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Tipps und Tricks, um schattenfrei zu fotografieren

Schattenfrei fotografieren: Tipps und Tricks

Um ein Motiv schattenfrei zu fotografieren, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Denn neben der Beleuchtung spielt auch der Unter- und Hintergrund eine wichtige Rolle. Worauf Sie noch achten sollten und wie Sie professionelle und schattenfreie Aufnahmen auch ohne grosse Studioausrüstung umsetzen können, verraten wir Ihnen nachfolgend.

Schattenfrei fotografieren: Das richtige Licht

Um Motive schattenfrei einzufangen, eignen sich Dauerlicht-Leuchten am besten. Mit ihnen haben Sie schon vor der Aufnahme die volle Kontrolle über die Lichtführung. Das hat den Vorteil, dass eventuelle Schatten besser korrigiert werden können, in dem man einfach das Licht verrückt. Dauerlichtleuchten gibt es in verschiedenen Ausführungen. Von den einfachen Tageslichtlampen über Softboxen bis hin zur Ringleuchte. Welche Variante am Ende gewählt wird, hängt vor allem vom Motiv und der persönlichen Präferenz des Fotografen ab. Für kleinere Produkte eignen sich neben dem natürlichen Licht von draussen auch kleine Tageslichtlampen oder die Ringleuchte. Bei grösseren Motiven oder Porträt-Aufnahmen ist der Einsatz von Softboxen ratsam. Zum einen geben sie mehr Licht in den Raum ab und zum anderen können sich bewegende Objekte besser abgelichtet werden, weil man mit kurzen Verschlusszeiten arbeiten kann.

Am wichtigsten für eine schattenfreie Aufnahme ist allerdings die Anordnung der Lichtquellen. Hier spricht man auch von der schattenfreien Ausleuchtung des Motivs. Dazu gibt es mehrere Varianten, wie die Lichtquellen angeordnet werden können. Dabei ist nicht nur der Abstand zum Motiv zu beachten, sondern auch der Abstand der Lampen zueinander. Steht die Lichtquelle nah am Motiv ist das Licht härter. Stellen Sie also die Lampen in ausreichendem Abstand zum Motiv auf. Die Positionierung der einzelnen Lichtquellen kommt natürlich auf deren Schattenwurf an. Im Idealfall wird das zu fotografierende Motiv von allen Seiten ausgeleuchtet: von oben, von unten, von vorne, von hinten und von den Seiten. In den meisten Fällen reicht es aber schon aus, wenn Sie zwei Lampen im 45 Grad Winkel zum Motiv platzieren bzw. rechts und links von Ihrer Kamera. Dadurch werden die meisten Schatten weitestgehend aufgehoben. Sind hinter dem Motiv noch störende Schatten zu finden, haben Sie zwei Möglichkeiten. Zum einen können Sie versuchen, die Lampen etwas höher zu positionieren, sodass sie seitlich und leicht oben auf das Motiv stahlen. Oder Sie nehmen sich noch eine dritte Leuchte zur Hand und strahlen das Motiv von oben an.

Licht-Setting, um schattenfrei zu fotografieren

Idealfall: Beleuchtung von allen Seiten

Schattenfrei fotografieren dank Hohlkehle

Neben der richtigen Beleuchtung, spielt auch der Unter- und Hintergrund eine wichtige Rolle. Ist der Unter- und Hintergrund uneben, kommt es später in den Aufnahmen zu unschönen Kanten und Schatten. Um dies zu vermeiden, gibt es einen Trick: Die Hohlkehle. Vor allem in der professionellen Studiofotografie wird die Hohlkehle immer dann eingesetzt, wenn der Unter- und Hintergrund miteinander verschmelzen sollen. Dies hat den Effekt, dass das Motiv im Raum schwebt. Am besten eignet sich eine solche Hohlkehle für Freisteller-Aufnahmen.

Schattenfrei mit einer Hohlkehle fotografieren

Schattenfreie Produktfotografie

Besonders häufig werden schattenfreie Aufnahmen in der Produktfotografie benötigt. Vor allem wenn es darum geht, Produkte für einen Onlineshop oder einen Katalog in Szene zu setzen. Wer kein grosses Fotostudio zur Hand hat, für den empfiehlt sich der Einsatz eines mobilen kleinen Fotostudios. Ein Fototisch oder ein Fotozelt (auch Fotowürfel) sind optimal für die Produktfotografie geeignet. Mit beiden Varianten lassen sich tolle schattenfreie Aufnahmen von Produkten erzielen. Für welche Variante man sich entscheidet, hängt letztlich von der Grösse des Produktes und von den Platzmöglichkeiten ab.

Ein Fototisch hat den Vorteil, dass das Produkt auch von unten beleuchtet werden kann. Das liegt vor allem an seiner lichtdurchlässigen Arbeitsplatte. Aufgrund seiner Grösse können auf einem Fototisch auch grössere Objekte in Szene gesetzt werden. Ein Fotowürfel ist meist kleiner als ein Fototisch. Daher eignet er sich vor allem für kleinere Produkte bestens, wie z.B. Schmuck. Zudem kann man ihn schneller auf- und abbauen als einen Fototisch. Ein weiterer Vorteil ist, dass ein Fotowürfel rundherum mit einem lichtdurchlässigen Material bespannt ist. Dadurch wirkt das Licht, welches auf das Produkt fällt, weicher.

Produktfotografie mit einem Fototisch für schattenfreie Aufnahmen

Mit einem Fototisch lassen sich die Objekte auch von unten fotografieren.

DIY Foto-Hack: Produkte schattenfrei zu Hause fotografieren

Wer kein professionelles Studio zur Hand hat, kann auch mit wenigen Mitteln schattenfreie Produktfotos erzielen. Denn für eine gute Ausleuchtung benötigt man nicht immer viel Platz oder eine Menge an Technik. Im Grunde benötigen Sie nur ausreichendes Tageslicht, einen passenden Unter- bzw. Hintergrund sowie ein paar Hilfsmittel.

Ein bewährtes Hilfsmittel für schattenfreie Aufnahmen ist ein simples weisses Blatt. Wer keinen Fototisch zur Hand hat, kann auch dieses zur Formung einer Hohlkehle so an der Wand befestigen, dass es sich nach unten hin leicht wölbt. Je nach Grösse des Produktes sollte auch die Grösse des Blattes angepasst werden. Mit diesem DIY Foto-Hack können Sie nun ganz wie im Fotostudio Freisteller-Aufnahmen schiessen.

Hinweis: Fotografieren Sie ausschliesslich mit Tageslicht, arbeiten Sie am besten mit langen Belichtungszeiten, um für die nötige Helligkeit auf den späteren Aufnahmen zu sorgen.

Hohlkehle mit einem weissen Blatt formen

DIY Foto-Hack: Mit Hilfe eines weissen Blattes eine Hohlkehle formen.

Je nach Lichteinfall ist auch ein Reflektor hilfreich, um unschöne Schatten vom Motiv abzulenken. Dazu platziert man den Reflektor hinter der unbelichteten Seite des Produktes so, dass der Reflektor das darauf fallende Licht zurück auf die unbeleuchtete Seite des Motives werfen kann. Einen solchen DIY-Reflektor können Sie sich mit wenigen Mitteln selber basteln. Denn je nach Stärke des Schattens reicht auch hier ein weisses Blatt Papier oftmals völlig aus, um dunkle Stellen oder Reflektionen auszugleichen. Sind die Schatten stärker, können Sie auch ein Stück Pappe mit Silberfolie beziehen.

Reflektor zum Fotografieren selber machen

DIY Reflektor mit Silberfolie

Weitere Tipps, wie Sie in den eigenen 4 Wänden mit wenig Aufwand tolle Produktbilder schiessen können, haben wir Ihnen in unseren Artikeln „Produktfotografie: Gute Bilder für den eigenen Onlineshop, eBay und Co.“ und „Studioausstattung für die eigenen vier Wände“ zusammengefasst.

Ringblitz

Bei dem Ringblitz handelt es sich um ein Kamerazubehör, welches rundherum um das Ende des Kameraobjektivs montiert wird. Wie der Name bereits verrät, sind die Leuchten bei Ringblitzen kreisrund angeordnet, wodurch das Licht von allen Seiten des Objektivs ausgeht.

Dies ermöglicht eine sehr gleichmässige und möglichst schattenfreie Darstellung des Motivs, wie sie mit einem einzelnen handelsüblichen Blitz nicht möglich wäre. Mit Hilfe des Ringblitzes wird der Schatten hinter das Motiv geworfen und ist in der Aufnahme dadurch nahezu nicht mehr präsent.

In manchen Fällen kann sich jedoch ein leichter, das ganze Motiv umgebende, Schatten ergeben. Dieser Aura-artige Schatten ist charakteristisch für den Einsatz eines Ringblitzes. Der Schatten erscheint umso grösser, je breiter die Lichtquelle des Ringblitzes ist. Um den Umgebungsschatten kleiner erscheinen zu lassen, eignen sich daher besonders schmale Ringblitze.

Der Ringblitz wird oftmals in den Bereichen der Makro- und Portraitfotografie verwendet.

In der Makrofotografie kann es schwierig sein, die kleinen – mitunter bewegten – Motive scharf abzubilden. Bei zu starker Sonne oder einseitiger Blitzverwendung ergeben sich beim Motiv unschöne Schatten. Ist die Sonne hingegen zu schwach bzw. fehlt es bei der Aufnahme an Licht, muss bei der Wahl von Blende oder ISO-Wert ein Kompromiss eingegangen werden. Darunter leidet entweder die Schärfe des Motivs (zu weit geöffnete Blende) oder das Bild beginnt zu rauschen (zu hoher ISO-Wert). Die Verwendung eines Ringblitzes ermöglicht hierbei eine gleichmässige Ausleuchtung des Motivs und begünstigt die Wahl einer höheren Blendenzahl bei niedrigem ISO-Wert, was wiederum zu einer höheren Tiefenschärfe und einer besseren Bildqualität beiträgt.

Im Bereich der Portraitfotografie werden Ringblitze ebenfalls gerne eingesetzt, um das Model gleichmässig und möglichst schattenfrei auszuleuchten. Entgegen häufiger Erwartungen eignet sich ein Ringblitz jedoch nicht oder nur schlecht, um leuchtende Kreise rund um der Pupille des Models zu erzeugen. Dies liegt vor allem daran, dass Ringblitze einen zu geringen Durchmesser besitzen. Das abgegebene Licht des Ringblitzes ist auf dem Bild später lediglich als kleiner Punkt zu erkennen. Für das Kreieren eines solchen Fotoeffekts sollte daher auf die grösseren Ringleuchten zurückgegriffen werden.

Nahaufnahme des Leuchtmittels eines Studioblitzes

Kaufberatung: Studioblitz für das eigene Heimstudio

Blitzlicht gilt in der Fotografie als ein altbewährtes Mittel, um ein Objekt oder eine Person perfekt auszuleuchten. Die Besonderheit des Blitzlichtes liegt in der enormen Leistungsstärke. Anders als bei Dauerlicht-Leuchten, welche ihren Ursprung im Bereich Film und Fernsehen haben, eignet sich das Blitzlicht ausschliesslich für die Fotografie. Wer sich ein Blitzsystem für das eigene Heimstudio zulegen möchte, hat bei dem weitgefassten Angebot die Qual der Wahl. Eine Orientierung, welche Kriterien beim Kauf von Blitzgeräten zu beachten sind, gibt der folgende Artikel.

Grundsätzliche Möglichkeiten: Studioblitz versus Aufsteckblitz

Aufsteckblitze sind klein, handlich und bereits für einen geringen Preis zu haben. Zudem lassen sich diese entfesselt benutzen; das bedeutet, dass sie statt auf dem Blitzschuh der Kamera auf einem externen Stativ angebracht werden können. Dadurch können Aufsteckblitze genauso benutzt werden wie Studioblitze. Wird jedoch die Leistung eines Studioblitzes mit der eines Aufsteckblitzes vergleichen, so steht der Aufsteckblitz dem Studioblitz in einigem nach. Der Studioblitz ist in seiner Bauweise zwar grösser als ein Aufsteckblitz, jedoch kann er wesentlich mehr Leistung erbringen.

Eine höhere Leistung lässt sich zwar durch den Einsatz mehrerer Aufsteckblitze erreichen, doch ist hier ein einzelner Studioblitz in seiner Handhabung einfacher und in der Anschaffung je nach Modell vielleicht auch kostengünstiger als mehrere Aufsteckblitze. Neben der Leistungsstärke des Studioblitzes ist auch das Einstelllicht ein grosser Vorteil, welches oft nur bei Studioblitzen zu finden ist. Das Einstelllicht schafft mittels einer zusätzlichen Glühbirne die Möglichkeit, die Lichtwirkung des Blitzes bereits vor der ersten Aufnahme zu erahnen.

Der Einsatz von Lichtformern mit dem Blitz

Selbst für einen entfesselten Aufsteckblitz ist die Verwendung von Lichtformern möglich. Allerdings ist hier die Auswahl an Grössen und Formen relativ begrenzt. Es ist oft nicht möglich, mit der vergleichsweise schwachen Lichtleistung eines Aufsteckblitzes eine grössere Softbox auszuleuchten. Ein Studioblitz bietet hier die bessere Alternative, da aufgrund der starken Leistung auch grössere Softboxen verwendet werden können. Je höher die Leistung des Studioblitzes ist, um so grösser kann die dementsprechende Softbox gewählt werden. Doch die Grösse und die Form der Softbox hängt wiederum stark von dem jeweiligen Einsatzzweck ab.

So eignen sich beispielsweise kleinere Striplights bestens für Portrait und grössere für Ganzkörper-Aufnahmen. Neben dem Striplight gibt es Softboxen auch als Quadrat oder Oktagon. Zusätzlich sollte erwähnt werden, dass eine Softbox relativ viel Licht verschluckt. Dies kann bei den Kameraeinstellungen bis zu zwei Blendenstufen ausmachen.

Ein zusätzliches Grid, das in der Softbox angebracht werden kann, hilft das Licht noch gezielter in die richtige Richtung zu lenken. Alternativ zu den Softboxen gilt auch der Durchlicht- und Reflektorschirm als nützlicher Helfer beim Einsatz von Studioblitzen.

Studioblitz mit einer Striplight-Softbox

Kaufkriterien für einen Studioblitz

Wird von einem Studioblitz gesprochen, ist meist ein Blitzsystem gemeint. Ein Blitz allein sorgt meist nicht für die gewünschte Ausleuchtung, da das Licht dann nur aus einer Richtung kommen kann. Folglich sollte bei der Anschaffung eines Blitzsystems von mindestens zwei Studioblitzen die Rede sein, um ein Objekt oder eine Person aus mehreren Richtungen gut ausleuchten zu können.

Für den Einsatz in den eigenen vier Wänden reicht in der Regel eine Lichtleistung von zweimal 250 Watt. Wer jedoch in grösseren Räumen oder Hallen fotografieren möchte, sollte sich stärkere Studioblitz anschaffen. Eine Lichtquelle aus einer dritten oder vierten Richtung kann mit Hilfe eines Reflektors auch ohne ein weiters Blitzgerät geschaffen werden.

Für eine gute Kompatibilität der einzelnen Geräte kann es von Vorteil sein, nur Blitze desselben Herstellers zu verwenden, da diese oft herstellereigene Anschlüsse besitzen. Zudem sollte eine Fotozelle in den Blitzgeräten verbaut sein, sodass alle verwendeten Blitze ohne zusätzliches Equipment synchron ausgelöst werden können.

Um auf einem Blitzgerät verschiedenste Lichtformer verwenden zu können, sollte bereits beim Kauf auf die leichte Austauschbarkeit der Lichtformer geachtet werden.

Fazit

Letztendlich hängen die Art und der Umfang des benötigten Blitzsystems sehr vom Einsatzzweck ab. Für den Gebrauch im eignen Heimstudio reichen meist zwei Blitze mit einer relativ geringen Leistung aus. Diese sind kostentechnisch meist auch für den Hobbyfotografen erschwinglich. Die Entscheidung, alle Blitzgeräte bei ein und demselben Hersteller zu kaufen, kann vor allem in Bezug auf die Kompatibilität grosse Vorteile bringen.

Wie bereits erwähnt hat der Blitz im Vergleich zum Dauerlicht seine Vorteile in der starken Lichtleistung und in der flexiblen Regelbarkeit. Der Nachteil besteht wiederum in der schlechten Schätzbarkeit der Lichtwirkung. Das Einstelllicht eines Studioblitzes schafft es jedoch, diesem Negativkriterium ein wenig entgegen zu wirken.

leuchtendes Fruchtfleisch einer Zitrusfrucht

Strukturen zum Leuchten bringen

Immer wieder hält die Natur atemberaubende Motive bereit. Wer gerne im Freien fotografiert, wird vielleicht schon einmal mit dem Gegenlicht der Sonne experimentiert haben. Es ist eine sehr schöne Möglichkeit, Strukturen und Muster der Natur – beispielsweise von Bäumen, Blättern oder Früchten – sichtbar zu machen.

Mit diesem Artikel wollen wir Ihnen zeigen, wie Sie auch zu Hause Muster und Strukturen von Obst und Gemüse ohne großen Aufwand auf besondere Weise hervorheben können.

Muster und Strukturen von Obst und Gemüse zum Leuchten bringen

Licht beeinflusst die Wirkung eines Musters und die Struktur einer Oberfläche enorm. Es kann einer Oberfläche mehr Tiefe verleihen. Auf dem folgenden Bild kann der Betrachter gut das Zusammenspiel von Dichte des Musters sowie die hellen und dunklen Strukturen beobachten.

Die Glühbirne

Auf dem Bild ist eine Birne zu erkennen, in der ein Leuchtmittel untergebracht ist. Der rumänische Fotograf Radu Zaciu hat das deutsche Wort „Glühbirne“ quasi eins zu eins in seine Muttersprache übersetzt und geboren war die Idee, Gemüse und Obst von innen auszuleuchten.

Das Projekt „the light inside“

Die Fotografien des Projekts „the light inside“ lassen die verwendeten Objekte sprichwörtlich in einem neuen, ganz anderen Licht erstrahlen. Der Fotograf schafft es, gewöhnliche Oberflächenstrukturen von Obst und Gemüse so zum Leuchten zu bringen, bis sie eigenartig verfremdet wirken. Ermöglicht wird das durch die unterschiedliche Dicke und Dichte der Objekte und deren Oberflächenfarbe und Struktur. Das verwendete Leuchtmittel und die Kameraeinstellungen leisten den übrigen Beitrag zur Wirkungsweise der Bilder.

ausgekeimte Kartoffel

Besonders interessant ist eine Fotografie des Rumänen, bei der eine Lampe einen Blumenkohl vom Kern aus erleuchtet. Das Bild vom harmlosen Gemüse verwandelt sich in eines, das eher an eine gewaltige Explosion erinnert.

Apocalypse Now – der Blumenkohl

DIY: Strukturen zum Leuchten bringen – Obst und Gemüse

Zaciu bringt in seinem Projekt „the light inside“ ganz unterschiedliche Objekte zum Leuchten. Unter anderem benutzt er eine Netzmelone, eine Kiwi, eine Kartoffel, Fenchel, Drachenfrucht, Ananas, Chicorée, Kohl und andere Obst- und Gemüsesorten.

Möchten auch Sie die Strukturen von Obst und Gemüse auf fast surreale Art und Weise einfangen, sollte sie folgende Werkzeuge und Gadgets bereithalten:

  • Akkuschrauber
  • Spiral- und Flachbohrer, unterschiedliche Größen
  • Leuchtmittel, unterschiedlicher Größe und Leuchtkraft
  • Taschenlampe
  • Stativ und Kamera
  • Sehr dunkler Raum

Nun kann damit begonnen werden, das Obst oder Gemüse zu präparieren. Je nach Sorte empfehlen wir, unterschiedliche Bohrer zu verwenden. Es sollte nur so viel Inneres entnommen werden, wie für die Lichtquelle erforderlich ist. Für Chicorée reicht ein schmaler Kanal für eine dünne Taschenlampe. Da seine Blätter sehr durchlässig sind, benötigt man keine starke Lichtquelle.

Bei anderem Gemüse, wie bei Blumenkohl, reicht eine Taschenlampe nicht. Hier benötigt der Fotograf eine handelsübliche Glühbirne über die er den Blumenkohl stülpen kann. Der Platz für die Glühbirne im Kohl wird durch den Flachbohrer geschaffen. Auch hier gilt, nur so viel wie nötig zu entnehmen, damit die natürliche Leuchtkraft erhalten bleibt.

Das präparierte Gemüse und Obst wird nun in einem stark abgedunkelten Raum vor der Kamera mit Stativ platziert. Ein dunkler Raum ist nötig, da das durchscheinende Licht aus den Obst- und Gemüsesorten sehr schwach im Vergleich zum Umgebungslicht scheint. Außerdem stört es die spätere Motivwirkung.

Wir empfehlen Langzeitbelichtungsaufnahmen von etwa 10 Sekunden. Dieser Wert kann je nach zu fotografierendem Objekt allerdings schwanken. Hier heißt es: Ausprobieren!

Tipp: Spannend sind auch Aufnahmen mit dem Makro-Objektiv.

Bevor Sie jetzt loslegen, möchten wir Sie noch an grundlegende Sicherheitshinweise erinnern. Vor der Präparation muss bei Lampen mit Stromanschluss (50Hz, 230V) der Netzstecker gezogen werden. Außerdem sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass einzelne Kontakte isoliert sind. Nur so kann ein Stromschlag vor, während und nach der Fotosession vermieden werden.

Der Asteroid

Aufbau eines Studios – Ringleuchte und DSLR miteinander kombiniert

Kaufberatung: Dauerlicht-Leuchte in der Fotografie

Besteht ein reges Interesse an der Studiofotografie, ist der Wunsch nach einem Fotostudio in den eignen vier Wänden nicht weit. Einen angenehmen Einstieg können hier Dauerlicht-Leuchten bieten. Diese sind in der Regel leicht zu handhaben und die sofortige Erkennbarkeit der Lichtwirkung kommt gerade den Einsteigern sehr entgegen.

Welche Kriterien Sie beim Kauf einer Dauerlicht-Leuchte beachten sollten, verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

Kriterium 1 – Bauform

Dauerlicht-Leuchte ist nicht gleich Dauerlicht-Leuchte. Es gibt sie als Strahler, Flächenleuchten und Ringleuchten. Jede dieser Bauformen dienen unterschiedlichen Einsatzzwecken.

Für den Schwerpunkt Portrait- oder Makrofotografie sind Ringleuchten besonders geeignet. Vor allem bei der Portraitfotografie lässt sich durch die Form des Lichts ein schöner Effekt in den Augen des Models erzeugen. Des Weiteren bietet die Ringform den Vorteil, dass diese in der Mitte eine Öffnung hat, wodurch die Leuchte direkt vor der Kamera platziert werden kann. Folglich müssen nur die Kamera und die Leuchte auf eine Höhe gebracht werden, sodass das Objektiv der Kamera durch die Öffnung des Ringlichts ragen kann. Einige Ringleuchten sind direkt mit einer Kamerahalterung ausgestattet, um den Einsatz zweier Stative zu vermeiden.

Sollen grosse Räume, wie Industriehallen, fotografiert werden, empfehlen sich hier Flächenleuchten. Wie der Name schon verrät, ist die Lichtquelle eine grosse bis sehr grosse rechteckige leuchtende Fläche, die ein weiches, gleichmässiges Licht erzeugen kann. Diese grosse Fläche besteht entweder aus mehreren Reihen Leuchtstoffröhren oder aus LEDs.

Die dritte Bauform sind Strahler. Diese sind in mehreren Varianten erhältlich. Die Unterschiede bestehen hier in der Anzahl der verwendeten Leuchtmittel und der daraus resultierenden Lichtstärke. Hierbei bieten Dauerlicht-Leuchten, die mehr als nur ein Leuchtmittel haben, einen Vorteil in Bezug auf die Flexibilität. Die Leuchtmittel lassen sich in der Regel stufenweise zu- und abschalten, wodurch die Lichtstärke variiert werden kann.

Neben den Strahlern sind in den meisten Fällen auch die Ring- und Flächenleuchten in einem gewissen Umfang regelbar. So lassen sich die einzelnen Reihen einer Flächenleuchte ebenfalls stufenweise zu- und abschalten. Die Ringleuchte wiederrum besitzt meist einen Dimmer.

Ringleuchte und DSLR – fotografiertes Motiv ist auf dem Bildschirm durch den Live-View-Modus sichtbar

Kriterium 2 – Preis und Qualität

Das Angebot an Dauerlicht-Leuchten in all seinen Bauformen ist vor allem im Internet enorm. Ebenso gross ist die Spanne der Preise. Jede Art der Dauerlicht-Leuchten sind in nahezu jedem Preissegment vertreten.

Strahler, Ringleuchten und auch Flächenleuchten können bereits im zweistelligen CHF-Bereich erworben werden. Zudem finden sich hier teilweise ganze Sets, die aus einem oder zwei Strahlern inklusive Stativen und Softboxen bestehen. Jedoch sollten bei diesen Angeboten die Erwartungen nicht allzu hoch sein. Grosse Schwachstellen günstiger Sets sind meist die Verarbeitung und die dazugehörigen Stative. Diese sind in vielen Fällen nicht sehr stabil, wodurch die Dauerlicht-Leuchte eher einen wackeligen Stand hat. Des Weiteren haben diese Strahler meist nur eine Lichtquelle, wodurch kaum Flexibilität in Bezug auf die Lichtleistung gegeben ist.

Nähert man sich den Anfängen des dreistelligen CHF-Bereichs an, findet sich bereits qualitativ hochwertigeres Equipment, welches zudem oft mehr Möglichkeiten bietet. So finden Sie hier bereits Strahler mit mehr als nur einem Leuchtmittel und auch das ein oder andere Markengerät ist in dieser Preisklasse vorhanden.

Sowohl das Niedrig- als auch das Mittelpreissegment reichen in der Regel für den Gebrauch eines Heimstudios aus. Dabei ist es vor allem wichtig abzuwägen, wie oft und intensiv das Heimstudio genutzt werden soll. Je nachdem, wie gross das Vorhaben ist, sollten die dafür benötigten Investitionen geplant werden.

Natürlich gibt es in Bezug auf Preis und Qualität kaum Grenzen nach oben. Lesen Sie Produktbewertungen anderer Nutzer oder lassen Sie sich in einem Fachgeschäft beraten, bevor Sie Ihre Entscheidung treffen.

Kriterium 3 – Leuchtmittel

Beim Kauf einer Dauerlicht-Leuchte ist nicht nur die Bauform und die Qualität des Gerätes wichtig. Das verwendete Leuchtmittel spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle. Als Leuchtmittel werden vor allem Halogen-Leuchten, HMI-Leuchten und LEDs eingesetzt.

Die Halogen-Leuchte gehört hierbei zu den preiswerteren Modellen. In ihrer Leistung bieten sie einen eher warmen Lichtton, welcher mit circa 4800 Kelvin ungefähr 1000 Kelvin unter dem Tageslicht-Wert liegt. Die warme Lichtwirkung der Leuchte stellt bei Aufnahmen im RAW-Format jedoch nur selten ein Problem dar, da diese im Nachhinein durch einen Weissabgleich gut kontrolliert und ausgeglichen werden kann. Der Nachtteil der Halogen-Leuchten ist die grosse Wärmeentwicklung, die diese mit sich bringen, daher muss unbedingt darauf geachtet werden, dass das Gehäuse gut isoliert ist.

Die Halogen-Metall-Dampflampe, kurz HMI, erreicht den Tageslicht-Wert und entwickelt deutlich weniger Wärme als Halogen-Leuchten. Zudem bietet dieses Leuchtmittel eine hohe Lichtstärke, wodurch auch eine hohe Lichtausbeute resultiert. Der einzige Nachteil begründet sich hier in den hohen Anschaffungskosten einer solchen HMI-Leuchte.

Als dritte Möglichkeit bietet sich der Einsatz von LEDs. LEDs sind im Gegensatz zu den beiden anderen Leuchtmitteln noch relativ neu und bieten den Vorteil, dass es diese nicht nur in grossen, sondern auch in kleinen Grössen gibt. Diese kleineren Dauerlicht-Leuchten können oft durch einen Akku betreiben werden und eignen sich dadurch besonders für den mobilen Einsatz. Zudem bieten LEDs einen stufenlosen Wechsel zwischen Tageslicht und Kunstlicht, wodurch im Bereich der Lichtwirkung eine gewisse Flexibilität entsteht. Wie die HMI-Leuchte haben auch LEDs nur eine geringe Wärmeentwicklung, wodurch sich diese beiden Leuchtmittel auch für Film und Fernsehen eignen. Ein Nachteil der LEDs ergibt sich durch den hohen Randabfall ausserhalb des Kernbereichs. Dadurch eignet sich diese Form der Dauerlicht-Leuchten eher für kurze Distanzen. In Bezug auf die Lichtleistung kann die LED-Leuchte die HMI-Leuchte nicht überbieten und bleibt somit der Spitzenreiter.

Eignung zur Aufnahme von Videos

Im Gegensatz zum Blitzlicht bieten Dauerlicht-Leuchten den Vorteil, dass sie auch zur Aufnahme von Videos verwendet werden können. Hierbei ist es nur wichtig darauf zu achten, dass die Leuchte keine allzu grosse Wärme entwickelt, da diese in der Regel länger in Betrieb sind. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Geräuschpegel. Viele Geräte, die eine gewisse Wärme erzeugen, bedienen sich einer Lüftung, um der Überhitzung entgegenzuwirken. Wer vor allem Videos aufnehmen möchte, sollte sich also eine Dauerlicht-Leuchte ohne Kühlgebläse kaufen.

Fazit

Insgesamt betrachtet sind Dauerlicht-Leuchten eine sehr gute Option für das erste eigene Heimstudio und das bereits für den kleineren Geldbeutel. Neben dem Preis und der Qualität sollte die Bauform der Leuchte genau auf den Einsatzzweck abgestimmt sein. Dennoch bietet hier der Strahler durch die mögliche Verwendung verschiedener Lichtformer die grösste Flexibilität. Werden die Leuchtmittel betrachtet, ist es besser eine Entscheidung zwischen HMI und LED zu fällen, da die enorme Wärmeentwicklung von Halogen-Leuchten gerade in kleinen Räumen und in der Nähe brennbarer Gegenstände ein Risiko darstellt.

Weitere Informationen zum Einsatz künstlicher Lichtquellen finden Sie in folgenden Artikeln:

Abbildung zweier Studioblitze mit unterschiedlichen Softboxen. Links Strip Lights, rechts Oktaeder.

Studiofotografie mit Kunstlicht – Einsatz von Hilfsmitteln

Das besondere an der Studiofotografie ist die Beherrschbarkeit der Lichtverhältnisse. Durch den Einsatz von Kunstlichtquellen ergibt sich die Möglichkeit, die Lichtleistung, die Lichttemperatur und die Lichtrichtung bestimmen zu können. Einige dieser Faktoren können direkt durch die Lichtquelle beeinflusst werden. Für detaillierte Feineinstellungen des Lichts werden Hilfsmittel wie Lichtformer, Diffusor, Reflektor und Co. benötigt. Durch die Kombination von Lichtquelle und Hilfsmittel ist es möglich, optimale Lichtbedingungen zu schaffen.

Welche Möglichkeiten diese Hilfsmittel in der Studiofotografie bieten, erfahren Sie hier.

Lichtformer

Softboxen für zielgerichtetes Licht

Softboxen bestehen typischerweise aus Stoff und bilden meist die Grundlage für eine gleichmässige und flächige Ausleuchtung.

Im Aufbau bestehen die Innenseiten einer Softbox aus einem reflektierenden Material, welches dafür sorgt, dass das Licht zurückgeworfen und durch die Vorderseite der Box gelenkt wird. Das Licht erhält dadurch eine konkrete Form und Richtung und kann somit zur gezielten Ausleuchtung und Schattensetzung verwendet werden. Bevor das Licht aus der Softbox nach aussen gelangen kann, durchquert es zwei Schichten: Ein im Inneren gespanntes weisses Tuch und die äussere weisse Abdeckung der Box. Diese beiden Schichten brechen das Licht, wodurch es weicher und grossflächiger gestreut wird. Sie wirken also als Diffusor. Softboxen können sowohl an Dauerlicht-Leuchten als auch an Blitzköpfen angebracht werden.

Des Weiteren gibt es sie in unterschiedlichen Formen. Weit verbreitet sind vor allem die quadratischen Varianten, da diese sehr einfach in ihrer Handhabung sind. Schmale, Rechteckige Softboxen werden als Strip Lights bezeichnet und dienen oft dazu, Objekte seitlich von hinten zu beleuchten. Es gibt auch Softboxen mit mehr als vier Ecken. Hierbei werden bei der Portraitfotografie bevorzugt Oktaeder eingesetzt, da diese einen angenehmen Reflex im Auge der zu fotografierenden Person hinterlassen.

Abbildung eines Studioblitzes mit einer achteckigen Softbox ohne Frontabdeckung.

Abbildung eines Studioblitzes mit einer achteckigen Softbox ohne Frontabdeckung.

Lichtschirme als handliche und kompakte Lichtformer

Eine weitere Möglichkeit das Licht in die richtige Form zu bringen, bieten Lichtschirme. Diese werden nahezu ausschliesslich bei Blitzköpfen verwendet. Lichtschirme lassen sich wie handelsübliche Regenschirme aufspannen und wieder schliessen, wodurch sie in ihrer Grösse handlich und platzsparend sind.

Es werden zwei Arten unterschieden. Die erste Art Lichtschirm besteht aus einem weissen, leicht transparenten Stoff und nennt sich Durchlichtschirm. Die Aufgabe dieses Durchlichtschirms ist die gleiche wie bei einer Softbox. Durch das Durchdringen des Lichts durch den Stoff wird das Licht gebrochen, wodurch es weicher und grossflächiger wird. Die zweite Variante ist der Reflektorschirm. Dieser lässt kein Licht hindurch, sondern reflektiert das Licht auf das Motiv. Wie bei einer Softbox besteht auch die Innenseite des Schirms aus einem reflektierenden Material.

Sowohl die Softbox als auch der Durchlichtschirm werden beim Aufbau in Richtung des Motives platziert. Der Reflektorschirm wird um 180 Grad vom Motiv weggedreht, sodass die Hinterseite des Blitzkopfes in Richtung des Objektes zeigt. Es handelt sich dabei um indirektes Blitzen, welches auch durch das Blitzen gegen eine Wand bewirkt werden kann.

Reflektoren

Gerade für Objekte mit vielen Ecken und Kanten benötigt man Licht aus allen Richtungen, um diese ohne starke Schatten aufzunehmen. Dies kann die Verwendung mehrerer Lichtquellen bedeuten. Eine Alternative zu mehreren Lichtquellen stellen Reflektoren dar. Diese können gegenüber der Lichtquelle positioniert werden, sodass sie das Licht reflektieren und dadurch das gewünschte Motiv von einer zusätzlichen Richtung ausgeleuchtet wird.

Im Gegensatz zu einem Diffusor sind Reflektoren lichtundurchlässig und in verschiedenen Grössen, Formen und Farben erhältlich. Bei den Farben handelt es sich um Silber, Gold, Weiss und Schwarz. Die silberne Variante sorgt für ein eher kühles und die goldene für ein warmes Licht. Ein weisser Reflektor wirft das Licht nur zurück, ohne die Temperatur des Lichts zu verändern. Der schwarze Reflektor wiederum ist ein Ausnahmefall und in seiner Funktion nicht wirklich ein Reflektor. Ganz im Gegenteil verschluckt er das Umgebungslicht und trägt dazu bei, eine Seite des Motives abzudunkeln.

Um kleinere Details an einem Objekt in Szene zusetzten, die auf der Probeaufnahme noch zu dunkel wirken, kann bereits ein weisses Blatt Papier genutzt werden, um eine Reflektion des Lichts auf die gewünschte Stelle zu erzeugen.

Fazit

Um ein Motiv gut auszuleuchten sind in den meisten Fällen Dauerlicht-Leuchten oder Studioblitze ein Muss. Diese Sorgen jedoch nicht allein für die passende Lichtstimmung, weshalb Softboxen und Lichtschirme ein wichtiger Bestandteil in der Fotografie sind. Sie streuen das Licht und lassen es weicher erscheinen.

Sorgen ein oder zwei Lichtquellen mit Softboxen bereits für die richtigen Bedingungen, bedeutet das nicht immer, dass alle Stellen gut ausgeleuchtet sind. Den Einsatz weiterer Lichtquellen umgeht man mit Reflektoren, die durch die gekonnte Platzierung das Licht auf die gewünschte Stelle weiterleiten.

Folglich sind Kunstlichtquellen, wie Dauerlicht-Leuchte und Studioblitz, in Verbindung mit Softboxen, Lichtschirmen und Reflektoren ein gelungenes Zusammenspiel, um ein Objekt oder eine Person perfekt auszuleuchten und in Szene zu setzten.

Studioaufbau – Kamera mit einer Dauerlicht-Leuchte

Anordnung und Positionierung verschiedener Kunstlichtquellen

Die zwei gängigsten Lichtquellen sind der Studioblitz und das Dauerlicht. Diese können separat, aber auch gemeinsam eingesetzt werden. Oft reicht jedoch eine einzelne Lichtquelle nicht aus, um das gewünschte Motiv optimal in Szene zu setzen. Nun stellt sich die Frage, wie mehrere Lichtquellen positioniert werden müssen, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen. Die optimale Anordnung hängt vom fotografierten Motiv und den räumlichen Gegebenheiten ab.

Portraitfotografie – die richtige Anordnung

Bei der Fotografie von Personen werden in der Regel drei Lichtquellen verwendet, das Führungslicht, das Aufhelllicht und das Spitzlicht.

Das Führungslicht, auch «Keylight» genannt, ist in dieser Komposition die Hauptlichtquelle und ist somit das stärkste der drei Lichter. Dieses wird in einem 30- bis 45-Grad-Winkel rechts oder links von der Kamera aufgestellt und so positioniert, dass das Licht schräg über das Auge des Models fällt. Durch die Anordnung dieses Lichts wird die eine Gesichtshälfte gut ausgeleuchtet. Auf der gegenüberliegenden Seite wiederum zeichnen sich harte Schatten ab.

Um der Schattenbildung entgegenzuwirken, wird eine weitere Lichtquelle auf Höhe der Kamera oder gegenüber dem Führungslicht positioniert. Dabei handelt es sich um das Aufhelllicht, auch «Filllight» genannt. Dieses ist schwächer als das Führungslicht und mindern den Kontrast zwischen den beiden Gesichtshälften.

Die dritte Komponente ist das Spitzlicht (Backlight), welches im Hintergrund aufgebaut wird und das Model von hinten anleuchtet. Dadurch entsteht eine klare Abgrenzung zwischen Kopf und Hintergrund, wodurch die Aufnahme eine höhere Tiefenwirkung erlangt.

Produktfotografie – die richtige Anordnung

Gerade Objekte mit vielen Ecken und Kanten benötigen für die optimale Ausleuchtung viel Licht. Deshalb gibt es bei der Produktfotografie, wie schon bei der Portraitfotografie, verschiedene Komponenten.

Begonnen wird auch hier mit der Positionierung des Führungslichts. Soll das Objekt gleichmässig ausgeleuchtet werden, besteht das Führungslicht aus zwei Lichtquellen. Diese sollten die gleiche Lichtstärke aufweisen und jeweils links und rechts von der Kamera aufgestellt werden, sodass das Licht auf das Objekt fällt. Nach der ersten Probeaufnahme lässt sich erkennen, dass das Motiv bereits relativ gut beleuchtet ist, nur die obere Kante erscheint noch etwas dunkel.

Da das gewählte Produkt rundum zur Geltung kommen soll, wird eine weitere Lichtquelle über dem Objekt angebracht. Nun lässt sich auf der zweiten Probeaufnahme erkennen, dass auch die obere Kante gut zur Geltung kommt.

Ist die Ausbeute der bisher verwendeten Lichtquellen zufriedenstellend, geht es anschliessend um die Details. Wie bei der Portraitaufnahme soll auch bei der Produktfotografie eine Tiefenwirkung erzeugt werden. In diesem Fall können statt einem separaten Spitzlicht zwei Reflektoren verwendet werden. Diese werden schräg hinter dem Objekt platziert, damit sie das Führungslicht auf die Rückseite des Objektes reflektieren.

Collage aus zwei Fotografien- links schlecht beleuchtet und rechts gut beleuchtet – Motiv sind ein kleines Klavier und ein M

Das erste Bild links wurde nur mit einer Lichtquelle von links beleuchtet. Daraus resultieren starke Schatten. Das zweite Bild wurde von links, rechts und leicht von oben angestrahlt. Das Motiv zeigt viel weniger Schatten und kommt gut zur Geltung.

Mit dem Aufbau des Führungslichts, des Oberlichts und der Reflektoren als Ersatz für das Spitzlicht ist der Set-Aufbau vollständig. Sollten dennoch Details nicht optimal zur Geltung kommen, können weitere Reflektoren, wie beispielweise in Form eines weissen Blatt Papiers, verwendet werden. Diese sollten so ausgerichtet werden, dass sie das Licht auf die schlecht ausgeleuchtete Stelle umlenken.

Weitere Feinheiten lassen sich durch verschiedene Kameraeinstellungen kontrollieren. Dabei hat bei der Produktfotografie der Blendenwert die grösste Bedeutung. In den meisten Fällen soll bei der Produktfotografie eine hohe Schärfentiefe erzeugt werden. Dies gelingt vor allem mit einer eher geschlossenen Blende. Folglich ist es sinnvoll, mit einem niedrigen Blendenwert wie beispielsweise f/16 zu arbeiten.

Studioaufbau aus zwei Softboxen und einer Kamera

Auf diesem Bild ist ein Set-Aufbau zu sehen, bei dem bisher nur das Führungslicht aufgebaut wurde. In beiden Softboxen befinden sich Studioblitze, welche auf die gleiche Leistung eingestellt wurden.

Set-Aufbau – Studioblitz oder Dauerlicht?

Sowohl bei der Produktfotografie als auch bei der Portraitfotografie können für den Set-Aufbau Dauerlicht-Leuchten oder Studioblitze verwendet werden. Auch eine Kombination aus beiden Lichtquellen ist möglich, solange diese richtig aufeinander eingestellt sind.

Für den Einsteiger ist die Arbeit mit dem Dauerlicht einfacher, da die Lichtwirkung sofort eingeschätzt werden kann.

Fazit

Der Set Aufbau besteht in nahezu jeder Situation aus verschieden Lichtquellen. Hierbei bildet das Führungslicht immer die Basis. Probeaufnahmen können dabei helfen, die Wirkung der verschiedenen Lichtquellen sichtbar zu machen. Deshalb empfiehlt es sich, nach dem Aufbau jeder einzelnen Lichtquelle eine Aufnahme zu machen, um somit die Lichtwirkung zu erkennen, zu verstehen und diverse Defizite festzustellen. Anschliessend lassen sich die Defizite Schritt für Schritt mit weiteren Lichtquellen und Hilfsmitteln ausgleichen.

Wie in nahezu allen Bereichen der Fotografie gehört auch beim Lichtaufbau etwas Übung und Erfahrung dazu, bis der Aufbau ohne weiteres von der Hand geht. Doch wenn der Basisaufbau einmal sitzt, bietet die Arbeit mit Licht noch viele weitere Möglichkeiten.

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Light Painting – ein glühender Kreis mit sprühenden Funken

Light Painting – Malen mit glühender Stahlwolle

Light Painting – Malen mit Licht bedeutet, die Bewegung einer Lichtquelle fliessend mit der Kamera festzuhalten. Dafür eigenen sich verschiedenen Lichtquellen, wie Kunstlicht und auch Feuer. Das Element Feuer ist gefährlich, zerstörerisch und faszinierend zu gleich und nicht immer leicht zu kontrollieren. Mit brennender Stahlwolle ist es möglich, die Unkontrollierbarkeit zu umgehen und beeindruckende Aufnahmen von glühenden Spiralen und weitläufigen Funkenflug zu machen. Wie das funktioniert und was dabei unbedingt beachtet werden sollte, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was wird für Light Painting benötigt?

Als erste Voraussetzung wird eine Kamera benötigt, an der die Belichtungszeit und die Blende manuell eingestellt werden können. Dies kann eine digitale Spiegelreflexkamera oder auch eine Systemkamera sein. Des Weiteren werden Stahlwolle benötigt, ein Schneebesen und ein feuerfestes Seil, bestenfalls ein dünnes Stahlseil. Alternativ kann auch eine Kette verwendet werden. Die Länge des Seils sollte zwischen 50 und 100 Zentimeter betragen, je nach Körpergrösse. Der Schneebesten sollte robust und komplett aus Metall sein. Beim Kauf der Stahlwolle ist zu beachten, dass es diese in mehreren Stärken gibt. Für die Erstellung solcher Aufnahmen kommen nur die Stärken 000 bis 0 in Frage. Desto mehr Nullen, umso feiner ist die Stahlwolle und umso besser und schneller brennt sie.
Liegen der Schneebesen, das Seil und die Stahlwolle parat, lässt sich die benötigte Vorrichtung in nur drei Schritten zusammenbauen.

Schritt 1:

Den Innenraum des Schneebesens mit Stahlwolle befüllen.

Schritt 2:

Die Stahlwolle durch Auseinanderziehen lockern, damit sie besser brennt.

Schritt 3:

Das Seil am Ende des Schneebesens befestigen. Besitz der Schneebesen eine Öse, lässt sich das Seil leicht anknoten. Ist dies nicht der Fall, kann man das Seil mit einem sehr robusten Klebeband, wie dem Gaffa-Tape, ankleben.
Tipp: Im Falle, dass ein Stahlseil oder eine Kette verwendet wird, kann es für den Griff angenehmer sein, auch das Ende des Seils mit dem Gaffa-Tape zu umwickeln.
Liegt die Vorrichtung gut in der Hand und ist es ist dunkel, kann es fast schon losgehen.

Sicherheit geht vor!

Feuer ist nicht ungefährlich. Es kann schwere Verbrennung hervorrufen und breitet sich ziemlich schnell aus. Deshalb ist es wichtig, diese Fotos auf weitem Gelände und freien Plätzen zu machen. Falls doch die Wiese, ein Strauch oder ein anderer Gegenstand Feuer fängt, sollten immer ein Feuerlöscher, ein Eimer Wasser oder schwer entflammbare Decken in greifbarer Nähe sein.
Für den eigenen Schutz empfehlen sich feste Schuhe, lange Bekleidung und Handschuhe. Zudem ist es für den optischen Aspekt nützlich, dunkele Kleidung zu tragen, die auf den Fotos zwischen den Flammen und Funken nur schwer zu erkennen sind.
Light Painting – eine glühende Kugel mit sprühenden Funken

Die richtigen Kameraeinstellungen

Spiralförmige Linien und Funkenflug lassen sich durch ein rotierendes Schleudern der Vorrichtung mit der brennenden Stahlwolle bewirken. Umso schneller die Stahlwolle durch die Luft gewirbelt wird, desto höher fliegen die Funken. Um aus dieser Bewegung fliessende Linien zu kreieren, werden lange Belichtungszeiten benötigt. Als Ausgangssituation ist eine Belichtungszeit von 25 Sekunden optimal. Das entstehende Licht wird durch eine eher geöffnete Blende, wie Blende f/5, im vollen Umfang erfasst. Da die Effekte, die durch die glühende Stahlwolle entstehen, am besten bei Dunkelheit wirken, sollte der ISO-Wert klein gehalten werden, sodass in den schwarzen Bereichen des Fotos kein unschönes Rauschen entsteht.
Für derlei Aufnahme eigenen sich am besten Weitwinkelobjektive mit kleinen Brennweiten, da die Arbeit mit dem Feuer einen relativ grossen Sicherheitsabstand zur Kamera erfordert. Ist der Abstand zu klein, können die sprühenden Funken sowohl die Kamera als auch das Objektiv beschädigen. Ein Probelauf ohne Kamera hilft dabei, den Funkenflug einschätzen zu können und danach die Kamera zu positionieren.
Ist die Kamera richtig platziert, wird die Stahlwolle mit einem Feuerzeug angezündet. Sobald durch die Bewegung die ersten Funken sprühen, sollte der Auslöser betätigt werden. Am besten lassen sich solche Aufnahmen zu zweit machen, damit einer die Stahlwolle in Bewegung bringt und der andere die Kamera bedingt. Ist man jedoch allein, kann ein Fernauslöser Abhilfe schaffen.

Mit Feuer malen

Für die Bewegung gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann man mit der Stahlwolle gleichmässige kreisförmige Bewegungen machen. Dadurch entsteht ein hell aufleuchtender Kreis, um den sich die Spuren der Funken ziehen. Dreht sich während des Rotieren die Person um sich selbst, erscheint eine dreidimensional wirkende Kugel. Eine Spirale lässt sich erzeugen, wenn die Parson mit der Stahlwolle während des Drehens nach und nach einen Schritt zurückgeht – leicht schräg zur Kamera. Wird die Stahlwolle wahllos durch die Luft geschleudert, bleibt die Wirkung auf dem Bild eine Überraschung.
Light Painting – ein glühende Spirale mit Funkenflug

Fazit

Light Painting ist eine Variante, um spektakuläre und kontrollierte Aufnahmen von Feuer zu machen. Wie so oft in der Fotografie heisst es auch hier: Geduld bewahren und mehrmals üben. Gerade für das erste Mal und die anfänglichen Versuche ist es empfehlenswert, sich eine helfende Hand mitzunehmen. Die richtige Kleidung, genügend Abstand und als Vorsichtsmassnahme etwas zum Löschen des Feuers sollten unbedingt dabei sein. Ansonsten ist Light Painting ein Bereich in der Fotografie, der für jeden umsetzbar und erschwinglich ist.


Dauerlicht-Ringleuchte und Studioblitz

Kombinieren verschiedener Lichtquellen

Studioblitz und Dauerlicht-Leuchte sind effektive Hilfsmittel in der Fotografie. Beide bringen jedoch Vor- und Nachteile mit sich. Die Dauerlicht-Leuchte ist nicht so lichtstark wie der Blitz und lässt sich nur beschränkt einstellen. Der Studioblitz bietet wiederrum eine grössere Bandbreite an Einstellmöglichkeiten. Im Gegensatz zur Dauerlicht-Leuchte kann die Wirkung des Blitzes nur schwer im Vorfeld beurteilt werden. Aus diesem Grund ist die Handhabung der Dauerlicht-Leuchte vor allem für den Anfänger einfacher. Aufgrund der Vor- und Nachteile beider Lichtquellen stellt sich hier die Frage, ob und wie sich beide kombinieren lassen, um die jeweiligen Vorteile zu geniessen.

Dauerlicht, Blitz oder auch beides?

Der grosse Vorteil von künstlichen Licht, im Gegensatz zum Sonnenlicht, ist die Kontrollierbarkeit. Sowohl beim Dauerlicht als auch beim Studioblitz kann bestimmt werden, aus welcher Richtung das Licht kommen soll und wie stark dieses sein soll. Wie bereits erwähnt, ist der Studioblitz in seiner Regelbarkeit flexibler und insgesamt auch lichtstärker. Zudem besteht beim Einsatz von künstlichen Licht die grosse Freiheit, mehrere Studioblitze oder mehrere Dauerlicht-Leuchten gleichzeitig einzusetzen.

Die Verwendung einer Dauerlicht-Leuchte ist leicht – aufstellen, einschalten und sofort lässt sich die Wirkung des Lichts erkennen. Im Falle, dass die Lichtwirkung zu stark oder zu schwach ist, lässt sich diese meistens dimmen. Für alle anderen Feinheiten bietet die Kamera zahlreiche Einstellungen zur Belichtungszeit, Blende und vielem mehr. Dabei erweist sich der Live-View-Modus der Kamera als besonders praktisch. Bei dessen Verwendung ist die Möglichkeit gegeben, alle Veränderungen sofort auf dem Display zu beobachten. Folglich lässt sich noch vor der Auslösung beurteilen, ob die Einstellungen und die Lichtwirkung den eigenen Vorstellungen entsprechen.

Beim Einsatz von einem oder mehrerer Studioblitze gestaltet sich die Handhabung nicht ganz so einfach. Dafür wiederum überzeugen sowohl die Möglichkeiten an Einstellungen, als auch die Überlegenheit der Lichtstärke. Aufgrund der Komplexität ist es jedoch wichtig, sich an die Arbeit mit einem Studioblitz heran zu tasten. Studioblitze bieten circa vier bis fünf Stufen, welche sich zum Teil bis auf eine Kommastelle genau regeln lassen. Ein guter Start liegt dabei stets in der Mitte, in Zahlen ausgedrückt zwischen zwei und drei. Die optimalen Anfangseinstellungen der Spiegelreflexkamera finden sich bei einer Belichtungszeit von 1/125 Sekunden, einer Blende von circa f/6 und einem ISO-Wert zwischen 100 und 200. Wurde eine solche Ausgangssituation geschaffen, ist es einfach, mit kleinen Schritten nachzujustieren. Aber auch die Veränderungen durch diverse Einstellungen bleiben bis nach der Aufnahme verborgen, da die Verwendung des Live-View-Modus in Verbindung mit einem Studioblitz nicht möglich ist. Das gleiche gilt bei der Benutzung eines externen Systemblitzes, der direkt am Blitzschuh angebracht wird.

Darstellung eines Motives mit verschiedenen Lichtquellen

Diese Bildreihe zeigt den Einsatz verschiedener Lichtquellen ohne Veränderungen der Kameraeinstellungen. Konkret wurden diese Aufnahmen von links nach rechts nur mit Studioblitzen, mit Studioblitzen und Dauerlicht und mit nur Dauerlicht ausgeleuchtet.

Die verschiedenen Wirkungen der Leuchtmittel lassen sich auf der oben abgebildeten Darstellung gut erkennen. Das erste Bild links wurde mit drei niedrig eingestellten Studioblitzen aufgenommen. Das Motiv in der Mitte wurde sowohl mit Blitzlicht als auch mit Dauerlicht ausgeleuchtet und das letzte Bild ganz rechts wurde nur mit einem Dauerlicht aufgenommen.

Dabei erzielte die Kombination aus Studioblitzen und Dauerlicht das beste Ergebnis. Sowohl beim ausschliesslichen Einsatz von Dauerlicht als auch beim alleinigen Einsatz der Studioblitze wirkt die Bildfarbe verfälscht. Am auffälligsten ist diese Verfälschung bei der Aufnahme mit den Studioblitzen, denn dieses hat einen Rotstich.

Licht allein macht keine perfekten Aufnahmen

Die Kombination von Dauerlicht und Studioblitz hat überzeugt. So entsteht die Möglichkeit, mit dem Dauerlicht ein Grundlicht zu erzeugen und mit dem zusätzlichen Blitz der Entstehung von ungewünschten Schatten entgegenzuwirken. Aber Vorsicht – viel hilft nicht immer viel – denn die zu benötigende Lichtmenge richtet sich sehr nach der Grösse des Motives. Aufgrund der Wahl eines kleinen Motives wurden hier sowohl die Blitze als auch das Dauerlicht mit einer niedrigen Einstellung verwendet. Bei grösseren Motiven können höhere Einstellungen notwendig sein.

Eine weitere Möglichkeit, dem Licht etwas entgegen zu wirken, ist die Einstellung der Blende. Durch das Öffnen und Schliessen der Blendenöffnung gelangt mehr oder weniger Licht auf den Sensor. Zudem beeinflusst die Blende die Schärfentiefe. Desto weiter die Blende geschlossen ist, umso höher ist die Schärfentiefe.

Darstellung eines mit Studioblitz und Dauerlicht beleuchteten Motives mit verschiedenen Blendeneinstellungen

Hier ist deutlich zu sehen, dass nicht nur die Lichtquellen, sondern auch die Kameraeinstellungen eine grosse Bedeutung haben. Für diese Aufnahmen wurde lediglich der Blendenwert und nicht der Einsatz der Lichtquellen verändert.

Auch hier ist es ratsam, sich an den richtigen Wert heranzutasten und mit einer Ausgangsblendenzahl von 6 zu beginnen. Bei der oben abgebildeten Fotoreihe wurde als einziger Faktor die Blendenzahl verändert. Sowohl die Einstellungen an den Blitzgeräten als auch die Belichtungszeit und der ISO-Wert sind bei allen drei Aufnahmen konstant. Das erste Bild links wurde mit der Blende f/6 aufgenommen und ist durch die geöffnete Blende sehr hell, nahezu überbelichtet. Auf dem mittleren Bild wurde die Blende geschlossen. Dabei wurde die Blende f/16 gewählt, welche unter den herrschenden Lichtverhältnissen eine viel zu dunkle Aufnahme realisierte. Das beste Resultat wurde mit Blende f/11 erreicht.

Studio-Kombination

Fazit

Künstliches Licht ist nicht nur eine hilfreiche und nötige Unterstützung in der Fotografie, es ist auch spannend, damit zu arbeiten. Die Möglichkeiten, die sich ergeben, sind vielfältig und je nach Geschmack gibt es viele Varianten des perfekten Bildes. Um sich jedoch an die Arbeit mit professionellen Lichtequipment heranzutasten, wird ein wenig Geduld und Feingefühl benötigt.

Detaillierte Informationen zum Dauerlicht finden Sie ausserdem in den Artikeln „Blitztechnik – Der Studioblitz“ und „Dauerlicht-Leuchten im Überblick“.

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