme und ähnliches erleichtern das Tragen der Kamera, damit Sie sie unterwegs schnell zur Hand haben.

Um das Objektiv auch unterwegs vor Kratzern, Staub und Ähnlichem zu schützen, sollten Sie auf einen passenden Deckel nicht verzichten. Diese gibt es preiswert in unterschiedlichen Ausführungen. Da diese beim Abnehmen oder Aufstecken jedoch schnell herunterfallen oder verloren gehen, sollten Sie den Objektivdeckel mit einem Band an der Kamera befestigen. Für die sichere Aufbewahrung des Deckels während des Fotografierens gibt es auch spezielle Halterungen, die der Fotograf ähnlich wie einen Schultergurt tragen kann. Dort kann der Deckel in ein passendes Gegenstück eingeklickt werden, so lange er nicht benötigt wird.

Tasche mit Kamera und Fotoequipment

Fazit

Bei der grossen Vielfalt an Zubehör für Objektive sollten Sie vor allem die für Ihre Zwecke am nützlichsten Produkte wählen. Wenn Sie am liebsten ein universell einsetzbares Objektiv verwenden oder Objektive verschiedener Hersteller oder Serien besitzen, finden Sie bei entsprechenden Adaptern, Konvertern oder Zwischenringen für jeden Nutzen die passende Ergänzung und preiswerte Alternative zu einem Spezialobjektiv. Schützen Sie Ihr Equipment mit entsprechenden Taschen und Schutzhüllen, damit es Ihnen lange erhalten bleibt.

ein Mops in einer Decke eingewickelt erinnert an E.T.

Inspirationen für lustige Tierbilder

Bilder von Tieren sind immer gern gesehen und stellen ein sehr beliebtes Fotomotiv dar. Solche Aufnahmen werden noch beliebter, je lustiger sie sind. Damit es Ihnen gelingt von Tieren im Zoo, in der Wildnis oder von Ihrem Liebling zu Hause witzige Fotos zu machen, möchten wir Ihnen hier ein paar Inspirationen liefern.

Geben Sie nicht zu schnell auf: Der erste Schnappschuss ist nicht unbedingt gleich ein Treffer. Die witzigsten Aufnahmen kommen manchmal ganz zufällig zustande. Natürlich können Sie gut vorbereitet sein und ein bisschen nachhelfen.

Tiere sind zum Teil relativ schnell, die meisten Kameras bieten einen speziellen Modus für Tiere und Kinder an, der mit kurzen Belichtungszeiten arbeitet. Serienaufnahmen können hilfreich sein, damit der perfekte Augenblick am Ende auch auf dem Foto festgehalten wurde. Auch ein Zoomobjektiv ist äusserst nützlich, damit das Tier aus ausreichender Entfernung fotografiert werden kann.

Gerade bei Tieren in der freien Wildbahn ist es wichtig, sich vorab über das Tier zu informieren. Wo ist das Tier zu finden? Wie ist der Tagesrhythmus des Tieres? Nur so kann letztendlich überhaupt ein Tier in seiner natürlichen Umgebung festgehalten werden. Einfacher sind Aufnahmen von Zootieren oder Haustieren.

Weitere Informationen und Tipps für das richtige Kamerazubehör sowie für die richtigen Einstellungen finden Sie in den Artikeln Tiere im Zoo fotografieren und Wildlife-Fotografie.

Tiere in ungewöhnliche Perspektiven

Wenn Sie ein Tier besonders gut in Szene setzen wollen, gelingt das besonders gut auf Augenhöhe des Tieres. Bei kleineren Tieren legen Sie sich dazu am besten auf den Boden und nehmen Ihr tierisches Motiv frontal auf.

Es geht aber nicht nur darum, das Tier besonders gut und schön festzuhalten, sondern diesem Schnappschuss einen lustigen Moment zu verleihen. Bewegen Sie sich dazu raus aus der gewohnten Perspektive und fotografieren Sie das Tier aus einem eher unnatürlichen Winkel.

Wenn beispielsweise eine Katze auf einem Katzenkratzbaum sitzt, legen Sie sich einfach darunter und warten auf den Moment, wenn die Katze nach unten schaut. Das gleiche können Sie auch anders herum anwenden, indem Sie sich über dem Tier platzieren und es von oben fotografieren.

Für eine Tieraufnahme eine ungewöhnliche Perspektive zu wählen, kann auch den Effekt erzielen, die Körperproportionen des Tieres optisch scheinbar zu verändern. So kann es gelingen, dass der Kopf sehr gross und der Körper des Tieres eher klein wirkt. Durch diese Verzerrung der Proportionen kann ein lustiger Effekt entstehen.

Fotografie eines Giraffenkopfes vor blauem wolkigem Himmel

Tiere mit Accessoires

Eine leichte und schnelle Methode, einen lustigen Schnappschuss zu erzeugen, sind verschiedene Arten von Accessoires. Dazu zählen Brillen, Tücher, Hüte, kleine Kostüme und vielleicht auch Perücken. Mit Hilfe solcher Accessoires lassen sich vor allem Fotos zu den verschiedensten Anlässen erstellen. So kann für ein Weihnachtsfoto eine typische Weihnachtsmütze, ein Rentiergeweih oder ein weisser Kunstbart benutzt werden.

Die einzige Voraussetzung hierfür ist ein geduldiges tierisches Model, das sich die Kostümierung gerne gefallen lässt. Das Tier sollte sich trotz der Kostümierung wohlfühlen und zu nichts gezwungen werden.

Fotografie eines Hundes mit Rentiergeweih

Lachende Tiere

Ein lachendes Tier bringt nahezu jeden zum Schmunzeln, aber auch jegliche andere Mimik oder Emotion eines Tieres, die an uns Menschen erinnert, ist für ein lustiges Motiv geeignet.

Nun kann man ein Tier nicht dazu auffordern, zu lachen, zu schmollen oder böse zu schauen. Man kann ihm auch keinen Witz erzählen. Um einen solchen Moment vor die Linse zu bekommen, gibt es nur einen Tipp: Augen offenhalten, sich in Geduld üben und in der Gegenwart von Tieren den Fotoapparat allzeit bereit haben.

Fotografie eines lachenden Fuchses

Tiere in Gesellschaft

Ohne Zutun von aussen geben Tiere in Gesellschaft oft ein witziges Bild ab. Seien es zwei tobende Hunde, Affen, die sich gegenseitig lausen oder einfach Tiere, die miteinander spielen.

Das gewisse Etwas bekommt das Motiv dann, wenn die Gesellschaft des Tieres etwas aussergewöhnlich ist. Zum Beispiel, wenn sich unerwünschter Weise auf dem Kopf eines Büffels ein Vogel platziert. Je weniger die Tiere zusammenpassen, umso besser. Solche Situationen kann man nicht erzwingen, aber man kann wachsam durch den Zoo oder die Natur gehen.

Fotografie eines Vogels, der stolz auf dem Kopf eines Büffels steht

 

Tiere in Bewegung

Tiere in Bewegung festzuhalten ist eine weitere Option, um an einen lustigen Schnappschuss zu gelangen. Gerade bei Tieren, die sich sehr schnell bewegen beziehungsweise rennen, können auch schon mal die entgleisenden Gesichtszüge für ein lustiges Fotomotiv sorgen.

Zu einer solchen bewegten Aufnahme gehört auch ein bisschen technisches Geschick. Um die Chance zu erhöhen, selbst bei einem sehr schnellen Motiv einen perfekten und scharfen Schnappschuss zu bekommen, kann Ihnen die Serienbildfunktion Ihrer Kamera behilflich sein. So haben Sie im Nachhinein die Möglichkeit, aus verschiedenen Schnappschüssen zu wählen.

Den Fokus setzt man in der Tierfotografie meist auf ein Auge des Tieres. Dies gestaltet sich jedoch schwierig, wenn das Motiv weiter weg ist oder sich zu schnell bewegt. In diesem Fall fokussieren Sie am besten den Kopf des Tieres und verwenden dabei den Nachführautofokus Ihrer Kamera. Um den Fokus festzulegen, drücken Sie den Auslöser Ihrer Kamera halb durch. Solange Sie den Auslöser-Knopf in dieser Position lassen, können Sie die Kamera mit dem Tier mitbewegen, der Fokus sollte jedoch weiterhin auf dem Kopf des Tieres liegen. Ist der richtige Moment des Auslösens gekommen, halten Sie die Kamera schliesslich still und drücken den Knopf durch. Achten Sie auch darauf, dass Sie während des Auslösens das Tier auch durch den Sucher scharf sehen, um letztendlich eine gelungene Aufnahme zu erzeugen.

Wenn eine solche Aufnahme nicht beim ersten Mal gelingt, gilt es, den Kopf nicht hängen zu lassen. Bewegte Bilder gehören schliesslich zu der Königsdisziplin in der Fotografie und bedürfen meist viel Übung.

frontal fotografierter rennender Berner Sennenhund

Was man dann noch tun kann…

In den wenigsten Fällen ist es möglich, eine lustige Tieraufnahme zu erzwingen. Natürlich spielt dabei ein wenig Glück eine grosse Rolle. Demnach ist es immer ratsam bei dem Vorhaben, witzige Tierbilder zu schiessen, viel Geduld mitzubringen. Wie bereits erwähnt, hilft Ihnen hier ein Zoomobjektiv, um einen gewissen Abstand zum Tier zu wahren. So fühlen sich das beobachtete Tier oder auch mehrere Tiere in ihrer Umgebung frei und unbeobachtet. Dies bietet die grösste Chance für ein natürliches wie auch lustiges Foto.

Mehr Inspirationen für lustige Tiermotive finden Sie auf der Webseite von The Comedy Wildlife.

 

 

Digitalkamera mit zwei zusätzlichen Objektiven

Welche Objektivtypen gibt es? – Unterschiede, Hersteller und Kaufkriterien

Das Objektiv ist, neben der Kamera selbst, eines der wichtigsten Werkzeuge eines Fotografen. Die Auswahl des geeigneten Objektivs ist bei der Fülle an Varianten und Herstellern am Markt nicht immer einfach.

Mit diesem Artikel geben wir einen Überblick über die verschiedenen Objektivarten und die wichtigsten Hersteller. Weiterhin werden Kriterien angeführt, die Sie bei der Entscheidung für ein Objektiv beachten sollten.

Objektiv-Typen und ihre Unterscheidungskriterien

Generell lassen sich Objektive anhand ihrer Brennweite und Lichtstärke unterscheiden. Je nach Ausprägung dieser Parameter definieren sich auch die Einsatzgebiete der verschiedenen Objektiv-Typen. Im Folgenden werden die Objektivtypen und deren Unterschiede detaillierter erklärt.

Ausführliche grundlegende Informationen zur Brennweite und Lichtstärke finden Sie im Artikel: «Worauf muss man beim Objektivkauf achten».

Festbrennweiten- vs. Zoomobjektive

Festbrennweitenobjektive sind Objektive mit einer bestimmten Brennweite und ohne Zoommöglichkeit. Diese Objektive sind klein und kompakt. Dadurch haben sie ein geringes Gewicht im Vergleich zu anderen Objektivtypen und sind vergleichsweise günstig in der Anschaffung (ab ca. 110 CHF). Der grosse Vorteil von Festbrennweitenobjektiven ist die grosse Lichtstärke und die damit verbundene bessere Abbildungsqualität im Vergleich zum Zoomobjektiv. Ein Nachteil ist, dass man durch die feste Brennweite auf einen bestimmten Bildausschnitt festgelegt ist. Eine Veränderung des Ausschnitts ist nur durch die Verlagerung des Standortes des Fotografen möglich. Aufgrund der geringen Schärfentiefe sind Festbrennweitenobjektive unter anderem für die Portraitfotografie geeignet.

Das Zoomobjektiv mit seinem einstellbaren Brennweitenbereich ist dagegen ein echter Allrounder. Der Fotograf hat ein Objektiv für verschiedenste Situationen, die unterschiedliche Brennweiten erfordern (Portraitfoto vs. Landschaftsfoto) und dadurch einen grossen Gestaltungsspielraum. Für die höhere Flexibilität müssen Abzüge in der Abbildungsqualität im Vergleich zur Festbrennweite in Kauf genommen werden. Zoomobjektive sind z.B. weniger lichtstark als Festbrennweiten. Auch nimmt die Lichtstärke des Zoomobjektivs ab, je weiter die Brennweite in den Tele-Bereich verlagert wird. Besonders praktisch ist das Zoomobjektiv auf Reisen, da sich der Umfang des Fotogepäcks durch Wegfall von nicht extra benötigten Tele- und Weitwinkelobjektiven deutlich reduziert.

verschiedene Kamera-Objektive in einer Zusammenstellung

Die Spezialisten: Teleobjektiv, Weitwinkelobjektiv, Makroobjektiv

Neben der Einteilung in Festbrennweiten- oder Zoomobjektiv gibt es Objektive, die sich in ihren Eigenschaften von einem Standardobjektiv unterscheiden.

Teleobjektive haben eine grosse Brennweite (erhältlich im Brennweiten von 70 mm bis über 1000 mm). Sie sind sowohl als Festbrennweiten- als auch als Zoomobjektive erhältlich und dienen der Vergrösserung von weiter entfernten Objekten. Sie erzeugen eine geringere räumliche Tiefe als z.B. Weitwinkelobjektive, wodurch das Gefühl einer geringeren Entfernung zum Objekt entsteht und das Bild sich verdichtet. Zum Fotografieren mit einem Teleobjektiv ist auf Grund ihres hohen Gewichts meist ein Stativ notwendig. Zum Einsatz kommen diese Objektive z.B. in der Sport- und Tierfotografie.

Weitwinkelobjektive besitzen Brennweiten unter 50 mm und bieten bei gleichem Bildabstand einen grösseren Bildausschnitt als Standardobjektive. Sie werden zumeist als Zoomobjektiv angeboten und decken in verschiedenen Varianten einen Brennweitenbereich von 10 – 35 mm ab. Weitwinkelobjektive erzeugen bei gleichem Bildausschnitt mehr Tiefe als ein Teleobjektiv, wodurch Abstände zwischen einzelnen Objekten auf dem Bild besser herausgestellt werden können. Je geringer die Brennweite des Objektivs, desto stärker tritt der Effekt der Vignettierung (Verdunklung der Seitenränder) auf. Eingesetzt werden Weitwinkelobjektive unter anderem in der Landschaft- und Architekturfotografie.

Makroobjektive sind optimiert auf die Fotografie im Nahdistanzbereich und bilden die fotografierten Objekte im Abbildungsmassstab 1:2 oder 1:1 ab. Sie sind sowohl als Festbrennweiten- als auch als Zoomobjektiv in Brennweiten zwischen 40 – 200 mm erhältlich. Im Vergleich zum Standardobjektiv zeichnen sie sich durch eine geringere Naheinstellgrenze aus. Nachteile sind ihr hoher Preis und das relativ hohe Gewicht. Makroobjektive finden Einsatz in der Detailfotografie und bei Kleintieraufnahmen.

Der Panorama-Spezialist: Fischaugenobjektiv

Das Fischaugenobjektiv ist ein spezielles Objektiv aus dem Superweitwinkelbereich. Mit diesem können Sie Bildwinkel von bis zu 180° erreichen. Es biegt gerade Linie ausserhalb des Bildmittelpunktes nach aussen, wodurch ein rundliches Abbild entsteht. Es treten Effekte wie tonnenförmige Verzeichnung, Tiefendehnung und Deformation auf, die die Anwendung eines Fischaugenobjektivs vor allem im Bereich der Panoramafotografie reizvoll machen.

Meerblick vom Strand aufgenommen mit einem Fischaugenobjektiv

Objektiv-Hersteller

Bei der Auswahl eines Objektivs steht auch die Entscheidung für einen Hersteller an. Prinzipiell bieten die bekannten Kamera-Hersteller wie z.B. Canon, Nikon oder Olympus jeweils eigene Objektive für ihre Kameras an. Ausserdem existieren spezialisierte Objektiv-Hersteller wie z.B. Leica, Voigtländer oder Zeiss. Die herstellereigenen Objektive sind nur mit dem jeweiligen Kameraanschluss erhältlich. Bei den Objektiven der spezialisierten Hersteller kann man je Objektiv zwischen den verschiedenen Kameraanschlüssen wählen und den geeigneten Anschluss für seine Kamera heraussuchen.

Entscheidungshilfe bei der Objektivwahl

Als Abschluss möchten wir drei Kriterien aufführen, die Sie bei der Entscheidung für ein Objektiv berücksichtigen sollten, um auch ein geeignetes Objektiv für ihre Vorhaben zu erhalten. Zusätzlich dazu können Sie im Artikel «Worauf muss man beim Objektivkauf achten» auch einen Absatz zum Thema Preisspanne bei Objektiven finden.

Kameraanschluss

Wichtig bei der Auswahl eines Objektivs ist der jeweilige Kameraanschluss. Das am weitesten verbreitete Anschluss-Prinzip ist der Bajonett-Anschluss. Diesen gibt es in der jeweiligen Herstellermodifikation in verschiedenen Ausführungen. Beispielhaft sind in der untenstehenden Tabelle einige Bajonett-Anschlussvarianten aufgeführt. Informieren Sie sich unbedingt vor dem Kauf eines Objektivs, ob dieses mit Ihrer Kamera kompatibel ist.

Hersteller Name des Bajonett-Anschlusses
Canon EF-Bajonett
Nikon Nikon-F, Nikon-1
Pentax K-Bajonett
Olympus Four-Thirds-Standard
Sony E-Bajonett

Neben den Bajonett-Anschlüssen existieren unter anderem bei älteren Kameras bzw. auch bei Kameras für Industriezwecke noch Schraubgewinde wie z.B. der herstellerübergreifende Standard M-42.

Einsatzbereich

Beim Kauf eines Objektivs ist es ebenfalls wichtig zu wissen, wofür dieses zum Einsatz kommen soll. Benötigt man einen Allrounder, sollte aus den oben genannten Gründen auf ein Zoomobjektiv zurückgegriffen werden. Möchte man einen Spezialisten, um noch mehr Bildqualität zu erhalten, dann ist einer der oben genannten speziellen Objektivtypen – je nach Einsatzbereich – zu empfehlen. Haben Sie bisher nur mit Zoomobjektiven gearbeitet und möchten nun austesten, was man in Bezug auf die Bildqualität noch herausholen kann, dann suchen Sie nach einem geeigneten Festbrennweitenobjektiv. Hier eignen sich zum Einstieg Festbrennweiten von 50 mm besonders gut.

Minimale Naheinstellung und Filtergewinde

Weitere zu beachtende Entscheidungskriterien sind die minimale Naheinstellung und das Filtergewinde.

Die minimale Naheinstellung – von den Herstellern oft als MOD (= minimale Objektdistanz) bezeichnet – ist der geringstmögliche Abstand zwischen dem Motiv und der vordersten Kameralinse. Möchten Sie vor allem im Bereich der Nahdistanzfotografie arbeiten, sollten Sie diese Angabe im Blick haben.

Tipp: Die minimale Nahdistanzeinstellung lässt sich durch die Verwendung von sogenannten Zwischenringen (zwischen Anschlussgewinde und Kamera) weiter optimieren.

Auf die Angaben zum Filtergewinde sollten Sie achten, wenn Sie sich zu ihrem bisherigen Objektiv bereits optische Filter angeschafft haben. Sofern bisheriges und neues Objektiv dasselbe Filtergewindemass haben, können Sie Ihre bisherigen Filter auch für das neue Objektiv nutzen.

Tipp: Durch die Verwendung von Filteradaptern ist es möglich unterschiedliche Filtergewindemasse auszugleichen. Diese können dazu verwendet werden grössere Filter an kleineren Gewinden anzuschliessen.

Menschenmenge in einer Gasse im Zoom-In-Effekt

Der Zoom-In-Effekt für besonders dynamische Fotos

Ein originelles Motiv für ein Foto zu finden, kann manchmal schon eine echte Herausforderung darstellen. Sollen bewegte Objekte abgelichtet werden, sind zusätzlich technische Kenntnisse, viel Übung und Geschick gefragt. Um Fotos eine dynamische Komponente zu verleihen, kann der Zoom-In-Effekt genutzt werden. Mit diesem Effekt wirken nicht nur bewegte Objekte noch dynamischer, sondern statischen Motiven kann Bewegung und Lebendigkeit eingehaucht werden.

Was ist der Zoom-In-Effekt?

Bekannt ist der Zoomeffekt aus der Filmtechnik. Beim Dreh von Filmen charakterisiert diese Technik eine Aufnahme, bei der die Kamera während des Drehs auf Schienen nach vorne oder hinten fährt und gleichzeitig gegenläufig gezoomt wird. Objekte, die sich dabei im Vordergrund befinden, bleiben gleich. Der Abstand zwischen Vorder- und Hintergrund scheint sich jedoch zu verkleinern bzw. zu vergrössern. In der Filmsprache wird dieser Effekt auch Dolly-Zoom oder Vertigo-Effekt genannt.

Übertragen auf die Fotografie beschreibt der Zoom-In-Effekt Motive, die in der Bildmitte scharf sind und zum Bildrand verwischen. Dabei wird die Unschärfe zum Bildrand kontinuierlich stärker. So können einige Objekte wirken, als würden sie auf den Betrachter zukommen. Den Zoomeffekt erzeugt man entweder direkt mit einer Kamera oder durch die Nachbearbeitung mit einem Bildbearbeitungsprogramm.

Pfeil fliegt auf eine Zielscheibe zu- aufgenommen im Zoomeffekt

Dynamische Effekte mit einer Fotokamera ablichten

Mit einer Kamera kann der Zoomeffekt durch Veränderung der Brennweite während der Belichtung herbeigeführt werden. Dazu ist ein Fotoapparat notwendig, welcher einen mechanischen Zoom besitzt, da Kameras mit einem automatischen Zoom die Möglichkeit des Zoomens im Moment der Aufnahme sperren. Es eignen sich daher insbesondere Spiegelreflexkameras mit einem Zoom-Objektiv mit verstellbarer Brennweite oder auch Prosumer-Digitalkameras mit einem fest angeschlossenen Objektiv. Voraussetzung ist vor allem, dass es eine Möglichkeit zur manuellen Scharfstellung und eine Vorwahl der Verschlusszeit gibt.

Als Einstellungen sollten an der Kamera zum Kreieren des Zoom-In-Effekts der Autofokus abgestellt sein und die Blendenautomatik passend zur Verschlusszeit gewählt werden. Den ISO-Wert sollten Sie möglichst tief wählen (circa 100). Eine Belichtungszeit von 2 Sekunden ist optimal, wichtig ist jedoch, dass die Zoom-Geschwindigkeit während des Fotografierens mit der Belichtungszeit abgestimmt wird, da sonst unerwünschte Unschärfe entstehen könnte. Während des Fotografierens sollte für den Zoomeffekt zunächst das Motiv im tiefsten Brennweitenbereich manuell scharf gestellt und fokussiert werden. Während der Aufnahme wird dann manuell und möglichst gleichmäßig gezoomt. Die optimale Brennweitenveränderung während der Belichtung ist dabei von 85 auf 17 mm.

Mit Zoomeffekt- Autoverkehr in einem Tunnel

Da der Effekt von der Zoomgeschwindigkeit abhängt, muss bei kurzen Belichtungszeiten schneller gezoomt werden, bei entsprechend längeren Verschlusszeiten kann die Brennweite langsamer verändert werden. Für eine optimale Bildwirkung von dynamischen Zoomeffekten kann zu Beginn oder am Ende der Aufnahme die Zoomstellung kurz unverändert gelassen werden. So wird das abgebildete Motiv schärfer abgebildet. Hier müssen wahrscheinlich ein paar Probeaufnahmen gemacht werden, bevor das perfekte Bild entsteht. Für Anfänger im Fotografieren mit Zoom-In-Effekt bietet sich zudem ein Stativ an, da die notwendigen langen Verschlusszeiten sonst zu Bewegungsunschärfe führen können. Geübten Fotografen gelingen tolle dynamische Zoomeffekte meist auch ohne ein zusätzliches Stativ.

Alternative zu Zoom-Objektiven und Kameras – Bildbearbeitung am Computer

Wer sich keine neue Kamera oder teure Zoom-Objektive zulegen möchte, kann den Zoom-In-Effekt auch mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop erzeugen. Dies ist meist die kostengünstigere Variante, erfordert jedoch auch etwas Fingerspitzengefühl und Übung.

Um mit Bildbearbeitungsprogrammen den Zoomeffekt zu kreieren, ist es zunächst notwendig, dass die Software Maskierungs- oder selektive Auswahlmöglichkeiten und den Filter „radialer Weichzeichner“ besitzt. Mit Photoshop erzielt man das beste Ergebnis, indem man die Hintergrundebene zuerst dupliziert. So kann das zentrale Objekt scharf bleiben und man hat die Möglichkeit, den Hintergrund manuell zu verwischen. Anschließend wird der Weichzeichnungsfilter aufgerufen, die Methode „Strahlenförmig“ ausgewählt und eine Stärke zwischen 40 und 60 eingestellt. Zunächst wird das komplette Motiv unscharf. Dies lässt sich jedoch aufheben, indem eine neue Ebenenmaske hinzugefügt wird, in welcher der Bereich manuell mit dem Pinselwerkzeug und schwarzer Farbe eingefärbt wird, der scharf bleiben soll. Somit tritt das darunterliegende scharfe Objekt zum Vorschein.

Belebte Kreuzung in einer Großstadt im Zoom-In-Effekt

Fazit

Die besten Zoom-In-Effekte erzielt man mit einer geeigneten Spiegelreflex- oder Digitalkamera und entsprechenden Zoom-Objektiven. Gerade für geübte Fotografen und Profis gehört dieses Zubehör meist zur Grundausstattung der Fotoausrüstung. Hobbyfotografen können den Zoomeffekt auch ohne den Zukauf von Fotozubehör kostengünstig mit Bildbearbeitungsprogrammen erzeugen.

Zootier Weisser Tiger

Tiere im Zoo fotografieren

Tiere gehören zu den beliebtesten Motiven in der Fotografie. Doch Tiere fotografisch festzuhalten, ist kein leichtes Vorhaben und es können sich einige Herausforderungen ergeben. Bei der Zoofotografie ist, wie auch bei der Wildlife-Fotografie, vor allem Geduld gefragt. Zootiere lassen sich nicht lenken und oftmals sind sie von unschönen Gittern umzäunt. Wir haben einige Tipps für Sie zusammengestellt, mit denen Ihnen trotz dieser Herausforderungen tolle Aufnahmen gelingen.

Aufnahme von Flamingos im Zoo

Quelle: Annika Weiland

Ein Tipp vorweg: Erkundigen Sie sich vor dem Zoobesuch nach den Fütterungszeiten, denn da lassen sich die Tiere in besonders einzigartiger Weise festhalten.

Mit diesem Kameratyp gelingt es

Die Kompaktkamera und das Smartphone sind praktisch, doch für das Fotografieren von Zootieren kann sich der Kauf einer Spiegelreflexkamera lohnen. Mit ihr lassen sich alle Möglichkeiten der Fotografie ausschöpfen. Oft bilden Zäune und Gitter unschöne Hintergrunddetails im Foto, mit einer Spiegelreflexkamera lassen sich diese Makel einfach verschwimmen und das Motiv rückt wieder in den Fokus. Dabei muss nicht zwingend tief in die Tasche gegriffen werden, es gibt gute und günstige Einsteigermodelle. Lesen Sie hierzu unsere Kaufberatungen. Aber auch die Systemkamera ist eine gute Alternative. Ihr Vorteil gegenüber der Spiegelreflexkamera ist das geringe Gewicht und die handliche Grösse. Mit der Kompaktkamera kann man mit etwas Übung gute Aufnahmen machen, aber dafür gibt es bei diesem Kameratyp keine Wechselobjektive.

Unschöne Hintergrunddetails in der Zoofotografie durch die Spiegelreflexkamera verschwimmen lassen

Quelle: Annika Weiland

Stativ, Objektiv und Blitz

Zu viel Zubehör kann schnell lästig werden. Für den perfekten Schnappschuss reichen in der Zoofotografie meist schon wenige Hilfsmittel aus. Besonders wichtig ist hier die Wahl des passenden Objektivs. Es empfiehlt sich ein Zoomobjektiv mit einer Brennweite von 100 bis 300 mm. Wer nicht mit der Kamera in der Hand auf den perfekten Schnappschuss warten will, sollte in ein Stativ investieren. Auf den Blitz kann beim Fotografieren von Zootieren verzichtet werden. Dieser ist in den meisten Zoos ohnehin nicht erlaubt.

Der richtige Zeitpunkt

Bei der Zoofotografie ist vor allem Geduld und Zeit gefragt. Grosse Besuchermengen stellen da nur einen Störfaktor dar. Daher besser nicht an Wochenenden, Feiertagen oder in den Schulferien zum Fotografieren in den Zoo gehen. Es empfehlen sich die Wochentage von Montag bis Donnerstag gleich nach Einlassbeginn oder nach 16 Uhr, wenn der Zoo langsam leerer wird.

Pelikan fotografisch festhalten

Quelle: Annika Weiland

Licht und Sonne optimal nutzen

Optimales Licht bietet ein leicht bewölkter Himmel. Die grelle Sommersonne und dunkle Regentage sollten Sie besser meiden. Scheint die Sonne sehr hell, können unschöne Reflexionen im Bild entstehen. Ein Tipp vom Profi: Vor 10 Uhr und nach 16 Uhr bieten sich die besten Lichtverhältnisse. Diese Zeit empfiehlt sich sowieso wegen der geringeren Besuchermenge im Zoo oder Tierpark.

Das Motiv richtig in Szene setzen

Um keine Langeweile beim Betrachter zu verursachen, sollte das Motiv nicht immer in der Mitte des Bildes platziert werden. Fotografieren Sie ruhig verschiedene Perspektiven und bringen Sie so Lebendigkeit in das Foto. Der Goldene Schnitt ist ein hilfreicher Ansatzpunkt. Grundsätzlich sollten dabei aber immer die Augen der Tiere fokussiert und auf Augenhöhe mit dem Tier fotografiert werden.

Variation bei der Motivplatzierung in der Zoofotografie

Quelle: Annika Weiland

Glas und Gitter kaschieren

Bei zu dichten Gittern nützt leider auch die beste Kamera nichts. Suchen Sie sich ein Gehege, wo der Zaun weitmaschiger ist. Hier einfach mit der Kamera ganz nah an den Zaun rangehen. Es kann hilfreich sein die ISO-Zahl dabei stetig zu erhöhen. Die Blendenzahl sollte so klein wie möglich eingestellt werden. Hier bieten sich Werte um f/4.0 an. Beim Fotografieren durch Glasscheiben sollte man generell mit einer offenen Blende fotografieren. Auf gar keinen Fall einen Blitz verwenden, denn dieser wird auf den Fotos erkennbar sein. Bei Bedarf kann auch hier die ISO-Empfindlichkeit erhöht werden.

Das Wichtigste zum Schluss

Rücksichtsvolles Verhalten ist in der Tierfotografie eine Grundvoraussetzung. Deshalb sollte genügend Abstand zu den Tieren eingehalten werden. Planen Sie zudem ausreichend Zeit ein und seien Sie geduldig. Als Belohnung bekommt man atemberaubende Fotos. Wir wünschen viel Spass!

Verschiedene Arten von Objektiven für unterschiedliche Zwecke

Worauf muss man beim Objektivkauf achten

Jeder einzelne Kamerahersteller bietet eine Vielzahl an unterschiedlichen Objektiven an, dazu kommen noch Objektive von Herstellerübergreifenden Anbietern. Da ist es schwierig, beim Objektivkauf eine gut informierte und clevere Entscheidung zu treffen.

Wir liefern alle Tipps und Informationen, was Sie bei der Anschaffung eines neuen Objektives beachten sollten.

Welche Brennweite soll mein Objektiv haben?

Zuerst steht die Entscheidung an, ob man ein Zoomobjektiv oder ein Festbrennweiten-Objektiv kaufen möchte. Zoom-Objektive haben den Vorteil, dass sie in einem vorab definierten Rahmen die Brennweite variieren können. Somit wird das Objektiv vielseitiger einsetzbar. Zudem sparen Sie sich häufiges Wechseln der Objektive unterwegs, was einiges an Aufwand und Zeitverlust bedeuten kann.

Bei Festbrennweiten-Objektiven kann man die Brennweite nicht verändern. Wenn man also ein Objekt grösser oder kleiner fotografieren will, muss man die eigene Position verändern. Der Vorteil dieser Objektive liegt darin, dass sie auf ihre Brennweite hin optimiert sind. Man kann mit Festbrennweiten-Objektiven qualitativ bessere Resultate erzielen als mit vergleichbaren Zoomobjektiven. Zudem sind Festbrennweiten-Objektive zumeist günstiger zu erwerben als technisch vergleichbare Zoomobjektive. Ausserdem sind Festbrennweiten-Objektive leichter und handlicher als ihre flexibel einsetzbaren Mitstreiter.

Hat man die essentielle Entscheidung bezüglich des Objektivtypen getroffen, geht es an die Auswahl der geeigneten Brennweite. Diese hängt stark davon ab, wofür man sein Objektiv einsetzen möchte.

Ein kleiner Exkurs Richtung Brennweite:

Brennweiten werden in Millimetern angegeben. Eine Brennweite von 50 mm entspricht in etwa dem Sichtwinkel des menschlichen Auges, man bezeichnet Objektive mit dieser Brennweite deswegen als Normalobjektive. Brennweiten unter 50 mm bezeichnet man als Weitwinkelobjektive. Mit sinkender Brennweite erhöht sich die Winkelgrösse, die auf dem Bild dargestellt werden kann. Weitwinkelobjektive eigenen sich vor allem für die Landschaftsfotografie und Reisefotografie. Natürlich gibt es im Bereich Weitwinkel bedeutende Abstufungen, beispielsweise Superweitwinkelobjektive besitzen Brennweiten von 20 mm oder weniger.

Objektive mit Brennweiten über 70 mm bezeichnet man als Teleobjektiv. Mit Teleobjektiven kann man weit entferne Objekte gross fotografieren. Durch diese Vergrösserung sinkt der Bildwinkel, es „passt“ quasi weniger Motiv auf das Bild. Ab 135 mm spricht man von echten Teleobjektiven, Objektive mit Brennweiten über 300 mm werden als Superteleobjektive bezeichnet.

 

Einsteigerobjektive decken zumeist eine Brennweite von 18 mm – 55 mm ab, häufig werden sie beim Kauf einer neuen SLR mitgeliefert. Diese Objektive sind dem Weitwinkel- und Normalbereich zuzuordnen.

Wer viel auf Reisen ist und entsprechend auf das Gewicht achten muss, ist gut beraten, ein Objektiv zu wählen, das eine grosse Brennweiten-Spanne abdeckt. Diese sind zwar vergleichsweise grösser und schwerer, dafür erübrigt sich das Mitnehmen eines Wechselobjektives. Im Einsteigerbereich empfehlen sich hier Objektive mit Brennweiten von 18 mm – 200 mm. Dadurch wird der Weitwinkel-, Normal- und Tele-Bereich mit einem Objektiv abgedeckt.

Profis werden nicht auf ihre Wechselobjektive verzichten wollen. Bei der Zusammenstellung ihrer Objektivsammlung empfiehlt sich die Kombination aus Festbrennweiten- und Zoom-Objektiven. Für die am häufigsten benutzen Brennweiten lohnt es sich, Festbrennweiten-Objektive anzuschaffen, da diese qualitativ den Zoombrennweiten-Objektiven überlegen sind. Ergänzt wird die Profi-Ausrüstung von einem hochwertigen Weitwinkelobjektiv und einem hochwertigen Teleobjektiv.

Objektive mit unterschiedlichen Blendenöffnungen

Lichtstärke

Zweiter wichtiger Punkt beim Kauf eines Objektives ist die Lichtstärke. Die Lichtstärke gibt die grösste mögliche Blendenöffnung an. Je weiter die Blende zu öffnen ist, desto mehr Licht fällt auf den Sensor und desto höher ist somit die Lichtstärke des Objektives. Angegeben wird die Lichtstärke mit dem Blendenwert. Blendenwerte sind Brüche, je kleiner die Zahl unter dem Bruchstrich, umso grösser ist der Blendenwert. Ein Blendenwert von f/1.4 ist also bedeutend grösser und lichtintensiver als f/8.

Zoomobjektive erreichen meist weniger Lichtstärke als Festbrennweiten-Objektive. Je grösser die Brennweiten-Spanne eines Objektives, umso weniger lichtstark ist es in der Regel. Bei Kauf eines Objektivs gilt es also, die Lichtstärke zu beachten und mit den eigenen Ansprüchen abzuwägen.

Anschluss-Mechanik für ein Objektiv an einer Kamera

Anschlüsse – Passt mein Objektiv zur Kamera?

Die grosse Palette an Angeboten wird allein dadurch eingeschränkt, dass das Objektiv auch auf das Kameragehäuse passen muss. Viele Kamerahersteller haben den weit verbreiteten Bajonettanschluss leicht abgeändert, sodass nur herstellereigene Objektive angeschlossen werden können. Die markenübergreifenden Objektivhersteller bieten ihre Objektive zumeist in unterschiedlichen Ausführung passend für die unterschiedlichen Anschlüsse an. Auf den Webseiten dieser Anbieter kann man für jedes Objektiv die kompatiblen Kameramodelle einsehen.

Preis – was darf der Spass kosten?

Die Preisspanne beim Objektivkauf reicht von unter 200 CHF für Einsteigermodelle bis hin zu mehreren Tausend und teilweise sogar Zehntausend CHF für Profimodelle. Es gilt also, einen realistischen Kompromiss zwischen Ansprüchen, Einsatz und Preis des Objektives zu finden.

Neben der Brennweite und Lichtstärke gibt es noch einige Eigenschaften und Extras, die den Preis eines Objektives beeinflussen. Ein Beispiel ist ein besonders schneller Autofokusmotor, ein sogenannter Ultraschallmotor. Obwohl er für Hobbyfotografen wahrscheinlich nicht das wichtigste Feature eines Objektives ist, kann er für professionelle Sport- oder Tierfotografen der Schlüssel zum Erfolg sein. Die schnellere Rechenleistung hat jedoch einen stolzen Preis. Zudem gibt es speziell geformte Linsen, die Bildfehler reduzieren. Diese sogenannten asphärischen Linsen werden jedoch auch meist nur in hochpreisigen Objektiven verbaut.

Das wichtigste beim Kauf eines Objektives ist eine genaue Vorstellung, was man mit diesem Objektiv fotografieren möchte und wie hoch die eigenen Qualitätsansprüche sind. In Fachgeschäften findet man kompetente Beratung zu den neuesten Modellen und auch Online-Portale bieten aktuelle Testberichte mit konkreten Empfehlungen zur Kaufentscheidung. Trotzdem ist es wichtig, sich selbst über wichtige Eigenschaften von Objektiven zu informieren und die eigenen Ansprüche herauszufinden.