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Motivhelligkeit

Auf jedem Bild gibt es mehr oder weniger beleuchtete Bereiche. Das menschliche Auge nimmt die sogenannte Leuchtdichte als Helligkeit wahr. Dieser lichttechnische Begriff beschreibt die Lichtmenge, die von einer Fläche reflektiert wird. Dieselbe Helligkeit wird auch von der Kamera abgebildet. Die Motivhelligkeit ergibt sich aus dem Zusammenspiel von zwei Faktoren: Beleuchtungsstärke und Objekthelligkeit.

Die Beleuchtungsstärke bezeichnet die Lichtmenge, die auf das Aufnahmeobjekt fällt. Objekthelligkeit definiert die Fähigkeit eines bestimmten Objekts, Lichtstrahlen zu reflektieren. Dieser Wert ist abhängig von der Materialbeschaffenheit und der Oberfläche des Objektes. Dunkle Aufnahmeobjekte absorbieren auftreffende Lichtstrahlen zu grossen Teilen. Daher reflektieren sie weniger Licht als helle Objekte.

Sowohl Beleuchtungsstärke als auch Objekthelligkeit können zu einer hohen Motivhelligkeit führen. Dabei muss nicht unbedingt ein Faktor stärker als der andere wirken. Beide Einflüsse können gleichzeitig auftreten. Mit Motivhelligkeit beschreibt man die Helligkeit des gesamten Motivs, nicht nur einzelner Teile des Motivs. Sie beschreibt nicht ausschliesslich die ausgeleuchteten Bereiche. Daher ist die Motivhelligkeit sowohl ein Merkmal der Schattenflächen in einem Motiv als auch der Ausleuchtung.

Die Motivhelligkeit kann auf unterschiedliche Arten verändert werden: Einerseits kann die Helligkeit einzelner beleuchteter Bereiche über die Ausleuchtung kontrolliert werden. Andererseits kann die Helligkeit des gesamten Motivs beeinflusst werden, was Schattenbereiche miteinbezieht. Um die gewünschte Motivhelligkeit zu kontrollieren, können Aufnahmeplätze und Requisiten nach deren Objekthelligkeit ausgewählt werden. Auch die Positionierung der Aufnahmeobjekte und der Lichtquellen hat einen Einfluss auf die spätere Motivhelligkeit.

Zudem gibt es einige Hilfsmittel, mit denen die Motivhelligkeit manipuliert werden kann: Über einen Flächenreflektor kann das Licht einer Lichtquelle aufgefangen werden und auf eine dunkle Stelle des Objektes reflektiert werden, um diese aufzuhellen. Diese Methode kommt häufig in der Portraitfotografie zum Einsatz, um unschöne Schatten im Gesicht der fotografierten Person zu vermeiden. Um die Ausleuchtung stattdessen zu verringern, kann ein Lichtschlucker (auch Abschatter genannt) eingesetzt werden. Der Abschatter hält Umgebungslicht von einer als zu hell empfunden Stelle fern. Mithilfe eines Diffusors kann die Beleuchtungsstärke reduziert werden, um starke Licht-Schatten-Kontraste und Reflexionen zu reduzieren. Direkter Lichteinfall wird dadurch weicher gezeichnet. Bei künstlichen Lichtquellen kann zudem der Abstand zum Aufnahmeobjekt verringert oder erhöht werden.

Auch die digitale Bildbearbeitung bietet Mittel zur Veränderung der Motivhelligkeit. Über die Tonwertänderung können die Helligkeitswerte nachträglich angepasst werden. Allerdings ist es empfehlenswert, bereits bei der Aufnahme auf optimale Belichtungswerte zu achten. In Notfall kann es aber hilfreich sein, die passenden Tonwerte nachträglich zu bearbeiten.

Belichtungsmessmethoden

Mit Hilfe einer Belichtungsmessung ermittelt die Kamera die passenden Werte für Blende und Verschlusszeit. Damit ein korrekt belichtetes Foto entstehen kann, müssen Blende und Verschlusszeit ideal aufeinander abgestimmt sein. Die perfekte Kombination der beiden Parameter fällt je nach vorherrschenden Lichtverhältnissen sehr unterschiedlich aus. Die meisten modernen Kameras verfügen über verschiedene Belichtungsmessmethoden, die Sie passend nach Motiv und Situation auswählen können. Zu den gängigen Messmethoden zählen unter anderem die Mehrfeldmessung, Spotmessung, Selektivmessung und die Mittenbetonte Integralmessung.

Die Mehrfeldmessung

Je nach Hersteller wird diese Belichtungsmessmethode auch als Zonenmessung oder Matrixmessung bezeichnet und ist meist als Standardmethode voreingestellt. Auch Motivprogramme basieren bezüglich der Belichtungsmessung auf der Mehrfeldmessung. Das Verfahren der Messung kann bei den einzelnen Herstellern abweichen. Im Kern handelt es sich jedoch immer um das gleiche Prinzip: Statt das gesamte Bild hinsichtlich der korrekten Belichtung zu beurteilen, soll das Motiv erkannt und die wichtigsten Bildbereiche hervorgehoben werden. Mit Hilfe komplexer Technik, Gesichtserkennung und ähnlichem erkennt die Kamera bei der Mehrfeldmessung automatisch das Motiv, auf welches das Hauptaugenmerk bei der Belichtung gelegt werden soll. Ist zudem der Autofokus aktiviert, wird der fokussierte Bildbereich ebenfalls für die Belichtungsmessung herangezogen. Lediglich bei starkem Gegenlicht, sehr hellem oder sehr geringem Umgebungslicht muss der Fotograf die Belichtungsparameter gegebenenfalls zusätzlich anpassen.

Die Mehrfeldmessung versteht sich als Alleskönner unter den Belichtungsmessmethoden. Bei nahezu allen Lichtsituationen können Sie mit dieser Methode gute Ergebnisse erzielen. Sollte es dennoch zu einer Fehlmessung kommen, können Sie die Parameter manuell ganz einfach anpassen. Dies ist oft der einfachere Weg, als eine andere Belichtungsmessmethode an der Kamera einzustellen.

Die Selektivmessung

Hierbei wird die Belichtung eines kreisrunden Bereichs mittig im Bild gemessen. Dieser Messbereich entspricht etwa 10 Prozent des Bildausschnitts. Die Bildbereiche um den selektierten Bereich herum werden bei der Selektivmessung vernachlässigt. Auch wenn der Messbereich etwas grösser als bei der Spotmessung ausfällt, ist die Selektivmethode ebenfalls anfällig für Fehlmessungen und erfordert daher etwas Übung und Erfahrung in der Anwendung.

Zum Einsatz kommt die Selektivmessung zum Beispiel häufig bei der Portraitfotografie. Hier wird der Messbereich auf das zentral im Bildbereich befindliche Gesicht ausgerichtet. Aber auch beim Fotografieren mit Gegenlicht ist die Selektivmessung eine geeignete Belichtungsmessmethode. Da die Belichtungsmessung sich nur auf das zentrale Motiv konzentriert, wird dieses deutlich besser sichtbar und nicht zu dunkel abgebildet.

Die Spotmessung

Um die Belichtung für einen sehr kleinen Bildbereich (Zwei bis vier Prozent) zu messen, wird die Spotmessung verwendet. Hierbei ist der Messbereich punktueller als bei der oben beschriebenen Selektivmessung. In der Regel liegt das entsprechende Messfeld mittig im Bildausschnitt. Je nach Kameramodell werden zudem die Daten des aktivierten Autofokus für die Belichtungsmessung herangezogen, wodurch der «Spot» der Messung im fokussierten Bildbereich und nicht zwingend in der Bildmitte liegt.

Zum Einsatz kommt die Spotmessung zum Beispiel bei etwas weiter entfernten Motiven. So können Sie etwa ein besonderes Detail einer Hausfassade mit dem Spot messen und durch eine korrekte Belichtung in Szene setzen. Diese punktuelle Belichtungsmessmethode erfordert etwas Erfahrung vom Fotografen. Wird der Belichtungspunkt nicht ideal ausgewählt, kann es zur Über- oder Unterbelichtung des ganzen Bildes kommen.

Die mittenbetonte Integralmessung

Wie der Name bereits vermuten lässt, konzentriert sich diese Belichtungsmessmethode hauptsächlich auf das Zentrum des Bildausschnittes. Die Messung erfolgt jedoch nicht punktuell oder selektiv. Ähnlich wie bei der Mehrfeldmessung bezieht sich die mittenbetonte Integralmessung auf den gesamten Bildausschnitt, gewichtet jedoch die Bildmitte etwas mehr für die Belichtung als die Randbereiche.

Die mittenbetonte Belichtungsmessung eignet sich vor allem bei Motiven die von sehr hellen oder dunklen Flächen umgeben sind. So werden etwa die störenden dunklen Randbereiche beim Fotografieren eines Tieres oder Objektes im Wald bei der Messung ignoriert und das Motiv mittig im Bild korrekt belichtet. Auch bei entfernten Motiven im Freien, die von Himmel oder Wasser umgeben sind, ist die mittenbetonte Integralmessung hilfreich. Das helle Licht der Umgebung birgt normalerweise das Risiko einer Unterbelichtung des Hauptmotivs. Die mittenbetonte Messung ermöglicht hier jedoch dennoch ein gelungenes Foto.

Unendlich fokussieren

Besonders nachts oder bei Motiven in unbestimmter Entfernung ist es schwer, scharfe Aufnahmen zu schiessen. Oft wählt dann der Autofokus einen falschen Fokuspunkt, wodurch das eigentliche Motiv in der Ferne unscharf wird oder er kann das gewünschte Motiv gar nicht erfassen. Besonders in der Dunkelheit oder Dämmerung fällt es der Kamera schwer, einen Fokuspunkt im Bild zu finden. Dank der unendlichen Fokussierung können jedoch auch weit entfernte Motive wie Sterne, Feuerwerk oder weite Landschaften fokussiert und scharf abgebildet werden.

Dafür stellen Sie zunächst den manuellen Fokus an Ihrer Kamera ein. Ein kleiner Schalter am Objektiv erlaubt das Umschalten zwischen den beiden Modi Autofokus und manueller Fokus. «AF» steht dabei für Autofokus und «MF» für manueller Fokus. Bei manchen Kameramodellen muss der Autofokus lediglich deaktiviert werden, um in den manuellen Fokus zu gelangen.

Nun kann der Fokus über eine Skala am Objektiv gesteuert werden. Die Werte sind hier je nach Hersteller sowohl in der Masseinheit Fuss als auch in Meter angegeben. Durch das Drehen des Fokusrings können Sie die Entfernung beziehungsweise den Fokuspunkt bestimmen, ab welchem alles im Bild scharf abgebildet werden soll. An modernen Objektiven ist häufig bereits ein Unendlichzeichen (eine Acht auf der Seite liegend) zu finden, welches das Fokussieren auf unendlich markiert. Drehen Sie die Markierung des Fokusrings auf das Zeichen, um mit der unendlichen Fokussierung zu fotografieren. Abhängig vom Objektiv wird hierbei alles ab einer bestimmten Entfernung und weiter fokussiert. Nähere Bildbereiche können allerdings unscharf erscheinen. Mit Hilfe einer hohen Blendenzahl können Sie diesem Effekt jedoch etwas entgegenwirken, um etwa Steine oder ähnliches im Vordergrund ebenfalls scharf aufs Bild zu bekommen.

Befindet sich keine Markierung für unendlich am Objektiv, können Sie diese auch einfach selbst ergänzen. Dazu fokussieren Sie ein nahezu unendlich weit entferntes Motiv, wie etwa eine Wolke, und markieren anschliessend den Punkt am Fokusring mit einem weissen, wasserfesten Stift.
Manche Kit-Objektive verfügen jedoch über keine Skala für die Fokussierung. In diesem Fall können Sie die unendliche Fokussierung über den Live-View-Modus der Kamera einstellen. Drücken Sie das Symbol mit der Lupe und verschieben Sie das weisse Kästchen im Display an eine beliebige Stelle im Bild. Nun zoomen Sie über die Lupe weiter ins Bild hinein bis Sie möglichst nah an einem weit entfernten Punkt sind, zum Beispiel einem Stern oder einer Wolke. Verändern Sie dabei jedoch nicht den Zoom am Objektiv! Anschliessend stellen Sie das Bild über das Objektiv mit Hilfe des Fokus-Rings scharf. Drücken Sie nun wieder das Lupen-Symbol, um den Live-View-Modus zu verlassen. Jetzt können Sie mit unendlicher Fokussierung fotografieren.

Gegenlichtaufnahme im Wald – Sonne scheint punktuell durch die Bäume

Fotografieren im Wald – Königsdisziplin der Landschaftsfotografie

Egal ob es schneit, regnet oder die Sonne scheint ­– der Wald hat bei jedem Wetter und zu jeder Jahres- und Tageszeit ein grosses Potenzial für besondere Aufnahmen. Viele Fotografen trauen sich dennoch nicht an die Fotolocation «Wald» heran. Grund dafür ist, dass das Fotografieren im Wald zu den schwersten Disziplinen der Fotografie zählt. Der ideale Bildaufbau und die richtigen Lichtverhältnisse für gelungene Waldaufnahmen sind dabei am schwierigsten zu meistern. Allerdings sollten Sie sich von dieser Aussage auf keinen Fall abschrecken lassen.

Warum Sie die tiefstehende Sonne nutzen sollten und welche Wirkung ein bisschen Nebel am Morgen auf das Bildmotiv hat, wird unter anderem im Folgenden geklärt. Überdies erhalten Sie zahlreiche Tipps, wie Sie mit einem perfekten Foto von Ihrem Waldausflug zurückkehren.

Vorbereitung und Kameraausstattung für den Waldausflug

Zur Ausrüstung für den Waldausflug gehört natürlich festes Schuhwerk mit einer rutschfesten Sohle. Wenn es regnet, sollten Sie sich zusätzlich mit Regenjacke, einer wasserfesten Überhose und Hut ausstatten. Ausserdem empfiehlt sich eine lange Wander-/Trekkinghose. Auch bei schönem Wetter sollten Sie eine lange Hose und Socken tragen, da diese Sie sowohl vor stacheligen Pflanzen als auch vor Zecken schützen.

Natürlich darf eines dem Fotografen nicht fehlen: die Kamera. Zum Fotografieren im Wald können Sie eine Kompaktkamera, Systemkamera oder eine Spiegelreflexkamera nutzen. Letztere zeichnet sich durch eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten aus. So können wichtige Parameter wie Belichtungszeit, Blendenwert und ISO manuell an die schwierigen Bedingungen im Wald angepasst werden. Kompaktkameras verfügen dagegen oft über diverse Modi mit Voreinstellungen für verschiedene Situationen und Fotomotive, die bei schlechtem Licht jedoch schnell an ihre Grenzen stossen.

Ergänzend eignen sich ein Stativ, ein Fernauslöser, Filter und verschiedene Objektive für das Fotoequipment im Wald.  So verstärkt ein Weitwinkelobjektiv die Grössenverhältnisse zwischen Vorder- und Hintergrund, das Teleobjektiv hingegen verdichtet oder stellt Objekte frei. Für Nahaufnahmen nutzen Sie das Makroobjektiv. Zur Verstärkung des Blattgrüns und des blauen Himmels sowie zur Reflexionsreduktion können Sie einen Polarisationsfilter nutzen. Bei Waldaufnahmen kann aber auch der Einsatz eines Grauverlauffilters für eine besondere Stimmung in den Aufnahmen sorgen. Die Kamera und das Zubehör verstauen Sie idealerweise in einer Fototasche oder einem Rucksack mit integriertem Regenschutz.

Kameraeinstellungen beim Fotografieren im Wald

Grundsätzlich müssen die Parameter ISO Wert, Blende und Belichtungszeit aufeinander abgestimmt werden. Die jeweils idealen Werte bekommen Sie am besten durch Ausprobieren heraus. Wenn Sie im Wald mit Stativ fotografieren, können Sie eine längere Belichtungszeit wählen und somit den Standardwert des ISO (zwischen 100 und 200) beibehalten. Einen höheren ISO Wert, eine geringere Belichtungszeit und den Bildstabilisator benutzen Sie bei flexiblen Aufnahmen ohne Stativ.

Grundsätzlich sollten sich die ISO Werte aber in moderaten Bereichen befinden, da bei zu hohen Werten schnell Bildrauschen entsteht. Für die Blende gilt: je geschlossener diese ist, desto grösser die Schärfentiefe im Bild. Nutzen Sie für perfekte Aufnahmen den manuellen Fokus und zur Kontrolle der Belichtung das Histogramm als Hilfestellung.

Aufnahme von Baumkronen im Herbst aus der Froschperspektive

Besondere Lichtverhältnisse im Wald

Im Wald herrschen grosse Lichtunterschiede. Während bei Sonnenschein völlig überbelichtete oder komplett schwarze Flächen das Ergebnis sein können, bietet bedeckter Himmel einen viel kleineren Dynamikumfang.

Verwackelte und unscharfe Bilder können die Folge von spärlichem Licht sein. Kontrollieren Sie daher Ihre Ergebnisse auf dem Display und stellen Sie probieren Sie einen höheren ISO Wert aus, wenn die Aufnahmen unscharf sind. Idealerweise arbeiten Sie mit lichtstarken Objektiven und grosser Blendenöffnung, allerdings sind diese sehr kostenintensiv.

Mögliche Perspektiven und Motive fotografieren

Wechseln Sie Ihre Perspektive und sorgen Sie somit für Abwechslung in Ihren Aufnahmen – mal ein Foto aus der Hocke, mal liegend oder mal im Sitzen. Frosch- und Vogelperspektive machen Ihre Fotos erst zu besonderen Aufnahmen. Damit Sie sich nicht direkt auf den Waldboden legen müssen, können Sie einen Plastiksack als Unterlage einstecken.

Halten Sie Ausschau nach Details. Ein Wald hat unglaublich viele faszinierende Motive zu bieten. Wurzelstöcke, alte und junge Bäume, kleine Pflanzen wie Farne oder Moose, Wurzeln, Blätter, Spinnennetze, Pilze, Waldtiere, altes und junges Holz, Bäche und Steine sind nur eine kleine Auswahl des Waldes.

Farben und Stimmung des Waldes wirkungsvoll einfangen

Nebel – Mystische Waldbilder

Die mystische Stimmung im Wald können Sie nur in einem begrenzten Zeitfenster, bevorzugt in den frühen Morgenstunden, schiessen. Durch die spezielle Kombination aus tiefstehender direkter Sonne und unterschiedlich dichtem, aufreissendem Nebel entsteht eine geheimnisvolle Atmosphäre. Machen Sie unterschiedliche Aufnahmen, mal mit der Sonneneinstrahlung von der Seite und mal mit Gegenlicht. Noch mystischer wird die Stimmung, wenn sich Elemente wie reifbedeckte Spinnweben, Moosböden, Farne, lockeres Unterholz, Raureif und Tautropfen auf dem Bild befinden. Ein besonders interessantes Fotomotiv ist die Kombination von jungen und alten Bäumen auf einem Foto.

Schlechtes Wetter gibt es nicht

Regenwetter ist definitiv kein Grund zum Verzweifeln. Ganz im Gegenteil, wenn es geregnet hat, erstrahlt der Wald in satten Farben. Der Wald ist bei dieser Wetterlage oftmals gleichmässig ausgeleuchtet, die Kontraste sind gering und die Farben besonders kräftig. Alles wirkt frischer.

Auch der Herbst und der Winter sorgen mit fliegenden Herbstblättern und eingeschneiten Nadelbäumen bei tieferstehender Sonne für einzigartige Aufnahmen.

Wenn die Sonne scheint

Die Kombination aus Schatten und Lichtspielen sorgt für besonders schöne Bokeh-Effekte bei Gegenlichtaufnahmen. Sowohl in den frühen Morgenstunden, als auch in den frühen Abendstunden sorgt Sonnenschein bei Gegenlicht für schöne Stimmungen. Direktes Sonnenlicht hingegen bringt kräftige Farben und dramatische Schatten hervor.

Mystisches Waldbild mit Nebel am Morgen

  • Am besten fotografieren Sie im RAW-Format. So besteht die Möglichkeit, die Fotos im Nachhinein noch detaillierter als in ein JPEG-Foto am Computer zu bearbeiten und zum Beispiel den Dynamikumfang des Motivs zu vergrössern.
  • Damit Ihnen das perfekte Foto nicht entgeht, empfiehlt sich das Arbeiten mit Belichtungsreihen.
  • Nehmen Sie sich bei der Motivauswahl und Bildgestaltung genügend Zeit. Scannen Sie Ihre Umgebung, machen Sie Detailaufnahmen bei denen Sie mit geringer Schärfentiefe arbeiten.
  • Gehen Sie bei unterschiedlichen Wetterverhältnissen in ein bestimmtes Waldstück und lassen Sie sich von verschiedenen Eindrücken fesseln.
  • Nutzen Sie vertikale, horizontale und diagonale Linien wie Waldwege, Bachläufe oder Baumreihen. Nutzen Sie beispielsweise einen Blättervorhang mit Öffnung als natürlichen Rahmen für das Motiv und lenken somit gezielt den Blick des Betrachters.
  • Bringen Sie Ordnung ins Bild. Ein gelungener Bildaufbau ist für die Bildwirkung entscheidend. Er verleiht dem Bild Tiefe und lenkt den Blick des Betrachters gezielt in bestimmte Bildbereiche. Nutzen Sie Vorder-, Mittel- und Hintergrund.

Fazit

Bei Ihrem Ausflug in den Wald sollten Sie sich in angemessener Weise verhalten. Vermeiden Sie Lärm, zünden Sie kein Feuer, nehmen Sie Ihren Müll mit und verletzen Sie die Pflanzen nicht. Das Abreissen störender Äste hilft Ihnen nicht das perfekte Foto zu erhalten.

Im Wald können Sie bei jedem Wetter, ausgenommen bei Gewitter und Sturm, schöne Aufnahmen machen. Je nach Jahreszeit können Sie unterschiedliche Impressionen einfangen. Ein Wald hat unzählige tolle Fotomotive zu bieten. Mit ein bisschen Übung können Sie auch mit dem wenigen Licht und dem hohen Kontrast umgehen. Bringen Sie Licht in das Waldchaos, indem Sie einzelne Objekte gezielt in Szene setzen.

Der Wald hat viel zu bieten. Sie können Ihrem Hobby nachgehen, frische Luft tanken und die Ruhe geniessen. Schnappen Sie sich Ihre Kamera und machen Sie sich am besten gleich auf den Weg in den nächsten Wald.

Ergebnis – Teedosen vor einem ebenen, glatten Hintergrund

Photoshop: Einen glatten Hintergrund erzeugen

In der Produkt- oder Portraitfotografie werden meist sehr reduzierte Hintergründe verwendet, um das Motiv bestmöglich in den Fokus zu stellen. Hierfür eignen sich einfarbige, glatte Hintergründe am besten.

In den eigenen vier Wänden bieten sich für solche Aufnahmen einfarbige meist sogar weisse Wände oder Laken als Hintergrund an. Da die meisten Wände Strukturen haben und Laken schnell Falten schlagen, ist es jedoch schwer einen zu 100 Prozent ebenen Hintergrund zu schaffen. Wie Sie diese Flächen in der Nachbearbeitung glätten, zeigen wir Ihnen hier.

Auswahl des Hintergrundes

In unserem Beispiel wurden zwei Teedosen vor einer weissen Raufaserwand fotografiert. Der Untergrund ist glatt weiss. Um die Bildwirkung zu verbessern, ist es das Ziel den Hintergrund an den glatt weisen Boden anzupassen.

Tipp: Bei kleinen Objekten bietet ein Blatt weisses Papier einen sehr guten glatten Untergrund, an welchen Sie den Hintergrund anpassen können.

Um den unebenen Hintergrund anzugleichen, sollten Sie diesen in Photoshop auswählen. Nutzen Sie hierfür das Schnellauswahlwerkzeug in der linken Menüleiste. Zur Prüfung der Auswahl, kann der Auswählen-und-Maskieren-Modus verwendet werden.

Screenshot Photoshop – Teedosen und Untergrund ausgewählt

In der Einstellung «Überlagerung» ist besonders gut zu erkennen, welche Bereiche des Bildes ausgewählt wurden. Alle rot angezeigten Flächen wurden nicht ausgewählt. Eine weitere Möglichkeit zur Kontrolle bietet die Einstellung «Zwiebelschicht». In dieser werden die nicht ausgewählten Bereiche komplett ausgeblendet.

Screenshot Photoshop – Modus «Zwiebelschicht» zur Kontrolle der Auswahl

In dieser Abbildung wird die Auswahl in der Zwiebelschicht des Auswählen-und-Maskieren-Modus angezeigt.

Nutzen Sie die im Auswählen-und-Maskieren-Modus vorhandenen Werkzeuge, um Ihre Auswahl zu optimieren. Eine exakte Auswahl ist in der Nachbearbeitung besonders wichtig, weshalb Sie sich für diesen Bearbeitungsschritt etwas Zeit nehmen sollten.

Kehren Sie anschliessend die Auswahl um und setzen Sie einen Haken bei «Farben dekontaminieren», um das Motiv zusammen mit dem Vordergrund als neue Ebene zu speichern. Den Vorgang schliessen Sie mit einem Klick auf «Ok» ab.

Screenshot Photoshop – Auswahl umkehren und Farben dekontaminieren

Sie gelangen nun zurück in das normale Bearbeitungsmenü von Photoshop. Sichtbar ist nur die neu erstellte Ebene. Schalten Sie die Hintergrundebene, die automatisch in «Ebene 0» umbenannt wurde, hinzu.

Hintergrund an den Untergrund anpassen

Auf dieser Ebene findet der nächste Bearbeitungsschritt statt. Um die Ebene 0 bearbeiten zu können, muss diese ausgewählt sein. Klicken Sie dazu auf die Miniatur-Abbildung Ihres Fotos in der Ebene. Die Miniatur-Abbildung wird dadurch weiss umrahmt. Als nächstes wird das Pipetten-Werkzeug benötigt. Wählen Sie damit die Farbe des Untergrundes aus, um den unebenen Hintergrund anzugleichen. Anschliessen kann der Hintergrund durch das Pinsel- oder Rechteckwerkzeug mit der ausgewählten Farbe gefüllt werden.

Screenshot Photoshop – Hintergrund in der Farbe des Untergrunds ausmalen

Durch die neue Ebene, die im Vorfeld erstellt wurde, liegt das exakt ausgeschnittene Motiv nochmals über der Hintergrundebene. Dadurch müssen Sie beim anpassen des Hintergrundes nicht darauf achten, dass Sie das Motiv ebenfalls weiss malen. Nachdem der komplette Hintergrund mit der ausgewählten Farbe eingefärbt wurde, kann es dennoch passieren, dass es zu ungewollten unsauberen Übergängen kommt.

Screenshot Photoshop – Ebenen zusammenfügen

Um diese zu beheben, sollten Sie zuerst die beiden Ebenen miteinander verbinden. Mit einem Rechtsklick auf die obere Ebene öffnet sich ein Kontextmenü. In diesem befindet sich die Option «Mit darunter liegender auf eine Ebene reduzieren».

Durch das Zusammenfügen der Ebenen können Sie nun mit dem Pinsel den Übergang manuell korrigieren. Durch die vorherige Wahl des zu bearbeitenden Bereichs mit einem Auswahlwerkzeug kann das Motiv von der Bearbeitung geschützt werden. Ziehen Sie mit einem weichen Pinsel in der Farbe des Hintergrundes über den Übergang. Achten Sie darauf, dass der natürliche Schatten des Objektes beibehalten wird.

Ergebnis – Teedosen vor einem ebenen, glatten Hintergrund

Wurden alle Übergänge und farblichen Fehler korrigiert, sollte Ihr Motiv vor einem glatten, ebenen Hintergrund stehen. Diese Vorgehensweisen kann ebenfalls bei andersfarbige Untergründen angewendet werden.

Viel Spass beim Ausprobieren!

Alt: Nachtaufnahme Prag Brücke an der Donau

Nachtfotografie – Städte im Dunkeln fotografieren

Auf einer Städtereise ist es oft das Ziel die bekanntesten historischen Gebäude, Denkmäler und Plätze als Andenken an die Reise fotografisch festzuhalten. Hierfür pilgert man am Tag von der einen Sehenswürdigkeit zur nächsten, um anschliessend die Kamera zu zücken und einen Schnappschuss zu machen. Noch eindrucksvoller als am Tag wirken viele Sehenswürdigkeiten einer Stadt aufgrund ihrer festlichen Beleuchtung in der Nacht.

Bei Nachtaufnahmen beleuchteter historischer Gebäude wird im Bild ein einzigartiges Zusammenspiel aus Licht und Schatten sichtbar. Zudem kann man in der Nacht den grossen Touristenströmen entfliegen und bekommt die Möglichkeit, sich in Ruhe dem Fotografieren zu widmen und die Schönheit der Sehenswürdigkeiten zu geniessen. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen wichtige Tipps rund um Equipment und Kameraeinstellungen, mit denen Ihnen beeindruckende Nachtaufnahmen gelingen.

Notwendiges Equipment und Voreinstellungen

Vorab sollte nicht verschwiegen werden, dass die Qualität der Ausrüstung und die Wahl der Kamera bei Nachtaufnahmen eine wichtige Rolle spielen. So ist es mit einer Vollformat-Kamera leichter, gut belichtete Nachtaufnahmen zu machen, als mit einer Kamera mit einem APSC-Sensor. Zudem kann ein lichtstarkes Objektiv eine grössere Lichtmenge einfangen, die auf den Sensor fällt.

Wie bereits erwähnt, werden für eine Nachtaufnahme lange Belichtungszeiten benötigt. Wird aus der Hand heraus fotografiert, kann nur eine Belichtungszeit von circa 1/15 Sekunde ohne Verwacklungen gehalten werden. Um Verwacklungen trotz langer Belichtungszeiten zu vermeiden, wird unbedingt ein Stativ benötigt. Dieses sollte auf einem festen und stabilen Untergrund aufgestellt und ausgerichtet werden.

Selbst beim Betätigen des Auslösers kann es durch die Erschütterung der Kamera zu Verwacklungen kommen. Diese können durch einen Fernauslöser umgangen werden. Sollten Sie keinen Fernauslöser besitzen, kann der 2 Sekunden Selbstauslöser Abhilfe schaffen.

Sowohl der Bildstabilisator am Objektiv als auch der Autofokus sollten deaktiviert werden, um weitere Verwacklungsgefahren zu umgehen. Die Sensoren des Bildstabilisators können auf dem Stativ nicht ordnungsgemäss arbeiten und der Autofokus könnte während der langen Belichtungszeit seinen Fokuspunkt ändern, wodurch die Aufnahme unscharf werden kann.

Da der Autofokus bei Nachtaufnahmen nicht verwendet werden sollte, kann es hilfreich sein den Live-View-Modus zu aktivieren. Ohne das Objektiv zu verwenden, kann hier näher ans Motiv herangezoomt werden, um manuell einen Fokuspunkt auszuwählen. Findet sich kein geeigneter Fokuspunkt, sollte manuell auf unendlich fokussiert werden.

Neben dem Stativ und dem Fernauslöser empfiehlt sich ebenso die Verwendung eines ND-Filters. Dieser dunkelt die Linse des Objektives ab, wodurch nicht nur einige Blendenstufen gewonnen werden, sondern auch eine längere Belichtungszeit möglich ist.

Alt: Nachaufnahme Donau und Prager Burg

Welche Einstellungen werden benötigt?

Viel Licht ist oft ein Garant für gelungene Aufnahmen. In der Nacht besteht allerdings das Problem, dass die Umgebung kaum Licht abgibt. Folglich muss versucht werden, mit den verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten der Kamera, das vorhandene Licht bestmöglich zu nutzen. Um alle Einstellungen selbst bestimmen zu können, sollte der manuelle Modus verwendet werden.

Bei einer Nachtaufnahme ist es üblich, dass das Foto viele dunkle oder sogar schwarze Flächen zeigt. Um eine körnige Darstellung der dunklen Flächen, das sogenannte Bildrauschen, zu vermeiden, sollte der ISO-Wert nicht höher als 200 sein.

Da der ISO-Wert ausscheidet, bleiben noch die Einstellungen der Blende und der Belichtungszeit. Die Kombination aus einer weit geöffneten Blende und einer längeren Belichtungszeit ist hier die Lösung.

Mit einer sehr weit geöffneten Blende f/5 und einer Belichtungszeit von 4 Sekunden wird die nächtliche Stimmung eingefangen, in der bereits die Beleuchtungen der Gebäude gut zur Geltung kommen. Erscheint Ihnen die Schärfentiefe in der Aufnahme zu gering, können Sie mit einem kleineren Blendenwert, wie f/13, und einer noch längeren Belichtungszeit entgegenwirken. Bei einer längeren Belichtung zwischen 30 Sekunden bis hin zu zwei Minuten kann bereits eine Dämmerungsstimmung im Bild entstehen.

Fazit

Letztendlich ist die gelungene Kombination aus Blendeneinstellung und Belichtungszeit das Geheimnis für beeindruckende Nachtaufnahmen. Welche Kombination die exakt richtige ist, hängt jedoch immer von der individuellen Situation und dem eigenen Geschmack bezüglich des Motives ab.

Das Generieren einer Nachtaufnahme ist ohne Hilfsmittel nicht möglich. So ist die Verwendung eines Statives ein absolutes Muss. Ein Fernauslöser und ein ND Filter wiederrum machen das Fotografieren in Nacht zwar angenehmen, sind aber nicht zwingend notwendig.

Modusrädchen einer DSLR mit Einstellung auf den manuellen Modus M

DSLR – Fotografieren mit dem manuellen Modus (M-Mode)

Der manuelle Modus bildet das Pendant zum Automatikmodus. Während bei Letzterem sämtliche Einstellungsparameter automatisch von der Kamera angepasst werden, müssen im manuellen Modus alle Einstellungen vom Fotografen selbst vorgenommen werden. Dieser eignet sich daher vor allem für Fortgeschrittene, die mit dem Zusammenspiel von Blende, ISO und Belichtungszeit vertraut sind.

Der manuelle Modus, oder auch „M-Mode“, kommt vor allem zum Einsatz, wenn der Fotograf ein Motiv kreativ gestalten möchte und die Einstellungsmöglichkeiten der Kamera uneingeschränkt zur Verfügung stehen sollen.

Am Modusrädchen der Kamera können Sie den manuellen Modus einstellen. Dieser ist üblicherweise mit einem „M“ gekennzeichnet. Weitere Programmmodi, die Sie auf dem Modusrädchen sehen, sind die Blendenautomatik „S/Tv“, die Zeitautomatik „Av“, die Programmautomatik „P“ und der bereits erwähnte Automatikmodus „A“ oder „AUTO“. Da die Zeichen für die jeweiligen Programme je nach Kamerahersteller abweichen können, zeigen einige Kameras einen kurzen Hilfetext zur Funktion der einzelnen Modi.

Displayanzeige mit Hilfetext und Einstellungsparametern

Was ist bei den Einstellungen im manuellen Modus zu beachten?

Wenn Sie den „M-Mode“ über das Modusrädchen eingestellt haben, müssen Sie Blende, ISO-Wert und Belichtungszeit selbst an die gegebenen Lichtverhältnisse anpassen. Die richtigen Einstellungen zu finden, bedeutet hier vielmehr die richtige Kombination der genannten Belichtungsfaktoren zu finden. Bis Sie den gewünschten Effekt oder die gewünschte Stimmung auf dem Foto eingefangen haben, erfordert es etwas Übung und den ein oder anderen Ausschuss.

Die meisten Kameras bieten dem Fotografen dafür mit dem Standardbelichtungsindex eine Hilfestellung, indem sie im Sucher oder auf dem Display anzeigen, wie das Bild mit den aktuellen Einstellungen belichtet wird. Diese Anzeige wird auch als „Lichtwaage“ bezeichnet. Steht die Markierung mittig auf der Skala, ist die Belichtung optimal, die Kombination aus ISO, Blende und Belichtungszeit passt also zusammen. Der Skalabereich links der Mitte zeigt Unterbelichtung an, rechts der Mitte steht für Überbelichtung. Für eine korrekte Belichtung sollten Sie daher darauf achten, dass die Markierung immer möglichst mittig auf der Skala liegt. Natürlich können Sie die Belichtungsanzeige auch gezielt zur kreativen Bildgestaltung nutzen und mit Über-oder Unterbelichtung experimentieren.

Für kreative und ausdrucksstarke Fotos eignet sich hauptsächlich das Variieren von Blende und Belichtungszeit. Den ISO-Wert sollten Sie stattdessen immer möglichst niedrig wählen, um unerwünschtes Bildrauschen zu vermeiden. Im Beispiel unten ist die Wirkung von gut abgestimmten Belichtungsparametern im M-Mode im Vergleich zum Automatikmodus deutlich erkennbar: Während das Foto im Automatikmodus (links) recht dunkel und teilweise unscharf ist, wirkt das Motiv im manuellen Modus (rechts) schärfer und kontrastreicher.

Foto im Vollautomatikmodus und Foto im manuellen Modus

Das linke Bild wurde im Automatikmodus aufgenommen, das rechte Bild im M-Mode mit Blende 3.5, Belichtungszeit 15 und ISO 100.

Welche Vorteile bietet der M-Mode gegenüber der Vollautomatik

Scharfe Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen

Der Automatikmodus ermöglicht ein bequemes Fotografieren ohne aufwändige Einstellungsänderungen. Bei Tageslicht und guter Beleuchtung des Motivs können dabei auch gute Ergebnisse erzielt werden. Ist die Umgebung jedoch recht dunkel, wie bei bewölktem Himmel oder am Abend, sind die Fotos oft verwackelt. Der manuelle Modus lässt den Fotografen dagegen flexibel auf die gegebenen Lichtverhältnisse reagieren und die Parameter für eine optimale Belichtung können individuell angepasst werden. So können Sie im M-Mode auch bei schlechteren Lichtverhältnissen gelungene Fotos schiessen, indem Sie die Belichtungszeit, die Blendenzahl und den ISO-Wert variieren.

Kreative Bildgestaltung mit Schärfentiefe

Wie bereits erwähnt, ermöglicht der manuelle Modus eine kreative Bildgestaltung und bestimmte Effekte auf dem Foto. So können Sie zum Beispiel ausdrucksstarke Portraits schiessen, indem Sie die Blendenzahl für die gewünschte Schärfentiefe niedrig einstellen (weit offene Blende) und den Hintergrund leicht verschwimmen lassen. Der Automatik-Modus schliesst dagegen die Blende meist zu stark (höhere Blendenzahl), als dass dieser Effekt sichtbar werden würde. Speziell für Portrait-Aufnahmen und zum gezielten Kontrollieren der Tiefenschärfe eignet sich alternativ auch die Zeitautomatik (A/Av-Mode), bei der nur die Blendenzahl manuell festgelegt wird und sich die Belichtungszeit automatisch anpasst.

Spannende Motive mit sich bewegenden Objekten

Auch beim Fotografieren von sich bewegenden Objekten sind Sie mit dem manuellen Modus klar im Vorteil. Um etwa Passanten auf einer Strasse verschwimmen zu lassen, während der Hintergrund scharf abgebildet wird, sind eine lange Belichtungszeit, ein niedriger ISO-Wert sowie eine kleine Blende erforderlich. Diese Faktoren können Sie im Automatikmodus jedoch nicht beeinflussen, weshalb dann oft das ganze Bild verschwommen ist oder nicht den gewünschten Effekt zeigt. Wenn Sie nicht alle Belichtungsparameter manuell anpassen möchten, können Sie alternativ zum M-Mode auch die Blendenautomatik verwenden. Diese passt die Blendenzahl und bei manchen Kameras auch den ISO-Wert automatisch an die manuell festgelegte Belichtungszeit an.

Fazit

Insbesondere bei schwierigen Lichtverhältnissen oder wenn ein bestimmter Effekt im Bild erzeugt werden soll, ist der manuelle Modus eine gute Wahl und bietet viel kreativen Spielraum für den Fotografen. Da die Einstellungsparameter Belichtungszeit, ISO-Wert und Blende manuell angepasst werden müssen, eignet sich der M-Mode vor allem für fortgeschrittene Fotografen. Sind die Belichtungsfaktoren gut aufeinander abgestimmt, können so hochwertige und ausdrucksstarke Aufnahmen gelingen.

Light Painting – ein glühender Kreis mit sprühenden Funken

Light Painting – Malen mit glühender Stahlwolle

Light Painting – Malen mit Licht bedeutet, die Bewegung einer Lichtquelle fliessend mit der Kamera festzuhalten. Dafür eigenen sich verschiedenen Lichtquellen, wie Kunstlicht und auch Feuer. Das Element Feuer ist gefährlich, zerstörerisch und faszinierend zu gleich und nicht immer leicht zu kontrollieren. Mit brennender Stahlwolle ist es möglich, die Unkontrollierbarkeit zu umgehen und beeindruckende Aufnahmen von glühenden Spiralen und weitläufigen Funkenflug zu machen. Wie das funktioniert und was dabei unbedingt beachtet werden sollte, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was wird für Light Painting benötigt?

Als erste Voraussetzung wird eine Kamera benötigt, an der die Belichtungszeit und die Blende manuell eingestellt werden können. Dies kann eine digitale Spiegelreflexkamera oder auch eine Systemkamera sein. Des Weiteren werden Stahlwolle benötigt, ein Schneebesen und ein feuerfestes Seil, bestenfalls ein dünnes Stahlseil. Alternativ kann auch eine Kette verwendet werden. Die Länge des Seils sollte zwischen 50 und 100 Zentimeter betragen, je nach Körpergrösse. Der Schneebesten sollte robust und komplett aus Metall sein. Beim Kauf der Stahlwolle ist zu beachten, dass es diese in mehreren Stärken gibt. Für die Erstellung solcher Aufnahmen kommen nur die Stärken 000 bis 0 in Frage. Desto mehr Nullen, umso feiner ist die Stahlwolle und umso besser und schneller brennt sie.
Liegen der Schneebesen, das Seil und die Stahlwolle parat, lässt sich die benötigte Vorrichtung in nur drei Schritten zusammenbauen.

Schritt 1:

Den Innenraum des Schneebesens mit Stahlwolle befüllen.

Schritt 2:

Die Stahlwolle durch Auseinanderziehen lockern, damit sie besser brennt.

Schritt 3:

Das Seil am Ende des Schneebesens befestigen. Besitz der Schneebesen eine Öse, lässt sich das Seil leicht anknoten. Ist dies nicht der Fall, kann man das Seil mit einem sehr robusten Klebeband, wie dem Gaffa-Tape, ankleben.
Tipp: Im Falle, dass ein Stahlseil oder eine Kette verwendet wird, kann es für den Griff angenehmer sein, auch das Ende des Seils mit dem Gaffa-Tape zu umwickeln.
Liegt die Vorrichtung gut in der Hand und ist es ist dunkel, kann es fast schon losgehen.

Sicherheit geht vor!

Feuer ist nicht ungefährlich. Es kann schwere Verbrennung hervorrufen und breitet sich ziemlich schnell aus. Deshalb ist es wichtig, diese Fotos auf weitem Gelände und freien Plätzen zu machen. Falls doch die Wiese, ein Strauch oder ein anderer Gegenstand Feuer fängt, sollten immer ein Feuerlöscher, ein Eimer Wasser oder schwer entflammbare Decken in greifbarer Nähe sein.
Für den eigenen Schutz empfehlen sich feste Schuhe, lange Bekleidung und Handschuhe. Zudem ist es für den optischen Aspekt nützlich, dunkele Kleidung zu tragen, die auf den Fotos zwischen den Flammen und Funken nur schwer zu erkennen sind.
Light Painting – eine glühende Kugel mit sprühenden Funken

Die richtigen Kameraeinstellungen

Spiralförmige Linien und Funkenflug lassen sich durch ein rotierendes Schleudern der Vorrichtung mit der brennenden Stahlwolle bewirken. Umso schneller die Stahlwolle durch die Luft gewirbelt wird, desto höher fliegen die Funken. Um aus dieser Bewegung fliessende Linien zu kreieren, werden lange Belichtungszeiten benötigt. Als Ausgangssituation ist eine Belichtungszeit von 25 Sekunden optimal. Das entstehende Licht wird durch eine eher geöffnete Blende, wie Blende f/5, im vollen Umfang erfasst. Da die Effekte, die durch die glühende Stahlwolle entstehen, am besten bei Dunkelheit wirken, sollte der ISO-Wert klein gehalten werden, sodass in den schwarzen Bereichen des Fotos kein unschönes Rauschen entsteht.
Für derlei Aufnahme eigenen sich am besten Weitwinkelobjektive mit kleinen Brennweiten, da die Arbeit mit dem Feuer einen relativ grossen Sicherheitsabstand zur Kamera erfordert. Ist der Abstand zu klein, können die sprühenden Funken sowohl die Kamera als auch das Objektiv beschädigen. Ein Probelauf ohne Kamera hilft dabei, den Funkenflug einschätzen zu können und danach die Kamera zu positionieren.
Ist die Kamera richtig platziert, wird die Stahlwolle mit einem Feuerzeug angezündet. Sobald durch die Bewegung die ersten Funken sprühen, sollte der Auslöser betätigt werden. Am besten lassen sich solche Aufnahmen zu zweit machen, damit einer die Stahlwolle in Bewegung bringt und der andere die Kamera bedingt. Ist man jedoch allein, kann ein Fernauslöser Abhilfe schaffen.

Mit Feuer malen

Für die Bewegung gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann man mit der Stahlwolle gleichmässige kreisförmige Bewegungen machen. Dadurch entsteht ein hell aufleuchtender Kreis, um den sich die Spuren der Funken ziehen. Dreht sich während des Rotieren die Person um sich selbst, erscheint eine dreidimensional wirkende Kugel. Eine Spirale lässt sich erzeugen, wenn die Parson mit der Stahlwolle während des Drehens nach und nach einen Schritt zurückgeht – leicht schräg zur Kamera. Wird die Stahlwolle wahllos durch die Luft geschleudert, bleibt die Wirkung auf dem Bild eine Überraschung.
Light Painting – ein glühende Spirale mit Funkenflug

Fazit

Light Painting ist eine Variante, um spektakuläre und kontrollierte Aufnahmen von Feuer zu machen. Wie so oft in der Fotografie heisst es auch hier: Geduld bewahren und mehrmals üben. Gerade für das erste Mal und die anfänglichen Versuche ist es empfehlenswert, sich eine helfende Hand mitzunehmen. Die richtige Kleidung, genügend Abstand und als Vorsichtsmassnahme etwas zum Löschen des Feuers sollten unbedingt dabei sein. Ansonsten ist Light Painting ein Bereich in der Fotografie, der für jeden umsetzbar und erschwinglich ist.


Ordner helfen beim Sortieren von Dateien

Verwaltung und Sicherung von Fotos

Dank moderner Digitalkameras und nahezu unbegrenzter Verfügbarkeit an Speicherplatz landen auf unseren Rechnern grosse Mengen an Fotos. Oftmals werden die Schnappschüsse archiviert und fristen ihr Dasein unberührt auf der Festplatte. So kommt es vor, dass man schnell den Überblick über die eigenen Bilder verliert. Mit einfachen Tricks lässt sich dies vermeiden und Ihre Fotos können vor dem Verschwinden im Chaos gerettet werden. Wir zeigen Ihnen mit welchen Massnahmen Sie Ihre Fotos sinnvoll strukturieren und verwalten können. Mit den vorgeschlagenen Schritten bringen Sie schnell und einfach Ordnung in den Bilder-Wirrwarr.

Weniger ist mehr – Aussortieren unnötiger Bilddateien

Der Urlaub ist vorbei und auf der Digicam warten unzählige tolle Bilder darauf, auf den Computer übertragen zu werden. Dank der modernen Fototechnik mit quasi unbegrenztem Speicherplatz neigen viele Menschen dazu, Motive nicht nur einmal abzulichten, sondern aus allen möglichen Positionen und Blickwinkeln zu verewigen. Schnell kommt eine Vielzahl ähnlicher Fotos zustande. Sollen diese wirklich alle aufgehoben werden?

Unser Tipp: Schauen Sie sich all Ihre Schnappschüsse genau an und entscheiden Sie, welche Sie davon wirklich behalten möchten. Verwackelte, unscharfe oder über- bzw. unterbelichtete Fotos können Sie direkt löschen. Auch Bilder, die Ihnen nicht gefallen, finden bestenfalls direkt den Weg in den Papierkorb. Wägen Sie ab, ob die Fotos für eine spätere Verwendung geeignet sind. Nutzen Sie zum Aussortieren kostenlose Foto-Browser wie Irfan View oder Faststone Image Viewer. Diese helfen Ihnen, Zeit zu sparen, indem sie Miniaturansichten der Bilder anzeigen, wichtige Informationen übersichtlich zusammenfassen und die Möglichkeit bieten, Fotos in die richtige Position zu drehen. Wenn Sie keine extra Programme installieren möchten, können Sie auch einfach die vielfältigen Funktionen des systeminternen Dateibrowsers nutzen.

Ordnung ist das halbe Leben – Sinnvolle Ordnerstruktur für Ihre Fotos

Nachdem Sie Ihre Bilder sortiert haben, müssen diese übersichtlich auf Ihrem Rechner gespeichert werden. Achten Sie beim Ablegen der Fotos auf eine ausgefeilte Verzeichnisstruktur. So behalten Sie und alle anderen, die auf die Dateien zugreifen, immer den Überblick. Trennen Sie berufliche und private Bilder strikt voneinander. Am besten legen Sie für jedes Jahr ein neues Verzeichnis an. Jeder festgehaltene Event sollte in einem eigenen Unterordner einsortiert werden. Dabei eignet sich eine Kombination aus umgekehrter Datumsangabe und einer kurzen Beschreibung besonders gut als Ordnerbezeichnung. Für den Sommerurlaub im Juli 2015 in Frankreich nutzen Sie beispielsweise den Verzeichnisnamen „201507_Sommerurlaub-Frankreich“. Das vorangestellte Datumsformat in der Form „Jahr/Monat/Tag“ hilft dabei, die einzelnen Ordner chronologisch sinnvoll zu sortieren.

Sollten Sie Ihre Bilder für die Weiterverarbeitung benötigen, werden Sie an der Verwendung der Rohdaten nicht vorbei kommen. Zur besseren Übersicht sollten Dateien im Rohdaten-Format immer in einem gesonderten Verzeichnis innerhalb der jeweiligen Ordnerstruktur eingepflegt werden.

Übersichtliche Ordnerstruktur für die Archivierung von Bildern

Namen und Tags für Bilder verwenden

Ob es sich lohnt, einzelne Fotodateien umzubenennen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist, dass dieser Schritt bei einer Vielzahl von Bildern sehr viel Arbeit machen kann. Sinnvoller ist an dieser Stelle die Verwendung von sogenannten Tags. Mit Hilfe solcher Stichworte können Sie Ihre eingeordneten Bilder einfach bestimmten Themen zuordnen. Taggen Sie zum Beispiel die Bilder aus dem Urlaub in Frankreich mit den Stichworten „Sommerurlaub“ und „Frankreich“. Fotos, auf denen Sehenswürdigkeiten zu sehen sind, können zusätzlich deren Namen und die Stadt als Tag erhalten. Tags haben den Vorteil, dass Sie bei der Bildersuche viel Zeit sparen können, indem Sie Ihre Daten einfach nach den entsprechenden Stichwörtern durchsuchen lassen.

Verwaltung von Bildern – Vor- und Nachteile von Archivierungs-Software

Viele der beschriebenen Massnahmen können durch den Einsatz einer geeigneten Software zur Fotoverwaltung vereinfacht werden. Verschiedene kostenlose und kostenpflichtige Programme stehen dazu zur Verfügung. Bekannte Vertreter sind Googles Picasa, Photoshop Lightroom von Adobe sowie ACDSee.

Vorteil solcher Software ist, dass Sie stets den Überblick über Ihre Bilder behalten. Das Taggen wird erheblich erleichtert und mit den integrierten Filtern haben Sie unzählige Möglichkeiten, Ihre Fotos zu durchsuchen. Erweiterte Ansichten lassen es zu, sich die Fotos nach Aufnahmedatum oder in einer Kalenderansicht anzeigen zu lassen. Hochwertige Programme wie Photoshop Lightroom bieten sogar Funktionen zur Bildbearbeitung an. Damit wird zusätzliche Software überflüssig.

Ein Backup, zum Beispiel auf eine externe Festplatte, schützt vor Datenverlust

Dateien sicher speichern – Backup-Lösungen für Ihre Fotos

Mit unseren Bildern verbinden wir viele schöne Erinnerungen. Umso tragischer wäre es, diese zu verlieren. Insbesondere bei Handyfotos spielt das eine wichtige Rolle, denn das Smartphone ist ständiger Begleiter und könnte verloren gehen. Um einem Datenverlust vorzubeugen ist es wichtig, rechtzeitig an eine Sicherung zu denken. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Ein einfacher Weg der Datensicherung ist es, Fotos regelmässig auf DVD zu brennen und an einem sicheren Ort abzulegen. Bei der Masse an Bildern und den fortlaufend neuen Daten kann dies allerdings schnell aufwendig werden und zu einer unübersichtlichen Sammlung an Datenträgern führen. Darüber hinaus werden immer mehr Rechner ohne optische Laufwerke ausgeliefert, was eine spätere Verwendung erheblich erschweren kann.

Besser eignet sich daher eine externe Festplatte, welche parallel zur Datenbasis auf dem Rechner aktuell gehalten wird. Eine weitere Möglichkeit für ein sicheres Backup bietet die Cloud. Viele Anbieter bieten kostenlosen oder kostengünstigen Online-Speicherplatz an. Nutzen Sie beispielsweise Picasa von Google, so können Sie deren Internetspeicher Google Photos in unbegrenzter Höhe kostenlos nutzen. Diese Art der Datensicherung stellt momentan wohl eine der sichersten Wege dar und hat ausserdem den Vorteil, dass Sie von überall auf Ihre Bilder zugreifen können.

Egal, wie Sie Ihr Backup durchführen: Achten Sie darauf, dass es regelmässig auf dem neusten Stand gehalten wird. Sie sollten Ihre wichtigen Daten – wie Ihre Fotos – immer redundant, also doppelt, abspeichern. Nur so können Sie einem Komplettverlust zuverlässig vorbeugen.