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Abbildung eines Arbeitsplatzes mit der geöffneten Fotos App am iMac

Die MacOS Fotos App: Importieren, Sortieren und Bearbeiten

Als die Fotografie noch rein analog war, wurde jedes Drücken des Auslösers gut überlegt. Denn ein solcher Film fasste nur 24 oder 36 Fotos, die ausschliesslich ungesichtet entwickelt werden konnten. Die Auswahl an Fotos war demnach begrenzt und die Zeit, die zum Bilder sortieren notwendig war, blieb überschaubar.

Die digitale Fotografie wiederum lädt dazu ein, jeden Moment und jedes Motiv aus den verschiedensten Blickwinkeln festzuhalten. Die Anzahl an gemachten Fotos steigt dadurch enorm und auch die nicht makellosen Bilder können durch die Nachbearbeitung in sehenswerte Aufnahmen verwandelt werden. Foto-Verwaltungsprogramme helfen dabei, den Überblick über die zahlreiche Auswahl an Schnappschüssen zu behalten. So auch die bereits vorinstallierte MacOS App «Fotos». Wir geben Ihnen eine Übersicht über die Fotos App und stellen Ihnen die wichtigsten Funktionen vor.

Fotos einfach und schnell Importieren

Sobald Sie eine Speicherkarte in den Kartenleser Ihres iMac oder Ihres MacBook gesteckt haben, wird Ihre diese unter «Geräte» in der Fotos App angezeigt. Die App erkennt alle auf der Kamera angelegten Ordner und zeigt die darin liegenden Bilder an.

In dieser Ansicht gilt es, die erste Sichtung vorzunehmen. Wählen Sie dabei alle Aufnahmen aus, die importiert werden sollen. Möchten Sie nur einige vereinzelte Fotos in die Mediathek der Fotos App übernehmen, markieren Sie diese durch einen Klick mit der Maus oder dem Touchpad. Für die Auswahl mehrerer Aufnahmen halten Sie die linke Maustaste gedrückt und fahren mit der Maus über den Bereich mit den zu importierenden Fotos. Alternativ können Sie für die Wahl eines ganzen Abschnittes die Shift-Taste nutzen. Wählen Sie das erste und anschliessend mit gehaltener Shift-Taste das letzte Foto des Abschnittes aus. Dadurch werden alle Fotos zwischen den beiden gewählten Bildern markiert. Möchten Sie alle Fotos unsortiert importieren, können Sie direkt auf «Alle neuen Fotos importieren» klicken.

Screenshot MacOS Fotos App - Fotos von einer Speicherkarte importieren

Eine Auswahl fügen Sie mit einem Klick auf «Auswahl importieren» in Ihre Mediathek ein. Anschliessend werden die Fotos in die Mediathek «Fotos» kopiert. Sollen die Fotos nach dem Importieren von dem Speichermedium gelöscht werden, setzen Sie einen Haken oben rechts bei «Objekte nach dem Import löschen».

Der Import in die Mediathek «Fotos» ist die Standarteinstellung der Fotos App. Allerdings können Sie durch die Änderung des Speicherorts bei «importieren nach» ein bestimmtes Album oder eine andere Mediathek für den Import auswählen. Das Album, in das die Fotos importiert werden sollen, muss bereits vor dem Import erstellt werden. Klicken Sie dazu auf das «+» neben «meine Alben» in der Seitenleiste.

Die unterschiedlichen Alben in der Fotos App

Neben dem «normalen» Album, in dem die Fotos nur durch Ihre eigene manuelle Auswahl abgelegt werden können, bietet die Fotos App die Funktion der intelligenten Alben.

Ein intelligentes Album fasst alle Fotos automatisch zusammen, die von Ihnen festgelegte Kriterien erfüllen. Wählen Sie bei dem Klick auf das «+» ein intelligentes Album aus. Direkt im Anschluss öffnet sich ein Fenster, in dem Sie Ihre Kriterien festlegen können. Sie können dabei eine oder mehrere Bedingungen erstellen und zugleich auswählen, ob die Fotos nur bestimmte oder alle Bedingungen erfüllen sollen, um in das Album aufgenommen zu werden.

Screenshot Mac OS Fotos App - Bedingungen für ein intelligentes Album erstellen

Hierbei können Sie nicht nur dem Foto eine Bedingung zuteilen, sondern auch feste Schlagwörter definieren oder angeben, mit welchen Parametern das Foto aufgenommen wurde. Im Gegensatz zu den Metadaten, die automatisch mit dem Foto mitgeliefert werden, müssen Sie die Schlagwörter der einzelnen Fotos selbst festlegen. Diese können Sie in den Bildinformationen ergänzen, die Sie über einen rechten Mausklick erreichen. An derselben Stelle lässt sich auch der Ort des Bildes eintragen. Möchten Sie mehrere Aufnahmen mit denselben Informationen bestücken, können Sie vor dem Rechtsklick mehrere Aufnahmen markieren und anschliessend die Informationen hinzufügen.

Fotos sortieren und bewerten

Eine automatische Funktion, um Bilder in der Fotos App zu bewerten, gibt es leider nicht. Allerdings lässt sich diese Funktion mit Hilfe der Schlagwörter und intelligenter Alben schnell und einfach hinzufügen.

Gehen Sie über «Fenster» in der Menüleiste zum «Schlagwortmanager». Je nachdem wie viele Stern-Ebenen Sie erschaffen möchten, desto mehr Schlagwörter müssen Sie erstellen. Bei der Eingabe von «1 Stern», «2 Sterne» usw. wird mit dem Beenden der Eingabe durch ein Enter eine automatische Kurzwahl hinzugefügt.

Screenshot Mac OS Fotos App - Erstellung unterschiedlicher Stern-Ebenen

Lassen Sie anschliessend beim Sichten Ihrer Fotos den Schlagwortmanager geöffnet. Markieren Sie ein oder mehrere Fotos und drücken Sie auf der Tastatur die Zahl, die der Anzahl der gewünschten Sterne entspricht.

Um die Aufnahmen nach der Stern-Bewertung zu sortieren, können Sie intelligente Alben erstellen. Weisen Sie jedem Album eine Bedingung zu. Das erste Album mit der Bedingung «Schlagwort – ist – 1 Stern». Wiederholen Sie diesen Schritt mit all Ihren Stern-Ebenen. Anschliessend werden Ihre bewerteten Aufnahmen automatisch in die Alben sortiert.

Nachbearbeitung in der Fotos App

Nach dem Importieren, Bewerten und Sortieren ist es an der Zeit die Aufnahmen, die mit nur einem Stern bewertet wurden, noch einmal unter die Lupe zu nehmen und gegebenenfalls mit Hilfe der Fotonachbearbeitung zu verbessern. Auch hier bietet die Fotos App eine integrierte Lösung.

Wählen Sie das Foto mit einem Doppelklick aus und klicken Sie auf den Bearbeiten-Button oben rechts. Oben in der Mitte des Bearbeitungsmodus kann zwischen drei verschiedenen Bereichen gewählt werden. Dabei wird zwischen «Anpassen», «Filter» und «Beschneiden» unterschieden. Zudem finden Sie in der gleichen Leiste einen Zauberstab, mit dem Sie die Verbesserungen Ihrer Aufnahme dem Programm überlassen können.

Screenshot Mac OS Fotos App - Bearbeitungsmodus

Im Bereich «Beschneiden» können Sie Ihre Aufnahme spiegeln, drehen und in ein anderes Format bringen. Hierbei werden einige Formate wie quadratisch, 16 zu 9 und einige mehr vorgegeben. Unter «Eigene» können Sie ein selbst gewähltes Verhältnis eingeben. Im Bereich «Filter» finden Sie zudem 7 unterschiedlich farbige und 3 Schwarzweiss Filter, mit denen Sie mit nur wenig Aufwand jedem Bild den gleichen Look verleihen können.

Für alle individuelleren Bearbeitungen können Sie den Bereich «Anpassen» wählen. In diesem Modus haben Sie die meisten Möglichkeiten, Ihre Aufnahmen zu verbessern. Auf den ersten Blick bietet sich hier eine grobe Anpassung der Licht- und Farbeinstellungen, sowie einer Einstellung für Schwarzweiss. Wird der Pfeil neben der jeweiligen Einstellung geöffnet, offenbaren sich weitere Feineinstellungen. Nun können Sie bei der Option «Licht» die Brillanz, die Belichtung, Glanzlichter und vieles mehr einzeln bestimmen.

Scrollen Sie in der Bearbeitungsleiste weiter nach unten, finden Sie weitere Einstellungen wie einen Retusche-Pinsel, die Rote Augen Korrektur, den Weissabgleich und weitere Regler und Kurven, um die Aufnahmen ins rechte Licht zu rücken.

Screenshot Mac OS Fotos App - Bereich «Anpassen» im Bearbeitungsmodus

Ist die Nachbearbeitung abgeschlossen, können Sie den Bearbeitungsmodus mit einem Klick auf «Fertig» beenden. Nun ist Ihr bearbeitetes Foto gespeichert. Aber keine Angst, wenn Sie bei einer späteren Betrachtung mit Ihrer Bearbeitung nicht mehr zufrieden sein sollten, können Sie im Bearbeitungsmodus jederzeit zum Original zurückkehren.

Möchten Sie mehrere Fotos nacheinander bearbeiten, können Sie den Bearbeitungsmodus direkt geöffnet lassen. In der unteren Zeile werden Ihnen nacheinander alle Fotos des geöffneten Albums angezeigt. So ist es einfach, mit einem Klick oder der Pfeiltaste zum nächsten Bild zu gelangen und dieses ebenfalls zu bearbeiten. Für die Anwendung der gleichen Einstellungen müssen Sie allerdings nicht jeden Regler einzeln wieder neu anpassen. Klicken Sie einfach mit einem rechten Mausklick auf das Bild und wählen Sie «Anpassungen kopieren». Dadurch können Sie mit einem weiteren rechten Mausklick auf ein anderes Bild dieselben Anpassungen einfügen.

Mit einem rechten Mausklick auf ein Foto und dem Befehl «Bearbeiten mit» können Sie Ihre Bilder auch in einem anderen, separat installierten Programm übernehmen. Der Vorteil hierbei ist, dass Sie das bearbeitete Foto direkt wieder in der Mediathek speichern können.

Fotoprodukte erstellen und bestellen mit der MacOS Fotos App

Bei den meisten Bildbearbeitungs- und Verwaltungsprogrammen ist nach der Bildbearbeitung Schluss. Zum Weiterverarbeiten der Fotos für unterschiedliche Fotoprodukte wie Abzüge, Fotobücher oder Kalender muss in der Regel ein anderes Programm geöffneten werden.

In der Fotos App können Sie einfach die Funktionen verschiedener Fotoprodukte-Designer integrieren. Gehen Sie einfach in der linken Seitenleiste auf Projekte. Klicken Sie auf das «+» und wählen Sie «Weitere», um zum AppStore zu gelangen. Dort können Sie beispielsweise die App des ifolor Designers kostenlos herunterladen und in die Fotos App integrieren.Screenshot Mac OS Fotos App - Fotodienstleister in die Fotos App integrieren

Wählen Sie nun ganz einfach das Album aus. Gehen Sie mit einem Rechtsklick auf «Erstellen», wählen Sie das gewünschte Produkt und schon können Sie mit der Fotos App ein Fotobuch, einen Kalender oder ein anderes Fotoprodukt gestalten und bestellen.

Fazit

Seitdem sich die digitalen Fotos von jeglichen Anlässen auf unseren PCs, Festplatten und anderen Speichermedien Fotos in rauen Mengen sammeln, ist die Benutzung eines Fotoverwaltungs-Tools durchaus sinnvoll. Für alle iMac und MacBook Nutzer stellt die vorinstallierte «Fotos App» eine gute Lösung dar, um alle Schnappschüsse zu speichern und gut im Überblick zu behalten. Zudem können Sie in der gleichen App Ihre Aufnahmen bearbeiten und individuelle Fotoprodukte zur Erinnerung kreieren und bestellen.

Person, die am Schreibtisch sitzt und Ihre Bilder von der Digitalkamera auf den Laptop laden möchte.

Fotoverwaltungsdienste für Windows

Zur Erinnerung an schöne Momente und einmalige Erlebnisse machen wir meist zahlreiche Schnappschüsse auf Reisen, bei Ausflügen mit Freunden oder der Familie, auf Geburtstagsfeiern und bei jeder anderen Gelegenheit, die sich bietet. Dank moderner Smartphones mit hochwertigen Kameras ist das Ansammeln von unzähligen Fotos so einfach wie nie. Doch so schön die entstandenen Bilder auch sein mögen, viele von ihnen werden von der Kamera oder dem Smartphone meist unbehandelt auf den PC oder die externe Festplatte übertragen – wenn sie die Speicherkarte überhaupt verlassen.

Damit Sie Ordnung in das Bilder-Chaos bringen können, stellen wir Ihnen beliebte Fotoverwaltungsdienste für Windows vor.

Logos von IrfanView und XnView

© Irfan View und Xn View

IrfanView und XnView

Die beliebte Gratis-Software IrfanView für das Betriebssystem Windows bietet für über 60 Dateiformate, darunter RAW, JPG, JPEG, PNG, TIF, EPS und GIF, alle entscheidenden Funktionen für eine übersichtliche Bildbetrachtung, Bildsortierung und Bildbearbeitung. Nach Belieben können die Funktionen durch zusätzliche, kostenlose PlugIns erweitert und beispielsweise Audio- und Videoformate ergänzt werden.

IrfanView Miniaturbildansicht

© www.irfanview.com

In Sachen Bilderorganisation ermöglicht die Software eine Kennzeichnung der Fotos nach Motiven oder Anlässen, sodass Ihre Bilder leichter sortierbar und schneller zu finden sind. Ausserdem sind standardmässige Bildbearbeitungen wie Helligkeit, Kontrast, Weichzeichner und Spezialfunktionen wie das Beseitigen des Rote-Augen-Effekts oder das Erstellen von Panoramabildern möglich. Einige Fotobearbeitungsoptionen können auch an mehreren Bildern gleichzeitig vorgenommen werden. Diese Stapelverarbeitung oder auch Batch-Konvertierung verhilft zu einer noch flotteren Ordnung Ihres Foto-Archivs.

XnView Miniaturbildansicht

© xnview.com

Eine ebenfalls gern und häufig genutzte Variante der Freeware-Fotoverwaltung für Windows stellt der Bildbetrachterdienst XnView dar. Der Funktionsumfang entspricht grösstenteils der Software IrfanView. Ein Pluspunkt dieses Programms ist die Unterstützung von über 500 Bildformaten. Die Schlüsselfunktion liegt ebenfalls in der Stapelverarbeitung, wodurch komplette Bilddateienordner organisiert werden können.

Orangefarbenes ACDSee Photo Studio Standard Logo mit weisser Kamera in der Bildmitte

© ACD Systems

ACDSee Photo Studio Standard

Eine kostenpflichtige Option für Windows- Nutzer, die neben Ihrer Intention zu mehr Ordnung auch sehr viel Wert auf Professionalität in der Bildbearbeitung legen, bietet sich mit dem ACDSee Photo Studio Programm. Das Tool untergliedert sich in drei Versionen, von denen jährlich jeweils ein neues, käufliches Folgeupgrade auf dem Markt erscheint.

Die preiswerteste der drei Varianten ist die Standardversion, welche sich je nach Jahrgang in einem Preissegment bis momentan 78 CHF (2019) pro Kauflizenz bewegt. Neben den Grundfunktionen der bereits aufgelisteten Freeware Programme, liefert die 2019er- Publikation umfangreiche Werkzeuge für ein gehobenes Digital-Asset-Management. Die standardmässigen Fotoverwaltungsanforderungen, wie Suchen, Sortieren, Verschieben und Organisieren, werden durch «Spielereien» wie anpassbare visuelle Farbetiketten ergänzt. So können Sie schnell und einfach Bilder markieren, die Sie später noch weiter bearbeiten möchten. In Punkto Bildbearbeitung sorgen verschiedene Präzisionsfilter dafür, dass verschiedenste Unvollkommenheiten retuschiert werden. Eine Besonderheit stellt die Individualisierung durch das Einfügen eines Wasserzeichens dar.

Noch mehr Optionen liefert die ACDSee Photo Studio Serie mit den höherwertigen Varianten «Professional» und «Ultimate». Diese zwei Versionen bieten eine Reihe spezieller Extras zur Bildbearbeitung wie etwa eine Gesichtserkennung und sind daher preisintensiver. Da wir in diesem Artikel jedoch das Thema Bilderorganisation fokussieren, gehen wir hier nicht weiter auf diese speziellen Features ein. Mehr Infos und Tipps zum Thema Fotobearbeitung finden Sie in unserer zugehörigen Kategorie.

Die wichtigsten Eigenschaften der Tools auf einen Blick

Vergleich von Vor und Nachteilen der unterschiedlichen Fotoverwaltungsprogramme

Fazit

Schlussendlich hängt die Wahl der Bildverwaltung für Windows von Ihrer Intention ab. Für die reine Verwaltung und Organisation Ihrer Fotos genügen kostenlose Verwaltungsprogramme wie IrfanView oder XnView. Legen Sie jedoch ebenfalls Wert auf eine qualitativ hochwertige Bildbearbeitung, so werden Sie eher bei kostenpflichtigen Programmen wie ACDSee Photo Studio Standard fündig.

Wir finden, Fotoverwaltungsdienste sind eine raffinierte und einfache Lösung, um dem Bilder- Chaos auf Ihrem PC oder Laptop ein Ende zu bereiten und ein durchstrukturiertes Foto-Archiv zu erstellen. Viel Spass beim Aufräumen!

Person sichert Fotos und Daten am Laptop in einer Cloud

Die besten gratis Clouddienste

Clouddienste werden heutzutage immer wichtiger. Ob für berufliche Zwecke, für Gruppenprojekte in der Schule oder Universität oder schlicht, um die eigenen Dateien zu sichern: Ein Clouddienst erleichtert den Umgang mit Daten ungemein. Neben der Sicherung der Daten auf einem externen Server bieten Clouddienste den Vorteil, dass Sie von verschiedenen Geräten auf die online gestellten Daten zugreifen und diese bearbeiten können. Die Gefahr externe Speichergeräte wie Festplatten oder USB-Sticks zu beschädigen, gehört dank Clouddiensten der Vergangenheit an. Auch das oftmals komplizierte Austauschen von Speichergeräten und das Komprimieren von Dateien für den E-Mail-Verkehr werden durch die Cloud-Anbieter abgelöst. Ein einfacher Link genügt, um die Dateien mit mehreren Personen zu teilen oder sie zur Bearbeitung freizugeben. Die Freigabe des Links erteilen Sie bequem per E-Mail, WhatsApp oder SMS.

Frau sichert Daten vom Smartphone auf eine Cloud

Doch ziehen all diese Vorteile auch ein paar Nachteile mit sich. Der wohl Bekannteste liegt im Bereich der Sicherheit. So kam es in der Vergangenheit nicht selten zu Hacker-Angriffen auf grosse Cloud-Anbieter, welche in der Regel personenbezogene Daten oder private Dateien zum Ziel hatten. Ausserdem müssen für das Anlegen eines Nutzerkontos bei den Clouddiensten personenbezogene Daten wie Namen, Mailadressen und oft auch Zahlungsinformationen hinterlegt werden und die sind heutzutage bares Geld wert. Die verschiedenen Anbieter wirken den Sicherheitslücken und Bedenken ihrer User mit verbesserten Verschlüsselungs-Protokollen und sicheren Serverstandorten entgegen.

Und es funktioniert, denn die Möglichkeit immer und von verschiedenen Geräten auf die online gespeicherten Daten zugreifen zu können, lockt immer mehr Menschen an und lässt die Frage aufkommen, welche Clouddienste welchen Ansprüchen entsprechen. Wir haben für Sie nachgeforscht und stellen Ihnen hier einige Clouddienste mit ihren Vor- und Nachteilen vor.

Google Drive bzw. Google One

Wer sich ein E-Mail-Konto über Google anlegt, der verfügt bereits über 15 GB kostenlosen Online-Speicherplatz. Ab etwa 2 CHF im Monat lässt sich ein Upgrade auf Google One durchführen, wodurch mindestens 100 GB Speicherplatz zur Verfügung stehen. Die Google Clouddienste sind über Webbrowser, über ein entsprechendes PC-Programm und über eine App auch über Android-Smartphones bzw. -Tablets und über iOS-Geräte abrufbar. Google verspricht dabei ein hohes Mass an Datensicherheit durch SSL-Verschlüsselung und legt automatisch Backups Ihrer Dateien auf unterschiedlichen Servern an, um einen eventuellen Datenverlust zu vermeiden. Inhalte, welche auf Google Drive oder Google One abgelegt wurden, können Sie gezielt mit anderen Personen teilen, sie kommentieren, oder bearbeiten lassen. Weiterhin haben Sie die Möglichkeit Dateien im Google Drive «öffentlich» zu teilen, sodass sie über Internet-Suchmaschinen gefunden werden können.

  • 15 GB kostenloser Speicher
  • Erweiterbar bis zu 30 TB (etwa 300 CHF/Monat)
  • Google-Konto zur Einrichtung erforderlich

Screenshot der Onlineansicht von Google Drive

Microsoft OneDrive

Mit OneDrive stellt Microsoft seinen eigenen Clouddienst zur Verfügung. Davon profitieren besonders Office 365 Kunden, welchen mit einem Office-Jahresabo 1 TB Datenspeicher pro Benutzer zur Verfügung stehen. Für alle anderen sind 5 GB Speicherplatz kostenlos erhältlich, welche sich für 1,95 CHF pro Monat auf 50 GB aufstocken lassen. OneDrive beinhaltet ausserdem vereinfachte Versionen der Office-Programme, wodurch Word-, Excel-, PowerPoint- und OneNote-Dateien auch im Webbrowser angelegt und bearbeitet werden können. Seinen Office-Kunden bietet Microsoft weitere Vorteile. So können diese beispielsweise kennwortgeschützte Freigabelinks erstellen und diese mit einem Ablaufdatum versehen, um die Datensicherheit zu erhöhen. Microsoft schützt Ihre Daten durch SSL-Verschlüsselung, behält sich jedoch das Recht vor, hochgeladene Dateien automatisch durchsuchen zu lassen, um eventuellen Missbrauch ausfindig machen zu können und illegale Aktivitäten einzudämmen.

  • 5 GB kostenloser Speicher (1 TB für Office-Kunden)
  • Erweiterbar auf 1 TB (70 CHF/Jahr)
  • Umfangreiches Funktionspaket für Office-Kunden

Screenshot der Onlineansicht von Microsoft OneDrive

myCloud

Swisscom betreibt in der Schweiz den Cloudspeicher-Dienst myCloud mit Serverstandort in der Schweiz. myCloud bietet seinen Nutzern 15 GB kostenlosen Speicherplatz, Swisscom inOne Home oder inOne Mobile Kunden verfügen über 250 GB Speicherplatz für Dateien und Dokumente, für Fotos und Videos sogar über unbegrenzte Speicherkapazitäten. Neben einem PC-Client zur einfacheren Verwaltung von Daten, bietet der Clouddienst auch Apps für iOS- und Android-Produkte an und ist mit den meisten Smart-TVs kompatibel. Swisscom bietet zusätzlich den Service myCloud Transfer an, welcher das Hochladen und Versenden von bis zu 5 GB grossen Dateien auch ohne Registrierung ermöglicht und auch eine Backup-Funktion für Smartphones ist integriert.
Weiterhin bietet myCloud den Digitalisierungs-Service myCloud Memories für analoge Medien an. Alte Videokassetten, Super-8-Filme oder analoge Fotos werden gegen eine Gebühr eingesendet, von Swisscom digitalisiert und anschliessend direkt auf myCloud gespeichert.

  • 15 GB kostenloser Speicher (mind. 250 GB für Swisscom inOne Kunden)
  • Serverstandort Schweiz
  • Zusätzliche Funktionspakete (Digitalisierung, Datentransfer, Backup)

Screenshot der Onlineansicht von Swisscom myCloud

Fazit

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Cloudanbietern, welche das Sortieren, Speichern und Teilen von privaten oder geschäftlichen Dateien erheblich vereinfachen. Wer mit dem Sicherheitsrisiko leben kann, welches das Speichern von Daten im Internet mit sich bringt, wird mit reichlich kostenlosem Speicher und einer meist intuitiven Bedienoberfläche belohnt. Gegen einen monatlichen oder jährlichen Beitrag kann das Speichervolumen darüber hinaus erheblich erweitert werden. Machen Sie sich also am besten im Vorfeld mit den verschiedenen Anbietern vertraut, um den Clouddienst zu finden, der Ihren Ansprüchen entspricht!