Beiträge

Tipps und Tricks, um schattenfrei zu fotografieren

Schattenfrei fotografieren: Tipps und Tricks

Um ein Motiv schattenfrei zu fotografieren, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Denn neben der Beleuchtung spielt auch der Unter- und Hintergrund eine wichtige Rolle. Worauf Sie noch achten sollten und wie Sie professionelle und schattenfreie Aufnahmen auch ohne grosse Studioausrüstung umsetzen können, verraten wir Ihnen nachfolgend.

Schattenfrei fotografieren: Das richtige Licht

Um Motive schattenfrei einzufangen, eignen sich Dauerlicht-Leuchten am besten. Mit ihnen haben Sie schon vor der Aufnahme die volle Kontrolle über die Lichtführung. Das hat den Vorteil, dass eventuelle Schatten besser korrigiert werden können, in dem man einfach das Licht verrückt. Dauerlichtleuchten gibt es in verschiedenen Ausführungen. Von den einfachen Tageslichtlampen über Softboxen bis hin zur Ringleuchte. Welche Variante am Ende gewählt wird, hängt vor allem vom Motiv und der persönlichen Präferenz des Fotografen ab. Für kleinere Produkte eignen sich neben dem natürlichen Licht von draussen auch kleine Tageslichtlampen oder die Ringleuchte. Bei grösseren Motiven oder Porträt-Aufnahmen ist der Einsatz von Softboxen ratsam. Zum einen geben sie mehr Licht in den Raum ab und zum anderen können sich bewegende Objekte besser abgelichtet werden, weil man mit kurzen Verschlusszeiten arbeiten kann.

Am wichtigsten für eine schattenfreie Aufnahme ist allerdings die Anordnung der Lichtquellen. Hier spricht man auch von der schattenfreien Ausleuchtung des Motivs. Dazu gibt es mehrere Varianten, wie die Lichtquellen angeordnet werden können. Dabei ist nicht nur der Abstand zum Motiv zu beachten, sondern auch der Abstand der Lampen zueinander. Steht die Lichtquelle nah am Motiv ist das Licht härter. Stellen Sie also die Lampen in ausreichendem Abstand zum Motiv auf. Die Positionierung der einzelnen Lichtquellen kommt natürlich auf deren Schattenwurf an. Im Idealfall wird das zu fotografierende Motiv von allen Seiten ausgeleuchtet: von oben, von unten, von vorne, von hinten und von den Seiten. In den meisten Fällen reicht es aber schon aus, wenn Sie zwei Lampen im 45 Grad Winkel zum Motiv platzieren bzw. rechts und links von Ihrer Kamera. Dadurch werden die meisten Schatten weitestgehend aufgehoben. Sind hinter dem Motiv noch störende Schatten zu finden, haben Sie zwei Möglichkeiten. Zum einen können Sie versuchen, die Lampen etwas höher zu positionieren, sodass sie seitlich und leicht oben auf das Motiv stahlen. Oder Sie nehmen sich noch eine dritte Leuchte zur Hand und strahlen das Motiv von oben an.

Licht-Setting, um schattenfrei zu fotografieren

Idealfall: Beleuchtung von allen Seiten

Schattenfrei fotografieren dank Hohlkehle

Neben der richtigen Beleuchtung, spielt auch der Unter- und Hintergrund eine wichtige Rolle. Ist der Unter- und Hintergrund uneben, kommt es später in den Aufnahmen zu unschönen Kanten und Schatten. Um dies zu vermeiden, gibt es einen Trick: Die Hohlkehle. Vor allem in der professionellen Studiofotografie wird die Hohlkehle immer dann eingesetzt, wenn der Unter- und Hintergrund miteinander verschmelzen sollen. Dies hat den Effekt, dass das Motiv im Raum schwebt. Am besten eignet sich eine solche Hohlkehle für Freisteller-Aufnahmen.

Schattenfrei mit einer Hohlkehle fotografieren

Schattenfreie Produktfotografie

Besonders häufig werden schattenfreie Aufnahmen in der Produktfotografie benötigt. Vor allem wenn es darum geht, Produkte für einen Onlineshop oder einen Katalog in Szene zu setzen. Wer kein grosses Fotostudio zur Hand hat, für den empfiehlt sich der Einsatz eines mobilen kleinen Fotostudios. Ein Fototisch oder ein Fotozelt (auch Fotowürfel) sind optimal für die Produktfotografie geeignet. Mit beiden Varianten lassen sich tolle schattenfreie Aufnahmen von Produkten erzielen. Für welche Variante man sich entscheidet, hängt letztlich von der Grösse des Produktes und von den Platzmöglichkeiten ab.

Ein Fototisch hat den Vorteil, dass das Produkt auch von unten beleuchtet werden kann. Das liegt vor allem an seiner lichtdurchlässigen Arbeitsplatte. Aufgrund seiner Grösse können auf einem Fototisch auch grössere Objekte in Szene gesetzt werden. Ein Fotowürfel ist meist kleiner als ein Fototisch. Daher eignet er sich vor allem für kleinere Produkte bestens, wie z.B. Schmuck. Zudem kann man ihn schneller auf- und abbauen als einen Fototisch. Ein weiterer Vorteil ist, dass ein Fotowürfel rundherum mit einem lichtdurchlässigen Material bespannt ist. Dadurch wirkt das Licht, welches auf das Produkt fällt, weicher.

Produktfotografie mit einem Fototisch für schattenfreie Aufnahmen

Mit einem Fototisch lassen sich die Objekte auch von unten fotografieren.

DIY Foto-Hack: Produkte schattenfrei zu Hause fotografieren

Wer kein professionelles Studio zur Hand hat, kann auch mit wenigen Mitteln schattenfreie Produktfotos erzielen. Denn für eine gute Ausleuchtung benötigt man nicht immer viel Platz oder eine Menge an Technik. Im Grunde benötigen Sie nur ausreichendes Tageslicht, einen passenden Unter- bzw. Hintergrund sowie ein paar Hilfsmittel.

Ein bewährtes Hilfsmittel für schattenfreie Aufnahmen ist ein simples weisses Blatt. Wer keinen Fototisch zur Hand hat, kann auch dieses zur Formung einer Hohlkehle so an der Wand befestigen, dass es sich nach unten hin leicht wölbt. Je nach Grösse des Produktes sollte auch die Grösse des Blattes angepasst werden. Mit diesem DIY Foto-Hack können Sie nun ganz wie im Fotostudio Freisteller-Aufnahmen schiessen.

Hinweis: Fotografieren Sie ausschliesslich mit Tageslicht, arbeiten Sie am besten mit langen Belichtungszeiten, um für die nötige Helligkeit auf den späteren Aufnahmen zu sorgen.

Hohlkehle mit einem weissen Blatt formen

DIY Foto-Hack: Mit Hilfe eines weissen Blattes eine Hohlkehle formen.

Je nach Lichteinfall ist auch ein Reflektor hilfreich, um unschöne Schatten vom Motiv abzulenken. Dazu platziert man den Reflektor hinter der unbelichteten Seite des Produktes so, dass der Reflektor das darauf fallende Licht zurück auf die unbeleuchtete Seite des Motives werfen kann. Einen solchen DIY-Reflektor können Sie sich mit wenigen Mitteln selber basteln. Denn je nach Stärke des Schattens reicht auch hier ein weisses Blatt Papier oftmals völlig aus, um dunkle Stellen oder Reflektionen auszugleichen. Sind die Schatten stärker, können Sie auch ein Stück Pappe mit Silberfolie beziehen.

Reflektor zum Fotografieren selber machen

DIY Reflektor mit Silberfolie

Weitere Tipps, wie Sie in den eigenen 4 Wänden mit wenig Aufwand tolle Produktbilder schiessen können, haben wir Ihnen in unseren Artikeln „Produktfotografie: Gute Bilder für den eigenen Onlineshop, eBay und Co.“ und „Studioausstattung für die eigenen vier Wände“ zusammengefasst.

Eine Skyline im Gegenlicht

Fotografieren mit Gegenlicht – So funktioniert‘s

Das Fotografieren mit Gegenlicht kann aus einem Foto eine ganz besondere Aufnahme machen. Sonnenlicht lässt Ihr Motiv leuchten und sorgt für einzigartige Stimmungen. Allerdings kann das frontal einfallende Licht auch einige Schwierigkeiten mit sich bringen. Wir zeigen Ihnen, wie Ihnen trotzdem ein perfektes Foto gelingt.

Den richtigen Zeitpunkt wählen

Fotos, die im Gegenlicht aufgenommen werden sollen, lassen sich am besten am Morgen oder am Abend schiessen. Der Sonnenauf- oder Sonnenuntergang bringt den Vorteil mit sich, dass die tiefstehende Sonne das Motiv umfassend von hinten beleuchtet. Darüber hinaus verleiht das warme Licht Ihren Bildern  einen ganz besonderen Schliff. Auch in den Wintermonaten fällt das Fotografieren im Gegenlicht bei den sonst eher schlechteren Lichtverhältnissen leichter.

Frau vor der untergehenden Sonne

Ein Foto-Shooting in der Mittagssonne sollten Sie dagegen vermeiden. Da die Sonne zu dieser Zeit sehr grell ist und von oben auf das Motiv leuchtet, sind die Bilder schnell überbelichtet. Das Motiv ist dadurch häufig nur schwer erkennbar. Bei einer Portraitaufnahme entstehen durch die starke Belichtung ausserdem Schatten unter der Nase oder in den Augenhöhlen der fotografierten Person.

Optimale Belichtung mithilfe der passenden Ausrüstung

Wenn das Sonnenlicht seitlich ins Objektiv fällt, entstehen beim Fotografieren im Gegenlicht häufig Blendenflecke, auch Lens Flares genannt. Auf dem Bild erkennen Sie sie als milchige Flecken oder kleiner werdende Lichtkreise. Einerseits können sie ein gewünschter Effekt sein, andererseits können sie auch schnell störend wirken und vom eigentlichen Motiv ablenken.

Um Lens Flares zu vermeiden, sollten Sie eine Gegenlichtblende oder auch Streulichtblende verwenden. Diese setzen Sie einfach auf das Objektiv und das Sonnenlicht kann nicht mehr seitlich darauf strahlen. Alternativ können Sie das Objektiv auch mit der Hand oder einem Pappkarton abschirmen.

Ein weiterer wichtiger Faktor für ein eindrucksvolles Bild mit Gegenlicht ist die richtige Belichtung. An der Kamera können Sie diese mit einem kleinen Knopf (+/- Zeichen) korrigieren. So wird das Foto absichtlich entweder heller oder dunkler belichtet. Dabei sollten Sie allerdings beachten, dass nicht nur der gewünschte, sondern auch alle anderen Bildbereiche heller oder dunkler werden. Für die Belichtungskorrektur eignet sich daher eher ein Reflektor. Mit diesem können Sie das Bild, ähnlich wie mit einem Blitz, aufhellen. Wie der Name schon sagt, reflektiert er das Licht aus der Umgebung auf das Motiv zurück. Ein Reflektor hat eine weisse und eine silberne Seite. Mit der weissen Fläche können Sie eine leichte Aufhellung erzielen. Die silberne Seite bringt dagegen stärkeres Licht in die Aufnahme.

Blumen im Sonnenlicht

 

Die richtige Kameraeinstellung bei Gegenlicht

Bei Aufnahmen im Gegenlicht ist es immer besser, auf die Automatik-Einstellung der Kamera zu verzichten. Fotografieren Sie stattdessen lieber im manuellen Modus. Damit können Sie die Kamera leichter auf die Umgebungssituation anpassen.

Da Sie bei Gegenlicht-Aufnahmen mit sehr hellen Lichtverhältnissen arbeiten, sollten Sie den ISO-Wert nicht zu hoch einstellen. Der Richtwert für diese Einstellung liegt bei ISO 100. Je nach den Lichtverhältnissen der Umgebung können Sie den Wert dann höher oder niedriger einstellen. Ebenfalls betroffen von der hellen Lichtsituation ist der Sensor. Um zu verhindern, dass beim Fotografieren zu viel Licht auf den Sensor fällt, arbeiten Sie am besten mit einer mittleren Blendeneinstellung wie z. B. f/8.

Weiterhin sollten Sie beim Fotografieren gegen die Sonne den automatischen Weissabgleich abstellen und statt der üblichen Mehrfeldmessung eine Spotmessung durchführen lassen. Bei der Spotmessung richten Sie Ihre Kamera auf den dunklen Bildbereich. Dadurch erfasst die Kamera, dass dieser Teil des Bildes korrekt belichtet werden soll. Möchten Sie die starken Lichtverhältnisse dagegen nutzen, um Silhouetten zu fotografieren, richten Sie die Kamera bei der Spotmessung auf die hellen Stellen im Bild.

Silhouette einer jungen Frau

Nachdem Sie ein Foto aufgenommen haben, sollten Sie die Lichtverhältnisse darauf sofort kontrollieren. Im Zweifelsfall können Sie Belichtung daraufhin noch anpassen. Alternativ können Sie auch eine Belichtungsreihe aufnehmen und im Anschluss die besten Bilder auswählen.

Die Fotos sollten Sie am besten im RAW-Format aufnehmen. Das erfordert zwar viel Speicherplatz, zahlt sich jedoch wirklich aus, denn bei der Gegenlicht-Fotografie gibt es einen grossen Helligkeitsunterschied, den Sie nur im RAW-Format komplett einfangen können. Ausserdem ist auch die Nachbearbeitung der Bilder im Anschluss leichter. Wenn Sie lieber auf die Bearbeitung im Nachhinein verzichten möchten, können Sie Ihre Fotos auch im J-PEG-Format aufnehmen.

Fazit

Die hohe Lichteinstrahlung sorgt beim Fotografieren im Gegenlicht schnell für ungewollte Bildflecken oder scharfe Kanten. Doch durch die Auswahl der richtigen Tageszeit und der Korrektur des Lichtes mit ein paar wenigen Utensilien meistern Sie das Fotografieren gegen die Sonne ohne Schwierigkeiten. Mithilfe von letzten Feineinstellungen der Kamera schiessen Sie im Nu ein wunderbares Foto mit künstlerischen Effekt.