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Blendeneinstellung im Objektiv

Unterschied von Brennweite und Bildwinkel

Brennweite und Bildwinkel bedingen sich gegenseitig, bedeuten allerdings faktisch nicht das Gleiche. Während sich der Bildwinkel aus der Berechnung von Sensorgrösse und Brennweite ergibt, ist die Brennweite selbst eine feste Grösse. Bei einem Zoomobjektiv kann diese, sonst unveränderbare Eigenschaft, variiert werden.

Erfahre im nachfolgenden Artikel, was sich hinter den Begriffen Brennweite und Bildwinkel im Einzelnen verbirgt und wie diese miteinander zusammenhängen. Ausserdem wird der Unterschied zwischen den beiden Begrifflichkeiten aufgezeigt.

Brennweite in der Fotografie

Die Brennweite ergibt sich aus dem Abstand vom Fokus in der Linse bis zum Sensor in der Kamera. Im Fokus steht die schärfste Stelle des zu fotografierenden Motivs, während die Linse in der Kamera den Standpunkt markiert, von dem aus fotografiert wird. Der besagte Abstand wird in Millimetern angegeben (mm) und stellt somit die Masseinheit der Brennweite dar. Von aussen ist dieser Abstand im Objektiv nicht immer erkennbar, sodass man von der Grösse eines Objektives nicht auf dessen Brennweite schliessen kann. Jedes Objektiv ist daher beschriftet.

Objektive mit verschiedenen Brennweiten

Einzig und allein das Objektiv bestimmt dabei über die Brennweite der Aufnahme. Die Kamera selbst oder die Sensorgrösse sind für die Einstellung der Brennweite unerheblich. Der Fotograf entscheidet je nach gewünschtem Bildeffekt, welches Objektiv er benutzt. Er berücksichtigt dabei den möglichen Bildausschnitt, die Grösse der Abbildung und die Entfernung zum Motiv.

Es gibt Objektive mit Festbrennweiten oder Zoomobjektive. Bei der Benutzung von Festbrennweiten muss für eine Brennweitenänderung das Objektiv gewechselt werden. Zoomobjektive dagegen bieten eine Brennweitenspanne und können somit ohne Objektivwechsel in einem bestimmten Bereich verstellt werden. Für grosse Motive, die in Ihrer Gänze abgebildet werden sollen, empfiehlt sich ein Weitwinkelobjektiv. Diese haben Brennweiten unter 40mm. Bei weiten Entfernungen werden Teleobjektive mit Brennweiten ab 60 mm aufwärts verwendet.

Der Bildwinkel einer Fotografie

Aus der Diagonalen des Aufnahmeformats ergibt sich der Bildwinkel. Mit dem Bildwinkel wird eine Verbindung zu den unterschiedlichen Sensorgrössen geschaffen. In seltenen Fällen wird der Bildwinkel auch über die Höhe oder die Breite des Aufnahmeformats statt über die Diagonale bestimmt.

Der Bildwinkel ändert sich mit der Grösse des Sensors. Ist der Sensor klein, ist es ebenso der Winkel. Ist der Sensor gross, streckt sich auch der zugehörige Winkel. In einen kleinen Bildwinkel passt dabei nicht so viel Bildmotiv wie in einen grossen Bildwinkel.

veränderter Bildwinkel bei anderer Kamera mit kleinerem Sensor

Zusammenhang von Brennweite und Bildwinkel

Da die Brennweite eine absolute Grösse ist, ändert sich der Bildwinkel mit der Sensorgrösse. Hat man beispielsweise einen Vollformat-Sensor von 24×36 mm, entspricht eine Brennweite von 28mm einem Weitwinkelobjektiv. Die gleiche Brennweite bei einer Pocketkamera mit einem viel kleineren Sensor entspricht bereits einem Teleobjektiv.

Eine Änderung der Brennweite kann durch den Wechsel des Objektivs oder durch die Zoomfunktion des Objektivs bewirkt werden. Hierbei gilt: Je grösser die Brennweite, desto kleiner der Bildwinkel und entgegengesetzt. Abhängig vom Standort und der Grösse des Bildausschnittes wird vom Fotograf die Brennweite eingestellt.

Schärfentiefe mit Brennweite und Bildwinkel

Die Grösse des Bildwinkels sorgt auch für die Tiefenschärfe eines Bildes. Diese sagt aus, ob der Hintergrund kleiner oder grösser erscheint. Als Tiefenschärfe wird die Ausdehnung des scharfen Bereiches bezeichnet. Je näher das zu fotografierende Objekt ist, desto geringer ist die Schärfeebene. Daraus folgt, dass je grösser der Bildwinkel und je kleiner die Brennweite, desto geringer ist die Schärfentiefe. Solange man den selben Sensor benutzt, wird die Tiefenschärfe nur durch die Brennweite beeinflusst. Die Art des Sensors kann nur variiert werden, indem eine andere Kamera verwendet wird. Wird eine Kamera mit einem grösseren oder kleineren Sensor verwendet, verändert sich das Verhältnis zwischen Schärfentiefe und Brennweite. Der Bildwinkel wird gestaucht oder gestreckt. Wurde die Kamera und somit die Grösse des Sensors gewechselt, muss bei einem grösseren Sensor die Brennweite erhöht werden, um anschliessend den gleichen Bildwinkel zu erhalten.

Schärfentiefe in einem Bild

Eine höhere Brennweite hat eine geringere Schärfentiefe zur Folge. Um bei unterschiedlichen Brennweiten die gleiche Schärfentiefe zu erhalten, muss die Einstellung der Blende geändert werden. Die Blende ist die Öffnungsweite der Eintrittspupille. Sie sorgt für die Kontrolle des gewünschten Lichteinfalls. Um eine hohe Schärfentiefe zu erreichen, muss bei Objektiven mit geringen Brennweiten die Blende weiter geschlossen werden als bei einem Objektiv mit grossen Brennweiten. Je weiter die Blende geschlossen wird, desto grösser wird die Schärfentiefe.

Blendeneinstellung im Objektiv

Fazit: der Unterschied zwischen Brennweite und Bildwinkel

Der Unterschied zwischen Brennweite und Bildwinkel ergibt sich aus ihrem Zusammenspiel. Beide Werte bedingen sich und hängen miteinander zusammen. Die Brennweite ist eine absolute Grösse, die vom Objektiv her bestimmt wird. Bei Zoomobjektiven kann diese allerdings in einem vorgegebenen Bereich verändert werden.

Der Bildwinkel ist sowohl von der Brennweite als auch von der Sensorgrösse abhängig. Der Sensor einer Kamera ist ein festes Bauteil. Dessen Grösse lässt sich nur durch den Wechsel der Kamera beeinflussen. Hierbei gilt: Je kleiner der Sensor, desto kleiner ist der Bildwinkel.

 

Schweizer Alpen im Herbst mit Steingruppe im Vordergrund, aufgenommen mit Hyperfokaler Distanz

Hyperfokale Distanz

So erzeugen Sie Schärfe auf mehreren Ebenen

Sie möchten scharfe Fotos von Landschaften schiessen, die auch bei maximaler Vergrösserung noch mit höchster Qualität punkten? Die Hyperfokaldistanz macht’s möglich. Das Grundprinzip der Schärfentiefe bezieht sich auf den Bereich vor und hinter dem fokussierten Punkt, der auf dem Foto scharf abgebildet wird. Bei einer Landschaftsaufnahme mit exakter Hypofokaleinstellung erreicht man ein Foto mit annähernder, grenzwertiger Schärfe des Hauptmotivs. Eine offene Blende führt zu einem sehr kleinen Schärfetiefenbereich. Das Motiv im Vordergrund ist scharf abgebildet, die Bereiche davor und dahinter werden jedoch unscharf. Je grösser die Blende, desto stärker zeigt sich dieser Effekt. Umgekehrt wird der Schärfentiefebereich grösser, je weiter die Blende geschlossen wird. Wenn Sie nun aber eine Landschaftsaufnahme machen und dabei Vorder- und Hintergrund gleichzeitig scharf abbilden möchten, kommt die Hyperfokale Distanz ins Spiel.

Hyper … was?

Die Hyperfokale Distanz (HfD) bezeichnet die Entfernung zwischen Kamera und Motiv mit der grössten Schärfentiefe bei einer bestimmten Brennweite und einer bestimmten Blende. Bei hyperfokaler Distanzeinstellung beginnt der Schärfebereich bei der halben HfD und dehnt sich von da an bis unendlich aus. Vereinfacht gesagt: Wenn Sie die Hyperfokale Distanz zu Ihrem gewählten Objekt im Vordergrund einhalten und darauf fokussieren, ist alles dahinter ebenfalls scharf. Das macht die Hyperfokale Distanz insbesondere für die Landschaftsfotografie interessant, denn hier kommt oft ein Stativ zum Einsatz, um die Blende ohne Rücksicht auf Belichtungszeiten zu steuern.

Mythos „unendliche Tiefenschärfe“

Bestimmt kennen Sie das folgende Szenario: Sie möchten eine Landschaftsaufnahme machen und sowohl die Gebirgskette am Horizont, als auch den wenige Meter entfernten Baum mit auf’s Bild bekommen. Natürlich soll alles möglichst scharf und gut erkennbar sein – dafür sind aber mehrere hundert Meter zu überbrücken. Nehmen Sie nun den Baum in den Fokus, versinkt automatisch der Hintergrund in Unschärfe und umgekehrt. Das passiert, indem auf einen weit entfernt liegenden Punkt fokussiert wird – unendlich. Das Problem: Eine unendliche Tiefenschärfe gibt es nicht, auch wenn sich das Objektiv auf „unendlich“ einstellen lässt. Sinnvoll ist es daher, auf ein Motiv in passender Entfernung zu fokussieren und sich nicht völlig auf die automatische Einstellung an der Entfernungsanzeige oder dem Display zu verlassen.

Landschaftsaufnahme vom Hintersee im Nationalpark Berchtesgarden

Blende und Brennweite beachten

 Die Hyperfokale Distanz hängt von der gewählten Blende sowie der Brennweite ab. Eine kleine Brennweite bei geschlossener Blende bedeutet eine kleine Hyperfokale Distanz und bewirkt einen tiefen Bereich scharfer Abbildung. Mit Weitwinkelobjektiv lässt sich also eine grosse Schärfentiefe erzielen. Diese will aber richtig genutzt werden. Um das Foto sowohl im Vordergrund als auch im Hintergrund scharf zu bekommen, müssen Sie die Entfernung zwischen Kamera und Vordergrund messen. Anschliessend stellen Sie die entsprechende Blende und Brennweite ein. Beispiel: Ist Ihr Vordergrundobjekt fünf Meter entfernt und haben Sie eine Brennweite von 35 mm gewählt, dann wählen Sie Blende 8 für ein Foto mit optimaler Schärfe. Aber wie wird das nun berechnet?

Schnelle Hilfe vom Smartphone

 Hand auf’s Herz: die wenigsten Fotografen verspüren den Drang, bei jeder Aufnahme erst einmal den Taschenrechner zu zücken, um die ideale Blende zu ermitteln. Das ist auch gar nicht nötig, denn mit Hilfe von praktischen Apps fürs Smartphone (z.B. PhotoBuddy für iOs oder HyperFocal pro für Android) können Sie die Hyperfokale Distanz ganz einfach berechnen. Hierfür brauchen Sie dann nur noch die Sensorgrösse und den Zerstreuungskreisdurchmesser einzustellen, in der App muss dafür lediglich das benutzte Kameramodell ausgewählt werden. Sie haben kein Smartphone? Auch im Netz gibt es viele fertige Tabellen für verschiedene Kameras und Objektive, sowie nützliche Online-Rechner, die Ihnen verraten, welche Einstellungen Sie an Ihrer Kamera vornehmen müssen, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Am besten stellen Sie sich hiermit eine Tabelle für Ihre Kamera zusammen und drucken diese aus.

Geht das überhaupt mit meiner Kamera?

Auf vielen modernen Objektiven werden Sie Entfernungsangaben und Möglichkeiten, diese einzustellen, leider vergeblich suchen. In diesem Fall hilft dann nur noch Schätzen. Nehmen Sie hierfür Vergleichsgrössen von Objekten in der Umgebung zu Hilfe. Auch mit der sogenannten Daumensprungregel können Sie die ungefähre Entfernung abschätzen. Strecken Sie dafür den rechten Arm aus und den Daumen nach oben. Peilen Sie mit einem Auge einen bestimmten Punkt an, schliessen Sie es und öffnen das andere Auge. Schätzen Sie dann die Differenz in der Ferne und nehmen diese x 10.

Richtig abblenden

Abblenden kann den Schärfebereich vergrössern. Hierbei ist aber Vorsicht geboten: Ist die Blendenöffnung zu klein, macht uns die Physik einen dicken Strich durch die Rechnung und Beugeeffekte führen zu einer grossflächigen Unschärfe auf dem fertigen Bild. Der Einsatz kleiner Blenden verlängert ausserdem die Belichtungszeit und bringt die Gefahr mit sich, dass die Aufnahme verwackelt, wenn Sie kein Stativ benutzt haben. Auch der Wind kann bewegliche Objekte wie Wolken, Blätter oder Wellen „verwischen“. Deshalb sollten Sie Weitwinkelobjektive nicht beliebig abblenden. Die Blende sollte nicht zu klein, die Fokusdistanz nicht zu gross sein. Grosse Schärfentiefe erreichen Sie bei Weitwinkeloptiken für das Kleinbildformat mit Blende 8 oder 11.

Übung macht den Meister

Natürlich werden Sie nicht auf Dauer mit dem Smartphone oder einer Tabelle hantieren müssen, um die ideale Hyperfokale Distanz zu ermitteln. Mit der Zeit werden Sie ein Gefühl dafür entwickeln, mit welchen Einstellungen Sie das beste Ergebnis erzielen. Wie überall gilt auch hier: Ausprobieren, Spass haben und Erfahrungen sammeln.

Aufnahme mit Lensbaby Objektiv

Besondere Objektive

Für Profifotografen, vor allem aus dem künstlerischen Bereich, wird es zunehmend schwerer, ihre Aufnahmen ohne viel Manipulation durch Bearbeitungssoftware individuell zu gestalten. Wir stellen Ihnen 3 Objektive vor, die auch ohne grosse Nachbearbeitung tolle Effekte erzielen: Lensbaby, Petzval von Lomo und das Soft Fokus Objektiv von Canon.

Lensbaby – das Spiel mit dem Schärfebereich

Lensbaby wird sowohl mit der Firma Lensbaby Inc. als auch mit einer ganzen Art von Fotos assoziiert. Markant für diese Bilder ist der zentrale Schärfebereich – der sogenannte „Sweet Spot“ –  und die sich ringförmig darum ausbreitende Unschärfe. Die Fotos werden durch die entstehenden „Bildfehler“ in Vignettierung und Farbwiedergabe stark entstellt.

Die Lensbaby Objektive gibt es inzwischen in zahlreichen Ausführungen. Im Aufbau ist das Objektiv recht einfach gehalten. Wichtig ist eine Tilt- bzw. Verkippungsfunktion (meist ein Kugelgelenk) mit dem der Sweet Spot im Motiv verschoben werden kann. Die Grösse des Sweet Spots wird über mitgelieferte Kunststoffscheiben mit verschiedenen Öffnungsgrössen geregelt. Diese Blenden-Scheiben werden magnetisch vorn an das Objektiv gehaftet und sind mit verschiedenen Formen für den Bokeh-Effekt erhältlich. Die Brennweite variiert je nach Modell zwischen 50, 35 und 80 mm.

Auch wenn das Fotografieren mit dem Lensbaby Objektiv viel Spass bringt, für eilige Schnappschüsse ist es jedoch nicht geeignet. Nach jeder Einstellung des Objektivs muss neu manuell fokussiert werden, daher empfehlen wir für die ersten Versuche die Kamera auf einem Stativ anzubringen. So kann man mit kleinem Sucher und geringer Blendenöffnung eine genaue Fokussierung erreichen.  Für Portraitfotografie ist der Sweet Spot von besonderer Bedeutung, da er den fokussierten Bereich des Motivs, beispielsweise das Gesicht, hervorhebt. Die zum Teil starke Vignettierung wird gern in der Straßenfotografie eingesetzt, da sie dem Bild eine extreme Dynamik verleiht.

Petzval von Lomography – das Portraitobjektiv

Petzval von Lomography – das Portraitobjektiv

 

Josef Maximilian Petzval war ein slowakischer Mathematiker des 19. Jahrhunderts, der das erste Portraitobjektiv der Welt entwickelte. Es stellt das fokussierte Objekt scharf, während der Hintergrund durch verschiedene Bokeh-Blenden verschwimmt. Der Kontrast bringt den Portraitierten besonders zur Geltung. Dieses Objektiv prägte die Portraitfotografie des vorletzten Jahrhunderts massgeblich. Im Jahr 2014 baute es die Firma Lomography (Kamerahersteller im Bereich Lomografie) passend für moderne DSLR nach. Das Projekt kam durch die bisher drittgrösste Kickstarter Kampagne im Bereich Design zustande.

Das Petzval ist also ein Portraitobjektiv, welches –  ähnlich wie die Lensbaby – mit Schärfen, Fokus und vor allem dem Bokeh spielt. Das Objektiv in edlem Messing-Design wird mit den einschiebbaren Blenden-Elementen zusammen geliefert.

Für die richtige Einstellung des manuellen Fokus braucht es einige Ruhe und Fingerspitzengefühl. Auch die Wahl der richtigen Blenden-Scheibe ist wichtig, um die Lichtverhältnisse auszugleichen. Doch nach ein wenig Übung macht das Petzval viel Spass und bietet dem Laien sowie dem Profifotografen eine ganz neue Spielwiese.

Soft Fokus Objektiv – für zarte Aufnahmen

Im 20. Jahrhundert verbreiteten sich besonders unter den künstlerischen Fotografen die Weichzeichnerobjektive der Marken Minolta, Rodenstock (Imagon) und Dreamagon. Ähnlich dem heutigen Retro-Trend wollte man sich von den akribisch realistischen Abbildungen der Realität abheben. Aktuell ist das Canon EF 135mm 1:2.8 Softfocus das Einzige dieser Art.

Der Soft Fokus ist in zwei Stufen zuschaltbar und Canon empfiehlt ihn mit offener Blende zu nutzen. Wie der Name bereits sagt, ist es ein Weichzeichner. Der Effekt wird durch das Fehlen eines konkreten Fokuspunktes technisch umgesetzt. Über dieses Objektiv gibt es sehr verschiedene Meinungen von Fotografen. Schlussendlich ist es fast ausschliesslich für Portraitfotografie geeignet, da die Unschärfe bei anderen Motiven zu stark ist. Bei der Portraitfotografie sollten Sie dann darauf achten, dass sich die 135mm auf einem Teleobjektiv mit dem gegebenen Verlängerungsfaktor extrem ausweiten und so ausreichend Abstand zum Model gehalten werden muss.

Die Firma Yasuhara hat im Juni 2016 mit MOMO (japanisch für 100) eine Kickstarter Kampagne geschalten, um das 100 Jahre alte Objektiv der Kodak Vest Pocket-Kamera wieder zu beleben. Einige Testbilder und Informationen sowie einen Prototyp haben sie auf ihrer Seite veröffentlicht. Da die Kampagne jedoch als gescheitert bei Kickstarter vermerkt ist, scheint die Zukunft der Weichzeichnerobjektive unklar.

Soft-Fokus Aufnahme einer Rose mit Kamille

Fazit

Die drei Objektive bringen alten Charme in die moderne Fotografie. Vor der Anschaffung gilt zu Bedenken für welche Projekte sie einsetzbar wären, da sie im Vergleich zu Bearbeitungssoftware sehr kostenintensiv sind. Vignettierung, Bokeh und auch der Weichzeichner sind gängige Filter der meisten Fotosoftware. Die Objektive sind aber für Retro-Liebhaber und experimentelle Fotografen durchaus eine geeignete Investition.

Einstellung auf Zeitautomatik – Modusrad auf Av

DSLR – Fotografieren mit der Zeitautomatik (A/Av-Mode)

Die Zeitautomatik stellt eine praktische Alternative zur Vollautomatik oder Programmautomatik dar, mit welcher gezielt die Tiefenschärfe kontrolliert werden kann. Durch das automatische Anpassen von nur ein bis zwei Parametern an die manuelle Blendeneinstellung bietet dieser Modus viel kreativen Spielraum für den Fotografen.

Die Zeitautomatik ist auf dem Modusrädchen je nach Kamera mit A oder Av gekennzeichnet, was für Aperture Priority bzw. Aperture-Value-Modus steht und Blendenpriorität bedeutet. Durch das ähnliche Symbol wird der Av-Modus manchmal mit dem Vollautomatikmodus verwechselt. Um eine Verwechslung zu vermeiden, zeigen viele Kameras bei der Auswahl eines Modus einen kurzen Hilfetext an, der die Kernfunktion des Programms erklärt. Der Automatikmodus ist mit «AUTO» oder einer grünen Box mit einem «A» gekennzeichnet. Weiterhin steht P für Programmautomatik, S (Tv) ist die Shutter Priority = Verschlusspriorität bzw. Blendenautomatik, M bezeichnet den manuellen Modus.

Im Av-Modus legt der Fotograf den Blendenwert fest, an welchen die Kamera dann automatisch die Belichtungszeit und je nach Kamera auch den ISO-Wert anpasst. Durch das Festlegen des Blendenwerts kann der Fotograf gezielt die Schärfentiefe steuern, ohne die jeweils passende Verschlusszeit wählen oder austesten zu müssen. Insbesondere in der Portraitfotografie oder bei Motiven mit unruhigem Hintergrund kommt die Zeitautomatik oft zum Einsatz, da beim Einstellen eines geringen Blendenwerts das Motiv im Vordergrund scharf hervortritt, während der Hintergrund leicht verschwimmt.

Hilfstexte bei der Auswahl des Modus und der Blendenwerten

Wie ist die Zeitautomatik einzustellen und was ist dabei zu beachten?

Um im Av-Modus zu fotografieren, müssen Sie zunächst das Modusrädchen auf A oder Av stellen. Sobald Sie die Zeitautomatik eingestellt haben, erscheint im Display die aktuelle Blendenzahl, welche Sie nun je nach gewünschter Schärfentiefe weiter öffnen oder schliessen können. Je grösser die Blendenzahl, desto grösser die Schärfentiefe. Mit einem kleinen Blendenwert können Sie den Hintergrund verwischen lassen und den Vordergrund schärfen.

Wenn Sie den Auslöser halb heruntergedrückt haben, startet die Kamera die Belichtungsmessung und zeigt die berechnete Verschlusszeit und gegebenenfalls den passenden ISO-Wert an.

Für die optimale Schärfentiefe Ihres Motivs sollten Sie verschiedene Blendenwerte ausprobieren. Beim Kontrollieren der Aufnahmen sollten Sie beachten, dass die Vorschau auf dem Display eine verkleinerte Version des aufgenommenen Fotos zeigt, wodurch die Schärfe und Bildqualität in der Vorschau vom tatsächlichen Bild abweichen kann. Das tatsächliche Ergebnis kann meist erst auf dem Rechner oder nach dem Entwickeln der Fotos beurteilt werden.

Vergleichsbild mit 2 verschiedenen Blendenwerten

Vergleich – Links im Av Mode mit F 1.8 und rechts im Av Mode mit F 22

Was sind mögliche Fehler und wie können diese behoben werden?

Häufige Fehler bei der Zeitautomatik sind Über- oder Unterbelichtung der Aufnahmen durch eine zu weit geschlossene oder geöffnete Blende. Beim Blick durch den Sucher der Kamera ist der Bildeffekt, der durch die vorgenommenen Einstellungen erzielt wird, meist nicht sichtbar. So können Sie anhand des Suchers die später entstehende Schärfentiefe oder eventuelle Belichtungsfehler leider nicht abschätzen und das Motiv wirkt durch den Sucher meist heller als es mit der eingestellten Blendenzahl sein sollte. Einige Spiegelreflexkameras verfügen über eine Abblendtaste, die der Kontrolle der Schärfentiefe beim eingestellten Blendenwert dient. Durch Betätigen der Taste beim Blick durch den Sucher wird auf den eingestellten Wert abgeblendet und die Kontrolle der Schärfentiefe und die kreative Gestaltung des Bildes erleichtert.

Da der A/Av-Modus die Belichtungszeit automatisch berechnet, werden Warnungen angezeigt, sobald die erforderliche Anpassung die technischen Kapazitäten der Kamera übersteigt. Beginnt die Verschlusszeit neben der eingestellten Blende rot zu blinken, sollten Sie die Blende oder wenn möglich den ISO-Wert verändern, da das Foto andernfalls über- oder unterbelichtet werden könnte. Ist die Blende zu weit geöffnet, blinkt die kürzeste Verschlusszeit und warnt vor einer Überbelichtung des Bildes. Wenn die längste Verschlusszeit blinkt, ist der Blendenwert zu gering und das Bild wird unterbelichtet. Falls möglich können Sie dies mit einem höheren ISO-Wert ausgleichen oder indem Sie die Blende weiter öffnen.

Des Weiteren ist zu beachten, dass die Zeitautomatik oder auch Blendenpriorität sich nur auf den Blendenwert, die Verschlusszeit und je nach Kameratyp auf den ISO-Wert bezieht. Bevor Sie im A/Av-Modus fotografieren, sollten Sie daher auch andere Einstellungen wie die Belichtungskorrektur und die Bildqualität kontrollieren und gegebenenfalls an die Aufnahmebedingungen anpassen.

Fazit

Die Zeitautomatik oder auch Blendenpriorität ist ein kreativer Modus, bei welchem die Blende als Hauptgestaltungsmittel zum Einsatz kommt. Mit dem gezielten Einfluss auf die Schärfentiefe des Fotos kann der Fotograf eine bestimmte Bildwirkung erzielen. So kann etwa ein Portrait vor unruhigem Hintergrund wie einer belebten Strasse scharf hervorgehoben werden. Auch für schöne Makroaufnahmen, beispielsweise von Pflanzen, Insekten oder kleinen Objekten mit verschwommenem Hintergrund eignet sich der A/Av-Modus hervorragend. Durch die automatische Anpassung der Belichtungszeit kann auch bei sich ändernden Aufnahmebedingungen die gewünschte Tiefenschärfe erzielt werden, während dennoch ausreichend Spielraum für verschiedene Einstellungsmöglichkeiten bleibt.

Fashion Fotografie: Mit Nahaufnahmen raffinierte Details wie Schmuck einfangen

Nahaufnahmen – raffinierte Details eindrucksvoll festhalten

Nahaufnahmen spielen in der Modefotografie eine zentrale Rolle. Sei es das Fotografieren von Nähten und Knöpfen oder die Nahaufnahme von raffinierten Details, wie einer Brosche, Fransen oder Schmuck. Wir geben Ihnen fünf wertvolle Tipps, wie sie beim nächsten Foto-Shooting all diese Details gekonnt in Szene setzen können.

5 Tipps für schöne Nahaufnahmen

Motivwahl und Perspektive

Bevor die Kamera und das Licht eingestellt werden, ist die Motivwahl von entscheidender Bedeutung. Damit Details wie Schmuck oder Federn in den späteren Aufnahmen nicht flach und langweilig wirken, spielt die Perspektive eine zentrale Rolle. Um Accessoires ansprechend und aufregend zu fotografieren, sollte der Fotograf mit der Perspektive spielen, einen richtigen Aufnahmewinkel gibt es allerdings nicht. Ob „Vogel-Perspektive“, von unten oder seitlich schräg – probieren Sie mehrere Perspektiven aus. Oftmals reichen schon ein paar Grad Veränderung, um dem Bild mehr Dynamik und Leben zu verleihen.

Neben der Perspektive spielt auch der Bildausschnitt eine wichtige Rolle. Orientieren Sie sich hierbei am sogenannten „goldenen Schnitt“. Dabei wird das Hauptmotiv nicht in der Mitte des Fotos angeordnet, sondern leicht aus der Mitte versetzt. Bei den meisten Kameras lässt sich ein Gitterlinien-Netz einblenden, das bei der Platzierung des Motives hilft. Achten Sie bei der Motivwahl auch auf den Unter- bzw. Hintergrund. Dieser sollte ruhig und ausgewogen wirken, damit das Hauptmotiv im Mittelpunkt steht und gut zur Geltung kommt. So ist es beispielsweise ratsam, eine einfarbige Bluse oder einen ruhigen Untergrund zu wählen, wenn ein verspieltes und buntes Schmuckstück in Szene gesetzt werden soll.

Nahaufnahme eines Reissverschlusses - auf dem linken Bild wirkt der Reissverschluss langweilig, wohingegen der rechte Reissverschluss durch die gewählte Perspektive dynamischer wirkt.Nahaufnahme eines Reissverschlusses - auf dem linken Bild wirkt der Reissverschluss langweilig, wohingegen der rechte Reissverschluss durch die gewählte Perspektive dynamischer wirkt.

Beleuchtung

Neben der Auswahl des Motives und der Perspektive spielen die Lichtverhältnisse eine entscheidende Rolle. Werden die Aufnahmen im Studio aufgenommen, herrschen dort meist perfekte Lichtverhältnisse. Das Set wird mit Hilfe von Spots und Tageslichtlampen gut ausgeleuchtet, so dass jedes Detail gut sichtbar ist. Auch lässt sich dank der verstellbaren Lampen mit Licht- und Schatten optimal arbeiten. Sollte das Shooting allerdings unter freiem Himmel stattfinden, gibt es ein paar Dinge, auf die geachtet werden muss.

Bei der Positionierung des Motives oder des Models sollte darauf geachtet werden, dass es sich nicht im direkten Sonnenlicht befindet. Direktes Sonnenlicht, besonders zur Mittagszeit, wirkt auf Bildern zu hart und lässt unschöne Schatten entstehen. Daher sollte man lieber in den Morgen- oder Nachmittagsstunden fotografieren, wenn das Sonnenlicht weicher ist. Sollte es sich dennoch nicht vermeiden lassen, dann ist es ratsam sich ein schattiges Plätzchen zu suchen. Im Schatten oder auch im Halbschatten wird das Model bzw. das Motiv nicht direkt angestrahlt. Dadurch sind Details später besser sichtbar. Zudem lohnt sich der Einsatz eines Reflektors. Alternativ kann auch ein Stück Pappe mit Silberfolie bespannt werden. Dieser Reflektor wird dann neben das Motiv gehalten, um harte Schatten auszugleichen. Scheint die Sonne beispielswiese von rechts auf das Motiv, sollte der Reflektor von links an das Motiv gehalten werden. Dadurch werden harte Schatten ausgeglichen und das Motiv wirkt harmonischer. Natürlich lassen sich auch gewollte und weiche Schatten mit Hilfe eines solchen Reflektors zaubern – dazu das Sonnenlicht mit dem Reflektor auffangen und an eine gewünschte Stelle im Bild leiten.

Nahaufnahme von High Heels mit verspielter Raffung - Durch die geschickte Beleuchtung wirkt das Bild weicher

Stativ und Fernauslöser

Da Nahaufnahmen meist ein ruhiges Händchen erfordern, ist der Einsatz eines Stativs ratsam. Zu empfehlen ist der Einsatz eines Dreibeinstatives. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit von unschönen Verwacklern. Ebenso ratsam ist der Einsatz des Fernauslösers. Dieser bietet den Vorteil, dass die Kamera in Ruhe auf das Motiv ausgerichtet werden kann und ohne wackeln ein Foto geschossen wird. Gerade wenn der Abstand zum Motiv recht gross ist und der Fotograf nah heran zoomen muss oder das Motiv in Bewegung ist, kann es passieren, dass durch das Betätigen des Auslösers das Bild verwackelt. Der Fernauslöser oder auch Selbstauslöser kann dabei direkt am Gerät eingestellt oder über eine kleine Fernbedienung betätig werden.

Nahaufnahme vom Schmuck und Federn - Mit Hilfe eines Stativs und Fernauslösers verwackeln die Federn auf der Aufnahme nicht im Wind

RAW

Um später die volle Kontrolle über das Bild zu haben und es verlustfrei bearbeiten zu können, sollten die Fotos im RAW-Format aufgenommen werden. Das hat gegenüber dem JPEG-Format den Vorteil, dass die Kamera die Belichtungszeit, Blende und ISO-Werte speichert und alle anderen Einstellungsoptionen wie Kontrast oder Weissabgleich später ohne Verlust der Bildqualität in der Nachbearbeitung angepasst werden können. Im RAW-Format werden die Bilddaten quasi so gespeichert, wie sie der Bildsensor liefert. Auch sind die Helligkeitsstufen in diesem Format deutlich besser, wodurch die Übergänge zwischen weiss und schwarz feiner abgestuft sind.

Schärfentiefe und Fokussierung

Besonders charakteristisch für eine gelungene Nahaufnahme ist die Schärfentiefe. Dabei ist der Hintergrund unscharf und das Hauptmotiv mit all seinen Details sehr gut erkennbar. Um diesen Effekt zu erzielen, sollte der automatische Fokus deaktiviert und der manuelle Modus gewählt werden. Mit Hilfe des manuellen Fokus kann die gewünschte Fokusstelle selbst gewählt werden, zudem lässt dieser Modus mehr Spielraum mit der Schärfe zu. Während man die verschiedenen Schärfenebenen durchgeht, lässt sich gut erkennen, wie sich die Wirkung des Bildes verändert. Um den Effekt zu verstärken und das Motiv richtig freizustellen ist neben dem Fokus auch die Blendenzahl von Bedeutung. Für Nahaufnahmen von raffinerten Details ist eine niedrige Blendenzahl von f/2.8 bis f/4 zu empfehlen. Dadurch wirkt der Hintergrund noch verschwommener und das anfokussierte Hauptmotiv scharf.

Veranschaulichung der Schärfentiefe am Beispiel einer Mohnblume

Schärfentiefe

So erzeugen Sie mehr Tiefenwirkung

Die Schärfentiefe und das kreative Spiel mit dem Vorder- oder Hintergründigem ist ein wesentliches Gestaltungsmittel in der Fotografie. Wir zeigen Ihnen, welche Faktoren die Schärfentiefe beziehungsweise Tiefenschärfe beeinflussen und wie Sie diese nutzen können.

Umgangssprachlich hat sich der Begriff Tiefenschärfe gegen die Schärfentiefe durchgesetzt, sprachwissenschaftlich haben sie dieselbe Bedeutung. In der Fachliteratur wird meist der 1970 genormte Begriff Schärfentiefe benutzt. Dieser gibt an, in welchem Entfernungsbereich ein Objekt als scharf in der Kameraoptik erscheint. Auf dem Bild oben ist sehr gut zu erkennen, das nur ein kleiner Bereich, nämlich die Blüte der Mohnblume, wirklich scharf erkennbar ist, während sowohl der Vorder- als auch der Hintergrund unscharf verschwimmt.

Für Detail- oder Porträtaufnahmen wird die Schärfentiefe vor allem als Mittel eingesetzt, um den Betrachter auf das Hauptmotiv zu konzentrieren anstatt ihn mit zu vielen Details im Hintergrund davon abzulenken. Bei Landschaftsaufnahmen dagegen soll möglichst das komplette Bild scharf abgelichtet werden. Die Schärfentiefe ist dabei von der Entfernung und dem Aufnahmeformat abhängig, noch mehr jedoch von der Blende und der Brennweite.

Das Aufnahmeformat

Das Format ist durch Ihre Kamera vorgegeben. Hier beeinflusst die Grösse des Sensors beziehungsweise des Films die Brennweite und somit auch die Schärfentiefe. Smartphones und kleine Consumer-Kameras haben bautechnisch meist noch kleinere Sensoren als das Kleinbildformat. Profis greifen deshalb lieber auf Mittel- oder gar Grossformatkameras zurück.

Die Brennweite

Je grosser die Brennweite eines Objektivs ist, desto geringer ist seine Schärfentiefe und umgekehrt. Ein Weitwinkelobjektiv bietet demnach mehr Schärfe im gesamten Bild als ein Telezoom oder das für Porträts gern genommene 85-Millimeter-Objektiv.

Die Entfernung

Vergrössern Sie den Abstand zu Ihrem Motiv, wird der Schärfebereich grösser. Je näher Sie an Ihr Motiv heranrücken, desto geringer fällt die Schärfentiefe aus. Benutzen Sie eine Kompaktkamera mit Porträt- oder Makromodus, so können Sie diese nutzen, um mehr Unschärfe zu erzeugen.

Beispiel zur Schärfentiefe mit Tassen von ifolor

Beispiel: Das Hauptmotiv liegt fünf Meter vor der Kamera und die Blende bleibt gleich bei f5.6, so ist der Schärfentiefebereich mit einer Brennweite von 105 Millimeter nur wenige Zentimeter lang. Mit einer Brennweite von 28 Millimeter hingegen ist der als scharf erkennbare Bereich schon eher zwischen einem Meter vor und zwei Metern hinter dem fokussiertem Motiv.

Die Blende

Je weiter man die Blende schliesst, desto grösser wird die Schärfentiefe. Dabei nimmt gleichzeitig auch die Gesamtschärfe zu. Oberhalb einer bestimmten Blende, die von Objektiv zu Objektiv unterschiedlich ist, nimmt die Gesamtschärfe jedoch wieder ab, während die Schärfentiefe weiterhin zunimmt. Also: Je grösser die Blendenzahl (kleinere Blendenöffnung), umso grösser die Schärfentiefe.

Da die Lichtmenge, die auf den Sensor/Film trifft, abnimmt, wenn man die Blende schliesst wird, müssen Sie gegebenenfalls die Belichtungszeit erhöhen. Mit steigender Belichtungszeit empfiehlt es sich wiederum, ein Stativ hinzuzunehmen.

Illustration zur Schärfentiefe

Der Fokus

Was Sie im Bild fokussieren, also scharf stellen, hat zwar nur einen Einfluss auf die Schärfentiefe, wenn Sie zwischen einem naheliegendem und einem entfernten Objekt wechseln, doch auch das manuelle Fokussieren hat bereits Einfluss auf Ihre Bildgestaltung.

Die Abblendtaste als Hilfe

Um die Schärfentiefe schon beim Fokussieren richtig beurteilen zu können, haben viele Kameras eine Abblendtaste, da die Schärfentiefe sonst meist nicht korrekt im Sucher oder auf dem Display dargestellt wird. Fehlt Ihnen diese Option, können Sie einfach anhand von Fotoproben die Schärfentiefe kontrollieren.

Hyperfokale Distanz

Einfach ausgedrückt ist das die Distanz, ab der bei einer bestimmten Brennweite und Blende alles Dahinterliegende unendlich scharf festgehalten wird. Diese hyperfokale Entfernung wird oft im Genre der Landschaftsfotografie beachtet, wo dann, selbst wenn das Licht eigentlich ausreichen würde, hauptsächlich mit Stativ gearbeitet wird, um die Blende völlig unabhängig von der Belichtungszeit steuern zu können.

Schärfentiefe mit dem Handy

Auch mit Handyfotos, denen es aufgrund der kleinen Sensoren und Objektiven an Schärfentiefe mangelt, können Sie den Effekt erzielen. Hier hilft es zum einen, sehr nah an das Hauptmotiv heranzugehen und manuell auf dieses zu fokussieren oder die fehlende Räumlichkeit beziehungsweise Tiefenwirkung nachträglich hinzuzufügen. Viele Apps, wie zum Beispiel „BigLens“ für iOS oder „AfterFokus Pro“ für Android, bieten die Möglichkeit, Bilder nachträglich mit Unschärfe zu versehen.

Bildschärfe

In der Fotografie bezeichnet die Schärfe die Unterscheidbarkeit von Details in einem Bild. Oft wird die Qualität von Fotos an der Bildschärfe gemessen und ist eines der wichtigsten Ziele bei der technischen Umsetzung des Fotografierens. Man unterscheidet in die technische Bildschärfe und das subjektive Schärfeempfinden des Betrachters. Auf Letzteres wird meistens besonders viel Wert gelegt, da der Schärfeeindruck die künstlerische Aussage des Bildes transportiert. Einflussfaktoren wie Aufnahmebedingungen, Aufnahmetechnik und Motiv spielen hierbei eine entscheidende Rolle, aber auch durch Anwendung von Bildoptimierungsmassnahmen kann die Bildschärfe nachträglich verbessert werden. Ein fototechnisch scharf aufgenommenes Bild ist dennoch immer besser als eine nachträgliche digitale Schärfung.

Wesentlich für das subjektive Schärfeempfinden ist die Kantenschärfe. Kanten im Foto wirken besonders scharf, wenn sie einen starken Helligkeits- oder Farbunterschied aufweisen. Ein Bild ohne klare Strukturen und Kanten wird vom Betrachter als unscharf wahrgenommen. Neben der Helligkeit eines Bildes spielt auch die Farbtemperatur, oder auch der Weissabgleich, eine Rolle. Die Farbtemperatur setzt sich aus den verschiedenen Wellenlängen des Lichts zusammen und wird somit durch die Lichtquelle und die Farben aller umgebenden Flächen beeinflusst. So wird etwa ein Portrait vor einer roten Wand eine Rotfärbung bekommen. Die unterschiedlich lichtabsorbierenden und reflektierenden Oberflächen, die das Objekt umgeben, sorgen für die Intensität der Farbtemperatur und den Kontrast im Bild. Durch Bildoptimierung kann man hier auch nachträglich Anpassungen vornehmen.

Die Bildauflösung trägt ebenfalls zum Schärfeempfinden bei und hängt stark von der verfügbaren Aufnahmetechnik und der Qualität des Objektivs ab. Nur wenn der Sensor vom Objektiv viele Detailinformationen erhält, kann er diese auch wiedergeben. Andernfalls erhält man eine Datei mit hoher Auflösung, aber wenigen Details und somit einen geringen Schärfeeindruck. Hochwertige Objektive können in Verbindung mit hochwertigen Kameras eine hohe Abbildungsleistung erzielen. Diese wird in der Regel anhand der Anzahl von Linien, die ein Objektiv darstellen kann, überprüft.

Die eingestellte ISO-Zahl für die Belichtungszeit beeinflusst ebenfalls die Auflösung und somit auch die wahrgenommene Schärfe. Hohe ISO-Werte sorgen für eine Überlagerung der Bilddetails durch Bildrauschen und reduzieren die Auflösung. Auch die Schärfentiefe und Bewegungsunschärfe können durch die Belichtungszeit beeinflusst werden.

Durch Tiefenschärfe wird dem Betrachter ein räumlicher Eindruck des Motivs vermittelt. Wichtige Einflussfaktoren sind hier zum Beispiel die Brennweite und die Entfernung. Durch grössere Brennweiten und geringere Entfernung zum Aufnahmeobjekt nimmt die Tiefenschärfe ab.

Durch Bewegung des zu fotografierenden Objektes kommt es zu einer Unschärfe im Bild. Wenn sich diese nicht durch fehlerhafte Fokussierung, Blendeneinstellung oder sonstige Bedienungs- und Einstellungsfehler des Fotografen ergibt, wird sie auch als Bewegungsunschärfe bezeichnet. Sie entsteht durch eine wahrnehmbare Bewegung des Motivs während der Belichtungszeit. Oft ist die Bewegungsunschärfe im Bild unerwünscht, da sie meist durch ungewolltes Verwackeln entsteht, wodurch das gesamte Bild unscharf wird. Um Dynamik im Bild zu erzeugen oder der Aufnahme eine bestimmte Wirkung zu verleihen, wird die Bewegungsunschärfe zum Bespiel in der Sportfotografie teilweise auch gezielt verwendet.