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Fussspuren im Sand – Strand von Koh Phi Phi

Fotografieren am Strand

Sommer, Sonne, Strand und Meer – Was kann man mehr wollen? Die schönen Erinnerungen an kilometerlange Spaziergänge am Strand, Sandburgenbauen oder die erste Surferfahrung bleiben auf jeden Fall unvergessen. Für spannende Aufnahmen vom Strand gibt es jedoch einiges zu beachten. Unterschiedliches Licht und vor allem die Tatsache, dass der Strand eine flache Landschaft ist, stellen so manchen Fotografen vor eine grössere Herausforderung. Wenn Sie die folgenden Tipps zur passenden Ausrüstung oder erforderlichen Kameraeinstellungen beachten, werden Sie beim Fotografieren garantiert erfolgreich sein.

Fotoausrüstung

Bei einem Strandausflug dürfen neben der Kamera, passende Filter, Objektive, Ersatzakkus und Speicherkarten in einer ordentlichen Kameratasche nicht fehlen. Zusätzlich dazu können Sie einen Blitz- oder Faltreflektor zum Aufhellen der Fotos einstecken. Bei den Objektiven sollte zwischen Weitwinkel, Teleobjektiv und Zoomobjektiv gewählt werden. Ihre Kamera sollte für Strandaufnahmen am besten auch gegen Spritzwasser und Sand geschützt sein, da es am Meer oft etwas windig sein kann.

Tipps für perfekte Strandbilder

Vor allem im Sommer sollte die Mittagssonne von 11 bis 15 Uhr vermieden werden, da das Licht zu dieser Zeit ungünstig ist. Durch das senkrecht auftreffende harte Licht der Sonne zur Mittagszeit entstehen bei der Portraitfotografie unschöne Schatten in den Gesichtern. Möchten Sie dennoch in diesem Zeitfenster am Strand fotografieren, können Sie den Schatten mittels Faltreflektor und dem Einsatz von Blitz entgegenwirken. Seitlichem Lichteinfall können Sie mit einer Sonnenblende vorbeugen. Ausserdem ist der Strand um diese Uhrzeiten vielerorts mit Menschen überfüllt, sodass neben Handtüchern, Sonnenliegen und Touristen viele Fussspuren den Strand zusätzlich optisch zerstören.

Nutzen Sie für unberührte Aufnahmen bei schmeichelnden Lichtverhältnissen und interessante Schatten idealerweise die goldene Stunde. Die Zeit direkt nach Sonnenaufgang und direkt vor Sonnenuntergang bringt weiches und warmes Licht, da die Blauanteile grösstenteils von der Atmosphäre herausgefiltert werden. Aber auch in der Blauen Stunde vor dem Sonnenaufgang und nach dem Sonnenuntergang können herrliche Aufnahmen gemacht werden. Wenn sich die Sonne hinter dem Horizont versteckt, entsteht ein stark leuchtendes Blau. Melancholie liegt in der Luft. Packen Sie für solche Momente ein Stativ ein und probieren Sie die Langzeitbelichtung aus. Da die richtige Belichtung in den meisten Fällen schwer zu ermitteln ist, sollten Sie mit Belichtungsreihen arbeiten. Spielen Sie beim Sonnenuntergang auch mit Silhouetten.

Fotografieren Sie nicht nur stupide Strand und Meer, sondern auch Menschen. Es wäre äusserst schade, wenn Sie mit zahlreichen Ferienbildern heimkehren, aber keines beweist, dass Sie jemals an diesem Strand persönlich vor Ort waren und das mitgebrachte Foto selbstgeschossen ist. Nutzen Sie dafür beispielsweise den Fern- oder Selbstauslöser.

Anstatt der Belichtungsautomatik sollte die manuelle Belichtung genutzt werden. Für manche Aufnahmen bietet sich auch eine bewusste leichte Überbelichtung an.
Anwendung der Drittelregel am Strand

Wenden Sie die Drittelregel an. Der Hintergrund sollte im oberen oder unteren Drittel des Fotos platziert werden. Der Horizont ist beim Fotografieren gerade zu halten. Zur Hilfe können Sie die Gitternetzlinien auf dem Display oder im Sucher nutzen. Nur wenn es die Bildaussage unterstützt, darf der Horizont mehr als 30 Grad von der Waagerechten abweichen. Ausserdem sollten Sie mit Schärfe und Unschärfe spielen, um interessante Motive zu gestalten. Hintergrund und Hauptmotiv sollten dabei nicht gleichzeitig scharf sein. Entschärfen Sie deshalb beispielsweise den Hintergrund.

Während des Strandbesuchs sollten Sie keine Objektive wechseln. Die Gefahr, dass der Sand Objektiv und Kamera beschädigt, ist gross. Stattdessen sollte ein Zoom-Objektiv verwendet werden. Achten Sie während des Fotografierens stets auf sauberes Equipment. Saubere Linse und Sensor sind Grundvoraussetzung für schöne Aufnahmen. Wasserspritzer sollten möglichst vermieden werden. Tagsüber bietet sich ein Polarisationsfilter an. Zum einen schafft dieser klarere Bilder und zum andern dient er als zusätzlicher Objektivschutz. Ein ND-Verlaufsfilter kann zum Abdunkeln und für mehr Kontrast genutzt werden.

Nach dem Fotografieren sollten Sie das Objektiv mit einer Gegenlichtblende oder einem Objektivdeckel schützen und die Kamera sicher in einem Kamerarucksack verstauen. Reinigen Sie nach jedem Strandbesuch Ihre Kamera mit einem weichen und fusselfreien Tuch sorgfältig.

Kameraeinstellungen für grelles Licht und Reflexionen

  • Automatik: Strand- oder Schneemodus
  • Manuelle Ausgangseinstellung: AV-Modus, automatischer ISO, Blende 8
  • Zubehör: Polarisationsfilter, Sonnenblende

Kameraeinstellungen bei Gegenlicht

  • Automatik kaum möglich, besser Belichtungsreihe
  • Manuelle Ausgangseinstellung: Blende 4 bis 8, Verschlusszeit 1/400 s, max. ISO 100,
  • Zubehör: Stativ, Gegenlichtblende

Kameraeinstellungen bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang

Platzieren Sie die Kamera möglichst niedrig. Ausserdem bietet sich ein vorgeschalteter Verlaufsfilter an. Dieser gleicht extreme horizontale Lichtunterschiede aus.

  • Automatik: Szenenautomatik Sonne oder ähnlich, Belichtungsreihe
  • Manuelle Ausgangseinstellung: ISO 100, 1/200 s, RAW-Format, Blende 8-11
  • Zubehör: Stativ, Fernauslöser, Verlaufsfilter

Sonnenuntergang am Strand in Thailand

Fotoideen

Wenn Sie nicht einfach nur Strand mit Wasser fotografieren möchten, probieren Sie es doch einmal mit etwas Action. Anstatt eine stehende oder sitzende Person im Vordergrund des Meeres, können Sie die Person beim ins Meer laufen oder springen fotografieren. Nutzen Sie dafür ein Weitwinkelobjektiv und eine sehr kurze Belichtungszeit. Wechseln Sie öfter die Perspektive, in dem Sie aus unterschiedlichen Positionen fotografieren. In diesem Fall bietet es sich an, aus der Liegeposition etwas schräg nach oben zu fotografieren. Aber auch Fotos mal von Höhe des Bauches oder knieend aufgenommen, erzeugen Spannung.

Einzigartige Strandbilder erhalten Sie auch, wenn Sie mehrere Ebenen schaffen. Fotografieren Sie beispielsweise Kinder beim Spielen im Sand. Die Sandburg im Vordergrund, das Kind im Mittelgrund und im Hintergrund scharf das Meer. Für eine solche Aufnahme ist eine kniende Fotoposition optimal.

Natürlich können und sollten Sie auch am Strand mit Details arbeiten. Dazu suchen Sie sich markante Sachen wie Treibgut, bunte Steine oder Möwen und arbeiten diese als Blickfang heraus. Sie können beispielsweise aus Muscheln auch Wege schaffen, die auf Bildern künstliche Linien suggerieren. Ausserdem können Fluchtlinien geschickt gesetzt werden. Dafür bietet sich zum Beispiel eine Brücke zu einer entfernten Insel an. Vergessen Sie nicht mittels bunten Bällen, Strandkörben oder Sonnenschirmen Farbakzente zu setzen.

Sie können aber auch sportliche Strandaktionen für die Ewigkeit festhalten. Egal ob Windsurfer, Menschen beim Drachen steigen lassen, Strandsegler, Motorbootfahrer, Stand Up Paddler, Powerkiter oder Wellenreiter – jede dieser Sportarten hat auf Fotos Ihren Reiz. Beachten Sie bei schnellen Bewegungen, wie etwa bei Surfern darauf, dass Sie eine Verschlusszeit von 1/500 s oder 1/1000 s wählen, um die Bewegung der Welle und des Surfers einzufrieren.

Auch der Einsatz einer Unterwasserkamera bietet sich bei der Strandfotografie an. Sie werden mit einzigartigen Unterwasseraufnahmen vom Schwimmen, Tauchen oder den versunkenen Meereswelten belohnt.

Fazit

Seien sie kreativ und nutzen Sie die Möglichkeiten, welche die Küste so bietet. Weisse Traumstrände, türkisblaues Wasser und Sonne haben grosses Potenzial für einzigartige Aufnahmen. Bevorzugt sollte die Zeit nach dem Sonnenaufgang oder vor dem Sonnenuntergang genutzt werden. Fotos von Stränden können im Sommer wie im Winter aufgenommen werden. Wenn Sie die oben aufgeführten Tipps bei Ihrem nächsten Strandausflug im Hinterkopf behalten, werden Sie mit vielen meisterhaften Strandfotos das Meer erholt und zufrieden wieder verlassen.

Durch den Aufhellblitz wird der Vordergrund trotz Gegenlicht hervorgehoben

Fotografieren mit Aufhellblitz

Um schwierige Lichtverhältnisse auszugleichen, kommt beim Fotografieren häufig der Blitz zum Einsatz. Doch Blitzlicht ist nicht gleich Blitzlicht. Je nach Situation und gewünschter Wirkung kann der Blitz mit speziellen Einstellungen für jegliche Motive bei unterschiedlichen Aufnahmebedingungen eingesetzt werden. Die verschiedenen Vorgehensweisen beim Fotografieren mit Blitzlicht werden nach der Aufgabe des Blitzes unterschieden, also ob er als Hauptlicht, Aufhell- oder Hilfslicht fungieren soll. Weitere Unterscheidungsmerkmale sind beispielsweise der Zeitpunkt der Lichtabgabe, die direkte oder indirekte Abgaberichtung des Lichtes und die Bauart bzw. Position des Blitzes.

Wir erklären den richtigen Einsatz des Aufhellblitzes, wann dieser besonders geeignet ist und wie man die entsprechenden Einstellungen an der Kamera vornimmt.

Wirkung

Das sogenannte Aufhellblitzen ist vor allem dann von Bedeutung, wenn gegen die Sonne oder eine andere Lichtquelle fotografiert wird. Hierbei sorgt der Blitz dafür, dass der Vordergrund des Motivs ausreichend aufgehellt wird und starke Hell-Dunkel-Kontraste verringert werden. Ohne das gezielte Aufhellen wären das Objekt oder die Person, die fotografiert werden sollen, lediglich dunkle Silhouetten vor einem sehr hellen Hintergrund. Bei grellem Gegenlicht der Sonne bilden sich zudem starke Schlagschatten oder etwa Schatten unter den Augen der zu fotografierenden Person, die durch den Aufhellblitz ebenfalls abgemildert werden können. Dabei soll die natürliche Lichtstimmung im Bild bestmöglich erhalten bleiben. Auf einem perfekten Foto erkennt das ungeübte Auge kaum, dass ein Blitz verwendet wurde.

Gruppe vor dem Sonnenuntergang

Interner und externer Blitz

Als Aufhellblitz kann sowohl der interne Blitz der Kamera als auch ein externer zum Aufstecken auf das Kameragehäuse verwendet werden. In Kompaktkameras oder auch Smartphones kann man den internen Blitz leicht über das Einstellungsmenü oder gegebenenfalls über einen entsprechenden Knopf aktivieren. Dieser lässt sich allerdings oft nicht in seiner Intensität variieren, wodurch man den erforderlichen Abstand zum Motiv ausprobieren muss, um optimale Ergebnisse zu erhalten.

Der Vorteil bei der Verwendung eines externen Blitzes besteht in der Anpassungsmöglichkeit der Blitzstärke an die Aufnahmebedingungen. So kann das verfügbare Licht bzw. Gegenlicht trotz Blitzlicht für die Bildwirkung verwendet werden. Daher wird die Intensität beim Aufhellblitz meist eher gedämpft eingestellt. Dies ist jedoch abhängig von der Stärke des Gegenlichts und dem Abstand zum Motiv. Je heller der Blitz, desto grösser darf die Distanz zum Motiv sein. Nicht alle Kameramodelle unterstützen externe Blitzgeräte. Für DSLRs und Smartphones lassen sich externe Blitze in unterschiedlichen Preisklassen erwerben.

Alt-Text: Blumenwiese im Gegenlicht

Einstellungsmöglichkeiten

Die richtigen Einstellungen hängen sowohl von der Kamera bzw. der Marke als auch von der Grösse und Leistung des verwendeten Blitzes ab. Möchte man nicht mit der Blitzautomatik fotografieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Blitz passend zu den Lichtverhältnissen und der gewünschten Wirkung einzustellen:

Über die manuelle Einstellung am Blitz oder im Einstellungsmenü der Kamera kann man die gewünschte Blitzleistung auswählen. Die im Automatikmodus aktive Belichtungsmessung wird beim Umstellen auf manuell deaktiviert. Die Kamera gibt nun nur noch das Auslösesignal und die Brennweite an den Blitz weiter, die Leistung muss zuvor manuell eingestellt werden. Diese wird meistens in 1/1 für maximale, ½ für die 50 Prozent und ¼ für 25 Prozent der Leistung angegeben. Zu Beginn sollte man am besten mit geringen Werten testen und die Blitzleistung bei Bedarf nach oben anpassen. Bei geringerer Leistung lädt der Blitz nach einigen Malen Auslösen schneller wieder auf, wodurch auch schnelle Reihenaufnahmen möglich sind. Ist eine hohe Blitzleistung erforderlich, verlängert sich auch die Ladezeit nach jedem Zünden.

Sollte eine manuelle Leistungseinstellung nicht möglich sein, besitzen manche Kameras eine Funktion zur Blitzbelichtungskorrektur. Ähnlich wie bei der Belichtungskorrektur regelt man hier mit negativen Werten. Für die Reduktion der Blitzleistung um einen Blendenstufenlichtwert ist der Wert – 1 erforderlich. Um den idealen Wert für die Blitzbelichtungskorrektur zu finden, ist wieder Ausprobieren und Üben gefragt. Bei regelmässiger Verwendung dieser Einstellungsmethode entwickelt man schnell ein Gefühl für den richtigen Wert für die gegebene Situation.

Für Einsteiger verfügen viele Kameras über diverse Motivprogramme, die hinsichtlich ihrer Einstellungen an bestimmte Motivthemen angepasst sind und ähnlich wie der Automatikmodus funktionieren. Neben Sport, Landschaft und Makro gibt es meist auch ein Programm mit der Bezeichnung „Gegenlicht“, „Nachtportrait“ oder Ähnlichem. Insbesondere für spontane Schnappschüsse mit Gegenlicht oder der hochstehenden Mittagssonne und wenig Zeit zum manuellen Anpassen des Blitzes können diese auf jeden Fall ausprobiert werden.

Die besten Ergebnisse bezüglich natürlicher Bildwirkung und optimaler Ausleuchtung erhält man natürlich mit den manuellen Einstellungen oder der Blitzbelichtungskorrektur, aber für alle, denen das zu schwierig oder aufwändig ist, bieten Motivprogramme eine gute Alternative.

Durch die Baumwipfel fallendes Sonnenlicht macht die Lichtstimmung magisch

Lichtverhältnisse optimal nutzen – Welches Licht sorgt für schöne Fotos?

Für das menschliche Auge ist Licht mit einer Wellenlänge zwischen ca. 380 bis 780 Nanometern sichtbar. Die Wellenlänge des Lichts bestimmt dabei die Farbe, die die meisten Menschen wahrnehmen. In der Fotografie sind darüber hinaus Lichtintensität, Polarisation und Beleuchtungsrichtung von grosser Bedeutung. Die Richtung des Lichts und die Farbtemperatur variieren dabei abhängig von Tageszeit, Wetter, Jahreszeit, Verschmutzung der Luft und geographischer Lage.

„Goldene Stunde“, „Blaue Stunde“, weiches oder hartes Licht, Vorder-, Seiten- und Gegenlicht – Wir geben Ihnen einen Überblick über unterschiedliche Lichteigenschaften, die für die Fotografie Relevanz besitzen.

Lichtstimmung

Abhängig von der Farbtemperatur des verfügbaren Lichts kann die Farbwiedergabe des Fotomotivs völlig unterschiedlich sein. Die Atmosphäre beeinflusst das auf der Erde ankommende Sonnenlicht so, dass abhängig von Bewölkung, Luftfeuchtigkeit, Luftverschmutzung und ähnlichen Faktoren bestimmte Wellenlängen des Lichts absorbiert werden. Je tiefer die Sonne dazu steht, desto grösser ist zudem die Distanz, die das Licht zur Erdatmosphäre zurücklegen muss.

Bei tiefem Sonnenstand werden zuerst die blauen Anteile des Lichts absorbiert. Das verbleibende Licht hat dann einen hohen Rotanteil, wirkt warm und schmeichelhaft. Rötliche Sonnenauf- und Untergänge und die warmen Farben am Abend sowie am Morgen resultieren aus diesem hohen Rotanteil. In der sogenannten „Goldenen Stunde“ lassen sich besonders schöne Fotos aufnehmen. Durch das warme Licht werden Farben intensiviert, Schatten konturreicher und Hauttöne schimmern.

Im Abendlicht sieht der Himmel tiefrot aus – Vögel und Bäume wirken schwarz

Im Abendlicht sieht der Himmel tiefrot aus – Vögel und Bäume werden nur noch als Schatten wahrgenommen | Quelle: Gerd Gropp

Wird es noch etwas dunkler, folgt die „Blaue Stunde“. Nach Sonnenuntergang – wenn die Atmosphäre die entsprechenden Bedingungen bietet – leuchtet die Umgebung in königsblau. Besonders Motive, die mit Kunstlicht beleuchtet sind, lassen sich trotz des geringen Restlichts am Himmel noch sehr gut ablichten. Es ist empfehlenswert, ein Stativ zu nutzen und ein automatisches Belichtungsprogramm zu wählen.

Auch bei relativer Dunkelheit ist es meist besser, keinen Blitz zu verwenden. Motive, die weiter entfernt sind, können durch einen Blitz ohnehin nicht ausgeleuchtet werden. Zudem besteht die Gefahr, dass das Bild dadurch völlig unnatürlich beleuchtet wird und die schöne Stimmung nicht mehr eingefangen werden kann oder gar zu dunkel bzw. völlig schwarz wird. Besser ist, entsprechend mit Belichtungszeiten und ISO-Werten zu experimentieren oder – bei weniger Erfahrung – auf die automatischen Programme der Kamera zu setzen.

Lichtrichtung

Relevant für die Fotografie sind vor allem Vorder-, Seiten- und Gegenlicht. Die Lichtrichtung beschreibt dabei den Winkel zwischen Lichtquelle, Fotomotiv und Kamera. Die Lichtrichtung wirkt auf die räumliche Tiefe des fotografierten Motivs, da sie Schattenrichtung und -länge bestimmt.

Vorderlicht strahlt in Richtung der Aufnahme. Da die Schatten hinter dem Motiv verborgen sind, wird kein räumlicher Eindruck vermittelt.

Seitenlicht kann diffus sein oder in einem gebündelten Strahl in einem Winkel von 20 – 80° einfallen. Es gilt auch als «Universallicht» und ist geeignet für die meisten Motive. Der einfallende Schatten erzeugt dabei räumliche Tiefe und betont Konturen. Wenn Streiflicht in einem Winkel von ca. 80 – 100° auf Motive fällt, so werfen diese lange Schatten. Streiflicht ist dadurch besonders gut geeignet, um Oberflächenstrukturen darzustellen.

Besonders das Fotografieren im Gegenlicht ist keine einfache Angelegenheit. Tipps dazu finden Sie in unserem Artikel Lost Places im Gegenlicht fotografieren.

Sonnenaufgang über einem Gewässer mit Nebel und wunderschönen Sonnenreflexen

Beim Fotografieren mit Gegenlicht treten leicht Blendenreflexe auf den Fotos auf. Dies lässt sich mit einer Gegenlichtblende vermeiden. | Quelle: Gundel Woite

Weiches oder hartes Licht und Kunstlicht

In der senkrecht stehenden Sonne am Mittag werden die Sonnenstrahlen nur wenig gestreut und das Licht hat einen verhältnismässig kurzen Weg durch die Atmosphäre zurückgelegt. Dadurch entsteht hartes Licht mit scharfen Schatten und starken Helligkeitsunterschieden zwischen beleuchteten Bereichen und Schattenbereichen. Besonders Portraits wirken oft unschön durch die sich im Gesicht abzeichnenden Schatten.

Auch künstliches Licht kann hart sein, wenn die Beleuchtungsquellen entsprechend kleine Reflektoren besitzen, also punktförmig sind. Dies gilt auch für eingebaute oder externe Blitze. Fällt das Licht von vorn auf das Motiv, wird die Wirkung jedoch gedämpft. Besonders bei seitlichem Einfall von hartem Licht kommt es zu starker Schattenbildung.

Pflanzensprösslinge in Kokosbechern im Kunstlicht

Im Fotostudio wird mit Kunstlicht gearbeitet. Die Motive wirken hier durch das weisse harte Licht klar umrissen und sehr kontrastreich. Die Nachbearbeitung verstärkt den Effekt. | Quelle: Gerd Gropp

Kunstlicht kann viele verschiedene Charakteristika besitzen, je nach Farbtemperatur und Abstrahlungsfläche der Beleuchtungsquelle. Teilweise wirken im Kunstlicht fotografierte Motive sehr unnatürlich – das kann entweder gewünschte künstlerische Effekte erzeugen oder störend wirken. Sollen Motive, die mit künstlichem Licht beleuchtet werden, möglichst farbecht dargestellt werden, kommt man um einen manuellen Weissabgleich und entsprechende Farbkorrekturen nicht aus. Häufig ist es jedoch auch erwünscht, Lichtstimmungen einzufangen und mit abzubilden. Wer beispielsweise ein Lagerfeuer fotografiert, schätzt die Gemütlichkeit des warmen Lichtes und möchte diese einfangen.

Weiches Licht entsteht, wenn die Abstrahlfläche der Lichtquelle gross ist. Es führt zu einer gleichmässigen Ausleuchtung und nur minimalen Schatten. Es eignet sich sehr gut für Portraitfotos. Weiches Licht entsteht beispielsweise bei bewölktem Himmel oder zur «Goldenen Stunde». Auch im direkten Mittagslicht lassen sich im Schatten Bilder mit weichem Licht aufnehmen.

Lesen Sie hier mehr zur Ausnutzung der Lichtverhältnisse: Available-Light-Fotografie.

Merken

Der Sonnenaufgang wird im Wasser reflektiert

Beeindruckende Naturfotos im Morgengrauen schiessen

Kaum eine Tageszeit übt auf uns einen so grossen Reiz aus wie der Morgen. Bei Tagesanbruch, wenn alles schläft und es draussen noch ruhig ist, wird man sich der Schönheit der Natur bewusst. Vielleicht deshalb verspüren viele Menschen den Drang, bereits bei Tagesanbruch hinaus zu gehen und ihre Eindrücke festzuhalten.

Neben dem frühen Aufstehen, um ein wirklich schönes Foto vom Sonnenaufgang oder der Morgendämmerung hinzubekommen, sind es vor allem die besonderen Lichtverhältnisse, die den Amateurfotografen das Leben schwermachen. Mit unseren Tipps schiessen Sie dennoch beeindruckende Naturfotos in der Morgendämmerung. Vielleicht motivieren die Tipps zum frühen Aufstehen, oder Sie schaffen es, bei der nächsten Wanderung einen tollen Schnappschuss zu machen.

Die Sonne geht mit beeindruckendem Lichtspiel über dem Watzmann auf

Quelle: Björn Jacob

Die Vorbereitung

Eines ist klar: Fotos bei Tagesanbruch sind nichts für Morgenmuffel. Gerade in den wärmeren Jahreszeiten bricht der Tag sehr früh an, weshalb ein Aufstehen mitten in der Nacht unvermeidbar ist. Es lohnt sich jedoch, da in Morgensonne getauchten Naturfotos etwas Magisches innewohnt. Neben einer guten Kamera ist ein Stativ bei einer solchen Aktion ein sinnvolles Kamerazubehör. Da Fotos im Morgengrauen mit einer langen Belichtungszeit geschossen werden, würden sie ohne Stativ verwackeln. Wenn Sie also keine ausserordentlich ruhige Hand haben, sollten Sie auf eine stabile Unterlage nicht verzichten. Dies muss nicht zwingend ein stehendes Stativ sein, mitunter genügt auch ein Stein oder, wenn der Boden uneben ist, ein Bohnensack-Stativ. Zudem sollte genügend Zeit eingeplant werden. Der Sonnenaufgang an sich dauert nur wenige Minuten, jedoch ergeben sich auch in der frühen Morgensonne noch schöne Motive. Wenn Sie schon einmal dabei sind, lässt sich bestimmt noch der ein oder andere Schnappschuss machen. Es ist ausserdem nicht verkehrt, das Gebiet bereits im Vorhinein bei Tageslicht zu erkunden – dann finden Sie sich im Morgengrauen besser zurecht.

Noch ein Tipp: Achten Sie am Tag zuvor auf die Wettervorhersage – so eine Tour lohnt sich nur bei gutem Wetter, da bei einem bedeckten Himmel die schönen Lichtverhältnisse nicht zur Geltung kommen.

Am Spinnennetz hängt noch der Morgentau

Quelle: René Gropp

Technische Einstellungen an der Kamera für scharfe Bilder

Neben der bereits erwähnten langen Belichtungszeit, die wegen der ständig wechselnden Lichtverhältnisse unabdingbar ist, können noch weitere Einstellungen an der Kamera vorgenommen werden, um besonders gute Ergebnisse zu bekommen.

Ein wichtiger Punkt für schöne Fotos bei Sonnenaufgang ist der ISO-Wert. Dieser sollte möglichst niedrig gehalten werden, da das Bild wegen der relativ dunklen Umgebung sonst anfängt zu rauschen. Daneben sollte eine Blende von mindestens 8, besser 11, gewählt werden. Da die Motive teilweise weit entfernt sind, bringt man mit einer höheren Blende eine gute Tiefenschärfe hinein. Zu guter Letzt sollten Sie Ihre Fotos am Besten im RAW Format machen – falls Sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind, können Sie dieses später besser nachbearbeiten.

Der Sonnenaufgang wird im Wasser reflektiert

Quelle: Gundel Woite

Das Wasser als Spiegel nutzen

Gewässer sehen auf Naturfotos immer besonders schön aus, da sie eine gewisse Ruhe und Harmonie ausstrahlen und die Farben der Morgendämmerung reflektieren. Nutzen Sie Wasser als Spiegelobjekt für etwas Anderes, das im Mittelpunkt des Fotos steht. Dies könnte beispielsweise eine Brücke, ein Haus oder ein besonders schöner Baum sein, der sich auf der Wasseroberfläche spiegelt. Wichtig hierbei ist, dass eine Verschlusszeit von mindestens 30 Sekunden gewählt wird, damit das Wasser ruhig und glatt wirkt.

Sonnenaufgang über der Stadt

Quelle: René Gropp

Perspektiven wechseln und Motive variieren

Auch wenn Sie sich bestimmt einen Plan gemacht haben, was Sie wann und wie fotografieren möchten – es kommt meist anders, als man denkt. Es ist sicherlich nicht verkehrt, mit einer gewissen Vorstellung loszuziehen, damit Sie schlussendlich nicht an der falschen Stelle stehen und sich den schönen Sonnenaufgang durch die Lappen gehen lassen. Fakt ist aber auch, dass die besten Motive meist zufällig entstehen.

Probieren ist also angesagt! Mal stehend, mal liegend, mal von einem kleinen Baum aus – der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Wenn Sie die Perspektiven variieren, haben Sie später eine grössere Auswahl an brauchbarem Material. Es ist ausserdem nicht ratsam, sich auf ein bestimmtes Motiv zu versteifen. Sicher, die historische Brücke sieht im Morgengrauen besonders schön aus, es gibt jedoch bestimmt noch weitere Motive, die bei genauerem Hinsehen magisch wirken. Einfach mal umschauen, Sie werden staunen, was für tolle Fotos am Ende entstanden sind.

Schlussendlich sind Fotos in der Morgendämmerung anspruchsvoll und sicher nichts für Morgenmuffel. Wenn man sich jedoch überwindet, wird man mit traumhaften Fotos belohnt. Die Natur hat unheimlich viel zu bieten, da lohnt es sich, mal etwas früher aufzustehen. Mit unseren Tipps sind Sie nun optimal vorbereitet und können sich für morgen früh einen Wecker stellen.

Junge Frau mit Kaffee in der goldenen Sonne

Available-Light-Fotografie

Wir zeigen Ihnen, wie Sie das schönste Licht einfangen

Die goldene Stunde

Die schönsten Bilder eines Sommertages entstehen meist beim Eindunkeln – wenn die Sonne den Garten in schimmerndes Licht taucht. Fotografen bezeichnen diese Tageszeit mit Recht als„goldene Stunde“: Das warme Licht lässt Farben intensiver wirken, und Konturen werden durch die langen Schatten schärfer. Das goldene Licht verleiht den Gesichtern einen leicht schimmernden Hautton, der wärmer wirkt als im harten Licht der Mittagssonne. Keine Frage: Fotos zur goldenen Stunde haben eine ganz eigene Anmutung.

Auf die goldene Stunde folgt die „blaue Stunde“: Der Himmel ist zwar bereits relativ dunkel, leuchtet aber noch in Königsblau. Nun ist es schon schwieriger, das perfekte Bild einzufangen. Wenn es aber gelingt, werden die Bilder umso schöner und finden bestimmt einen Platz ganz vorne im Fotoalbum. Oder werden von Freunden auf Facebook gerne mit einem „I like“ versehen.

Basics für ein gelungenes Bild im Dunkeln

Als Erstes gilt es, den ISO-Wert einer Kompaktdigitalkamera möglichst niedrig zu halten. Ein zu hoher Wert erhöht zwar die Lichtempfindlichkeit, lässt das Bild aber körnig erscheinen und verfälscht den goldenen Schimmer. Dabei ist ein ISO-Wert von 100 bis 200 optimal. Die Einstellung der Blende liegt dabei am besten zwischen acht und elf.

Für die Belichtung zählt meist: Je dunkler es ist, desto länger muss die Belichtungszeit eingestellt sein. Doch je länger die Blende offen ist, desto höher ist auch die Gefahr eines verwackelten Bildes. Daher braucht eigentlich jede Kamera bei Dunkelheit einen festen Stand. Wenn kein Stativ zur Hand ist, kann man die Kamera auf eine Mauer oder einen Tisch legen.

Wenn es wenig Licht gibt, kommen im Bereich der Spiegelreflexkameras vor allem lichtstarke Objektive zum Einsatz. Bei Digitalkameras kann man meist eine Nachtoption wählen. Das geschossene Bild sollte man auf dem Display nah heranzoomen, um Unschärfen zu erkennen. Oft werden sie auf einem Kameradisplay kaum bemerkt, fallen dafür aber später auf dem Computer oder den entwickelten Fotos umso unangenehmer auf.

Blaues Bergpanorama mit Sonnenuntergang

Es geht auch ohne Blitz

Auch wenn es dunkel ist, ist es häufig besser, auf den Blitz zu verzichten. Die Entfernungen zwischen Kamera und Menschen sind oft zu gross, als dass der Blitz überhaupt einen Nutzen brächte. Ausserdem wählt die Kamera oft falsche Werte. Das Bild wird dunkel oder sogar vollkommen schwarz. Ein weiterer Nachteil des Blitzes ist, dass fotografierte Personen einen grellen, ungesunden Teint bekommen und es nebenbei auch nicht angenehm ist, mitten ins Gesicht geblitzt zu bekommen.

Wenn es tatsächlich so dunkel geworden ist, dass es ohne Blitz nicht mehr geht, sollte man ihn manuell und möglichst niedrig einstellen. Aufsatzblitze haben zudem oft einen Diffusor, der das Licht weniger grell aufblitzen lässt. Oder man blitzt nicht direkt auf das Objekt oder den Menschen, den man festhalten möchte, sondern richtet den Blitz an die Decke, die das Licht nun nach unten reflektiert, das funktioniert natürlich nur in geschlossenen Räumen. Kleiner Tipp: Bei Kompaktkameras kann man sich mit einem milchigen Klebestreifen behelfen, der einfach über den Blitz geklebt wird.

Das perfekte Sujet

Für tolle Bilder braucht es neben einer richtig eingestellten Kamera auch gute Sujets: Die besten Fotos entstehen dabei oft zufällig und selten in einer gekünstelten Atmosphäre. Versuchen Sie, das einzufangen, was den Abend und die Person, die Sie fotografieren, einmalig macht. Eine Nahaufnahme der gelungenen Dekoration oder die Reaktion einer Gruppe auf eine erzählte Geschichte – all das macht das schöne Familiendinner zu einem erinnerungswürdigen Ereignis.

Wenn man den Fotografen integrieren möchte, kann auch ein Selbstauslöser genutzt werden. Oft erkennt man bei automatisch ausgelösten Bildern aber dennoch schnell, wer der Fotograf ist. Sein gehetzter Blick verrät, dass er es gerade noch auf das Bild geschafft hat. Viele Kameras haben jedoch einen Timer. Dann muss man zwar das Lächeln länger halten, dafür ist der Fotograf garantiert mit auf dem Bild.

Kind mit Regenschirm auf einer Herbstwiese

Das Spiel mit dem Feuer

Ein Feuer kann die Bilder beim Grillieren schön ergänzen. Grundsätzlich gilt auch hier: Blitz aus, ISO runter. Feuer und Glut richtig einzufangen ist jedoch eine Kunst für sich. Auf diesem Blog können Sie am Beispiel des Osterfeuers erfahren, welche Details zu beachten sind: simonsenphoto.com

Lagerfeuer am Strand

Erlaubt ist, was gefällt!

Beim Fotografieren gibt es viele Regeln – die wichtigste lautet aber: Erlaubt ist, was gefällt. Spannende Bilder entstehen oft auch dann, wenn man sich einen Bruch beim Fotografieren erlaubt und nicht jede Regel einhält.

Wenn Familie und Freunde zum nächsten Grillabend oder Fussballspiel zusammenkommen, sollte die Kamera jedenfalls mit von der Partie sein. Damit Sie die goldene und blaue Stunde nicht verpassen, können Sie hier herausfinden, wann sie eintritt: jekophoto.de