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Spiegelreflexkamera von hinten – Display zeigt eine Vase

Sensortypen in der Fotografie

In der analogen Fotografie wurden noch Filme in die Kamera eingelegt, um dessen Negative später in der Dunkelkammer zu entwickeln. Bei den digitalen Kameras wird der Film durch den Sensor ersetzt. Dieser verwandelt das Licht, dass durch die Blende und den geöffneten Verschluss fällt, in ein digitales Bild. Somit ist der Sensor das Herzstück einer jeden Digitalkamera.

Ein solcher Bildsensor besteht aus mehreren Millionen lichtempfindlichen Fotoioden, die die eintreffenden Lichtphotonen in elektrische Signale umwandeln. Anschliessend speichert der Bildsensor die Signale als einzelne Bildpunkte ab. Diese sind unter dem Begriff Pixel bekannt. Wie viele dieser Pixel der Sensor speichern kann, resultiert in der Auflösung des Bildes.

Ein Bildsensor ist ein festes Bauteil in der Kamera, welches nicht wie ein Objektiv gewechselt werden kann. Sensoren gibt es in verschiedenen Grössen für unterschiedliche Einsatzgebiete. In diesem Artikel stellen wir Ihnen die drei gängigsten Sensortypen Vollformat, APS-C und Four-Third sowie ihre Vor- und Nachteile, vor.

Vollformatsensoren

Das Vollformat ist auch unter der Bezeichnung Kleinbildformat geläufig und stammt ursprünglich vom 35-mm-Film ab. Die Grösse eines Vollformatsensors ist identisch mit dem Negativ eines analogen Filmes. Dieser ist exakt 24 mm x 36 mm gross und vor allem in hochpreisigen Digitalkameras zu finden.

Der Vollformatsensor ist um das 2,5-fache grösser als die nächst kleinere Variante. Durch den Grössenvorteil bieten Vollformatsensoren den Pixeln mehr Platz als jeder andere Sensor. So können sich die Pixel in ihrer Grösse mehr ausdehnen. Zudem kann der Sensor eine grössere Menge an Licht aufnehmen. Folglich sind Kameras mit Vollformatsensor lichtstärker. Dies macht sich vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen bemerkbar. Anders als bei einem APS-C-Sensor muss bei schlechten Lichtverhältnissen nicht unbedingt der ISO-Wert nach oben korrigiert werden. Eine Qualitätsminderung der Aufnahmen durch Bildrauschen ist daher der Einzelfall bei Verwendung eines Vollformatsensors.

Um einen hohen ISO-Wert zu vermeiden, wird die Belichtung meist durch eine dementsprechend lange Belichtungszeit angepasst. Bei der Nutzung von langen Belichtungszeiten ist in der Regel ein Stativ notwendig. Auch hier kommt der Vorteil der hohen Lichtstärke des Sensors zum Tragen. Belichtungszeiten, bei denen noch frei Hand fotografiert werden kann, reichen hier nämlich meist aus.

Eine Kamera mit Vollformatsensor bietet den grösstmöglichen Bildausschnitt in der digitalen Fotografie. Zusätzlich entfällt der Cropfaktor. Der Cropfaktor ist die Differenz der Diagonalen eines Vollformatsensors und der eines kleineren Sensors.

Bezogen auf die Bildqualität bietet eine Vollformatkamera viele Vorteile. Die Nachteile liegen hierbei eher im Bereich der Grösse, des Gewichts und des Preises der Kamera. Durch den grossen Sensor sind die Kameras automatisch grösser und schwerer. In preislicher Hinsicht sind diese Kameras ab einem vierstelligen Betrag zu haben. Eine Kamera mit Vollformatsensor bringt jedoch nur in Verbindung mit entsprechend hochwertigem Zubehör die volle Leistung. Sie sollten also ein ebenfalls hochwertiges und geeignetes Objektiv nutzen. Dies kann die Anschaffungskosten einer Vollformatkamera mit passendem Equipment schnell in die Höhe klettern lassen.

APS-C-Sensoren

APS-C- und DX-Sensoren sind die nächst kleineren Sensoren zum Vollformat. Diese sind überwiegend in digitalen Spiegelreflex- und Kompaktkameras zu finden.

Die Sensorgrösse APS-C ist auf das APS-Aufnahmeformat von Kodak und anderen Herstellern zurückzuführen. Den Begriff APS-C führte jedoch Canon mit seiner ersten digitalen Spiegelreflexkamera ein. Nikon verwendet für das gleiche Sensorformat die Abkürzung DX.

Der APS-C-Sensor ist nicht auf eine bestimmte Grösse genormt, sodass dieser je nach Hersteller und Modell in seiner Grösse variieren kann. Dennoch spricht man bei APS-C von einem 2:3 Seitenverhältnis, das ungefähr eine Grösse von 22,3 mm x 14,9 mm aufweist. Da der APS-C Sensor kleiner ist als das Vollformat, ist hier der Cropfaktor zu beachten. Bei Canon ist dies zwischen 1,5 und 1,6. Das bedeutet, dass sich bei APS-C- und kleineren Sensoren der Bildausschnitt verkleinert und dadurch die Brennweite des Objektives dementsprechend umgerechnet werden muss.

Abbildung einer digitalen Spiegelreflexkamera

Im Vergleich zu den Vorteilen des Vollformats ist bei den APS-C-Sensoren mit Verlusten zu rechnen. Das heisst, dass ein APS-C-Sensor nicht so viel Licht aufnehmen kann, wodurch mit einer schlechteren Bildqualität zu rechnen ist. Nachteile gibt es auch im Weitwinkelbereich, da sich der Bildausschnitt durch den Cropfaktor verkleinert. Folglich werden für den gleichen Bildausschnitt kleinere Brennweiten benötigt. Für einen grösseren Bildwinkel kann ein Weitwinkelobjektiv sorgen.

Die Nachteile des Vollformats sind wiederum die Vorteile des APS-C-Sensor. Die Kameras sind kleiner, handlicher und auch günstiger. Zudem ist die verminderte Bildqualität als eher nebensächlich zu betrachten, da diese durch hochwertige Objektive ausgeglichen werden können.

Micro-Four-Thirds und Four-Thirds-Sensoren

Four-Thirds Sensoren sind in kleinen digitalen Spiegelreflexkameras und in spiegellosen Kompaktkameras zu finden. Diese sind im Vergleich zum APS-C-Sensor nochmals um 30 bis 40 Prozent kleiner.

Neben der Sensorgrösse definiert der Four-Thirds-Standard zusätzlich das Objektivbajonett samt Kommunikationsprotokoll, den Abbildungskreis und das Auflagemass. Dies macht es möglich auf denselben Kamerabody Objektive verschiedener Hersteller anzubringen. Bei einer DSRL mit APS-C-Sensor ist dies nicht ohne weiteres möglich. Sowohl Canon als auch Nikon verwenden verschiedene standardisierte Objektiv-Anschlüsse.

Eine Weiterentwicklung der Four-Thirds-Kameras sind die Micro-Four-Thirds-Kameras. Diese besitzen keinen Spiegel, wodurch sie ein kleineres Auflagemass aufweisen. Unter dem Auflagemass wird der Abstand zwischen dem Sensor und der Befestigungsfläche des Objektives verstanden. Durch den fehlenden Spiegel entfällt zusätzlich der Sucher. Folglich wird das Motiv ausschliesslich über den Live-View-Modus gewählt. Dadurch wird die Kamera zwar kompakter, allerdings können selbst hochauflösende Displays in Bezug auf die Einschätzung von Dunkelheit und Mittagssonne nicht mit einem Sucher mithalten.

Ein Nachtteil der Micro-Four-Thirds ist die hohe Schärfentiefe. Dadurch lassen sich vor allem in der Portraitfotografie nur schwer Unschärfen erzeugen. Durch den kleineren Sensor im Vergleich zur Vollformat müssen auch hier Abzüge in Bezug auf die Lichtstärke und dem Bildrauschen gemacht werden. Diese beiden Nachteile lassen sich jedoch wie bei den APS-C-Kameras durch die richtigen Objektive korrigieren. Der langsamere Autofokus kann allerding nicht durch ein Objektiv behoben werden. Dieser Nachteil stellt vor allem bei der Aufnahme von bewegten Objekten ein Problem dar.

Fazit

In facto Bildqualität ist die Vollformatkamera der absolute Spitzenreiter. Sein grosser Sensor sorgt für einen grösseren Bildwinkel und einen stärkeren Lichteinfall, welches in beiden Fällen die Qualität steigert.  Durch die Grösse des Sensors wird die Kamera schwerer, grösser und auch teurer. Die günstigeren Alternativen sind Kameras mit einem APS-C- oder einem Four-Third-Sensor. Beide weisen ein Defizit in Bezug auf die Lichtstärke und die Bildqualität auf. Diese können jedoch mit dementsprechend hochwertigen Objektiven ausgeglichen werden. Beim Objektiveinsatz hat die Four-Third-Kamera den Vorteil, dass der Objektivanschluss standardisiert ist und somit problemlos Objektive von verschiedenen Herstellern verwendet werden können. Dies ist bei DSLR-Kameras mit APS-C-Sensor nicht ohne weiteres möglich. Wer in die Richtung Sport- oder Tierfotografie gehen möchte, sollte nicht auf eine Four-Third-Kamera zurückgreifen, da der Autofokus Schwächen in Anbetracht der Geschwindigkeit aufweist.

Konkrete Tipps, welcher Sensortyp der richtige ist, gibt es nicht. Der Kauf einer Vollformat-Kamera ist im Normalfall nur im Profisegment notwendig. Bei der Entscheidung zwischen APS-C und Four-Third, entscheiden einzig und allein die eigenen Vorlieben, Bedürfnisse und Ansprüche.

Blendeneinstellung im Objektiv

Unterschied von Brennweite und Bildwinkel

Brennweite und Bildwinkel bedingen sich gegenseitig, bedeuten allerdings faktisch nicht das Gleiche. Während sich der Bildwinkel aus der Berechnung von Sensorgrösse und Brennweite ergibt, ist die Brennweite selbst eine feste Grösse. Bei einem Zoomobjektiv kann diese, sonst unveränderbare Eigenschaft, variiert werden.

Erfahre im nachfolgenden Artikel, was sich hinter den Begriffen Brennweite und Bildwinkel im Einzelnen verbirgt und wie diese miteinander zusammenhängen. Ausserdem wird der Unterschied zwischen den beiden Begrifflichkeiten aufgezeigt.

Brennweite in der Fotografie

Die Brennweite ergibt sich aus dem Abstand vom Fokus in der Linse bis zum Sensor in der Kamera. Im Fokus steht die schärfste Stelle des zu fotografierenden Motivs, während die Linse in der Kamera den Standpunkt markiert, von dem aus fotografiert wird. Der besagte Abstand wird in Millimetern angegeben (mm) und stellt somit die Masseinheit der Brennweite dar. Von aussen ist dieser Abstand im Objektiv nicht immer erkennbar, sodass man von der Grösse eines Objektives nicht auf dessen Brennweite schliessen kann. Jedes Objektiv ist daher beschriftet.

Objektive mit verschiedenen Brennweiten

Einzig und allein das Objektiv bestimmt dabei über die Brennweite der Aufnahme. Die Kamera selbst oder die Sensorgrösse sind für die Einstellung der Brennweite unerheblich. Der Fotograf entscheidet je nach gewünschtem Bildeffekt, welches Objektiv er benutzt. Er berücksichtigt dabei den möglichen Bildausschnitt, die Grösse der Abbildung und die Entfernung zum Motiv.

Es gibt Objektive mit Festbrennweiten oder Zoomobjektive. Bei der Benutzung von Festbrennweiten muss für eine Brennweitenänderung das Objektiv gewechselt werden. Zoomobjektive dagegen bieten eine Brennweitenspanne und können somit ohne Objektivwechsel in einem bestimmten Bereich verstellt werden. Für grosse Motive, die in Ihrer Gänze abgebildet werden sollen, empfiehlt sich ein Weitwinkelobjektiv. Diese haben Brennweiten unter 40mm. Bei weiten Entfernungen werden Teleobjektive mit Brennweiten ab 60 mm aufwärts verwendet.

Der Bildwinkel einer Fotografie

Aus der Diagonalen des Aufnahmeformats ergibt sich der Bildwinkel. Mit dem Bildwinkel wird eine Verbindung zu den unterschiedlichen Sensorgrössen geschaffen. In seltenen Fällen wird der Bildwinkel auch über die Höhe oder die Breite des Aufnahmeformats statt über die Diagonale bestimmt.

Der Bildwinkel ändert sich mit der Grösse des Sensors. Ist der Sensor klein, ist es ebenso der Winkel. Ist der Sensor gross, streckt sich auch der zugehörige Winkel. In einen kleinen Bildwinkel passt dabei nicht so viel Bildmotiv wie in einen grossen Bildwinkel.

veränderter Bildwinkel bei anderer Kamera mit kleinerem Sensor

Zusammenhang von Brennweite und Bildwinkel

Da die Brennweite eine absolute Grösse ist, ändert sich der Bildwinkel mit der Sensorgrösse. Hat man beispielsweise einen Vollformat-Sensor von 24×36 mm, entspricht eine Brennweite von 28mm einem Weitwinkelobjektiv. Die gleiche Brennweite bei einer Pocketkamera mit einem viel kleineren Sensor entspricht bereits einem Teleobjektiv.

Eine Änderung der Brennweite kann durch den Wechsel des Objektivs oder durch die Zoomfunktion des Objektivs bewirkt werden. Hierbei gilt: Je grösser die Brennweite, desto kleiner der Bildwinkel und entgegengesetzt. Abhängig vom Standort und der Grösse des Bildausschnittes wird vom Fotograf die Brennweite eingestellt.

Schärfentiefe mit Brennweite und Bildwinkel

Die Grösse des Bildwinkels sorgt auch für die Tiefenschärfe eines Bildes. Diese sagt aus, ob der Hintergrund kleiner oder grösser erscheint. Als Tiefenschärfe wird die Ausdehnung des scharfen Bereiches bezeichnet. Je näher das zu fotografierende Objekt ist, desto geringer ist die Schärfeebene. Daraus folgt, dass je grösser der Bildwinkel und je kleiner die Brennweite, desto geringer ist die Schärfentiefe. Solange man den selben Sensor benutzt, wird die Tiefenschärfe nur durch die Brennweite beeinflusst. Die Art des Sensors kann nur variiert werden, indem eine andere Kamera verwendet wird. Wird eine Kamera mit einem grösseren oder kleineren Sensor verwendet, verändert sich das Verhältnis zwischen Schärfentiefe und Brennweite. Der Bildwinkel wird gestaucht oder gestreckt. Wurde die Kamera und somit die Grösse des Sensors gewechselt, muss bei einem grösseren Sensor die Brennweite erhöht werden, um anschliessend den gleichen Bildwinkel zu erhalten.

Schärfentiefe in einem Bild

Eine höhere Brennweite hat eine geringere Schärfentiefe zur Folge. Um bei unterschiedlichen Brennweiten die gleiche Schärfentiefe zu erhalten, muss die Einstellung der Blende geändert werden. Die Blende ist die Öffnungsweite der Eintrittspupille. Sie sorgt für die Kontrolle des gewünschten Lichteinfalls. Um eine hohe Schärfentiefe zu erreichen, muss bei Objektiven mit geringen Brennweiten die Blende weiter geschlossen werden als bei einem Objektiv mit grossen Brennweiten. Je weiter die Blende geschlossen wird, desto grösser wird die Schärfentiefe.

Blendeneinstellung im Objektiv

Fazit: der Unterschied zwischen Brennweite und Bildwinkel

Der Unterschied zwischen Brennweite und Bildwinkel ergibt sich aus ihrem Zusammenspiel. Beide Werte bedingen sich und hängen miteinander zusammen. Die Brennweite ist eine absolute Grösse, die vom Objektiv her bestimmt wird. Bei Zoomobjektiven kann diese allerdings in einem vorgegebenen Bereich verändert werden.

Der Bildwinkel ist sowohl von der Brennweite als auch von der Sensorgrösse abhängig. Der Sensor einer Kamera ist ein festes Bauteil. Dessen Grösse lässt sich nur durch den Wechsel der Kamera beeinflussen. Hierbei gilt: Je kleiner der Sensor, desto kleiner ist der Bildwinkel.

 

Vorher- und Nachher-Vergleich des Bildrauschens einer Aufnahme

Bildrauschen – der lästige Begleiter der hohen ISO Werte

Der ISO Wert ist neben der Belichtungszeit und der Blende eine der zentralen Einstellungskomponenten Ihrer Kamera. Er entscheidet über die Lichtempfindlichkeit des Kamerasensors. Bei einem hohen ISO Wert benötigt die Kamera weniger Zeit, um das gewünschte Motiv zu belichten. Auf diese Weise können Sie auch in dunklen Umgebungen fotografieren, ohne mit Verwacklern durch lange Belichtungszeiten rechnen zu müssen. Eine hohe Lichtempfindlichkeit des Sensors bringt jedoch auch einen grossen Nachteil mit sich. Sie wirkt sich negativ auf die Qualität Ihrer Bilder aus. In diesem Fall spricht man dann vom sogenannten Bildrauschen.

In diesem Artikel geben wir Ihnen Tipps zur Wahl des richtigen ISO Werts und zeigen Ihnen, wie sie mit Hilfe des Programms Neat Image unliebsames Bildrauschen aus Ihren Bildern entfernen.

Den ISO Wert in Abhängigkeit der Umgebung festlegen

Generell sollten Sie stets versuchen, den ISO Wert so gering wie möglich zu halten. In den meisten Fällen sprechen wir dann von einem ISO Wert von 100, bei manchen Kameras von 50. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass Ihre Bilder frei von lästigen Bildrauschen sind.

ISO 100 – 200 – bei Sonnenschein

Die Wahl eines ISO Werts von 100 ist meist nur möglich, wenn Sie draussen bei unbewölktem Wetter fotografieren. Sind dennoch wenige Wolken sichtbar, die zum Teil die Sonne verdecken, dann können Sie auch unbesorgt einen ISO Wert von 200 verwenden. Das Rauschen ist in diesen Bereichen bei den meisten Kameras nahezu nicht erkennbar.

Schnellübersicht über Verschlusszeit, Blende, ISO-Wert und sonstige Einstellungen einer DSLR

ISO 400 – 800 – bei bewölktem Wetter und zum Abend hin

Ziehen am Himmel dichtere Wolken auf oder neigt sich die Sonne am Horizont dem Tagesende, so sollten Sie einen ISO Wert im Bereich von 400 bis 800 einstellen. Auf diese Weise können Sie unbesorgt weiter fotografieren, ohne dabei Kompromisse in Form einer verlängerten Belichtungszeit oder einer reduzierten Blendenzahl eingehen zu müssen. Bei einem ISO Wert von 800 tritt bei vielen Kameramodellen, insbesondere in den dunklen Bildbereichen, bereits Bildrauschen auf.

ISO >800 – bei Nacht und in geschlossenen Räumen

Für das Fotografieren bei Nacht oder in dunklen und nur schlecht beleuchteten Innenräumen empfiehlt sich ein ISO Wert grösser oder gleich 800. Alternativ können Sie auch auf ein Stativ und eine entsprechend längere Belichtungszeit zurückgreifen – sofern sich Ihr Motiv nicht bewegt. Auf diese Weise können Sie den derzeitigen ISO Wert beibehalten und stärkerem Bildrauschen vorbeugen.

Auch das Motiv beeinflusst die Wahl des ISO Werts

Die Wahl des ISO Werts ist nicht nur abhängig von den Lichtbedingungen der Umgebung, sondern auch von dem Motiv, welches Sie fotografieren möchten. Da Sie mit einer höheren Lichtempfindlichkeit weniger Zeit zum Belichten benötigen, können Sie somit auch schnelle und bewegte Motive gut einfangen. Beim Fotografieren von unbewegten Motive sind Sie hingegen nicht auf eine auf kurze Belichtungszeit angewiesen, wodurch Sie auch niedrigere ISO Werte wählen können.

Durch hohe ISO Werte verursachtes Bildrauschen entfernen

Störendes Bildrauschen können Sie mit vielen Bildbearbeitungsprogrammen in wenigen Schritten aus Ihrem Bild entfernen. Hierzu müssen Sie keine professionellen und kostenpflichtigen Programme wie Photoshop besitzen. Das Programm Neat Image eignet sich hervorragend, um unansehnliche Bilder mit hohem Bildrauschen in qualitativ hochwertige Bilder zu verwandeln. Die Demoversion des Programms kann kostenlos und ohne Registrierung mit einigen Funktionseinschränkungen genutzt werden.

Kameras, Kameraobjektive, Kamerataschen und weiteres Zubehör

Das Ausgangsbild wurde bei mässigen Lichtbedingungen mit einem ISO Wert von 6400 aufgenommen. Insbesondere in den dunklen Bereichen des Bildes ist bei näherer Betrachtung Bildrauschen zu erkennen (zum Beispiel bei den Kamerataschen vorne links und hinten rechts im Bild oder bei dem linken Objektiv)

Zu allererst fügen Sie das gewünschte Bild über «Open Input Image» in das Programm ein.

Einfügen des Bildes in Neat Image

Daraufhin klicken Sie auf den Menüreiter «Device Noise Profile». Wählen Sie die Option «Auto Profile», damit Neat Image das Rauschverhaltensprofil Ihres Kameramodells lädt. Nach einer kurzen Ladezeit erscheinen in der rechten Seitenleiste daraufhin Informationen zum Kameramodell und zur vorliegenden Aufnahme.

Auswahl eines Rauschverhaltenprofils

Bei unserem Bild wurde entsprechend das Rauschverhaltensprofil der Canon EOS 700D geladen, also der Kamera, mit der das Bild ursprünglich aufgenommen wurde. Um fortzufahren, klicken Sie auf den Menüreiter «Output Image».

Anwendung des richtigen Rauschverhaltenprofils

Eine kurze Ladezeit später wird Ihnen eine rauschbereinigte Version Ihres Bildes angezeigt. Erkennbar ist dies an dem Schriftzug rechts oben im Bild «Filtered». Durch das Klicken auf den Schriftzug können Sie in der Darstellung des originalen und des bearbeiteten Bildes hin- und herwechseln. Abschliessend können Sie das fertige Bild abspeichern.

Erzeugung des rauschbereinigten Bildes

Im nachfolgenden Bild sehen Sie noch einmal, wie einfach Sie Fotos mit Bildrauschen korrigieren können. Links sehen Sie das ursprüngliche Bild und rechts das mit Hilfe von Neat Image korrigierte Bild. Mit nur sechs Mausklicks entfernen Sie störendes Bildrauschen. So müssen Sie sich zukünftig nie wieder vor der Wahl des nächsthöheren ISO Werts fürchten.

Vorher- und Nachher-Vergleich bei der Bildrauschenbereinigung

Vorher- und Nachher-Vergleich: Links die originale Aufnahme, rechts das Ergebnis der Bearbeitung.

APS-C und DX-Sensoren

APS-C und DX sind Sensorformate von DSLRs, DSLMs und Kompaktkameras und stellen neben Micro-Four-Third und Vollformaten die beliebtesten Formatgrössen dar.

Die Bezeichnung APS-C steht für Advanced Photo System Classic und wurde von Canon im Jahr 2000 für seine erste DSLR eingeführt. Der Begriff geht dabei auf das APS-Aufnahmeformat von Kodak und anderen Herstellern zurück, das 1996 als Standard für die analoge Fotografie eingeführt wurde und ein Drittel des 35mm Kleinbildfilms betrug. Da diese Entwicklung kurz vor der Einführung der Digitalkamera stattfand, konnte sich das Format zunächst nicht durchsetzen.

Das APS-C-Format beschreibt keinen einheitlichen Standard, da es nicht normiert ist. Allerdings hat sich in Foren und bei Fotografen diese Bezeichnung durchgesetzt. Je nach Hersteller und Modell weisen die Sensoren eine ungefähre Grösse von 22,3 x 14,9 mm auf. Daraus ergibt sich ein Seitenverhältnis von 2:3. Nikon benutzt für seine Sensoren desselben Formats die Bezeichnung DX. Da das APS-C-Format kleiner als das Kleinbildformat ist, müssen die Fotografierenden einen Crop-Faktor von etwa 1,5 beachten – bei Canon 1,6.

Gegenüber dem Vollformat, das oftmals als State-of-the-Art in der Fotografie angesehen wird, bietet das APS-C Format einige Vor- und Nachteile. Grundsätzlich können grössere Sensoren mehr Licht aufnehmen, was zu besseren Bildern führen kann. Das macht sich besonders bei schlechten Lichtverhältnissen bemerkbar. Neben der Pixelanzahl ist demnach der Bildsensortyp das entscheidende Kriterium für die Bildqualität. Kameras im Vollformat liefern damit im Vergleich zu APS-C qualitativ bessere Bilder.

Weitere Nachteile ergeben sich im Weitwinkelbereich: Durch den Cropfaktor von 1,6 (bzw. 1,5) sind Landschaftsaufnahmen wegen der Ausschnittsvergrösserung nur begrenzt möglich, weshalb auch hier Vollformatkameras vorzuziehen sind.

Allerdings bieten Kameras mit APS-C Sensoren auch viele Vorteile. Kameras im APS-C Format sind zum einen deutlich günstiger, zum anderen um einiges kleiner und handlicher als Vollformatkameras. Gerade für unterwegs sind Kameras mit APS-C-Sensor deswegen besonders geeignet. Weiterhin können die Nachteile hinsichtlich der Qualität und des Bildwinkels vernachlässigt werden. Einerseits sind die Qualitätsunterschiede nur marginal, andererseits können durch den Zukauf passender Objektive auch Bilder im Weitwinkelformat gemacht werden.

Wenn man nicht als Profi-Fotograf tätig ist, stellen Kameras mit APS-C oder DX-Format einen guten Kompromiss zwischen Bildqualität und Preis dar und eignen sich hervorragend sowohl für Gelegenheitsfotografen, ambitionierte Hobbyfotografen und sogar Profi-Fotografen.

Micro-Four-Thirds und Four-Thirds-Sensoren

Four Thirds ist ein von den Unternehmen Olympus und Kodak entwickelter Standard für Digitalkameras. Das erste Kameramodell mit einem Four-Thirds-Sensor war die Olympus E-1, die 2003 auf dem Markt erschien.

Four-Thirds-Sensoren kommen ausschliesslich in kleinen DSLRs und in spiegellosen Systemkameras zum Einsatz.

Four-Thirds-Sensoren sind viel grösser als die Sensoren der Kompaktkameras und etwa 30 – 40 % kleiner als die APS-Sensoren der grösseren Spiegelreflexkameras. Four-Thirds bedeutet nicht, dass die effektive Bilddiagonale vier Drittel Zoll beträgt, sondern, dass die Grösse dem Aussendurchmesser einer lichtempfindlichen Fläche einer Vakuum-Bildaufzeichnungsröhre entspricht.

Der Four-Thirds-Standard definiert neben der Sensorgrösse auch noch das Objektivbajonett samt Kommunikationsprotokoll, den Abbildungskreis und das Auflagemass (38.85 mm). Es ist also möglich, Objektive von Micro-Four-Thirds-Kameras unterschiedlicher Hersteller auf ein und denselben Kamerabody zu montieren. Bei Spiegelreflexkameras mit APS-Sensor ist das nicht so einfach, da beispielsweise Nikon und Canon unterschiedliche standardisierte Objektiv-Anschlüsse verwenden. Das ganze Four-Thirds-System ist von Beginn an digital aufgebaut. Digitale Spiegelreflexkameras mit APS-Sensoren sind dagegen eine Weiterentwicklung der analogen Spiegelreflexkamera.

Im Jahr 2008 resultierte die Weiterentwicklung von Four-Thirds-Kameras in eine neue Generation: Den Micro-Four-Thirds. Der Unterschied von Micro-Four-Thirds-Kameras zu Four-Thirds-Kameras liegt lediglich im fehlenden Spiegel. Auch der Micro-Four-Thirds-Standard ist ein herstellerübergreifender Standard. Die Sensorgrösse ist bei beiden identisch.

Der neu entwickelte Standard besitzt ein Auflagemass, dass nur noch in etwa halb so gross wie das seines Vorgängers ist. Das ist dem fehlenden Spiegel zu verdanken. Gegenüber Four-Thirds-Kameras sind Micro-Four-Third-Kameras also noch kompakter gebaut. Allerdings fällt dadurch der Sucher weg und der Fotograf muss ausschliesslich mit dem Live-View zurechtkommen. Nachteil: Selbst gutauflösende Displays können in Dunkelheit sowie in der Mittagssonne nicht mit einem Sucher mithalten. Das liegt am geringeren dynamischen Bereich der Bildschirmdarstellung gegenüber dem menschlichen Auge.

Die Zielgruppe der digitalen Spiegelreflexkameras mit Four-Thirds-Sensor sind eher erfahrene Fotografierende. Die Grösse der Kamera und die Möglichkeit, unterschiedliche Objektive einzusetzen, lassen deutlichen Spielraum in der fotografischen Gestaltung. Durch einen grösseren Bereich der Schärfentiefe eignen sich Four-Thirds-Kameras sehr gut in der Architektur- und Landschaftsfotografie.

Vollformatsensor

Vollformat-Bildsensoren entsprechen dem Aufnahmeformat analoger Kleinbildkameras. Beide stammen vom 35-mm-Film ab. Ursprünglich verwendeten Filmcrews dieses Format, um Bewegtbilder aufzuzeichnen. Erst später übertrug sich das Format in die Stehbildfotografie und wurde als Kleinbildfilm für Analog-Kameras populär. Mittlerweile ist der 35-mm-Film von digitalen Produktionsmethoden gänzlich verdrängt worden. Übriggeblieben ist nur noch das 24 mm x 36 mm Vollformat (Kleinbildformat), welches seit etwa der Jahrtausendwende in hochpreisigen Digitalkameras wieder Anwendung findet.

Diese sogenannten Vollformat-Kameras werden erst ab einem vierstelligen Betrag angeboten. Das liegt an der durchweg höheren Verarbeitungs- und Ausstattungsqualität gegenüber beispielsweise günstigeren digitalen Spiegelreflexkameras mit APS-C-Sensoren. Der Sensor letzterer Kameramodelle ist im Vergleich um das 2,5-fache kleiner als der Vollformatsensor. Die Produktion ist von vornherein kostenintensiver, weil durch die grössere Fläche mehr Ausschuss entsteht.

Durch den grösseren Sensor können die Vollformatkameras ihren ganzen Vorteil ausspielen: Auf der geräumigeren Fläche haben die einzelnen Pixel auf dem Fotosensor mehr Platz und können auch entsprechend einzeln grösser ausfallen. Durch die baulichen Gegebenheiten kann also insgesamt mehr Licht durch den Sensor aufgenommen werden. Bei guten Lichtverhältnissen mag sich das beispielsweise in der Landschaftsfotografie nicht stark bemerkbar machen, anders stellt sich das Szenario aber bei schlechten Lichtverhältnissen dar. APS-C Spiegelreflexkameras müssen hier den ISO-Wert nach oben korrigieren. Das kann allerdings zu unschönem Bildrauschen führen. Die Lichtempfindlichkeit der Vollformatkamera braucht dagegen nicht angepasst zu werden und trotzdem erhält man gestochen scharfe Bilder. Ausserdem benötigen Kameras mit einem vergleichsweise kleineren Sensor für schwierige Lichtverhältnisse eine lange Belichtungszeit. Unter Umständen kann mit der Vollformatkamera hier noch ohne Stativ fotografiert werden.

Weitere Vorteile sind der grössere Bildausschnitt respektive das Wegfallen des Crop-Faktors. Brennweiten stimmen nun eins zu eins mit den auf dem Objektiv aufgedruckten Werten überein und müssen nicht umgerechnet werden.

Viele professionelle Fotografen schätzen auch die besseren kreativen Einsatzmöglichkeiten von Vollformatkameras. Bei offener Blende kann das Hauptmotiv viel genauer von der Umgebung freigestellt werden, als das der Fall mit kleineren Sensoren wäre. Vollformatsensoren besitzen also eine geringfügigere Schärfentiefe als herkömmliche APS-C-Spiegelreflexkameras.

Kamerapflege – Reinigung einer Kamera mit einem Wattestäbchen

Hinweise zur Pflege und Aufbewahrung Ihrer Kameraausrüstung

Einzigartige Motive für Fotografien finden sich häufig in der Natur. Nicht immer herrschen dabei optimale Wetterbedingungen oder die Vorlage für Ihr Foto ist beispielsweise ein Strand. Auf Feuchtigkeit, Staub, Sand oder Salze von Meerwasser und -luft, welche sich auf der Kamera absetzen, reagieren die Elektronik und das Gehäuse des Fotozubehörs besonders empfindlich. Um Schäden an der Kameraausrüstung – und damit auch hohe Folgekosten – zu vermeiden und weiterhin tolle Bilder aufnehmen zu können, ist es empfehlenswert, die Kamera sicher aufzubewahren und regelmässig das Gehäuse, den Sensor und Objektive von Verschmutzungen zu befreien.

Die Kamera ist das wichtigste Werkzeug eines Fotografen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Fotoausrüstung aufzubewahren und viele verschiedene Produkte für die Pflege des Kamerazubehörs. Wir geben Ihnen einige Tipps für die Verwahrung und Instandhaltung Ihrer Fotoausrüstung und stellen Ihnen verschiedene Produkte zur Reinigung von Objektiven, Sensoren und des Kameragehäuses vor.

Kameraobjektiv mit Reinigungstuch, Blasebalg und Pinsel zur professionellen Kamerapflege

Aufbewahrung des Kamerazubehörs – Fototaschen und Rucksäcke

Für den Transport und die Verwahrung von Kameras und Objektiven sind Fototaschen und Rucksäcke ein absolutes Muss. Sie schützen Kamera und Ausrüstung vor Stössen und Erschütterungen, Niederschlag oder starken Temperaturschwankungen. Es empfiehlt sich, das gesamte Zubehör wie beispielsweise Ladekabel, austauschbare Akkus oder Blitzgeräte ebenfalls im Fotorucksack zu lagern, um alles beisammen zu haben ss. Dann verpassen Sie keine Gelegenheit, ihr Traummotiv zu fotografieren. Ihre Kamera können sie stattdessen auch in einer Dry Box verwahren oder spezielle Unterwassergehäuse oder Schutzhüllen verwenden, welche vor Feuchtigkeit und Schmutz schützen.

Akkus, Batterien und die Speicherkarte sollten Sie aus der Kamera entfernen, wenn Sie diese länger nicht verwenden. Batterien und Akkus entladen sich, wenn sie einige Zeit nicht benutzt werden. Zusätzlich wird die Energiespeicherkapazität von Akkus verkürzt, wenn diese nicht bei Zimmertemperatur und ausserhalb des Fotoapparats gelagert werden.

Pflege und Reinigung des Kameragehäuses

Die Kameratechnik wird beim Fotografieren vom Gehäuse vor Schmutz, Mikropartikeln und Feuchtigkeit geschützt. Je nachdem, an welchem Ort Sie ein Bild aufnehmen möchten, kann es vorkommen, dass der Fotoapparat mit Sand, Staub oder Wasser in Berührung kommt. Wird Ihre Kamera nass, so sollten Sie diese umgehend mit einem weichen Tuch trocknen. Bei erhöhtem Kontakt mit Feuchtigkeit ist es sinnvoll, die Kamera in die Nähe eines warmen Heizkörpers zu legen und diese dort trocknen zu lassen. Finden Sie Flecken oder Fingerabdrücke auf dem Gehäuse, können Sie diese mit einem fussel- und staubfreien, leicht befeuchteten Lappen reinigen. Am ehesten eignet sich dafür ein Mikrofasertuch. Staub und Sandpartikel lassen sich am sorgfältigsten mit einem speziellen Fotopinsel oder Wattestäbchen entfernen.

Kamerapflege – Reinigung einer Kamera mit einem Wattestäbchen

Pflege von Kameraobjektiven

Objektive und Sensoren sind die empfindlichsten Zubehörteile einer Kamera. Deshalb ist es sinnvoll, diese mit besonderer Vorsicht zu pflegen. Objektive können Sie mit einem entsprechenden antistatischen Pinsel von Staub befreien. Besonders praktisch hierfür ist der „Lens-Pen“, da er durch seine Filzoberfläche sehr schonend arbeitet und das Objektiv zusätzlich polieren kann. Für hartnäckigeren Schmutz, wie beispielsweise eingetrocknete Regentropfen, nutzen Sie besser ein spezielles Mikrofaser-Reinigungstuch, welches Sie beim Fachhändler erhalten. Viele Fotografen nutzen Filter, die sich auf die Objektive aufschrauben lassen, welche einen zusätzlichen Schutz für das Objektiv bieten. Filter lassen sich im Gegensatz zu Objektiven zu relativ günstigen Preisen ersetzen. Diese Objektivfilter können Sie mit den gleichen Reinigungsmitteln wie Ihre Objektive säubern.

Objektivpflege mit einem „Lens-Pen“

Sensorreinigung mit speziellem Reinigungszubehör

Sensoren besitzen meist eine Sensorreinigung, welche beim Abschalten des Fotoapparats automatisch erfolgt. Sollten Sie jedoch trotz der automatischen Reinigung Staub und Flecken auf dem Sensor vorfinden, so können Sie diesen mit speziellen Klistierspritzen oder Blasebälgen reinigen. Voraussetzung hierbei ist, dass Sie besonders vorsichtig vorgehen. Trauen Sie sich selbst die Pflege des Sensors nicht zu, so können Sie eine Reinigung bei einem Fachhändler vornehmen lassen.

Reparatur der Kameraausrüstung

Defekte des Fotogeräts machen sich meist akustisch bemerkbar. Zum Beispiel entdecken Sie eine schwergängige Optik oder bemerken ungewöhnliche Geräusche beim Auslösen oder Zoomen. Den eigenen Versuch einer Ausbesserung sollten Sie hier lieber unterlassen. Kostengünstige Kameras können Sie eher durch eine neue ersetzen, bei hochpreisigen Kompakt-, System- oder Spiegelreflexkameras hingegen lohnt es sich, sie wieder instand setzen zu lassen. Hierzu können Sie sich entweder an den Reparaturservice des Kamerahändlers oder an eine Fachwerkstatt wenden.

Diese Produkte sollten Sie zur Pflege Ihrer Kameraausrüstung verwenden:

  • Eine Antirutschmatte oder ein sauberes Tuch, welches als Ablage für die Kamera und das Zubehör dient
  • Staubpinsel
  • Reinigungstuch vom Optiker oder Fachhändler
  • Klistierspritze oder ein spezieller Blasebalg vom Fachhändler
  • Wattestäbchen

Sie können zusätzlich weitere Pflegeprodukte verwenden. Achten Sie jedoch stets darauf, dass diese zur Reinigung einer Kameraausrüstung geeignet sind. Sie richten sonst mehr Schaden als Nutzen an.

Mohn auf einer Wiese

Crop-Faktor bei DSLR-Kameras – Auswirkungen und Berechnung

In modernen DSLR-Kameras sind aus Gründen der Platz- und Kostenersparnis oftmals kleinere Bildsensoren verbaut als in den früher üblichen analogen SLR-Kleinbild-Modellen. Während der klassische Kleinbildsensor, auch als Vollformatsensor bezeichnet, Masse von 36 x 24 mm vorweist, haben Digitalkameras mit Crop-Faktor einen kleineren Sensor. Das Vollformat entspricht exakt den Massen der Negativ-Bilder von Kleinbildkameras. Das diagonale Längenverhältnis der modernen APS-C-Bildsensoren im Vergleich zum Vollformatsensor wird als Formatfaktor oder Crop-Faktor bezeichnet.

Schematische Darstellung von Vollformatsensor, APS-C-Sensor und Four-Thirds-Format

Schematische Darstellung verschiedener Sensorgrössen (nicht massstabsgerecht).

Auswirkungen der Sensorgrösse auf das Bild

Die Brennweite von Objektiven ist eine feste physikalische Grösse, die ausschliesslich von deren Konstruktion abhängt und immer gleich bleibt. Somit wird auch immer die exakt gleich grosse Fläche innerhalb der Kamera ausgeleuchtet. Bedingt durch ihre geringere Fläche gegenüber dem Kleinbildsensor können die heute üblichen APS-C-Sensoren aber nur einen kleineren Teil des Motivs erfassen. Randbereiche, die über den Bildsensor hinausgehen, werden vom schwarzen Kameragehäuse absorbiert und können auf dem entstehenden Bild nicht abgebildet werden.

Zum besseren Verständnis trägt ein Exkurs in die Grundlagen der Fotografie bei: Objektive erzeugen ein Bild in kreisrunder Form. Entspricht der Durchmesser des Bildkreises mindestens der Diagonale des Sensors, kann das gesamte Motiv abgelichtet werden. Ist der Chip in der verwendeten Kamera jedoch kleiner, werden die Ränder des Motivs abgeschnitten, der Bildwinkel wird also verkleinert.

Bildkreis mit Abbildungen bei Vollformatsensor und mit Crop-Faktor

Das Bild zeigt, welcher Ausschnitt bei Verwendung des gleichen Objektivs beim Vollformatsensor (blau) und bei einem Sensor mit Crop-Faktor (pink) abgelichtet wird.

Das passende Objektiv finden

Ein Objektiv mit einer Brennweite von 80 mm zeigt je nach Sensortyp einen anderen Bildausschnitt. Während es an einer Kleinbildkamera einem 80 mm Objektiv entspricht, wird beim APS-C-Sensor ein verkleinerter Ausschnitt abgelichtet. So wird beispielsweise bei einem Crop-Faktor von 1,6 ein Bildausschnitt angezeigt, der einem Objektiv mit 128 mm Brennweite entspricht (80 mm x 1,6 = 128 mm).

Um mit einer DSLR-Kamera mit Crop-Faktor das gleiche Motiv abbilden zu können wie mit einem Vollformatsensor, müsste statt des 80 mm Objektivs nun also ein Objektiv mit 50 mm Brennweite verwendet werden (50 mm x 1,6 = 80 mm).

Mittlerweile sind viele Objektive auf dem Markt, die an die Anforderungen von Crop-DSLR-Kameras angepasst sind. Bei diesen wurde der Bildkreis verkleinert und an die Grösse des Bildsensors angepasst. Daraus resultieren oft eine geringere Baugrösse und geringeres Gewicht bei gleichzeitig günstigerem Preis. Allerdings gibt es eine Einschränkung: Während Vollformat-Objektive ohne weiteres an APS-C-Kameras verwendet werden können, ist dies umgekehrt nicht möglich. Da der Bildkreis kleiner ist, wird auch der dargestellte Bildausschnitt verkleinert. Die Folge sind schwarze Ecken und Ränder im Bild.

Vorteile von Crop-Faktor-Kameras

Für die gleiche Abbildung wie bei einem Kleinbildsensor können Objektive mit kürzeren Brennweiten verwendet werden. Besonders im Bereich der Teleobjektive führt dies zu Gewichtsverringerung und geringeren Kosten bei der Anschaffung. Auch für Freunde der Makrofotografie ergeben sich Vorzüge durch die kleinere Sensorgrösse, da Details mit einer höheren Auflösung abgebildet werden können.

Landschaftsfotografen und all diejenigen, die im Weitwinkelbereich fotografieren, präferieren die kleineren Sensoren wegen ihrer Möglichkeiten beim Spiel mit der Schärfentiefe. So lassen sich auch die weit entfernten Objektive im Hintergrund problemlos scharf stellen. Deshalb ist auch in der Landschaftsfotografie die Crop-Kamera die erste Wahl.

Nachteile des Crop-Faktors

Der Vorteil der kürzeren Brennweiten kann unter Umständen auch zum Nachteil werden. Während beispielweise beim Vollformatsensor ein Weitwinkelobjektiv von 30 mm verwendet wird, benötigt der APS-C-Sensor für die Darstellung des gleichen Bildausschnitts eine Brennweite von etwa 20 mm. Diese entspricht dann allerdings nicht mehr dem Weitwinkelobjektiv, sondern ist unter Superweitwinkel einzuordnen. Mitunter kann es durch diesen Effekt schwierig werden, das passende Objektiv für den gewünschten Einsatzbereich zu finden.

Bei geringerer Brennweite wird die Schärfentiefe höher. Gerade in der Portrait- und Modellfotografie wird deshalb auf Vollformatsensoren gesetzt, um Hintergründe gekonnt verschwommen darzustellen. Man spricht vom Freistellen bei einer geringen Schärfentiefe oder dem sogenannten Bokeh-Effekt.

Der dritte Vorteil klassischer Vollformat-Technik gegenüber den kleineren APS-C-Sensoren besteht schlicht in seinem grösseren Sensor. Eine Beschneidung des Bildes ist nicht nötig, stattdessen kann mit dem Zoom gearbeitet werden. Ausserdem sind die einzelnen Bildpixel grösser als bei Crop-Faktor-Kameras, sodass mehr Licht eingefangen werden kann. Es ist deshalb nicht nötig, den ISO-Wert künstlich nach oben zu regeln. Die Qualität der Bilder nimmt zu und Bildrauschen kann dadurch vermieden werden.

Zusammenfassung – Was muss man sich merken?

In der Regel macht es keinen Unterschied, ob ein oder zwei Millimeter Brennweite mehr oder weniger genutzt werden. Eine exakte Berechnung der Brennweite mit Hilfe des Crop-Faktors ist deshalb in den meisten Fällen nicht zielführend. Darüber hinaus sind die Herstellerangaben oft nicht ganz präzise.

Will man mit einer Normalbrennweite von etwa 50 mm fotografieren, was dem Sichtbereich des menschlichen Auges in etwa entspricht, muss man an einer Crop-DSLR ein Objektiv verwenden, welches um den Wert des Crop-Faktors verkleinert wurde. Bei einem Crop-Faktor  von 1,6 entspricht dies einem Objektiv mit circa 35 mm Brennweite.

ISO-Angabe im Display einer digitalen Spiegelreflexkamera

ISO im Detail erklärt – Lichtempfindlichkeit von Kameras

Jeder hat schon einmal von ihr gehört, ihre Bedeutung dagegen ist weniger bekannt: die ISO-Angabe. Dabei spielt diese neben der Blende und der Belichtungszeit eine sehr wichtige Rolle sowohl in der analogen als auch in der digitalen Fotografie.

Schon in der analogen Fotografie war die ISO-Angabe von großer Bedeutung. Dort steht der ISO-Wert für die Filmempfindlichkeit und gibt an, wie empfindlich der eingelegte Film ist, also, wie viel Licht zum Fotografieren benötigt wird. Der Fotograf musste sich also schon vor seinem Projekt im Klaren darüber sein, welche Lichtverhältnisse vorherrschen werden, denn ein zwischenzeitlicher Filmwechsel war nur schwer möglich.

Einfacher ist die Sache bei modernen Digitalkameras. Hier gibt die ISO-Einstellung Aufschluss darüber, wie lichtempfindlich der Bildsensor ist. Die ISO-Werte können im Einstellungsmenü geändert werden und so immer den aktuellen Lichtverhältnissen angepasst werden. Darüber hinaus bieten viele Digicams die Möglichkeit der automatischen ISO-Einstellung. Dabei versucht die Kamera immer selbst die passende Option zu wählen.

Die Abkürzung ISO steht für International Organization for Standardization, einen internationalen Zusammenschluss nationaler Normierungsorganisationen. Vor Ihrer Gründung wurden für die Filmempfindlichkeiten nationale Abkürzungen verwendet. So gab es auf alten Filmen beispielsweise Angaben wie DIN (Deutsches Institut für Normung) oder ASA (American Standards Association). Heutzutage wird nur noch der internationalisierte ISO-Wert angegeben.

Den richtigen ISO-Wert verwenden

Standardmäßig verwenden die meisten Kameras ISO-Werte zwischen 100 und 200. Diese stehen für eine geringe Lichtempfindlichkeit und sind bestens geeignet, um bei ausreichend vorhandenem Licht zu fotografieren. Schwieriger wird es, wenn die Lichtverhältnisse nicht mehr optimal sind. Wenn Sie weiter mit ISO 100 arbeiten möchten, müssten Sie entweder die Blende weiter öffnen oder die Belichtungszeit verlängern. Ohne den Einsatz eines Stativs führt der zweite Schritt oftmals zu verwackelten Bildern.

Um Verwacklungen entgegenzuwirken, können Sie auch den ISO-Wert Ihrer Kamera nach oben korrigieren und somit die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors erhöhen. Damit täuschen Sie dem Sensor vor, dass das Motiv viel heller ist. Sie benötigen also weniger Licht für eine gute Aufnahme. Durch die ISO-Einstellung wird die Verschlusszeit beeinflusst. Wechseln Sie von ISO 100 auf 200, halbiert sich auch die benötigte Belichtungszeit. Lag diese vorher bei 1/125, werden jetzt nur noch 1/250 benötigt.

Die Kamerahersteller machen unterschiedliche Angaben zur Verwendung der ISO-Einstellungen. Grundsätzlich kann aber davon ausgegangen werden, dass Werte zwischen 100 und 200 für Aufnahmen in gut ausgeleuchteten Situationen geeignet sind. Bei Bewölkung, abends oder in Innenräumen bieten sich ISO-Werte zwischen 400 und 800 an. In der Nacht oder in sehr dunklen Räumen sollte eine Einstellung über ISO 800 gewählt werden. Diese eignet sich besonders dann, wenn kein Blitz genutzt werden darf, zum Beispiel auf Konzerten oder in schlecht beleuchteten Museen.

Nachteil hoher ISO-Werte – Bildrauschen

Man könnte meinen, ein hoher ISO-Wert ist die Lösung aller Beleuchtungsprobleme. Doch einen Haken gibt es. Die Erhöhung der ISO-Einstellung bringt einen Nachteil mit sich: Je höher der Wert, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Rauscheffekten auf den Bildern kommt. Vor allem preiswertere Kompaktkameras produzieren oft schon bei ISO-Werten ab 400 unbrauchbare Ergebnisse.

Grund für das sogenannte Bildrauschen ist das Grundrauschen der Bildsensoren. Durch die Anhebung der ISO-Werte wird die Empfindlichkeit des Bildsensors erhöht. Gleichzeitig erhöht sich aber auch das Grundrauschen. Umso höher der Wert eingestellt ist, desto sichtbarer wird das Rauschen auf den Bildern in Form von Farb- und Helligkeitsrauschen. Diese weißen oder farbigen Fehlpixel werden vorwiegend in den dunklen Bereichen der Fotos sichtbar.

Sollte sich ein Rauschen in Ihre Bilder eingeschlichen haben, können diese Fehler im Nachhinein teilweise mit speziellen Programmen korrigiert werden. Kostenpflichtige Software wie Photo Ninja oder Neat Image ermöglichen die nachträgliche Bearbeitung der Rohdaten-Formate. Allerdings werden die Störungen nie vollständig beseitigt werden können. Voraussetzung dafür ist, dass Ihre Kamera die RAW-Dateien ausliefert.

Sparsamer Umgang mit hohem ISO

Wie bereits beschrieben können hohe ISO-Werte zu unerwünschten Rauscheffekten auf den Bildern führen. Je niedriger die gewählte ISO-Einstellung, desto klarer erscheinen auch die Fotos. Bei einer Wahl von ISO 50 ist das Rauschen nicht sichtbar. Aus diesem Grund sollten Sie vorsichtig sein, wenn Sie sich für eine Veränderung der ISO-Werte entscheiden.

Durch das Verstellen der Blende und der Belichtungszeit können sie ebenfalls den Lichteinfall auf Ihren Bildsensor regulieren. Nutzen Sie lieber diese Möglichkeiten in Verbindung mit einem Stativ. Haben Sie keines zur Hand? Eine Mauer oder andere feste Abstellflächen sind fast überall vorhanden. So können Sie auch unerwünschten Verwacklern entgegen wirken.

Ein Kamera-Stativ und gute Ausleuchtung machen hohe ISO-Werte überflüssig