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Eine Aufnahme halb Tag halb Nacht

Photoshop: Tag in Nacht verwandeln

Die Nachbearbeitung von Fotos ist ein grosser Bestandteil in der Fotografie. Dabei ist es nicht immer nur das Ziel, die Aufnahme zu optimieren. Fotobearbeitungsprogramme wie Photoshop machen es möglich, einem Bild eine ganz neue Wirkung und Aussage zu verleihen. Eine Möglichkeit ist es, Aufnahmen, die am Tag geschossen wurden, in düstere und mystische Nachtaufnahmen zu verwandeln.

In diesem Artikel erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie eine Aufnahme nicht nur in eine nächtliche Stimmung versetzen, sondern auch, wie Sie erloschene Lichtquellen zum Leuchten bringen.

Eine nächtliche Stimmung erzeugen

Um eine Tageslichtaufnahme in eine Nachtaufnahme zu verwandeln, ist der erste Schritt, dem Foto eine nächtliche Stimmung zu verleihen. Öffnen Sie hierfür bestenfalls die RAW-Datei Ihrer Aufnahme in Photoshop. Durch die vielen Bildinformationen der RAW-Datei ist eine detaillierte Bearbeitung möglich. Sollten Sie das Foto nicht in RAW aufgenommen haben, können Sie für die Bearbeitung auch die JPEG-Datei verwenden. Jedoch müssen Sie in der Nachbearbeitung mit qualitativen Einbussen rechnen.

Für die Erzeugung der Nachtstimmung werden verschiedene Einstellungsebenen benötigt. Diese lassen sich unter dem Ebenenbedienfeld mit einem Klick auf den schwarzweiss-geteilten Kreis oder unter dem Reiter Korrekturen über dem Ebenenbedienfeld öffnen.

Photoshop Screenshot – Öffnen einer Einstellungsebene

Zuerst sollte die Einstellungsebene «Helligkeit/Kontrast» gewählt werden. In dieser befinden sich zwei Regler, die zum einen die Helligkeit, und zum anderen den Kontrast regeln. Setzen Sie den Kontrast herab, indem Sie den Regler ganz nach links auf minus 50 bewegen. Die Helligkeit des Bildes bleibt vorerst unberührt.

Die zweite Einstellungsebene regelt den Farbton und die Sättigung Ihrer Aufnahme. Da sowohl der Kontrast als auch die Sättigung bei Nachtaufnahmen nicht sehr ausgeprägt sind, wird auch diese herabgesetzt. Wie stark die Sättigung herabgesenkt wird, hängt von jedem Bild selbst ab. Ist die Aufnahme sehr farbenfroh und kontrastreich, muss die Sättigung sehr stark gesenkt werden. Bei Fotos die von Haus aus weniger Farbenvielfalt bieten, kann bereits eine leichte Korrektur ausreichen. Stellen Sie die Sättigung insoweit herab, bis die Farben noch schwach erkennbar sind. In diesem Fall wird die Sättigung auf einen Wert von minus 30 gesetzt. Öffnen Sie nun die Einstellungsebene «Gradationskurve». Setzen Sie im Koordinatensystem zwei Punkte unterhalb der geraden Linie, um eine Kurve erhalten, die sich zur x-Achse hinbewegt.

Photoshop Screenshot: Verlauf der Gradationskurve

Sie sehen den neuen Verlauf der Gradationskurve, nachdem Sie Ihre zwei Punkte ausgewählt haben.

Durch die Veränderung der Kurve wird die Helligkeit und nochmals der Kontrast der Aufnahme verändert. Gefällt Ihnen das erzielte Ergebnis noch nicht, lassen sich die gesetzten Punkte im Koordinatensystem jederzeit verändern. Nach den ersten drei Einstellungsebenen ist die Aufnahme wesentlich dunkler geworden. Diese wirkt allerdings noch nicht wie eine Nachtaufnahme.

Um dem Bild den typischen Look einer Nachtaufnahme zu verleihen, wählen Sie als vierte und letzte Einstellungsebene in diesem Bearbeitungsschritt die Option «Fotofilter». Entfernen Sie in den Einstellungen den Haken bei «Luminanz erhalten» und wählen Sie die Funktion «Farbe». Mit einem Klick auf das farbige Viereck, erscheint ein neues Fenster, in dem eine neue Farbe ausgewählt werden kann. Für die Optik einer Nachtaufnahme empfiehlt sich ein tiefes, kräftiges Blau. Um den Effekt zu verstärken, sollte die Dichte auf 80 bis 90 Prozent erhöht werden.

Vergleich von Originalaufnahme und Zwischenstand der Bearbeitung

Vergleich – links ist die Aufnahme nach den vier Einstellungsebenen zu sehen und rechts die Originalaufnahme

Der grosse Vorteil an Einstellungsebenen ist, dass sich diese jederzeit verändern lassen. Dadurch ist es möglich, den Kontrast, die Helligkeit oder auch die Sättigung im Nachhinein zu ändern.

Für einen besseren Überblick im Ebenenbedienfeld sorgt die Erstellung von Gruppen. Markieren Sie die vier Einstellungsebenen, die für die Nachtstimmung benötigt wurden, um diese mit dem Befehl «Strg+G» bei Windows oder «ctrl+G» bei Mac zu einer Gruppe zu vereinen. Mit einem Doppelklick auf die Gruppe können Sie diese Gruppe umbenennen, beispielsweise in Nachtstimmung oder Nachteffekt.

Den Himmel nachdunkeln

In der Beispielaufnahme verfügt der Himmel über viele Wolken, wodurch dieser selbst nach der Abdunklung noch sehr hell wirkt. Mit der Pipette und einem grossen, weichen Pinsel lässt sich dies schnell beheben.

Erfassen Sie mit der Pipette die Farbe des Himmels. Achten Sie darauf, dass die Hintergrundebene ausgewählt wurde. Wurde der Blauton des Himmels erfasst, sollte das Pinselwerkzeug ausgewählt werden. Nehmen Sie dazu einen recht grossen Pinsel, der die Fläche des Himmels zu grossen Teilen abdeckt, um viele kleine Pinselstiche zu verhindern. Die Deckkraft und der Fluss des Pinsels sollten einen kleinen Wert haben, damit der Effekt natürlich bleibt. Klicken Sie nun mit dem Pinsel über die gewünschten Flächen. Durch mehrmaliges Klicken, anstatt die Maustaste zu halten und zu ziehen, tupfen Sie die Farbe über die Wolken. Durch das Tupfen entsteht eine gewisse Unregelmässigkeit, wodurch der Effekt natürlicher wirkt.

Mit diesem einfachen Tipp können Sie den Himmel ganz einfach an die Nachtstimmung des Bildes anpassen.

Vergleich vorher und nachher mit abgedunkeltem Himmel

Vergleich – links mit abgedunkeltem Himmel und rechts ohne

Die Strassenlaternen zum Leuchten bringen

Selbst in der Nacht leuchten in den Strassen und Gassen diverse Strassenlaternen und Leuchtreklamen. Diese gilt es, nun zum Leuchten zu bringen.

Duplizieren Sie dazu die Hintergrundebene und fügen Sie eine Ebenenmaske hinzu. Klicken Sie dazu auf das Maskensymbol unter dem Ebenenbedienfeld. Nach dem Erstellen der Ebenenmaske sollte diese automatisch ausgewählt sein. Färben Sie anschliessend mit «Strg+I» bei Windows oder «ctrl+I» bei Mac die Ebenenmaske schwarz ein. Die schwarze Einfärbung auf der Ebenenmaske macht die Kopie des Hintergrundes unsichtbar.

Lassen Sie die Markierung auf der Ebenenmaske und wählen Sie einen weichen Pinsel mit der Farbe Weiss. Stellen Sie eine Deckkraft von 70 Prozent und einen Fluss von 10 Prozent ein. Mit dem weissen Pinsel können Sie verschiedene Bereiche Ihres Originalfotos wieder sichtbar machen. Die Originalfarben des Fotos werden an Stellen benötigt, an denen Lampen oder Laternen leuchten und dadurch Hauswände und andere Gegenstände anstrahlen.

Zeichnen Sie mit dem Pinsel vorsichtig um alle Lichtquellen, die sich auf dem Foto befinden. Eine bestimmte Stelle wird umso heller, je öfter Sie mit dem Pinsel darüber gehen. Achten Sie dabei auf einen natürlichen Verlauf. Mit nur wenigen Klicks wird es Ihnen gelingen, der Nachtaufnahme Leben einzuhauchen. Sollten Sie zu viel des Originalfotos ans Licht gebracht haben, können Sie dies mit einem schwarzen Pinsel korrigieren.

Anschliessend wird erneut eine Einstellungsebene «Fotofilter» hinzugefügt. Mit einem Klick auf das Schnittmaskensymbol stellen Sie sicher, dass sich die Einstellungsebene nur auf die darunterliegende Ebene und nicht auf die Hintergrundebene bezieht.

Photoshop Screenshot – Schnittmaskensymbol

Setzen Sie diesmal einen Haken bei «Luminanz erhalten» und wählen Sie bei Filter den «Warmfilter», da Strassenlaternen in der Regel ein warmes Licht erzeugen. Stellen Sie die Dichte auf 50 bis 60 Prozent. Bei Leuchtmitteln in anderen Farben können Sie die Funktion «Farbe» nutzen, um die gewünschte Farbe einzustellen.

Durch die vorherigen Schritte werden zwar die Wände angestrahlt, aber das Leuchtmittel selbst leuchtet noch nicht. Um dieses zum Strahlen zu bringen, müssen die Flächen der Lampen ausgewählt werden. Die Glasscheiben altmodischer Laternen sind meist viereckig, wodurch sich das Polygon-Lasso empfiehlt. Beginnen Sie mit der Auswahl der ersten Lampe. Wechseln Sie anschliessend in den Auswählen-und-Maskieren-Modus, um problemlos weitere Flächen in die Auswahl aufzunehmen. Wurden alle Flächen markiert, beenden Sie den Modus mit einem Klick auf «Ok».

Markieren Sie erneut die Hintergrundebene und fügen Sie die Auswahl durch «Strg+J» bei Windows oder «ctrl+J» bei Mac als neue Ebene ein. Ziehen Sie die neue Ebene ans Ende, wodurch die ursprüngliche Farbe Ihres Originalbildes wieder zum Vorschein kommt.

Mit einem Doppelklick auf die neue Ebene erscheint ein externes Fenster namens Ebenenstil. Wählen Sie die Option «Schein nach aussen». Bei der Einstellung «Füllmethode» sollte weiches Licht eingestellt werden. Zudem sollte die Deckkraft und das Rauschen erhöht werben. Bei Farbe muss ein Farbton ausgewählt werden, der zu den angestrahlten Flächen an den Wänden passt. Variieren Sie zusätzlich die Einstellungen «Überfüllen» und «Grösse».

Photoshop Screenshot – Einstellungen zum Ebenenstil «Schein nach aussen»

Nachdem die Laternen leuchten, müssen nur noch die Scheiben der Farbe des Lichtes angepasst werden. Nutzen Sie hierfür erneut eine Einstellungsebene «Fotofilter», um einen Orangeton auszuwählen.

Endergebnis ist eine künstlich erzeugte Nachtaufnahme

Nach diesem letzten Schritt ist die Nachtaufnahme fertig. Das Originalbild ist kaum wiederzuerkennen und die Menschen im Hintergrundsind durch die Dunkelheit auch so gut wie verschwunden.

Viel Spass beim Ausprobieren!

Alt: Nachtaufnahme Prag Brücke an der Donau

Nachtfotografie – Städte im Dunkeln fotografieren

Auf einer Städtereise ist es oft das Ziel die bekanntesten historischen Gebäude, Denkmäler und Plätze als Andenken an die Reise fotografisch festzuhalten. Hierfür pilgert man am Tag von der einen Sehenswürdigkeit zur nächsten, um anschliessend die Kamera zu zücken und einen Schnappschuss zu machen. Noch eindrucksvoller als am Tag wirken viele Sehenswürdigkeiten einer Stadt aufgrund ihrer festlichen Beleuchtung in der Nacht.

Bei Nachtaufnahmen beleuchteter historischer Gebäude wird im Bild ein einzigartiges Zusammenspiel aus Licht und Schatten sichtbar. Zudem kann man in der Nacht den grossen Touristenströmen entfliegen und bekommt die Möglichkeit, sich in Ruhe dem Fotografieren zu widmen und die Schönheit der Sehenswürdigkeiten zu geniessen. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen wichtige Tipps rund um Equipment und Kameraeinstellungen, mit denen Ihnen beeindruckende Nachtaufnahmen gelingen.

Notwendiges Equipment und Voreinstellungen

Vorab sollte nicht verschwiegen werden, dass die Qualität der Ausrüstung und die Wahl der Kamera bei Nachtaufnahmen eine wichtige Rolle spielen. So ist es mit einer Vollformat-Kamera leichter, gut belichtete Nachtaufnahmen zu machen, als mit einer Kamera mit einem APSC-Sensor. Zudem kann ein lichtstarkes Objektiv eine grössere Lichtmenge einfangen, die auf den Sensor fällt.

Wie bereits erwähnt, werden für eine Nachtaufnahme lange Belichtungszeiten benötigt. Wird aus der Hand heraus fotografiert, kann nur eine Belichtungszeit von circa 1/15 Sekunde ohne Verwacklungen gehalten werden. Um Verwacklungen trotz langer Belichtungszeiten zu vermeiden, wird unbedingt ein Stativ benötigt. Dieses sollte auf einem festen und stabilen Untergrund aufgestellt und ausgerichtet werden.

Selbst beim Betätigen des Auslösers kann es durch die Erschütterung der Kamera zu Verwacklungen kommen. Diese können durch einen Fernauslöser umgangen werden. Sollten Sie keinen Fernauslöser besitzen, kann der 2 Sekunden Selbstauslöser Abhilfe schaffen.

Sowohl der Bildstabilisator am Objektiv als auch der Autofokus sollten deaktiviert werden, um weitere Verwacklungsgefahren zu umgehen. Die Sensoren des Bildstabilisators können auf dem Stativ nicht ordnungsgemäss arbeiten und der Autofokus könnte während der langen Belichtungszeit seinen Fokuspunkt ändern, wodurch die Aufnahme unscharf werden kann.

Da der Autofokus bei Nachtaufnahmen nicht verwendet werden sollte, kann es hilfreich sein den Live-View-Modus zu aktivieren. Ohne das Objektiv zu verwenden, kann hier näher ans Motiv herangezoomt werden, um manuell einen Fokuspunkt auszuwählen. Findet sich kein geeigneter Fokuspunkt, sollte manuell auf unendlich fokussiert werden.

Neben dem Stativ und dem Fernauslöser empfiehlt sich ebenso die Verwendung eines ND-Filters. Dieser dunkelt die Linse des Objektives ab, wodurch nicht nur einige Blendenstufen gewonnen werden, sondern auch eine längere Belichtungszeit möglich ist.

Alt: Nachaufnahme Donau und Prager Burg

Welche Einstellungen werden benötigt?

Viel Licht ist oft ein Garant für gelungene Aufnahmen. In der Nacht besteht allerdings das Problem, dass die Umgebung kaum Licht abgibt. Folglich muss versucht werden, mit den verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten der Kamera, das vorhandene Licht bestmöglich zu nutzen. Um alle Einstellungen selbst bestimmen zu können, sollte der manuelle Modus verwendet werden.

Bei einer Nachtaufnahme ist es üblich, dass das Foto viele dunkle oder sogar schwarze Flächen zeigt. Um eine körnige Darstellung der dunklen Flächen, das sogenannte Bildrauschen, zu vermeiden, sollte der ISO-Wert nicht höher als 200 sein.

Da der ISO-Wert ausscheidet, bleiben noch die Einstellungen der Blende und der Belichtungszeit. Die Kombination aus einer weit geöffneten Blende und einer längeren Belichtungszeit ist hier die Lösung.

Mit einer sehr weit geöffneten Blende f/5 und einer Belichtungszeit von 4 Sekunden wird die nächtliche Stimmung eingefangen, in der bereits die Beleuchtungen der Gebäude gut zur Geltung kommen. Erscheint Ihnen die Schärfentiefe in der Aufnahme zu gering, können Sie mit einem kleineren Blendenwert, wie f/13, und einer noch längeren Belichtungszeit entgegenwirken. Bei einer längeren Belichtung zwischen 30 Sekunden bis hin zu zwei Minuten kann bereits eine Dämmerungsstimmung im Bild entstehen.

Fazit

Letztendlich ist die gelungene Kombination aus Blendeneinstellung und Belichtungszeit das Geheimnis für beeindruckende Nachtaufnahmen. Welche Kombination die exakt richtige ist, hängt jedoch immer von der individuellen Situation und dem eigenen Geschmack bezüglich des Motives ab.

Das Generieren einer Nachtaufnahme ist ohne Hilfsmittel nicht möglich. So ist die Verwendung eines Statives ein absolutes Muss. Ein Fernauslöser und ein ND Filter wiederrum machen das Fotografieren in Nacht zwar angenehmen, sind aber nicht zwingend notwendig.

Nahaufnahme des Mondes

Mondfotografie – Kameraeinstellungen und Tipps

Der Mond als hellster und grösster Himmelskörper der Nacht wird gern als Einstieg in die Astrofotografie gewählt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie von Anfang an ein klares Bild vom wandernden Mond, der sich in rund 380’000 km Entfernung befindet, aufnehmen.

Die richtige Ausrüstung zum Fotografieren des Mondes

Eine gute Aufnahme vom Mond ist schon mit einfachem Fotoequipment möglich. Eine Halbformatkamera hat gegenüber einer Vollformatkamera sogar einen Vorteil: den Crop-Faktor. Damit ist der Bildausschnitt enger und der Mond nimmt mehr Bildfläche ein. Sogar mit den kleineren Digicams und Systemkameras sind gute Aufnahmen möglich, wenn der Zoom leistungsstark genug ist.

Wichtig für detailreiche Aufnahmen über so eine riesige Entfernung ist vor allem ein Stativ. Knapp über dem Untergrund steht die Ausrüstung am stabilsten. Arbeiten Sie deshalb möglichst bodennah, auch wenn es nicht sehr komfortabel ist. Um Verwacklungen weiter zu reduzieren, empfiehlt sich der Einsatz eines Fernauslösers oder die Einstellung des Selbstauslösers mit 2 Sekunden Verzögerung.

Während für Sternfotografie ein Weitwinkelobjektiv genutzt wird, um möglichst viele Sterne einzufangen, ist für Mondfotografie ein Teleobjektiv besser geeignet. Damit der Mond möglichst gross auf dem Bild erscheint, müssen Sie so weit wie möglich heranzoomen können. Die Brennweite sollte mindestens 200 mm betragen.

Die richtigen Einstellungen für Mondbilder

Der Mond ist ein kleiner heller Punkt im grossen schwarzen Nachthimmel, dadurch werden Auto-Funktionen nur schlecht arbeiten können. Ausser dem Fokus wird alles manuell eingestellt.

Prüfen Sie zunächst, dass der Bildstabilisator ausgeschaltet ist. Seine Arbeit wird vom Stativ übernommen. Vergewissern Sie sich, dass der Blitz aus ist. Wenn Sie mit einer DSLR arbeiten, sollten Sie zusätzlich die Spiegelvorauslösung einschalten. Damit löst die Kamera leicht verzögert aus und Verwacklungen werden vermieden.

Suchen Sie nun den Mond mit dem Sucher oder mit Live-View und platzieren Sie ihn in die Mitte des Ausschnitts. Die Belichtungsmessung können Sie manuell oder mit der Spot-Messung vornehmen. Die Werte der Spot-Messung können Sie in den manuellen Modus übertragen, um den Bildausschnitt später einfach zu variieren. Bei Brennweiten grösser als 200 mm müssen die Verschlusszeiten sehr klein gehalten werden, weil schon die kleinsten Erschütterungen zu Unschärfen im Motiv führen.

Da der Mond wandert, sind lange Belichtungs- und Verschlusszeiten nicht möglich. Die Belichtungszeit sollte in einem Bereich von 1/20-1/60 bleiben. Die Iso-Werte sollten möglichst klein gehalten werden. Beginnen Sie mit einem Wert von 100 und tasten Sie sich ran. Die Balance zwischen Belichtung und ISO ist entscheidend. Da der Mond recht schnell wandert, kann Bewegungsunschärfe entstehen. Verkürzen Sie dann die Belichtungszeit und Erhöhen Sie den ISO-Wert.

Blenden Sie wenn möglich zwei Stufen ab. Weist Ihr Objektiv die Offenblende f/2.8 auf, schliessen Sie die Blende auf f/4 oder f/5.6. Bei diesen Einstellungen erreichen die Objektive meist ihre besten Abbildungsqualitäten und die Mondoberfläche bildet sich detailreich ab.

Die Mondphasen ablichten

Bei Mondfotografie denken viele Menschen zuerst an den Vollmond. Doch ähnlich wie in der Portraitfotografie entstehen die spannendsten Bilder nicht frontal in voller Belichtung, sondern wenn das Licht von der Seite kommt. So erkennt man auch beim Mond viel besser das Relief und seine Krater, wenn er seitlich angestrahlt wird. Nehmen Sie sich bei der Planung Ihrer Aufnahmen einen Mondkalender. Die Nacht sollte zudem sehr klar sein. Je höher der Mond steht, desto weniger beeinträchtigen die Luftschichten die Bildqualität.

Tipp: Die schönsten Strukturen erkennt man, wenn der Mond circa 6 Tage alt ist, also 6 Tage nach Vollmond.

Mondaufnahme bei Halbmond

Quelle: ©René Gropp – www.renegropp.de

Der richtige Ort für Mondaufnahmen

Entscheidend für die Mondfotografie ist ein möglichst starker Kontrast zwischen dem hellen Mond und dem schwarzen Nachthimmel. Versuchen Sie deshalb, Ihre Aufnahmen an einem Ort mit möglichst wenig Umgebungslicht zu machen. Fahren Sie aus der Stadt und suchen Sie sich eine freie, erhöhte Fläche. Im Internet finden Sie Lichtverschmutzungskarten für ganz Europa, die Ihnen helfen können, einen geeigneten Ort in der Nähe zu finden.

Die Nachbearbeitung der Mondaufnahmen

Auch wenn die Dateien gross sind und lange Bearbeitungszeiten mit sich bringen, lohnt es sich solche detailreichen Aufnahmen im RAW-Format zu fotografieren. Mit Software wie Photoshop oder Lightroom können Sie die Mondkrater und Schatten mit den Einstellungen Schärfe, Weissabgleich, Tonwert und Schatten gut rausarbeiten. Haben Sie einen tiefstehenden Mond erwischt, kann er sogar gelb oder rot eingefärbt sein. Diese Färbungen können Sie am Computer nachträglich betonen, um so besonders interessante Aufnahmen des Mondes zu erhalten.

Sie können auch mehrere Aufnahmen nacheinander machen und diese dann mit Hilfe von Software «stacken», also mehrere Bilder schichten. Dabei werden die ähnlichen Fotos übereinandergelegt und Details und Kontraste scharf herausgearbeitet.

Mondaufgang über einer Bergkette

Möchten Sie den Mond nah am Horizont mit Bäumen, Dächern oder Türmen gemeinsam in Szene setzten, empfiehlt es sich, mindestens zwei Bilder aufzunehmen: einmal mit der Szenerie im Fokus und dann mit der Mondoberfläche im Fokus. Fügen Sie diese Bilder am Computer zusammen, entstehen so spannende Bildkompositionen.

Wie so oft in der Fotografie: Probieren Sie aus. Die verschiedenen Mondphasen, Aufnahmeorte und Variationen des Equipments schaffen ganz unterschiedliche Aufnahmen des Himmelskörpers.

Time Lapse - Alessandro Della Bella

Helvetia by Night

Auf Sternenjagd mit dem Schweizer Fotografen Alessandro Della Bella

Eine visuelle Hommage an die überwältigende Schönheit der Schweiz in der Nacht. Nicht anders kann man die beeindruckenden «Time-Lapse» -Kurzfilme des Schweizer Fotografen Alessandro Della Bella bezeichnen. Mit bis zu fünf Fotokameras produziert er bei mondloser Nacht zehntausende von Bildern vorwiegend auf den Gipfeln der Schweizer Bergwelt, um sie später als Zeitraffer-Film aneinanderzureihen.

«Time-Lapse»- Beeindruckende Videoreihe des nächtlichen Himmels

Unter dem Projektnamen Helvetia by Night – benannt nach der allegorischen Frauenfigur für die Schweiz – hat Della Bella bisher insgesamt sechs «Time-Lapse»-Filme hervorgebracht. Nicht nur in den einschlägigen Internet-Videoportalen hat er damit begeisterte Kommentare hervorgerufen, auch die internationale sowie nationale Presse wie die «Neue Zürcher Zeitung» zeigt sich beeindruckt.

Seine Ortswahl ist nach eigener Aussage meistens spontan. Je nach Freizeit, Mondphase, Wetterprognose, Verfügbarkeit und persönlichem Interesse entscheidet er sich für ein Ziel. Nach seiner Anreise mit oftmals rund 50 kg Ausrüstung, beginnt er zunächst mit den ersten Probeaufnahmen, um im Anschluss die teilweise bewegungsgesteuerten Kameras aufzubauen.

Fotografien der Schweizer Bergwelt

Nach Anbruch der Nacht beginnt die Arbeit, denn die Einstellungen von Fokus, Belichtung, Akku und Speicher müssen kontinuierlich überprüft werden. Dabei können auch schon mal Temperaturen von lediglich – 25 C° herrschen.

Jedoch bleibt Della Bella auch bei widrigen Umständen Zeit, die überwältigende Natur auf sich wirken zu lassen: „Die Schweizer Bergwelt ist beeindruckend, ich staune immer wieder. Trotz, oder vielleicht auch wegen der körperlichen Strapazen, empfinde ich die Ausflüge als befreiend. Eine klare, kalte Nacht auf einem Berggipfel ist wie Meditation für mich.“

Time Lapse - Alessandro Della Bella

Faszinierendes Spiel mit der Zeit

Die Ergebnisse seiner nächtlichen Aufnahmen sind überwältigend: Die Täler lodern im nächtlichen Feuer der künstlichen Beleuchtungen, Autos schießen wie Blitze durch die Nacht, die Berggipfel befinden sich im zauberhaften Wechselspiel vom zu- und abnehmenden Wolkenmeer und über allem dreht sich erhaben das Himmelszelt mit seinen Myriaden von Sternen.

Bereits seit Jahren ist Della Bella von der Nacht fasziniert. Zu Beginn fotografierte er noch auf Film. Schlicht begeistert davon, dass die technische Möglichkeit dazu bestand. Mit den Zeitraffern haben sich für ihn ganz neue Perspektiven eröffnet.

Befragt nach dem Reiz der Technik betont er seine Freude daran dem Bild die Dimension der Zeit zuzufügen. Sein Projekt »Helvetia by Night« betrachtet er dabei als eine Art Ausgleichssport zu seinem täglichen Programm als professioneller Fotograf.

Neue Perspektiven

Die Schweizer Natur als Fotomotiv

Ein Traummotiv für das Projekt wäre für ihn die internationale Raumstation ISS. Näherliegend sind da wohl zunächst Wasserfälle, die ihn als Motiv auch reizen würden. Generell will er sich vorläufig auf die Schweiz konzentrieren. Denn obwohl er international Aufträge wahrnimmt, begeistert ihn weiterhin die unglaubliche Vielfalt an Kultur, die sich ihm auf dem relativ kleinen Raum der Schweiz bietet. Nicht zuletzt ist es auch die Natur des Landes, die ihn fasziniert.

Der in Arosa aufgewachsene Della Bella ist davon überzeugt, dass wir die Natur, die wir nutzen, auch schützen sollten, denn wir sind schliesslich ein Teil von ihr.

LINK Helvetia by Night

TIPP: Der Bildband «Helvetia by Night» bei NZZ Libro.

Bergstation - Alessandro Della Bella

Sternenhimmel bei Nacht - Alessandro Della Bella

Bild eines Sternenhimmels, bei dem die Sterne wie Linien dargestellt sind.

Sterne fotografieren: dynamische Linien statt Punkte

Der Anblick, der am Nachthimmel leuchtenden Sterne verzaubert den Betrachter und erweckt den Eindruck unendlicher Weiten. Einen strahlenden Sternenhimmel eindrucksvoll festzuhalten, ist selbst für fortgeschrittene Fotografen eine echte Herausforderung. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie der Sternenhimmel auf einem Foto dargestellt werden kann. Eine spannende Herangehensweise ist die Langzeitbelichtung (>30 Sekunden) des Sternenhimmels. Aufgrund der Erdrotation lässt sie die Sterne in ungeahnten Formen und Schweifen erstrahlen.

Wie Ihnen tolle Aufnahmen von Sternspuren gelingen und was Sie dabei beachten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Die richtige Vorbereitung

Während gelungene Aufnahmen bei Tag vor allem der eigenen Kreativität und Spontanität entspringen, verlangen Aufnahmen bei Nacht eine gute Vorbereitung und Planung. Damit Ihre Mühe am Ende mit gelungenen Bildern des nächtlichen Sternenhimmels belohnt wird, gilt es deshalb einige Dinge zu beachten.

Lohnenswert ist es, sich im Vorfeld des Shootings über die vorherrschenden Wettergegebenheiten zu informieren. Aufnahmen in regnerischen und wolkigen Nächten beeinträchtigen die Sichtbarkeit des Sternenhimmels deutlich und sollten deshalb vermieden werden. Auch die Sichtbarkeit des Mondes im gewählten Bildausschnitt kann das Ergebnis Ihrer Aufnahmen beeinträchtigen, da der helle Mondschein vom eigentlichen Motiv ablenkt.

Weiterhin sollten Sie den Ort, an dem die Aufnahmen später entstehen sollen, bereits zur Tageszeit aufsuchen und eine geeignete Position zum Fotografieren bestimmen. Damit der Sternenhimmel am Abend klar erscheint und nicht durch die sogenannte Lichtverschmutzung beeinträchtigt wird, sollte im besten Fall fernab von Städten oder grösseren Ortschaften fotografiert werden.

Planen Sie Ihre Zeit zum Fotografieren möglichst grosszügig ein. Aufgrund der Langzeitbelichtung, kann es einige Stunden dauern bis der gewünschte Effekt auf den Bildern eingefangen ist. Für Ihr eigenes Wohl sollten Sie daher auch an warme Kleidung, Proviant und eine Sitzmöglichkeit denken.

Ausrüstung für Nachtaufnahmen

Für Aufnahmen bei Nacht eignen sich besonders Vollformatkameras, da diese auch bei höheren ISO-Werten dunkle Bildbereiche rauscharm darstellen können. Aufgrund der langen Belichtungszeiten, welche niedrigere ISO-Werte ermöglichen, können jedoch auch die vergleichsweise günstigeren Halbformatkameras gute Ergebnisse erzielen.

Wie schon bei der Fotografie von Landschaften eignen sich auch beim Fotografieren des Sternenhimmels Weitwinkelobjektive besonders gut. So können grössere Ausschnitte des Himmels abgebildet werden und eindrucksvolle Aufnahmen entstehen.

Unverzichtbar für die Fotografie bei Nacht, oder bei der Fotografie mit Langzeitbelichtung im Allgemeinen, ist der Einsatz eines Stativs. Darüber hinaus empfiehlt es sich auch einen Fernauslöser zu benutzen, welcher im besten Fall über eine Einrastfunktion verfügt. Dies ist vor allem dann praktisch, wenn Belichtungszeiten eingestellt werden, die über 30 Sekunden hinausgehen.

Aufgrund der langen Belichtungszeit und Betriebsdauer der Kamera sollte der Akku vollständig aufgeladen sein. Für längere Shootings kann es ausserdem hilfreich sein, wenn Sie einen Ersatzakku dabeihaben.

Bild einer Seelandschaft mit streifenförmigem Sternenhimmel

Bei kürzeren Belichtungszeiten und hoher Lichtverschmutzung sind die Sternlinien nur dezent sichtbar.

 

Kameraeinstellungen für gelungene Aufnahmen

Bei der Fotografie des Sternenhimmels können die vorzunehmenden Kameraeinstellungen je nach verfolgtem Ansatz variieren. Während die Fotografie statischer Sterne etwa auf eine offene Blende, Belichtungszeiten von 15 bis 30 Sekunden und hohe ISO-Werte setzt, verlangt die Fotografie von Sternspuren eine andere Vorgehensweise.

Grundsätzlich fällt die Einstellung der Belichtungszeit und des ISO-Werts anders aus.

Während 30 Sekunden meist die maximale Belichtungszeit für eine Darstellung der Sterne als Punkt darstellt, benötigt es für die Abbildung von Sternspuren entsprechend mehr Zeit. Fotografiert wird deswegen im sogenannten BULB-Modus. Dieser ist begrifflich an die frühe Zeit der Fotografie angelehnt, bei der eine Langzeitbelichtung noch über das wiederholte Betätigen eines Blasebalgs realisiert wurde. Der BULB-Modus lässt sich, je nach Kameramodell, auf unterschiedliche Art und Weise aktivieren. In den meisten Fällen müssen Sie dazu im manuellen Modus (M) eine Belichtungszeit >30 Sekunden auswählen. Anschliessend wird so lange belichtet, wie der Auslöser betätigt wird. Somit lassen sich gezielt bestimmte Belichtungszeiten erreichen, auch solche, die mehr als 30 Sekunden betragen.

Aufgrund der länger gewählten Belichtungszeit kann ein niedrigerer ISO-Wert gewählt werden, als bei der Fotografie statischer Sterne. Dies trägt vor allem dazu bei, dass dunkle Bildbereiche weniger von unschönem Bildrauschen betroffen sind und das Bild insgesamt schärfer wirkt.

Die Einstellung der Blende lässt sich je nach Situation variieren. So kann beispielsweise bei einem lichtstarken Objektiv eine weit offene Blende gewählt werden, was wiederum die Wahl des nächst niedrigeren ISO-Werts begünstigt. Für noch stärker ausgeprägte Sternenschweife und eine noch längere BULB-Belichtung lässt sich aber auch eine kleinere Blende verwenden. Um die für Ihre Situation passenden Einstellungen zu finden, sollten Sie daher einfach verschiedene ausprobieren.

Bei Langzeitbelichtungen empfiehlt es sich grundsätzlich die Spiegelvorauslösung der DSLR einzuschalten. Diese Funktion bewirkt, dass bei jedem Auslösen zuvor der Spiegel umgeklappt wird und verhindert dadurch, dass Schwingungen die Schärfe Ihrer Aufnahmen beeinträchtigen. Achten Sie ausserdem darauf, den Bildstabilisator ihres Objektivs auszuschalten, da dieser bei Stativgebrauch keinen weiteren Nutzen verspricht und eher kontraproduktiv sein kann. Speichern Sie die Bilder im Dateiformat RAW ab, um auch im Nachhinein noch Änderungen daran vornehmen zu können.

Berglandschaft mit kreisförmigem Sternenhimmel

Bei längeren Belichtungszeiten und in einer Umgebung mit wenig Lichtverschmutzung lassen sich beeindruckende Sternlinien in den Himmel zeichnen.

 

Fazit

Das Fotografieren von Sternen als Streifen statt Punkten ist eine interessante Vorgehensweise, um den nächtlichen Sternenhimmel auf Fotos dynamischer erscheinen zu lassen. Bei längeren Belichtungszeiten führt die Erdrotation dazu, dass die Sterne auf den Bildern einen Schweif nach sich ziehen. Wichtig für diese Art der Fotografie ist eine gute Vorbereitung. Um die Sternspuren überhaupt einfangen zu können, muss auf eine Langzeitbelichtung zurückgegriffen werden. Häufig kommt es dabei zu Belichtungen, die mehr als 30 Sekunden andauern und dann nur noch über die BULB-Funktion erreicht werden können. Aufgrund der langen Belichtungsdauer können, je nach Anwendungsfall, ISO-Werte im dreistelligen Bereich eingesetzt werden. Trotz Empfehlungen ist es häufig nötig, die einzelnen Einstellungen durch Experimentieren aufeinander abzustimmen, um so die passenden Einstellungen für die gegebenen Bedingungen herauszufinden. Die Nachbearbeitung der RAW Dateien kann die Wirkung auf den erzielten Aufnahmen im Nachhinein noch einmal verbessern.

Sternenhimmel in den Bergen

Sterne fotografieren – Schritt für Schritt

Seit Jahrtausenden ist die Menschheit vom Nachthimmel fasziniert. Durch alle Epochen finden sich Zeichnungen und Malereien seiner mit Sternen überstreuten Schönheit. Und auch heute ist er ein beliebtes Motiv in der Fotografie. Die Kamera öffnet uns den Blick in die Weite und ermöglicht uns mehr zu sehen als mit dem blossen menschlichen Auge möglich ist.

Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie selbst atemberaubende Bilder des Sternenhimmels schiessen können.

Eine gute Vorbereitung vermeidet Enttäuschungen

Während am Tag ein Blick aus dem Fenster genügt um die Möglichkeiten für ein schönes Shooting abzuschätzen, bedarf es für die Nacht mehr Informationen.

Der Mond als zweithellster Himmelskörper überstrahlt oft das Licht der Sterne, somit sollten Sie sich einen Mondkalender hinzuziehen und geeignete Tage, also um die Zeit vor und nach dem Neumond, festlegen. Auch das Umgebungslicht, also Licht von Städten und Strassen, beeinflussen die Lichtverhältnisse. Für nächtliche Fotosessions eignen sich abgelegene Orte fernab der städtischen Lichter, wie beispielsweise Felder.

Achten Sie bei der Termin- und Ortswahl außerdem auf klare Luftverhältnisse. Klare Nächte sind zwar sehr kalt, aber die brillanteren Fotos sind es wert.

Wenn Sie sich die Milchstrasse als Hauptdarsteller Ihrer Aufnahme wählen, gilt die Regel: je dunkler die Umgebung und der Himmel (ohne Mond) desto klarer und farbintensiver das Foto.

Nicht nur für die Lichtverhältnisse hat die Wahl des Ortes eine Bedeutung. Eine reine Himmelsaufnahme wirkt schnell langweilig und generisch. Suchen Sie sich einen Ort mit einer schönen Silhouette für den Vordergrund, das kann ein schöner Baum, ein See (Spiegelung) oder auch ein schönes Gebäude sein.

So wie der Mond bewegen sich auch die Sterne über den Nachthimmel und damit sind nicht alle Sternenbilder immer zu sehen. Es gibt sehr gute kostenfreie Apps wie SkyView® (iOS/Android) die den Sternenhimmel in Echtzeit durch die Kamera projizieren und Standorte von Mond, Sonne, Planeten und Satelliten angeben. So gelingt Ihnen auch ohne astronomisches Fachwissen eine eindrucksvolle Bildkomposition. Die Sterne und die Milchstrasse sind in unseren Breitengraden am deutlichsten in den Sommermonaten zu sehen.

Fotoausrüstung für Sternenfotografie

Neben warmer Kleidung und einer Taschenlampe ist ein stabiles Stativ das wichtigste Utensil der Ausrüstung. Um weitere Verwacklungen zu vermeiden, kann ein zusätzlicher Fernauslöser hilfreich sein.

Es ist relativ einfach mit einer Vollformatkamera schöne Bilder zu erzielen, da sie auch bei hohen ISO-Werten durch ihren großen Sensor ein geringes Rauschen aufweist. Diese Kameras sind jedoch vergleichsweise kostenintensiv.

Neben der Sensorgrösse ist natürlich auch das Objektiv entscheidend für Aufnahmen mit möglichst viel Lichteinfall. Für den allerersten Einstieg können Sie Ihr Kitobjektiv verwenden. Für sehr hochwertige Bilder kommen Sie jedoch um eine Investition in ein lichtstarkes Weitwinkelobjektiv nicht umhin. Für Landschafts- und Sternfotografie verzichtet man fast gänzlich auf den Autofokus. Sollten Sie sich also darauf spezialisieren, können Sie auf dieses preiserhöhende Feature verzichten.

Sternenhimmel mit Bäumen

Fokus und Blende richtig einstellen

Auch hier ist die Vorbereitung nicht ausser Acht zu lassen, denn wie bereits erwähnt werden Nachtbilder nicht im Autofokus aufgenommen. Den Fokus sollten Sie manuell auf Unendlich stellen. Dieser Bereich ist meist mit einem Unendlich-Zeichen am Fokusring markiert oder Sie stellen den Fokus bereits am Vortag ein indem Sie ein sehr weit entferntes Objekt fokussieren und die Einstellung am Fokusring mit einer eigenen kleinen Markierung versehen.

Die Blende ist so offen wie möglich einzustellen, also im Bereich von 0 bis maximal 4, um möglichst viel Licht einzufangen. Auch der Bildstabilisator sollte deaktiviert werden, da er bei Aufnahmen mit Stativ eher kontraproduktiv agieren kann.

Während im Alltag der ISO-Wert klein gehalten wird um Rauschen zu reduzieren, ist für die Aufnahme des Sternenhimmels der ISO-Wert in einem hohen Bereich notwendig. Der ISO-Wert steht in enger Wechselbeziehung mit der Belichtungszeit und sollte vor Ort, je nach gewünschtem Schwerpunkt, angepasst werden. Für Sternspuren-Aufnahmen mit langer Belichtungszeit ist der ISO-Wert gering zu halten, für Abbildungen der Milchstrasse ist ein sehr hoher ISO-Wert von mindestens 1600 zu wählen.

Die Einstellung der Belichtungszeit ist vom gewünschten Endergebnis abhängig. Sind Sie auf ein statisches Bild der Sterne und Milchstrasse aus, so sollte die Belichtungszeit 15-30 Sekunden nicht übersteigen. Für den Effekt der Sternspuren kann eine höhere Belichtung genutzt werden. Die Sterne drehen sich um den nördlichsten Himmelspunkt, den Polarstern, dies sollten Sie bei der Bildkomposition beachten, da sich die Sternspuren sozusagen im Kreis um ihn abbilden. Je näher sich der Bildausschnitt am Polarstern orientiert, desto länger können Sie die Belichtungszeit wählen bevor die Sternspuren zu sehen sind. Fotografieren Sie auf den Horizont, so ist die Belichtungszeit so kurz wie möglich zu halten.

Für die maximale Belichtungszeit ohne Sternspuren gibt es folgende Rechnung:

500 / (Cropfaktor der Kamera*Brennweite) = maximale Belichtungsdauer

Nachbearbeitung der Sternenfotos

Wichtig für die Nachbearbeitung ist, dass Sie die Aufnahmen im RAW Format gemacht haben. Bereits mit kleinen Einstellungsänderungen von Weissabgleich, Tiefe, Wärme und Kontrast können Sie Ihre Aufnahme in Szene setzen und die Sterne detaillierter herausstechen lassen.

Sternenhimmel mit Strasse

Fazit

Eine perfekte Sternfotografie erfordert durchaus Geduld und Fingerspitzengefühl, sowie eine Erweiterung der Ausrüstung. Doch schon als Anfänger mit einfachem Equipment erhält man einen Blick in den faszinierenden Nachthimmel der einem sonst verborgen bleibt.

Schwarze Silhouette einer Landschaft mit einer Burg unter einem Sternenhimmel

Anfängerfehler vermeiden: Sterne richtig fotografieren

Bei einer Foto-Tour am Tag können die Stunden und Minuten schon einmal wie im Flug an einem vorbeiziehen und ganz nebenbei wird es auch noch dunkel. Dies klingt nach einer guten Gelegenheit für ein paar Nachtaufnahmen mit einem funkelnden Sternenhimmel. Für gelungene Aufnahmen von Sternen oder der Milchstrasse sind jedoch ein paar Dinge zu berücksichtigen.

Wir erklären Ihnen, wie Sie einen beeindruckenden Nachthimmel wirkungsvoll festhalten und welche Fehler es dabei zu vermeiden gilt.

Fehler 1: Der Blick aus dem Fenster als Wetterprognose

Nahezu jeder leidenschaftliche Hobbyfotograf ist bei schönem Wetter angeregt mit seiner Kamera nach draussen zu gehen. Doch während tagsüber schönes Wetter für gute Fotos sorgt, spielen bei der Sternenfotografie andere Faktoren eine wichtige Rolle. Einen ausschlaggebenden Einfluss hat die Mondphase, da bei Vollmond viele Sterne durch den Schein des Mondes überstrahlt werden. Infolgedessen eignen sich die vier Tage vor und nach Neumond am besten für eindrucksvolle Nachtaufnahmen. Die Mondphasen lassen sich durch einen Mondkalender mitverfolgen, welcher auch auf zahlreichen Webseiten und Apps zu finden ist.

Des Weiteren lassen sich Sterne bei kalter Luft besser fotografieren als bei warmer Luft, da diese klarer ist. Zudem bietet sich nach Regen, welcher ebenfalls für klare Luft sorgt, eine besonders gute Gelegenheit, den Nachthimmel zu fotografieren. Kommt zu kalter, klarer Luft jedoch eine schneebedeckte Fläche hinzu, kann diese zum Problem werden. Der weisse Schnee reflektiert das Licht und die Sterne auf dem Foto sind schlecht sichtbar. Es eignen sich besonders die Monate März bis Mai und September bis Oktober für nächtliche Foto-Touren.

Fehler 2: Neuland Astronomie

Wie bereits erwähnt, erfordert es etwas Hintergrundwissen zum Mond und seinen Phasen, um gute Bedingungen zur Sternenfotografie zu erwischen. Kenntnisse über die Sternbilder und die Milchstrasse sind ebenfalls sehr hilfreich für eine eindrucksvolle Bildkomposition. Aus diesem Grund ist es immer nützlich, eine Sternenkarte dabei zu haben. Diese ist besonders praktisch als App auf dem Smartphone. Beispielsweise zeigt die gratis App SkyView® (iOS / Android) nicht nur die Standorte verschiedener Sternenbilder, sondern auch die Standorte der Sonne, des Mondes, der Planeten sowie der Satelliten. Zudem besitzt diese App eine Suchfunktion, die Sie zur konkreten Position eines Sternbildes oder eines anderen Himmelskörpers führt.

Screenshots der App Sky View: Startbild, Live-View-Modus und Such-Funktion

Die Abbildung zeigt den Live-View-Modus und den Suchbereich der SkyView® App. Die beiden Bilder in der Mitte zeigen die momentane Position des Mondes und ein in der Nähe liegendes Sternbild.

Eine weitere sehr nützliche App ist PhotoPills (iOS / Android). Diese ist zwar kostenpflichtig, bietet dafür aber jede Menge hilfreiche Funktionen. Sie gibt genaue Auskünfte über den Verlauf der Sonne, des Mondes und der Milchstrasse am konkreten Standort, welcher im Live-View-Modus betrachtet werden kann. Ebenso werden die Mond- und Sonnenphasen sowie die goldene und blaue Stunde in der App aufgegriffen. Für die konkrete Organisation einzelner Foto-Sessions wird zudem ein Planer bereitgestellt, der genau erkennen lässt, in welchen Stunden es besonders lohnenswert ist, draussen zu fotografieren.

Unabhängig von der Sternenfotografie bietet diese App eine grosse Auswahl an Kameras, sodass die Anwendungen konkret auf die eigene Kamera abgestimmt werden kann. Mit Hilfe dieser Abstimmung können zahlreiche Tipps zu verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten in den Bereichen Belichtung, Schärfentiefe, Objektdistanz und zu vielem mehr gegeben werden. Zum besseren Verständnis stellt die App Bedienungsanleitungen sowie YouTube-Tutorials bereit.

Screenshots der App PhotoPills: Übersicht der Anwendungen, Live-View-Modus der Milchstrasse, Planer und Startbild

Auf dieser Abbildung sehen Sie eine kurze Übersicht einiger verschiedener Anwendungen sowie den Verlauf der Milchstrasse im Live-View-Modus und den Planer der App PhotoPills.

Fehler 3: Sterne gibt es überall

Die Aussage „Sterne gibt es überall“ ist grundsätzlich richtig und trotzdem können sie nicht an jedem beliebigen Ort bestaunt werden. Gerade in grossen Städten kommt es durch die vielen Laternen, den Strassenverkehr und auch die aufleuchtenden Werbereklamen unzähliger Geschäfte zu einer grossen Lichtverschmutzung. Das bedeutet, dass es nie richtig dunkel wird. Aus diesem Grund sollten Sie einen Ort fernab der Stadt aufsuchen, um Sterne zu fotografieren. Je weniger Umgebungslicht, desto besser ist die Ausgangssituation für ein gelungenes Shooting bei Nacht. Obendrein verhilft auch ein höher gelegener Punkt, wie ein Hügel, ein Berg oder ein Ausgangspunkt, zu einer freien Sicht.

Fehler 4: Fotografieren im Autofokus

Bevor es an die Einstellungen geht, sind zunächst einige Fragen bezüglich der Ausrüstung zu klären. Die besten Voraussetzungen für eine Aufnahme des Nachthimmels bieten Vollformatkameras aufgrund ihres grossen Sensors, da dieser weniger Probleme mit dem Rauschverhalten bei hohen ISO-Werten hat. Das schliesst jedoch nicht aus, dass eine gute Aufnahme nicht auch mit einer Kamera mit einem kleineren Sensor, wie beispielsweise einem APS-C Sensor, gemacht werden kann.

Doch der Body der Kamera macht die Arbeit nicht allein. Das Objektiv spielt eine erhebliche Rolle. Dieses sollte vor allem so weitwinklig und lichtstark wie möglich sein und eine Blendenzahl von vier oder weniger zulassen. Der Autofokus spielt bei der Wahl des Objektivs zur Sternenfotografie keine Rolle, da der Fokus in der Sternenfotografie ohnehin manuell gesetzt wird.

Aufnahmen des Nachthimmels werden immer offenblendig fotografiert. Das heisst, die kleinste vorhandene Blende wird gewählt, um so viel Licht wie möglich einzufangen. Dabei ist der komplizierteste Schritt die Fokussierung auf Unendlich. Bei manchen Objektiven ist das Unendlich-Zeichen direkt am Fokusring abgebildet, was die Einstellung wesentlich erleichtert. Ist diese Abbildung nicht gegeben, besteht die Möglichkeit, bereits am Tag ein sehr weit entferntes Objekt scharfzustellen, um sich anschliessend eine eigne Markierung am Objektiv zu setzen. Allerdings ist dies nur bei Objektiven möglich, bei welchen sich der Objektivring unendlich weit drehen lässt.

Zur Überprüfung der Scharfstellung kann der Live-View-Modus behilflich sein. Da dieser um ein zehnfaches vergrössert werden kann, lässt sich leichter erkennen, ob der fokussierte Punkt tatsächlich scharfgestellt wurde. Ist dies nicht der Fall, können Sie die Schärfe in kleinen Schritten nachjustieren.

Eine Strasse und ein See bei Nacht. Der dunkle Himmel zeigt die Milchstrasse.

Diese Collage zeigt zwei Aufnahmen bei Nacht, bei welchen die Milchstrasse perfekt inszeniert wird. Aufgenommen wurden diese beiden Fotos mit einer Sony Alpha 7 II und einem 24-70 mm Objektiv von Zeiss. Für die Aufnahme der Bilder wurden folgende Einstellungen verwendet: Fokussierung auf Unendlich, ISO-Wert zwischen 4000 und 8000, Blende 4,  Belichtungszeit 25 Sekunden. ©Andreas Franke – www.andysign-fotografie.de

Der ISO-Wert ist in der Fotografie idealerweise eher klein zu halten, um ein Rauschen im Bild zu vermeiden. Bei der Fotografie von Sternen sollten Sie jedoch recht hohe Werte verwenden, um eine optimale Bildwirkung zu erzielen. Je nach Kameramodell werden ISO-Werte zwischen 1600 und 8000 eingesetzt. Deshalb ist es umso wichtiger bei klarer Luft zu fotografieren, da diese das Rauschen erheblich verringert.

Wurden alle Einstellungen vorgenommen, kann das Bild mit einer Belichtungszeit von 15 bis 30 Sekunden aufgenommen werden. Länger als 30 Sekunden sollten Sie jedoch nicht belichten, da aus den kreisrunden Sternen sonst Streifen werden. Aufgrund der langen Belichtungszeit ist der Einsatz eines Stativs empfehlenswert. Zusätzlich kann ein Fernauslöser eine grosse Hilfe sein, um Verwacklungen durch das Auslösen zu vermeiden.

Fehler 5: Die Kamera ausschliesslich auf den Himmel richten

Der Sternenhimmel und vor allem die Milchstrasse sind äusserst beeindruckend. Dennoch kann ein Bild, welches nur den Himmel zeigt, schnell langweilig wirken. Die richtige Spannung kann durch das Einbeziehen weiterer Bildelemente erzeugt werden, wie zum Beispiel einen Baum, eine Strasse, ein Gebäude oder die Silhouette einer Landschaft.

Silhouette einer Landschaft mit einer Burg unter einem Sternenhimmel und die Silhouette einer Bank unter der sichtbaren Milchstrasse

Die rechte Aufnahme zeigt eine Bank, welche durch die Lichtverschmutzung der Stadt beleuchtet wird und die sichtbare Milchstrasse. Dieses Motiv zeigt, wie man das Streulicht einer Stadt zur Bildgestaltung nutzen kann. ©Andreas Franke – www.andysign-fotografie.de

Fazit

Das Fotografieren des Sternenhimmels ist mit einigen Vorbereitungen verbunden, die jedoch für beeindruckende Resultate sorgen. Also seien Sie experimentierfreudig, spielen Sie mit den ISO-Werten und Belichtungszeiten und beziehen Sie Objekte und Streulicht von Strassen oder Städten in Ihre Bildgestaltung ein. Mit der Übung kommt der Erfolg.

An dieser Stelle möchten wir uns bei Andreas Franke bedanken, der uns nicht nur mit seinen unglaublichen Aufnahmen beeindruckt hat, sondern uns auch bei der Erstellung dieses Artikels mit wertvollen Ratschlägen zur Seite stand.

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Silvester-Feuerwerk zwischen Bergen und See mit einem Fisheye-Objektiv aufgenommen

Feuerwerk an Silvester fotografieren

Der Jahreswechsel wird in vielen Orten der Welt mit einem eindrucksvollen Feuerwerk zelebriert. Die tollen Lichteffekte, welche traditionell die bösen Geister des letzten Jahres vertreiben sollen, zeichnen zum Teil besondere Kunstwerke an den Nachthimmel des 31. Dezembers. Diese Momente fotografisch eindrucksvoll festzuhalten, ist Ziel vieler Hobbyfotografen.

So sind Sie optimal vorbereitet

Ein wesentlicher Faktor, auf den wir jedoch leider keinen Einfluss haben, ist das Wetter. Nebel, Schnee oder gar Regen sind keine optimalen Voraussetzungen für das Fotografieren der Feuerwerkskörper am Nachthimmel des Silvesterabends. Ein bisschen Glück gehört also auch dazu.

In Vorbereitung auf den Jahreswechsel empfiehlt es sich bereits im Vorfeld eine geeignete Location auszuwählen. Suchen Sie sich doch eine ländliche Erhöhung für eine gute Aussicht oder den Balkon eines Hochhauses, um möglichst einen tollen Bildausschnitt zu ergattern. Oder fotografieren Sie das Feuerwerk in Kombination mit einem Fluss oder See, um mit der reflektierenden Wasseroberfläche eine interessante Bildkomposition zu schaffen.

Um ein tolles Foto vom Feuerwerk zu knipsen, empfiehlt sich ein Objektiv mit möglichst geringer Brennweite zu nutzen. Ein Weitwinkelobjektiv mit einer Brennweite von 18mm oder gar ein Fisheye‑Objektiv sind nützliche Helfer für die Silvesterfotografie und einen besonders weiten Blickwinkel.

Ein wesentliches Essential zum Fotografieren des Feuerwerks an Silvester ist zudem ein Stativ. In der Regel bietet sich hierbei vor allem ein Drei-Bein-Stativ an, da es einen sicheren und ruhigen Stand gewährleistet.

Weiterhin können Sie den Selbstauslöser der Kamera nutzen oder einen separaten Funkauslöser verwenden, um die Kamera während des Feuerwerks nicht berühren zu müssen. So vermeiden Sie unscharfe Bilder.

Bitte achten Sie auf Ihre Sicherheit. Die beeindruckenden Lichteffekte der Silvesterraketen sollten Sie stets aus einer sicheren Umgebung einfangen.

Diese Kameraeinstellungen sollten Sie mit einer DSLR vornehmen

Bestenfalls verwenden Sie eine Kamera, mit der Sie manuelle Einstellungen vornehmen können. Eine Spiegelreflexkamera ist hierbei also gut geeignet. Zunächst können sowohl der Bildstabilisator als auch der automatische Fokus des Objektivs ausgestellt werden, da diese Funktionen nicht explizit genutzt werden. Das Stativ ersetzt den Bildstabilisator und eine auf unendlich gerichtete Fokussierung ermöglicht es, die zahlreichen, schnelllebigen Bewegungen einzufangen, was der Autofokus nicht realisieren könnte.

Feuerwerksfotografie – bunte Lichteffekte am Nachthimmel

Da die Feuerwerkskörper des Jahreswechsels am Nachthimmel fotografiert werden, ist eine Langzeitbelichtung notwendig. In Abhängigkeit der umgebenden Lichtquellen, wie vor allem mögliche Reklame- und Strassenbeleuchtung, sollte der Belichtungswert individuell angepasst werden. Ausserdem kann die Anzahl der Feuerwerkskörper, die am Himmel zu sehen sind, von Ort zu Ort unterschiedlich sein. Die Nachtidylle ländlicher Umgebungen kann sich zu dem Feuerwerk grosser Städte deutlich unterscheiden. Umso weniger Silvesterraketen in den Himmel steigen, desto länger können Sie belichten, um mehrere Feuerwerkskörper in einem Foto einzufangen.

Zudem sind der ISO-Wert 100 und der Weissabgleich auf Kunstlicht empfehlenswert. Die Blendenzahl im Bereich von 8 bis 11 sind stets eine gute Richtlinie. Bedenken Sie dabei jedoch, dass die Einstellungsoptionen grundsätzlich von der Umgebungssituation abhängig sind.

Da die ersten Silvesterraketen erfahrungsgemäss bereits vor 24 Uhr erhellen, bieten sich Testbilder an. Auf diesem Wege können Sie bereits alle notwendigen Einstellungen an die Fotografie-Umgebung anpassen und um Punkt 24 Uhr die tollen Momente als Foto einfangen.

Tipp: Beim Fotografieren eines professionellen Feuerwerks sollten Sie die Belichtungszeit stets gering einstellen, da hierbei in der Regel zahlreiche und grössere Feuerwerksbilder in kürzerer Zeit am Nachthimmel erscheinen.

Alternative zu DSLR – Feuerwerk mit dem Smartphone fotografieren

Nicht jeder Hobbyfotograf ist gewillt die Silvesternacht mit sündhaft teurem und manchmal doch sehr unhandlichem Kamera‑Equipment zu verbringen. Das Smartphone ist bei den meisten von uns aber doch immer dabei. Die Serienbildfunktion vieler Smartphone-Kameras ist hierfür eine gute Option. Auch immer mehr Smartphones bieten manuelle Kameraeinstellungen an.

Feuerwerk mit dem Smartphone fotografieren

Auch wenn Sie das Feuerwerk mit Ihrem Smartphone fotografieren wollen, ist ein Stativ durchaus hilfreich. Diese gibt es auch für Smartphones in praktischen Grössen für jede Handtasche. Alternativ können Sie das Smartphone auch auf einer geeigneten Fläche positionieren, um möglichst wackelfreie Bilder zu machen.

Auch hier bietet ein weitgefasster Bildausschnitt die besten Voraussetzungen für schöne Feuerwerksaufnahmen. Zusätzliche Smartphone-Objektive, wie ein Weitwinkel- oder Fisheye‑Objektiv sind praktische und kostengünstige Helfer.

Verzichten Sie bei Ihren Silvesteraufnahmen mit Ihrem Smartphone sowohl auf das Zoomen, den Aufhellblitz als auch auf HDR-Aufnahmen, um die bestmögliche Qualität der Kurzmomente zu erzielen.

Mit ähnlichen Kameraeinstellungen können Sie Gewitterblitze fotografieren. Lesen Sie hier, was Sie dabei beachten sollten.