Beiträge

Swissair Flugzeug beim Start

Planespotting – Flugzeuge richtig fotografieren

Hinter dem Begriff Planespotting steckt die Faszination, die Riesen der Lüfte in beeindruckenden Aufnahmen festzuhalten. Ähnlich wie bei der Sportfotografie liegt die Herausforderung des Planespottings darin, die rasanten Flugzeuge in der Bewegung zu fotografieren. Damit das gelingt, gilt es allerdings einige Dinge zu befolgen.

Wir verraten Ihnen, was Sie beim Fotografieren von Flugzeugen beachten sollten, welches Wetter und welche Kameraeinstelllungen empfehlenswert sind und mit Hilfe welcher Apps Sie Flugzeuge in Ihrer Umgebung finden.

Empfehlenswerte Kameraausstattung zum Fotografieren von Flugzeugen

Zum Planespotten sollten Sie eine Systemkamera (DSLRs oder DSLM) und ein Objektiv mit hoher Brennweite einsetzen. In einigen Fällen können auch Bridgekameras taugen. Dazu müssen diese jedoch eine besonders gute Zoomeigenschaft besitzen. Kameras mit APS-C Sensor eignen sich aufgrund des kleineren Bildausschnitts besonders gut zum Planespotten. Im direkten Vergleich zu Kameras mit Vollformatsensor werden die Flugzeuge beim APS-C Sensor nämlich grösser dargestellt.

Um die Verwendung von Tele-Objektiven werden Sie beim Planespotting nicht umhinkommen. Die Flugzeuge sind meist weit entfernt und es kann sich nur begrenzt angenähert werden. Objektive mit einem Brennweitenbereich von 55 – 250 mm bieten bereits einen guten Einstieg. Vorteilhaft ist es ausserdem, wenn Ihr Objektiv über einen verbauten Bildstabilisator verfügt. Bei der Fotografie in höheren Brennweitenbereichen kommt es nämlich bereits bei geringem Verwackeln zu Unschärfe.

Planespotterin fotografiert startendes Flugzeug

Vorbereitung – Flughafen scouten

Flughäfen bieten unterschiedliche Möglichkeiten zum Planespotting. Einige verfügen über eigene Bereiche für Flugzeugbegeisterte und Planespotter, an anderen gibt es vielleicht einen Hügel neben dem Flughafengelände, von dem aus Sie einen besonders guten Blick auf Ihr Motiv haben. Planen Sie das Planespotting an einem bestimmten Flughafen, so lohnt es, wenn Sie sich rechtzeitig über die Gegebenheiten vor Ort informieren. Anlaufstellen können der Flughafen selbst oder einschlägige Planespotter-Foren sein, wo Fotografen Tipps und Informationen untereinander austauschen. Einige Flughäfen bieten sogar spezielle Planespotter-Touren auf dem Flughafengelände an, bei dem die Fotografen an besonders gute Spots gebracht werden.

Besondere Sorgfalt ist beim Planespotting ausserhalb von Europa geboten. In einigen Ländern stellt das Planespotting am Flughafen eine Straftat dar. Informieren Sie sich daher rechtzeitig, ob Planespotting am Ort Ihrer Wahl überhaupt erlaubt ist.

Optimale Wetterbedingungen beim Planespotting

Wechselnde Wetterbedingungen bringen Abwechslung in Ihre Fotos. Egal ob strahlender Sonnenschein mit blauem Himmel, bewölkte Wetterstimmung oder sogar regnerisches Wetter – beeindruckende Flugzeugfotos lassen sich nahezu bei jedem Wetter machen. Einzige Ausnahme bilden dichte Nebeldecken, die den Blick auf das Flugzeug versperren.

Nutzen Sie das Wetter zu Ihrem Vorteil und bauen Sie es in Ihre Aufnahmen ein. Bei Regen entstehen zum Teil Reflektionen am Flugzeug oder der Fahrbahn, die sich schön in das Bild einbringen lassen. Vom Flugzeug abperlende Gischt verleiht Ihren Bildern noch mehr Realismus. Ihre Kamera sollten Sie nichtsdestotrotz vor äusseren Wettereinflüssen schützen. Trotz Spritzwasserschutz können bei längerem Regen andernfalls Schäden an der Kamera entstehen.

Vermeiden Sie es ausserdem, Flugzeuge bei starker Mittagssonne zu fotografieren. Somit ist das Flugzeug gleichmässiger ausgeleuchtet und Sie verhindern, dass am Flugzeug harte Schatten entstehen. Achten Sie generell darauf, dass Sie nicht entgegen dem Sonnenlicht fotografieren.

Flugzeug im Landeanflug

Das Flugzeug erscheint auf dem Bild wie in Stillstand versetzt, da selbst die Rotoren nahezu komplett scharf abgebildet sind. So ein Ergebnis kann nur mit einer sehr kurzen Belichtungszeit erreicht werden. Der wolkige Hintergrund verschafft dem Bild ausserdem mehr Tiefe.

Kameraeinstellungen beim Fotografieren von Flugzeugen

Sowohl Anfänger als auch Profis schätzen beim Planespotting den Komfort der Blenden- und Zeitautomatik. Bei der Blendenautomatik (S-, bzw. TV-Modus) wählen Sie einen Wert für die Belichtungszeit. Die geeignete Blende wird daraufhin, in Abhängigkeit des verwendeten ISO-Werts, automatisch von der Kamera gewählt. Bei der Zeitautomatik verhält es sich analog. Sie wählen hierbei einen Wert für die Blende und die Belichtungszeit wird daraufhin automatisch bestimmt.

Sie sollten auf den speziell für bewegte Motive vorgesehenen Fokus Ihrer Kamera zurückgreifen. Dieser heisst bei Kameras des Herstellers Canon «AI Servo», wohingegen Nikon die Bezeichnung «AF-C» führt. Je nach Hersteller kann die Fokusbezeichnung variieren.

Denken Sie bei der Wahl der Belichtungszeit stets daran, dass Flugzeuge zum Zeitpunkt des Starts und der Landung immer noch zwischen 200 – 300 km/h schnell sind. Beim Planespotting bieten sich Ihnen grundsätzlich zwei Vorgehensweisen, auf welche Art Sie die Flugzeuge darstellen können.

Sie möchten das Flugzeug samt Umgebung möglichst scharf abbilden und Unschärfeeffekten um jeden Preis vorbeugen? Dann sollten Sie eine kurze Belichtungszeit, etwa um den Wert von einer 1/1000 s wählen. Die kurze Belichtungszeit führt, je nach Geschwindigkeit des Flugzeugs, dazu, dass Ihr Motiv samt Umgebung regelrecht eingefroren wird. Die Wahl einer sehr kurzen Belichtungszeit ist aufgrund äusserer Wettereinflüsse jedoch nicht immer möglich. Ist nicht genügend Licht vorhanden, müssen Sie für das Aufrechterhalten der kurzen Belichtungszeit Abstriche bei ISO- oder Blendenwert machen. Ausserdem verlieren Ihre Bilder dadurch schnell an Dynamik.

Alternativ können Sie die Bewegung der Flugzeuge in der Aufnahme festhalten. Die Flugzeuge werden hierbei zwar scharf dargestellt, der Vorder- und Hintergrund weisen jedoch Unschärfeeffekte auf. Als Richtwert wählen Sie hierzu Belichtungszeiten um eine 1/100s. Setzen Sie den Fokuspunkt auf einen bestimmten Bereich des Flugzeugs, etwa den Flugzeugrumpf, und verfolgen Sie das Flugzeug mit halb gedrückt gehaltenem Auslöser in seiner Bewegung. Konzentrieren Sie sich auf die Bewegung des Flugzeugs und achten Sie darauf, dass der automatische Fokus stets auf dem gewünschten Bereich liegt. Drücken Sie den Auslöser komplett durch, um das Foto aufzunehmen. Diese Technik wird auch als «Mitziehen» bezeichnet und wird häufig in der Sportfotografie angewandt.

Lufthansa Airbus A320 bei der Landung

Das Flugzeug erscheint auf dem Bild scharf, während Vorder- und Hintergrund verschwommen dargestellt sind. Das Bild vermittelt dem Betrachter dadurch ein Gefühl davon, wie schnell das Flugzeug bei der Landung gewesen sein muss.

Ebenso wichtig wie die Wahl einer geeigneten Belichtungszeit ist das Bestimmen des Blendenwerts. Wählen Sie eine offene Blende, so verfügt Ihr Bild nur über eine begrenzte Tiefenschärfe und das Flugzeug wird nur über kleine Bereiche scharf dargestellt. Eine weit geschlossene Blende gibt dem Bild mehr Tiefe und stellt das Flugzeug über grössere Bereiche scharf dar. Jedoch benötigt die Kamera dann sehr viel mehr Licht bzw. eine längere Belichtungszeit. Genau das ist jedoch beim Planespotting aufgrund der hohen Geschwindigkeiten problematisch.

Apps für’s Aufspüren von Flugzeugen

Planung spielt beim Planespotting eine wichtige Rolle. Dies gilt vor allem für all diejenigen, die ein besonders seltenes Flugzeug ablichten wollen. «Plane Tracking» Apps eignen sich besonders gut, um einen Überblick über den Flugverkehr zu bekommen. Dabei können Sie die Flüge in Ihrer Umgebung, aber auch auf mehreren Kontinenten verfolgen und hilfreiche Details zu Flugzeugtyp, Flugdauer oder Flugziel einholen.

Die App «Plane Finder» schneidet sowohl im iOS App Store, als auch in Androids Google Play Store mit durchschnittlich sehr guten Bewertungen ab und bietet viele nützliche Funktionen. Auf beiden Plattformen liegt die App jeweils in einer kostenlosen («Lite») Version und einer kostenpflichtigen, um einige Funktionen erweiterten, Version vor. Die erweiterte Version verfügt unter anderem über einen Augmented Reality Modus, bei dem Flugzeuge am Himmel mit Hilfe der Kamera bestimmt werden. Ausserdem lassen sich noch mehr Informationen zu einzelnen Flügen einsehen.

Neben der «Plane Finder» App gibt es aber auch noch eine zahlreiche Menge an anderen Apps, die ähnliche Funktionen besitzen und einen Test wert sind.

Fazit

Das Planespotting überrascht mit vielen eindrucksvollen Möglichkeiten, wie Flugzeuge dargestellt werden können. Mit Hilfe von Teleobjektiven mit hohen Brennweitewerten und verschiedenen Aufnahmetechniken, gelingt es auch weniger erfahrenen Fotografen, spannende Fotos zu erzeugen. Mindestens genauso wichtig wie die richtige Durchführung ist eine umfassende Planung. Die Planung lässt sich mit der richtigen Smartphone App immens erleichtern und offenbart Planespottern viele hilfreiche Details des Flugverkehrs, wie Flugzeugtyp, Flugstrecke oder die Destination des Flugs.

 

Fotoequipment und Zubehör

Nützliches Objektiv-Zubehör für gelungene Fotos

 

Nicht jedes Objektiv ist für jedes Fotomotiv optimal geeignet und jeder Hersteller produziert für seine Kameras spezielle Modelle, die meist nicht mit Kameras anderer Marken kompatibel sind. Da die Anschaffung eines hochwertigen Objektivs obendrein noch sehr kostspielig werden kann, überlegen die meisten Hobby-Fotografen genau, welches Objektiv sich für ihre Zwecke am besten eignet. Mit ein paar nützlichen Zusatzprodukten können Sie die Einsatzmöglichkeiten Ihrer Objektive erweitern und an Ihr Fotomotiv anpassen. Wir zeigen Ihnen, was sich hinter Objektivadaptern, Konvertern und Zwischenringen verbirgt und wie Sie Ihr Objektiv am besten schützen.

Objektivadapter für systemübergreifende Verwendung der Objektive

Beim Neukauf einer Spiegelreflexkamera stehen viele Fotografen vor dem Problem, sich entweder ein Modell der bisher verwendeten Marke zuzulegen oder neues Equipment für eine neue Kamera eines anderen Herstellers zu kaufen. Einige Hersteller verwenden sogar verschiedene Bajonettanschlüsse für ihre unterschiedlichen Kamerasysteme, um den Objektivwechsel zu erleichtern oder Automatikfunktionen zu ermöglichen.

Objektivadapter, die zwischen Kameragehäuse und Objektiv geschraubt werden, bieten die Lösung, wenn Sie eine Kamera mit einem Objektiv einer fremden Marke oder eines anderen Kamerasystems kombinieren möchten. So können Objektive systemübergreifend verwendet werden und müssen nicht bei jedem Kamerawechsel neu gekauft werden.

Es gibt verschiedene Objektivadapter für unterschiedliche Kamera-Objektiv-Kombinationen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass Automatikfunktionen mit dem Adapter nicht mehr oder nur noch eingeschränkt verfügbar sind. Je ähnlicher sich die Anschlüsse von Kamera und Objektiv sind, desto geringer fallen auch die Einschränkungen der Automatikfunktionen aus. Bei Kamerasystemen, die grundsätzlich bestimmte Parameter automatisch einstellen, sind Objektivadapter teilweise nur sehr eingeschränkt nutzbar, wenn Sie die Automatikfunktionen beeinträchtigen.

Zwischenringe für Nah- oder Makroaufnahmen

Über den Auszug eines Objektivs kann die Entfernung zwischen Objektiv und Bildebene für eine bessere Schärfentiefe an das Motiv angepasst werden. Insbesondere bei Makroaufnahmen mit geringem Abstand zum Objekt muss der Abstand zwischen Linse und Bildfläche entsprechend gross sein, damit eine scharfe Aufnahme entsteht. Dieser veränderbare Abstand ist aus technischen Gründen jedoch begrenzt. Mit Hilfe von Zwischenringen können Sie den Einstellbereich des Auszugs verlagern und bessere Nah- oder Makroaufnahmen machen.

Dabei ist zwischen einfachen manuellen Zwischenringen und Automatik-Zwischenringen zu unterscheiden. Ähnlich wie bei den Objektivadaptern bereits beschrieben, erfordern die Zusatzfunktionen vieler Objektive bestimmte Koppelelemente. Automatik-Zwischenringe leiten die Automatikfunktionen zwischen Objektiv und Kameragehäuse weiter und sind daher teurer als einfache Zwischenringe, aber sehr zu empfehlen, um wichtige Automatikfunktionen nutzen zu können. Bei der Verwendung von manuellen Zwischenringen stehen diese nicht zur Verfügung, da das Koppelelement fehlt.

Je nach Hersteller gibt es für digitale oder auch analoge Spiegelreflexkameras einzelne Zwischenringe in verschiedenen Längen und ganze Sets, die auch kombiniert verwendet werden können. Zwischenringe haben ein matt schwarz gefärbtes Inneres und mindestens eine Ringblende, um Streulicht zu reduzieren. Die Verwendung von mehr als drei Zwischenringen sollten Sie dennoch vermeiden, da somit mehr Streulicht entsteht und die Qualität des Bildes beeinträchtigt.

Objektiv wird auf Kamera geschraubt

Konverter und Objektivvorsätze zur Veränderung der Brennweite

Objektivkonverter werden wie Zwischenringe zwischen Kameragehäuse und Objektiv geschraubt und verlängern oder verkürzen dessen Brennweite.

Während ein Telekonverter die Brennweite verlängert und somit ein normales Objektiv zu einem leichten Teleobjektiv – ideal für Portraits – macht, verkürzt der Weitwinkelkonverter die Brennweite und erlaubt beeindruckende Landschaftsaufnahmen. Speziell für die Leistungsverbesserung von Weitwinkelobjektiven im Nahbereich bieten manche Hersteller auch Makro-Konverter an. Diese sind dann allerdings auf bestimmte Objektivmodelle ausgelegt und selten mit anderen kompatibel.

Während für die Nutzung von Konvertern immer erst das Objektiv abgeschraubt werden muss, können Objektivvorsätze direkt davor angebracht werden. Je nach Hersteller werden Vorsätze auf das Objektiv aufgesetzt oder in das Filtergewinde eingeschraubt. Zur Verkürzung der Brennweite und Erweiterung des Bildwinkels gibt es beispielsweise spezielle Weitwinkel- und Fisheyevorsätze.

Taschen und Deckel zum Schutz der Objektive

Zum Schutz teurer Objektive und zur sicheren Aufbewahrung von empfindlichem Zubehör gibt es Köcher und Taschen für jegliche Objektivgrössen. Diese sind oft aus Neoprenstoff oder anderen weichen und fusselfreien Textilien, die das Equipment vor Kratzschäden und Stössen schützen.

Auf der Suche nach einem tollen Motiv beim Wanderausflug oder Städtetrip muss die Kamera natürlich immer griffbereit sein, um sie oder das Objektiv nicht für jedes Foto erst aus der Kameratasche holen zu müssen. Praktische Kameragurte, Clipsysteme und ähnliches erleichtern das Tragen der Kamera, damit Sie sie unterwegs schnell zur Hand haben.

Um das Objektiv auch unterwegs vor Kratzern, Staub und Ähnlichem zu schützen, sollten Sie auf einen passenden Deckel nicht verzichten. Diese gibt es preiswert in unterschiedlichen Ausführungen. Da diese beim Abnehmen oder Aufstecken jedoch schnell herunterfallen oder verloren gehen, sollten Sie den Objektivdeckel mit einem Band an der Kamera befestigen. Für die sichere Aufbewahrung des Deckels während des Fotografierens gibt es auch spezielle Halterungen, die der Fotograf ähnlich wie einen Schultergurt tragen kann. Dort kann der Deckel in ein passendes Gegenstück eingeklickt werden, so lange er nicht benötigt wird.

Tasche mit Kamera und Fotoequipment

Fazit

Bei der grossen Vielfalt an Zubehör für Objektive sollten Sie vor allem die für Ihre Zwecke am nützlichsten Produkte wählen. Wenn Sie am liebsten ein universell einsetzbares Objektiv verwenden oder Objektive verschiedener Hersteller oder Serien besitzen, finden Sie bei entsprechenden Adaptern, Konvertern oder Zwischenringen für jeden Nutzen die passende Ergänzung und preiswerte Alternative zu einem Spezialobjektiv. Schützen Sie Ihr Equipment mit entsprechenden Taschen und Schutzhüllen, damit es Ihnen lange erhalten bleibt.

Digitalkamera mit zwei zusätzlichen Objektiven

Welche Objektivtypen gibt es? – Unterschiede, Hersteller und Kaufkriterien

Das Objektiv ist, neben der Kamera selbst, eines der wichtigsten Werkzeuge eines Fotografen. Die Auswahl des geeigneten Objektivs ist bei der Fülle an Varianten und Herstellern am Markt nicht immer einfach.

Mit diesem Artikel geben wir einen Überblick über die verschiedenen Objektivarten und die wichtigsten Hersteller. Weiterhin werden Kriterien angeführt, die Sie bei der Entscheidung für ein Objektiv beachten sollten.

Objektiv-Typen und ihre Unterscheidungskriterien

Generell lassen sich Objektive anhand ihrer Brennweite und Lichtstärke unterscheiden. Je nach Ausprägung dieser Parameter definieren sich auch die Einsatzgebiete der verschiedenen Objektiv-Typen. Im Folgenden werden die Objektivtypen und deren Unterschiede detaillierter erklärt.

Ausführliche grundlegende Informationen zur Brennweite und Lichtstärke finden Sie im Artikel: «Worauf muss man beim Objektivkauf achten».

Festbrennweiten- vs. Zoomobjektive

Festbrennweitenobjektive sind Objektive mit einer bestimmten Brennweite und ohne Zoommöglichkeit. Diese Objektive sind klein und kompakt. Dadurch haben sie ein geringes Gewicht im Vergleich zu anderen Objektivtypen und sind vergleichsweise günstig in der Anschaffung (ab ca. 110 CHF). Der grosse Vorteil von Festbrennweitenobjektiven ist die grosse Lichtstärke und die damit verbundene bessere Abbildungsqualität im Vergleich zum Zoomobjektiv. Ein Nachteil ist, dass man durch die feste Brennweite auf einen bestimmten Bildausschnitt festgelegt ist. Eine Veränderung des Ausschnitts ist nur durch die Verlagerung des Standortes des Fotografen möglich. Aufgrund der geringen Schärfentiefe sind Festbrennweitenobjektive unter anderem für die Portraitfotografie geeignet.

Das Zoomobjektiv mit seinem einstellbaren Brennweitenbereich ist dagegen ein echter Allrounder. Der Fotograf hat ein Objektiv für verschiedenste Situationen, die unterschiedliche Brennweiten erfordern (Portraitfoto vs. Landschaftsfoto) und dadurch einen grossen Gestaltungsspielraum. Für die höhere Flexibilität müssen Abzüge in der Abbildungsqualität im Vergleich zur Festbrennweite in Kauf genommen werden. Zoomobjektive sind z.B. weniger lichtstark als Festbrennweiten. Auch nimmt die Lichtstärke des Zoomobjektivs ab, je weiter die Brennweite in den Tele-Bereich verlagert wird. Besonders praktisch ist das Zoomobjektiv auf Reisen, da sich der Umfang des Fotogepäcks durch Wegfall von nicht extra benötigten Tele- und Weitwinkelobjektiven deutlich reduziert.

verschiedene Kamera-Objektive in einer Zusammenstellung

Die Spezialisten: Teleobjektiv, Weitwinkelobjektiv, Makroobjektiv

Neben der Einteilung in Festbrennweiten- oder Zoomobjektiv gibt es Objektive, die sich in ihren Eigenschaften von einem Standardobjektiv unterscheiden.

Teleobjektive haben eine grosse Brennweite (erhältlich im Brennweiten von 70 mm bis über 1000 mm). Sie sind sowohl als Festbrennweiten- als auch als Zoomobjektive erhältlich und dienen der Vergrösserung von weiter entfernten Objekten. Sie erzeugen eine geringere räumliche Tiefe als z.B. Weitwinkelobjektive, wodurch das Gefühl einer geringeren Entfernung zum Objekt entsteht und das Bild sich verdichtet. Zum Fotografieren mit einem Teleobjektiv ist auf Grund ihres hohen Gewichts meist ein Stativ notwendig. Zum Einsatz kommen diese Objektive z.B. in der Sport- und Tierfotografie.

Weitwinkelobjektive besitzen Brennweiten unter 50 mm und bieten bei gleichem Bildabstand einen grösseren Bildausschnitt als Standardobjektive. Sie werden zumeist als Zoomobjektiv angeboten und decken in verschiedenen Varianten einen Brennweitenbereich von 10 – 35 mm ab. Weitwinkelobjektive erzeugen bei gleichem Bildausschnitt mehr Tiefe als ein Teleobjektiv, wodurch Abstände zwischen einzelnen Objekten auf dem Bild besser herausgestellt werden können. Je geringer die Brennweite des Objektivs, desto stärker tritt der Effekt der Vignettierung (Verdunklung der Seitenränder) auf. Eingesetzt werden Weitwinkelobjektive unter anderem in der Landschaft- und Architekturfotografie.

Makroobjektive sind optimiert auf die Fotografie im Nahdistanzbereich und bilden die fotografierten Objekte im Abbildungsmassstab 1:2 oder 1:1 ab. Sie sind sowohl als Festbrennweiten- als auch als Zoomobjektiv in Brennweiten zwischen 40 – 200 mm erhältlich. Im Vergleich zum Standardobjektiv zeichnen sie sich durch eine geringere Naheinstellgrenze aus. Nachteile sind ihr hoher Preis und das relativ hohe Gewicht. Makroobjektive finden Einsatz in der Detailfotografie und bei Kleintieraufnahmen.

Der Panorama-Spezialist: Fischaugenobjektiv

Das Fischaugenobjektiv ist ein spezielles Objektiv aus dem Superweitwinkelbereich. Mit diesem können Sie Bildwinkel von bis zu 180° erreichen. Es biegt gerade Linie ausserhalb des Bildmittelpunktes nach aussen, wodurch ein rundliches Abbild entsteht. Es treten Effekte wie tonnenförmige Verzeichnung, Tiefendehnung und Deformation auf, die die Anwendung eines Fischaugenobjektivs vor allem im Bereich der Panoramafotografie reizvoll machen.

Meerblick vom Strand aufgenommen mit einem Fischaugenobjektiv

Objektiv-Hersteller

Bei der Auswahl eines Objektivs steht auch die Entscheidung für einen Hersteller an. Prinzipiell bieten die bekannten Kamera-Hersteller wie z.B. Canon, Nikon oder Olympus jeweils eigene Objektive für ihre Kameras an. Ausserdem existieren spezialisierte Objektiv-Hersteller wie z.B. Leica, Voigtländer oder Zeiss. Die herstellereigenen Objektive sind nur mit dem jeweiligen Kameraanschluss erhältlich. Bei den Objektiven der spezialisierten Hersteller kann man je Objektiv zwischen den verschiedenen Kameraanschlüssen wählen und den geeigneten Anschluss für seine Kamera heraussuchen.

Entscheidungshilfe bei der Objektivwahl

Als Abschluss möchten wir drei Kriterien aufführen, die Sie bei der Entscheidung für ein Objektiv berücksichtigen sollten, um auch ein geeignetes Objektiv für ihre Vorhaben zu erhalten. Zusätzlich dazu können Sie im Artikel «Worauf muss man beim Objektivkauf achten» auch einen Absatz zum Thema Preisspanne bei Objektiven finden.

Kameraanschluss

Wichtig bei der Auswahl eines Objektivs ist der jeweilige Kameraanschluss. Das am weitesten verbreitete Anschluss-Prinzip ist der Bajonett-Anschluss. Diesen gibt es in der jeweiligen Herstellermodifikation in verschiedenen Ausführungen. Beispielhaft sind in der untenstehenden Tabelle einige Bajonett-Anschlussvarianten aufgeführt. Informieren Sie sich unbedingt vor dem Kauf eines Objektivs, ob dieses mit Ihrer Kamera kompatibel ist.

Hersteller Name des Bajonett-Anschlusses
Canon EF-Bajonett
Nikon Nikon-F, Nikon-1
Pentax K-Bajonett
Olympus Four-Thirds-Standard
Sony E-Bajonett

Neben den Bajonett-Anschlüssen existieren unter anderem bei älteren Kameras bzw. auch bei Kameras für Industriezwecke noch Schraubgewinde wie z.B. der herstellerübergreifende Standard M-42.

Einsatzbereich

Beim Kauf eines Objektivs ist es ebenfalls wichtig zu wissen, wofür dieses zum Einsatz kommen soll. Benötigt man einen Allrounder, sollte aus den oben genannten Gründen auf ein Zoomobjektiv zurückgegriffen werden. Möchte man einen Spezialisten, um noch mehr Bildqualität zu erhalten, dann ist einer der oben genannten speziellen Objektivtypen – je nach Einsatzbereich – zu empfehlen. Haben Sie bisher nur mit Zoomobjektiven gearbeitet und möchten nun austesten, was man in Bezug auf die Bildqualität noch herausholen kann, dann suchen Sie nach einem geeigneten Festbrennweitenobjektiv. Hier eignen sich zum Einstieg Festbrennweiten von 50 mm besonders gut.

Minimale Naheinstellung und Filtergewinde

Weitere zu beachtende Entscheidungskriterien sind die minimale Naheinstellung und das Filtergewinde.

Die minimale Naheinstellung – von den Herstellern oft als MOD (= minimale Objektdistanz) bezeichnet – ist der geringstmögliche Abstand zwischen dem Motiv und der vordersten Kameralinse. Möchten Sie vor allem im Bereich der Nahdistanzfotografie arbeiten, sollten Sie diese Angabe im Blick haben.

Tipp: Die minimale Nahdistanzeinstellung lässt sich durch die Verwendung von sogenannten Zwischenringen (zwischen Anschlussgewinde und Kamera) weiter optimieren.

Auf die Angaben zum Filtergewinde sollten Sie achten, wenn Sie sich zu ihrem bisherigen Objektiv bereits optische Filter angeschafft haben. Sofern bisheriges und neues Objektiv dasselbe Filtergewindemass haben, können Sie Ihre bisherigen Filter auch für das neue Objektiv nutzen.

Tipp: Durch die Verwendung von Filteradaptern ist es möglich unterschiedliche Filtergewindemasse auszugleichen. Diese können dazu verwendet werden grössere Filter an kleineren Gewinden anzuschliessen.

Zusammenschnitt – Bewegungen einer Möwe im Flug © René Gropp

Vogelflug – Faszinierende Fotos fliegender Vögel machen

Vögel zu fotografieren kann ganz einfach sein – sofern sie sitzen und stillhalten. Ganz anders, wenn sie in den Lüften fliegen. Die grosse Distanz zum fokussierten Objekt sowie die schnelle und manchmal unvorhersehbare Bewegung des Vogels machen ein Ablichten fliegender Vögel sehr schwierig. Selbst erfahrene Fotografen brauchen oft viele Anläufe, bis ein richtig gutes Foto dabei ist. Für Anfänger heisst es: Um das Üben kommt man nicht herum.

Wir erklären die Grundlagen der Vogelfotografie, welche technischen Voraussetzungen bestehen und geben Tipps für die erfolgreiche Jagd auf das Motiv des fliegenden Vogels.

Das Motiv kennen(lernen)

Die Dynamik des Vogelflugs ist komplex, das macht es für den Fotografen mitunter schwierig, Vögel abzulichten. Grosse Vögel wie Gänse, Enten, Störche, Reiher und Möwen sind grundsätzlich einfachere Motive als kleinere Spezies. Zum einen sind sie schlicht besser auszumachen und auch leichter grossflächig zu fotografieren, zum anderen bewegen sie sich gemächlicher und vorhersehbarer. Kleine Vögel wie Spatzen, Maisen, Eisvögel und Mauersegler oder gar Fledermäuse bewegen sich wesentlich schneller und unsteter und wechseln oft völlig unvorhersehbar die Richtung. Es ist damit eine echte Herausforderung, sie überhaupt vor die Linse zu bekommen.

Möwe im Flug vor wolkigem Himmel © René Gropp

Möwe im Flug vor wolkigem Himmel © René Gropp

Es bietet sich an, zum Üben einen Ort mit regem Flugverkehr zu wählen, an dem die Vögel an Menschen gewöhnt sind. Sie sind dann oft weniger scheu und man kann sich dichter annähern. Auch die Nähe zu Futterhäuschen kann eventuell helfen.

Mit der Zeit lernt man die Eigenheiten im Flugverhalten bestimmter Vögel kennen und kann sich beim Fotografieren entsprechend darauf einstellen.

Die Technik

Wenn auch vieles mit den handlichen Begleitern möglich ist – fliegende Vögel lassen sich nicht mit einem Smartphone oder einer Kompaktkamera ablichten oder bestenfalls als entfernte schwarze Punkte. Mit einer Bridgekamera mit einem Zoomobjektiv kann man es bei langsameren Vögeln durchaus versuchen. Eine DSLR mit einem lichtstarken Teleobjektiv ist in der Vogelfotografie dennoch die beste Wahl. Brennweiten von 300 bis 500 mm sind – je nach Cropfaktor – in der Regel empfehlenswert. Mit geringeren Brennweiten kann fotografiert werden, sofern man sich den Vögeln ausreichend annähern kann, sie also nicht zu weit in die Höhe fliegen.

Die Meinungen bezüglich der Nutzung eines Stativs gehen auseinander. Je nach Gewicht der Kamera und konkretem Einsatz kann ein Stativ entweder sinnvoll oder hinderlich sein. Für Profis gibt es Stative mit sogenannten Kardanköpfen, die wie eine Schaukel funktionieren. Diese sind jedoch preisintensiv und für den Hobbyfotografen, der gelegentlich Schwenks mit dem Stativkopf machen möchte, etwas übertrieben. Ein guter Kompromiss zwischen Flexibilität und Stabilität kann auch mit einem einfach Einbeinstativ erreicht werden.

Kameraeinstellungen

Im Idealfall richtet sich der Fotograf mit der Sonne im Rücken aus. Die Belichtung ist dann einfacher und die Schatten sind weich. Da die Vögel nicht auf ihren Einsatz warten, sollten alle relevanten Kameraeinstellungen vor Beginn der Fotosession getroffen werden.

Den fliegenden Vogel zu fokussieren ist wegen des wechselnden Hintergrundes und der sich verändernden Entfernungen nicht ganz simpel. Ein zu langsamer Autofokus kann dabei zum Problem werden. Die Einstellung auf den Nachführ-Autofokus bzw. die automatische Schärfenachführung bietet sich an. Bei Nikon wird dieser Modus als AF-C (Autofocus-Continous) und bei Canon AI-Servo bezeichnet. Manche Nikon-Kameras bieten auch die Möglichkeit des 3D-Trackings, bei dem auch die Farbe der Objekte einbezogen wird und die auch «wiedergefunden» werden, wenn sie zwischendurch aus dem Fokus geraten sind.

Die Belichtungszeit sollte möglichst kurz sein, um die Bewegung auf dem Bild einzufrieren. Dafür bietet sich der Modus S (Tv) – also Shutter Priority – an. Die Belichtungszeit wird manuell gewählt, die Blende automatisch angepasst. Um Verwacklungen vorzubeugen, sollte die Belichtungszeit bei höchstens 1/1000 s liegen, eher noch geringer. Möglich ist auch die Vorgabe von Verschlusszeit und Blende mit ISO-Automatik.

Schwarz-Weiss Foto einer fliegenden Krähe © René Gropp

Belichtungszeit 1/1600 s; Brennweite 300 mm – trotzdem sind die Flügelspitzen der Krähe unscharf © René Gropp

Oft ist der Effekt unscharfer Schwingen gewünscht, da sie dem Bild Natürlichkeit und Dynamik verleihen. Wesentlich ist aber, dass der Vogel ansonsten scharf abgelichtet wird. Bildstabilisatoren können dabei hilfreich sein.

Mit etwas Übung können etwas längere Belichtungszeiten als Stilmittel verwendet werden: Für besondere Dynamik kann man mit der Bewegung des Vogels mitgehen, indem man mit dem Objektiv der Flugbahn des Vogels genau folgt. Der Vogel selbst wird dann scharf abgebildet, während der Hintergrund verschwimmt. Besonders schön ist dieser Effekt bei einem struktur- und farbinhomogenen Hintergrund.

Greifvögel im Gleitflug vor blauem Himmel © René Gropp

Greifvögel im Gleitflug vor blauem Himmel © René Gropp

In manchen Situationen ist es sinnvoll, der Kamera die ISO-Einstellung vorzugeben. Weisse Vögel beispielsweise können je nachdem, vor welchem Hinter- oder Untergrund sie fliegen, schnell zu Über- oder Unterbelichtung führen. Das kommt besonders bei blauem Himmel oder spiegelnden Wasseroberflächen vor.

Serienbildfunktion und Sport-Modus

Sehr praktisch um am Ende die besten Aufnahmen herauszusuchen: Die Serienbildfunktion erlaubt die Aufnahme mehrerer Bilder pro Sekunde. Beim Fotografieren fliegender Vögel erhöht sich die Chance auf das entscheidende Bild, wenn Sie viele Fotos aufnehmen.

Anfänger können auch ausprobieren, wie die Ergebnisse im Sport-Modus der Kamera sind. Dieser ist auf schnelle Bewegungen ausgelegt und bringt unter Umständen gute Schnappschüsse ohne viele manuelle Einstellungen zu tätigen.

Fazit

Fliegende Vögel zu fotografieren ist eine der schwierigeren Disziplinen. Eine DSLR mit einem lichtstarken Teleobjektiv und einem schnellen Autofokus sind die optimale Ausrüstung. Kurze Belichtungszeiten ermöglichen scharfe Bilder und das «Mitziehen» der Kamera sorgt für interessante Effekte. Mit ein wenig Erfahrung lässt sich der Ausschuss verringern, doch auch geübte Vogelfotografen brauchen viele Anläufe für ein atemberaubendes Bild.

Die Gegenlichtblende schützt das Objektiv auf Reisen.

Die Gegenlichtblende für schöne Aufnahmen im Sonnenlicht

Fotos der letzten Sommerferien überzeugen erst, wenn blauer Himmel und strahlender Sonnenschein darauf zu sehen sind. Und wer hat nicht schon einmal versucht, Strand und Meer im Licht der untergehenden Sonne romantisch zu inszenieren. Mit Gegenlicht können Fotos auf vielerlei Weise kreativ gestaltet werden.

Bildqualität verbessern mit der Gegenlichtblende

Eine Gegenlichtblende, auch Streulichtblende genannt, schirmt die Linse vor seitlich einfallendem Sonnenlicht ab. So wird verhindert, dass die Strahlen im Kamerainneren mehrfach reflektieren bzw. streuen. Dieses Streulicht führt zum einen zu matten und kontrastlosen Aufnahmen, zum anderen entstehen daraus sogenannte Blendenflecken. Dabei handelt es sich um helle Ringe, die sich, wie an einer Schnur aufgereiht, über das Bild hinwegziehen. Manchmal werden Blendenflecken bewusst als Stilmittel eingesetzt. Jedoch wird die Qualität des Fotos dann beeinträchtigt, wenn wichtige Details durch sie überdeckt werden. Auch wenn die Lichtquelle gar nicht im Bild sichtbar, aber auch nicht weit vom Bildrand entfernt ist, kann sie noch durch Streulicht Blendenflecken hervorrufen. Deswegen ist es empfehlenswert, die Gegenlichtblende stets am Objektiv befestigt zu lassen. Meist reicht es zwar, einfach einen Schritt in den Schatten zu gehen um den direkten Sonneneinfall in die Linse zu vermeiden, doch nicht immer ist genug dafür Zeit vorhanden. Viele Fotomomente sind schliesslich flüchtig und entstehen so schnell nicht wieder. Sinnvoll ist eine Gegenlichtblende allerdings nicht, wenn bewusst direkt in die Sonne fotografiert wird, Blendenflecken lassen sich dann nicht vermeiden. Das praktische Kamera-Utensil ist im Übrigen nicht nur für das Fotografieren im Freien geeignet. Es kommt beispielsweise auch in Fotostudios zum Einsatz, da auch dort Lichtquellen abgeschirmt werden müssen.

Blendenflecke entstehen durch seitlich einfallendes Streulicht.

Mechanischer Schutz durch eine Gegenlichtblende

Gegenlichtblenden werden auch eingesetzt, um gegen äussere Störfaktoren wie Witterung, Schmutz oder lästige Fingerabdrücke auf der Linse zu schützen. Ausserdem halten sie Kratzer und Schläge ab, etwa wenn die Kamera beim Laufen über die Schulter gehängt wird.

Hinsichtlich des Materials lässt sich zwischen Modellen aus Aluminium, Metall, Plastik oder Gummi wählen. Modelle aus Plastik oder Aluminium sind leichter als Metall und können Stösse gut abfedern. Blenden aus Gummi können dagegen leichter verstaut werden, sind dafür aber weniger widerstandsfähig. Neben den Vorteilen der verbesserten Bildqualität und dem mechanischen Schutz werden Gegenlichtblenden nicht zuletzt auch wegen ihres professionellen Looks als Kamera-Accessoire verwendet.

Die Gegenlichtblende schützt das Objektiv auf Reisen.

Gegenlichtblenden für verschiedene Kameratypen

Die meisten Objektive sind bereits mit einer Gegenlichtblende ausgestattet. Ist das nicht der Fall, empfiehlt es sich beim Kauf, ein passendes Modell entsprechend des Herstellers der Kamera zu wählen. Kompatibilitätsprobleme lassen sich so vermeiden.

Gegenlichtblenden werden entweder geschraubt oder geklemmt und sind dann sofort einsatzbereit. Jedoch passen sie nur auf Kameras, die ein passendes Filtergewinde haben. Während sich Spiegelreflexkameras einfach nachrüsten lassen, ist dies bei Kompaktkameras häufig nicht der Fall. Hier bietet es sich an, einfallendes Sonnenlicht einfach mit der Hand abzuschirmen. Bei einigen Digitalkameras sind an der äusseren Glasscheibe des Objektivs die nicht benötigten Flächen bereits vom Hersteller abgedeckt. Es entsteht ein rechteckiger Lichteintritt, so dass schräg einfallendes Licht nicht so leicht in das Innere des Objektivs fallen kann.

Besonderheiten von Weitwinkel- und Teleobjektiven

Vielfach eingesetzt werden Universalgegenlichtblenden, die für einen Brennweitenbereich von 50 – 200 mm verwendbar sind. Für das Fotografieren mit Weitwinkel- und Teleobjektiven sollte aber auf die optimale Form und Länge geachtet werden. Hat die Gegenlichtblende nämlich nicht die richtige Form, entsteht der sogenannte Vignettierungs-Effekt. Die Gegenlichtblende ragt dann in das Foto und es entstehen unschöne Abschattungen an den Bildrändern. Generell gilt die Regel: Je länger die Brennweite ausfällt, desto länger sollte auch die Gegenlichtblende sein. Weitwinkelobjektive haben kleine Brennweiten unter 50 mm, sie brauchen also auch entsprechend kleine Gegenlichtblenden. Für Weitwinkelobjektive eignen sich ausserdem tulpenförmige Modelle. Die grossen Blätter halten Streulicht von oben und unten ab. Die kleinen Blätter vermeiden Vignettierungen im Bild. Für Teleobjektive mit grossen Brennweiten über 50 mm eignen sich Gegenlichtblenden in Kegelform.

Gegenlichtblenden in Kegel- und Tulpenform.

Quelle: Geni | CC BY-SA 3.0

Abschattungen im Bild entstehen aber auch dann, wenn Gegenlichtblenden beim Fotografieren mit Blitz benutzt werden. Sie sollten dann lieber abgenommen werden.

Merken

Verschiedene Arten von Objektiven für unterschiedliche Zwecke

Worauf muss man beim Objektivkauf achten

Jeder einzelne Kamerahersteller bietet eine Vielzahl an unterschiedlichen Objektiven an, dazu kommen noch Objektive von Herstellerübergreifenden Anbietern. Da ist es schwierig, beim Objektivkauf eine gut informierte und clevere Entscheidung zu treffen.

Wir liefern alle Tipps und Informationen, was Sie bei der Anschaffung eines neuen Objektives beachten sollten.

Welche Brennweite soll mein Objektiv haben?

Zuerst steht die Entscheidung an, ob man ein Zoomobjektiv oder ein Festbrennweiten-Objektiv kaufen möchte. Zoom-Objektive haben den Vorteil, dass sie in einem vorab definierten Rahmen die Brennweite variieren können. Somit wird das Objektiv vielseitiger einsetzbar. Zudem sparen Sie sich häufiges Wechseln der Objektive unterwegs, was einiges an Aufwand und Zeitverlust bedeuten kann.

Bei Festbrennweiten-Objektiven kann man die Brennweite nicht verändern. Wenn man also ein Objekt grösser oder kleiner fotografieren will, muss man die eigene Position verändern. Der Vorteil dieser Objektive liegt darin, dass sie auf ihre Brennweite hin optimiert sind. Man kann mit Festbrennweiten-Objektiven qualitativ bessere Resultate erzielen als mit vergleichbaren Zoomobjektiven. Zudem sind Festbrennweiten-Objektive zumeist günstiger zu erwerben als technisch vergleichbare Zoomobjektive. Ausserdem sind Festbrennweiten-Objektive leichter und handlicher als ihre flexibel einsetzbaren Mitstreiter.

Hat man die essentielle Entscheidung bezüglich des Objektivtypen getroffen, geht es an die Auswahl der geeigneten Brennweite. Diese hängt stark davon ab, wofür man sein Objektiv einsetzen möchte.

Ein kleiner Exkurs Richtung Brennweite:

Brennweiten werden in Millimetern angegeben. Eine Brennweite von 50 mm entspricht in etwa dem Sichtwinkel des menschlichen Auges, man bezeichnet Objektive mit dieser Brennweite deswegen als Normalobjektive. Brennweiten unter 50 mm bezeichnet man als Weitwinkelobjektive. Mit sinkender Brennweite erhöht sich die Winkelgrösse, die auf dem Bild dargestellt werden kann. Weitwinkelobjektive eigenen sich vor allem für die Landschaftsfotografie und Reisefotografie. Natürlich gibt es im Bereich Weitwinkel bedeutende Abstufungen, beispielsweise Superweitwinkelobjektive besitzen Brennweiten von 20 mm oder weniger.

Objektive mit Brennweiten über 70 mm bezeichnet man als Teleobjektiv. Mit Teleobjektiven kann man weit entferne Objekte gross fotografieren. Durch diese Vergrösserung sinkt der Bildwinkel, es „passt“ quasi weniger Motiv auf das Bild. Ab 135 mm spricht man von echten Teleobjektiven, Objektive mit Brennweiten über 300 mm werden als Superteleobjektive bezeichnet.

 

Einsteigerobjektive decken zumeist eine Brennweite von 18 mm – 55 mm ab, häufig werden sie beim Kauf einer neuen SLR mitgeliefert. Diese Objektive sind dem Weitwinkel- und Normalbereich zuzuordnen.

Wer viel auf Reisen ist und entsprechend auf das Gewicht achten muss, ist gut beraten, ein Objektiv zu wählen, das eine grosse Brennweiten-Spanne abdeckt. Diese sind zwar vergleichsweise grösser und schwerer, dafür erübrigt sich das Mitnehmen eines Wechselobjektives. Im Einsteigerbereich empfehlen sich hier Objektive mit Brennweiten von 18 mm – 200 mm. Dadurch wird der Weitwinkel-, Normal- und Tele-Bereich mit einem Objektiv abgedeckt.

Profis werden nicht auf ihre Wechselobjektive verzichten wollen. Bei der Zusammenstellung ihrer Objektivsammlung empfiehlt sich die Kombination aus Festbrennweiten- und Zoom-Objektiven. Für die am häufigsten benutzen Brennweiten lohnt es sich, Festbrennweiten-Objektive anzuschaffen, da diese qualitativ den Zoombrennweiten-Objektiven überlegen sind. Ergänzt wird die Profi-Ausrüstung von einem hochwertigen Weitwinkelobjektiv und einem hochwertigen Teleobjektiv.

Objektive mit unterschiedlichen Blendenöffnungen

Lichtstärke

Zweiter wichtiger Punkt beim Kauf eines Objektives ist die Lichtstärke. Die Lichtstärke gibt die grösste mögliche Blendenöffnung an. Je weiter die Blende zu öffnen ist, desto mehr Licht fällt auf den Sensor und desto höher ist somit die Lichtstärke des Objektives. Angegeben wird die Lichtstärke mit dem Blendenwert. Blendenwerte sind Brüche, je kleiner die Zahl unter dem Bruchstrich, umso grösser ist der Blendenwert. Ein Blendenwert von f/1.4 ist also bedeutend grösser und lichtintensiver als f/8.

Zoomobjektive erreichen meist weniger Lichtstärke als Festbrennweiten-Objektive. Je grösser die Brennweiten-Spanne eines Objektives, umso weniger lichtstark ist es in der Regel. Bei Kauf eines Objektivs gilt es also, die Lichtstärke zu beachten und mit den eigenen Ansprüchen abzuwägen.

Anschluss-Mechanik für ein Objektiv an einer Kamera

Anschlüsse – Passt mein Objektiv zur Kamera?

Die grosse Palette an Angeboten wird allein dadurch eingeschränkt, dass das Objektiv auch auf das Kameragehäuse passen muss. Viele Kamerahersteller haben den weit verbreiteten Bajonettanschluss leicht abgeändert, sodass nur herstellereigene Objektive angeschlossen werden können. Die markenübergreifenden Objektivhersteller bieten ihre Objektive zumeist in unterschiedlichen Ausführung passend für die unterschiedlichen Anschlüsse an. Auf den Webseiten dieser Anbieter kann man für jedes Objektiv die kompatiblen Kameramodelle einsehen.

Preis – was darf der Spass kosten?

Die Preisspanne beim Objektivkauf reicht von unter 200 CHF für Einsteigermodelle bis hin zu mehreren Tausend und teilweise sogar Zehntausend CHF für Profimodelle. Es gilt also, einen realistischen Kompromiss zwischen Ansprüchen, Einsatz und Preis des Objektives zu finden.

Neben der Brennweite und Lichtstärke gibt es noch einige Eigenschaften und Extras, die den Preis eines Objektives beeinflussen. Ein Beispiel ist ein besonders schneller Autofokusmotor, ein sogenannter Ultraschallmotor. Obwohl er für Hobbyfotografen wahrscheinlich nicht das wichtigste Feature eines Objektives ist, kann er für professionelle Sport- oder Tierfotografen der Schlüssel zum Erfolg sein. Die schnellere Rechenleistung hat jedoch einen stolzen Preis. Zudem gibt es speziell geformte Linsen, die Bildfehler reduzieren. Diese sogenannten asphärischen Linsen werden jedoch auch meist nur in hochpreisigen Objektiven verbaut.

Das wichtigste beim Kauf eines Objektives ist eine genaue Vorstellung, was man mit diesem Objektiv fotografieren möchte und wie hoch die eigenen Qualitätsansprüche sind. In Fachgeschäften findet man kompetente Beratung zu den neuesten Modellen und auch Online-Portale bieten aktuelle Testberichte mit konkreten Empfehlungen zur Kaufentscheidung. Trotzdem ist es wichtig, sich selbst über wichtige Eigenschaften von Objektiven zu informieren und die eigenen Ansprüche herauszufinden.

Teleobjektiv

Das Wort „Tele“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet zu Deutsch „Ferne“. Teleobjektive erlauben eine starke Vergrösserung des aufzunehmenden Objektes. Im Wesentlichen funktioniert ein Teleobjektiv wie ein Fernrohr.

Im Vergleich zum Normalobjektiv besitzen Teleobjektive eine höhere Brennweite. Ab einer Brennweite von 70 mm spricht man von Teleobjektiven, es gibt Objektive mit Brennweiten von bis zu 600 mm. Je grösser die Brennweite eines Objektives, umso stärker die mögliche Vergrösserung des abzulichtenden Objektes. Es gilt zu beachten, dass eine Vergrösserung des abgebildeten Objektes immer mit einer Verkleinerung des Bildausschnitts (auch Bildwinkel genannt) einhergeht.

Teleobjektive mit Brennweiten zwischen 100 und 300 mm sind zumeist Retrofokusobjektive. Durch diese Bauweise, in der die bildseitige Hauptebene vor den Linsen liegt, wird eine Reduktion der Länge um bis zu 30 Prozent erreicht. Somit haben viele Teleobjektive eine geringere Länge als Brennweite.

Objektive mit leichten Telebrennweiten zwischen 70 mm und 135 mm werden als Portraitobjektive bezeichnet.  Zwischen 135 mm und 200 mm spricht man von der mittleren Telebrennweite, die Objektive werden als Standardteleobjektive bezeichnet. Objektive ab 200 mm Brennweite bezeichnet man als Superteleobjektive.

Aufnahmen, die mit einem Teleobjektiv gemacht wurden, weisen eine bedeutend geringere Schärfentiefe auf als Aufnahmen mit einem Weitwinkelobjektiv. Schärfentiefe bezeichnet den scharf abgebildeten Bereich eines Fotos, der durch die Blende und die Brennweite des Objektivs beeinflusst wird. Objektive mit leichter Telebrennweite (bis circa 135 mm) werden gern in der Portraitfotografie eingesetzt. Die geringe Schärfentiefe fokussiert auf das Gesicht der abgebildeten Person und stellt dieses frei.

Standardteleobjektive mit Brennweiten bis zu 200 mm werden vor allem in der Naturfotografie und Reisefotografie eingesetzt. Superteleobjektive hingegen kommen bevorzugt in der Sportfotografie und Tierfotografie zum Einsatz. Vergleichsweise günstige Superteleobjektive haben zumeist wenig Lichtstärke, sie eignen sich also nicht zum Fotografieren bei schwachen Lichtbedingungen. Möchte man bei Dämmerlicht scharfe Aufnahmen mit einem Superteleobjektiv machen, muss man mit sehr hohen Anschaffungskosten rechnen.

Für wackelfreie Bilder gilt die Faustregel, dass die benutzte Verschlusszeit mindestens dem Reziproke des Brennweitenwertes entsprechen sollte. Bei einem Brennwert von 200 mm sollte die Verschlusszeit also 1/250 Sekunden oder kürzer betragen. Ab Brennweiten von 300 mm sollte man aber immer ein Stativ benutzen, da es der menschlichen Hand kaum möglich ist, wackelfreie Bilder mit einer solchen Vergrösserung zu machen.