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Eine Hochzeit fotografieren: Brautpaar Aufnahme

Tipps und Tricks für eine gelungene Hochzeitsreportage

Eine Hochzeit fotografisch zu begleiten, ist eine ganz besondere Aufgabe. Sie sollte gut vorbereitet und geplant werden. Mit einer Hochzeitsreportage steht Ihnen immerhin die wichtige Aufgabe bevor, das gesamte Fest mit all seinen emotionalen Höhenpunkten für immer festzuhalten. Fotos von Freunden, Verwandten und dem Brautpaar selbst geben so die Möglichkeit den wohl schönsten Tag im Leben immer wieder Revue passieren zu lassen.

Wir zeigen Ihnen, auf was Sie bei der Vorbereitung einer Hochzeitreportage achten sollten und wie es Ihnen als Fotograf gelingt, eine Hochzeit aufregend, emotional und lebendig festzuhalten.

3 Tipps zur Vorbereitung einer Hochzeitreportage

Als stiller Beobachter der Hochzeit dokumentieren Sie an diesem Tag alle Geschehnisse. Neben den klassischen Gruppenfotos werden Sie das Brautpaar auch bei den Vorbereitungen begleiten. Ebenso werden Sie winzige Details und besondere Momente einfangen, ohne dabei den Ablauf der Hochzeit zu stören. Eine gute Vorbereitung ist da das Wichtigste.

Tipp 1: Besprechen Sie den Foto-Stil im Vorfeld mit dem Brautpaar

Geschmäcker sind verschieden, genauso wie der Stil eines Fotografen. Klären Sie daher im Vorfeld unbedingt den Stil der Aufnahmen. Lassen Sie sich vom Brautpaar Aufnahmen und Inspirationen zeigen, die beiden gefallen. Das wird Ihnen später dabei helfen den gewünschten Stil besser umzusetzen.

Tipp 2: Besprechen Sie den genauen Ablauf der Hochzeit

In der Regel begleitet ein Fotograf bei einer Hochzeitsreportage das gesamte Fest. Besprechen Sie daher im Vorfeld wann und wo jeder Programmpunkt stattfinden wird. Ebenso wichtig ist es zu erfahren, wer alles beim jeweiligen Programmpunkt anwesend ist. Das wird Ihnen in der Vorbereitung helfen, um zu wissen, wann Sie welches Objektiv einsetzen müssen. Ebenso können Sie bereits im Vorfeld die geplanten Locations besichtigen und sich auf die Umgebung einstellen.

Tipp 3: Prüfen Sie Ihr Equipment

Nichts ist ärgerlicher als ein leerer Akku oder ein defektes Objektiv. Prüfen Sie daher vor dem Fest unbedingt Ihre Technik auf Funktionalität. Ebenso ist es ratsam mehrere Ersatz-Akkus und Speicherkarten dabei zu haben.

Details einer Hochzeit fotografieren

So gelingt die Hochzeitsreportage

Um eine Hochzeit mit gelungenen Aufnahmen festzuhalten, sind reine Porträtaufnahmen vom Brautpaar nicht ausreichend. Immerhin möchten Sie mit den Bildern eine Geschichte erzählen und die Emotionen des Tages einfangen.

Tipps für die richtige Ausrüstung

Neben der Kamera selbst, welche die Basis für gelungene Aufnahmen ist, benötigen Sie für das Shooten einer Hochzeitsreportage natürlich noch eine Reihe an Zubehör. Achten Sie bei der Wahl des Kameratyps darauf, dass das Gehäuse möglichst leicht ist. Immerhin werden Sie den ganzen Tag die Kamera in der Hand halten. Neben dem Gehäuse spielt natürlich auch das passende Objektiv eine wichtige Rolle. Insbesondere für eine Hochzeit sollte das Objektiv vor allem lichtstark und möglichst leicht sein. Ebenso von Vorteil ist ein integrierter Bildstabilisator. Denn es wird Ihnen in den meisten Situationen nicht möglich sein, schnell ein Stativ aufzubauen. Ob Sie sich für ein Zoom-Objektiv oder eine entscheiden, hängt von Ihrem persönlichem Aufnahme-Stil ab. Mit einem Zoomobjektiv sind Sie flexibler als mit einer Festbrennweite und können schneller auf wechselnde Situationen reagieren. Allerdings sind Festbrennweiten lichtstärker und kreieren eine attraktivere Tiefenunschärfe. Daher hier ein Tipp: Halten Sie stets zwei Kameras mit unterschiedlichen Objektiven bereit. Eine Kamera mit einer Festbrennweite, beispielsweise mit einem 50mm Objektiv für Portraitaufnahmen und die andere Kamera mit einem Zoom-Objektiv, um grössere Entfernungen zu überbrücken. Das ist beispielsweise während der Trauung sehr hilfreich. Hier kann man als Fotograf nicht ständig um das Brautpaar herumlaufen, sondern sollte möglichst von weitem die Zeremonie einfangen, um niemanden zu stören. Zusätzlich ersparen Sie sich das ständige Wechseln der Objektive und können somit recht zeitnah spontane Situationen auf der Hochzeit einfangen. Arbeiten Sie mit zwei Kameras, sind ebenso Gurt- bzw. Haltesysteme empfehlenswert. So können Sie die Kameras immer griffbereit am Körper tragen.

Die richtige Motivwahl

Je nach Ablauf der Hochzeit gibt es eine Vielzahl an möglichen Motiven. Von den Vorbereitungen über die Zeremonie bis hin zur Feier haben Sie als Fotograf die Möglichkeit, die gesamten Emotionen des Tages mit Nah-, Panorama, Detail- und Porträtaufnahmen einzufangen.

Die Vorbereitungen einer Hochzeit fotografieren

Die Aufregung des Brautpaares fotografisch festhalten

Begleiten Sie das Hochzeitspaar bei den Vorbereitungen am Morgen, um mit Detail- und Portraitaufnahmen die Aufregung der Braut und des Bräutigams einzufangen. Eine Nahaufnahme auf den Frisiertisch, auf dem schon der Schleier bereit liegt und ein Glas Champagner, wird die Braut immer daran erinnern, wie aufgeregt sie in diesem Moment war. Oftmals befinden sich auch die Brautjungfern im Raum. Nicht selten wird hier schon die ein oder andere Freudenträne fliessen, die sich fotografisch mit Porträtaufnahmen und viel Tiefenschärfe einfangen lässt. Ebenso schön ist eine Detailaufnahme der Brautschuhe und eine Totale auf das noch hängende Brautkleid. Auch wenn der Bräutigam meist weniger Zeit für das Styling benötigt, lassen sich auch bei Ihm schöne Motive für die Hochzeitsreportage finden. Ein symbolhaftes Motiv ist beispielsweise eine Nahaufnahme davon, wie der Bräutigam seine Manschettenknöpfe anlegt oder sich die Schuhe schnürt. Scheuen Sie sich bei Detail- und Portraitaufnahmen nie davor, auch mal einen aussergewöhnlichen Blickwinkel zu wählen. Gehen Sie in die Knie oder steigen Sie auf eine Leiter um mit verschiedenen Blickwinkeln und Bildausschnitten zu spielen.

Die Freude während der Zeremonie einfangen

Während der eigentlichen Zeremonie werden Sie vor der Herausforderung stehen, sowohl die Emotionen des Brautpaares als auch der Gäste einzufangen. Von der glücklich strahlenden Braut bis hin zur Grosstante, die mit den Tränen kämpft, wird es ein breites Spektrum an Gefühlsausbrüchen geben. Hier ist es ratsam, sich von «aussen nach innen» zu arbeiten. Konzentrieren Sie sich noch vor der eigentlichen Zeremonie auf die bereits sitzenden Gäste. Hat die Trauung begonnen, sollte das Brautpaar im Mittelpunkt Ihrer Motivwahl stehen. Um all die Emotionen am besten einzufangen, bieten sich während der Trauung Porträtaufnahmen vom Brautpaar und den engsten Angehörigen an. Findet die Trauung oder die Zeremonie unter freiem Himmel statt, sind auch Aufnahmen aus grösserer Entfernung, die die ganze Location erfassen, eine schöne Motivwahl.

Das Brautpaar während der Trauung fotografieren

Der Klassiker: Das Brautpaar-Shooting

Ist die Trauung geschafft, steht meistens ein klassisches Brautpaar-Shooting auf dem Plan. Im Idealfall haben Sie die Location und den Stil für dieses Shooting schon im Vorfeld besprochen. Auch im Hinblick auf die Zeit und den Tagesablauf wird Ihnen eine gute Vorbereitung auf dieses Shooting helfen, grossartige Aufnahmen zu schiessen. Mit meist etwa einer Stunde ist die Zeit für das Brautpaar-Shooting oft recht knapp bemessen. Arbeiten Sie sich auch hier Schritt für Schritt vor. Beginnen Sie mit Ganzkörperaufnahmen, danach Porträtaufnahmen und zum Schluss kommen die Detailaufnahmen von den Ringen und dem Brautstrauss.

Die Hochzeitsfeier fotografisch begleiten

Bevor die eigentliche Hochzeitsfeier nach der Trauung und dem Empfang beginnt, sollten Sie die Location mit all seinen Details festhalten. Damit die liebevolle Dekoration noch nicht durch Jacken, Handtaschen oder Sonnenbrillen «zerstört» wird, sollten Sie das Brautpaar bitten, für ein paar Minuten allein im Festsaal sein zu dürfen. Konzentrieren Sie sich neben den Aufnahmen des gesamten Saales auch auf Detailaufnahmen von Blumenarrangements, Namensschildern und weiteren liebevollen Dekorationselementen. Am besten eigenen sich dafür Festbrennweiten (50mm, 35mm), die eine attraktive Tiefenunschärfe erzeugen. Auch hier sollten Sie wieder mit verschiedenen Blickwinkeln und Bildausschnitten spielen.

Details der Hochzeitsdekoration einfangen

Ist die Location fotografiert, strömen die ersten Gäste in den Saal. Nun haben Sie den ganzen Abend Zeit, die Gäste in ausgelassener Stimmung zu fotografieren. An dem Punkt können Sie selbst einmal durchatmen und sich auf die Suche nach schönen Motiven begeben. Diese lassen sich auf der Feier zahlreich finden. Spielende und lachende Kinder, tanzende Gäste, Verwandte, die sich umarmen oder Gäste, die gerade eine Rede halten. Aber auch das Anschneiden der Hochzeitstorte ist ein grossartiges Ereignis, an das sich das Brautpaar gerne zurückerinnern wird. Behalten Sie bei der ganzen ausgelassenen Stimmung aber auch immer das Programm im Blick. Oftmals haben die Trauzeugen dies für die Feier organisiert. Informieren Sie sich daher vorher bei ihnen, um genau zu wissen, wann beispielsweise ein Feuerwerk oder Hochzeitsspiele geplant sind. Dies ist insofern wichtig, damit sie Ihre Kamera frühzeitig auf die jeweilige Situation einstellen können und nicht erst die passende Einstellung gefunden haben, wenn der Programmpunkt schon vorbei ist.

Fazit

Eine Hochzeitreportage zu fotografieren bedarf einer gründlichen Vorbereitung. Wer sich als Fotograf schon im Vorfeld über die Wünsche des Brautpaares und den Ablauf informiert, erspart sich vor Ort viel Arbeit und wertvolle Zeit. Denn so können Sie sich schon im Vorfeld über mögliche Motive Gedanken machen und das passende Equipment zusammenstellen. Von den Vorbereitungen über die Zeremonie bis hin zur Feier haben Sie als Fotograf die Möglichkeit, die gesamten Emotionen des Tages mit Nah-, Panorama, Detail- und Porträtaufnahmen einzufangen. Die gelungene Hochzeitsreportage hält den schönsten Tag des Brautpaares detailreich fest, um immer wieder in den besonderen Erinnerungen schwelgen zu können.

Alter Fotoautomat an einer Strassenecke

Fotoboxen für aussergewöhnliche Partybilder

Früher waren sie im Eingangsbereich vieler Supermärkte und an Bahnhöfen zu finden: die Passbildautomaten. Die fest installierten Automaten waren mit wenigen Tasten leicht zu handhaben und machten automatisch einfache oder biometrische Passbilder vom Benutzer. Inzwischen dienen sie längst nicht nur zum schnellen und einfachen Erstellen von zweckmässigen Passfotos. Heute als «Fotobox» oder «Photobooth» bekannt, sind die Automaten ein beliebtes Highlight auf Partys, Hochzeiten und Messen. Erfahren Sie hier, was moderne Fotoboxen zu bieten haben und wieso sie sich zum Party-Hit entwickelt haben.

Fotobox als Spassfaktor mit Erinnerungswert

Natürlich sind auch heute noch ein paar alte Fotoautomaten in der Stadt zu finden. Sie bieten eine tolle Möglichkeit für kreative Fotos als Erinnerung an den Ausflug mit Freunden oder dem Partner. Gegen etwas Kleingeld macht die Fotobox bis zu vier Fotos in Serie und druckt diese meist in Schwarzweiss als charakteristischen Fotostreifen aus.

Inzwischen gibt es die Fotobox auch als mobile Version und mit zahlreichen Gestaltungsoptionen und Hintergründen. Die Kamera und zugehörige Bedienelemente sind kompakt in einem Kasten verbaut, der sowohl den Transport als auch das Aufstellen an einem beliebigen Ort vereinfacht.

Lustiges Foto mit einer Fotobox auf einem Event

Neben Messen und Ausstellungen vermieten einige Anbieter solche Fotoboxen heute auch für private Partys, Hochzeiten, Firmenfeiern und ähnliches. Aufgrund ihres einfachen Handlings und der tollen Ergebnisse hat sich in den letzten Jahren ein richtiger Trend um die Fotobox entwickelt. Auf Feierlichkeiten bietet sie einen echten Spassfaktor für Jung und Alt und sorgt für einzigartige Erinnerungsfotos.

So funktioniert die moderne Fotobox

Grundsätzlich funktionieren mobile Fotoboxen ähnlich wie die alten Automaten: Über einen Selbstauslöser oder durch ein einmaliges Betätigen des Auslösers werden ein oder mehrere Fotos gemacht. Die modernen Modelle erleichtern die Bedienung zudem über einen integrierten Touchscreen und es können mehr Einstellungen vorgenommen werden. Viele Fotoboxen verfügen über einen Live-View, über den Sie sich selbst beim Positionieren sehen können. Zudem stehen meist zahlreiche digitale Hintergründe, Overlays und Rahmen zur Auswahl. Dazu werden die Aufnahmen vor einem Bluescreen oder Greenscreen gemacht, der im Foto durch das gewählte Hintergrundbild ersetzt wird. Mit manchen Fotoboxen können sogar animierte Bilder, Daumenkinos oder Comicsequenzen erstellt werden.

Je nach Ausstattung der Fotobox können die fertigen Fotos direkt ausgedruckt oder sogar in sozialen Netzwerken geteilt werden. So können Sie die lustigen Momentaufnahmen gleich mit Freunden auf Facebook, Instagram und Co. teilen. Viele Fotoboxen lassen sich auch mit einem Beamer verbinden, der die Ergebnisse den Gästen als Diashow präsentiert. In jedem Fall erhalten Sie alle Bilder in digitaler Version per Mail oder als CD nach Rückgabe der gemieteten Fotobox.

Was Sie zur Verwendung einer Fotobox benötigen

Je nach Anbieter wird die Fotobox direkt in Ihrer Location aufgebaut und eingerichtet oder mit einer einfachen Anleitung zum Selbstaufbauen geliefert. Neben ausreichend Platz zum Aufbau der Fotobox benötigen Sie nur einen Stromanschluss (230V). Achten Sie auch auf passende Lichtverhältnisse. In den meisten modernen Fotoboxen ist ein professioneller Fotoblitz verbaut, der das Motiv bei normaler Raumbeleuchtung gut ausleuchtet und sehr gute Ergebnisse liefert. Möchten Sie für die Fotobox eine eigene Ecke oder einen extra Raum einrichten, sind weitere Lichtquellen, wie etwa Stehlampen, für eine optimale Ausleuchtung des Motivs geeignet. Ist die Umgebung zu dunkel, kann die Kamera unter Umständen nicht optimal fokussieren und die Bilder werden unscharf.

Eine Photobooth als kreative Fotoecke

Besonders beliebt ist es, eine ganze Fotoecke oder einen kleinen Raum für die Partygäste und Nutzer der Fotobox einzurichten – die Photobooth. Hier wird etwa eine bestimmte Szenerie dargestellt und es stehen lustige Accessoires und Verkleidungsstücke bereit. Statt Bluescreen wird hier gern ein selbst geschmückter Hintergrund gewählt. Wem das Mieten einer professionellen Fotobox für die kleine Privatparty zu teuer ist, kann für die Photobooth auch eine eigene Kamera mit Selbstauslöser platzieren.

Lustige Accessoires für die Photobooth

Für Firmenfeiern und grosse Jubiläen vermieten einige Anbieter ganze Event-Zelte. Je nach Wunsch stellt hier zum Beispiel das Firmenlogo auf einer grossen Leinwand die Kulisse für die Fotos dar.

Fazit

Eine Fotobox bietet nicht nur Spass für Ihre Partygäste, sondern sorgt für aussergewöhnliche Erinnerungsfotos. Mit den zahlreichen Möglichkeiten durch digitale Hintergründe und Gestaltungselemente sowie lustige Accessoires sind den kreativen Partybildern keine Grenzen gesetzt. Dank kompakter Bauweise und einfacher Bedienung lässt sich die Fotobox nahezu überall aufstellen und von Alt und Jung benutzen. Wir denken, eine Fotobox ist ein tolles Highlight für die nächste grosse Party.

Gelber Farbfilter in der Schwarzweiss Fotografie

Farbfilter in der analogen Schwarzweiss-Fotografie

Gelungene Schwarzweiss-Aufnahmen gehören zur Königsdisziplin der analogen Fotografie. Um das Beste aus seinen analogen Schwarzweiss-Aufnahmen herauszuholen, setzen dabei viele Fotografen auf sogenannte Farbfilter. Diese Farbfilter helfen, dass bestimmte Kontraste oder Details auf den späteren Schwarzweiss-Aufnahmen besser zur Geltung kommen. Bei Farbfiltern handelt es sich dabei um eingefärbtes Glas, Kunststoff oder Folie, die direkt vor das Objektiv gesetzt werden und eine bestimmte Farbe herausfiltern.

Lesen Sie nachfolgend, welche Wirkung Farbfilter auf die Qualität Ihrer analogen Schwarzweiss-Aufnahmen haben und welche Farbfilter sich für welche Motive eignen.

Wirkung verschiedener Farbfilter

Wer die Qualität und die Kontraste in seinen analogen Schwarzweiss-Aufnahmen verbessern möchte, kommt um den Einsatz von Farbfiltern nicht herum. Die Wahl des richtigen Filters hängt dabei vom Motiv und der Gesamtfarbstimmung ab. Denn je nach Farbe des Filters werden bestimmte Bereiche in einem helleren oder dunkleren Grauton auf der späteren Schwarzweiss-Aufnahme dargestellt. Generell gilt, dass die Komplementärfarbe des Farbfilters auf den Aufnahmen dunkler und die Eigenfarbe des Filters heller abgebildet werden.

Verschiedene Farbfilter für die Schwarzweiss Fotografie

Rot-Filter für Schwarzweiss-Aufnahmen

Verwendet man einen Rot-Filter für seine Schwarzweiss-Aufnahmen werden Blautöne deutlich dunkler wiedergegeben. Daher eignet sich ein Rot-Filter auch sehr gut für dramatische Schwarzweiss-Aufnahmen von Wolken. Möchte man einen Rot-Filter in der Porträtfotografie einsetzen, sollte man beachten, dass das Modell eine gebräunte Haut hat, da der Filter die Haut heller zeichnet. Mit ihm lassen sich aber auch Sommersprossen, Narben und andere Schönheitsmakel gut kaschieren. Das liegt daran, dass der Rot-Filter gelbe, rote und braune Töne im Allgemeinen heller darstellt.

Blau-Filter

Ein Blau-Filter eignet sich vor allem bei Porträtaufnahmen mit einem hellhäutigen Modell. Denn die helle Haut wird dunkler wiedergegeben. Allerdings werden Hautunreinheiten verstärkt. Besonders gut eignet sich ein Blau-Filter um Dunst oder Nebel dramatisch einzufangen, da beides verstärkt wirkt. Allerdings eignet sich ein blauer Farbfilter weniger gut bei Aufnahmen vom Himmel. Dieser wird auf den Schwarzweiss-Aufnahmen sehr hell und fast schon weiß gezeichnet.

Gelb-Filter

Der Gelb-Filter bewirkt das Gegenteil vom Blau-Filter und ist in der Schwarzweiss-Fotografie einer der beliebtesten Filter, wenn es um Landschaftsaufnahmen geht. Er eignet sich besonders gut für die Abbildung von Wolken und Himmel. Diese werden nämlich auf den Schwarzweiss-Aufnahmen dunkler gezeichnet. Weniger gut eignet sich ein Gelb-Filter für Porträtaufnahmen. Denn die Haut und die Lippen werden heller wiedergeben als sie sind und wirken dadurch sehr unnatürlich.

Grün-Filter

Ein Grün-Filter eignet sich sehr gut, um verschiedene Helligkeitsunterschiede zwischen Grüntönen auf einem Schwarzweiss-Bild hervorzuheben. Daher findet er meist ausschliesslich in der Landschaftsfotografie bei Aufnahmen von Bäumen und Wäldern Verwendung. Der Grün-Filter splittet die verschiedenen Nuancen von Grüntönen auf. Diese werden später als feine Abstufungen in der Schwarzweiss-Aufnahme sichtbar.

Unterschiedliche Wirkung der Farbfilter am Beispiel eines Motives

Wirkung der Farbfilter im Vergleich zum farbigen Motiv und im Vergleich zur Schwarzweiss-Aufnahme ohne Farbfilter

Fazit: Farbfilter in der Schwarzweiss-Fotografie

Um die Qualität von analogen Schwarzweiss-Aufnahmen zu verbessern, ist der Einsatz von Farbfiltern empfehlenswert. Während sich kleine Farb- und Kontrastfehler mit Hilfe der digitalen Bildbearbeitung schnell beheben lassen, lassen sich diese Unterschiede in der analogen Fotografie nur mit Hilfe der passenden Farbfilter korrigieren. Dabei eignet sich nicht jeder Filter für jedes Motiv. Ein Blau-Filter beispielsweise kommt nur selten bei Landschaftsaufnahmen zum Einsatz, da dieser Grüntöne zu dunkel und Blautöne zu hell wiedergibt. Die Wahl des passenden Farbfilters hängt also vom Motiv und den Ausgangsfarben ab. Generell ist darauf zu achten, dass die Eigenfarbe des Farbfilters immer heller auf den Schwarzweiss-Aufnahmen abgebildet wird.

Bewerbungsfoto: Winzer im Weinberg

Individuelle Bewerbungsbilder für den passenden Job

Auch wenn heute nicht mehr bei jedem Arbeitgeber nötig ist, kann das richtige Bild manchmal die Entscheidung für eine Einladung zum Gespräch ausmachen. Wichtig ist dabei nicht die passende Frisur oder Brille, sondern die Ausstrahlung des Bewerbers. Wenn Sie sich entscheiden, Ihrer Bewerbung ein souveränes Bild beizufügen, lohnt es sich ein wenig Zeit zu investieren, um die Chancen auf den Traumjob zu erhöhen.

Dabei muss es nicht immer das typische Studiobild mit Rollwand und Tapetenmuster sein. Kreative Bilder, die sich abheben, werden immer beliebter. Ob seriös oder kreativ, für jeden Berufszweig kann man das gewisse Etwas finden und auch mit einfacher Ausrüstung ein gutes Bewerbungsbild selbst machen.

Die richtige Vorbereitung

Überlegen Sie sich zunächst wie sie auf Ihrem Bild wirken wollen. Seriös, kreativ, freundlich, professionell: Das alles können Sie mit dem richtigen Foto transportieren. Das Foto sollte Ihre Persönlichkeit zeigen, ohne privat zu werden.

Entscheidend ist natürlich auch, in welcher Branche und welchem Unternehmen Sie sich bewerben, denn die Personalabteilung einer Bank möchte von Ihnen ein schlichteres Bild als die einer Marketingfirma. Schauen Sie sich ausserdem das Image und die Philosophie Ihres Wunscharbeitgebers genau an, um die Erwartungen abzulesen und zu erfüllen. Dabei sind auch Unternehmensfarben und die bestehende Fotosprache wichtig. Wenn Ihr Bild sich von vornherein in das Firmenbild einfügt, erhöht das Ihre Chancen deutlich.

Die richtige Technik

Das wichtigste Werkzeug ist auch bei diesem Fotoshooting ein Stativ. Es sichert die Qualität durch die Stabilisierung. Ausserdem können Sie so die Kamera auf Ihre Augenhöhe positionieren. Wenn Sie sich selbst fotografieren, sollten Sie mit einem Fernauslöser arbeiten. Mit dem zeitversetzten Auslösen hasten Sie zwischen Position und Kamera hin und her, das bringt Unruhe in das Bild und kostet Zeit und Nerven.

Systemkameras mit schwenkbarem Live-View Bildschirm sind natürlich optimal, sollten Sie alleine shooten. Prinzipiell können Sie mit jeder Kamera mit mindestens 12 Megapixel arbeiten.

Findet das Shooting im geschlossenen Raum statt, ist das richtige Licht entscheidend. Fotografieren Sie tagsüber in der Nähe eines Fensters. Nutzen Sie so viel natürliches Licht wie möglich. Fotografieren Sie ohne direkten Blitz, um harte Kanten und Schatten zu vermeiden. Für künstliche Lichtquellen eignen sich Studioblitze oder Softboxen am besten. Hier lernen Sie, wie Sie einen Diffusor oder Reflektor selbst bauen können.

Bewerbungsbilder mit natürlichem Licht

Wie schon erwähnt, haben sich die typischen Bilder vor einheitlich dunklem oder weissem Hintergrund in einem Studio ein wenig überholt. Sie sagen wenig über die Person aus und gehen in der Masse an Bewerbungen unter. Ein Bild im Freien kann sehr natürlich und freundlich wirken. Ausserdem haben Sie hier den Vorteil, natürliches Licht nutzen zu können.

Bewerbungsfoto: zurückhaltender verschwommener Hintergrund

Wenn der Hintergrund eher zurückhaltend sein soll, können Sie ihn mit Hilfe einer kleinen Blende verschwimmen lassen. Nutzen Sie dafür ein Objektiv mit Festbrennweite (35 oder 50 mm). Spielen Sie mit der Blendenöffnung und passen Sie die Belichtung an. Bei der Portraitfotografie sollte die Belichtungszeit nicht zu lang sein, da sich das Motiv, wenn auch nur leicht, bewegt und damit Unschärfen entstehen.

Tipp: Je seriöser das Unternehmen, desto zurückhaltender der Hintergrund.

Das Arbeitsumfeld im Bewerbungsfoto

Je ferner der Beruf von Schlips und Krawatte entfernt ist, desto lässiger kann das Bild sein. Es wirkt sehr natürlich und vor allem passend, wenn Ihr Bewerbungsbild in der Berufsumgebung entsteht. Besonders bei handwerklichen Berufen kann das Shooting in die Werkstatt oder die Baustelle verlegt werden. Sie sollten darauf achten, trotz gewohnter Umgebung gepflegt und professionell aufzutreten. Das Gesicht muss deutlich erkennbar sein und der Bewerber die einzige Person auf dem Bild.

Mit der Blendenöffnung können Sie den Hintergrund, also die Umgebung, unterschiedlich stark verschwimmen lassen oder fokussieren. Nutzen Sie natürliches bzw. weiches Licht, um den Raum auszuleuchten. Harte Schatten und grelle Farben lenken zu sehr vom Bewerber ab. Versuchen Sie diese zu vermeiden oder in der Nachbearbeitung zu reduzieren. Achten Sie auf einen aufgeräumten Hintergrund, auch wenn er stark verschwimmt, denn auch wenn er in der Szene hilft, sollte der Fokus nicht vom portraitierten Bewerber abgleiten.

Bewerbungsfoto: Winzer im Weinberg

Job-Requisiten einbauen

Diese Art der Bewerbungsfotos ist wirklich nur etwas für schöpferische Branchen. Hier sind der Kreativität quasi kaum grenzen gesetzt, um seine Persönlichkeit und damit auch sein Talent in Szene zu setzen. Besonders Musiker, Künstler, Tänzer, aber auch Handwerker, Maler oder zum Beispiel Zoowärter wirken talentiert und professionell in ihrer gewohnten Umgebung.

Achten Sie bei Ihren Bildern dennoch darauf, dass das Gesicht gut erkennbar ist. Bei einem inszenierten Shooting können Sie entsprechendes Handwerkszeug, also Pinsel, Musikinstrumente oder sogar die Tiere eines Tierpflegers gemeinsam mit dem Bewerber in Szene setzen. Diese Fotos sind nicht geeignet um Sie selbst aufzunehmen, hier brauchen Sie Unterstützung.

Bewerbungsfoto: Gitarrist in buntem Scheinwerferlicht

Fazit

Egal, ob Bäcker, Musiker oder Bürojob, jedes Bewerbungsbild lässt sich mit einem passenden Hintergrund aufpeppen. Bei der Nachbearbeitung heisst es: Weniger ist mehr, denn Sie sollen schliesslich wiedererkannt werden. Die richtige Pose und was sonst bei Bewerbungsfotos zu beachten ist, können Sie hier nachlesen.

Tipps für das richtige Foto Make-Up

Styling-Tipps für Portraitaufnahmen

Sich für ein Foto-Shooting zu schminken, unterscheidet sich grundsätzlich vom normalen Schminkverhalten. Was der Spiegel nicht immer sehen kann, wird oftmals etwas uncharmant von der Kamera hervorgezaubert. Kleine Makel nimmt die Kamera stärker wahr, als es der Realität entspricht. Wir verraten Ihnen, wie Sie sich für ein professionelles Foto-Shooting selbst schminken können.

Besonderheiten des Foto Make-Ups

Schon vor einem Foto-Shooting sollten Fragen nach der Location und dem Licht geklärt werden. Je nach gewählter Lichtquelle wirken Farben später auf den Aufnahmen ganz anders. Das gilt insbesondere für das Make-Up. Sonnenlicht bringt beispielsweise Farben, Make-Up-Fehler und kleine Hautmakel stärker zur Geltung als eine Studiobeleuchtung. Daher sollte das Make-Up bei Tageslichtaufnahmen nie zu kräftig ausfallen. Handelt es sich hingegen um ein Studio-Shooting mit künstlichen Lichtquellen, kann das Make-Up auch gerne kräftiger ausfallen, da das Licht Farben verschluckt.

Vergleich der Wirkung von Make-up: Natürliches Licht und künstliches Licht

Wirkung verschiedener Lichtquellen auf Make-up und Farben: links: Tageslicht, rechts: künstliches Studiolicht

Tipps für das richtige Foto Make-Up

Ein gutes Foto Make-Up beginnt bereits mit der richtigen Vorbereitung. Vor einem Shooting ist es ratsam nicht mit neuen Pflege- oder Kosmetikprodukten zu experimentieren. Hautirritationen und kleine Entzündungen lassen sich nicht in jedem Fall wegschminken. Auch das Zupfen der Augenbrauen, sollte nicht unmittelbar vor dem Shooting stattfinden. Um die Haut optimal auf das Make-Up vorzubereiten, ist eine gute Grundierung zu empfehlen. Greifen Sie daher zu einer leichten Tagescreme, die auf Ihren Hauttyp abgestimmt ist.

Foto Make-Up: Der Teint

Für ein professionelles Foto Make-Up ist ein ebenmässiger Teint das A und O. Eine gut deckende Foundation oder gar ein Camouflage Make-Up sind daher sehr zu empfehlen. Achten Sie bei der Auswahl der Produkte darauf, dass das Produkt zum einen keinen UV-Schutz besitzt, um reflektierende Flecken beim Einsatz von Blitzlicht zu vermeiden, und zum anderen sollte die Nuance des Make-Ups unbedingt mit Ihrem Hautton übereinstimmen. Ebenso sollten Sie bei der Auswahl darauf achten, dass das Make-Up zu Ihren Hautbedürfnissen passt. Neigen Sie beispielweise zu einer trockenen Haut, sollten Sie kein mattierendes Make-Up verwenden, da dies Ihre Haut zusätzlich austrocknet, was wiederum auf den Aufnahmen nicht gut aussehen wird.

Für ein natürliches Finish tragen Sie die Foundation am besten mit einem kleinen Make-Up Schwamm auf. Arbeiten Sie die Foundation mit klopfenden Bewegungen in die Haut ein und mattieren Sie Ihre Stirn, den Nasenrücken und das Kinn mit einem transparenten Puder abschliessend ab. Im Laufe eines Shootings neigen diese Stellen dazu, schneller zu glänzen, als zum Beispiel die Wangen.

Foto Make-Up: Konturieren

Um Ihrem Gesicht für die späteren Aufnahmen wieder mehr Kontur und somit auch mehr Dreidimensionalität zu verleihen, ist es nun wichtig, das Gesicht mit einem Konturpuder richtig zu konturieren. Diese Technik wird von professionellen Visagisten sehr gerne verwendet, damit das Gesicht auf den Bildern später nicht zu platt wirkt. Nehmen Sie zunächst ein Konturpuder, welches ein paar Nuancen dunkler ist, als Ihr eigentlicher Hautton sowie einen abgeschrägten Pinsel und betonen Sie damit die Partien unter Ihren Wangenknochen, die Schläfen und die obere Stirn bis zum Haaransatz. Achten Sie beim Auftrag darauf, dass die Linien nicht zu hart wirken. Dies gelingt am besten, wenn man das Produkt gut einarbeitet und verblendet.

Auf den Wangen können Sie ruhig, je nach Typ, zu einem leichten Rosa oder einem dezenten Pfirsich-Ton greifen. Damit wirken Sie sehr frisch und natürlich auf den Aufnahmen. Um dem Gesicht noch mehr Dreidimensionalität zu verleihen, nehmen Sie nun einen Highlighter zur Hand. Für ein optimales Ergebnis empfiehlt sich hier ein flüssiger Highlighter, da dieser am natürlichsten aussieht. Diesen tragen Sie mit Ihrem Finger auf den oberen Wangenknochen auf sowie auf dem Nasenrücken und dem Lippenbogen. Dadurch kommen diese Stellen auf den Aufnahmen später besser zur Geltung. Welche Stellen Sie für ein tolles Foto Make-Up noch konturieren sollten, können Sie unserer Grafik entnehmen.

Grafik: Diese Stellen werden im Gesicht konturiert für ein Foto Make-up

Tipps für Portraitaufnahmen in Schwarz-Weiss

Handelt es sich bei Ihrem Foto-Shooting um ein Schwarz-Weiss-Shooting, sollten Sie sich bewusst sein, dass diese insgesamt nicht so hautschmeichelnd sind, wie Farbaufnahmen. Das Foto Make-Up erfordert in diesem Fall stärkere Konturen sowie eine Stärkere Betonung der Lippen, Wangen und Augen. Ebenso sollte man beachten, dass Narben, Hautprobleme und Falten bei Schwarz-Weiss-Aufnahmen viel Stärker zur Geltung kommen als auf Farbbildern. Daher ist es ratsam ein stark deckendes Make-Up zu verwenden, welches Ihre Haut nicht austrocknet.

Silhouette einer Frau vor dem Sonnenuntergang am Meer.

Portraitfotografie – drei Ideen für das etwas andere Portraitfoto

Bei der Portraitfotografie geht es darum, eine (oder mehrere) Person(en) in das rechte Licht zu rücken. Während in anderen Foto-Disziplinen häufig mehrere Bildelemente ineinandergreifen, soll bei der Portraitfotografie vorwiegend der einzelne Mensch abgebildet werden.

Die Möglichkeiten, den zu portraitierenden Mensch darzustellen, erweitern sich und entfernen sich von der klassischen Darstellung, wie man sie etwa von Bewerbungsfotos kennt.

Erfahren Sie in diesem Artikel wie es gelingt, Personen in unschuldig oder mystisch anmutender Weise darzustellen, ihre Grösse nach Belieben zu verändern und ihre Form gekonnt zum Ausdruck kommen zu lassen.

Die richtige Vorbereitung erspart Enttäuschungen

Eine gute Vorbereitung spielt, wie so häufig, auch in der Portraitfotografie eine grosse Rolle. Darunter fällt beispielsweise die Wahl einer geeigneten Ausrüstung, aber auch die Kommunikation mit dem Model.

Für Portraitaufnahmen werden oftmals Objektive mit mittlerer bis grosser Brennweite eingesetzt, da diese einerseits über eine gute Freistellungseigenschaft verfügen und andererseits eine gewisse Wohlfühldistanz zu dem Model gewähren. Das von Ihnen eingesetzte Objektiv sollte im besten Fall lichtstark sein, also auch niedrigere Blendenzahlen zulassen. Mit Hilfe einer Offenblende gelingt es Ihnen so, das Model sichtbar vom Hintergrund freizustellen. Ausserdem erhalten Sie durch ein lichtstarkes Objektiv die Möglichkeit, auch in schlecht ausgeleuchteten Umgebungen Fotos mit niedrigem ISO Wert zu schiessen.

Eine weitere wichtige Voraussetzung für gute Portraitfotos bildet die Kommunikation mit dem Model. Um Enttäuschungen zu vermeiden, sollten Sie und Ihr Model sich bereits im Vorfeld einig darüber sein, welche Art von Bildern geschossen werden. Teilen Sie dem Model ausserdem rechtzeitig mit, welche Kleidung und welche sonstigen Hilfsmittel für das Shooting benötigt werden.

Entgegen aller üblichen Konventionen – über- und unterbelichten

Für besondere Portraitaufnahmen ist es manchmal empfehlenswert, von der ausgewogenen Belichtungsskala abzuweichen. Verschiebt man den Regler der Skala nämlich in den positiven oder negativen Bereich, entstehen oftmals reizvolle Aufnahmen.

Bei High-Key-Aufnahmen wird gezielt überbelichtet, während bei Low-Key-Aufnahmen gezielt unterbelichtet wird.

Gegenüberstellung einer High-Key-Aufnahme mit einer Low-Key-Aufnahme.

Wählt man einen positiven Wert auf der Skala, so wird das Bild überbelichtet. Die Anwendung der beabsichtigten Überbelichtung findet sich häufig in der Portraitfotografie wieder und wird mit dem Begriff High-Key Fotografie umschrieben. Die grellen Aufnahmen versprühen durch ihren hohen Weissanteil und den verhältnismässig geringen Schwarzanteil ein Gefühl der Unbeschwertheit und Reinheit.

Wird ein negativer Wert auf der Belichtungsskala gewählt, so wird das Bild unterbelichtet. Auch diese Art der Fotografie erfreut sich besonderer Beliebtheit im Bereich der Portraitfotografie. Die sogenannte Low-Key Fotografie erzeugt aufgrund ihrer vorwiegend dunkel gehaltenen Aufnahmen eine mystische und düstere Atmosphäre.

Für ein noch eindrucksvolleres Erscheinungsbild wird sowohl in der High-Key als auch in der Low-Key-Fotografie häufig nur mit dem Schwarz-Weiss-Farbspektrum gearbeitet.

Spiel der Perspektiven – Was schon bei Herr der Ringe geklappt hat …

Eine weitere Möglichkeit für besondere Portraitaufnahmen ergibt sich aus der Perspektive, welche die Kamera im Verhältnis zum Model einnimmt. Die erzwungene Perspektive (engl. forced perspective) umschreibt eine sehr beliebte Technik, die häufig in den Bereichen Film, Kunst und Architektur eingesetzt wird.

Hierbei werden Objekte grösser oder kleiner dargestellt, als sie in Wahrheit sind. Dies wird dadurch erreicht, dass einzelne Objekte näher bzw. weiter von der Kamera entfernt platziert werden. Die Illusion entsteht letztlich durch den Vergleich zu einem anderen Motiv, was entsprechend gegensätzlich platziert ist. Ein sehr prominentes Beispiel aus dem Bereich des Films stellt die Filmreihe Herr der Ringe dar, bei der die zierlichen Hobbits und Zwerge in weiterer Entfernung von der Kamera positioniert wurden, als etwa die grossen Menschen und Elben.

Die im Vordergrund stehende Person erscheint aufgrund ihrer Nähe zur Kamera grösser, als die im Hintergrund abgebildete Person

Die im Vordergrund stehende Person erscheint aufgrund ihrer Nähe zur Kamera grösser, als die im Hintergrund abgebildete Person.

Hierbei sollten Sie grundsätzlich darauf achten, eine ausreichend grosse Tiefenschärfe (kleine Blende) zu verwenden, damit sowohl das Model als auch das in Relation gesetzte Bildmotiv scharf erscheinen. Oftmals bietet sich ausserdem der Einsatz eines Weitwinkelobjektivs an, mit dem Sie aus einem niedrigen Winkel heraus Ihr Model noch grösser erscheinen lassen können. Vermeiden Sie es jedoch, sehr geringe Brennweitenbereiche zu benutzen, damit Ihr Model nicht verzerrt dargestellt wird.

Formen statt Details – Silhouetten

Obwohl Emotionen und Charaktereigenschaften häufig über die Gesichtszüge einer Person transportiert werden, so offenbaren auch die Form und Umrisse einer Person Einblicke in deren Persönlichkeit. Bei der Fotografie von Silhouetten beschränkt sich der Fotograf ganz bewusst auf das Portraitieren der äusseren Erscheinungsform des Models.

Silhouette einer Frau vor dem Sonnenuntergang am Meer.

Bei der Fotografie von Silhouetten treten die Formen des Fotografierten in den Vordergrund.

Silhouetten-Bilder lassen sich auf natürlichem Wege am besten schiessen, wenn die Sonne tief steht, das heisst zum Zeitpunkt des Sonnenaufgangs oder des Sonnenuntergangs. Beim Bildaufbau sollten Sie beachten, dass Ihr Model auf horizontaler Linie vor der Sonne steht und diese verdeckt. Nehmen Sie deshalb einen niedrigen Kamerawinkel ein. So wird verhindert, dass Ihr Model in der Silhouette des restlichen Vordergrunds verloren geht.

Weiterhin ist es wichtig, einen passenden Hintergrund für das Silhouetten-Shooting zu wählen. Der Hintergrund (in den meisten Fällen der Horizont) sollte im Idealfall einheitlich beschaffen sein, keine Ablenkung darbieten und in etwa 2/3 des gesamten Bildes einnehmen. Für Aufnahmen in urbaner Umgebung lohnt es sich, Fussgängerunterführungen oder Tunnel aufzusuchen und den Ausgang als Gegenlichtquelle zu nutzen.

Wählen Sie für Ihre Silhouetten-Aufnahmen eine kleine Blende, um somit eine höhere Tiefenschärfe im Bild zu erzeugen. Mit Hilfe von kurzen Verschlusszeiten ist es Ihnen auch möglich, Ihr Model in bewegter Form in Szene zu setzen. Das Experimentieren mit unterschiedlichem Aufbau verschafft viel Freude und beschert überraschende Ergebnisse.

Natürlich wirkendes Portrait-Foto einer rothaarigen jungen Frau vor See-Kulisse

Reden ist Gold – Kommunikation mit dem Model beim Fotoshooting

In der Portraitfotografie oder auch bei Fashion-Shootings liegt der Fokus klar auf dem Menschen vor der Kamera. Ihr Model muss dafür kein Profi sein. Entscheidend für schöne, natürliche Fotos ist nicht nur das technische Know-How des Fotografen, sondern auch seine soziale Kompetenz im Umgang mit dem Model. Wir verraten Ihnen, wie Sie mit der richtigen Kommunikation eine vertrauensvolle Atmosphäre erzeugen und so das optimale Setting für tolle Resultate schaffen.

Kommunikation vor dem Fotoshooting

Ein kurzes Telefonat im Vorfeld oder ein persönliches Treffen sind gute Möglichkeiten, um offene Fragen zu klären und wichtige Details abzustimmen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie zum ersten Mal mit diesem Model zusammenarbeiten. So haben Sie Gelegenheit, erste Ideen vorzustellen und sich über gemeinsame Vorstellungen auszutauschen.

Das hilft auch dem Model, sich auf das Shooting einzustellen und gibt Sicherheit. Vor allem Menschen, die nicht regelmässig oder vielleicht sogar zum ersten Mal vor einer Kamera stehen, sind oft zunächst unsicher oder gehemmt. Nach einem Gespräch können sie besser einschätzen, was beim Shooting auf sie zukommt.

Manchen Models hilft es, eine Vertrauensperson beim Shooting dabei zu haben. Anderen ist es eher unangenehm, wenn sie beim Fotografieren beobachtet werden oder sie lassen sich zu sehr ablenken. Weisen Sie im Vorfeld auf diese Möglichkeit hin.

Stress vermeiden vor der Kamera

Vor einer Kamera zu posieren, bedeutet vor allem für unerfahrene Models zunächst einmal auch Stress. Dieser kann durch äussere Faktoren verstärkt werden. Sorgen Sie deshalb von Anfang an für eine entspannte Atmosphäre.

Planen Sie ausreichend Zeit ein: Gute, natürliche Bilder entstehen eher selten in ein paar Minuten. Bricht wegen einer zu eng gestrickten Zeitplanung Hektik aus, wird sich das auch auf den fertigen Fotos bemerkbar machen. Wählen Sie einen Termin, der auf beiden Seiten nicht durch wichtige Folgetermine begrenzt ist. Das reduziert den Druck und sorgt für ein entspanntes Arbeiten.

Nehmen Sie sich Zeit zum Ankommen. Beide Seiten müssen sich zunächst öffnen und aufeinander einstellen. Nur so wird es Ihnen gelingen, Ihr Model „ohne Maske“ aufs Bild zu bekommen und den Menschen vor der Kamera so zu zeigen, wie er wirklich ist.

Das Eis brechen

Zeigen Sie Selbstsicherheit, aber kommunizieren Sie stets respektvoll und auf Augenhöhe mit dem Model. Vergessen Sie nie, dass Sie kein Objekt, sondern einen Menschen vor der Linse haben. Natürlich ist ein sicherer Umgang mit Ihrer Technik wichtig. Viel mehr kommt es aber auf Ihre soziale Kompetenz an. Jeder Mensch verhält sich anders, wenn er vor einer Kamera agieren soll. Eine vertrauensvolle, gelöste Atmosphäre ist eine wichtige Basis für ein gelungenes Shooting. Alle Beteiligten sollten zu jeder Zeit offen sagen können, was sie wollen, wenn sie etwas nicht möchten oder sich in einer Situation unwohl fühlen.

Als Fotograf sind sie immer auch Entertainer. Locken Sie Ihr Model aus der Reserve! Verwickeln Sie Ihr Gegenüber in ein lockeres Gespräch über Alltägliches. Das eigene Haustier, Hobbys oder der geplante Urlaub sind Themen, über die jeder gern spricht.

Wozu Posen?

Posen erzeugen Spannung, Dynamik und Stimmung und lassen ein Foto lebendig wirken. Das klappt am besten, wenn die Posen möglichst natürlich wirken. Vor allem Gesichter können ganze Geschichten erzählen, Emotionen transportieren. Gerade Models, die noch nicht viel Erfahrung vor der Kamera haben, brauchen hierfür klare Anweisungen vom Fotografen. Models mit mehr Kameraerfahrung müssen Sie vielleicht eher bremsen. Viele Fotografen arbeiten auch mit Musik, um eine natürliche, lockere Atmosphäre zu kreieren.

Beschreiben Sie genau, was Sie sich vom Model wünschen, oder noch besser: Machen Sie es vor! Das Model kann sich selbst nicht sehen. Zeigen Sie, wie die Pose aussehen soll. Das ist nicht nur effektiver, als lange Erklärungen, sondern lockert auch die Stimmung. Auch Beispielbilder sind geeignet, um zu verdeutlichen, was Sie sich konkret für das nächste Motiv vorstellen.

Geben Sie positives Feedback! Ein simples „das machst du gut“ kann Wunder bewirken und baut Unsicherheiten ab. Wenn Sie selbst mal nicht so begeistert von einem Ergebnis sind, lassen Sie das Ihr Model nicht merken. Auch wenn eine Pose verbesserungswürdig ist: Bleiben Sie positiv und motiviert, aber konkret und klar in Ihren Anweisungen. Sagen Sie vor jeder Sequenz, worauf es Ihnen jetzt besonders ankommt (Ausdruck, Stimmung, Posing).

Im Kontakt bleiben

Konzentrieren Sie sich nicht zu sehr auf das Display oder Ihre Technik. Bleiben Sie im Kontakt mit Ihrem Model. Kontinuierliche Kommunikation erhält eine lockere Atmosphäre aufrecht und diese lässt tolle Fotos oft aus der Situation heraus entstehen. Es wäre doch schade, wenn Sie einen solchen Moment verpassen, weil Sie gerade in einen intensiven Dialog mit Ihrer Technik vertieft sind.

Fotograf shootet ins Gitarrenspiel vertiefte junge Frau auf einem Sofa

Transparenz zeigen

Lassen Sie das Model auch während des Shootings immer mal einen Blick auf die bisher entstandenen Bilder werfen. Das schafft nicht nur Transparenz, das Model sieht auch direkt die schönen Ergebnisse und wird so automatisch entspannter. Kurze Pausen sind ausserdem wichtig, um im Anschluss wieder mit voller Konzentration bei der Sache zu sein. Erklären Sie anhand besonders gelungener Bilder konkret, wie vielleicht eine noch bessere Wirkung erzielt werden kann. Geben Sie aber auch Ihrem Model die Gelegenheit für ein kurzes Feedback zu den bisherigen Bildern und nehmen Sie seine Meinung ernst. Nicht das Model muss das Bild gut aussehen lassen – vielmehr ist es Aufgabe des Fotografen, das Model bestmöglich zu inszenieren.

Nach dem Shooting ist vor dem Shooting

Sind alle Bilder im Kasten, sichern Sie diese auf Ihrem Rechner, räumen vielleicht noch etwas auf, Ihr Model zieht sich um. Nutzen Sie diese Zeit für ein bisschen Smalltalk und lassen sich auch ein kurzes Feedback geben: War alles in Ordnung? Gibt es Anregungen oder Verbesserungswünsche?

Sichten Sie gemeinsam mit dem Model die fertigen Aufnahmen am Rechner. Suchen Sie 5 bis 10 Fotos aus, die Ihnen beiden gut gefallen. Vereinbaren Sie einen Zeitpunkt, zu dem Ihr Model die fertigen Fotos bekommen soll und halten Sie sich unbedingt daran. Verbindlichkeit ist ein weiterer wichtiger Baustein für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Zukunft.

 

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Aufnahme mit Lensbaby Objektiv

Besondere Objektive

Für Profifotografen, vor allem aus dem künstlerischen Bereich, wird es zunehmend schwerer, ihre Aufnahmen ohne viel Manipulation durch Bearbeitungssoftware individuell zu gestalten. Wir stellen Ihnen 3 Objektive vor, die auch ohne grosse Nachbearbeitung tolle Effekte erzielen: Lensbaby, Petzval von Lomo und das Soft Fokus Objektiv von Canon.

Lensbaby – das Spiel mit dem Schärfebereich

Lensbaby wird sowohl mit der Firma Lensbaby Inc. als auch mit einer ganzen Art von Fotos assoziiert. Markant für diese Bilder ist der zentrale Schärfebereich – der sogenannte „Sweet Spot“ –  und die sich ringförmig darum ausbreitende Unschärfe. Die Fotos werden durch die entstehenden „Bildfehler“ in Vignettierung und Farbwiedergabe stark entstellt.

Die Lensbaby Objektive gibt es inzwischen in zahlreichen Ausführungen. Im Aufbau ist das Objektiv recht einfach gehalten. Wichtig ist eine Tilt- bzw. Verkippungsfunktion (meist ein Kugelgelenk) mit dem der Sweet Spot im Motiv verschoben werden kann. Die Grösse des Sweet Spots wird über mitgelieferte Kunststoffscheiben mit verschiedenen Öffnungsgrössen geregelt. Diese Blenden-Scheiben werden magnetisch vorn an das Objektiv gehaftet und sind mit verschiedenen Formen für den Bokeh-Effekt erhältlich. Die Brennweite variiert je nach Modell zwischen 50, 35 und 80 mm.

Auch wenn das Fotografieren mit dem Lensbaby Objektiv viel Spass bringt, für eilige Schnappschüsse ist es jedoch nicht geeignet. Nach jeder Einstellung des Objektivs muss neu manuell fokussiert werden, daher empfehlen wir für die ersten Versuche die Kamera auf einem Stativ anzubringen. So kann man mit kleinem Sucher und geringer Blendenöffnung eine genaue Fokussierung erreichen.  Für Portraitfotografie ist der Sweet Spot von besonderer Bedeutung, da er den fokussierten Bereich des Motivs, beispielsweise das Gesicht, hervorhebt. Die zum Teil starke Vignettierung wird gern in der Straßenfotografie eingesetzt, da sie dem Bild eine extreme Dynamik verleiht.

Petzval von Lomography – das Portraitobjektiv

Petzval von Lomography – das Portraitobjektiv

 

Josef Maximilian Petzval war ein slowakischer Mathematiker des 19. Jahrhunderts, der das erste Portraitobjektiv der Welt entwickelte. Es stellt das fokussierte Objekt scharf, während der Hintergrund durch verschiedene Bokeh-Blenden verschwimmt. Der Kontrast bringt den Portraitierten besonders zur Geltung. Dieses Objektiv prägte die Portraitfotografie des vorletzten Jahrhunderts massgeblich. Im Jahr 2014 baute es die Firma Lomography (Kamerahersteller im Bereich Lomografie) passend für moderne DSLR nach. Das Projekt kam durch die bisher drittgrösste Kickstarter Kampagne im Bereich Design zustande.

Das Petzval ist also ein Portraitobjektiv, welches –  ähnlich wie die Lensbaby – mit Schärfen, Fokus und vor allem dem Bokeh spielt. Das Objektiv in edlem Messing-Design wird mit den einschiebbaren Blenden-Elementen zusammen geliefert.

Für die richtige Einstellung des manuellen Fokus braucht es einige Ruhe und Fingerspitzengefühl. Auch die Wahl der richtigen Blenden-Scheibe ist wichtig, um die Lichtverhältnisse auszugleichen. Doch nach ein wenig Übung macht das Petzval viel Spass und bietet dem Laien sowie dem Profifotografen eine ganz neue Spielwiese.

Soft Fokus Objektiv – für zarte Aufnahmen

Im 20. Jahrhundert verbreiteten sich besonders unter den künstlerischen Fotografen die Weichzeichnerobjektive der Marken Minolta, Rodenstock (Imagon) und Dreamagon. Ähnlich dem heutigen Retro-Trend wollte man sich von den akribisch realistischen Abbildungen der Realität abheben. Aktuell ist das Canon EF 135mm 1:2.8 Softfocus das Einzige dieser Art.

Der Soft Fokus ist in zwei Stufen zuschaltbar und Canon empfiehlt ihn mit offener Blende zu nutzen. Wie der Name bereits sagt, ist es ein Weichzeichner. Der Effekt wird durch das Fehlen eines konkreten Fokuspunktes technisch umgesetzt. Über dieses Objektiv gibt es sehr verschiedene Meinungen von Fotografen. Schlussendlich ist es fast ausschliesslich für Portraitfotografie geeignet, da die Unschärfe bei anderen Motiven zu stark ist. Bei der Portraitfotografie sollten Sie dann darauf achten, dass sich die 135mm auf einem Teleobjektiv mit dem gegebenen Verlängerungsfaktor extrem ausweiten und so ausreichend Abstand zum Model gehalten werden muss.

Die Firma Yasuhara hat im Juni 2016 mit MOMO (japanisch für 100) eine Kickstarter Kampagne geschalten, um das 100 Jahre alte Objektiv der Kodak Vest Pocket-Kamera wieder zu beleben. Einige Testbilder und Informationen sowie einen Prototyp haben sie auf ihrer Seite veröffentlicht. Da die Kampagne jedoch als gescheitert bei Kickstarter vermerkt ist, scheint die Zukunft der Weichzeichnerobjektive unklar.

Soft-Fokus Aufnahme einer Rose mit Kamille

Fazit

Die drei Objektive bringen alten Charme in die moderne Fotografie. Vor der Anschaffung gilt zu Bedenken für welche Projekte sie einsetzbar wären, da sie im Vergleich zu Bearbeitungssoftware sehr kostenintensiv sind. Vignettierung, Bokeh und auch der Weichzeichner sind gängige Filter der meisten Fotosoftware. Die Objektive sind aber für Retro-Liebhaber und experimentelle Fotografen durchaus eine geeignete Investition.

Studioaufbau – Kamera mit einer Dauerlicht-Leuchte

Anordnung und Positionierung verschiedener Kunstlichtquellen

Die zwei gängigsten Lichtquellen sind der Studioblitz und das Dauerlicht. Diese können separat, aber auch gemeinsam eingesetzt werden. Oft reicht jedoch eine einzelne Lichtquelle nicht aus, um das gewünschte Motiv optimal in Szene zu setzen. Nun stellt sich die Frage, wie mehrere Lichtquellen positioniert werden müssen, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen. Die optimale Anordnung hängt vom fotografierten Motiv und den räumlichen Gegebenheiten ab.

Portraitfotografie – die richtige Anordnung

Bei der Fotografie von Personen werden in der Regel drei Lichtquellen verwendet, das Führungslicht, das Aufhelllicht und das Spitzlicht.

Das Führungslicht, auch «Keylight» genannt, ist in dieser Komposition die Hauptlichtquelle und ist somit das stärkste der drei Lichter. Dieses wird in einem 30- bis 45-Grad-Winkel rechts oder links von der Kamera aufgestellt und so positioniert, dass das Licht schräg über das Auge des Models fällt. Durch die Anordnung dieses Lichts wird die eine Gesichtshälfte gut ausgeleuchtet. Auf der gegenüberliegenden Seite wiederum zeichnen sich harte Schatten ab.

Um der Schattenbildung entgegenzuwirken, wird eine weitere Lichtquelle auf Höhe der Kamera oder gegenüber dem Führungslicht positioniert. Dabei handelt es sich um das Aufhelllicht, auch «Filllight» genannt. Dieses ist schwächer als das Führungslicht und mindern den Kontrast zwischen den beiden Gesichtshälften.

Die dritte Komponente ist das Spitzlicht (Backlight), welches im Hintergrund aufgebaut wird und das Model von hinten anleuchtet. Dadurch entsteht eine klare Abgrenzung zwischen Kopf und Hintergrund, wodurch die Aufnahme eine höhere Tiefenwirkung erlangt.

Produktfotografie – die richtige Anordnung

Gerade Objekte mit vielen Ecken und Kanten benötigen für die optimale Ausleuchtung viel Licht. Deshalb gibt es bei der Produktfotografie, wie schon bei der Portraitfotografie, verschiedene Komponenten.

Begonnen wird auch hier mit der Positionierung des Führungslichts. Soll das Objekt gleichmässig ausgeleuchtet werden, besteht das Führungslicht aus zwei Lichtquellen. Diese sollten die gleiche Lichtstärke aufweisen und jeweils links und rechts von der Kamera aufgestellt werden, sodass das Licht auf das Objekt fällt. Nach der ersten Probeaufnahme lässt sich erkennen, dass das Motiv bereits relativ gut beleuchtet ist, nur die obere Kante erscheint noch etwas dunkel.

Da das gewählte Produkt rundum zur Geltung kommen soll, wird eine weitere Lichtquelle über dem Objekt angebracht. Nun lässt sich auf der zweiten Probeaufnahme erkennen, dass auch die obere Kante gut zur Geltung kommt.

Ist die Ausbeute der bisher verwendeten Lichtquellen zufriedenstellend, geht es anschliessend um die Details. Wie bei der Portraitaufnahme soll auch bei der Produktfotografie eine Tiefenwirkung erzeugt werden. In diesem Fall können statt einem separaten Spitzlicht zwei Reflektoren verwendet werden. Diese werden schräg hinter dem Objekt platziert, damit sie das Führungslicht auf die Rückseite des Objektes reflektieren.

Collage aus zwei Fotografien- links schlecht beleuchtet und rechts gut beleuchtet – Motiv sind ein kleines Klavier und ein M

Das erste Bild links wurde nur mit einer Lichtquelle von links beleuchtet. Daraus resultieren starke Schatten. Das zweite Bild wurde von links, rechts und leicht von oben angestrahlt. Das Motiv zeigt viel weniger Schatten und kommt gut zur Geltung.

Mit dem Aufbau des Führungslichts, des Oberlichts und der Reflektoren als Ersatz für das Spitzlicht ist der Set-Aufbau vollständig. Sollten dennoch Details nicht optimal zur Geltung kommen, können weitere Reflektoren, wie beispielweise in Form eines weissen Blatt Papiers, verwendet werden. Diese sollten so ausgerichtet werden, dass sie das Licht auf die schlecht ausgeleuchtete Stelle umlenken.

Weitere Feinheiten lassen sich durch verschiedene Kameraeinstellungen kontrollieren. Dabei hat bei der Produktfotografie der Blendenwert die grösste Bedeutung. In den meisten Fällen soll bei der Produktfotografie eine hohe Schärfentiefe erzeugt werden. Dies gelingt vor allem mit einer eher geschlossenen Blende. Folglich ist es sinnvoll, mit einem niedrigen Blendenwert wie beispielsweise f/16 zu arbeiten.

Studioaufbau aus zwei Softboxen und einer Kamera

Auf diesem Bild ist ein Set-Aufbau zu sehen, bei dem bisher nur das Führungslicht aufgebaut wurde. In beiden Softboxen befinden sich Studioblitze, welche auf die gleiche Leistung eingestellt wurden.

Set-Aufbau – Studioblitz oder Dauerlicht?

Sowohl bei der Produktfotografie als auch bei der Portraitfotografie können für den Set-Aufbau Dauerlicht-Leuchten oder Studioblitze verwendet werden. Auch eine Kombination aus beiden Lichtquellen ist möglich, solange diese richtig aufeinander eingestellt sind.

Für den Einsteiger ist die Arbeit mit dem Dauerlicht einfacher, da die Lichtwirkung sofort eingeschätzt werden kann.

Fazit

Der Set Aufbau besteht in nahezu jeder Situation aus verschieden Lichtquellen. Hierbei bildet das Führungslicht immer die Basis. Probeaufnahmen können dabei helfen, die Wirkung der verschiedenen Lichtquellen sichtbar zu machen. Deshalb empfiehlt es sich, nach dem Aufbau jeder einzelnen Lichtquelle eine Aufnahme zu machen, um somit die Lichtwirkung zu erkennen, zu verstehen und diverse Defizite festzustellen. Anschliessend lassen sich die Defizite Schritt für Schritt mit weiteren Lichtquellen und Hilfsmitteln ausgleichen.

Wie in nahezu allen Bereichen der Fotografie gehört auch beim Lichtaufbau etwas Übung und Erfahrung dazu, bis der Aufbau ohne weiteres von der Hand geht. Doch wenn der Basisaufbau einmal sitzt, bietet die Arbeit mit Licht noch viele weitere Möglichkeiten.

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