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Alt: Nachtaufnahme Prag Brücke an der Donau

Nachtfotografie – Städte im Dunkeln fotografieren

Auf einer Städtereise ist es oft das Ziel die bekanntesten historischen Gebäude, Denkmäler und Plätze als Andenken an die Reise fotografisch festzuhalten. Hierfür pilgert man am Tag von der einen Sehenswürdigkeit zur nächsten, um anschliessend die Kamera zu zücken und einen Schnappschuss zu machen. Noch eindrucksvoller als am Tag wirken viele Sehenswürdigkeiten einer Stadt aufgrund ihrer festlichen Beleuchtung in der Nacht.

Bei Nachtaufnahmen beleuchteter historischer Gebäude wird im Bild ein einzigartiges Zusammenspiel aus Licht und Schatten sichtbar. Zudem kann man in der Nacht den grossen Touristenströmen entfliegen und bekommt die Möglichkeit, sich in Ruhe dem Fotografieren zu widmen und die Schönheit der Sehenswürdigkeiten zu geniessen. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen wichtige Tipps rund um Equipment und Kameraeinstellungen, mit denen Ihnen beeindruckende Nachtaufnahmen gelingen.

Notwendiges Equipment und Voreinstellungen

Vorab sollte nicht verschwiegen werden, dass die Qualität der Ausrüstung und die Wahl der Kamera bei Nachtaufnahmen eine wichtige Rolle spielen. So ist es mit einer Vollformat-Kamera leichter, gut belichtete Nachtaufnahmen zu machen, als mit einer Kamera mit einem APSC-Sensor. Zudem kann ein lichtstarkes Objektiv eine grössere Lichtmenge einfangen, die auf den Sensor fällt.

Wie bereits erwähnt, werden für eine Nachtaufnahme lange Belichtungszeiten benötigt. Wird aus der Hand heraus fotografiert, kann nur eine Belichtungszeit von circa 1/15 Sekunde ohne Verwacklungen gehalten werden. Um Verwacklungen trotz langer Belichtungszeiten zu vermeiden, wird unbedingt ein Stativ benötigt. Dieses sollte auf einem festen und stabilen Untergrund aufgestellt und ausgerichtet werden.

Selbst beim Betätigen des Auslösers kann es durch die Erschütterung der Kamera zu Verwacklungen kommen. Diese können durch einen Fernauslöser umgangen werden. Sollten Sie keinen Fernauslöser besitzen, kann der 2 Sekunden Selbstauslöser Abhilfe schaffen.

Sowohl der Bildstabilisator am Objektiv als auch der Autofokus sollten deaktiviert werden, um weitere Verwacklungsgefahren zu umgehen. Die Sensoren des Bildstabilisators können auf dem Stativ nicht ordnungsgemäss arbeiten und der Autofokus könnte während der langen Belichtungszeit seinen Fokuspunkt ändern, wodurch die Aufnahme unscharf werden kann.

Da der Autofokus bei Nachtaufnahmen nicht verwendet werden sollte, kann es hilfreich sein den Live-View-Modus zu aktivieren. Ohne das Objektiv zu verwenden, kann hier näher ans Motiv herangezoomt werden, um manuell einen Fokuspunkt auszuwählen. Findet sich kein geeigneter Fokuspunkt, sollte manuell auf unendlich fokussiert werden.

Neben dem Stativ und dem Fernauslöser empfiehlt sich ebenso die Verwendung eines ND-Filters. Dieser dunkelt die Linse des Objektives ab, wodurch nicht nur einige Blendenstufen gewonnen werden, sondern auch eine längere Belichtungszeit möglich ist.

Alt: Nachaufnahme Donau und Prager Burg

Welche Einstellungen werden benötigt?

Viel Licht ist oft ein Garant für gelungene Aufnahmen. In der Nacht besteht allerdings das Problem, dass die Umgebung kaum Licht abgibt. Folglich muss versucht werden, mit den verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten der Kamera, das vorhandene Licht bestmöglich zu nutzen. Um alle Einstellungen selbst bestimmen zu können, sollte der manuelle Modus verwendet werden.

Bei einer Nachtaufnahme ist es üblich, dass das Foto viele dunkle oder sogar schwarze Flächen zeigt. Um eine körnige Darstellung der dunklen Flächen, das sogenannte Bildrauschen, zu vermeiden, sollte der ISO-Wert nicht höher als 200 sein.

Da der ISO-Wert ausscheidet, bleiben noch die Einstellungen der Blende und der Belichtungszeit. Die Kombination aus einer weit geöffneten Blende und einer längeren Belichtungszeit ist hier die Lösung.

Mit einer sehr weit geöffneten Blende f/5 und einer Belichtungszeit von 4 Sekunden wird die nächtliche Stimmung eingefangen, in der bereits die Beleuchtungen der Gebäude gut zur Geltung kommen. Erscheint Ihnen die Schärfentiefe in der Aufnahme zu gering, können Sie mit einem kleineren Blendenwert, wie f/13, und einer noch längeren Belichtungszeit entgegenwirken. Bei einer längeren Belichtung zwischen 30 Sekunden bis hin zu zwei Minuten kann bereits eine Dämmerungsstimmung im Bild entstehen.

Fazit

Letztendlich ist die gelungene Kombination aus Blendeneinstellung und Belichtungszeit das Geheimnis für beeindruckende Nachtaufnahmen. Welche Kombination die exakt richtige ist, hängt jedoch immer von der individuellen Situation und dem eigenen Geschmack bezüglich des Motives ab.

Das Generieren einer Nachtaufnahme ist ohne Hilfsmittel nicht möglich. So ist die Verwendung eines Statives ein absolutes Muss. Ein Fernauslöser und ein ND Filter wiederrum machen das Fotografieren in Nacht zwar angenehmen, sind aber nicht zwingend notwendig.

Fraumünster Kirche in Zürich in den Abendstunden

Sehenswürdigkeiten ohne Menschen fotografieren

Egal ob als Laie, Hobby- oder Profifotograf, Sie kennen es alle: Durch die perfekt in Szene gesetzte Landschaft oder Touristenattraktion läuft plötzlich eine Gruppe Menschen und ruiniert das Bild. Auch wenn die Einbindung von Locals gerade in der Reisefotografie beliebt ist, passen sie nicht in jedes Motiv. Besonders auf grosse Gruppen von Touristen an bekannten Sehenswürdigkeiten würde man im Foto gern verzichten. Bei historischen Denkmählern und Bauten geben die modern gekleideten Personen einen sehr starken Kontrast und lenken vom malerischen Motiv ab.

Wir zeigen Ihnen Tricks und Tipps, wie Sie in Zukunft menschenleere Motive einfangen können – auch wenn eigentlich viele Menschen unterwegs sind.

Tricks für Unterwegs – Stosszeiten meiden

Zunächst einmal gibt es die allgemeinen kleinen Tricks ohne extra Technik. Gerade bei Aufnahmen an touristischen Sehenswürdigkeiten sollten Sie die Tageszeiten beachten, um Menschenmassen zu vermeiden. Wer also früh am Morgen oder genau zur Mittagszeit vor Ort ist, kann Stosszeiten umgehen. Google bietet inzwischen kleine Statistiken über die Besuchszahlen im Tagesverlauf für verschiedene Orte an.

Möchten Sie nicht nur die Landschaft, sondern auch z.B. den Reisepartner als Erinnerung festhalten, so können Sie ihn so platzieren, dass er andere Menschen, Gruppen, Wege oder Ein- und Ausgänge im Hintergrund verdeckt.

An manchen Orten hilft allerdings keiner dieser Tricks, dann kann immer noch die Technik im Nachgang einiges richten.

Technische Lösungen – Filter und Fotobearbeitung

Gerade grosse Attraktionen sind zu jeder Tages- und Nachtzeit überfüllt und es wird sehr schwer, mit den gängigen Tricks das gewünschte Foto zu erzielen. Auch in Städten oder bei Architekturmotiven wird es unmöglich sein, menschenleere Momente abzupassen. Hierfür gibt es technische Lösungen die aus finanzieller sowie handwerklicher Sicht für den Laien wie auch für den Profi geeignet sind.

Graufilter und lange Belichtungszeit

Bewegen sich die störenden Objekte in ihrem Motiv, so können Sie diese mit Hilfe eines Graufilters und einer Langzeitbelichtung entfernen. Ein Graufilter, auch ND-Filter genannt, ist ein stark getöntes Glas, das vor das Kameraobjektiv angebracht wird. Die Anbringung variiert je nach Modell von Schraubaufsätzen über Steckvorrichtungen bis hin zu magnetischen Systemen. Er ist in verschiedenen Tönungsstärken erhältlich. Die Hersteller geben die Stärke des Filters in Blenden gerechnet oder in einem Belichtungszeitfaktor an. Es ist dabei von grossem Vorteil, zwei unterschiedliche Filter in seiner Ausstattung zu haben, da man somit eine grössere Bandbreite abdeckt und auch meist beide kombinieren kann.

 

Die Londoner Tower Bridge – durch die lange Belichtung verschwimmen die sich bewegenden Menschen 

Haben Sie Ihr Motiv gefunden, bauen Sie zunächst Ihre Kamera auf ein Stativ auf. Nun messen Sie ohne Graufilter die benötigte Belichtung für die Szene und entnehmen dann die für die Graufilter-Aufnahme einzustellende Belichtungszeit der spezifischen Korrekturtabelle. Bringen Sie den Graufilter an und stellen Sie den Fokus und die Belichtungszeit manuell ein. Durch die lange Belichtungszeit verschwimmen alle sich bewegenden Objekte im Bild, bis sie nicht mehr zu erkennen sind.

Serienfotos und Stapelmodus mit Photoshop & Co.

Es gibt eine weitere technische Lösung, die mit jeder Kamera, die sich manuell einstellen lässt, zum gewünschten Ergebnis führt. Hierfür benötigen Sie lediglich ein Stativ und eine Fotosoftware wie beispielsweise Adobe Photoshop.

Nehmen Sie vom gewählten Motiv eine deckungsgleiche Serie von mindestens drei Bildern auf. Dazwischen sollte ein wenig Zeit vergehen, damit die Menschen im Motiv sich bewegen und jeder Teil des gewünschten Motivs einmal ohne Personen abfotografiert wurde. Bei sehr belebten Plätzen sollten Sie vorsichtshalber weit mehr als drei Bilder machen. Stellen Sie Fokus, Weissabgleich, Blende und Verschlusszeit manuell ein, um jede Aufnahme mit den gleichen Einstellungen vorzunehmen. Das Ergebnis ist eine Bildserie auf denen die Menschen an verschiedenen Stellen im Motiv sind.

Die Nachbearbeitung erfolgt im Photoshop in nur 3 Schritten:

  1. Öffnen Sie die Fotos als mehrere Ebenen einer Datei.
  2. Markieren Sie alle Ebenen und gehen unter Menü à Ebene à Startobjekte à in Smartobjekt konvertieren (Sie erkennen die Konvertierung an dem kleinen Symbol in der Miniaturansicht)
  3. Wählen Sie im Menüpunkt Ebene à Smartobjekte à Stapelmodus à Median

Photoshop ermittelt aus allen Ebenen jene Pixel, die am häufigsten auftreten und fügt sie zu einem Bild zusammen. Somit verschwinden die sich bewegenden Menschen aus dem Bild, da sie nur in einer Ebene die Pixel des gewünschten Motivs blockiert haben. Um das Bild anschliessend weiter zu bearbeiten, empfehlen wir Ihnen, das erzielte Smartobjekt zu kopieren und unter dem Menüpunkt Ebene à Smartobjekt à Rastern zu rastern.

Das Naturdenkmal Stonehenge in England ohne die üblichen Touristenmassen

Neben Photoshop gibt es einige andere, zum Teil kostenfreie Alternativen, die die entsprechende Bearbeitung ermöglichen. Für Mac Anwender ist Affinity zur kostengünstigen Photoshop-Alternative geworden. Als kostenfreie Variante ist Gimp ausserdem zu empfehlen. Für alle Varianten gibt es Step-by-Step Anleitungen auf den entsprechenden Webseiten der Softwares.

Alternative Vorgehensweise

Sollten Sie den Stapelmodus nicht nutzen können, fügen Sie mindestens zwei Fotos der Reihe jeweils als Ebenen in Ihrem Fotobearbeitungsprogramm ein. Legen Sie das Foto mit dem unerwünschten Objekt über das andere und nutzen Sie den Radierer, um das Objekt zu entfernen und die Ebene mit dem erwünschten Bildbereich freizulegen. Beim Exportieren werden die Ebenen einfach als ein Bild wieder zusammengeführt. Dieses Vorgehen eignet sich allerdings nur dann, wenn nur relativ wenige Personen retuschiert werden müssen.

Malpegados – Fox | 48°49'57.8"N 2°21'39.6"E

Street Art Tour durch Paris

Neben Berlin und London gehört auch Paris zu den bedeutendsten Street-Art-Städten Europas. Das überrascht nicht sonderlich, denn Paris ist seit jeher die Künstlerstadt schlechthin. Abseits traditioneller Sehenswürdigkeiten und Museen wartet die Stadt mit einer florierenden Street Art Szene auf.

Entdecken Sie verträumte Wandmalereien und kreative Graffiti an grossflächigen Hauswänden sowie in Hinterhöfen und kleine Gassen. Wir zeigen Ihnen die aussergewöhnlichsten urbanen Street Art Werke von Paris.

Street Art Touren Anbieter Paris

In Paris gibt es viel zu entdecken. Es gibt einige geführte Street Art Touren durch Paris. Wir stellen Ihnen zwei ausgewählte Touren vor:

Streetartparis.fr

Auf der Webseite streetartparis.fr werden gleich zwei interessante Street Art Touren angeboten:

Left Bank Street Art Tour

Die Street Art Tour führt durch das 13. Arrondissement. Dieses liegt südlich der Seine am linken Ufer (Left Bank). Die Veranstalter versprechen grossflächige Murals (urbane Wandmalereien) und kleine Kunstwerke von französischen und internationalen Street Art Artists.

Wann: jeden Sonntag um 13:00 Uhr

Dauer: ca. 2,5 h zu Fuss

Kosten: 20 € / Online 15 € (rund 22,84 CHF / 17,13 CHF)

Treffpunkt: nach Absprache

Belleville Street Art Tour

Belleville ist ein Stadtteil im Osten und Nordosten von Paris. Das typische Einwanderungsviertel lebt von der multikulturellen Atmosphäre, welche massgeblich das Wirken der dortigen Künstlerszene beeinflusst. Die Tour führt vorbei an der Metro Station Oberkampf sowie durch den Stadtteil Belleville und Teile des 20. Arrondissement de Ménilmontant.

Wann: jeden Samstag & Sonntag um 11:00 Uhr

Dauer: ca. 2,5 h zu Fuss

Kosten: 20 € / Online 15 € (rund 22,84 CHF / 17,13 CHF)

Treffpunkt: Beginnt an der Albert Camus Statue, 10 Rue Albert Camus, Colonel Fabien Platz, 75010 Paris in der Nähe von Colonel Fabien Métro Paris (Linie 2). Endet in der Nähe der Metrostation Ménilmontant (Linien 2 und 11).

Street Art Tour Paris - Sechs Ausgewählte Street Art Kunstwerke auf einer Route

Street Art Tour Paris – Sechs Ausgewählte Street Art Kunstwerke auf einer Route

Pariser Street Art Kunstwerke auf eigene Faust erkunden

Die urbane Street Art von Paris lässt sich auch sehr gut alleine entdecken, denn es gibt reichlich davon. Alle hier vorgestellten Murals, sind einfach zu Fuss zu erreichen und liegen im 13. Arrondissement.

 Inti - La Madre Secular 2 & Conor Harrington - Etreinte Et Lutte | 48°50'03.8"N 2°22'01.5"E

Inti – La Madre Secular 2 & Conor Harrington – Etreinte Et Lutte | 48°50’03.8″N 2°22’01.5″E

Inti – La Madre Secular 2 & Conor Harrington – Etreinte Et Lutte

Unsere Tour beginnt mit gleich zwei beeindruckenden Wandmalereien in der Strasse 91 Boulevard Vincent-Auriol – 75013 Paris. Das im oberen Bild linke Kunstwerk « La Madre Secular 2 » ist eine Laienrepräsentation der Madonna. In den Händen hält sie den Newtonschen‘ Apfel. Insgesamt verkörpert die Darstellung die Ära des Wissens und der Skepsis.

Die rechte Wandmalerei zeigt « Etreinte Et Lutte » von Conor Harrington. Der irische Künstler lebt in London. Er kombiniert gerne urbane und zeitgenössische Malerei. Seine Werke erinnern durch ihre Kostüme und ausdrucksstarke Körperhaltung an Barockmalerei.

Obey - Rise Above Rebel | 48°49'59.2"N 2°21'49.1"E

Obey – Rise Above Rebel | 48°49’59.2″N 2°21’49.1″E

Shepard Fairey aka Obey – Rise Above Rebel

Der zweite Halt findet an der Strasse 129P Boulevard Vincent-Auriol – 75013 Paris statt. Hier begegnen wir dem Mural « Rise Above Rebel » von Shepard Fairey aka « Obey ». Das zweiteilige Werk wurde gemalt und nicht geklebt. Es erstreckt sich bis in eine Höhe von vierzig Meter. Die Wandmalerei ist Teil des Projekts « Street Art 13 » und dient der allgemeinen Verschönerung des Arrondissements, welches sonst sehr homogen wirkt.
Der weltbekannte Künstler Obey ist berühmt für das Obama Poster « HOPE », welches im Rahmen der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten im Jahr 2008 entstand.

C215 – Le Chat

Unser nächster Stopp führt uns zum Mural « Le Chat » an der 190 Rue Nationale – 75013 Paris. Die Arbeit des Künstlers « C215 » erstreckt sich über alle sechs Stockwerke des Gebäudes. Das durch Schablonentechnik entstandene Kunstwerk ist das bisher grösste Projekt des Künstlers C215.

Hinter dem Pseudonym versteckt sich der französische Künstler Christian Guémy. Seit mehr als zwanzig Jahren ist er aktiv. Andere Werke können in den Städten Neu-Delhi, London, Istanbul, Fes, Rom und in den Ländern Brasilien, Polen, Israel und Marokko bestaunt werden.

Malpegados – Fox

Das vierte Street Art Kunstwerk versteckt sich fast ein bisschen. Es ist am 136 Boulevard Vincent-Auriol – 75013 Paris zu finden. Oft versperren Autos und Bäume die einwandfreie Sicht auf das Mural « Fox ». Der schmale Fussgängerweg erschwert das Fotografieren zusätzlich.

Die urbane Wandmalerei stammt vom chilenischen Künstler Pipö Malpegados. Seine Kunst ist hauptsächlich in Brasilien, Argentinien, Chile, Kolumbien zu betrachten. Ende 2015 zog er nach Paris. Seitdem verschönern seine abstrahierten « Humanimals » (vermenschlichte Tierwesen) auch Wände in Frankreich und Italien.

Btoy - Hommage à Evelyn Nesbit | 48°50'01.3"N 2°21'41.3"E

Btoy – Hommage à Evelyn Nesbit | 48°50’01.3″N 2°21’41.3″E

Btoy – Hommage à Evelyn Nesbit

Die vorletzte Station unserer kleine Street Art Tour durch das 13. Arrondissement in Paris führt uns zum Werk « Hommage à Evelyn » von Btoy aka Andrea Michaelsson. Es befindet sich an der 8 Rue Esquirol – 75013 Paris.

Der spanische Künstler « Btoy » erschuf das Wandportrait zur Ehre der US-Amerikanischen Schauspielerin, Tänzerin und des Modells Evelyn Nesbit. Sie ist die Verkörperung des weiblichen amerikanischen Ideals des frühen 20. Jahrhunderts. Die Motive des Künstlers laden oft dazu ein, den gesellschaftlichen Stand der Frau kritisch zu reflektieren.

STRØK - Hip Hop sur les murs | 48°50'09.8"N 2°20'42.3"E

STRØK – Hip Hop sur les murs | 48°50’09.8″N 2°20’42.3″E

STRØK – Hip Hop sur les murs

Der letzte Halt liegt ca. zwanzig Minuten zu Fuss vom vorherigen Mural entfernt. Die Schablonenkunst (Stencil) « Hip Hop sur les murs » an der Ecke 20 Rue de la Glacière – 75013 Paris zeigt vier Hip-Hop-Tänzer, die im 45°-Winkel zum Betrachter geneigt sind.

Hinter dem Pseudonym « STRØK » verbirgt sich der norwegische Stencil-Artist Anders Gjennestad. Seine Werke sind auf den Strassen überall in Europa zu finden. Sie zeichnen sich durch die Verwendung von Schwarz-, Weiss- und Grautönen aus sowie dem hohen Detailreichtum.

Neben den urbanen Street Art Stencils erschafft er kleinere Kunstwerke, die in Galerien ausgestellt werden.

Hier endet unsere Street Art Tour durch Paris. Neben den Bilder finden Sie die Koordinaten und hinterlegtem Link, der zu Google Maps führt. Alle Standorte der Murals auf einer Karte können unter dem folgenden Link abgerufen werden:

http://gpso.de/maps/?z=16;p=48.83439,2.36708;p=48.83311,2.36364;p=48.83269,2.36244;p=48.83272,2.361;p=48.83369,2.36147;p=48.83606,2.34508;

Download der Route als .gpx-Datei im ZIP-Archiv.

Natürlich gibt es in der Künstlerstadt Paris noch unzählige andere Murals, Graffitis etc. zu bestaunen. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Entdecken!

Reisfelder auf Bali – durch die Person im Vordergrund wirkt das Bild interessanter

Menschen und Sehenswürdigkeiten fotografieren

Zu jeder Reise gehört auch der ein oder andere Besuch von imposanten Sehenswürdigkeiten, die eine Stadt oder eine bestimmte Region ausmachen. Historische Bauwerke, skurrile Architektur und religiöse Stätten locken allerorts zahlreiche Besucher, die ihren Besuch auf einem Foto von sich und der Attraktion festhalten möchten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Sehenswürdigkeiten auf dem Foto eindrucksvoll festhalten und tolle Fotos mit Erinnerungswert schiessen.

Bildausschnitt und Komposition

Um ein harmonisches Motiv oder eine bestimmte Bildwirkung zu erhalten, empfiehlt sich grundsätzlich die Anwendung der «Drittel-Regel». Diese vereinfachte Form des goldenen Schnitts sorgt für ein stimmiges Motiv, in welchem das fotografierte Objekt ideal zur Geltung kommt. Zur Orientierung wird der Bildausschnitt in neun gleichgrosse Teile gegliedert. Bei vielen Kameras oder auch Smartphones können Sie sich diese Hilfslinien auf dem Display bzw. im Sucher anzeigen lassen. Für ein gelungenes Erinnerungsfoto einer Person vor einer Sehenswürdigkeit sollten Sie nun einen Bildausschnitt wählen, in dem die Person entlang der Hilfslinien oder direkt an einem Schnittpunkt positioniert ist. Bei Aufnahmen aus der Ferne gehen Sie genauso vor und richten sowohl das Objekt als auch die Person auf die Hilfslinien oder die Schnittpunkte aus. Die Drittel-Regel können Sie auch auf Selfies anwenden, um im Bild ein harmonisches Verhältnis von Ihnen im Vordergrund und der Sehenswürdigkeit im Hintergrund zu erhalten.

«Drittel-Regel»: Person und Sehenswürdigkeit orientieren sich an der linken senkrechten Hilfslinie für eine harmonische Bildkomposition

«Drittel-Regel»: Person und Sehenswürdigkeit orientieren sich an der linken senkrechten Hilfslinie für eine harmonische Bildkomposition

Achten Sie auch auf symmetrische Linien und Formen in Ihrem Motiv. Diese können Sie zur Bildgestaltung nutzen und eine interessante Bildwirkung entstehen lassen. Historische Bauwerke und Kirchen weisen oft symmetrische Gestaltungselemente wie Säulen oder Ornamente auf. Richten Sie diese und gegebenenfalls die Person, die mit auf das Bild soll, mittig aus. Stellen Sie sich dafür die horizontale oder vertikale Spiegelachse in Ihrem Motiv vor, die das Bild genau mittig teilt.

Durch die symmetrische Ausrichtung von Sehenswürdigkeit und Person wirkt das Motiv harmonisch und interessant

Durch die symmetrische Ausrichtung von Sehenswürdigkeit und Person wirkt das Motiv harmonisch und interessant

Perspektive wechseln

Die Position der Kamera spielt ebenfalls eine wichtige Rolle beim Fotografieren von Sehenswürdigkeiten. Experimentieren Sie mit verschiedenen Perspektiven, um eine Touristenattraktion aussergewöhnlich in Szene zu setzen. So wirken Motive aus der Froschperspektive oder von einer erhöhten Position aus, interessanter. Um die enorme Grösse eines Bauwerks auf dem Foto wirken zu lassen, wählen Sie den nötigen Abstand, um das gesamte Objekt auf das Bild zu bekommen. Steht nun Ihre Reisebegleitung nah an der Sehenswürdigkeit, wirkt das Objekt durch den direkten Grössenvergleich noch imposanter. Dies eignet sich am besten bei möglichst freistehenden Sehenswürdigkeiten und zu einer Tageszeit, zu der noch kein allzu grosser Andrang an Besuchern herrscht. Meist eignen sich die Morgenstunden am besten, um Sehenswürdigkeiten entspannt und ohne zahlreiche andere Touristen im Bild zu fotografieren.

Optische Täuschungen sind bei vielen Reisenden besonders beliebt, um eine Attraktion oder ein typisches Wahrzeichen verspielt in Szene zu setzen. Dabei befindet sich das Objekt meist im Hintergrund, während eine Person im Vordergrund den Eindruck vermittelt, dieses etwa mit aller Kraft wegzuschieben oder sich daran anzulehnen. Richten Sie dafür den Bildausschnitt so aus, dass es tatsächlich aussieht, als würde die Person das Objekt berühren. Somit verschmilzt der Hintergrund mit dem Vordergrund und es entsteht ein witziges Foto als Erinnerung an Ihren Besuch.

 

Fokus variieren

Eine weitere kreative Möglichkeit für tolle Erinnerungsfotos ist das Bild im Bild. Hierbei wird statt dem Original ein Abbild der Sehenswürdigkeit fokussiert, während das echte Objekt leicht verschwommen im Hintergrund zu sehen ist. Das Abbild kann etwa ein altes Foto oder auch das Display der Kamera oder des Smartphones im Aufnahmemodus sein. Halten Sie das Abbild vor Ihre Kamera in den Bildausschnitt oder lassen Sie sich mit dem Abbild in der Hand vor dem Original fotografieren.

Polaroid-Aufnahme von Notre Dame in Paris im Fokus vor der «echten» Sehenswürdigkeit

Polaroid-Aufnahme von Notre Dame in Paris im Fokus vor der «echten» Sehenswürdigkeit

Auch über Spiegelungen lassen sich spannende indirekte Fotos von bekannten Wahrzeichen und Bauwerken machen. Fokussieren Sie zum Beispiel die Spiegelung der Sehenswürdigkeit in der Sonnenbrille oder dem Seitenspiegel eines Autos, um ein interessantes Motiv zu gestalten. So können Sie auch schlechtes Wetter kreativ nutzen, indem Sie Spiegelungen aus Pfützen oder nassen Pflasterstrassen verwenden, um eine Sehenswürdigkeit stimmungsvoll einzufangen.

 

Ihrer Fantasie sind beim Fotografieren von Sehenswürdigkeiten keine Grenzen gesetzt. Seien Sie kreativ und halten Sie die Touristenattraktion aus einer aussergewöhnlichen Perspektive fest oder spielen Sie mit dem Fokus und verschiedenen Bildausschnitten, um tolle Erinnerungsfotos von Ihrer Sightseeingtour zu erhalten.

Zusammentreffen von Fotografen bei der Fashion Week in Mailand

Street Style Fotografie

Die Street Style Fotografie ist immer auf der Suche nach innovativen Modetrends und richtungsweisenden Looks. Erfolgreiche Street Style Blogger erreichen auf ihren sozialen Kanälen ein Millionenpublikum und wirken so als Trendsetter der ersten Stunde. Wir stellen das Phänomen vor.

Die Anfänge der Street Style Fotografie

Die Street Style Fotografie hat sich im Amerika der 70er Jahre entwickelt. Ihr Wegbereiter, der ehemalige NY Times Kolumnist Bill Cunningham, zog mit seiner Analogkamera durch die Strassen New Yorks auf der Suche nach spontanen Situationen und authentischen Motiven. Im Mittelpunkt seines Schaffens standen normale Menschen in ihren alltäglichen Outfits, die dennoch etwas aussergewöhnlich Individuelles ausstrahlen: „Die beste Fashion-Show findet auf der Strasse statt“, so wird Cunningham von der New York Historic Society zitiert. Inzwischen verstorben, gilt er nach wie vor als einer der wichtigsten Modefotografen der Stadt. Seinem Stil folgten zahlreiche Nachahmer.

Mann mit Lederjacke im Strassenbild

Der Aufstieg der Street Style Blogs

Cunninghams Kredo bewährt sich auch für die Street Style Fotografen von heute. Meist handelt es sich bei Ihnen um trendbewusste Privatpersonen in Grossstädten. Die Entstehung von Weblogs und der sozialen Medien erlaubt es, Ihre Eindrücke mit vielen anderen Modebegeisterten zu teilen. Mittlerweile hat die Blogosphäre ein eigenes Subgenre zur Street Style Fotografie hervorgebracht. Zu den renommiertesten Adressen zählen u.a. die Blogs Jak & Jil von Tommy Ton oder Scott Schumanns The Satorialist. Doch auch namhafte Modemagazine wie die Vogue wissen um die Bedeutung von Street Styles und schicken regelmässig eigene Fotografen in die grossen Metropolen der Welt, um aktuelle Trends zu beziehen.

Zum Erfolg zahlreicher Street Style Blogger hat nicht zuletzt der Online-Dienst Instagram beigetragen. Hier teilen sowohl berühmte Fashion Blogger als auch unbekannte Amateurfotografen Ihre Eindrücke der neuesten Looks der Strasse mit ihren Fans, die bei Instagram Follower genannt werden. Viele Street Style Blogger gelangten auf diesem Weg in rasanter Geschwindigkeit zu grosser Bekanntheit. So haben einige mittlerweile mehr Follower, als so manche prominente Persönlichkeit. Der Modebloggerin Kristina Bazan folgen mehr als 1,5 Millionen Personen. Inzwischen wurde die erst 22-Jährige vom US-Wirtschaftsmagazin Forbes zur weltweit zweiteinflussreichsten Person in der Kategorie «Art & Style» gekürt.

Street Style Fotograf bei der Arbeit

Profitables Geschäft

Den Einfluss einiger Street Style Blogger haben viele Modeunternehmen für ihre eigenen Zwecke erkannt. Anlässlich der grossen Fashion Shows in Paris oder Mailand statten sie ihre Models mit Stücken der aktuellen Kollektionen aus und schicken sie gemeinsam mit einem Fotografen auf die Strassen rund um die Veranstaltungsorte. Andere Street Style Fotografen werden darauf aufmerksam und halten ebenfalls mit der Kamera darauf. Die Modelabels können durch die Reichweiten bekannter Street Style Blogger Ihre Kollektionen noch viel mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken und so den Verkauf ihrer Stücke steigern. Dafür erscheint mittlerweile bedeutsamer zu sein, was auf den Strassen geschieht, als was sich auf den Laufstegen abspielt.

Zusammentreffen von Fotografen bei der Fashion Week in Mailand

Hinzu kommen die zahlreichen unbekannten Models, die darauf hoffen, von etablierten Street Style Fotografen beachtet zu werden. Oftmals ohne eigene Einladung reisen sie den grossen Shows hinterher, ziehen sich mehrmals am Tag um und laufen wiederholt über die gleiche Strasse. Dieser »Hype» um Aufmerksamkeit wird von vielen Szenekennern kritisiert, denn er hat mit den ursprünglichen Werten von Authentizität und Spontaneität nicht mehr viel zu tun. Längst schon heisst es: Auffallen um jeden Preis. Dazu wird sich schon mal in schräg-schrille Outfits gekleidet und skurril posiert. Besonders abgehärtete Charaktere versuchen durch nicht wettergerechte Kleidung aufzufallen. Dazu zählt das Tragen von Wollmänteln im Sommer, oder das Zeigen von nackter Haut im Winter.

Tipps für Street Style Models und Fotografen

Viele Blogger wünschen sich inzwischen einen Trend hin zurück zu mehr Natürlichkeit. Für aufstrebende Street Style Models bedeutet das, sich lieber so anzuziehen, wie es der eigenen Persönlichkeit entspricht. Die meisten Fotografen werden schliesslich erkennen, wenn sich jemand verkleidet und dadurch unnatürlich wirkt. Das gleiche Prinzip gilt für das Posieren. Eine Person ist dann authentisch, wenn sie eine natürlich Haltung beim Gehen oder Stehen einnimmt und sich so gibt, als würde der Fotograf gar nicht anwesend sein.

Frau im Destroyed Jeans Look

 

Für diejenigen, die sich selber als Street Style Fotografen unter Beweis stellen wollen, gibt es einige Hinweise beachten. Um auf interessante Motive zu treffen, ist es besser, sich auf stark frequentierten Plätzen in der Stadt aufzuhalten als in abgelegenen Stadtteilen. Hilfreich ist, mit möglichst wenig Foto-Equipment unterwegs zu sein. Dies erleichtert das schnelle Vorankommen. Die meisten Street Style Motive sind schliesslich in Bewegung und stehen nicht statisch an einer Stelle. Deswegen ist es auch ratsam, möglichst kurze Belichtungszeiten zu wählen, damit wichtige Details im Bild nicht verschwimmen. Im Idealfall sind die richtigen Kameraeinstellungen bereits voreingestellt. Für natürliche Aufnahmen empfiehlt es sich ausserdem, auf den Blitz und künstliches Licht zu verzichten und stattdessen bei Tageslicht zu fotografieren.

Zu beachten sind auch die Persönlichkeitsrechte der abgebildeten Personen, insofern sie zu erkennen sind. So entscheiden die abgebildeten Personen in der Regel darüber, ob und in welcher Form ein Bild aufgenommen und veröffentlicht werden darf. Deshalb dürfen Fotos meist nur dann veröffentlicht werden, wenn die darauf Abgebildeten ihr Einverständnis gegeben haben.

Skyline Manhattan

Unterwegs im Grossstadtleben

Die facettenreiche Gestalt und das bunte Treiben einer Grossstadt bieten vielfältige Möglichkeiten für tolle Fotomotive. Um den Charme verträumter Altstadtgassen, moderner Architektur und imposanter Sehenswürdigkeiten auf Fotos möglichst lebendig wirken zu lassen, sind ein paar Tricks und die richtige Vorbereitung das A und O. Ungewöhnliche Motive und Perspektiven sowie die Nutzung von Lichteffekten, symmetrischen Formen und Linien fangen das Flair einer Stadt besonders lebendig ein.

Die folgenden Tipps sorgen für gelungene Fotos aus dem Grossstadtleben mit besonderer Wirkung.

Sehenswürdigkeiten und Architektur

Detailausschnitt vom Pariser Eifelturm

Die vielgestaltige Architektur, der man auf der Entdeckungstour durch eine Grossstadt begegnet, lässt sich auf Fotos toll in Szene setzen. Sehenswürdigkeiten wie historische Gebäude, prunkvolle Schlösser und imposante Brücken sind als Wahrzeichen beliebte Motive für das Fotografieren von Städten. Um diese mal etwas anders einzufangen, macht eine ungewöhnliche Perspektive oder etwa das Hervorheben eines charakteristischen Details des Hauptmotives das Foto interessanter. Auch das Bild im Bild ist eine geschickte Variante, um eine Sehenswürdigkeit einmal anders abzulichten. So kann ein anderes Foto in den Bildausschnitt der Kamera gehalten und somit in das Fotomotiv integriert werden. Ein weiteres kreatives Bild-im-Bild-Motiv (ohne viel Vorbereitung) ist das Fokussieren eines anderen Kamera- oder Smartphonedisplays im Aufnahmemodus mit der verschwommenen Sehenswürdigkeit im Hintergrund.

Paris Notre-Dame

Vor allem beim Fotografieren von Gebäuden besteht die Gefahr von stürzenden Linien, welche im Bild später störend wirken. Diese lassen sich vermeiden, indem die Kamera im nötigen Abstand zum Objekt parallel zum Boden gehalten wird. Da man in engen Strassen jedoch nicht immer ausreichend Abstand zum gewünschten Bauwerk gewinnen kann, können Tilt-Shift-Objektive stürzende Linien beim Fotografieren bereits korrigieren. Andernfalls kann der störende Effekt durch spezielle Bearbeitungssoftware wie Adobe Photoshop im Nachgang angepasst werden.

Symmetrie

Alt-Text: Symmetrisches Motiv des Arc de Triomph Paris

Im Stadtbild sind zahlreiche Formen und Linien gegenwärtig und eignen sich hervorragend zur kreativen Bildgestaltung. Bei genauerem Hinsehen verbergen sich nahezu überall symmetrische Muster und Spiegelungen. So kann eine völlig neue Sichtweise auf akkurat angelegte Schlossparks, modern verglaste Häuserfassaden oder prunkvoll verzierte, historische Bauwerke geschaffen werden. In vielen Städten finden sich Wasserflächen wie Flüsse, Seen und Brunnen, welche faszinierende Spiegelungen der Umgebung zeigen. Je nachdem, wie die Spiegelungsachse im Bild positioniert wird, lassen sich somit effektvolle Fotos kreieren. Allerdings sollte die Wasseroberfläche möglichst glatt und unbewegt sein, da die Spiegelung sonst verzerrt und nicht deutlich erkennbar ist. Die symmetrische Anordnung auf Fotos lässt diese besonders modern wirken und sorgt für eine spannende Abwechslung bei der Motivwahl.

Auge fürs Detail

Neben beeindruckenden Sehenswürdigkeiten und weiten Stadtpanoramas sind es vor allem kleine Details und Momentaufnahmen aus dem Stadtleben, die das Flair einer Stadt im Bild einfangen. So kann ein abgestelltes Fahrrad, ein witziger Strassenname oder ein alter Stadtbus ein tolles Motiv darstellen, welches das Interesse des Betrachters weckt. Bei der Bildgestaltung bietet es sich an, ähnlich wie bei der Landschaftsfotografie, die Drittel-Regel anzuwenden, um ein harmonisch wirkendes Fotos zu erhalten.

Besondere Vorsicht auf der Suche nach Details, die im Fokus des Motivs stehen sollen, ist beim Fotografieren von Menschen im Stadtbild geboten. Sind diese nur ausversehen im Bild gelandet oder nicht zu erkennen, besteht meist kein Problem. Stellen diese aber das Hauptmotiv des Fotos dar, sollte vor der Aufnahme unbedingt die Erlaubnis aller betreffenden Personen eingeholt werden. In der Schweiz wird das Recht des eigenen Bildes als Konkretisierung des Artikel 28 im Zivilgesetzbuch verstanden. Demnach muss die Person, welche auf einem Foto deutlich zu erkennen ist, zunächst einwilligen, bevor dieses verbreitet werden darf.

Verschwommene Menschen im Theater District in Manhattan

Fotografiert man eine belebte Strasse oder eine gut besuchte Sehenswürdigkeit, kann man die sich bewegenden Menschen durch eine lange Verschlusszeit verschwimmen lassen, um ein kreatives Motiv zu erhalten. Um während der längeren Verschlusszeit Verwacklungen zu vermeiden, bietet sich ein Stativ oder eine stabile Abstellfläche wie eine Mauer oder ein Tisch an.

Möchte man dagegen etwa das bunte Treiben auf dem Markt festhalten, empfiehlt sich die Nutzung des Serienmodus, um die bewegten Menschen genau im richtigen Moment zu erwischen.

Um ein Objekt oder eine Person im Vordergrund des Fotos zu betonen, sollte die Aufnahme mit einer langen Brennweite, also im Telebereich des Zooms, gemacht werden. In Kombination mit einer möglichst kleinen Blendenzahl verschwimmt der Hintergrund, während sich der Vordergrund scharf abzeichnet.

Licht

Durch hohe, schattenwerfende Gebäude und spiegelnde Flächen herrschen in Städten oft schwierige Lichtverhältnisse zum Fotografieren. Grundsätzlich sollte daher der ISO-Wert manuell angepasst und auf die ISO-Automatik verzichtet werden, wenn das die Kamera ermöglicht. Um Bildrauschen zu vermeiden oder möglichst gering zu halten, sollte ein geringer ISO-Wert gewählt werden. Der ideale Wert liegt je nach Kamera bei etwa 100.

Für optimale Ergebnisse gilt es, bestimmte Tageszeiten zu beachten. Die schönsten Fotos entstehen natürlich bei Sonnenschein. Die pralle Mittagssonne sorgt jedoch für harte Schatten und eine teilweise Überbeleuchtung in den Aufnahmen.  Die sogenannte „goldene Stunde“ vor dem Sonnenuntergang schafft hingegen mit ihrem warmen Licht besonders intensive Farben. Kurz vor Sonnenuntergang oder etwa eine Stunde vor dem Sonnenaufgang können beleuchtete Bauwerke oder Strassen besonders wirkungsvoll festgehalten werden.

Um belebende Kontraste in das Bild zu bringen, kann die Lichtquelle zu jeder Tageszeit als Gegenlicht oder in Form von Streiflichtern in das Motiv einbezogen werden. Wenn notwendig kann mit Hilfe des Blitzes der Vordergrund aufgehellt werden.

Bei schlechtem Wetter und wenig Sonnenschein eignen sich vor allem Detailaufnahmen, da weitläufige Panoramabilder ihre Wirkung nicht optimal entfalten.

Eine weitere Möglichkeit, mit Licht ein kreatives Motiv zu gestalten, sind sogenannte Light Trails. Diese Lichtspuren hinterlassen vorbeifahrende Autos, wenn mit einer langen Belichtungszeit fotografiert wird. Auch hier gilt es, der Kamera einen festen Standort zu geben, um wackelfreie Ergebnisse zu erhalten.

New Yorker Brooklyn Bridge mit Light Trails

Perspektive

Um den Fotos beim Erkunden einer Grossstadt eine besondere Wirkung zu verleihen, ist die Perspektive entscheidend. So liefert ein erhöhter Standpunkt, wie von einem Aussichtspunkt oder dem nahegelegenen Stadtberg, eine aussergewöhnliche Sicht auf das muntere Treiben der Innenstadt oder die eindrucksvolle Skyline. Für eine gute Schärfentiefe sollte eine recht kleine Blendeneinstellung, etwa zwischen 8 und 11, gewählt werden.

Nicht nur die Vogelperspektive sorgt für tolle Stadtaufnahmen. Moderne Wolkenkratzer lassen sich mit zum Himmel gerichteter Kamera aufregend anders darstellen. Um blendendes Gegenlicht zu vermeiden, wählt man am besten ein Gebäude, welches die Sonne verdeckt oder nutzt die Lichtflecken im Bild gezielt zur Bildgestaltung. Der Kreativität bei der Wahl der Perspektive sind keine Grenzen gesetzt. Eine ungewöhnliche Perspektive kann ein bestimmtes Objekt oder Gebäude eindrucksvoll in Szene setzen und macht ein Foto besonders spannend.

Hochhäuser aus der Froschperspektive

Ausrüstung

Da man auf der fotografischen Erkundungstour durch das Grossstadtleben möglichst flexibel und spontan sein möchte, sollte die passende Ausrüstung zuvor sorgfältig ausgewählt sein. Grundsätzlich lassen sich mit jeder Kamera tolle Fotos schießen. Kameras mit wechselbarem Objektiv und manuellem Modus bieten jedoch stets mehr Spielraum für kreative Bildgestaltung und Anpassung an die herrschenden Lichtverhältnisse.

Statt jedoch für jede denkbare Situation das passende Objektiv einzupacken, bietet es sich an, ein vielseitig einsetzbares zu wählen. Ein Standard-Zoomobjektiv für Kameras mit APS-C-Sensor mit einem Brennweitenbereich von 16 bis 80 Millimeter oder für Vollformat-Sensoren 24 bis 120 Millimeter ist für das Grossstadtleben ideal. Es ermöglicht tolle Detailaufnahmen sowie Aufnahmen, bei welchen ein ausreichend grosser Abstand zum Hauptmotiv besteht.

Für ambitionierte Städtefotografen gehört neben einem zoomfähigen Objektiv auch ein Weitwinkelobjektiv zur Grundausstattung. Dieses ermöglicht durch den grösseren Bildwinkel auch in den oft engen Gassen das weite Erfassen eines Motives, während das Standard-Objektiv bei zu geringem Abstand meist nur einen kleinen Ausschnitt des eigentlichen Motivs abbilden kann.

Hierbei liegt der ideale Brennweitenbereich zwischen 10 und 12 Millimetern für APS-C-Sensoren oder 14 und 16 Millimetern bei Vollformatsensoren.

Für wackelfreie Fotos empfiehlt es sich ein handliches Stativ mitzunehmen, doch in der Grossstadt finden sich meist auch andere Möglichkeiten wie Mauern, Tische im Strassencafé und Ähnliches, um die Kamera wackelsicher aufzustellen.

Street Art Graffiti in Zürich

Street Art Tour durch Zürich

Die Urbane Kunstszene ist schon längst in Zürich angekommen und trifft bei Jung und Alt auf reges Interesse. Zürich gilt neben Basel als der Hotspot für Street Art in der Schweiz. Eine der aktivsten und bekanntesten Street Art Künstlergruppen ist das Duo One Truth, das sich auch international bereits einen Namen gemacht hat. Aber auch andere internationale Künstler hinterlassen ihre Spuren auf den Fassaden Zürichs.

Erfahren Sie hier, welche Street Art Kunstwerke Zürich zu bieten hat und wie Sie den grossen und den unbekannten Künstlern auf Ihren Spuren folgen können.

Street Art Workshop Anbieter

Die Strassen Zürichs mit all ihren Motiven der urbanen Kunstszene zu erforschen muss aktuell noch auf eigene Faust geschehen, denn offizielle Anbieter für Street Art Touren gibt es bisher nur in Basel. Wer dennoch mit Künstlern und der Szene näherkommen möchte, kann Ausstellungen zum Thema Street Art besuchen oder an Workshops in der Schweiz teilnehmen.

Graffiti Street Art Workshop auf Canvas

Workshop online buchen: https://www.geschenkparadies.ch/a/graffiti-street-art-work-shop-auf-canvas

Angebot: Graffiti Workshop

Street Art Workshop One Truth

Infos zum Workshop: http://www.onetruth.ch/what-we-do.html

Angebot: Live Painting, Workshops, Teamevents

Die Street Art Szene von Zürich selbst erkunden

Wer nicht ohne feste Anlaufpunkte durch die Strassen Zürichs wandern möchte, für den haben wir eine kleine Tour zusammengestellt, die sich ohne öffentliche Verkehrsmittel erlaufen lässt. Die Tour beginnt im Herzen Zürichs, unweit des Hauptbahnhofs. Startpunkt ist die 13 Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernte Gotthelferstrasse 53. An dieser Hauswand hat sich das Künstlerduo One Truth mit einem gigantischen Kunstwerk verewigt. Auf Street Art des Duos, bestehend aus Dr. Drax und Pase, trifft man in Zürich häufiger, besonders in Form flächendeckender Graffitis auf Häuserfronten.

Kunstwerk der Künstler One Truth: Abstrakte bunte Gestalt auf einer Hausfront in Zürich

Street Art vom Künstlerduo One Truth in der Gotthelferstrasse 53, Zürich

Der Weg führt danach weiter in die Sihlhallenstrasse. Dort entdeckt man nach einigen Metern das rote Backsteinhaus, welches das Hotel Rothaus beherbergt. An dessen Fassade lässt sie sich leicht ausmachen: Die Dame im «Kleinen Schwarzen». Dieses Kunstwerk entstammt dem Design Studio Intégral Ruedi Baur. Die simplen Figuren stellen die arbeitende Bevölkerung dar und man kann sie in ganz Zürich wiederfinden.

Frau in schwarzen Mini-Kleid auf rote Backsteinmauer, geklebt vom Design Studio Intégral Ruedi Baur

Street Art vom Design Studio Intégral Ruedi Baur in der Sihlhallenstrasse

Der nächste Hotspot liegt in der Zollstrasse. Mit dem Titel „Machine Life“ vereinen sich abstrakte Wesen mit Maschinenelementen zu einem schwarz-weissen Gesamtkunstwerk der Künstler One Truth. Es lohnt sich, dieses Bild näher zu betrachten, denn erst dann kann man die vielen Details entdecken.

Detailreiches Schwarzweiss Graffiti mit Maschinenelementen

Street Art vom Künstlerduo One Truth

Gleich daneben findet sich dieses Graffiti eines unbekannten Künstlers:

Das Gesicht einer Frau hinter rotem Mohn in der Züricher Zollstrasse

Street Art in der Züricher Zollstrasse

Dreht man gleich wieder um, entdeckt man in der angrenzenden Neugasse ein Kunstwerk der internationalen Künstlerin Tika. Dort ziert eine Velofahrerin die Rollläden des Geschäfts Velocitta. Tika ist trotz ihres Züricher Kunststudiums noch nicht allzu bekannt in der Schweiz. In ihren meist geometrischen Werken bringt sie Dinge ein, die sie beschäftigen: Die Verschmutzung der Umwelt und das Konsumverhalten.

Abstrakte Velofahrerin auf Rollladen von Tika

Street Art: Velofahrerin der Künstlerin Tika

Von diesem Punkt aus geht es in die Rötelstrasse zum wohl meist fotografierten Street Art Gemälde der Künstlergruppe One Truth. Das Werk zieht sich über mehrere Häuser und wurde im gleichen Stil wie in der Gotthelferstrasse gestaltet.

Grosse, abstrakte Gestalten auf den Häusern der Züricher Rötelstrasse von One Truth

Street Art vom Künstlerduo One Truth in der Rötelstrasse

Neben all den grossen und kleinen, gut sichtbaren und versteckten Kunstwerken fällt Eines in Zürich immer wieder auf: Das Rübli. Achtet man darauf, so entdeckt man sie fast überall. Doch was hat es damit auf sich? Kein Künstler hat sich bisher zu diesem besonderen Rübli bekannt. Fest steht, dass das Inkognito-Rübli auch ohne Bekannten Künstler zum Trend geworden ist und zahlreiche Hauswände ziert.

Orange Rübli als Graffiti an einer Züricher Hauswand von unbekanntem Künstler

Rübli von unbekanntem Künstler an einer Züricher Hauswand

Stand Juni 2016: Da Street Art eine dynamische und schnelllebige Kunst darstellt, kann es vorkommen, dass einige der hier genannten Kunstwerke durch neue ersetzt oder überpinselt wurden.

John Lennon als Street Art vom Künstler Gnasher in der Nähe der Camden High Street in London

Street Art Tour durch London

Europaweit lässt sich London als eine wahre Hochburg für Street Art bezeichnen. Zahlreiche Kunstwerke aller Art sind in den Strassen der Britischen Hauptstadt zu finden. Stadtteile wie Shorditch, das gesamte East End oder Camden Town gelten dabei als Hotspots für Street Art Fans und Künstler. Die wohl bekanntesten Kunstwerke stammen vom britischen Street Art Künstler Banksy selbst, der mit seiner Schablonen-Graffiti-Technik auch über die Grenzen von Europa hinaus einen hohen Bekanntheitsgrad geniesst.

Erfahren Sie hier, welche Street Art Kunstwerke London zu bieten hat und wie sich diese am besten erkunden lassen.

Street Art Tour Anbieter

Da sich in London eine schier unendliche Anzahl an Kunstwerken finden lässt, empfiehlt sich eine geführte Street Art Tour. Auf solch einer Tour werden einem nicht nur die Highlights der Street Art Szene gezeigt, sondern auch noch viele interessante Informationen zu den einzelnen Künstlern und Werken erzählt. Die meisten Street Art Touren durch London sind um die zwei bis drei Stunden lang und beschränken sich auf einen Stadtteil. Allerdings gibt es auch Anbieter, die eine individuelle Tour durch mehrere Stadtteile zusammenstellen. Ebenso zu empfehlen sind Workshops für Fotografie-Begeistere. In diesen Workshops werden den Teilnehmern nicht nur einzelne Street Art Kunstwerke gezeigt, sondern auch die Kniffe der Street Art Fotografie näher gebracht.

Shoreditch Street-Art Tours

Tour online buchen: www.shoreditchstreetarttours.co.uk

Angebot: Walking Tours, Fotografie-Workshops, Nachttouren

Camden Street Art Tours

Tour online buchen: camdenstreetarttours.com

Angebot: Walking Tours, Workshops, private Touren

London Graffiti & Street Art Tours

Tour online buchen: www.londongraffititours.com

Angebot:  Walking Tours, Ganztagestouren, private Touren

Die Street Art Szene von London selbst erkunden

Wer lieber auf eigene Faust die Strassen von London erkunden möchte, für den haben wir eine kleine Street Art Tour durch den bunten und schrillen Stadtteil Camden Town zusammengestellt.

Blick auf die bunte Camden High Street im Londoner Stadtteil Camden Town

Street Art London Camden Town High Street

Von der Innenstadt aus lässt sich das bekannte Viertel im Norden von London mit dem Bus (Linien 24, 27, 31, 168, N5, N28, N31) oder mit der Underground (Linie: Northern) in wenigen Fahrminuten erreichen. Schon beim Aussteigen an der Haltestelle Camden Town zieht einen das bunte Viertel in seinen Bann. Aufwendig gestaltete Hausfronten mit überdimensionierten Installationen, aussergewöhnlichen Ladengeschäften, schrillen Menschen und unterschiedlichsten Street Art Kunstwerken prägen das Bild des Stadtteils.

Street Art der Künstlerin Anna Laurini - Faces

Street Art London Gesicht by Anna Laurini

Neben den berühmten Faces von Anna Laurini, die links und rechts der High Street an Eingangstüren oder Stromversorgungskästen zu finden sind, lässt sich direkt an der Kreuzung Greenland Road und Camden High Street hoch oben an einer Hausfassade ein Graffiti vom Künstler Mau Mau entdecken, das den Schriftzug „Get Rich Or Try Sharing“ trägt. Der für seine zum Teil sozialkritischen Motive bekannte Künstler realisierte auch schon Projekte für das Glastonbury Festival oder Greenpeace.

Street Art des Künstlers Mau Mau „Get Rich Or Try Sharing“ an der Strassenkreuzung Camden High Street und Greenland Road

Riot Fox „Get Rich Or Try Sharing” vom Künstler Mau Mau

Folgt man dem Strassenverlauf der Camden High Street in Richtung Camden Lock Market und Stables Market, dann werden einem nicht nur die bunten Häuserfassaden ins Auge fallen, sondern auch ein Graffiti, das über der Strasse „wacht“. Das Gesicht, welches vom Künstler Penao auf die Fassade gesprüht wurde, blickt etwas nachdenklich auf das bunte Treiben auf der High Street. Aber nicht nur hoch oben an den Fassaden lassen sich Graffitis finden. Eines der bekanntesten Street Art Kunstwerke ist in einer kleinen Nebenstrasse zu finden. In der Jamestown Road an der Mauer des Oxford Arms Pubs sticht einem ein Graffiti vom Street Art Künstler Gnascher ins Auge. Der für seine Portraits von berühmten Persönlichkeiten und Comicfiguren bekannte Künstler hat hier den englischen Musiker und Komponisten John Lennon porträtiert.

Street Art in Camdon Town vom Künstler Penao

Street Art vom Künstler Penao

John Lennon als Street Art vom Künstler Gnasher in der Nähe der Camden High Street in London

Street Art vom Künstler Gnasher

Angekommen am Camden Lock Market, lassen sich dort nicht nur kleinere Street Food Märkte finden, sondern auch zahlreiche Street Art Kunstwerke – so beispielsweise unterhalb der Camden High Street Bridge No 24 an einer schattigen Mauer am Ufer des Regent’s Canal. Neben vielen kleinen Schriftzügen und Slogans hat sich hier der Street Artist Unify mit einem Graffiti namens „Gangster Granny“ verewigt. Weitere Kunstwerke von Unify lassen sich auch in den Stadtteilen Shoreditch und Brixton finden.

Street Art des Künstlers Unify „Gangster Granny“ unterhalb der Camden High Street Bridge No 24

Street Art „Gangster Granny“ von Unify

Stand April 2016: Da Street Art eine dynamische und schnelllebige Kunst darstellt, kann es vorkommen, dass einige der hier genannten Kunstwerke durch neue ersetzt oder überpinselt wurden.

Street Art belebt urbane Räume und findet immer mehr Begeisterte

Street Art – Motivwahl

Was früher und teilweise auch heute noch von einigen Leuten als Schmiererei an Häuserfassaden, Bahnhofsgebäuden und Stromkästen empfunden wurde, stellt heute eine eigene Form der Kunst dar: die Street Art. Wer sich mit offenen Augen durch die Strassen der Grossstädte dieser Welt bewegt, wird auf die verrücktesten Motive stossen. Natürlich fällt nicht jede Graffiti-Signatur in die Kategorie der «nichtkommerziellen Kunst im öffentlichen Raum». Von überlebensgrossen Portraits über verzerrte Karikaturen bis hin zu abstrakten Gebilden und Schriftzügen kann Street Art unzählige Gesichter haben. Zunehmend wird sie als Bereicherung des oft grauen und eintönigen Grossstadt-Dschungels gesehen, statt als Verschmutzung des öffentlichen Raumes.

Bei den verschiedenen Ausprägungen von Street Art unterscheiden sich mehrere Stile und Techniken.

Wir zeigen Ihnen 6 der typischsten und ausgefallensten Techniken, nach denen Sie bei Ihrem nächsten Städtetrip unbedingt Ausschau halten sollten.

Ad-Busting

Jeder hat vermutlich schon einmal ein Werbe- oder Wahlplakat gesehen, dass mit kleinen Ergänzungen oder bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet worden ist. Sofern es sich nicht nur um Schmierereien mit dem Kugelschreiber handelt, die schnell im Vorbeigehen hinterlassen wurden, handelt es sich um Ad-Busting. Diese Stilart wird besonders zur provokativen Entfremdung von Werbung im öffentlichen Raum genutzt. Dabei werden Plakate überklebt oder bemalt, um die eigentliche Message ins Gegenteilige oder Lächerliche zu ziehen. Ad-Busting steht ganz im Zeichen der Kritik an Werbung und Medien und wird schon seit über 40 Jahren von Street Art Künstlern praktiziert.

Cut-Out

Neben ausgefallenen grossflächigen Motiven, die man in verschiedenster Form im öffentlichen Raum findet, sind Cut-Outs oft erst auf den zweiten Blick zu entdecken. Diese stellen lediglich einen bestimmten Ausschnitt eines Motivs dar und werden nahezu heimlich ins Stadtbild integriert. Die meist schwarz-weissen Motive können von Tieren über Menschen bis zu Gegenständen jede Gestalt annehmen. So sieht man beispielsweise nur die Hände einer Figur, die aus einem Briefkasten klettern will oder die Augen eines Tieres, dass durch einen Spalt in der Mauer die Passanten zu beobachten scheint.

Eine kleine Figur scheint aus dem Strassenschild zu steigen

Sticker

Möchte man seine eigene Signatur oder sein persönliches Logo möglichst weit im urbanen Raum verbreiten, sind Sticker eine beliebte Möglichkeit und eine weitverbreitete Street Art Technik. Ein kurzer Slogan oder ein einprägsames Motiv lassen sich preisgünstig vervielfältigen und ohne grossen Zeitaufwand einfach an sämtlichen Flächen anbringen. Statt die Sticker drucken zu lassen, greifen viele Künstler auch auf gut klebende Päckchenaufkleber zurück. Diese werden dann mit Schablonen, Farbstiften oder Stempeln abstrakt gestaltet und an Bushaltestellen, Strassenschildern, Briefkästen und Ähnlichem platziert.

Roll-On

Besonders für grossflächige Motive wird die Roll-On Technik verwendet. Wie der Name bereits vermuten lässt, wird hierbei das Kunstwerk mit Farbrollen an die Wand gebracht. Mit Hilfe von Teleskopstangen können auch schwer erreichbare Stellen an Brücken und Häuserfassaden erreicht werden. Da präzise Motive mit einer Farbrolle schwer zu gestalten sind, werden mit dieser Technik vorwiegend kurze und prägnante Slogans oder Sprüche in grossen Lettern aufgetragen.

Grosse Schriftzüge werden meistens mit Farbrollen an die Wand gebracht

Urban Knitting

Eine sehr schräge und eher seltenere Ausprägung von Street Art ist das Urban Knitting. Hierbei werden Autos, Strassenlaternen, Stromkästen und Ähnliches mit auffälligen Strickelementen versehen oder komplett eingehüllt. Da diese Technik, je nach Ausmass der gestrickten Elemente, äusserst aufwändig ist, schmuggelt sie sich eher selten ins Stadtbild. Findet man dennoch ein Urban Knitting auf seinem Weg, ist dies definitiv einen Schnappschuss wert.

Mural

Riesige Bilder an tristen Häuserfassaden werden als Murals bezeichnet. Sie beeindrucken besonders durch ihre enorme Grösse und sind im Gegensatz zu vielen anderen Street Art Formen in der Regel legal. Für die gezielte Gestaltung grosser, farbloser Flächen an Gebäuden, Brücken und Mauern erhalten in vielen Metropolen immer öfter Street Art Künstler die Möglichkeit, ihre faszinierenden Werke zur Schau zu stellen. Einige Murals haben somit in ihrer Stadt bereits Kultcharakter erlangt und zählen zu den örtlichen Sehenswürdigkeiten.

Ein bekanntes Mural in Berlin