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Vorher- und Nachher-Vergleich des Bildrauschens einer Aufnahme

Bildrauschen – der lästige Begleiter der hohen ISO Werte

Der ISO Wert ist neben der Belichtungszeit und der Blende eine der zentralen Einstellungskomponenten Ihrer Kamera. Er entscheidet über die Lichtempfindlichkeit des Kamerasensors. Bei einem hohen ISO Wert benötigt die Kamera weniger Zeit, um das gewünschte Motiv zu belichten. Auf diese Weise können Sie auch in dunklen Umgebungen fotografieren, ohne mit Verwacklern durch lange Belichtungszeiten rechnen zu müssen. Eine hohe Lichtempfindlichkeit des Sensors bringt jedoch auch einen grossen Nachteil mit sich. Sie wirkt sich negativ auf die Qualität Ihrer Bilder aus. In diesem Fall spricht man dann vom sogenannten Bildrauschen.

In diesem Artikel geben wir Ihnen Tipps zur Wahl des richtigen ISO Werts und zeigen Ihnen, wie sie mit Hilfe des Programms Neat Image unliebsames Bildrauschen aus Ihren Bildern entfernen.

Den ISO Wert in Abhängigkeit der Umgebung festlegen

Generell sollten Sie stets versuchen, den ISO Wert so gering wie möglich zu halten. In den meisten Fällen sprechen wir dann von einem ISO Wert von 100, bei manchen Kameras von 50. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass Ihre Bilder frei von lästigen Bildrauschen sind.

ISO 100 – 200 – bei Sonnenschein

Die Wahl eines ISO Werts von 100 ist meist nur möglich, wenn Sie draussen bei unbewölktem Wetter fotografieren. Sind dennoch wenige Wolken sichtbar, die zum Teil die Sonne verdecken, dann können Sie auch unbesorgt einen ISO Wert von 200 verwenden. Das Rauschen ist in diesen Bereichen bei den meisten Kameras nahezu nicht erkennbar.

Schnellübersicht über Verschlusszeit, Blende, ISO-Wert und sonstige Einstellungen einer DSLR

ISO 400 – 800 – bei bewölktem Wetter und zum Abend hin

Ziehen am Himmel dichtere Wolken auf oder neigt sich die Sonne am Horizont dem Tagesende, so sollten Sie einen ISO Wert im Bereich von 400 bis 800 einstellen. Auf diese Weise können Sie unbesorgt weiter fotografieren, ohne dabei Kompromisse in Form einer verlängerten Belichtungszeit oder einer reduzierten Blendenzahl eingehen zu müssen. Bei einem ISO Wert von 800 tritt bei vielen Kameramodellen, insbesondere in den dunklen Bildbereichen, bereits Bildrauschen auf.

ISO >800 – bei Nacht und in geschlossenen Räumen

Für das Fotografieren bei Nacht oder in dunklen und nur schlecht beleuchteten Innenräumen empfiehlt sich ein ISO Wert grösser oder gleich 800. Alternativ können Sie auch auf ein Stativ und eine entsprechend längere Belichtungszeit zurückgreifen – sofern sich Ihr Motiv nicht bewegt. Auf diese Weise können Sie den derzeitigen ISO Wert beibehalten und stärkerem Bildrauschen vorbeugen.

Auch das Motiv beeinflusst die Wahl des ISO Werts

Die Wahl des ISO Werts ist nicht nur abhängig von den Lichtbedingungen der Umgebung, sondern auch von dem Motiv, welches Sie fotografieren möchten. Da Sie mit einer höheren Lichtempfindlichkeit weniger Zeit zum Belichten benötigen, können Sie somit auch schnelle und bewegte Motive gut einfangen. Beim Fotografieren von unbewegten Motive sind Sie hingegen nicht auf eine auf kurze Belichtungszeit angewiesen, wodurch Sie auch niedrigere ISO Werte wählen können.

Durch hohe ISO Werte verursachtes Bildrauschen entfernen

Störendes Bildrauschen können Sie mit vielen Bildbearbeitungsprogrammen in wenigen Schritten aus Ihrem Bild entfernen. Hierzu müssen Sie keine professionellen und kostenpflichtigen Programme wie Photoshop besitzen. Das Programm Neat Image eignet sich hervorragend, um unansehnliche Bilder mit hohem Bildrauschen in qualitativ hochwertige Bilder zu verwandeln. Die Demoversion des Programms kann kostenlos und ohne Registrierung mit einigen Funktionseinschränkungen genutzt werden.

Kameras, Kameraobjektive, Kamerataschen und weiteres Zubehör

Das Ausgangsbild wurde bei mässigen Lichtbedingungen mit einem ISO Wert von 6400 aufgenommen. Insbesondere in den dunklen Bereichen des Bildes ist bei näherer Betrachtung Bildrauschen zu erkennen (zum Beispiel bei den Kamerataschen vorne links und hinten rechts im Bild oder bei dem linken Objektiv)

Zu allererst fügen Sie das gewünschte Bild über «Open Input Image» in das Programm ein.

Einfügen des Bildes in Neat Image

Daraufhin klicken Sie auf den Menüreiter «Device Noise Profile». Wählen Sie die Option «Auto Profile», damit Neat Image das Rauschverhaltensprofil Ihres Kameramodells lädt. Nach einer kurzen Ladezeit erscheinen in der rechten Seitenleiste daraufhin Informationen zum Kameramodell und zur vorliegenden Aufnahme.

Auswahl eines Rauschverhaltenprofils

Bei unserem Bild wurde entsprechend das Rauschverhaltensprofil der Canon EOS 700D geladen, also der Kamera, mit der das Bild ursprünglich aufgenommen wurde. Um fortzufahren, klicken Sie auf den Menüreiter «Output Image».

Anwendung des richtigen Rauschverhaltenprofils

Eine kurze Ladezeit später wird Ihnen eine rauschbereinigte Version Ihres Bildes angezeigt. Erkennbar ist dies an dem Schriftzug rechts oben im Bild «Filtered». Durch das Klicken auf den Schriftzug können Sie in der Darstellung des originalen und des bearbeiteten Bildes hin- und herwechseln. Abschliessend können Sie das fertige Bild abspeichern.

Erzeugung des rauschbereinigten Bildes

Im nachfolgenden Bild sehen Sie noch einmal, wie einfach Sie Fotos mit Bildrauschen korrigieren können. Links sehen Sie das ursprüngliche Bild und rechts das mit Hilfe von Neat Image korrigierte Bild. Mit nur sechs Mausklicks entfernen Sie störendes Bildrauschen. So müssen Sie sich zukünftig nie wieder vor der Wahl des nächsthöheren ISO Werts fürchten.

Vorher- und Nachher-Vergleich bei der Bildrauschenbereinigung

Vorher- und Nachher-Vergleich: Links die originale Aufnahme, rechts das Ergebnis der Bearbeitung.

Vorher-Nachher-Vergleich der Fotomontage

Photoshop: Bildobjekte in neue Hintergründe einfügen

Das Entfernen und Hinzufügen einzelner Bildobjekte sind in der heutigen Fotografie keine Seltenheit. Mit Hilfe von Photoshop lassen sich mit einigen Handgriffen nachträglich Illusionen schaffen. Auch wenn die Fotomontage einem geübten Auge nur kurzzeitig Stand hält, lassen sich interessante künstlerische Effekte erzeugen.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie beim Erstellen einer Fotomontage vorgehen sollten und wie es Ihnen gelingt, das eingefügte Motiv möglichst gut an den Hintergrund anzupassen.

Motive einfügen und skalieren

Wählen Sie ein Motiv und ziehen Sie es mittels drag and drop in die geöffnete Photoshop-Datei. Damit die Fotomontage am Ende möglichst authentisch erscheint, sollten Sie das Motiv vor dem Einfügen sauber freigestellt haben. Eine Anleitung zum Thema Freistellen in Photoshop finden Sie in unserem Artikel Bilder mit Photoshop freistellen: drei Möglichkeiten.

Sobald Sie ein Objekt eingefügt haben, sollten Sie darauf achten, dass die Objekt-Ebene in ein sogenanntes «Smart-Objekt» umgewandelt wird. Die Konvertierung ermöglicht eine nichtdestruktive Skalierung des Motivs. Hierfür werden die Bildinformationen der Referenzdatei im Smart-Objekt hinterlegt. Jede Änderung, die Sie daraufhin an dem Motiv vornehmen, wird an einer separaten Kopie der Referenzdatei vorgenommen. Ihr Motiv behält somit auch nach mehrmaliger Skalierung und Änderung seine ursprüngliche Qualität.

Transformation eines Photoshop-Objekts in ein Smartobjekt

Machen Sie einen Rechtsklick auf die Ebene, auf der Ihr eingefügtes Objekt liegt. Wählen Sie daraufhin den Eintrag «In Smartobjekt konvertieren» und bestätigen Sie mit einem Linksklick.

Auf die Skalierung können Sie mit Hilfe des Shortcuts «Strg» + «T» zugreifen. Achten Sie darauf, dass Sie die zu skalierende Ebene ausgewählt haben. Nach Betätigen des Shortcuts erscheint um das Objekt herum ein Raster, bei dem Sie, von den Ecken ausgehend, die Grösse verändern können. Mit Hilfe einer gedrückt gehaltenen «Shift»-Taste kann das Objekt proportional skaliert werden. Somit wird die Relation des Objekts beibehalten und nicht verzerrt.

Skalieren eines Objekts in Photoshop

Das Raster und die darauf befindlichen Punkte ermöglichen eine Änderung der Grösse oder auch das Drehen des Objekts.

Achten Sie auf möglichst realistische Grössenverhältnisse zwischen eingefügtem Objekt und dem Rest des Bildes. Andernfalls fällt schnell auf, dass es sich um eine Fotomontage handelt.

Das Objekt sollte ausserdem an einer passenden Stelle im Bild eingesetzt werden. Achten Sie hierbei darauf, dass der Betrachtungswinkel des Motivs mit dem restlichen Bild übereinstimmt. Weiterhin sollte das Motiv in Abstimmung mit dem fokussierten Bereich des originalen Bildes platziert werden. Bei einer Aufnahme mit wenig Tiefenschärfe kann demnach kein vollkommen scharfes Objekt in unscharfer Umgebung und abseits vom fokussierten Bereich eingesetzt werden. Dies würde einerseits sehr unnatürlich wirken und andererseits schnell als Fotomontage entlarvt werden.

Löwenzahnblüte nach der Skalierung

Beim Beispielbild handelt es sich um eine Aufnahme, die mit einer weit geöffneten Blende geschossen wurde. Solche Aufnahmen weisen generell eine sehr geringe Tiefenschärfe auf. Während die ersten Grashalme im Vordergrund noch relativ scharf dargestellt sind, verlieren sich die restlichen Grashalme einige Zentimeter weiter oben bereits in der Unschärfe des Bildes. Der fokussierte Bereich liegt demzufolge am untersten Punkt des Bildes.

Würde die Löwenzahnblüte, in der gegebenen Schärfe, noch weiter in Richtung Hintergrund platziert, so würde dies auffällig ins Auge stechen. Um die Schärfe ein wenig zu verringern, wählen wir «Filter», «Weichzeichnungsfilter» und dann «Gaussscher Weichzeichnungsfilter».

Dialogfenster des Gaussschen Weichzeichners in Photoshop

Die Wahl des Radius beeinflusst die Stärke des Weichzeichners. Das Ergebnis lässt sich auch direkt im gesamten Bild anzeigen.

Motiv an Lichtstimmung des Hintergrunds anpassen

Für ein harmonisches Zusammenspiel von eingefügtem Objekt und Hintergrund ist es ausserdem sehr wichtig, dass die Lichtstimmung der beiden Elemente übereinstimmt.

Über die Verwendung spezieller Filter ermöglicht es uns Photoshop, die Farbstimmung von Hintergrund und Motiv aneinander anzugleichen. Eine Möglichkeit bietet beispielsweise die Einfärbung im durchschnittlichen Farbton. Wählen Sie hierfür zunächst die Hintergrundebene Ihrer Photoshop Datei an. Navigieren Sie dann zu «Filter», «Weichzeichnungsfilter», «Durchschnitt berechnen».

Photoshop-Dropdownmenü des angewählten Durchschnitt-berechnen-Filters

Photoshop füllt die jeweilige Ebene daraufhin mit dem durchschnittlichen Farbton der Ebene. Für die weitere Bearbeitung nehmen wir diesen Farbton mit Hilfe der Pipette in die Farbauswahl auf.

Die Anwendung des Durchschnitt-berechnen-Filters färbt den Hintergrund im durchschnittlichen Farbton ein

Der im Bild erkennbare blaugraue Farbton stellt den durchschnittlichen Farbton des von uns verwendeten Beispielbildes dar.

Die Einfärbung des Hintergrunds lässt sich über den Shortcut «Strg» + «Z» (alternativ: «Bearbeiten», «Schritt zurück») rückgängig machen. Erstellen Sie eine neue Ebene und füllen Sie deren Hintergrund in der Farbe des durchschnittlichen Farbtons ein.

Eine mit dem durchschnittlichen Farbton eingefärbte Photoshop-Ebene

Das Ziel des Vorgehens ist es, den durchschnittlichen Farbton lediglich auf das einzufügende Objekt anzuwenden. Hierzu legen Sie zunächst in der Ebenen-Hierarchie Ihre Farbton-Ebene über die Objekt-Ebene. Anschliessend fahren Sie bei gedrückt gehaltener «Alt» Taste mit dem Mauszeiger über die Farbton-Ebene. Das daraufhin erscheinende quadratische Symbol mit nach unten gewandtem Pfeil bestätigen Sie mit einem Linksklick. Der Hintergrund sollte nun wieder erkennbar dargestellt und Ihr Objekt komplett im jeweiligen Farbton eingefärbt sein.

Die Füllung der Farbton-Ebene wurde lediglich auf ein einzelnes Objekt angewandt

Die Deckkraft des Farbtons lässt sich anschliessend bei ausgewählter Farbton-Ebene noch dem eigenen Geschmack anpassen. Achten Sie auf eine ausgewogene und zum Hintergrund passende Deckkraft.

Die Löwenzahnblüte wurde erfolgreich in das Bild eingefügt

Zum Abschluss wurde der Stängel der Löwenzahnblüte noch mit ein paar Grashalmen verdeckt.

Fazit

Die Erstellung von Fotomontagen verlangt ein gewisses Mass an Erfahrung im Umgang mit Photoshop. Dabei bietet sich fortgeschrittenen Nutzern jedoch die Möglichkeit, geschossene Fotos um die eigene Kreativität und das persönliche Empfinden zu erweitern und nachträglich neue Elemente hinzuzufügen. Das Ergebnis der Fotomontage steht in direkter Abhängigkeit zu der Qualität der freigestellten Objekte, die dem Bild hinzugefügt werden sollen. Für eine glaubhafte Darstellung empfiehlt es sich, die Relationen der Bildbestandteile aufeinander abzustimmen und keine zu übersteigerte Bildkomposition zu wählen. Die eingefügten Objekte sollten stets unter Beachtung der gegebenen Lichtstimmung angepasst werden.

Strand mit Smartphone gefilmt

Cinemagraphs – Foto und Video zugleich

Was wir als hüpfendes @-Zeichen aus den Neunzigern oder als witzige Videoausschnitte in Chatverläufen kennen, erobert nun in edlem Design und hoher Qualität die digitale Werbewelt. Cinemagraphs sind eine Mischung aus Foto und Video, die sich auf Webseiten, Werbebannern und auf Sozialen Medien tummeln. Wir stellen Sie vor und zeigen Ihnen, wie Sie Ihr ganz eigenes Cinemagraph erstellen können.

Fast schon wieder alt

Bereits 2011 entwickelten Jamie Beck (Fotografin) und Kevin Burg (Webdesigner) das erste Cinemagraph im Zuge der New Yorker Fashion Week. Mit ihren Fotos und seinem digitalen Know-how konnten sie Video und Foto vereinen. Nach ausgiebigem Brainstorming war der neue Begriff Cinemagraph gefunden. Seither kreieren die Beiden ausdrucksstarke Cinemagramme, wie sie im Deutschen genannt werden, für die ganz grossen Player der Modeindustrie wie Chanel und Balenciaga. Entdecken können Sie ihre Arbeiten auf Cinemagraphs.

Technische Grundlage: Plattformen mit Auto-Play

Doch, was ist dieses neue Format? Auch wenn der Vergleich zum GIF naheliegt, es ist kein GIF. Es ist möglich, ein Cinemagraph als GIF zu exportieren um Dateigrösse zu sparen, aber es reduziert die Qualität extrem. Das gängige Format für die bewegten Bilder ist .mp4 oder .mov.

Lange Zeit war das Medium eher im künstlerischen Bereich zu finden. Doch mit zunehmenden Online Vermarktung aller Art steigt der Druck, sich von der Konkurrenz abzuheben. Cinemagraphs, mit dezenter Bewegung, können den Header einer Webseite besonders interessant machen. Sie sind deutlich günstiger zu produzieren als Werbespots und heben sich durch ihren dezenten Stil von den überladenen, flackernden Werbebannern ab. Die Grundlage ist die Auto-Play Funktion einer Webseite, denn nur wenn das Cinemagraph automatisch und ohne extra Play-Button startet, kann es seine volle Wirkung entfalten.

 

Soziale Medien wie Facebook und Instagram haben bereits seit Jahren Live-View und Auto-Play für Videos integriert. Nun ist Facebook dabei, diese Funktionen auch für Profilbilder und Header zu implementieren. Laut einer Studie von Advertising Age steigern Cinemagraphs die Reichweite um bis zu 71 Prozent gegenüber einem statischen Bild.

Die Kunst eines Cinemagraphs

Nicht nur als Grosskonzern, sondern auch als Hobby- oder Profifotograf, können Sie diese lebendigen Bilder auf Ihren Webseiten oder sozialen Kanälen nutzen, um Ihre Werke besser zu verbreiten. Einige Fotografen haben sich bereits intensiv mit dem künstlerischen Potential des Mediums auseinandergesetzt und es als festen Bestandteil in ihr Repertoire integriert.

Am besten wirkt ein Cinemagraph, wenn es eine Art Aha-Moment beinhaltet. Wenn der Betrachter die Bewegung im Bild entweder erst auf den zweiten Blick erkennt oder sie so subtil ist, dass er es fast schon als natürlich ansieht. Typische Motive sind eine Obstschale, auf deren Obst eine Fliege herumläuft oder eine Kaffeemaschine, bei der die Tasse scheinbar endlos mit Kaffee gefüllt wird.

 

Künstlerisch interessante Motive entstehen auch beim Spiel mit Schatten oder Spiegeln. Sind sowohl Model als auch Spiegelbild bzw. Schatten im Bild, können Sie durch die alleinige Bewegung des Schattens einen mystischen Effekt erzielen.

Das eigene Cinemagraph erstellen

Software für Cinemagraph-Profis

Seit Photoshop CS5 hat Adobe die Videobearbeitung mit integriert, damit lassen sich auch Cinemagraphs erstellen. Die Ausgangsdatei ist ein Video, dass Sie mit Hilfe einer videofähigen Kamera und eines Stativs selbst aufgenommen haben. Mit Photoshop wird dann eine statische Sequenz mit einer dynamischen zusammengebracht. Der Vorteil von Photoshop ist die hohe Qualität des Ergebnisses und das Sie die Videosequenz wie gewohnt künstlerisch bearbeiten können. Detaillierte Anleitungen finden Sie dazu im Internet.

Das kanadische Start-Up Flixel brachte 2013 seine Software zur intuitiven Erstellung von Cinemagraphs auf den Markt. Die Software ist wirklich sehr einfach zu bedienen und erzielt hochwertige Ergebnisse, schlägt aber mit Allround-Paket-Preisen von 200 US-Dollar pro Jahr zu Buche und ist nur für Mac und iOS Geräte verfügbar. In Kooperation mit Shutterstock hat Flixel eine Share Plattform angegliedert, auf die sich die User austauschen und ihre Werke kommerziell zur Verfügung stellen können.

Apps für Cinemagraph-Einsteiger

Wenn Sie sich erstmal spielerisch an die lebenden Bilder annähern wollen, gibt es unzählige Smartphone Apps, sowohl für iOS als auch für Android.

 

Die App Loopsie ist für beide Betriebssysteme erhältlich. Hier nehmen Sie mit der App zunächst ein Video auf. Ein Stativ ist zu empfehlen, da die App nur die Bearbeitung eines stabilen Videos zulässt und es die Qualität enorm steigert. Sind die Kriterien erfüllt, wählen Sie im nächsten Schritt den Bereich im Bild aus, der bewegt werden soll. Fahren Sie dafür einfach mit dem Finger über den gewünschten Bereich. Um detaillierter Arbeiten zu können, zoomen Sie wie gewohnt mit zwei Fingern in den gewünschten Ausschnitt. Um Fehler zu korrigieren, wählen Sie zwischen Einfrieren oder Animieren im unteren Bereich. Der sich bewegende Bereich wird während der gesamten Bearbeitung in Endlosschleife abgespielt. Ihr fertiges Loopsie können Sie nun direkt über Facebook, Instagram, WhatsApp und viele andere Kanäle teilen oder es für später auf Ihrem Speicher hinterlegen.

Ob als hochwertige Animation für Ihre Webpräsenz oder im privaten Bereich, die lebenden Bilder haben viel künstlerisches Potential und machen einfach Spass.

Foto-Retusche eines Pferderennens mit Vorher-Nachher-Vergleich

Photoshop: Objekte verschwinden lassen oder versetzen

Oftmals trüben uns Dinge, wie störende Objekte, Baukräne oder Staub auf dem Objektiv, die Sicht auf das sonst schmeichelnde Motiv. Das ist vor allem dann sehr ärgerlich, wenn Ihnen die störenden Bildbestandteile erst im Nachhinein auffallen und Sie von weit her angereist sind, um das Motiv Ihrer eigenen Fotosammlung hinzuzufügen.

Egal ob es um Objekte, die Teile des Motivs verdecken, den Schmutz auf dem Objektiv oder die Hautunreinheiten des Models geht – sie alle lassen sich mit einigen Handgriffen in Photoshop aus dem Bild tilgen. Die Rede ist dann vom Retuschieren, also dem Nachbessern eines Fotos.

Erfahren Sie in diesem Artikel, welche unterschiedlichen Vorgehensweisen des Retuschierens existieren, worin sich diese unterscheiden und wie Sie diese anhand unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung selbst anwenden können.

Mithilfe dieser Werkzeuge gelingt die Retusche von Fotos

Adobe Photoshop ist bis zum Rand gefüllt mit Werkzeugen. Da fällt es gerade in neueren Versionen schwer, den Überblick zu behalten.

Bevor Sie Retusche-Eingriffe vornehmen, sollten Sie immer darauf achten, dass die originale Bilddatei dadurch nicht überschrieben wird. Hierfür legen Sie entweder eine Kopie der jeweiligen Bilddatei an, oder, was im Hinblick auf eine bessere Editierbarkeit generell empfehlenswert ist, Sie arbeiten mit speziell für die Retusche erstellten Ebenen und führen die Ebenen im Nachgang wieder zusammen.

Kopierstempel

Der Kopierstempel ist ein beliebtes Werkzeug bei der Retusche von Bildern. Zu Anfang wird dabei im Bild eine Kopierquelle festgelegt, welche dann über eine ausgewählte Stelle gelegt wird. Um eine Kopierquelle festzulegen, halten Sie ALT gedrückt und bestätigen Ihre Wahl mit der linken Maustaste. Bei Ihrer Auswahl sollten sie darauf achten, dass Kopierquelle und -ziel möglichst gut zueinander passen. Eine zu starke Abweichung bei der Helligkeit oder Struktur kann dazu führen, dass die Retusche unschön ins Auge fällt.

Die Orangerie in Kassel an einem Sommertag

In unserem Bildbeispiel fällt uns der vor dem Aufgang befindliche Blumenkübel störend ins Auge.

Für die Retusche des Blumenkübels mit Hilfe des Stempelwerkzeugs müssen wir uns zweierlei Kopierquellen bedienen. Einerseits wählen wir den Sand als Quelle, um damit später den weissen Blumentopf und den Stamm der Blume zu verdecken. Für die Blätter verwenden wir den steinigen Aufgang als Kopierquelle. Für ein möglichst glaubhaftes Ergebnis sollte die Retusche mit Sorgfalt vorgenommen werden. Variieren Sie die Kopierstempelgrösse je nach Einsatzszenario, wählen Sie jedoch keinen allzu grossen Radius für den Kopierstempel aus.

Besondere Vorsicht bei der Retusche ist häufig in Grenzbereichen gefragt. In unserem Beispielbild wird der Steinaufgang zu grossen Teilen unregelmässig durch Sand bedeckt.

Retusche eines Blumenkübels

Für die Retusche bedienen wir uns mit dem Kopierstempel über ALT + linke Maustaste immer wieder aus den umliegenden Bildbestandteilen und überdecken Schritt für Schritt die Blätter. Dem Übergang von Stein- und Sanduntergrund, und damit dem Problembereich, widmen wir uns zum Schluss.

Eine fehlende klare Linie verhindert es, die Retusche nach einer bestimmten Systematik vorzunehmen. Gleichzeitig verschafft sie uns jedoch auch etwas Spielraum, indem wir den Übergang selbst festlegen können. Geduld und gezieltes Vorgehen führen, wie so oft in der Bildbearbeitung, zum gewünschten Ergebnis.

Im Beispielbild wurde, im Sinne einer besseren Editierbarkeit, die Ausgangsebene dupliziert (STRG + J) und die Retusche anschliessend auf der neuen Ebene vorgenommen. Abschliessend müssen die beiden Ebenen dann markiert und auf eine Ebene reduziert werden.

Ein Bild der Orangerie in Kassel, bei dem ein Blumenkübel retuschiert wurde

Das Ergebnis der Retusche – der linke Blumenkübel ist aus dem Bild verschwunden.

Bereichsreparatur

Im Gegensatz zum Kopierstempel oder zum artverwandten Reparaturpinsel muss beim Bereichsreparaturwerkzeug keine manuelle Auswahl getroffen werden. Bei diesem Werkzeug werden die umliegenden Pixel mit der jeweiligen Stelle, auf der das Werkzeug angewandt wird, verrechnet und die Stelle entsprechend verändert. Somit lässt sich die Retusche noch einfacher und schneller vornehmen. Jedoch gelangt das Werkzeug der Bereichsreparatur bei anspruchsvollen und heterogenen Bildzusammensetzungen häufig an seine Grenzen, weshalb es den Einsatz des Kopierstempels oder des Reparaturpinsels nicht komplett überflüssig macht.

Bild von der San Michele Insel in Venedig mit einigen, im Himmel erkennbaren, Objektivflecken

Staub auf der Objektivlinse kann im Bild störende Punktierungen verursachen (einige in rot hervorgehoben).

Die Bereichsreparatur leistet hingegen schnelle Abhilfe bei der Beseitigung von kleineren Bildfehlern auf gleichbleibenden Hintergründen. Auf dem Beispielbild sind im Himmel mehrere kleine dunkle Punktierungen zu erkennen. Der Himmel ist hierbei in einem schönen einheitlichen blau gehalten und es sind keinerlei Wolken erkennbar. Für die Retusche muss daher lediglich mit dem Bereichsreparaturwerkzeug, bei gedrückter linker Maustaste, über die jeweiligen Stellen «herübergefahren» werden.

Ein nachbearbeitetes der Friedhofsinsel San Michele in Venedig

Das Ergebnis der Retusche – sämtliche störende Punktierungen sind aus dem Bild verschwunden.

Inhaltssensitives Füllen

Eine weitere interessante Möglichkeit, um unliebsame Bildbestandteile in Luft aufzulösen, bildet das inhaltsensitive Füllen, welches ab der Photoshop Version CS5 verfügbar ist. Für den weiteren Vorgang muss zunächst der zu füllende Bildbereich bestimmt werden. Wählen Sie dafür ein Auswahlwerkzeug Ihrer Wahl, etwa das Lasso-Werkzeug, und umkreisen Sie den zu retuschierenden Bildteil. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Auswahl auch den Schattenwurf des jeweiligen Objekts, da die vorgenommene Retusche andernfalls schnell sichtbar wird.

Ein in Photoshop ausgewähltes Warnschild vor drei Garagen

Zunächst wird das Schild mit Hilfe des Lasso-Werkzeugs ausgewählt.

Im Beispielbild fällt die Wahl auf das im Vordergrund stehende Warnschild, welches vom restlichen Bildinhalt ablenkt. Die ausgewählte Fläche füllen Sie daraufhin über Bearbeiten – Fläche füllen.

Auswahl des Fläche-füllen-Werkzeugs in Photoshop

Bearbeiten – Fläche füllen

Daraufhin erscheint das Dialogfenster «Fläche füllen», wobei Sie den Eintrag «Inhaltsbasiert», den Modus «Normal» und eine Deckkraft von 100 Prozent einstellen. Bestätigen Sie Ihre Eingabe anschliessend mit «OK».

Dieser Prozess kann, je nachdem wie gross die zu füllende Fläche gewählt wurde und wie leistungsfähig Ihr Computer ist, einige Zeit in Anspruch nehmen. Falls Sie das Ergebnis nicht überzeugen sollte, so können Sie den Vorgang entweder einige Male mit einer wechselnden Auswahl wiederholen oder Sie bessern störende Bereiche mit Hilfe der vorher genannten Werkzeuge aus.

Bild von drei Garagen, bei dem ein Warnschild nachträglich aus dem Bild retuschiert wurde

Das Ergebnis der Retusche – das Schild ist komplett aus dem Bild verschwunden.

Inhaltsbasiertes Verschieben

Für den Fall, dass Sie sich an einem Bildbestandteil zwar stören, ihn jedoch nicht komplett aus dem Bild entfernen möchten, existiert seit Photoshop CS6 die Möglichkeit des inhaltsbasierten Verschiebens. Mit diesem Werkzeug rücken Sie die Bildzusammensetzung ganz nach Ihren eigenen Vorstellungen ins rechte Licht. Wählen Sie auch hier zunächst einen bestimmten Ausschnitt des Bildes aus.

Auswahl eines Reiters in Photoshop

Der ausgewählte Reiter soll in unserem Beispielbild eine bessere Rennposition erlangen.

Anschliessend klicken Sie in der Werkzeugleiste auf das Symbol zwischen Pipette und Pinsel und wählen die zwei sich kreuzenden Pfeile aus. Mit einem gedrückt gehaltenen Linksklick kann die Auswahl nun innerhalb des Bildes verschoben werden.

Anwendung des inhaltbasierten-Verschieben-Werkzeugs in Photoshop

Bei gedrückt gehaltener linker Maustaste wird der Reiter an eine neue Position versetzt.

Sobald Sie eine passende Stelle für Ihre Auswahl gefunden haben, lassen Sie die linke Maustaste los und die Aktion wird ausgelöst. Daraufhin wird Ihre Auswahl an neuer Stelle positioniert und die vorherige Position retuschiert. Bei der Neu-Positionierung sollten Sie grundsätzlich immer den Betrachtungswinkel und das Verhältnis zu den anderen Bildbestandteilen im Auge behalten. Ungünstige Positionierungen vermitteln unrealistische Grössenverhältnisse und zerstören dadurch die Illusion der Retusche.

Nachbearbeitung eines mit Photoshop verschobenen Bildmotivs

Bei genauerer Betrachtung fallen einige Stellen ins Auge, die eine nachträgliche manuelle Bearbeitung benötigen.

Auch die Ergebnisse des inhaltsbasierten Verschiebens sind nicht immer perfekt. Bei Bedarf müssen Sie eventuell noch einmal mit dem Stempelwerkzeug oder dem Reparaturpinsel nachbessern. Im Beispielbild sind einige fehlerhafte Stellen mit roten Kreisen markiert. Das Stück Rasen im oberen roten Kreis wurde scharf abgebildet, obwohl der umliegende Bereich unscharf dargestellt ist. Beim mittleren roten Kreis verhält es sich genau gegensätzlich und das Rasenstück wurde unscharf abgebildet, obwohl es scharf sein müsste. Der kleinste rote Kreis markiert einen Teil des Schattens eines anderen Reiters, der beim Verschieben fälschlicherweise miteinbezogen wurde.

Durch Bearbeitung mit Photoshop wurde ein Pferderennen-Reiter neu positioniert

Das Ergebnis der Retusche – der Reiter wurde auf eine neue Position gesetzt.

Fazit zum Retuschieren in Photoshop

Adobe Photoshop umfasst eine grosse Anzahl an Werkzeugen, die für eine erfolgreiche Retusche verwendet werden können. Dabei gibt es einerseits manuelle Werkzeuge wie den Kopierstempel oder den Reparaturpinsel, bei denen Ihnen selbst die Auswahl einer geeigneten Retusche-Bildquelle obliegt. Falls die Retusche einmal schneller gehen soll und der jeweilige Bildhintergrund einfach beschaffen ist, so führen semi-automatische Werkzeuge wie das Bereichsreparaturwerkzeug zum Erfolg. Ab den Adobe Photoshop Versionen CS5 und CS6 bietet sich Ihnen ausserdem die Verwendung des inhaltssensitiven Füllens bzw. des inhaltsbasierten Verschieben-Werkzeugs. Letztere realisieren vielversprechende Retuschen innerhalb von Sekunden. Letztlich muss die Retusche für optimale Ergebnisse, trotz des Komforts und der Schnelligkeit der neueren automatischen Werkzeuge, häufig noch einmal manuell korrigiert werden.

Geöffnete Photo Pills App auf einem weissen iPhone – im Hintergrund Fotofilter

App-Vorstellung: Photo Pills

Im App Store und im Google Play Store sammeln sich unzählige Apps für die verschiedensten Situationen. Dies gilt zu gleich für den Bereich der Fotografie. Doch finden sich hier nicht nur Programme, die der Bildbearbeitung dienen. Vor allem in den Bereichen Landschafts- und Astrofotografie hat sich die App Photo Pills einen Namen gemacht.

In dieser App finden Sie unter anderem:

  • Informationen über den genauen Verlauf von Sonne, Mond, dessen Phasen und die Milchstrasse.
  • Verschiedene Funktionen und Tools, um ungewollten Schatten aus dem Weg zu gehen und die blaue und die goldene Stunde im vollen Umfang auszunutzen.
  • Eine Finder-Funktion, um den perfekten Zeitpunkt für Ihr Traumszenario zu ermitteln.
  • Zwei Augmented Reality Modi, die den Verlauf der Sonne, des Mondes und der Milchstrasse simulieren, um perfekt vorbereitet zu sein.

Mit den vielen Informationen und Anwendungen der Photo Pills App wird es Ihnen leicht gemacht, stets zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und die verschiedenen Lichtstimmungen der Sonne, den Verlauf des Mondes oder der Milchstrasse gekonnt für die eigenen Aufnahmen vorzuplanen, in Szene zu setzen und festzuhalten. Wie Sie all diese Funktionen richtig verwenden, erfahren Sie in diesem Artikel.

Der Photo Pills Planer als nützlicher Wegbegleiter in der Landschaftsfotografie

Standort, Darstellung und Bedeutung

Die umfangreichste und bedeutendste Funktion der App ist der Photo Pills Planer. Wird dieser geöffnet, fällt einem als erstes eine Karte in Satellit-Optik ins Auge. Auf dieser Karte befindet sich ein oranger Pin, von dem mehrere Linien ausgehen. Dieser Pin zeigt bei der ersten Öffnung der App immer Ihren aktuellen Standort an, vorausgesetzt Sie gewähren der App Zugriff auf Ihren Standort. Allerdings muss der Pin nicht zwangsläufig den aktuellen Standort darstellen, sondern kann auf die Position, von der fotografiert werden soll, platziert werden. Dazu kann der Pin mit dem Finger berührt und an den gewünschten Ort geschoben werden. Alternativ kann lange mit dem Finger auf eine beliebige Stelle getippt werden, wodurch der Pin an die gewünschte Stelle springt.

Screenshots der App Photo Pills, die die verschiedenen Bereiche des Planers zeigen.

Vom Pin gehen mehrere farbige Linien ab. Dies sind eine dicke gelbe, eine dicke orange Linie und eine dünnere Linie, die ihre Farbe zwischen gelb und orange wechseln kann. Die dicke gelbe Linie steht für den Verlauf des Sonnenaufganges und die dicke orange für den des Sonnenuntergangs. Die dünnere Linie wiederum stellt den aktuellen Stand der Sonne dar. Wird der Modus von Sonne zu Mond gewechselt, verschwinden die orangegelben Linien und es erscheinen neue Linien in Blautönen. Auch hier steht die hellere dicke Linie für den Aufgang und die dicke dunklere für den Untergang des Mondes. Ebenso verhält es sich mit der dünneren Linie, die die Position des Mondes wiederspiegelt.

Der Modus kann in dem über der Karte liegenden Feld, der Informationsleiste, durch einen Klick auf das Sonnensymbol gewechselt werden. Das Sonnensymbol ändert sich in ein Mondsymbol. Wird das Feld ein weiteres Mal angeklickt, werden sowohl die Linien der Sonne als auch die des Mondes angezeigt.

Bewegungen im Zeitverlauf

Der dritte Bereich des Photo Pills Planer ist die Zeitleiste, die direkt unter der Karte zu finden ist. Diese Zeitleiste zeigt in seiner Grundeinstellung das aktuelle Datum und die aktuelle Uhrzeit an. Wird die Zeitleiste nach links oder nach rechts bewegt, ändern sich nicht nur Datum und Uhrzeit, sondern auch die Ausrichtungen der Linien. Nähern sich die dünnen Linien einem Sonnen- oder Monduntergang an, wird die Farbe der Linie dunkler. Bei der Annäherung eines Sonnen- oder Mondaufganges werden sie heller. Doch können Zeit und Datum nicht nur durch das Ziehen der Leiste geändert werden. Um einen konkreten Zeitpunkt eingeben zu können, genügt ein Tipp auf die Uhr, um Datum und Uhrzeit manuell eintragen zu können. Dadurch können vor allem beim Datum auch grössere Sprünge gemacht werden.

Unter der Zeitleiste befindet sich der letzte Bereich des Planers, die Optionenleiste, die noch weitere nützliche Anwendungen beherbergt. Dazu gehören der Finder, zweierlei Augmented Reality Modi und andere Funktionen, doch dazu später mehr.

Sonne, Mond und Milchstrasse stets im Fokus mit Hilfe der Informationsleiste

Stand von Sonne, Mond und Azimut

Neben dem Wechsel zwischen den Verläufen von Sonne und Mond beherbergt die Informationsleiste noch viele weitere Informationen und Einstellungsmöglichkeiten. Die Grundposition der Leiste gibt uns zunächst Aufschluss über das Azimut, die Höhe und die Phase der Himmelskörper Sonne und Mond. Unter dem Begriff Azimut wird ein Horizontalwinkel verstanden, der sich nach den Himmelsrichtungen orientiert.

Screenshots der App Photo Pills, die die verschiedenen Bereiche des Planers zeigen.

Wird auf der Leiste mit dem Finger einmal nach links gewischt, erscheinen nähere Informationen zu den Auf- und Untergängen von Sonne und Mond. Zudem kann mit einem Klick auf das grosse runde Symbol zwischen den einzelnen Mondphasen gewechselt werden. Hierbei sollte auf die Änderungen des Datums in der Zeitleiste geachtet werden, um herauszufinden wann die nächste Mondphase, beispielsweise Neumond, eintritt. Anschliessend folgen die genauen Zeitangaben der blauen und goldenen Stunde, die beide wunderbare Lichtstimmungen mit sich bringen, die jeder Landschaftsfotograf gerne für seine Aufnahmen nutzt.

Sichtbarkeit der Milchstrasse

Die beiden nächsten Reiter in der Informationsleiste befassen sich mit der Milchstrasse. Durch einen Klick auf das linke Milchstrassen-Symbol im ersten der beiden Reiter erscheinen auf der Karte zunächst mehrere Kreise um den orangen Pin und zwei dicke Linien in hell- und dunkelgrau. Die hellgraue Linie steht für den Zeitpunkt, an dem die Milchstrasse sichtbar wird und die dunkelgraue für das Verschwinden der Milchstrasse.

Screenshots der App Photo Pills, die die beiden Reiter zum Thema Milchstrasse in der Informationsleiste zeigen.

Wird nun die Zeitleiste in den blauen Bereich, also in die Nacht, bewegt, kommt auch die Milchstrasse in Form einer gepunkteten, gebogenen Linie zum Vorschein. Hierbei stellt die Ansammlung mehrerer dickerer Punkte das Galaktische Zentrum der Milchstrasse dar. Des Weiteren lässt die kurvige Linie erahnen, wie die Milchstrasse am Himmel zu sehen sein wird. Ist sie sehr bauchig, dann erstreckt sich die Milchstrasse waagerecht über den Himmel. Liegt sie jedoch nahe an der Mittellinie, so wird die Milchstrasse senkrecht in den Himmel ragen.  Die genaue Zeitspanne der Sichtbarkeit, das Azimut und die Höhe des Galaktischen Zentrums werden ebenfalls in diesem Abschnitt der Informationsleiste angegeben. Der zweite Reiter zur Milchstrasse gibt in Form einer blauen Skala darüber Aufschluss, wie gut die Milchstrasse am Himmel zu sehen sein wird. Sind die Balken gefüllt, ist die Milchstrasse gut am Horizont zu erblicken.

Pin-zu-Pin geodätische Info

Wischt man von der Ausgangsposition nach rechts, erschliessen sich weitere Möglichkeiten. Die erste Möglichkeit ist die Pin-zu-Pin geodätische Info. Durch einen Klick auf den Button erscheint auf der Karte ein zweiter Pin in Schwarz. Dieser sollte auf dem gewünschten Motiv platziert werden. Ist dies geschehen, so lässt sich schnell erkennen, ob der Sonnenuntergang am gewünschten Tag hinter dem gewünschten Motiv zu sehen ist. Wird das erste Bild in der unteren Abbildung betrachtet, lässt sich leicht erkennen, dass zu diesem Zeitpunkt das gewünschte Szenario nicht aufgenommen werden kann. Durch das Bewegen der Zeitleiste lässt sich jedoch der richtige Zeitpunkt ermitteln. In unserem Beispiel wäre dies bereits am 06. Oktober gewesen und liegt bereits in der Vergangenheit. Der nächste passende Termin liegt noch fast ein Jahr in der Zukunft – in nächster Zeit kann das Motiv also nicht mehr fotografiert werden.

Des Weiteren ist die Verlaufslinie der Sonne zu beachten. Ist diese beim Erreichen des gewünschten Motives gestrichelt, heisst dies, dass die Sonne bereits zu tief steht und dadurch hinter dem Horizont verschwunden ist.

Screenshots der App Photo Pills, die die Pin-zu-Pin Option und das Schattenwurf-Tool in der Informationsleiste zeigen.

Schattenwurf berechnen

Die zweite Möglichkeit, die sich durch das Wischen nach rechts in der Informationen-Leiste ergibt, ist ein Tool, um den Schattenfall eines Gebäudes oder eines hohen Baumes einschätzen zu können. Um diese Funktion zu verwenden, ist es allerdings nötig, sich über die Höhe des Gebäudes zu erkundigen oder ein gutes Schätzvermögen zu haben. Wurde das Gebäude mit dem orangen Pin ausgewählt und eine Höhe in die Informationsleiste eingegeben, so wird der Schatten in Form einer schwarzen Linie angegeben. Dadurch lässt sich bereits vorab feststellen, auf welcher Seite eines Gebäudes aufgrund des Schattenaufkommens nicht fotografiert werden sollte.

Die Optionenleiste – Finden, planen und mit Freunden teilen

Traumszenario einfach finden

Bereits die Informationsleiste bietet viele Möglichkeiten, um den richten Ort und die richtige Zeit für das perfekte Foto ausfindig zu machen. Vor allem die Pin-zu-Pin geodätische Info ist äusserst praktisch, wenn ein Motiv fotografiert werden soll, hinter dem die Sonne oder der Mond auf oder unter geht. Hierbei ist es einfach herauszufinden, ob dieser Konstellation am gewünschten Tag gegeben ist. Ist dies nicht der Fall, ist es sehr mühsam, durch das Bewegen der Zeitleiste den geeigneten Zeitpunkt zu finden. Hier kann die Finden-Funktion in der Optionenleiste Abhilfe schaffen.

Screenshots der App Photo Pills, die die Finder-Funktion in der Optionenleiste zeigen.

Bei der Wahl der Finder-Funktion gibt es vier verschiedene Konstellationen an Kriterien, nach denen gesucht werden kann: «Sonne bei Azimut», «Sonne bei Azimut und Höhe», «Mond bei Azimut» und «Mond bei Azimut und Höhe». Um präziser bestimmen zu können, wie und wo die Sonne oder der Mond für die geplante Aufnahme stehen sollen, ist es ratsam «bei Azimut und Höhe» zu wählen. Wurden das Azimut, die Höhe und der gewünschte Zeitraum bestimmt, gibt die App eine Liste mit genauen Daten, an denen Sie das gewünschte Szenario am gewünschten Ort vorfinden, aus.

: Screenshots der App Photo Pills, die die beiden Augumented Reality Modi der Optionenleiste zeigen.

Augmented Reality – Fotomotive simulieren

Zusätzlich befinden sich in der Optionenleiste die beiden AR Modi (Augmented Reality, auf Deutsch Erweitere Realität). Diese beiden Modi sind quasi Live-View-Modi, die unter Verwendung der Smartphone-Kamera die Position verschiedener Himmelskörper anzeigen. Dabei ist der Modus AR für den Verlauf der Sonne und der Nacht AR für den Verlauf des Mondes und der Milchstrasse zuständig. Durch die Verwendung dieser Modi lässt sich vor Ort der genaue Stand des gewünschten Himmelskörpers simulieren, sodass es möglich ist, die Kamera schon vorab auf die Situation ausrichten zu können. Wird ein solcher Modus geöffnet, zeigt dieser vorerst den aktuellen Zeitpunkt an, aber auch hier lässt sich der Zeitpunkt durch eine Links- oder Rechtsbewegung auf dem Bildschirm verschieben, um den genauen Zeitpunkt auf der richtigen Position zu ermitteln.

Speichern und mit Freunden teilen

Neben der der Finder-Option und den AR-Modi bietet die Optionenleiste auch die Möglichkeit, das eigene Projekt zu speichern und anschliessend sogar zu teilen. Dazu drücken Sie auf das Feld «Speichern» und wählen die Option «Plan» aus.  Nun besteht die Wahl, einen bestehenden Plan zu überschreiben oder einen neuen Plan anzulegen. Haben Sie diesem einen Namen gegeben und angelegt, gehen Sie zurück in das Hauptmenü und wählen ganz oben die Kategorie «Mein Zeug» und anschliessen die Pläne aus. Wird der Plan in diesem Modus geöffnet, erscheint unten rechts ein Feld namens «Aktion», durch das Sie Ihren Plan per SMS, WhatsApp oder E-Mail versenden können. Dies ist vor allem dann hilfreich, um Pläne mit einem ebenfalls fotografiebegeisterten Freund zu teilen, um gemeinsam auf Foto-Tour zu gehen.

Fazit

Die Photo Pills App ist mit seinem umfangreichen Planer eine sehr nützliche Unterstützung für alle begeisterten Landschafts- oder Astrofotografen, die ihren Erfolg nur ungerne dem Zufall überlassen. Die zahlreichen Möglichkeiten Lichtstimmungen und die Positionen verschiedener Himmelskörper planen zu können, steigern die Chancen enorm, mit gelungenen und beeindruckenden Aufnahmen von der Foto-Tour nach Hause zu kommen. Die App steht für CHF 10 im App Store zur Verfügung – wir finden, eine Investition, die sich lohnt.

Titelbild-Header Bild Bilder freistellen

Photoshop: Objekte freistellen in drei Wegen

Mit Hilfe von Bildbearbeitungssoftware sind heutzutage vielerlei Bildkonstruktionen möglich. So lassen sich beispielsweise einzelne Bildbestandteile aus unterschiedlichen Bildern in einem einzigen Bild zusammenfügen. Damit das gesamte Bild jedoch einen glaubhaften Eindruck erweckt, müssen die Bestandteile zunächst von ihrem jeweiligen Hintergrund befreit werden – die Rede ist dann vom sogenannten Freistellen.

Freistellen ist eine besonders anspruchsvolle Photoshop-Disziplin, mit der sich auch fortgeschrittene Fotografen häufig schwertun. Erfahren Sie in diesem Artikel, welche verschiedenen Ansätze des Freistellens es gibt, welche sich für bestimmte Situationen am besten eignen und üben Sie sich selbst im Freistellen mit Hilfe unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Auswahl geeigneter Freistellungswerkzeuge bei Photoshop

Im Folgenden soll anhand drei verschiedener Photoshop-Werkzeuge gezeigt werden, wie eine erfolgreiche Freistellung gelingt. Die drei Werkzeuge «Zauberstab», «Farbbereichsauswahl» und «Schnellauswahl» unterscheiden sich dabei nicht nur in der Vorgehensweise, sondern auch hinsichtlich ihres optimalen Einsatzfeldes. Ausgangspunkt für die nachfolgenden Ausführungen bildet die Photoshop-Version CS6. Einige Werkzeuge könnten in älteren Versionen möglicherweise noch nicht verfügbar sein.

Möchten Sie Fotos bearbeiten, bei denen sich das freizustellende Motiv farblich stark von einem eher einheitlichen Hintergrund absetzt, sollten Sie zum Zauberstabwerkzeug greifen.

Bei Fotos mit stark abgetrennten und farblich jeweils gleichmässig verlaufenden Farbbereichen bietet sich der Einsatz der Farbbereichsauswahl an. Diese stellt zwar strenggenommen kein Photoshop-Werkzeug im engeren Sinne dar (da nicht in der Werkzeugleiste anwählbar), lässt sich jedoch leicht anwenden und führt bei der Freistellung simpler Bildmotive bereits zum Erfolg.

Für kommen Sie nicht um den Einsatz des Schnellauswahlwerkzeugs oder des Zeichenstifts umhin. Mit entsprechender Geduld lassen sich mit diesen Werkzeugen auch bei anspruchsvollen Motiven gute Ergebnisse erzielen.

Zauberstabwerkzeug – Freistellen bei einheitlichem Hintergrund

Öffnen Sie zum Freistellen zunächst ein beliebiges Bild in Photoshop. In diesem Beispiel soll die Sonnenblume mit Hilfe des Zauberstabwerkzeugs freigestellt werden.

Freistellen einer Sonnenblume mit Hilfe von Photoshop

Unser Beispielbild: Eine Sonnenblume vor hellem Hintergrund. Die Auswahl ist anhand der gestrichelten Linien um den Rand der Blume zu erkennen

Problematisch bei der Verwendung des Zauberstabwerkzeugs ist der Umstand, dass es sich meist nur für die Freistellung von einfachen und einheitlichen Bildmotiven eignet. In unserem Beispiel ist die Sonnenblume jedoch nicht einheitlich gelb, sondern weist im Bereich der Röhrenblüten (der Bereich in der Mitte der Blume) zusätzlich einen braunen auf. Dieses Problem lässt sich recht einfach mit der mehrfachen Anwendung des Zauberstabwerkzeugs lösen.

Wählen Sie das Zauberstabwerkzeug aus und halten Sie bei mehrfacher Anwendung «Shift» gedrückt. So können Sie mit dem Zauberstab gleich mehrere Farbbereiche in die Auswahl mit einbeziehen. Dies ist vor allem dann praktisch, wenn Ihr Motiv aus mehreren Farben besteht. Damit Sie nicht zu viel Zeit mit der Auswahl Ihres Motivs verbringen, sollten Sie auch darauf achten, dass der Aufnahmebereich des Werkzeugs gross genug gewählt ist.

Sobald Sie mit Ihrer Auswahl zufrieden sind, können Sie zum nächsten Schritt übergehen. Dafür wählen Sie in der Kopfzeile den Dialog «Kante verbessern» aus. Anschliessend wird das Motiv freigestellt und es öffnet sich ein Fenster, indem die vorgenommene Auswahl noch einmal verbessert werden kann. So können die Kanten beispielsweise abgerundet, weicher dargestellt oder auch nachträglich verschoben werden.

Photoshop Dialogfenster «Kante verbessern»

Für die Option «Weiche Kante» wählen wir einen neuen Wert, damit die Sonnenblume nicht allzu künstlich beschnitten aussieht.

Übernehmen Sie die Einstellung und klicken Sie auf «OK». Daraufhin kehrt die Auswahl wieder zurück, welche im nächsten Schritt kopiert und in ein neues Bild eingefügt werden kann.

Das Ergebnis der Bildbearbeitung – eine freigestellte Sonnenblume auf transparentem Hintergrund

Das Ergebnis: Die freigestellte Sonnenblume auf transparentem Hintergrund

Farbbereichsauswahl – Freistellen bei starkem Kontrast des Motivs zum Hintergrund

Öffnen Sie hier ein Foto Ihrer Wahl, welches Farbbereiche enthält, die deutlich voneinander abgegrenzt sind. Anschliessend wählen Sie den Menüpunkt «Auswahl» und dann «Farbbereich».

Freistellen einer Landschaft mit Hilfe von Photoshop

Auswahl -> Farbbereich

Es öffnet sich ein weiteres Fenster mit dem Titel Farbbereich. Für das weitere Vorgehen müssen Sie zunächst den Bereich auswählen, den Sie gerne freistellen wollen. In unserem gewählten Beispiel ist das die Silhouette des Waldes. Da dieser Bereich gleichmässig schwarz ist, genügt ein einfacher Linksklick mit der Pipette. Für die Auswahl mehrerer Farbbereiche können Sie auch hier wieder «Shift» gedrückt halten.

Je nachdem, welchen Bereich Sie auswählen, ändert sich auch die Darstellung des Farbbereich-Fensters. Die Farbe Weiss steht hierbei für den ausgewählten Bereich. Nehmen Sie solange Änderungen an dem Wert «Toleranz» vor, bis Ihr gewähltes Motiv vollständig weiss erscheint.

Photoshop Dialogfenster «Farbbereich»

Bei der Farbbereichsauswahl wählen Sie mit Hilfe der Pipette zunächst den freizustellenden Bildbereich aus. Anschliessend passen Sie im Fenster Farbbereich den Toleranzwert für Ihr Motiv an.

Sobald Sie die nötigen Änderungen vorgenommen haben, bestätigen Sie mit OK und gelangen zurück zu Ihrer Auswahl. Diese können Sie nun kopieren und in ein neues Bild einfügen.

Das Ergebnis der Bildbearbeitung – eine freigestellte Waldsilhouette auf transparentem Hintergrund

Das Ergebnis: Die freigestellte Waldsilhouette auf transparentem Hintergrund

Schnellauswahlwerkzeug – Freistellen mit mehr Präzision

Öffnen Sie ein Foto Ihrer Wahl in Photoshop und wählen Sie das Werkzeug «Schnellauswahl» aus. Passen Sie die Grösse des Werkzeugs an die Bestandteile Ihres Motivs an. Anschliessend ziehen Sie mit gedrückter Maustaste über Ihr Motiv und wählen so den Bereich des Bildes aus, den Sie später freistellen wollen. Je nach Motiv kann es dabei hilfreich sein, die Option «Automatisch verbessern» zu aktivieren.

Freistellen eines Kirmes Fahrgeräts mit Hilfe von Photoshop

Unser Beispielbild: Ein Kirmes Fahrgerät vor blauem Hintergrund. Die Auswahl ist anhand der gestrichelten Linie um den Rand des Fahrgeräts zu erkennen.

Falls Ihre Auswahl zu gross ausfällt und nicht nur das freizustellende Motiv, sondern etwa auch den Hintergrund umfasst, dann löschen Sie einfach einen Teil Ihrer Auswahl. Halten Sie dafür die «Alt»-Taste gedrückt und fahren mit der linken Maustaste über den Bereich, den Sie aus der Auswahl ausschliessen wollen. In unserem Beispiel wurden alle Bereiche, die einen Teil des blauen Hintergrunds zeigen von der Auswahl ausgeschlossen. Besondere vorsichtig musste an dieser Stelle etwa in den Bereichen zwischen Sitz und Halterung oder rund um die Füsse der Fahrgäste vorgegangen werden.

Wie auch schon in den vorangegangenen Methoden, können auch bei dem Schnellauswahlwerkzeug die Kanten im Nachhinein verbessert werden. Änderungen an Motiven, wie dem in unserem Beispielbild, sollten jedoch mit höchster Vorsicht vorgenommen werden. Die Optionen «Abrunden», «Weiche Kante» oder «Kante verschieben» könnten nämlich dazu führen, dass Bildbestandteile, wie etwa die Füsse der Fahrgäste, unschön abgeschnitten werden.

Photoshop Dialogfenster «Kante verbessern»

Damit Bildbestandteile nicht unschön abgeschnitten werden, sollten für Motive wie dieses eher moderate Werte gewählt werden. Experimentieren Sie mit unterschiedlichen Werten und betrachten Sie deren Wirkung genau.

Eine noch präzisere Alternative zum Schnellauswahlwerkzeug ist das Zeichenstiftwerkzeug. Hierbei wird das Motiv Schritt für Schritt durch einzelne Striche und Kurven ausgewählt. Diese Methode ist zwar sehr zeitaufwändig, kann jedoch zu sehr guten Ergebnissen bei der Freistellung führen.

Das Ergebnis der Bildbearbeitung – ein freigestelltes Kirmes Fahrgerät auf transparentem Hintergrund

Das Ergebnis: Das freigestellte Kirmes Fahrgerät auf transparentem Hintergrund

Fazit

Grundsätzlich eignen sich mehrere Photoshop-Werkzeuge zum Freistellen von Bildbestandteilen. Die Wahl des richtigen Werkzeugs kann jedoch viel Zeit und Mühe ersparen. Überlegen Sie dabei, welches Werkzeug in Ihrer Situation den grösstmöglichen Nutzen stiftet und schätzen Sie bereits vorher ab, wie präzise die Freistellung erfolgen soll. Korrekturen an der Auswahl, wie die Kantenverbesserung, können auch im Nachhinein noch vorgenommen werden. Geduld und Übung bilden zwei wesentliche Erfolgsfaktoren für eine gelungene Freistellung. Für die weitere Verwendung sollten Sie Ihre freigestellten Motive im Dateiformat PSD oder PNG speichern, da diese den transparent gewählten Hintergrund berücksichtigen.

In unserem Artikel zum Thema «Bildobjekte mit Hilfe von Photoshop in neue Hintergründe einfügen» erfahren Sie, wie Sie Ihre freigestellten Motive in einer Fotomontage zusammenführen können und was es dabei zu beachten gilt.

Merken

Durch Focus Stacking geschärftes Motiv und ursprünglich unscharfes Motiv

Photoshop: Foto Stacking für durchgehend scharfe Bilder

Der Begriff Focus Stacking beschreibt eine Technik der Bildbearbeitung, bei der mehrere Bilder desselben Motivs miteinander verschmelzen. Unterschiedlich gewählte Fokuspunkte ermöglichen über weite Teile des Bildes eine scharfe Darstellung, wie sie normalerweise nicht möglich wäre.

Wir zeigen Ihnen, was Sie für die richtige Vorbereitung und Durchführung berücksichtigen sollten und wie die anschliessende Bildbearbeitung gelingt.

Vorbereitung – das Fotografieren

Eine gute Vorbereitung ist unerlässlich und steigert die Qualität der in der Bildbearbeitung erzielbaren Ergebnisse. Focus Stacking verlangt möglichst identische Bilderreihen. Die einzige Ausnahme hiervon stellt der jeweils unterschiedlich gewählte Fokus dar.

Aus diesem Grund sollte die DSLR-Kamera unbedingt auf einem Stativ befestigt werden. Ausserdem empfiehlt sich der Einsatz eines Fernauslösers, damit die Kamera nicht öfter als unbedingt nötig berührt werden muss. Damit Sie die Bilder später gut nachbearbeiten können, sollten Sie im Dateiformat RAW fotografieren.

Bei schlechten Lichtbedingungen und daraus folgend langen Belichtungszeiten können bereits geringste Erschütterungen zu unscharfen Aufnahmen führen. Aktivieren Sie daher in den Kameraeinstellungen die Spiegelvorauslösung. Der Spiegel klappt nun kurze Zeit vor der Aufnahme hoch und verursacht somit keine Erschütterungen mehr.

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Einflussfaktor, ist die Beleuchtung vor Ort. Wechselnde Beleuchtung wirkt sich negativ auf die Bilderreihen aus und erschwert das anschliessende Zusammenfügen. Achten Sie daher auf eine möglichst gleichbleibende Beleuchtung, unabhängig davon, ob Sie im Freien oder in geschlossenen Räumen fotografieren.

Weiterhin sollte ein geeignetes Motiv für das Foto-Shooting gewählt werden. Nach allgemeiner Auffassung eignet sich die Technik des Focus Stacking vor allem für den Bereich der Makrofotografie. Ohne Nachbearbeitung können die oftmals sehr detailreichen Motive, wie beispielsweise kleine Tiere oder Blumen, meist nicht in vollständig scharf abgebildet werden.

Jedoch können auch in der Landschaftsfotografie dank Focus Stacking ganze Bildbereiche in neuer Pracht erstrahlen. Wählen Sie Ihr Motiv unter dem Gesichtspunkt, dass es für die Dauer der Aufnahme unbewegt bleiben muss. In der Makrofotografie setzen einige Fotografen daher speziell präparierte Insekten ein.

Tipps für eine gelungene Durchführung

Übung macht den Meister

Für ein optimales Endergebnis sollten genügend Aufnahmen mit unterschiedlichen Fokusbereichen gemacht werden. Dabei ist es wichtig, dass in möglichst gleichmässigen Abständen fokussiert wird. Tasten Sie sich also langsam an Ihrem Motiv voran. Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, wie die Aufnahmen erstellt werden können.

  • Automatisches fokussieren
  • Manuelles fokussieren

Möchten Sie die Aufnahmen mit Hilfe des Autofokus machen, so sollten Sie nach Möglichkeit auf die Live View Funktion der Kamera zurückgreifen. Diese ermöglicht es, die Bildkomposition auf dem Display angezeigt zu bekommen und den Fokuspunkt bequem zu verschieben.

Alternativ können Sie das Fokussieren auch selbst übernehmen. Dazu schalten Sie am Objektiv einfach von Autofokus auf manuellen Fokus. Der fokussierte Bereich lässt sich hierbei mit dem Fokusring des Objektivs verlagern.

Unabhängig davon, für welche Art der Fokussierung Sie sich entscheiden, seien Sie im Umgang mit der Kamera behutsam. Jede noch so kleine Berührung könnte nämlich dazu führen, dass sich der Blickwinkel Ihrer Kamera ändert und sich die Aufnahmen somit unterscheiden. Achten Sie daher auf einen stabilen Stand des Stativs und eine feste Arretierung der Kamera. Fokussieren Sie auf den am nächsten gelegene Punkt des Motivs und arbeiten Sie sich langsam über mehrere Fokussierungsebenen nach «hinten» durch.

Nachbereitung und Zusammenfügen mit Focus Stacking Software

Sobald das gesamte Motiv abgelichtet wurde, können am Computer gegebenenfalls Änderungen an Belichtung, Kontrast und ähnlichen Parametern vorgenommen werden. Durchgeführt werden kann die Bildbearbeitung mit den meisten gängigen Fotobearbeitungssoftwares. Wichtig ist jedoch, dass jedes Bild dieselbe Korrektur erhält und es zu keinen Unterschieden untereinander kommt.

Bildbearbeitung mit Lightroom

In Lightroom können Wertkorrekturen zunächst für ein Bild vorgenommen und im Anschluss auf die übrigen Fotos der Reihe übertragen werden. Nehmen Sie hierzu die gewünschten Änderungen an einem beliebigen Bild vor. Im Anschluss wählen Sie sämtliche Bilder aus und drücken auf Synchronisieren. Es öffnet sich ein Dialogfenster, welches Sie mit OK bestätigen.

Bildwertkorrekturen in Lightroom und das Dialogfenster Synchronisieren in Lightroom

Belichtungs-, Kontrast- und Farbwerte anpassen und auf alle Bilder übertragen („synchronisieren“)

 

Wenn Sie mit dem Ergebnis der Bildbearbeitung zufrieden sind, öffnen Sie alle Bilder in Photoshop oder einer Bildbearbeitungssoftware mit ähnlichem Funktionsumfang. Als kostenlose Alternative zu Photoshop empfiehlt sich etwa das Focus Stacking Programm CombineZp, mit dem sich einzelne Bilder automatisch zusammenfügen lassen.

Das Dialogfenster Synchronisieren in Lightroom

Stapelung in Photoshop

Als nächstes wählen Sie dann alle Ebenen aus und drücken auf Bearbeiten – Ebenen automatisch überblenden.

Für den weiteren Verlauf müssen nun sämtliche Bilder als Ebenen übereinandergelegt werden.

Einfügen mehrerer Bilder in Photoshop und anschliessende Stapelung

Einzelne Bilder als Ebenen in ein Dokument einfügen

 

Auswahl und Zusammenfügen mehrerer Ebenen in Photoshop

Bilder auswählen und Bearbeiten – Ebenen automatisch überblenden

Anschliessend öffnet sich ein zusätzliches Fenster mit dem Titel Ebenen automatisch überblenden. Hier wählen Sie die Option Bilder stapeln und bestätigen Ihre Auswahl mit OK.

Dialogfenster Ebenen automatisch überblenden in Photoshop

Das Zusammenfügen der Ebenen kann, je nach Leistung des Computers, einige Zeit in Anspruch nehmen. Photoshop analysiert die vorliegenden Ebenen auf Gemeinsamkeiten und gleicht sie miteinander ab. Im Anschluss werden dann die fokussierten Bereiche der einzelnen Ebenen herausgestellt und jeweils miteinander verbunden. Am Ende des Prozesses steht ein Fotomotiv, welches über den gesamten Bereich scharf abgebildet wird.

Ergebnis des Focus Stackings

Fazit

Focus Stacking bietet die Möglichkeit, mehrere unterschiedlich fokussierte Bilderreihen zu einem einzelnen scharfen Bild zusammenzufügen. Besonders beliebt ist diese Vorgehensweise im Bereich der Makrofotografie, da es hier teilweise trotz kleiner Blende und hoher Schärfentiefe nicht gelingt, alle gewünschten Bereiche des Motivs scharf darzustellen. Angewandt werden kann Focus Stacking jedoch auch in anderen Bereichen, wie etwa der Landschaftsfotografie. Zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren gehören, wie so häufig, die richtige Vorbereitung und viel Geduld. Mit Hilfe modernster Bildbearbeitungssoftware lassen sich Bilderreihen letztlich in wenigen Handgriffen zu einem scharfen Bild zusammenfügen.

Fraumünster Kirche in Zürich in den Abendstunden

Sehenswürdigkeiten ohne Menschen fotografieren

Egal ob als Laie, Hobby- oder Profifotograf, Sie kennen es alle: Durch die perfekt in Szene gesetzte Landschaft oder Touristenattraktion läuft plötzlich eine Gruppe Menschen und ruiniert das Bild. Auch wenn die Einbindung von Locals gerade in der Reisefotografie beliebt ist, passen sie nicht in jedes Motiv. Besonders auf grosse Gruppen von Touristen an bekannten Sehenswürdigkeiten würde man im Foto gern verzichten. Bei historischen Denkmählern und Bauten geben die modern gekleideten Personen einen sehr starken Kontrast und lenken vom malerischen Motiv ab.

Wir zeigen Ihnen Tricks und Tipps, wie Sie in Zukunft menschenleere Motive einfangen können – auch wenn eigentlich viele Menschen unterwegs sind.

Tricks für Unterwegs – Stosszeiten meiden

Zunächst einmal gibt es die allgemeinen kleinen Tricks ohne extra Technik. Gerade bei Aufnahmen an touristischen Sehenswürdigkeiten sollten Sie die Tageszeiten beachten, um Menschenmassen zu vermeiden. Wer also früh am Morgen oder genau zur Mittagszeit vor Ort ist, kann Stosszeiten umgehen. Google bietet inzwischen kleine Statistiken über die Besuchszahlen im Tagesverlauf für verschiedene Orte an.

Möchten Sie nicht nur die Landschaft, sondern auch z.B. den Reisepartner als Erinnerung festhalten, so können Sie ihn so platzieren, dass er andere Menschen, Gruppen, Wege oder Ein- und Ausgänge im Hintergrund verdeckt.

An manchen Orten hilft allerdings keiner dieser Tricks, dann kann immer noch die Technik im Nachgang einiges richten.

Technische Lösungen – Filter und Fotobearbeitung

Gerade grosse Attraktionen sind zu jeder Tages- und Nachtzeit überfüllt und es wird sehr schwer, mit den gängigen Tricks das gewünschte Foto zu erzielen. Auch in Städten oder bei Architekturmotiven wird es unmöglich sein, menschenleere Momente abzupassen. Hierfür gibt es technische Lösungen die aus finanzieller sowie handwerklicher Sicht für den Laien wie auch für den Profi geeignet sind.

Graufilter und lange Belichtungszeit

Bewegen sich die störenden Objekte in ihrem Motiv, so können Sie diese mit Hilfe eines Graufilters und einer Langzeitbelichtung entfernen. Ein Graufilter, auch ND-Filter genannt, ist ein stark getöntes Glas, das vor das Kameraobjektiv angebracht wird. Die Anbringung variiert je nach Modell von Schraubaufsätzen über Steckvorrichtungen bis hin zu magnetischen Systemen. Er ist in verschiedenen Tönungsstärken erhältlich. Die Hersteller geben die Stärke des Filters in Blenden gerechnet oder in einem Belichtungszeitfaktor an. Es ist dabei von grossem Vorteil, zwei unterschiedliche Filter in seiner Ausstattung zu haben, da man somit eine grössere Bandbreite abdeckt und auch meist beide kombinieren kann.

 

Die Londoner Tower Bridge – durch die lange Belichtung verschwimmen die sich bewegenden Menschen 

Haben Sie Ihr Motiv gefunden, bauen Sie zunächst Ihre Kamera auf ein Stativ auf. Nun messen Sie ohne Graufilter die benötigte Belichtung für die Szene und entnehmen dann die für die Graufilter-Aufnahme einzustellende Belichtungszeit der spezifischen Korrekturtabelle. Bringen Sie den Graufilter an und stellen Sie den Fokus und die Belichtungszeit manuell ein. Durch die lange Belichtungszeit verschwimmen alle sich bewegenden Objekte im Bild, bis sie nicht mehr zu erkennen sind.

Serienfotos und Stapelmodus mit Photoshop & Co.

Es gibt eine weitere technische Lösung, die mit jeder Kamera, die sich manuell einstellen lässt, zum gewünschten Ergebnis führt. Hierfür benötigen Sie lediglich ein Stativ und eine Fotosoftware wie beispielsweise Adobe Photoshop.

Nehmen Sie vom gewählten Motiv eine deckungsgleiche Serie von mindestens drei Bildern auf. Dazwischen sollte ein wenig Zeit vergehen, damit die Menschen im Motiv sich bewegen und jeder Teil des gewünschten Motivs einmal ohne Personen abfotografiert wurde. Bei sehr belebten Plätzen sollten Sie vorsichtshalber weit mehr als drei Bilder machen. Stellen Sie Fokus, Weissabgleich, Blende und Verschlusszeit manuell ein, um jede Aufnahme mit den gleichen Einstellungen vorzunehmen. Das Ergebnis ist eine Bildserie auf denen die Menschen an verschiedenen Stellen im Motiv sind.

Die Nachbearbeitung erfolgt im Photoshop in nur 3 Schritten:

  1. Öffnen Sie die Fotos als mehrere Ebenen einer Datei.
  2. Markieren Sie alle Ebenen und gehen unter Menü à Ebene à Startobjekte à in Smartobjekt konvertieren (Sie erkennen die Konvertierung an dem kleinen Symbol in der Miniaturansicht)
  3. Wählen Sie im Menüpunkt Ebene à Smartobjekte à Stapelmodus à Median

Photoshop ermittelt aus allen Ebenen jene Pixel, die am häufigsten auftreten und fügt sie zu einem Bild zusammen. Somit verschwinden die sich bewegenden Menschen aus dem Bild, da sie nur in einer Ebene die Pixel des gewünschten Motivs blockiert haben. Um das Bild anschliessend weiter zu bearbeiten, empfehlen wir Ihnen, das erzielte Smartobjekt zu kopieren und unter dem Menüpunkt Ebene à Smartobjekt à Rastern zu rastern.

Das Naturdenkmal Stonehenge in England ohne die üblichen Touristenmassen

Neben Photoshop gibt es einige andere, zum Teil kostenfreie Alternativen, die die entsprechende Bearbeitung ermöglichen. Für Mac Anwender ist Affinity zur kostengünstigen Photoshop-Alternative geworden. Als kostenfreie Variante ist Gimp ausserdem zu empfehlen. Für alle Varianten gibt es Step-by-Step Anleitungen auf den entsprechenden Webseiten der Softwares.

Alternative Vorgehensweise

Sollten Sie den Stapelmodus nicht nutzen können, fügen Sie mindestens zwei Fotos der Reihe jeweils als Ebenen in Ihrem Fotobearbeitungsprogramm ein. Legen Sie das Foto mit dem unerwünschten Objekt über das andere und nutzen Sie den Radierer, um das Objekt zu entfernen und die Ebene mit dem erwünschten Bildbereich freizulegen. Beim Exportieren werden die Ebenen einfach als ein Bild wieder zusammengeführt. Dieses Vorgehen eignet sich allerdings nur dann, wenn nur relativ wenige Personen retuschiert werden müssen.

Waldpilze Header mit Wilber

Bilder Komprimieren mit GIMP

Webseiten sollen möglichst positive Nutzererlebnisse hervorrufen. Neben der einwandfreien Funktionalität sorgen anschauliche Inhalte dafür. Anschauungsmaterialien wie Bilder und Grafiken bleiben den meisten Betrachtern besser im Gedächtnis als reiner Text. Ob es sich nun um einen privaten Blog handelt, um Social Media oder andere Anwendungen: Mit der digitalen Kamera aufgenommene Bilder sind meist zu gross, um direkt ins Netz geladen zu werden,

In unserem kleinen Tutorial möchten wir Ihnen zeigen, wie Sie Bilder komprimieren und damit für das Web aufbereiten. Viele Webseitenbetreiber denken dabei sofort an Photoshop. Allerdings lassen sich Bilder auch sehr schnell und unkompliziert mit dem kostenlosen und freien Grafikprogram GIMP (GNU Image Manipulation Program) komprimieren. Die Software steht für macOS, Windows und Linux zur Verfügung.

Die folgende Anleitung zeigt eine Bildkomprimierung unter Verwendung von GIMP und dem Plug-In «Save for Web».

Wenn Sie auf die Bilder klicken, erhalten Sie eine grössere Auflösung des Bildes, um mehr zu erkennen.

1.      Das «Save for Web»-Plug-In herunterladen und installieren

Bevor wir beginnen, wird ein Plug-In benötigt. Dieses können Windows-User auf der gimp.org-Webseite als ZIP (save_for_web_0.28.6_win32.zip) herunterladen. Das entpackte Archiv enthält eine .exe-Datei, die in das Verzeichnis C:\Users\«Ihr_Benutzer»\.gimp-2.8\plug-ins kopiert werden muss. «User» kann unter Umständen «Benutzername» lauten. Ansonsten kann das richtige Verzeichnis auch einfach über das Suchfeld oben rechts gefunden werden. Dazu einfach den lokalen Datenträger (C:) anwählen und nach «.gimp-2.8\plug-ins» suchen.

Linux-User öffnen einfach den Terminal und geben « sudo apt-get install gimp-plugin-registry » ein.

Nach dem Starten von GIMP ist das Plug-In «Save for Web» unter «Datei» finden.

2.      Das Originalbild

Das unkomprimierte Originalbild

Das Originalbild besitzt eine Auflösung von 5184 x 3456 Pixeln bei 300dpi und 24-bit Farbtiefe. Die Auswertung des Histogramms ergibt, dass das Farbbild hauptsächlich aus roten und grünen Farbtönen besteht und der blaue Anteil verhältnismässig gering ausfällt. Mit allen Informationen weisst das Originalbild trotzdem eine Dateigrösse von über 14 MB auf.

Damit eignet sich die Datei vielleicht für den Druck, aber nicht als Bildmaterial für eine Webseite. Als Webseitenbetreiber sollte man darauf achten, das mobile Datenvolumen der Smartphone-User zu schonen, da bereits über die Hälfte der Internet-User mobil surfen.

3.      Das «Save for Web»-Plug-In benutzen

Wir möchten das Originalbild komprimieren und öffnen es mit GIMP. Als nächstes soll das vorher installierte Plug-In zum Einsatz kommen.

Save for Web Plug-In unter Datei

 

Anders als erwartet, zeigt sich kein Dialog in dem Einstellungen vorgenommen werden können. Stattdessen erschient am unteren Rand folgende Fehlermeldung:

Save for Web Plug-In Fehler

4.      Das Bild skalieren

Offensichtlich kann das Plug-In mit der Dateigrösse von 14 MB nicht umgehen. Nun gibt es zwei Wege, an der Grösse eines Bildes zu feilen. Entweder die Auflösung wird geändert oder die Qualität herabgesenkt. Wir entscheiden uns letzten Endes für beides, beginnen aber bei der Auflösung. Unser Bild besitzt ein für Webseiten optimales Seitenverhältnis von 3:2. Das möchten wir beibehalten, skalieren das Bild nun aber. Dazu klicken wir in der Menüleiste auf «Bild» und «Bild skalieren».

Bilder skalieren mit GIMP

Folgendes Fenster sollte sich öffnen:

Bilder skalieren mit GIMP - Dialogfenster

In diesem Dialogfenster werden die von uns benötigten Werte eingetragen. Die neue Breite unseres Bildes soll nur noch 1020px betragen. Die Höhe wird automatisch angepasst, insofern die Klammer rechts neben den Feldern zusammensitzt. Damit bleibt das Verhältnis proportional. Die Auflösung sollte auf jeweils 150 Pixel/in herabgesetzt werden.

Bilder skalieren mit GIMP - Dialogfenster mit angepassten Parametern

5.      Die Bildqualität anpassen

Würden wir das komprimierte Bild so speichern, betrüge seine Dateigrösse immer noch über 500 KB – für mobiles Surfen viel zu gross.

Da wir an der Bildgrösse nichts mehr ändern wollen, wird das Hauptaugenmerk nun der Bildqualität gewidmet. Jetzt verwenden wir das „Save for Web»-Plug-In. Unter «Datei» finden wir den Eintrag, klicken darauf und es öffnet sich das folgende Dialogfenster:

Oberfläche vom Save for Web GIMP-Plug-In

An der linken Seite befinden sich verschiedene einstellbare Parameter. Fotografien/Bilder sollten generell im .jpg-Format gespeichert werden, da es ein vergleichsweise gutes Kompressionsniveau ermöglicht. Das .png-Dateiformat empfiehlt sich bei Grafiken und Logos.

Der Button für die Qualität wird so weit nach links geschoben, wie die Bildqualität noch vertretbar ist. Allerdings sollte hier differenziert werden. Webseiten von Fotografen beispielsweise definieren sich über die Bilder, weswegen die Bildqualität nicht zu sehr heruntergeschraubt werden darf.

Im unteren Bereich des Fensters kann die Dateigrösse abgelesen werden. Die beiden folgenden Bilder zeigen den Qualitätsunterschied zwischen 100 KB und 50KB.

GIMP Screenshot Save for Web 100kb Bildkomprimierung

GIMP Screenshot Save for Web 100kb Bildkomprimierung

GIMP Screenshot Save for Web 50kb Bildkomprimierung

GIMP Screenshot Save for Web 50kb Bildkomprimierung

Deutliche Qualitätsverluste sind vor allem an feinen Linien zu erkennen. Im unteren Bild sind Pilzkopf und Regentropfen deutlich verpixelt. Diese sogenannten Blockartefakte treten immer dann auf, wenn ein .jpg-Bild zu stark komprimiert wird.

6.      Das Ergebnis der Bildkomprimierung mit GIMP

Bei einer Auflösung von 1020 x 680 Pixeln haben wir uns im Endeffekt für eine Bildqualität entschieden, bei der die Dateigrösse nur noch etwa 120 KB beträgt. Diese Bildkompression ist der optimale Kompromiss zwischen Dateigrösse und Bildqualität.

GIMP Screenshot Save for Web 120kb Bildkomprimierung

Vergleichen Sie die Bildqualität mit dem 1. Bild des Artikels (Originalbild).