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makroaufnahme pilz

Hilfsmittel in der Makrofotografie – Nahlinse & Co.

In der Fotografie gibt es vielerlei Objektive für verschiedene Einsatzzwecke. Der Nachteil: Sie sind in ihrer Anschaffung meist sehr kostenintensiv. Auch bei der Mitnahme mehrerer Objektive benötigen diese viel Platz im Gepäck. Um beiden Nachteilen aus dem Weg zu gehen, gibt verschiedenes Objektiv-Zubehör. In der Makrofotografie besteht durch Nahlinse, Zwischenring, Umkehrring und Kupplungsring die Möglichkeit, mit einfachen und kostengünstigen Mitteln den Ergebnissen eines Makroobjektives näher zu kommen.

Wie diese eingesetzt werden und welchen Unterschied es zwischen Nahlinse, Zwischen-, Umkehr- und Kupplungsring gibt, erfahren Sie hier.

Die Nahlinse in der Makrofotografie

Die erste Möglichkeit, ein handelsübliches Objektiv in ein Makroobjektiv zu verwandeln, bietet die Nahlinse. Diese wird mit Hilfe eines Gewindes vorne auf das Objektiv aufgeschraubt und wirkt wie eine Lupe. Die Nahlinse muss zum Objektiv passen, achten Sie beim Kauf auf Kompatibilität. Des Weiten haben Nahlinsen an der Aussenseite ein Gewinde, um andere Hilfsmittel wie Filter aufnehmen zu können.

Die Stärke einer Nahlinse wird in Dioptrien gemessen, sie ist in verschiedenen Stärken erhältlich. Hierbei gilt, desto höher die Dioptrien, umso höher ist der Vergrösserungseffekt. Der beste Effekt kann mit einem Standardzoom- oder einem Telezoomobjektiv erzielt werden. Auch hier gilt, desto grösser die Brennweite, umso stärker ist der Effekt.

Eine besonders flexible Nahlinse stellen Makro-Vorsätze von der Marke Raynox dar. Diese werden nicht direkt auf das Objektiv geschraubt, sondern durch einen Schnappadapter an das Objektiv angebracht. Dieser Schnappadapter lässt sich im Gegensatz zur Nahlinse, welche den konkreten Durchmesser des Objektives haben muss, bei verschiedenen Objektivgrössen verwenden. Der Makro-Vorsatz besteht nicht nur aus einer, sondern aus drei Linsen, welche aus optischem Glas bestehen. Diese drei Linsen garantieren eine höhere Abbildungsleistung im Vergleich zu herkömmlichen Nahlinsen. Dennoch ist zu beachten, dass es bei Objektiven mit einem grossen Durchmesser zu einer Vignettierung kommen kann. Diese kann jedoch durch leichtes Zoomen verschwinden.

Raupe an einem Ast

 

Sowohl die Nahlinse als auch der Makrovorsatz ermöglichen meist nur einen relativ kleinen Bereich, der scharf abgebildet wird. Deshalb sollte die Blende weit geschlossen werden, um eine grössere Schärfenebene zu erreichen. Aus der geschlossenen Blende resultieren hohe Belichtungszeiten, wodurch der Einsatz eines Stativs mehr als sinnvoll ist. Des Weiteren kann ein Blitzgerät für ein höheres Lichtaufkommen sorgen.

Der Zwischenring für Makrofotos

Im Unterschied zur Nahlinse wird der Zwischenring, wie der Name schon sagt, zwischen dem Body und dem Objektiv angebracht. Durch die Verlängerung des Objektives wird die Naheinstellgrenze verringert. Dies bedeutet, dass das Objektiv näher am Motiv platziert werden kann.

Hierbei gibt es automatische und manuelle Zwischenringe. Bei den automatischen Zwischenringen bleibt die Kommunikation zwischen Body und Objektiv bestehen und die Kamera ist in all ihren Funktionen bedienbar. Allerding ist der automatische Zwischenring in seiner Anschaffung kostenintensiver als der manuelle. Beim manuellen Zwischenringen wird der Stromfluss, und somit die Kommunikation zwischen Body und Objektiv, unterbrochen. Das heisst, die Kamera sollte bereits vor der Montage des manuellen Zwischenrings eingestellt werden, da es danach nur noch manuell möglich ist.

Da der Zwischenring einiges an Licht verschlingt, hilft es, die Blende weit zu öffnen. Die besten Ergebnisse erzielt dabei ein Weitwinkelobjektiv.

Abgesehen von der Kommunikation bringt der Zwischenring den Nachteil, dass die Kamera nah am Objekt positioniert werden muss, um zu fokussieren. Dies ist vor allem bei lebenden Objekten wie Kleintieren und Insekten ungünstig, da diese durch die Nähe verschreckt werden könnten.

Drei Fotografien einer Muschel ohne Zwischenring und mit zwei unterschiedlichen Zwischenringen

In dieser Abbildung sehen Sie eine Muschel, die in drei unterschiedlichen Varianten abgelichtet wurde. Alle drei Aufnahmen wurden mit einem Canon EF  24-105 1:4L IS USM Objektiv, Blende f11, ISO 500 und einer Brennweite von 105 mm aufgenommen. Das erste Bild links zeigt eine Aufnahme ohne Hilfsmittel. In der Mitte wurde ein Zwischenring der Grösse 21 mm und ganz rechts ein Zwischenring der Grösse 31 mm verwendet. Eine Vergrösserung und ein Herabsetzten der Naheinstellgrenze ist dabei klar zu erkennen. Jedoch zeigt sich auch der relativ kleine scharfe Bereich der Aufnahme.

 

Der Umkehrring macht ein Teleobjektiv zum Makroobjektiv

Mit einem Umkehrring, auch Retro-Adapter genannt, kann das Objektiv falsch herum an den Body geschraubt werden. Dadurch wird sowohl ein Vergrösserungseffekt erzeugt als auch die Naheinstellgrenze ausser Kraft gesetzt. Die Automatik zwischen Body und Objektiv wird wie beim Zwischenring unterbrochen, wodurch die Kamera nur noch manuell bedient werden kann. Um die automatische Steuerung weiterhin nutzen zu können, gibt es spezielle Umkehrringe, die aus zwei Komponenten bestehen. Die erste Komponente verbindet Body und Objektiv und die zweite wird auf das Ende des Objektives gesetzt. Diese beiden Komponenten sind durch ein Kabel miteinander verbunden, um die elektronische Kommunikation zu überbrücken. Auch hier ist die Anschaffung des automatischen Umkehrrings kostenintensiver als die eines manuellen.

Da auch der Umkehrring Licht verschluckt, bietet sich die am weitesten geöffnete Blende an. Zusätzlich kann viel Umgebungslicht für eine gute Belichtung sorgen. Auch der Umkehrring verlangt eine kleine Distanz zum Motiv, um fokussieren zu können.

Der Kupplungsring in der Makrofotografie

Der Kupplungsring stellt eine Kombination aus Zwischenring und Umkehrring dar. Durch diesen ist es möglich, zwei Objektive miteinander zu verbinden. Dabei bleibt das erste Objektiv wie gewohnt am Bajonett der Kamera befestigt. Ans Ende des Objektives wird der Kupplungsring aufgeschraubt. Dieser hat sowohl auf der Innen- als auch auf der Aussenseite ein Gewinde, sodass auf die Aussenseite des Ringes ein weiteres Objektiv in Retro-Stellung angebracht werden kann.

Bei der Verwendung eines Kuplungsrings werden die besten Ergebnisse mit einer Kombination aus einem Telezoomobjektiv und einem Weitwinkelobjektiv erzielt. Hierfür wird das Telezoomobjektiv normal am Bajonett befestigt und das Weitwinkelobjektiv in Retro-Stellung verwendet.

Tipp: Haben die beiden Objektive nicht den gleichen Durchmesser, so können Filteradapter diesen Unterschied überbrücken.

Mit der Verwendung eines Kupplungsrings kann ein hoher Abbildungsmassstab mit einer sehr guten Bildqualität erreicht werden.

Makroaufnahme von Tau auf einem Blatt

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Fazit

Werden alle Hilfsmittel betrachtet, ist die Nahlinse in ihrer Handhabung am einfachsten. Dadurch, dass diese nur auf das Objektiv aufgesetzt wird, bleiben alle Funktionen erhalten. Zwischen-, Umkehr- und Kupplungsring wiederum bieten einen höheren Abbildungsmassstab. Jedoch gewährleisten die günstigen Alternativen nur eine manuelle Bedienung der Kamera. Wer etwas tiefer in die Tasche greift, kann die Elektronik mit einem geeigneten Zwischen- oder Umkehrring überbrücken. Auch diese Varianten sind noch immer um ein vielfaches günstiger als ein Makroobjektiv.

Letztendlich sind alle Varianten dazu geeignet, dem Ergebnis eines Makroobjektives näherzukommen. An den Bereich Makrofotografie kann man sich so mit einfachen Mitteln herantasten, bevor die Entscheidung zu einer professionellen Makroausrüstung fällt.

Durch Focus Stacking geschärftes Motiv und ursprünglich unscharfes Motiv

Photoshop: Foto Stacking für durchgehend scharfe Bilder

Der Begriff Focus Stacking beschreibt eine Technik der Bildbearbeitung, bei der mehrere Bilder desselben Motivs miteinander verschmelzen. Unterschiedlich gewählte Fokuspunkte ermöglichen über weite Teile des Bildes eine scharfe Darstellung, wie sie normalerweise nicht möglich wäre.

Wir zeigen Ihnen, was Sie für die richtige Vorbereitung und Durchführung berücksichtigen sollten und wie die anschliessende Bildbearbeitung gelingt.

Vorbereitung – das Fotografieren

Eine gute Vorbereitung ist unerlässlich und steigert die Qualität der in der Bildbearbeitung erzielbaren Ergebnisse. Focus Stacking verlangt möglichst identische Bilderreihen. Die einzige Ausnahme hiervon stellt der jeweils unterschiedlich gewählte Fokus dar.

Aus diesem Grund sollte die DSLR-Kamera unbedingt auf einem Stativ befestigt werden. Ausserdem empfiehlt sich der Einsatz eines Fernauslösers, damit die Kamera nicht öfter als unbedingt nötig berührt werden muss. Damit Sie die Bilder später gut nachbearbeiten können, sollten Sie im Dateiformat RAW fotografieren.

Bei schlechten Lichtbedingungen und daraus folgend langen Belichtungszeiten können bereits geringste Erschütterungen zu unscharfen Aufnahmen führen. Aktivieren Sie daher in den Kameraeinstellungen die Spiegelvorauslösung. Der Spiegel klappt nun kurze Zeit vor der Aufnahme hoch und verursacht somit keine Erschütterungen mehr.

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Einflussfaktor, ist die Beleuchtung vor Ort. Wechselnde Beleuchtung wirkt sich negativ auf die Bilderreihen aus und erschwert das anschliessende Zusammenfügen. Achten Sie daher auf eine möglichst gleichbleibende Beleuchtung, unabhängig davon, ob Sie im Freien oder in geschlossenen Räumen fotografieren.

Weiterhin sollte ein geeignetes Motiv für das Foto-Shooting gewählt werden. Nach allgemeiner Auffassung eignet sich die Technik des Focus Stacking vor allem für den Bereich der Makrofotografie. Ohne Nachbearbeitung können die oftmals sehr detailreichen Motive, wie beispielsweise kleine Tiere oder Blumen, meist nicht in vollständig scharf abgebildet werden.

Jedoch können auch in der Landschaftsfotografie dank Focus Stacking ganze Bildbereiche in neuer Pracht erstrahlen. Wählen Sie Ihr Motiv unter dem Gesichtspunkt, dass es für die Dauer der Aufnahme unbewegt bleiben muss. In der Makrofotografie setzen einige Fotografen daher speziell präparierte Insekten ein.

Tipps für eine gelungene Durchführung

Übung macht den Meister

Für ein optimales Endergebnis sollten genügend Aufnahmen mit unterschiedlichen Fokusbereichen gemacht werden. Dabei ist es wichtig, dass in möglichst gleichmässigen Abständen fokussiert wird. Tasten Sie sich also langsam an Ihrem Motiv voran. Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, wie die Aufnahmen erstellt werden können.

  • Automatisches fokussieren
  • Manuelles fokussieren

Möchten Sie die Aufnahmen mit Hilfe des Autofokus machen, so sollten Sie nach Möglichkeit auf die Live View Funktion der Kamera zurückgreifen. Diese ermöglicht es, die Bildkomposition auf dem Display angezeigt zu bekommen und den Fokuspunkt bequem zu verschieben.

Alternativ können Sie das Fokussieren auch selbst übernehmen. Dazu schalten Sie am Objektiv einfach von Autofokus auf manuellen Fokus. Der fokussierte Bereich lässt sich hierbei mit dem Fokusring des Objektivs verlagern.

Unabhängig davon, für welche Art der Fokussierung Sie sich entscheiden, seien Sie im Umgang mit der Kamera behutsam. Jede noch so kleine Berührung könnte nämlich dazu führen, dass sich der Blickwinkel Ihrer Kamera ändert und sich die Aufnahmen somit unterscheiden. Achten Sie daher auf einen stabilen Stand des Stativs und eine feste Arretierung der Kamera. Fokussieren Sie auf den am nächsten gelegene Punkt des Motivs und arbeiten Sie sich langsam über mehrere Fokussierungsebenen nach «hinten» durch.

Nachbereitung und Zusammenfügen mit Focus Stacking Software

Sobald das gesamte Motiv abgelichtet wurde, können am Computer gegebenenfalls Änderungen an Belichtung, Kontrast und ähnlichen Parametern vorgenommen werden. Durchgeführt werden kann die Bildbearbeitung mit den meisten gängigen Fotobearbeitungssoftwares. Wichtig ist jedoch, dass jedes Bild dieselbe Korrektur erhält und es zu keinen Unterschieden untereinander kommt.

Bildbearbeitung mit Lightroom

In Lightroom können Wertkorrekturen zunächst für ein Bild vorgenommen und im Anschluss auf die übrigen Fotos der Reihe übertragen werden. Nehmen Sie hierzu die gewünschten Änderungen an einem beliebigen Bild vor. Im Anschluss wählen Sie sämtliche Bilder aus und drücken auf Synchronisieren. Es öffnet sich ein Dialogfenster, welches Sie mit OK bestätigen.

Bildwertkorrekturen in Lightroom und das Dialogfenster Synchronisieren in Lightroom

Belichtungs-, Kontrast- und Farbwerte anpassen und auf alle Bilder übertragen („synchronisieren“)

 

Wenn Sie mit dem Ergebnis der Bildbearbeitung zufrieden sind, öffnen Sie alle Bilder in Photoshop oder einer Bildbearbeitungssoftware mit ähnlichem Funktionsumfang. Als kostenlose Alternative zu Photoshop empfiehlt sich etwa das Focus Stacking Programm CombineZp, mit dem sich einzelne Bilder automatisch zusammenfügen lassen.

Das Dialogfenster Synchronisieren in Lightroom

Stapelung in Photoshop

Als nächstes wählen Sie dann alle Ebenen aus und drücken auf Bearbeiten – Ebenen automatisch überblenden.

Für den weiteren Verlauf müssen nun sämtliche Bilder als Ebenen übereinandergelegt werden.

Einfügen mehrerer Bilder in Photoshop und anschliessende Stapelung

Einzelne Bilder als Ebenen in ein Dokument einfügen

 

Auswahl und Zusammenfügen mehrerer Ebenen in Photoshop

Bilder auswählen und Bearbeiten – Ebenen automatisch überblenden

Anschliessend öffnet sich ein zusätzliches Fenster mit dem Titel Ebenen automatisch überblenden. Hier wählen Sie die Option Bilder stapeln und bestätigen Ihre Auswahl mit OK.

Dialogfenster Ebenen automatisch überblenden in Photoshop

Das Zusammenfügen der Ebenen kann, je nach Leistung des Computers, einige Zeit in Anspruch nehmen. Photoshop analysiert die vorliegenden Ebenen auf Gemeinsamkeiten und gleicht sie miteinander ab. Im Anschluss werden dann die fokussierten Bereiche der einzelnen Ebenen herausgestellt und jeweils miteinander verbunden. Am Ende des Prozesses steht ein Fotomotiv, welches über den gesamten Bereich scharf abgebildet wird.

Ergebnis des Focus Stackings

Fazit

Focus Stacking bietet die Möglichkeit, mehrere unterschiedlich fokussierte Bilderreihen zu einem einzelnen scharfen Bild zusammenzufügen. Besonders beliebt ist diese Vorgehensweise im Bereich der Makrofotografie, da es hier teilweise trotz kleiner Blende und hoher Schärfentiefe nicht gelingt, alle gewünschten Bereiche des Motivs scharf darzustellen. Angewandt werden kann Focus Stacking jedoch auch in anderen Bereichen, wie etwa der Landschaftsfotografie. Zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren gehören, wie so häufig, die richtige Vorbereitung und viel Geduld. Mit Hilfe modernster Bildbearbeitungssoftware lassen sich Bilderreihen letztlich in wenigen Handgriffen zu einem scharfen Bild zusammenfügen.

Blaue Blume – Makrofotografie mit dem Smartphone

Makrofotografie mit dem Smartphone

In vielen Bereichen der Fotografie, besonders im Alltag und in spontanen Situationen, wurde die Kamera durch das Smartphone abgelöst. Hochwertige Spiegelreflexkameras haben vor allem in eher künstlerischen Bereichen weiterhin einen grossen Qualitätsvorsprung. Geht es in den Bereich der Makrofotografie, sollen also Tiere, Blumen und andere kleine Gegenstände ganz nah aufgenommen werden, gelangt die Kamera des Smartphones an ihre Grenzen. Glücklicherweise gibt es auch für dieses Problem Hacks und Gadgets, mit denen Sie auch mit dem Smartphone Makroaufnahmen machen können.

Allgemeine Tipps für Makroaufnahmen

Entfernung zum Objekt

Bei Makrofotos handelt es sich um Nahaufnahmen. Insbesondere mit dem Smartphone muss man sehr nahe an das Objekt herangehen. Versuchen Sie es mit einem Abstand von etwa 2 – 7 cm und fokussieren Sie Ihr Motiv oder den Bereich, den Sie scharf abbilden möchten. Da Smartphones unterschiedliche Naheinstellgrenzen haben, müssen Sie den Abstand eventuell vergrössern oder verkleinern.

AE/AF Sperrfunktion

Diese Funktion ist bei der Makrofotografie wichtig, damit Sie den Fokus nicht verlieren, wenn Sie weitere Einstellungen vornehmen. Ist die AE/AF Sperrfunktion aktiviert, bleiben Fokus und Belichtung unverändert.

Beim iPhone müssen Sie dafür nur mit Ihrem Finger den Screen solange an der Stelle berühren, die Sie fokussieren möchten, bis das Fotokreuz pulsiert. Nehmen Sie anschliessend den Finger vom Display, ist die AE/AF Sperre aktiviert.

AE/AF Sperrfunktion des iPhones

Schärfentiefe nutzen

Durch die Nähe zum Motiv entsteht bei Makroaufnahmen eine geringe Schärfentiefe. Der Hintergrund und auch vordere Bereiche, die nicht fokussiert werden, verschwimmen in Unschärfe. Sie können mit dem Smartphone jedoch nicht wie bei einer Spiegelreflexkamera die Schärfentiefe mit einer optimalen Kombination aus Blende, Brennweite und Entfernung zum Motiv regulieren.

Beim Smartphone kann lediglich die Entfernung zum Motiv bestimmt werden. Je näher Sie an das Motiv herangehen, desto geringer wird die Schärfentiefe. Nutzen Sie diesen Effekt: Wenn das fokussierte Objekt vor einem unscharfen Hintergrund deutlicher hervortritt, entsteht eine ausdrucksstarke Bildwirkung.

Makroaufnahme eines Fliegenpilzes: Vorder- und Hintergrund sind unscharf, der mittlere Bildausschnitt ist fokussiert

Vorder- und Hintergrund sind unscharf, der mittlere Bildausschnitt ist fokussiert

Wackelfreie Aufnahmeposition

Gerade bei der Makrofotografie führt die kleinste Bewegung beim Auslösevorgang zur Unschärfe. Eine feste Unterlage zum Stabilisieren der Hände oder zum Abstellen des Smartphones kann Verwacklungen vermeiden.

Es gibt auch spezielle Stative für Smartphones, die sich leicht aufstellen oder an beliebigen Gegenständen befestigen lassen.

Licht

Achten Sie auch bei Makrofotos darauf, dass sie die Lichtquelle nicht verdecken, wenn sie an das Objekt herangehen. Es sollte so viel Licht wie möglich auf das Motiv fallen.

Makroobjektive für das Smartphone

Das Makroobjektiv sorgt dafür, dass der Abbildungsmassstab, also das Verhältnis zwischen tatsächlicher Grösse des Objektes zur Grösse der Abbildung auf dem Fotosensor, möglichst gross wird. Dafür wird der Abstand zwischen Objektiv und Sensor vergrössert. Dieser Grundsatz gilt sowohl für Makroobjektive grosser Kameras als auch für Makrolinsen für Smartphones.

Es gibt spezielle Makroobjektive für Smartphones, die mit Klemme, Magnet, Gummiband oder selbstklebendem Metallring auf der Kamera des Telefons befestigt werden. Diese Makro- oder Nahlinsen für Smartphones sind wesentlich kleiner und auch preisgünstiger, als etwa die Modelle für Spiegelreflexkameras. Je nach Qualität der Linsen gibt es bereits Linsensets (beispielweise in Kombination mit Fisheye-Linsen) ab ca. 20 CHF. Nicht alle Linsen sind für alle Smartphone-Modelle geeignet, entsprechend sollte man beim Kauf auf Kompatibilität der Halterung mit dem Smartphone achten.

Smartphone / iPhone mit Makroobjektiv und Clip.

Die Linse wird dann am Smartphone befestigt und so ausgerichtet, dass keine Ränder mehr im Bild zu sehen sind. Mit solchen Makrolinsen muss man sehr nah an das zu fotografierende Objekt herankommen, sie eignen sich also vor allem für eher langsame oder unbewegte Objekte.

DIY-Makroobjektive

Wenn Sie nicht in spezielle Smartphone-Linsen investieren wollen, gibt es ein paar Hacks, um Alternativen beispielsweise aus alten ausgedienten Linsen zu bauen.

Upcycling-Linsen

Um ein eigenes Objektiv zu basteln, benötigen Sie vor allem eine Linse, mit der ein Lupeneffekt erzeugt werden kann. Dazu müssen Sie eine Linse aus einem alten CD-Player oder DVD-Laufwerk, einem Laserpointer oder einer alten Einwegkamera ausbauen. Die Linse befestigen Sie auf dem Objektiv der Smartphone-Kamera. Dazu benötigen Sie eine Haarklammer und einen Klebestreifen. Sie können auch aus einem Weitwinkelobjektiv für eine Spiegelreflexkamera die Makrolinse ausbauen und mit einer Klammer am Smartphone befestigen.


Der Wassertropfen

Wasser auf das Smartphone? Da es nur ein einzelner Tropfen ist, sollte das Gerät keinen Schaden nehmen. Sie können eine Pipette benutzen, um genau einen Wassertropfen vorsichtig auf das Objektiv der Kamera zu platzieren. Der Wassertropfen funktioniert wie eine Linse und erzeugt demnach einen Lupeneffekt. Durch die Oberflächenspannung bleibt der Tropfen auf dem Objekt und Sie können loslegen.

Einstellung auf Zeitautomatik – Modusrad auf Av

DSLR – Fotografieren mit der Zeitautomatik (A/Av-Mode)

Die Zeitautomatik stellt eine praktische Alternative zur Vollautomatik oder Programmautomatik dar, mit welcher gezielt die Tiefenschärfe kontrolliert werden kann. Durch das automatische Anpassen von nur ein bis zwei Parametern an die manuelle Blendeneinstellung bietet dieser Modus viel kreativen Spielraum für den Fotografen.

Die Zeitautomatik ist auf dem Modusrädchen je nach Kamera mit A oder Av gekennzeichnet, was für Aperture Priority bzw. Aperture-Value-Modus steht und Blendenpriorität bedeutet. Durch das ähnliche Symbol wird der Av-Modus manchmal mit dem Vollautomatikmodus verwechselt. Um eine Verwechslung zu vermeiden, zeigen viele Kameras bei der Auswahl eines Modus einen kurzen Hilfetext an, der die Kernfunktion des Programms erklärt. Der Automatikmodus ist mit «AUTO» oder einer grünen Box mit einem «A» gekennzeichnet. Weiterhin steht P für Programmautomatik, S (Tv) ist die Shutter Priority = Verschlusspriorität bzw. Blendenautomatik, M bezeichnet den manuellen Modus.

Im Av-Modus legt der Fotograf den Blendenwert fest, an welchen die Kamera dann automatisch die Belichtungszeit und je nach Kamera auch den ISO-Wert anpasst. Durch das Festlegen des Blendenwerts kann der Fotograf gezielt die Schärfentiefe steuern, ohne die jeweils passende Verschlusszeit wählen oder austesten zu müssen. Insbesondere in der Portraitfotografie oder bei Motiven mit unruhigem Hintergrund kommt die Zeitautomatik oft zum Einsatz, da beim Einstellen eines geringen Blendenwerts das Motiv im Vordergrund scharf hervortritt, während der Hintergrund leicht verschwimmt.

Hilfstexte bei der Auswahl des Modus und der Blendenwerten

Wie ist die Zeitautomatik einzustellen und was ist dabei zu beachten?

Um im Av-Modus zu fotografieren, müssen Sie zunächst das Modusrädchen auf A oder Av stellen. Sobald Sie die Zeitautomatik eingestellt haben, erscheint im Display die aktuelle Blendenzahl, welche Sie nun je nach gewünschter Schärfentiefe weiter öffnen oder schliessen können. Je grösser die Blendenzahl, desto grösser die Schärfentiefe. Mit einem kleinen Blendenwert können Sie den Hintergrund verwischen lassen und den Vordergrund schärfen.

Wenn Sie den Auslöser halb heruntergedrückt haben, startet die Kamera die Belichtungsmessung und zeigt die berechnete Verschlusszeit und gegebenenfalls den passenden ISO-Wert an.

Für die optimale Schärfentiefe Ihres Motivs sollten Sie verschiedene Blendenwerte ausprobieren. Beim Kontrollieren der Aufnahmen sollten Sie beachten, dass die Vorschau auf dem Display eine verkleinerte Version des aufgenommenen Fotos zeigt, wodurch die Schärfe und Bildqualität in der Vorschau vom tatsächlichen Bild abweichen kann. Das tatsächliche Ergebnis kann meist erst auf dem Rechner oder nach dem Entwickeln der Fotos beurteilt werden.

Vergleichsbild mit 2 verschiedenen Blendenwerten

Vergleich – Links im Av Mode mit F 1.8 und rechts im Av Mode mit F 22

Was sind mögliche Fehler und wie können diese behoben werden?

Häufige Fehler bei der Zeitautomatik sind Über- oder Unterbelichtung der Aufnahmen durch eine zu weit geschlossene oder geöffnete Blende. Beim Blick durch den Sucher der Kamera ist der Bildeffekt, der durch die vorgenommenen Einstellungen erzielt wird, meist nicht sichtbar. So können Sie anhand des Suchers die später entstehende Schärfentiefe oder eventuelle Belichtungsfehler leider nicht abschätzen und das Motiv wirkt durch den Sucher meist heller als es mit der eingestellten Blendenzahl sein sollte. Einige Spiegelreflexkameras verfügen über eine Abblendtaste, die der Kontrolle der Schärfentiefe beim eingestellten Blendenwert dient. Durch Betätigen der Taste beim Blick durch den Sucher wird auf den eingestellten Wert abgeblendet und die Kontrolle der Schärfentiefe und die kreative Gestaltung des Bildes erleichtert.

Da der A/Av-Modus die Belichtungszeit automatisch berechnet, werden Warnungen angezeigt, sobald die erforderliche Anpassung die technischen Kapazitäten der Kamera übersteigt. Beginnt die Verschlusszeit neben der eingestellten Blende rot zu blinken, sollten Sie die Blende oder wenn möglich den ISO-Wert verändern, da das Foto andernfalls über- oder unterbelichtet werden könnte. Ist die Blende zu weit geöffnet, blinkt die kürzeste Verschlusszeit und warnt vor einer Überbelichtung des Bildes. Wenn die längste Verschlusszeit blinkt, ist der Blendenwert zu gering und das Bild wird unterbelichtet. Falls möglich können Sie dies mit einem höheren ISO-Wert ausgleichen oder indem Sie die Blende weiter öffnen.

Des Weiteren ist zu beachten, dass die Zeitautomatik oder auch Blendenpriorität sich nur auf den Blendenwert, die Verschlusszeit und je nach Kameratyp auf den ISO-Wert bezieht. Bevor Sie im A/Av-Modus fotografieren, sollten Sie daher auch andere Einstellungen wie die Belichtungskorrektur und die Bildqualität kontrollieren und gegebenenfalls an die Aufnahmebedingungen anpassen.

Fazit

Die Zeitautomatik oder auch Blendenpriorität ist ein kreativer Modus, bei welchem die Blende als Hauptgestaltungsmittel zum Einsatz kommt. Mit dem gezielten Einfluss auf die Schärfentiefe des Fotos kann der Fotograf eine bestimmte Bildwirkung erzielen. So kann etwa ein Portrait vor unruhigem Hintergrund wie einer belebten Strasse scharf hervorgehoben werden. Auch für schöne Makroaufnahmen, beispielsweise von Pflanzen, Insekten oder kleinen Objekten mit verschwommenem Hintergrund eignet sich der A/Av-Modus hervorragend. Durch die automatische Anpassung der Belichtungszeit kann auch bei sich ändernden Aufnahmebedingungen die gewünschte Tiefenschärfe erzielt werden, während dennoch ausreichend Spielraum für verschiedene Einstellungsmöglichkeiten bleibt.

Insekten fotografieren - Makroaufnahme einer Biene

Insekten fotografieren – Makrofotografie in freier Natur

Neben Blüten, Pflanzen und anderen detailreichen Gegenständen sind Insekten in der Makrofotografie ein beliebtes Motiv, wenn auch nicht das einfachste. Hier finden Sie 7 hilfreiche Tipps, damit Ihnen das Fotografieren von Insekten leichter fallen wird.

Tipp 1: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Wenn man über den Tag hinweg Insekten beobachtet, fällt einem schnell auf, dass diese sehr sprunghaft sind. Ob Fliegen, Bienen, Hummeln oder Wespen, sie fliegen permanent von Ort zu Ort. Doch diese ständige Bewegung erschwert den Weg für eine gelungene Aufnahme.

Die Lösung hierfür ist die Morgendämmerung: Bevor die Sonne richtig aufgegangen ist, befinden sich die meisten Insekten noch regungslos und mit Tau bedeckt in Ihrer Ruhephase. Dann halten sie ausnahmsweise auch still.

Tipp 2: Ruhe und Geduld

Bei einer Makroaufnahme von Insekten ist es sehr wichtig, ein ruhiges Händchen zu bewahren. Ob in der Morgendämmerung, wo die Insekten noch sehr ruhig sind, oder am Tag: Insekten reagieren sehr sensibel auf Bewegungen und Geräusche. Demnach ist es nicht ratsam, dem Insekt schnell und unüberlegt mit der Kamera zu folgen.

Da es jedoch notwendig ist, ab und zu die Position zu verändern, sollte dies so ruhig und unauffällig wie möglich geschehen. Ein gewisser Abstand zum Fotoobjekt kann helfen, die Insekten beim Positionswechsel nicht zu verscheuchen. Auch sollte man vermeiden, die Tiere anzuatmen.

Tipp 3: Der richtige Blick

Insekten sind oft sehr gut an Ihre Umgebung angepasst und lassen sich manchmal kaum von einem Ast oder einen Blatt unterscheiden. Jeder Baum, jeder Ast, jedes Blatt und jeder Baum sollte genau unter die Lupe genommen werden.

Deshalb setzen Sie sich einfach auf eine Wiese, an ein Gewässer oder in einen Wald, verhalten Sie sich ganz ruhig und beobachten Sie geduldig und aufmerksam Ihre Umgebung. Sie werden sich wundern, wie viel Leben Sie dort vorfinden.

Käfer und Schnecke begegnen sich auf einem Pflanzenhalm

Tipp 4: Die richtige Vorbereitung

Mit Insekten Verhält es sich so wie in der Tierfotografie ganz allgemein. Es ist wichtig bei der Arbeit mit Insekten respektvoll mit den Lebewesen umzugehen, sie nicht zu verletzten oder ihre Lebensräume zu zerstören. Und: Die unterschiedlichsten Arten lassen sich durch eine gewisse Recherche vorab besser finden.

Es ist hilfreich zu wissen: Wo hält sich das Insekt auf? – In Gräsern, in der Nähe von Gewässern, auf Büschen oder Bäumen. Tritt das Insekt vermehrt bei einer bestimmten Pflanzenart auf? Ist das Insekt zu einer bestimmten Zeit aktiv beziehungsweise inaktiv – beispielsweise in der Morgen- oder Abenddämmerung? Hat das Insekt bestimmte Verhaltensmuster oder Bewegungsabläufe?

Die Libelle beispielsweise fliegt immer wieder die gleiche Route ab, wodurch es möglich ist, sich auf eine Stelle der Route zu konzentrieren und darauf zu warten, dass die Libelle wieder an diese Stelle zurückkehrt. Bei einem solchen routinierten Verhalten ist es auch leichter ein Insekt in Bewegung abzulichten.

Makroaufnahme einer Libelle

Tipp 5: Das richtige Licht

Das Licht ist in der Fotografie bekanntlich der wichtigste Faktor. Das richtige Licht ist diffuses, also weiches, Licht.

Natürliches diffuses Licht spendet die Sonne am Morgen und am späten Nachmittag. Die Mittagssonne liefert wiederum sehr hartes Licht. Dieses kann durch einen Diffusor eingedämmt werden, indem dieser über das gewünschte Motiv gehalten wird.  Aber Vorsicht: Der Einsatz solcher Hilfsmittel kann die Insekten aufgrund der Veränderungen in der Umgebung leicht verschrecken.

Tipp 6: Die Kamerawahl und das Objektiv

Bei einer Blüte oder einer anderen Pflanze ist es selbst mit einem Smartphone möglich, eine schöne Aufnahme zu generieren. Doch bei Insekten zu denen man eine grössere Distanz halten muss, reicht der Zoom eines Smartphones nicht aus. Deshalb ist es ratsam zu einer Spiegelreflexkamera oder einer kompakten Systemkamera zu greifen.

Dazu empfiehlt sich ein Teleobjektiv mit 100 Millimeter Brennweite oder ein Makroobjektiv, welches einen grossen Abbildungsmassstab von 1:2 oder 1:1 erreicht. Die Anschaffung eines neuen Objektivs kann jedoch sehr kostenintensiv sein. Eine Alternative zu einem neuen Objektiv schaffen Zwischenringe und Nahlinsen.

Die Nahlinse findet Ihre Anwendung bei langen Brennweiten und wird am Ende des Objektives angebracht. Diese wirkt auf dem Objektiv wie eine Brille und vergrössert das Motiv.

Ein Zwischenring wird bei kurzen Brennweiten verwendet und wird zwischen dem Kamerabody und dem Objektiv angebracht. Folglich verlängert sich der Abstand zwischen dem Objektiv und dem Sensor, wodurch das Motiv näher herangezogen wird. Bei beiden Varianten ist mit Qualitätseinbussen gegenüber Makroobjektiven zu rechnen, sie sind aber auch wesentlich günstiger in der Anschaffung.

Ausserdem gibt es eine dritte Alternative: Der Umkehrring oder auch Retroring genannt, welcher zudem am preisgünstigsten ist. Mit dem Umkehrring wird das Objektiv falschherum an den Kamerabody angebracht und kann damit eine Vergrösserung bis zu 50 Prozent erreichen. Der Nachteil ist die fehlende elektronische Verbindung zwischen dem Kamerabody und dem Objektiv, wodurch die Kamera nur noch manuell bedient werden kann.

Schmetterling auf einer Blüte

Tipp 7: Praktisches Zubehör

Ein hilfreiches Zubehör ist ein Stativ, welches für Fotografien in Bodennähe geeignet sein sollte. Durch das Stativ lässt sich die Kamera exakter ausrichten, wodurch sich die Möglichkeit erschliesst, das gesamte Insekt in die richtige Schärfenebene zu bekommen. Zudem sind die Hände frei für den Fall, dass ein Diffusor eingesetzt werden muss.

Ein weiterer nützlicher Helfer ist ein Fernauslöser, welcher jegliche Erschütterungen durch das Auslösen verhindert. Für diesen Zweck gibt es sowohl Infrarot- und Kabelfernauslöser als auch auf WLAN basierende Steuerungssysteme für Tablet und Smartphone. Diese haben den Vorteil, dass sie aus bis zu zwölf Metern bedienbar sind und auf dem Display den Ausschnitt des Suchers anzeigen.

Makroaufnahme eines Marienkäfers auf einer Blüte

Fazit

Wer sich Insekten als Motiv auserwählt, macht es sich nicht gerade leicht. Doch mit dem richtigen Equipment, einer guten Vorbereitung, etwas Feingefühl und Geduld ist dieser Bereich der Fotografie eine wunderbare Möglichkeit, die heimische Flora und Fauna zu erkunden und die eigene Kamera besser kennenzulernen.

Mit Schnee bedeckte Berglandschaft an einem sonnigen Wintertag

Tipps für stimmige Outdoor-Aufnahmen im Winter

Die Faszination des Winters: Schneebedeckte Landschaften ermöglichen Fotos mit unvergleichlichem Zauber. Die winterliche Umgebung bietet sowohl für die Landschafts- als auch für die Makrofotografie interessante Motive.

Die richtigen Winter-Motive auswählen

Schönes Winterwetter lädt zu ausgiebigen Winterspaziergängen ein. Bei winterlichen Wanderungen lässt sich das ein oder andere eindrucksvolle Landschaftsbild einfangen. Mit etwas Vorbereitung und dem richtigen Equipment gelingen die Fotos im Handumdrehen.

Weitwinkelobjektive der Spiegelreflexkamera oder des Smartphones ermöglichen einen weiten Bildausschnitt, Panoramaaufnahmen mit dem Smartphone erzielen zudem eine besondere Wirkung. Diese sind vor allem für Motive, wie winterliche Täler, Wälder und mit Schnee bedeckte Häuser und Skihütten geeignet. Auch Fussspuren im zuvor unbetretenem Schnee können ein interessantes Element einer Winterlandschaft darstellen.

Makrofotografie – Mit Schnee bedeckte Blüten

Für Fotos von winterlichen Details, wie Eiszapfen, Eiskristallen und deren beeindruckenden Mustern auf Bäumen und Pflanzen, empfiehlt es sich mit einem Makroobjektiv zu fotografieren. Kleine Naturspektakel und eindrucksvolle Variationen können auf diesem Weg optimal abgebildet werden.

Ebenfalls ein tolles Foto-Motiv stellen Tiere im Schnee dar. Sowohl die eigenen Haustiere als auch freilebende Wildtiere können aus gewisser Entfernung mit einer hohen Brennweite aufgenommen werden. Zudem empfiehlt sich dabei die Serienbildfunktion der DSLR bzw. des Smartphones.

Mit Teleobjektiven können ausserdem Wintersportler beim Rodeln, Snowboarden oder auf der Skipiste fotografiert werden. Bewegung, Dynamik und Tempo lassen sich mittels des Schnees besonders gut abbilden.

Die optimalen Kameraeinstellungen vornehmen

Sowohl das praktische Smartphone als auch die Spiegelreflexkamera bieten zahlreiche Möglichkeiten, um das perfekte Winterfoto zu knipsen. Die Einstellungsoptionen beider ermöglichen es einen Weissabgleich vorzunehmen. Das Smartphone zeigt hierbei jedoch oftmals Grenzen auf, da voreingestellte Funktionen, wie «Tageslicht» oder «Kunstlicht», nicht immer ideal sind. Hilfreich kann es in diesem Fall sein, den integrierten Fotoblitz zu aktivieren.

Blick vom Fluss Limmat in der Schweiz: Zürich winterlich mit Schnee bedeckt

Der manuelle Weissabgleich einer DSLR bietet diesbezüglich keinerlei Grenzen. Das Weiss des Schnees kann somit als «ursprüngliches» Weiss eingestellt werden, was Grau- oder Blaufärbungen des Gesamtbildes verhindern lässt.

Einige Kameras und Smartphones sind mit zahlreichen Halb-und Vollautomatiken ausgestattet, die in bestimmten Momenten eine gute Lösung sein können. Voreingestellte Kombinationen wie Schnee- oder Winterprogramme können gerade für spontane Fotos hilfreiche Funktionen darstellen. Die überaus nützliche Serienbildfunktion der Kameras und Smartphones ist zudem optimal geeignet, um den besten Augenblick nicht zu verpassen.

Für dynamische Fotos empfiehlt sich stets die Serienbildaufnahme – somit werden in kürzester Zeit zahlreiche Fotos gemacht, unter denen im Anschluss bestimmt ein eindrucksvolles Bild zu finden ist. So können mögliche fehlbelichtete Aufnahmen gelöscht werden.

Bei der Wintersport-Fotografie empfiehlt es sich ein Teleobjektiv für die Kamera bzw. das Smartphone zu verwenden, um qualitativ hochwertige Fotos zu erzeugen. Der digitale Zoom einer Kompakt- oder Smartphone-Kamera reduziert die Bildqualität und ist oft nicht geeignet, das Motiv ausreichend nah heran zu holen.

Für den besonderen Look können althergebrachte Fotografenregeln einmal ignoriert werden. Gegen das Licht, wie die Sonne, Strassen- und Häuserbeleuchtung, zu fotografieren, kann die Aufnahme nämlich besonders stimmig erscheinen lassen. Diese Aufnahmen gelingen besonders mit einer DSLR und der entsprechenden Gegenlichtblende. Lesen Sie hier, alles über Gegenlichtblenden.

Gegenlichtaufnahme im Winter – Skipiste und Snowboarder

Ein weiterer wesentlicher Faktor, welcher sich auf die Technik des Smartphones und der Spiegelreflexkamera bezieht, sind die winterlichen Temperaturen, denen das Equipment ausgesetzt ist. Da Batterien und Akkus tendenziell kälteempfindlich reagieren, kann die Akkuleistung geringer ausfallen als gewöhnlich. Ratsam kann es hierbei also sein, einen Ersatzakku für die Kamera bzw. eine Powerbank für das Smartphone dabei zu haben.

Auch wenn die DSLR im Wesentlichen mehr Einstellungsoptionen zulässt, ist diese nicht immer der praktischste Begleiter. Die Grösse und das Gewicht der Kamera, entsprechender Wechselobjektive und möglicher Ersatzakkus sind nicht für gänzlich jeden winterlichen Ausflug geeignet.

Wenn das Smartphone, das meist sowieso stets griffbereit ist, mit einer hochwertigen Kamera ausgestattet ist und zudem Einstellungsoptionen bietet, wie vor allem den für den Winter relevanten Weissabgleich, kann das Smartphone eine gute Alternative darstellen. Zusätzliche Smartphone-Objektive mit den verschiedenen Brennweiten ermöglichen eine gesteigerte Flexibilität bei der Smartphone-Fotografie.

Makroobjektiv

Durch die Verwendung eines Makroobjektives wird es möglich, einen grossen Abbildungsmassstab zu erzielen. Der Abbildungsmassstab bezeichnet das Verhältnis der tatsächlichen Grösse eines Objektes zur Grösse der Abbildung auf dem Fotosensor. Bei einem Verhältnis von 1:2 ist das fotografierte Objekt doppelt so gross wie seine Darstellung auf dem Sensor. Wie auch beim menschlichen Auge benötigt es einen Mindestabstand zwischen Objekt und Linse, um ein scharfes Bild zu produzieren. Um den grösseren Abbildungsmassstab zu erreichen, muss der Abstand zwischen Objektiv und Sensor vergrössert werden. Dies nennt man auch Auszugsverlängerung, das Objektiv wird auf die näheste Entfernungseinstellung ausgezogen.

Normale Objektive sind auf die Abbildung weit entfernter Objekte optimiert, die Abbildung eines sich sehr nah an der Linse befindlichen Objektes ist mit solchen Objektiven nicht möglich. Makroobjektive sind jedoch speziell darauf ausgerichtet, Objekte aus geringer Entfernung mit hoher Qualität abzulichten, man spricht von einer sehr guten Abbildungsleistung bei geringem Objektabstand. Um dies zu erreichen werden in vielen Makroobjektiven zusätzliche Nahlinsen oder Zwischenringe eingesetzt. Durch diese komplexe Konstruktion sind Makroobjektive zumeist grösser und schwerer als Normalobjektive mit vergleichbaren Brennweiten.

Makroobjektive werden in verschiedenen Brennweiten angeboten, meistens mit Brennweiten zwischen 40 und 100 Millimetern. Um Makroaufnahmen bei grösserem Objektabstand zu ermöglichen, gibt es auch Makroobjektive mit Brennweiten von 200 mm. Nachteil solcher Objektive ist die Arbeitsgeschwindigkeit des Autofokus. Aufgrund des grossen Verstellbereichs arbeiten diese erheblich langsamer als der Autofokus von Normalobjektiven mit gleicher Brennweite.

Um zu entscheiden, welche Brennweite die richtige für das Makroobjektiv ist, muss man sich im Klaren sein, was man hauptsächlich fotografieren möchte. Makroobjektive werden zumeist mit Festbrennweiten angeboten, es gibt wenige gute Makroobjektive mit Brennweiten-Zoom.

Makroobjektive mit einer Brennweite von 60 mm sind vergleichsweise günstig und leicht. Durch die geringe Brennweite muss man aber sehr nah an das zu fotografierende Objekt heran. Bei Pflanzenfotografie oder der Ablichtung von Insekten ist dies nicht problematisch, bei anderen Tieren würde die Nähe meist den Fluchtinstinkt auslösen. Ausserdem kann es aufgrund der geringen Abstandes zum Objekt zum ungewollten Werfen von Schatten kommen.

Brennweiten vom 100 mm ermöglichen einen Grösseren Abstand zum Objekt, das Problem der Lichtabschattung ist somit gelöst. Diese Makroobjektive sind im Vergleich schwerer und teurer.

Möchte man scheue Tiere fotografieren, eignet sich ein Objektiv mit einer Brennweite von 180 mm. Dieses ist extrem schwer und hat sehr hohe Anschaffungskosten. Zudem ist das Objektiv sehr anfällig für Verwacklungen, ein Stativ ist zwingend erforderlich.

Echse auf einem Baumstamm

Makrofotografie

Kleines ganz gross sehen

Die Makrofotografie eröffnet faszinierende Einblicke in eine scheinbar fremde Welt. Dabei werden ganz alltägliche Dinge nur etwas genauer betrachtet. Lesen Sie hier, wie Ihnen solch aussergewöhnlichen Aufnahmen gelingen können und was Sie bei der Makrofotografie beachten müssen.

Makros = gross

Der Bereich der Makrofotografie wird etwas grob in einer Norm (DIN 19040) zusammengefasst. Hier zählt alles in einem Massstabsbereich von 1:10 bis 10:1 als Nah- beziehungsweise Makroaufnahme. Dabei arbeiten die meisten Makrofotografen mit einem Massstab von 1:1, das Objekt wird also genau so gross, wie es ist, auf den Film oder den Sensor der Digitalkamera gebracht. Wird die Welt dagegen vergrössert dargestellt, spricht man bereits von Mikrofotografie.

Die Ausrüstung

Viele Objektive moderner Digitalkameras haben inzwischen eine spezielle Makrofunktion. Optimaler ist natürlich ein spezielles Makro-Objektiv. Alternativ bietet es sich an, einen Zwischenring oder – ganz klassisch – ein Balgengerät zu benutzen. Beides wird zwischen Kamera und Objektiv eingebaut, um den Auszug zu verlängern. Ebenfalls kostengünstig ist die Retrostellung. Mit einem passenden Adapter, auch Umkehrring genannt, können Sie einfach Ihre Objektive verkehrt herum einsetzen.

Der Makro-Kosmos

Begeben Sie sich zum ersten Mal in die Welt der Makro- oder Mikrofotografie, werden Sie schnell die unendliche Vielfalt bemerken. Wesen, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen, glatte Oberflächen, die plötzlich an Struktur gewinnen, und filigrane Schönheit an Orten, die mit blossem Auge eher klobig wirken. Nach dem (Makro-) Fotografieren einer einfachen Salamischeibe soll schon manch ein Fotograf zum Vegetarier geworden sein.

Mohnblüte aus der Nähe - Makrofotografie

Die Kunst und das Handwerk

Die Kunst der Makrofotografie liegt im Detail. Eine Prise Geduld ist ebenso empfehlenswert wie etwas mehr Mut zur Verspieltheit. Dabei sollten Sie vor allem auf die richtige Perspektive achten. Ein Käfer von oben ist eher langweilig. Gehen Sie lieber mit den Tieren auf Augenhöhe. Die Augen sind es schliesslich auch, die vom Betrachter Ihrer Bilder zuerst wahrgenommen werden. Sie sollten daher möglichst scharf abgelichtet werden. Auch in der Makrofotografie lässt sich gut mit der Schärfentiefe spielen, obwohl der Spielraum natürlich kleiner ausfällt.

Die richtige Belichtungszeit

Die Belichtungszeit sollte in der Natur und besonders bei Tieren nicht zu gross gewählt werden, da sich die meisten Insekten bewegen und auch der Wind seinen negativen Teil dazu beiträgt. Hier können Sie an ihrer Kompaktkamera zum Beispiel auch den Sportmodus einsetzen. Benutzen Sie – wenn möglich – ein kleines Stativ und die Spiegelvorauslösung. Mit Live-View am Monitor Ihrer Digitalkamera lässt sich gut in das Bild hineinzoomen, um exakt scharf zu stellen. Je nach Ausrüstung ist es von Vorteil, der Belichtungsmessung im Makrobereich nicht zu trauen, sondern lieber etwas grosszügiger zu belichten.

Biene auf einer Blüte

Nah dran – mit Vorsicht

Ausserdem lohnt es sich in der Natur stets, robust und wetterfest gekleidet zu sein, um den Kontakt zur Umwelt ohne den eher schmerzhaften Blessuren durch Brennnesseln herzustellen. Viele Insekten sind scheu. Greifen Sie hier lieber auf ein Teleobjektiv mit 100 Millimeter Brennweite oder mehr zurückgreifen, damit die Tierchen nicht das Weite suchen, bevor Sie Ihre Bilder geschossen haben. Die Lichtwirkung eines Blitzes kann unter Umständen sinn- oder kunstvoll sein. Führen Sie sich aber vor Augen, dass nicht alle Lebewesen starkes Blitzlicht vertragen und entweder fliehen oder sogar verletzt werden können.