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Gegenlichtaufnahme im Wald – Sonne scheint punktuell durch die Bäume

Fotografieren im Wald – Königsdisziplin der Landschaftsfotografie

Egal ob es schneit, regnet oder die Sonne scheint ­– der Wald hat bei jedem Wetter und zu jeder Jahres- und Tageszeit ein grosses Potenzial für besondere Aufnahmen. Viele Fotografen trauen sich dennoch nicht an die Fotolocation «Wald» heran. Grund dafür ist, dass das Fotografieren im Wald zu den schwersten Disziplinen der Fotografie zählt. Der ideale Bildaufbau und die richtigen Lichtverhältnisse für gelungene Waldaufnahmen sind dabei am schwierigsten zu meistern. Allerdings sollten Sie sich von dieser Aussage auf keinen Fall abschrecken lassen.

Warum Sie die tiefstehende Sonne nutzen sollten und welche Wirkung ein bisschen Nebel am Morgen auf das Bildmotiv hat, wird unter anderem im Folgenden geklärt. Überdies erhalten Sie zahlreiche Tipps, wie Sie mit einem perfekten Foto von Ihrem Waldausflug zurückkehren.

Vorbereitung und Kameraausstattung für den Waldausflug

Zur Ausrüstung für den Waldausflug gehört natürlich festes Schuhwerk mit einer rutschfesten Sohle. Wenn es regnet, sollten Sie sich zusätzlich mit Regenjacke, einer wasserfesten Überhose und Hut ausstatten. Ausserdem empfiehlt sich eine lange Wander-/Trekkinghose. Auch bei schönem Wetter sollten Sie eine lange Hose und Socken tragen, da diese Sie sowohl vor stacheligen Pflanzen als auch vor Zecken schützen.

Natürlich darf eines dem Fotografen nicht fehlen: die Kamera. Zum Fotografieren im Wald können Sie eine Kompaktkamera, Systemkamera oder eine Spiegelreflexkamera nutzen. Letztere zeichnet sich durch eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten aus. So können wichtige Parameter wie Belichtungszeit, Blendenwert und ISO manuell an die schwierigen Bedingungen im Wald angepasst werden. Kompaktkameras verfügen dagegen oft über diverse Modi mit Voreinstellungen für verschiedene Situationen und Fotomotive, die bei schlechtem Licht jedoch schnell an ihre Grenzen stossen.

Ergänzend eignen sich ein Stativ, ein Fernauslöser, Filter und verschiedene Objektive für das Fotoequipment im Wald.  So verstärkt ein Weitwinkelobjektiv die Grössenverhältnisse zwischen Vorder- und Hintergrund, das Teleobjektiv hingegen verdichtet oder stellt Objekte frei. Für Nahaufnahmen nutzen Sie das Makroobjektiv. Zur Verstärkung des Blattgrüns und des blauen Himmels sowie zur Reflexionsreduktion können Sie einen Polarisationsfilter nutzen. Bei Waldaufnahmen kann aber auch der Einsatz eines Grauverlauffilters für eine besondere Stimmung in den Aufnahmen sorgen. Die Kamera und das Zubehör verstauen Sie idealerweise in einer Fototasche oder einem Rucksack mit integriertem Regenschutz.

Kameraeinstellungen beim Fotografieren im Wald

Grundsätzlich müssen die Parameter ISO Wert, Blende und Belichtungszeit aufeinander abgestimmt werden. Die jeweils idealen Werte bekommen Sie am besten durch Ausprobieren heraus. Wenn Sie im Wald mit Stativ fotografieren, können Sie eine längere Belichtungszeit wählen und somit den Standardwert des ISO (zwischen 100 und 200) beibehalten. Einen höheren ISO Wert, eine geringere Belichtungszeit und den Bildstabilisator benutzen Sie bei flexiblen Aufnahmen ohne Stativ.

Grundsätzlich sollten sich die ISO Werte aber in moderaten Bereichen befinden, da bei zu hohen Werten schnell Bildrauschen entsteht. Für die Blende gilt: je geschlossener diese ist, desto grösser die Schärfentiefe im Bild. Nutzen Sie für perfekte Aufnahmen den manuellen Fokus und zur Kontrolle der Belichtung das Histogramm als Hilfestellung.

Aufnahme von Baumkronen im Herbst aus der Froschperspektive

Besondere Lichtverhältnisse im Wald

Im Wald herrschen grosse Lichtunterschiede. Während bei Sonnenschein völlig überbelichtete oder komplett schwarze Flächen das Ergebnis sein können, bietet bedeckter Himmel einen viel kleineren Dynamikumfang.

Verwackelte und unscharfe Bilder können die Folge von spärlichem Licht sein. Kontrollieren Sie daher Ihre Ergebnisse auf dem Display und stellen Sie probieren Sie einen höheren ISO Wert aus, wenn die Aufnahmen unscharf sind. Idealerweise arbeiten Sie mit lichtstarken Objektiven und grosser Blendenöffnung, allerdings sind diese sehr kostenintensiv.

Mögliche Perspektiven und Motive fotografieren

Wechseln Sie Ihre Perspektive und sorgen Sie somit für Abwechslung in Ihren Aufnahmen – mal ein Foto aus der Hocke, mal liegend oder mal im Sitzen. Frosch- und Vogelperspektive machen Ihre Fotos erst zu besonderen Aufnahmen. Damit Sie sich nicht direkt auf den Waldboden legen müssen, können Sie einen Plastiksack als Unterlage einstecken.

Halten Sie Ausschau nach Details. Ein Wald hat unglaublich viele faszinierende Motive zu bieten. Wurzelstöcke, alte und junge Bäume, kleine Pflanzen wie Farne oder Moose, Wurzeln, Blätter, Spinnennetze, Pilze, Waldtiere, altes und junges Holz, Bäche und Steine sind nur eine kleine Auswahl des Waldes.

Farben und Stimmung des Waldes wirkungsvoll einfangen

Nebel – Mystische Waldbilder

Die mystische Stimmung im Wald können Sie nur in einem begrenzten Zeitfenster, bevorzugt in den frühen Morgenstunden, schiessen. Durch die spezielle Kombination aus tiefstehender direkter Sonne und unterschiedlich dichtem, aufreissendem Nebel entsteht eine geheimnisvolle Atmosphäre. Machen Sie unterschiedliche Aufnahmen, mal mit der Sonneneinstrahlung von der Seite und mal mit Gegenlicht. Noch mystischer wird die Stimmung, wenn sich Elemente wie reifbedeckte Spinnweben, Moosböden, Farne, lockeres Unterholz, Raureif und Tautropfen auf dem Bild befinden. Ein besonders interessantes Fotomotiv ist die Kombination von jungen und alten Bäumen auf einem Foto.

Schlechtes Wetter gibt es nicht

Regenwetter ist definitiv kein Grund zum Verzweifeln. Ganz im Gegenteil, wenn es geregnet hat, erstrahlt der Wald in satten Farben. Der Wald ist bei dieser Wetterlage oftmals gleichmässig ausgeleuchtet, die Kontraste sind gering und die Farben besonders kräftig. Alles wirkt frischer.

Auch der Herbst und der Winter sorgen mit fliegenden Herbstblättern und eingeschneiten Nadelbäumen bei tieferstehender Sonne für einzigartige Aufnahmen.

Wenn die Sonne scheint

Die Kombination aus Schatten und Lichtspielen sorgt für besonders schöne Bokeh-Effekte bei Gegenlichtaufnahmen. Sowohl in den frühen Morgenstunden, als auch in den frühen Abendstunden sorgt Sonnenschein bei Gegenlicht für schöne Stimmungen. Direktes Sonnenlicht hingegen bringt kräftige Farben und dramatische Schatten hervor.

Mystisches Waldbild mit Nebel am Morgen

  • Am besten fotografieren Sie im RAW-Format. So besteht die Möglichkeit, die Fotos im Nachhinein noch detaillierter als in ein JPEG-Foto am Computer zu bearbeiten und zum Beispiel den Dynamikumfang des Motivs zu vergrössern.
  • Damit Ihnen das perfekte Foto nicht entgeht, empfiehlt sich das Arbeiten mit Belichtungsreihen.
  • Nehmen Sie sich bei der Motivauswahl und Bildgestaltung genügend Zeit. Scannen Sie Ihre Umgebung, machen Sie Detailaufnahmen bei denen Sie mit geringer Schärfentiefe arbeiten.
  • Gehen Sie bei unterschiedlichen Wetterverhältnissen in ein bestimmtes Waldstück und lassen Sie sich von verschiedenen Eindrücken fesseln.
  • Nutzen Sie vertikale, horizontale und diagonale Linien wie Waldwege, Bachläufe oder Baumreihen. Nutzen Sie beispielsweise einen Blättervorhang mit Öffnung als natürlichen Rahmen für das Motiv und lenken somit gezielt den Blick des Betrachters.
  • Bringen Sie Ordnung ins Bild. Ein gelungener Bildaufbau ist für die Bildwirkung entscheidend. Er verleiht dem Bild Tiefe und lenkt den Blick des Betrachters gezielt in bestimmte Bildbereiche. Nutzen Sie Vorder-, Mittel- und Hintergrund.

Fazit

Bei Ihrem Ausflug in den Wald sollten Sie sich in angemessener Weise verhalten. Vermeiden Sie Lärm, zünden Sie kein Feuer, nehmen Sie Ihren Müll mit und verletzen Sie die Pflanzen nicht. Das Abreissen störender Äste hilft Ihnen nicht das perfekte Foto zu erhalten.

Im Wald können Sie bei jedem Wetter, ausgenommen bei Gewitter und Sturm, schöne Aufnahmen machen. Je nach Jahreszeit können Sie unterschiedliche Impressionen einfangen. Ein Wald hat unzählige tolle Fotomotive zu bieten. Mit ein bisschen Übung können Sie auch mit dem wenigen Licht und dem hohen Kontrast umgehen. Bringen Sie Licht in das Waldchaos, indem Sie einzelne Objekte gezielt in Szene setzen.

Der Wald hat viel zu bieten. Sie können Ihrem Hobby nachgehen, frische Luft tanken und die Ruhe geniessen. Schnappen Sie sich Ihre Kamera und machen Sie sich am besten gleich auf den Weg in den nächsten Wald.

Besondere Dreheffekte ohne Bildbearbeitung erzeugen

Für das Erzeugen von speziellen Foto-Effekten müssen Sie nicht immer gleich auf Bildbearbeitungssoftware zurückgreifen. Dreheffekte beispielsweise können mit der richtigen Technik bereits während der Aufnahme erzeugt werden.

Beim Dreheffekt verschwimmt das Foto zunehmend an den Seitenrändern während der fokussierte Bereich des Bildes scharf dargestellt wird. Diesen Effekt erzeugen Sie durch ein Drehen der Kamera zum Zeitpunkt des Auslösens.

Mit unseren Tipps zur Vorbereitung und richtigen Durchführung kriegen Sie den Dreh raus bzw. den Dreh ins Bild hinein.

So sind Sie optimal vorbereitet

Für die Erzeugung des Dreheffekts benötigen Sie zunächst eine Kamera, bei der Sie zumindest die Belichtungszeit in Abhängigkeit der anderen Einstellungen frei variieren können. Somit eignen sich Systemkameras aber auch einfache Kompaktkameras.

Heute bieten auch viele Smartphone-Kameras die Möglichkeit, Einstellungen wie den ISO-Wert oder die Belichtungszeit manuell vorzunehmen. Im Gegensatz zu den System- und Kompaktkameras lassen sich die meisten Smartphone-Kamerablenden jedoch nicht variieren. Falls Sie den Dreheffekt gerne mit der Smartphone-Kamera erzeugen möchten, so sollten Sie besonders helle Umgebungen meiden. Aufgrund der fest verbauten Blende (welche für die maximale Lichtaufnahme meist sehr offen gestaltet ist) kommt es bei längeren Belichtungszeiten schnell zu einer Überbelichtung des Bildes.

Veranschaulichung des Dreheffekts an einem Strassenschild

Der Bildaufbau und der Unschärfeeffekt an den Rändern variieren, je nachdem wie schnell die Kamera gedreht wird. Im linken Bild wurde die Kamera eher mässig und im rechten Bild schnell gedreht. 1/20 Sek. | F/11 | 10mm

Für Aufnahmen mit einem Dreheffekt brauchen Sie grundsätzlich keine weiteren Hilfsmittel. Sie lassen sich unproblematisch aus der Hand heraus schiessen. Für einen höheren Komfort und exaktere Drehungen können Sie jedoch auch ein Stativ einsetzen. Dieses sollte über eine klappbare Mittelsäule verfügen, sodass Sie die Kamera auf der Halterung befestigen und entlang der horizontalen Achse drehen können.

Gerade bei den ersten Versuchen kann der Dreheffekt in den Aufnahmen noch ausbleiben oder noch nicht den gesetzten Erwartungen entsprechen. Zusätzlich spielt vor allem bei der Freihand-Fotografie der Zufall eine grosse Rolle. Bringen Sie also auch ein gewisses Mass an Geduld und Neugierde in das Shooting mit ein. Das Variieren der Belichtungszeit, der Drehbewegung oder auch der Drehgeschwindigkeit kann zu unterschiedlichen Ergebnissen führen, die allesamt besonders sind.

Hierauf sollten Sie bei der Durchführung achten

Der Einfachheit halber sollten Sie für Ihre Aufnahmen den S bzw. TV Modus (Blendenautomatik) nutzen. Hier können Sie eine Belichtungszeit festlegen, wobei die Wahl einer entsprechenden Blende von der Kamera übernommen wird. Für die volle Kontrolle über Blende, Belichtungszeit und Co. muss hingegen der M Modus aktiviert werden.

Variieren Sie die Belichtungszeit – unabhängig davon, für welchen Modus Sie sich entscheiden. Einen guten Einstiegswert stellt eine Belichtungszeit von 1/20 Sekunde dar. Längere Belichtungszeiten sind auch möglich, achten Sie jedoch darauf, nicht unter eine Belichtungszeit von 1/5 Sekunde zu fallen. Das Schwenken der Kamera führt hierbei zu sehr unscharfen Aufnahmen.

Die «optimale» Belichtungszeit hängt vom Motiv, der eingesetzten Brennweite, aber auch der Drehgeschwindigkeit ab. Geduld und mehrfaches Experimentieren führt Sie zu den gewünschten Ergebnissen.

Setzen Sie für Ihre Aufnahmen den elektronischen Sucher Ihrer Kamera ein. Die Bilder lassen sich zwar auch mit Hilfe des optischen Kamerasuchers schiessen, jedoch fällt das Drehen auf Augenhöhe sehr unkomfortabel aus. Bei Verwendung des elektronischen Suchers können Sie den Bildaufbau jederzeit durch einen Blick auf den Kamerabildschirm betrachten und die Bilder ausserdem aus anderen Winkeln heraus aufnehmen. Die Kamera lässt sich somit einfacher und kontrollierter drehen.

Vergleich von Blumen mit und ohne Dreheffekt

Der Dreheffekt sorgt für aussergewöhnliche Bildkompositionen. 1/20 Sekunde | F/11 | 18 mm

Was die Art des Fokus betrifft, so können Sie sowohl den manuellen Fokus als auch den Autofokus einsetzen. Ihre Wahl sollte deshalb auf die Art der Fokussierung fallen, die Ihnen am besten liegt. Bei Einsatz des Autofokus ist darauf zu achten, dass der Schalter am Objektiv nach jeder erfolgten Fokussierung in den manuellen Fokusmodus gesetzt wird. Somit wird auch während der Drehung kein anderer Fokuspunkt angewählt und der ursprüngliche Fokusbereich beibehalten.

Experimentieren Sie auch mit den eingesetzten Brennweiten. Bei den vorangegangenen Aufnahmen haben wir ein Weitwinkelobjektiv verwendet. Der verwendete Brennweitenbereich liegt bei etwa 10 bis 20 mm. Den Dreheffekt können Sie auch mit herkömmlichen Kit-Objektiven gut erzeugen, da diese häufig einen Brennweitenbereich von 18 bis 55 mm abdecken.

Besondere Vorsicht ist beim Drehen der Kamera geboten. Trotz aller Experimentierfreudigkeit sollten Sie die Kamera zur Sicherheit mit einer Schlaufe an Ihrer Hand befestigen. Andernfalls könnten hohe Drehgeschwindigkeiten und Unachtsamkeit dazu führen, dass die wertvolle Kamera zu Boden fällt.

Fazit

Der Dreheffekt bietet vor allem für Einsteiger in das Thema der Digitalfotografie die Möglichkeit, sich genauer mit der eigenen Kamera und den Möglichkeiten der Fotografie auseinanderzusetzen. Ausgefallene Dreheffekte entstehen direkt bei der Aufnahme und bedürfen keiner weiteren Bildbearbeitung. Für wechselnde Ergebnisse lohnt es sich, die Belichtungszeiten, die Brennweite oder auch die Drehgeschwindigkeit der Kamera zu variieren. Um etwaigen Kameraschäden vorzubeugen, sollten Sie auch immer auf eine entsprechende Sicherung der Kamera achten.

Blaue Blume – Makrofotografie mit dem Smartphone

Makrofotografie mit dem Smartphone

In vielen Bereichen der Fotografie, besonders im Alltag und in spontanen Situationen, wurde die Kamera durch das Smartphone abgelöst. Hochwertige Spiegelreflexkameras haben vor allem in eher künstlerischen Bereichen weiterhin einen grossen Qualitätsvorsprung. Geht es in den Bereich der Makrofotografie, sollen also Tiere, Blumen und andere kleine Gegenstände ganz nah aufgenommen werden, gelangt die Kamera des Smartphones an ihre Grenzen. Glücklicherweise gibt es auch für dieses Problem Hacks und Gadgets, mit denen Sie auch mit dem Smartphone Makroaufnahmen machen können.

Allgemeine Tipps für Makroaufnahmen

Entfernung zum Objekt

Bei Makrofotos handelt es sich um Nahaufnahmen. Insbesondere mit dem Smartphone muss man sehr nahe an das Objekt herangehen. Versuchen Sie es mit einem Abstand von etwa 2 – 7 cm und fokussieren Sie Ihr Motiv oder den Bereich, den Sie scharf abbilden möchten. Da Smartphones unterschiedliche Naheinstellgrenzen haben, müssen Sie den Abstand eventuell vergrössern oder verkleinern.

AE/AF Sperrfunktion

Diese Funktion ist bei der Makrofotografie wichtig, damit Sie den Fokus nicht verlieren, wenn Sie weitere Einstellungen vornehmen. Ist die AE/AF Sperrfunktion aktiviert, bleiben Fokus und Belichtung unverändert.

Beim iPhone müssen Sie dafür nur mit Ihrem Finger den Screen solange an der Stelle berühren, die Sie fokussieren möchten, bis das Fotokreuz pulsiert. Nehmen Sie anschliessend den Finger vom Display, ist die AE/AF Sperre aktiviert.

AE/AF Sperrfunktion des iPhones

Schärfentiefe nutzen

Durch die Nähe zum Motiv entsteht bei Makroaufnahmen eine geringe Schärfentiefe. Der Hintergrund und auch vordere Bereiche, die nicht fokussiert werden, verschwimmen in Unschärfe. Sie können mit dem Smartphone jedoch nicht wie bei einer Spiegelreflexkamera die Schärfentiefe mit einer optimalen Kombination aus Blende, Brennweite und Entfernung zum Motiv regulieren.

Beim Smartphone kann lediglich die Entfernung zum Motiv bestimmt werden. Je näher Sie an das Motiv herangehen, desto geringer wird die Schärfentiefe. Nutzen Sie diesen Effekt: Wenn das fokussierte Objekt vor einem unscharfen Hintergrund deutlicher hervortritt, entsteht eine ausdrucksstarke Bildwirkung.

Makroaufnahme eines Fliegenpilzes: Vorder- und Hintergrund sind unscharf, der mittlere Bildausschnitt ist fokussiert

Vorder- und Hintergrund sind unscharf, der mittlere Bildausschnitt ist fokussiert

Wackelfreie Aufnahmeposition

Gerade bei der Makrofotografie führt die kleinste Bewegung beim Auslösevorgang zur Unschärfe. Eine feste Unterlage zum Stabilisieren der Hände oder zum Abstellen des Smartphones kann Verwacklungen vermeiden.

Es gibt auch spezielle Stative für Smartphones, die sich leicht aufstellen oder an beliebigen Gegenständen befestigen lassen.

Licht

Achten Sie auch bei Makrofotos darauf, dass sie die Lichtquelle nicht verdecken, wenn sie an das Objekt herangehen. Es sollte so viel Licht wie möglich auf das Motiv fallen.

Makroobjektive für das Smartphone

Das Makroobjektiv sorgt dafür, dass der Abbildungsmassstab, also das Verhältnis zwischen tatsächlicher Grösse des Objektes zur Grösse der Abbildung auf dem Fotosensor, möglichst gross wird. Dafür wird der Abstand zwischen Objektiv und Sensor vergrössert. Dieser Grundsatz gilt sowohl für Makroobjektive grosser Kameras als auch für Makrolinsen für Smartphones.

Es gibt spezielle Makroobjektive für Smartphones, die mit Klemme, Magnet, Gummiband oder selbstklebendem Metallring auf der Kamera des Telefons befestigt werden. Diese Makro- oder Nahlinsen für Smartphones sind wesentlich kleiner und auch preisgünstiger, als etwa die Modelle für Spiegelreflexkameras. Je nach Qualität der Linsen gibt es bereits Linsensets (beispielweise in Kombination mit Fisheye-Linsen) ab ca. 20 CHF. Nicht alle Linsen sind für alle Smartphone-Modelle geeignet, entsprechend sollte man beim Kauf auf Kompatibilität der Halterung mit dem Smartphone achten.

Smartphone / iPhone mit Makroobjektiv und Clip.

Die Linse wird dann am Smartphone befestigt und so ausgerichtet, dass keine Ränder mehr im Bild zu sehen sind. Mit solchen Makrolinsen muss man sehr nah an das zu fotografierende Objekt herankommen, sie eignen sich also vor allem für eher langsame oder unbewegte Objekte.

DIY-Makroobjektive

Wenn Sie nicht in spezielle Smartphone-Linsen investieren wollen, gibt es ein paar Hacks, um Alternativen beispielsweise aus alten ausgedienten Linsen zu bauen.

Upcycling-Linsen

Um ein eigenes Objektiv zu basteln, benötigen Sie vor allem eine Linse, mit der ein Lupeneffekt erzeugt werden kann. Dazu müssen Sie eine Linse aus einem alten CD-Player oder DVD-Laufwerk, einem Laserpointer oder einer alten Einwegkamera ausbauen. Die Linse befestigen Sie auf dem Objektiv der Smartphone-Kamera. Dazu benötigen Sie eine Haarklammer und einen Klebestreifen. Sie können auch aus einem Weitwinkelobjektiv für eine Spiegelreflexkamera die Makrolinse ausbauen und mit einer Klammer am Smartphone befestigen.


Der Wassertropfen

Wasser auf das Smartphone? Da es nur ein einzelner Tropfen ist, sollte das Gerät keinen Schaden nehmen. Sie können eine Pipette benutzen, um genau einen Wassertropfen vorsichtig auf das Objektiv der Kamera zu platzieren. Der Wassertropfen funktioniert wie eine Linse und erzeugt demnach einen Lupeneffekt. Durch die Oberflächenspannung bleibt der Tropfen auf dem Objekt und Sie können loslegen.

Unterwasserfotograf fotografiert ein Riff

Unterwasserfotografie – Eine kleine Fotoschule

Wer gerade den Tauchschein in der Tasche hat, spielt vielleicht mit dem Gedanken, bei einem der nächsten Tauchgänge eine Kamera mitzunehmen. Die Unterwasserfotografie ist eine Art der Fotografie mit großer Herausforderung. Der Fotograf benötigt eine gute Körperbeherrschung unter Wasser. Er versucht, eine neutrale Tarierung zu erreichen um während einer Aufnahme nicht aufzutauchen oder abzusinken. Zum Fotografieren unter Wasser wird ausserdem eine spezielle Fotoausrüstung benötigt. Im Folgenden wollen wir Ihnen zeigen, worauf Sie bei Ihrem ersten Foto-Tauchgang achten müssen.

Vor dem Tauchen – Die richtige Kamera

Am Anfang steht natürlich die Frage, welche Kamera eignet sich zur Unterwasserfotografie?
actioncam-im-unterwassergehaeuse
Bei der Wahl der Kamera sollte sich an der Häufigkeit der Unterwasserausflüge orientiert werden. Demnach bemisst sich auch die Ausstattung der gesamten Fotoausrüstung. Wer nur einmal im Jahr abtaucht um unter Wasser zu fotografieren benötigt sicherlich keine teure Kameraausrüstung.
Die günstigste Variante einer Unterwasserkamera ist die Einweg-Unterwasserkamera. Diese eignet sich besonders für Strandurlauber, die beim Badengehen im Meer auch gerne mal ein paar Bilder unter der Wasseroberfläche schiessen wollen. Erhältlich sind diese Geräte bereits für etwa 20 CHF. Ein Film ist dann meist schon dabei und reicht für bis zu 28 Bilder.
Je tiefer getaucht werden soll, desto schwieriger wird die Herausforderung an eine gelungene Aufnahme. Schon ab 5m verringert sich der rote Anteil im Licht, ab 15m verlieren sich auch die Orangetöne. Je tiefer man sinkt, desto höher ist der blaue Lichtanteil.
Taucher mit Kamera fotografiert Fische
Sporttaucher, die tiefer absinken, benötigen besser ausgestattete Kameras. Hier kommen Digitalkameras ins Spiel. Kompakte Digitalkameras ohne Gehäuse sind bis zu 25m Tiefe wasserdicht. In der Kompaktklasse sind vor allem ein vernünftiges Zoom sowie ein grosses Display wichtig, da es mit Taucherbrille nicht mehr möglich ist, durch den Sucher zu schauen. Beim Unterwasserfotografieren gilt es, so nahe wie möglich ans Objekt zu gelangen. Schwebeteilchen könnten auf dem Motiv ansonsten nur wie Schneegestöber aussehen. Da ab 5m Wassertiefe Rottöne gefiltert werden, sollten die Kameras einen Weissabgleich und einen Farbausgleich besitzen. Je nachdem wie gut die Kamera das beherrscht sind spätere Optimierungen auch noch am Computer möglich.
Je tiefer getaucht wird, desto dunkler wird es. Jedoch können in ruhigen, klaren Gewässern die Sonnenstrahlen tiefer reichen als bei unruhigen. Bei letzterem werden die Lichtverhältnisse schon ab 5m schwierig werden. Die technischen Anforderungen an die Kameras steigen deshalb mit zunehmender Tiefe. Bei Tauchgängen ab 10m werden lichtempfindlichere Objektive und Fotosensoren benötigt. Hier sind Unterwasser-Systemkameras die bessere Alternative, um gute Bildqualitäten zu erreichen. Neue Modelle haben meistens schon ein LED-Licht verbaut, um die fehlende Helligkeit auszugleichen. Echte Unterwasserkameras sind im Vergleich zu Systemkameras günstig und einfach in der Handhabung.
Für tiefere Gewässer gibt es kaum wasserdichte Kameramodelle. Dafür aber spezielle wasserdichte Gehäuse. Die Vielfalt an Unterwasser-Gehäusen ist fast genauso unüberschaubar wie die Vielzahl an Kameras selbst. Hier muss jeder selbst nach einem für sich passenden Modell schauen. Dabei kann man sich vor allem an der zu tauchenden Tiefe orientieren. Wer bereits eine Kompakt-, Systemkamera oder DSLR besitzt, kann sich im Internet oder Fachgeschäft über ein passendes Unterwassergehäuse für sein Kamera-Modell informieren.
Für Sporttaucher ist definitiv nach 40m Schluss. In grössere Tiefen sinken nur technische Taucher ab, die dann ein spezielles Atemgasgemisch einatmen müssen. Anfänger sollten jedoch nie mehr als 20m tauchen.

Unterwasserfotografie – Motiv und Belichtung

Unterwasserfotografie: Pazifischer Rotfeuerfisch
Während des Tauchgangs sollten Objekte immer so nahe wie möglich aus waagerechter Position fotografiert werden. Von oben sehen die meisten Tiere einfach nicht sehr schön aus. Durch die Nähe zum Objekt empfiehlt sich ausserdem ein Weitwinkelobjektiv. Ohne das Objektiv ist man zu weit vom Objekt entfernt, als dass ein Blitz noch funktionieren würde. Unter Wasser müssen ausserdem ein paar Parameter angepasst werden. Das gelingt am besten, wenn auf manuelle Einstellungen umgeschaltet wird. Bei schlechten Lichtverhältnissen muss z.B. die Lichtempfindlichkeit auf 200 bis 800 gestellt werden. Vorsicht: Bei einem zu hohem ISO-Wert entsteht Bildrauschen. Zudem sollte die Verschlusszeit geändert werden. Bei längeren Belichtungszeiten muss die Kamera stiller gehalten werden. Mit ein bisschen Übung entstehen verwacklungsfreie Bilder.
Beim Einsatz von Blitzlicht entstehen neue Herausforderungen. Bei Kompaktkameras ist das Blitzlicht meistens dicht am Objektiv angebracht. Schwebeteilchen vor dem Objektiv werden angeblitzt und erscheinen auf den Bildern wie Schneegestöber. Besser sind externe Blitze, die über Arme mit der Kamera verbunden sind. Durch die variable Einstellung können bessere Lichtverhältnisse im Motiv erreicht werden.

Nach dem Tauchen – Säuberung und Bildbearbeitung

Nach dem Tauchgang sind einige Dinge zu beachten. Echte Unterwasser-Kameras sind möglichst bald nach dem Tauchen in salzhaltigem Wasser mit Süsswasser zu spülen, damit die kleinen Salzkristalle später nicht das Display oder das Objektiv zerkratzen. Auch die Unterwassergehäuse sind zu spülen. Ausserdem sollten sie auf keinem Fall direkt nach dem Tauchgang geöffnet werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Wasser ins Innere gelangt und die Kameraelektronik beschädigt. Deswegen erst abspülen und dann zum Trocknen legen.
Professionelle Unterwasserfotografie

Fazit:

Besonders Einsteiger wissen am Anfang noch nicht genau, inwieweit ihnen Unterwasserfotografie zusagt. Deshalb lohnt es sich für viele nicht, gleich zu Beginn teures Equipment zu kaufen. Es gibt mittlerweile verhältnismässig günstige Unterwasserkameras. Mit System- oder Spiegelreflexkameras können diese allerdings in Bezug auf die Bildqualität nicht mithalten. In diesem Punkt muss jeder Einzelne für sich selbst entscheiden, welchen Anspruch er oder sie bei Unterwasserbildern hat.

Gelbe Blume scharf gestellt

Tipps zur Naturfotografie – Pflanzen und Blumen richtig fotografieren

Ob bei Wanderungen durch blühende Landschaften oder einem Streifzug durch den heimischen Garten – die Schönheit von Blumen fasziniert uns. Versucht man jedoch, die Farbenpracht der Blüten oder den Detailreichtum der Blütennarbe mit der Kamera einzufangen, erleben viele Hobby-Fotografen Enttäuschungen. Denn es ist gar nicht so einfach, ein richtig gutes Foto einer Blume zu machen – ob nun im Ganzen oder als Detailaufnahme.

Rote Blumen

Kamera und Objektiv – Die richtige Technik für perfekte Blumen-Fotos

Generell kann man jede Kamera benutzen, um eine Pflanze zu fotografieren. Viele Modelle bieten bereits automatische Einstellungen, die durchaus passable Blumen-Fotos ermöglichen. Trotzdem wird das perfekte Bild wohl erst bei manueller Einstellung aller Variablen entstehen. Am vorteilhaftesten ist es daher, eine Spiegelreflexkamera zu nutzen.

Beim Fotografieren von Blumen – besonders bei detailreichen Nahaufnahmen – eigenen sich Makro-Objektive mit einer Brennweite von 50 oder 60 mm. Alternativ kann man auch ein Portrait Teleobjektiv mit einer Brennweite von circa 90 mm verwenden.

Sollte es sich beim gewählten Pflanzen-Motiv jedoch um einen Baum handeln, wäre ein Weitwinkelobjektiv nützlich.

Blende und Verschlusszeit – Kameraeinstellungen für Pflanzen-Fotografie

Je kürzer die Verschlusszeit gewählt ist, desto geringer ist die Gefahr, dass das Pflanzenfoto unscharf oder verwackelt ist. Verwacklungen sind bei Blumenbildern leider ein großes Problem, da auch wenig Wind bereits ausreicht, um die filigranen Blüten und Gräser zu bewegen.

Eine Verschlusszeit von 250stel Sekunden oder noch weniger reduziert dieses Risiko. Da bei Pflanzenbildern jedoch häufig eine hohe Schärfentiefe für ein gelungenes Bild gewünscht ist, muss eine kleine Blende gewählt werden – es eigenen sich hohe Blendenzahlen zwischen 11 und 22. Durch die kleine Blende muss aber die Verschlusszeit länger ausfallen, um genügend Belichtung zu gewährleisten.

 

Seerosen

Bild mit viel Schärfentiefe – auch Bereiche vor und hinter dem Bildfokus sind scharf gestellt

Wird als gestalterisches Element viel Unschärfe im Bildausschnitt gewünscht, kann man mit einer großen Blende arbeiten, dementsprechend niedrig wird die Blendenzahl gewählt. Durch die große Blende fällt vergleichsweise mehr Licht auf die Linse wodurch kürzere Verschlusszeiten zur guten Belichtung des Fotos ausreichen.

Blumen in Weiss und Lila

Foto mit wenig Schärfentiefe – große Teile des Bildes sind unscharf dargestellt.

Die Theorie mag kompliziert klingen, durch ein wenig ausprobieren lässt sie sich aber gut umsetzen. Wichtig ist, immer mehrere Aufnahmen zu machen und auch die Blende und Verschlusszeit zu variieren, um schlussendlich die schönste Aufnahme zu bekommen.

Motivauswahl

Natürlich ist es Geschmackssache und situationsabhängig, ob eine komplette Pflanze mit Umfeld, eine Großaufnahme einer Blüte oder auch nur ein kleiner Teil der Pflanze abgelichtet werden soll.

Trotzdem gibt es bei der Bildauswahl einige Grundregeln zu beachten. Bei der Pflanzen-Fotografie sind es meist Elemente im Hintergrund, ob unscharf oder scharf dargestellt, die schlussendlich die Bildkomposition stören. Dies können Schilder wie im Botanischen Garten oder Teile von Zäunen oder Häusern sein. Jedoch können auch andere Pflanzen oder Pflanzenteile die Bildkomposition negativ beeinflussen.

blume_pflanzen_pusteblume

Versuchen Sie also den gesamten Bildausschnitt im Sucher auf sich wirken zu lassen und variieren Sie den Bildausschnitt. Auch ungewöhnliche – und zumeist ungemütliche – Perspektiven können die Aufnahme einer Blume interessanter machen. So kann es gerade beim Fotografieren von kleinen Blüten durchaus nötig sein, nah über dem Boden zu fotografieren und der Pflanze quasi auf Augenhöhe zu begegnen. Kameras mit schwenkbaren Displays erleichtern diese Aufnahmen. Fotografiert man Blumen von oben, kann man zwar häufig die Blütensymmetrie schön darstellen, läuft aber Gefahr einen sehr unruhigen und dunklen Hintergrund im Bild zu haben, da Erde und Gestrüpp nicht allzu dekorativ wirken. Sind Bilder von oben gewünscht, empfiehlt es sich, wenig Schärfentiefe im Bild zu nutzen, um den Hintergrund verschwommen abzulichten.

Auch bei der Auswahl der zu fotografierenden Blüte sollten man aufmerksam sein. In der Natur mögen kleine Mängel wie welke Ränder oder Insektenfrasslöcher nicht stören, doch in der Makrofotografie werden eben diese Mängel übergroß dargestellt und stören die Bildwirkung.

Das Wichtigste beim Fotografieren von Blumen sind kreative Ansätze und ein bisschen Geduld. Zumeist ist es nötig, mit den Kameraeinstellungen aber auch den Bildausschnitten zu experimentieren, bis das perfekte Blumenbild entsteht.

Echse auf einem Baumstamm

Makrofotografie

Kleines ganz gross sehen

Die Makrofotografie eröffnet faszinierende Einblicke in eine scheinbar fremde Welt. Dabei werden ganz alltägliche Dinge nur etwas genauer betrachtet. Lesen Sie hier, wie Ihnen solch aussergewöhnlichen Aufnahmen gelingen können und was Sie bei der Makrofotografie beachten müssen.

Makros = gross

Der Bereich der Makrofotografie wird etwas grob in einer Norm (DIN 19040) zusammengefasst. Hier zählt alles in einem Massstabsbereich von 1:10 bis 10:1 als Nah- beziehungsweise Makroaufnahme. Dabei arbeiten die meisten Makrofotografen mit einem Massstab von 1:1, das Objekt wird also genau so gross, wie es ist, auf den Film oder den Sensor der Digitalkamera gebracht. Wird die Welt dagegen vergrössert dargestellt, spricht man bereits von Mikrofotografie.

Die Ausrüstung

Viele Objektive moderner Digitalkameras haben inzwischen eine spezielle Makrofunktion. Optimaler ist natürlich ein spezielles Makro-Objektiv. Alternativ bietet es sich an, einen Zwischenring oder – ganz klassisch – ein Balgengerät zu benutzen. Beides wird zwischen Kamera und Objektiv eingebaut, um den Auszug zu verlängern. Ebenfalls kostengünstig ist die Retrostellung. Mit einem passenden Adapter, auch Umkehrring genannt, können Sie einfach Ihre Objektive verkehrt herum einsetzen.

Der Makro-Kosmos

Begeben Sie sich zum ersten Mal in die Welt der Makro- oder Mikrofotografie, werden Sie schnell die unendliche Vielfalt bemerken. Wesen, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen, glatte Oberflächen, die plötzlich an Struktur gewinnen, und filigrane Schönheit an Orten, die mit blossem Auge eher klobig wirken. Nach dem (Makro-) Fotografieren einer einfachen Salamischeibe soll schon manch ein Fotograf zum Vegetarier geworden sein.

Mohnblüte aus der Nähe - Makrofotografie

Die Kunst und das Handwerk

Die Kunst der Makrofotografie liegt im Detail. Eine Prise Geduld ist ebenso empfehlenswert wie etwas mehr Mut zur Verspieltheit. Dabei sollten Sie vor allem auf die richtige Perspektive achten. Ein Käfer von oben ist eher langweilig. Gehen Sie lieber mit den Tieren auf Augenhöhe. Die Augen sind es schliesslich auch, die vom Betrachter Ihrer Bilder zuerst wahrgenommen werden. Sie sollten daher möglichst scharf abgelichtet werden. Auch in der Makrofotografie lässt sich gut mit der Schärfentiefe spielen, obwohl der Spielraum natürlich kleiner ausfällt.

Die richtige Belichtungszeit

Die Belichtungszeit sollte in der Natur und besonders bei Tieren nicht zu gross gewählt werden, da sich die meisten Insekten bewegen und auch der Wind seinen negativen Teil dazu beiträgt. Hier können Sie an ihrer Kompaktkamera zum Beispiel auch den Sportmodus einsetzen. Benutzen Sie – wenn möglich – ein kleines Stativ und die Spiegelvorauslösung. Mit Live-View am Monitor Ihrer Digitalkamera lässt sich gut in das Bild hineinzoomen, um exakt scharf zu stellen. Je nach Ausrüstung ist es von Vorteil, der Belichtungsmessung im Makrobereich nicht zu trauen, sondern lieber etwas grosszügiger zu belichten.

Biene auf einer Blüte

Nah dran – mit Vorsicht

Ausserdem lohnt es sich in der Natur stets, robust und wetterfest gekleidet zu sein, um den Kontakt zur Umwelt ohne den eher schmerzhaften Blessuren durch Brennnesseln herzustellen. Viele Insekten sind scheu. Greifen Sie hier lieber auf ein Teleobjektiv mit 100 Millimeter Brennweite oder mehr zurückgreifen, damit die Tierchen nicht das Weite suchen, bevor Sie Ihre Bilder geschossen haben. Die Lichtwirkung eines Blitzes kann unter Umständen sinn- oder kunstvoll sein. Führen Sie sich aber vor Augen, dass nicht alle Lebewesen starkes Blitzlicht vertragen und entweder fliehen oder sogar verletzt werden können.