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Canon 50 mm Festbrennweite auf einer Jeansjacke

Die Festbrennweite als Must-have für jede Kameraausrüstung!

In den meisten Fällen wird eine digitale Spiegelreflexkamera in Verbindung mit einem Objektiv gekauft, dem sogenannten Kid-Objektiv. Dabei handelt es sich meist um ein Zoom-Objektiv mit einem Brennweitenbereich zwischen 18 und 55mm. Nun ist ein solches Zoom-Objektiv beim Kauf nicht nur bereits dabei, sondern ist durch die flexible Wahl verschiedener Brennweiten zudem sehr praktisch. Eine Festbrennweite hingegen bietet diese Flexibilität nicht und dennoch gibt es viele Gründe, warum sie ein absolutes Muss für passionierte Hobbyfotografen ist.

Grund 1: Festbrennweiten bieten eine gute Abbildungsqualität

Wie der Name bereits verrät, ist ein Objektiv mit Festbrennweite durch seine Bauart auf eine bestimmte Brennweite festgelegt. Durch diese Festlegung ist es möglich, dass Objektiv genau auf diese Brennweite zu optimieren. Das Objektiv liefert Ihnen dadurch nicht nur mehr Schärfe, sondern auch eine höhere Bildqualität.

Grund 2: Festbrennweiten sind sehr lichtstark

Neben der besseren Abbildungsqualität ist die hohe Lichtstärke des Objektives ein weiteres Kaufargument. Bei einer Festbrennweite lässt sich die Blende viel weiter öffnen als bei einem Zoom-Objektiv. Je nach Objektiv sind Blendenwerte von f/2 bis hin zu einem Blendenwert von f/1,2 möglich. Durch diese enorme Lichtstärke gelangt mehr Licht auf den Sensor. Somit ist es für eine Festbrennweite kein Problem, in geschlossenen Räumen oder in der Dämmerung zu fotografieren.

Die Blende weiter öffnen zu können, bietet einen zusätzlichen Vorteil gegenüber einem Zoomobjektiv: Unter den gleichen Lichtbedingungen kann die Belichtungszeit bei der Festbrennweite verkürzt werden. Somit können Bewegungen leichter eingefroren werden.

Grund 3: Festbrennweiten sind auch für den kleinen Geldbeutel zu haben

Durch die festgelegte Brennweite sind Festbrennweiten in ihrer Bauart einfacher gehalten. Dadurch können diese in den meisten Fällen einfacher und auch günstiger entwickelt und produziert werden als ein Zoom-Objektiv. Eine gute Festbrennweite können Sie bereits ab 130 CHF erwerben.

Aber auch hier ist zu erwähnen, dass nicht alle Festbrennweiten-Objektive günstig sind. Wie bei allen Objektivarten gibt es sowohl qualitativ als auch preislich eine grosse Spanne. So sind viele der Festbrennweiten mit verschiedenen Lichtstärken erhältlich, die lichtstärkeren sind in der Regel teurer.

Blume aufgenommen mit einer 50mm Festbrennweite – zu erkennen ist die hohe Hintergrundunschärfe

In dem obigen Bild ist eine gelbe Gerbera zu sehen, die mit einem 50mm Festbrennweitenobjektiv aufgenommen wurde. Der Kontrast zwischen der sehr scharf abgebildeten Blume und dem unscharfen Hintergrund ist deutlich zu erkennen.

Grund 4: Festbrennweiten sind oft klein, leicht und handlich

Ein Nachteil einer grossen Auswahl an Kameraequipment ist, dass es in der Tasche nicht nur viel Platz wegnimmt, sondern auch einiges an Gewicht mit sich bringt. Aufgrund ihrer vereinfachten Bauform sind Festbrennweiten oft nicht sehr gross und wiegen auch nur einen Bruchteil eines Zoomobjektives. Dies trifft vor allem bei kleineren Festbrennweiten, wie 24mm, 35mm und 50mm zu. Mit diesen Festbrennweiten sparen Sie sich Platz und Gewicht, dass sich auch an der Kamera selbst bemerkbar macht.

Grund 5: Festbrennweiten schulen den fotografischen Blick

Die Inflexibilität einer Festbrennweite ist einerseits ihr grosser Nachteil und zu gleich ein Vorteil. Durch den festgelegten Bildausschnitt ist man gezwungen, sich zum Motiv hin oder weg zu bewegen, um es wie gewünscht ins Visier zu nehmen. Dadurch denken Sie bereits im Vorfeld mehr über das Motiv nach. Dabei kommen einem meist viele verschiedene Wege in den Sinn, das Motiv festzuhalten. Sie entdecken neue, aussergewöhnliche Perspektiven und achten mehr auf die Bildgestaltung. Daraus resultieren deutlich weniger aber dafür gutüberlegte, kreative und bessere Fotos, als beim Fotografieren mit einem Zoom-Objektiv.

Grund 6: Festbrennweiten und ihre Hintergrundunschärfe

Die Regel «je grösser die Blendenöffnung, desto geringer die Schärfentiefe» trifft bei jedem Objektiv und nicht nur bei der Festbrennweite zu. Dennoch ist der Effekt eines unscharfen Hintergrundes, der sogenannte Bokeh-Effekt, bei Festbrennweiten viel stärker. Grund dafür ist der kleine Blendenwert.

Dieser Effekt eignet sich hervorragend, um ein gewünschtes Objekt im Vordergrund vor dem Hintergrund freizustellen und findet vor allem in der Portraitfotografie Anwendung. Aber auch zum Fotografieren von kleinen Details in der Natur lässt sich der Effekt des unscharfen Hintergrundes anwenden.

Portrait aufgenommen mit einer Festbrennweite

Das Portrait wurde ebenfalls mit einem 50mm Festbrennweitenobjektiv aufgenommen. Auch hier ist die Hintergrundunschärfe deutlich zu erkennen.

Verschiedene Festbrennweiten für unterschiedlich Zwecke

Für unterschiedliche Bildausschnitte werden bei der Verwendung von Festbrennweiten verschiedene Objektive benötigt. So gibt es Festbrennweiten mit 10, 24, 35, 50, bis hin zu grossen Brennweiten von 85, 100, 135 und 210mm. Je kleiner die Brennweite, desto grösser ist der Bildausschnitt.

Kleine Festbrennweiten, wie 10mm oder 24mm, eignen sich für den Weitwinkelbereich und lassen es zu, Landschaften und Architektur zu fotografieren. 35mm und 50mm sind hervorragende Objektive, wenn es um Portraits von Menschen oder Tieren geht. Grössere Brennweiten von 85mm, 100mm und mehr lassen es zu, ein Objekt auch aus grösserer Entfernung ins Visier zu nehmen. Zudem lassen sie sich gut im Bereich der Makrofotografie anwenden.

Bei der Anschaffung eines Festbrennweiten-Objektivs sollten Sie nicht vergessen, dass der Bildausschnitt den das Objektiv liefert von der Grösse des Sensors abhängig ist. Somit steht einem der volle Bildausschnitt nur bei einer Vollformatkamera zu Verfügung. Wird eine digitale Spiegelreflexkamera mit einem APS-C Sensor verwendet, sollten Sie den Cropfaktor berücksichtigen. Grob gesagt kommt eine 24mm Festbrennweite auf einer Kamera mit APS-C Sensor einem 35mm Objektiv auf einer Vollformatkamera gleich.

Fazit

Abgesehen von der fehlenden Flexibilität bietet eine Festbrennweite eine beachtliche Anzahl an Vorteilen. Dabei sind vor allem die gute Abbildungsqualität und die hohe Lichtstärke die ausschlaggebenden Kaufargumente.

24mm oder 50mm Festbrennweitenobjektive gibt es zudem bereits für einen kleinen Preis, der einen nicht daran hindert, sich selbst an einer Festbrennweite zu versuchen. Zudem regt ein Festbrennweitenobjektiv einen dazu an mehr über die Motive nachzudenken und neue Bildkwinkel zu finden. All diese Gründe kombiniert, machen eine Festbrennweite zu einem absoluten Must-have in der Fototasche.

Bewerbungsfoto: Winzer im Weinberg

Individuelle Bewerbungsbilder für den passenden Job

Auch wenn heute nicht mehr bei jedem Arbeitgeber nötig ist, kann das richtige Bild manchmal die Entscheidung für eine Einladung zum Gespräch ausmachen. Wichtig ist dabei nicht die passende Frisur oder Brille, sondern die Ausstrahlung des Bewerbers. Wenn Sie sich entscheiden, Ihrer Bewerbung ein souveränes Bild beizufügen, lohnt es sich ein wenig Zeit zu investieren, um die Chancen auf den Traumjob zu erhöhen.

Dabei muss es nicht immer das typische Studiobild mit Rollwand und Tapetenmuster sein. Kreative Bilder, die sich abheben, werden immer beliebter. Ob seriös oder kreativ, für jeden Berufszweig kann man das gewisse Etwas finden und auch mit einfacher Ausrüstung ein gutes Bewerbungsbild selbst machen.

Die richtige Vorbereitung

Überlegen Sie sich zunächst wie sie auf Ihrem Bild wirken wollen. Seriös, kreativ, freundlich, professionell: Das alles können Sie mit dem richtigen Foto transportieren. Das Foto sollte Ihre Persönlichkeit zeigen, ohne privat zu werden.

Entscheidend ist natürlich auch, in welcher Branche und welchem Unternehmen Sie sich bewerben, denn die Personalabteilung einer Bank möchte von Ihnen ein schlichteres Bild als die einer Marketingfirma. Schauen Sie sich ausserdem das Image und die Philosophie Ihres Wunscharbeitgebers genau an, um die Erwartungen abzulesen und zu erfüllen. Dabei sind auch Unternehmensfarben und die bestehende Fotosprache wichtig. Wenn Ihr Bild sich von vornherein in das Firmenbild einfügt, erhöht das Ihre Chancen deutlich.

Die richtige Technik

Das wichtigste Werkzeug ist auch bei diesem Fotoshooting ein Stativ. Es sichert die Qualität durch die Stabilisierung. Ausserdem können Sie so die Kamera auf Ihre Augenhöhe positionieren. Wenn Sie sich selbst fotografieren, sollten Sie mit einem Fernauslöser arbeiten. Mit dem zeitversetzten Auslösen hasten Sie zwischen Position und Kamera hin und her, das bringt Unruhe in das Bild und kostet Zeit und Nerven.

Systemkameras mit schwenkbarem Live-View Bildschirm sind natürlich optimal, sollten Sie alleine shooten. Prinzipiell können Sie mit jeder Kamera mit mindestens 12 Megapixel arbeiten.

Findet das Shooting im geschlossenen Raum statt, ist das richtige Licht entscheidend. Fotografieren Sie tagsüber in der Nähe eines Fensters. Nutzen Sie so viel natürliches Licht wie möglich. Fotografieren Sie ohne direkten Blitz, um harte Kanten und Schatten zu vermeiden. Für künstliche Lichtquellen eignen sich Studioblitze oder Softboxen am besten. Hier lernen Sie, wie Sie einen Diffusor oder Reflektor selbst bauen können.

Bewerbungsbilder mit natürlichem Licht

Wie schon erwähnt, haben sich die typischen Bilder vor einheitlich dunklem oder weissem Hintergrund in einem Studio ein wenig überholt. Sie sagen wenig über die Person aus und gehen in der Masse an Bewerbungen unter. Ein Bild im Freien kann sehr natürlich und freundlich wirken. Ausserdem haben Sie hier den Vorteil, natürliches Licht nutzen zu können.

Bewerbungsfoto: zurückhaltender verschwommener Hintergrund

Wenn der Hintergrund eher zurückhaltend sein soll, können Sie ihn mit Hilfe einer kleinen Blende verschwimmen lassen. Nutzen Sie dafür ein Objektiv mit Festbrennweite (35 oder 50 mm). Spielen Sie mit der Blendenöffnung und passen Sie die Belichtung an. Bei der Portraitfotografie sollte die Belichtungszeit nicht zu lang sein, da sich das Motiv, wenn auch nur leicht, bewegt und damit Unschärfen entstehen.

Tipp: Je seriöser das Unternehmen, desto zurückhaltender der Hintergrund.

Das Arbeitsumfeld im Bewerbungsfoto

Je ferner der Beruf von Schlips und Krawatte entfernt ist, desto lässiger kann das Bild sein. Es wirkt sehr natürlich und vor allem passend, wenn Ihr Bewerbungsbild in der Berufsumgebung entsteht. Besonders bei handwerklichen Berufen kann das Shooting in die Werkstatt oder die Baustelle verlegt werden. Sie sollten darauf achten, trotz gewohnter Umgebung gepflegt und professionell aufzutreten. Das Gesicht muss deutlich erkennbar sein und der Bewerber die einzige Person auf dem Bild.

Mit der Blendenöffnung können Sie den Hintergrund, also die Umgebung, unterschiedlich stark verschwimmen lassen oder fokussieren. Nutzen Sie natürliches bzw. weiches Licht, um den Raum auszuleuchten. Harte Schatten und grelle Farben lenken zu sehr vom Bewerber ab. Versuchen Sie diese zu vermeiden oder in der Nachbearbeitung zu reduzieren. Achten Sie auf einen aufgeräumten Hintergrund, auch wenn er stark verschwimmt, denn auch wenn er in der Szene hilft, sollte der Fokus nicht vom portraitierten Bewerber abgleiten.

Bewerbungsfoto: Winzer im Weinberg

Job-Requisiten einbauen

Diese Art der Bewerbungsfotos ist wirklich nur etwas für schöpferische Branchen. Hier sind der Kreativität quasi kaum grenzen gesetzt, um seine Persönlichkeit und damit auch sein Talent in Szene zu setzen. Besonders Musiker, Künstler, Tänzer, aber auch Handwerker, Maler oder zum Beispiel Zoowärter wirken talentiert und professionell in ihrer gewohnten Umgebung.

Achten Sie bei Ihren Bildern dennoch darauf, dass das Gesicht gut erkennbar ist. Bei einem inszenierten Shooting können Sie entsprechendes Handwerkszeug, also Pinsel, Musikinstrumente oder sogar die Tiere eines Tierpflegers gemeinsam mit dem Bewerber in Szene setzen. Diese Fotos sind nicht geeignet um Sie selbst aufzunehmen, hier brauchen Sie Unterstützung.

Bewerbungsfoto: Gitarrist in buntem Scheinwerferlicht

Fazit

Egal, ob Bäcker, Musiker oder Bürojob, jedes Bewerbungsbild lässt sich mit einem passenden Hintergrund aufpeppen. Bei der Nachbearbeitung heisst es: Weniger ist mehr, denn Sie sollen schliesslich wiedererkannt werden. Die richtige Pose und was sonst bei Bewerbungsfotos zu beachten ist, können Sie hier nachlesen.

Fotoequipment und Zubehör

Nützliches Objektiv-Zubehör für gelungene Fotos

 

Nicht jedes Objektiv ist für jedes Fotomotiv optimal geeignet und jeder Hersteller produziert für seine Kameras spezielle Modelle, die meist nicht mit Kameras anderer Marken kompatibel sind. Da die Anschaffung eines hochwertigen Objektivs obendrein noch sehr kostspielig werden kann, überlegen die meisten Hobby-Fotografen genau, welches Objektiv sich für ihre Zwecke am besten eignet. Mit ein paar nützlichen Zusatzprodukten können Sie die Einsatzmöglichkeiten Ihrer Objektive erweitern und an Ihr Fotomotiv anpassen. Wir zeigen Ihnen, was sich hinter Objektivadaptern, Konvertern und Zwischenringen verbirgt und wie Sie Ihr Objektiv am besten schützen.

Objektivadapter für systemübergreifende Verwendung der Objektive

Beim Neukauf einer Spiegelreflexkamera stehen viele Fotografen vor dem Problem, sich entweder ein Modell der bisher verwendeten Marke zuzulegen oder neues Equipment für eine neue Kamera eines anderen Herstellers zu kaufen. Einige Hersteller verwenden sogar verschiedene Bajonettanschlüsse für ihre unterschiedlichen Kamerasysteme, um den Objektivwechsel zu erleichtern oder Automatikfunktionen zu ermöglichen.

Objektivadapter, die zwischen Kameragehäuse und Objektiv geschraubt werden, bieten die Lösung, wenn Sie eine Kamera mit einem Objektiv einer fremden Marke oder eines anderen Kamerasystems kombinieren möchten. So können Objektive systemübergreifend verwendet werden und müssen nicht bei jedem Kamerawechsel neu gekauft werden.

Es gibt verschiedene Objektivadapter für unterschiedliche Kamera-Objektiv-Kombinationen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass Automatikfunktionen mit dem Adapter nicht mehr oder nur noch eingeschränkt verfügbar sind. Je ähnlicher sich die Anschlüsse von Kamera und Objektiv sind, desto geringer fallen auch die Einschränkungen der Automatikfunktionen aus. Bei Kamerasystemen, die grundsätzlich bestimmte Parameter automatisch einstellen, sind Objektivadapter teilweise nur sehr eingeschränkt nutzbar, wenn Sie die Automatikfunktionen beeinträchtigen.

Zwischenringe für Nah- oder Makroaufnahmen

Über den Auszug eines Objektivs kann die Entfernung zwischen Objektiv und Bildebene für eine bessere Schärfentiefe an das Motiv angepasst werden. Insbesondere bei Makroaufnahmen mit geringem Abstand zum Objekt muss der Abstand zwischen Linse und Bildfläche entsprechend gross sein, damit eine scharfe Aufnahme entsteht. Dieser veränderbare Abstand ist aus technischen Gründen jedoch begrenzt. Mit Hilfe von Zwischenringen können Sie den Einstellbereich des Auszugs verlagern und bessere Nah- oder Makroaufnahmen machen.

Dabei ist zwischen einfachen manuellen Zwischenringen und Automatik-Zwischenringen zu unterscheiden. Ähnlich wie bei den Objektivadaptern bereits beschrieben, erfordern die Zusatzfunktionen vieler Objektive bestimmte Koppelelemente. Automatik-Zwischenringe leiten die Automatikfunktionen zwischen Objektiv und Kameragehäuse weiter und sind daher teurer als einfache Zwischenringe, aber sehr zu empfehlen, um wichtige Automatikfunktionen nutzen zu können. Bei der Verwendung von manuellen Zwischenringen stehen diese nicht zur Verfügung, da das Koppelelement fehlt.

Je nach Hersteller gibt es für digitale oder auch analoge Spiegelreflexkameras einzelne Zwischenringe in verschiedenen Längen und ganze Sets, die auch kombiniert verwendet werden können. Zwischenringe haben ein matt schwarz gefärbtes Inneres und mindestens eine Ringblende, um Streulicht zu reduzieren. Die Verwendung von mehr als drei Zwischenringen sollten Sie dennoch vermeiden, da somit mehr Streulicht entsteht und die Qualität des Bildes beeinträchtigt.

Objektiv wird auf Kamera geschraubt

Konverter und Objektivvorsätze zur Veränderung der Brennweite

Objektivkonverter werden wie Zwischenringe zwischen Kameragehäuse und Objektiv geschraubt und verlängern oder verkürzen dessen Brennweite.

Während ein Telekonverter die Brennweite verlängert und somit ein normales Objektiv zu einem leichten Teleobjektiv – ideal für Portraits – macht, verkürzt der Weitwinkelkonverter die Brennweite und erlaubt beeindruckende Landschaftsaufnahmen. Speziell für die Leistungsverbesserung von Weitwinkelobjektiven im Nahbereich bieten manche Hersteller auch Makro-Konverter an. Diese sind dann allerdings auf bestimmte Objektivmodelle ausgelegt und selten mit anderen kompatibel.

Während für die Nutzung von Konvertern immer erst das Objektiv abgeschraubt werden muss, können Objektivvorsätze direkt davor angebracht werden. Je nach Hersteller werden Vorsätze auf das Objektiv aufgesetzt oder in das Filtergewinde eingeschraubt. Zur Verkürzung der Brennweite und Erweiterung des Bildwinkels gibt es beispielsweise spezielle Weitwinkel- und Fisheyevorsätze.

Taschen und Deckel zum Schutz der Objektive

Zum Schutz teurer Objektive und zur sicheren Aufbewahrung von empfindlichem Zubehör gibt es Köcher und Taschen für jegliche Objektivgrössen. Diese sind oft aus Neoprenstoff oder anderen weichen und fusselfreien Textilien, die das Equipment vor Kratzschäden und Stössen schützen.

Auf der Suche nach einem tollen Motiv beim Wanderausflug oder Städtetrip muss die Kamera natürlich immer griffbereit sein, um sie oder das Objektiv nicht für jedes Foto erst aus der Kameratasche holen zu müssen. Praktische Kameragurte, Clipsysteme und ähnliches erleichtern das Tragen der Kamera, damit Sie sie unterwegs schnell zur Hand haben.

Um das Objektiv auch unterwegs vor Kratzern, Staub und Ähnlichem zu schützen, sollten Sie auf einen passenden Deckel nicht verzichten. Diese gibt es preiswert in unterschiedlichen Ausführungen. Da diese beim Abnehmen oder Aufstecken jedoch schnell herunterfallen oder verloren gehen, sollten Sie den Objektivdeckel mit einem Band an der Kamera befestigen. Für die sichere Aufbewahrung des Deckels während des Fotografierens gibt es auch spezielle Halterungen, die der Fotograf ähnlich wie einen Schultergurt tragen kann. Dort kann der Deckel in ein passendes Gegenstück eingeklickt werden, so lange er nicht benötigt wird.

Tasche mit Kamera und Fotoequipment

Fazit

Bei der grossen Vielfalt an Zubehör für Objektive sollten Sie vor allem die für Ihre Zwecke am nützlichsten Produkte wählen. Wenn Sie am liebsten ein universell einsetzbares Objektiv verwenden oder Objektive verschiedener Hersteller oder Serien besitzen, finden Sie bei entsprechenden Adaptern, Konvertern oder Zwischenringen für jeden Nutzen die passende Ergänzung und preiswerte Alternative zu einem Spezialobjektiv. Schützen Sie Ihr Equipment mit entsprechenden Taschen und Schutzhüllen, damit es Ihnen lange erhalten bleibt.

Digitalkamera mit zwei zusätzlichen Objektiven

Welche Objektivtypen gibt es? – Unterschiede, Hersteller und Kaufkriterien

Das Objektiv ist, neben der Kamera selbst, eines der wichtigsten Werkzeuge eines Fotografen. Die Auswahl des geeigneten Objektivs ist bei der Fülle an Varianten und Herstellern am Markt nicht immer einfach.

Mit diesem Artikel geben wir einen Überblick über die verschiedenen Objektivarten und die wichtigsten Hersteller. Weiterhin werden Kriterien angeführt, die Sie bei der Entscheidung für ein Objektiv beachten sollten.

Objektiv-Typen und ihre Unterscheidungskriterien

Generell lassen sich Objektive anhand ihrer Brennweite und Lichtstärke unterscheiden. Je nach Ausprägung dieser Parameter definieren sich auch die Einsatzgebiete der verschiedenen Objektiv-Typen. Im Folgenden werden die Objektivtypen und deren Unterschiede detaillierter erklärt.

Ausführliche grundlegende Informationen zur Brennweite und Lichtstärke finden Sie im Artikel: «Worauf muss man beim Objektivkauf achten».

Festbrennweiten- vs. Zoomobjektive

Festbrennweitenobjektive sind Objektive mit einer bestimmten Brennweite und ohne Zoommöglichkeit. Diese Objektive sind klein und kompakt. Dadurch haben sie ein geringes Gewicht im Vergleich zu anderen Objektivtypen und sind vergleichsweise günstig in der Anschaffung (ab ca. 110 CHF). Der grosse Vorteil von Festbrennweitenobjektiven ist die grosse Lichtstärke und die damit verbundene bessere Abbildungsqualität im Vergleich zum Zoomobjektiv. Ein Nachteil ist, dass man durch die feste Brennweite auf einen bestimmten Bildausschnitt festgelegt ist. Eine Veränderung des Ausschnitts ist nur durch die Verlagerung des Standortes des Fotografen möglich. Aufgrund der geringen Schärfentiefe sind Festbrennweitenobjektive unter anderem für die Portraitfotografie geeignet.

Das Zoomobjektiv mit seinem einstellbaren Brennweitenbereich ist dagegen ein echter Allrounder. Der Fotograf hat ein Objektiv für verschiedenste Situationen, die unterschiedliche Brennweiten erfordern (Portraitfoto vs. Landschaftsfoto) und dadurch einen grossen Gestaltungsspielraum. Für die höhere Flexibilität müssen Abzüge in der Abbildungsqualität im Vergleich zur Festbrennweite in Kauf genommen werden. Zoomobjektive sind z.B. weniger lichtstark als Festbrennweiten. Auch nimmt die Lichtstärke des Zoomobjektivs ab, je weiter die Brennweite in den Tele-Bereich verlagert wird. Besonders praktisch ist das Zoomobjektiv auf Reisen, da sich der Umfang des Fotogepäcks durch Wegfall von nicht extra benötigten Tele- und Weitwinkelobjektiven deutlich reduziert.

verschiedene Kamera-Objektive in einer Zusammenstellung

Die Spezialisten: Teleobjektiv, Weitwinkelobjektiv, Makroobjektiv

Neben der Einteilung in Festbrennweiten- oder Zoomobjektiv gibt es Objektive, die sich in ihren Eigenschaften von einem Standardobjektiv unterscheiden.

Teleobjektive haben eine grosse Brennweite (erhältlich im Brennweiten von 70 mm bis über 1000 mm). Sie sind sowohl als Festbrennweiten- als auch als Zoomobjektive erhältlich und dienen der Vergrösserung von weiter entfernten Objekten. Sie erzeugen eine geringere räumliche Tiefe als z.B. Weitwinkelobjektive, wodurch das Gefühl einer geringeren Entfernung zum Objekt entsteht und das Bild sich verdichtet. Zum Fotografieren mit einem Teleobjektiv ist auf Grund ihres hohen Gewichts meist ein Stativ notwendig. Zum Einsatz kommen diese Objektive z.B. in der Sport- und Tierfotografie.

Weitwinkelobjektive besitzen Brennweiten unter 50 mm und bieten bei gleichem Bildabstand einen grösseren Bildausschnitt als Standardobjektive. Sie werden zumeist als Zoomobjektiv angeboten und decken in verschiedenen Varianten einen Brennweitenbereich von 10 – 35 mm ab. Weitwinkelobjektive erzeugen bei gleichem Bildausschnitt mehr Tiefe als ein Teleobjektiv, wodurch Abstände zwischen einzelnen Objekten auf dem Bild besser herausgestellt werden können. Je geringer die Brennweite des Objektivs, desto stärker tritt der Effekt der Vignettierung (Verdunklung der Seitenränder) auf. Eingesetzt werden Weitwinkelobjektive unter anderem in der Landschaft- und Architekturfotografie.

Makroobjektive sind optimiert auf die Fotografie im Nahdistanzbereich und bilden die fotografierten Objekte im Abbildungsmassstab 1:2 oder 1:1 ab. Sie sind sowohl als Festbrennweiten- als auch als Zoomobjektiv in Brennweiten zwischen 40 – 200 mm erhältlich. Im Vergleich zum Standardobjektiv zeichnen sie sich durch eine geringere Naheinstellgrenze aus. Nachteile sind ihr hoher Preis und das relativ hohe Gewicht. Makroobjektive finden Einsatz in der Detailfotografie und bei Kleintieraufnahmen.

Der Panorama-Spezialist: Fischaugenobjektiv

Das Fischaugenobjektiv ist ein spezielles Objektiv aus dem Superweitwinkelbereich. Mit diesem können Sie Bildwinkel von bis zu 180° erreichen. Es biegt gerade Linie ausserhalb des Bildmittelpunktes nach aussen, wodurch ein rundliches Abbild entsteht. Es treten Effekte wie tonnenförmige Verzeichnung, Tiefendehnung und Deformation auf, die die Anwendung eines Fischaugenobjektivs vor allem im Bereich der Panoramafotografie reizvoll machen.

Meerblick vom Strand aufgenommen mit einem Fischaugenobjektiv

Objektiv-Hersteller

Bei der Auswahl eines Objektivs steht auch die Entscheidung für einen Hersteller an. Prinzipiell bieten die bekannten Kamera-Hersteller wie z.B. Canon, Nikon oder Olympus jeweils eigene Objektive für ihre Kameras an. Ausserdem existieren spezialisierte Objektiv-Hersteller wie z.B. Leica, Voigtländer oder Zeiss. Die herstellereigenen Objektive sind nur mit dem jeweiligen Kameraanschluss erhältlich. Bei den Objektiven der spezialisierten Hersteller kann man je Objektiv zwischen den verschiedenen Kameraanschlüssen wählen und den geeigneten Anschluss für seine Kamera heraussuchen.

Entscheidungshilfe bei der Objektivwahl

Als Abschluss möchten wir drei Kriterien aufführen, die Sie bei der Entscheidung für ein Objektiv berücksichtigen sollten, um auch ein geeignetes Objektiv für ihre Vorhaben zu erhalten. Zusätzlich dazu können Sie im Artikel «Worauf muss man beim Objektivkauf achten» auch einen Absatz zum Thema Preisspanne bei Objektiven finden.

Kameraanschluss

Wichtig bei der Auswahl eines Objektivs ist der jeweilige Kameraanschluss. Das am weitesten verbreitete Anschluss-Prinzip ist der Bajonett-Anschluss. Diesen gibt es in der jeweiligen Herstellermodifikation in verschiedenen Ausführungen. Beispielhaft sind in der untenstehenden Tabelle einige Bajonett-Anschlussvarianten aufgeführt. Informieren Sie sich unbedingt vor dem Kauf eines Objektivs, ob dieses mit Ihrer Kamera kompatibel ist.

Hersteller Name des Bajonett-Anschlusses
Canon EF-Bajonett
Nikon Nikon-F, Nikon-1
Pentax K-Bajonett
Olympus Four-Thirds-Standard
Sony E-Bajonett

Neben den Bajonett-Anschlüssen existieren unter anderem bei älteren Kameras bzw. auch bei Kameras für Industriezwecke noch Schraubgewinde wie z.B. der herstellerübergreifende Standard M-42.

Einsatzbereich

Beim Kauf eines Objektivs ist es ebenfalls wichtig zu wissen, wofür dieses zum Einsatz kommen soll. Benötigt man einen Allrounder, sollte aus den oben genannten Gründen auf ein Zoomobjektiv zurückgegriffen werden. Möchte man einen Spezialisten, um noch mehr Bildqualität zu erhalten, dann ist einer der oben genannten speziellen Objektivtypen – je nach Einsatzbereich – zu empfehlen. Haben Sie bisher nur mit Zoomobjektiven gearbeitet und möchten nun austesten, was man in Bezug auf die Bildqualität noch herausholen kann, dann suchen Sie nach einem geeigneten Festbrennweitenobjektiv. Hier eignen sich zum Einstieg Festbrennweiten von 50 mm besonders gut.

Minimale Naheinstellung und Filtergewinde

Weitere zu beachtende Entscheidungskriterien sind die minimale Naheinstellung und das Filtergewinde.

Die minimale Naheinstellung – von den Herstellern oft als MOD (= minimale Objektdistanz) bezeichnet – ist der geringstmögliche Abstand zwischen dem Motiv und der vordersten Kameralinse. Möchten Sie vor allem im Bereich der Nahdistanzfotografie arbeiten, sollten Sie diese Angabe im Blick haben.

Tipp: Die minimale Nahdistanzeinstellung lässt sich durch die Verwendung von sogenannten Zwischenringen (zwischen Anschlussgewinde und Kamera) weiter optimieren.

Auf die Angaben zum Filtergewinde sollten Sie achten, wenn Sie sich zu ihrem bisherigen Objektiv bereits optische Filter angeschafft haben. Sofern bisheriges und neues Objektiv dasselbe Filtergewindemass haben, können Sie Ihre bisherigen Filter auch für das neue Objektiv nutzen.

Tipp: Durch die Verwendung von Filteradaptern ist es möglich unterschiedliche Filtergewindemasse auszugleichen. Diese können dazu verwendet werden grössere Filter an kleineren Gewinden anzuschliessen.

Verschiedene Arten von Objektiven für unterschiedliche Zwecke

Worauf muss man beim Objektivkauf achten

Jeder einzelne Kamerahersteller bietet eine Vielzahl an unterschiedlichen Objektiven an, dazu kommen noch Objektive von Herstellerübergreifenden Anbietern. Da ist es schwierig, beim Objektivkauf eine gut informierte und clevere Entscheidung zu treffen.

Wir liefern alle Tipps und Informationen, was Sie bei der Anschaffung eines neuen Objektives beachten sollten.

Welche Brennweite soll mein Objektiv haben?

Zuerst steht die Entscheidung an, ob man ein Zoomobjektiv oder ein Festbrennweiten-Objektiv kaufen möchte. Zoom-Objektive haben den Vorteil, dass sie in einem vorab definierten Rahmen die Brennweite variieren können. Somit wird das Objektiv vielseitiger einsetzbar. Zudem sparen Sie sich häufiges Wechseln der Objektive unterwegs, was einiges an Aufwand und Zeitverlust bedeuten kann.

Bei Festbrennweiten-Objektiven kann man die Brennweite nicht verändern. Wenn man also ein Objekt grösser oder kleiner fotografieren will, muss man die eigene Position verändern. Der Vorteil dieser Objektive liegt darin, dass sie auf ihre Brennweite hin optimiert sind. Man kann mit Festbrennweiten-Objektiven qualitativ bessere Resultate erzielen als mit vergleichbaren Zoomobjektiven. Zudem sind Festbrennweiten-Objektive zumeist günstiger zu erwerben als technisch vergleichbare Zoomobjektive. Ausserdem sind Festbrennweiten-Objektive leichter und handlicher als ihre flexibel einsetzbaren Mitstreiter.

Hat man die essentielle Entscheidung bezüglich des Objektivtypen getroffen, geht es an die Auswahl der geeigneten Brennweite. Diese hängt stark davon ab, wofür man sein Objektiv einsetzen möchte.

Ein kleiner Exkurs Richtung Brennweite:

Brennweiten werden in Millimetern angegeben. Eine Brennweite von 50 mm entspricht in etwa dem Sichtwinkel des menschlichen Auges, man bezeichnet Objektive mit dieser Brennweite deswegen als Normalobjektive. Brennweiten unter 50 mm bezeichnet man als Weitwinkelobjektive. Mit sinkender Brennweite erhöht sich die Winkelgrösse, die auf dem Bild dargestellt werden kann. Weitwinkelobjektive eigenen sich vor allem für die Landschaftsfotografie und Reisefotografie. Natürlich gibt es im Bereich Weitwinkel bedeutende Abstufungen, beispielsweise Superweitwinkelobjektive besitzen Brennweiten von 20 mm oder weniger.

Objektive mit Brennweiten über 70 mm bezeichnet man als Teleobjektiv. Mit Teleobjektiven kann man weit entferne Objekte gross fotografieren. Durch diese Vergrösserung sinkt der Bildwinkel, es „passt“ quasi weniger Motiv auf das Bild. Ab 135 mm spricht man von echten Teleobjektiven, Objektive mit Brennweiten über 300 mm werden als Superteleobjektive bezeichnet.

 

Einsteigerobjektive decken zumeist eine Brennweite von 18 mm – 55 mm ab, häufig werden sie beim Kauf einer neuen SLR mitgeliefert. Diese Objektive sind dem Weitwinkel- und Normalbereich zuzuordnen.

Wer viel auf Reisen ist und entsprechend auf das Gewicht achten muss, ist gut beraten, ein Objektiv zu wählen, das eine grosse Brennweiten-Spanne abdeckt. Diese sind zwar vergleichsweise grösser und schwerer, dafür erübrigt sich das Mitnehmen eines Wechselobjektives. Im Einsteigerbereich empfehlen sich hier Objektive mit Brennweiten von 18 mm – 200 mm. Dadurch wird der Weitwinkel-, Normal- und Tele-Bereich mit einem Objektiv abgedeckt.

Profis werden nicht auf ihre Wechselobjektive verzichten wollen. Bei der Zusammenstellung ihrer Objektivsammlung empfiehlt sich die Kombination aus Festbrennweiten- und Zoom-Objektiven. Für die am häufigsten benutzen Brennweiten lohnt es sich, Festbrennweiten-Objektive anzuschaffen, da diese qualitativ den Zoombrennweiten-Objektiven überlegen sind. Ergänzt wird die Profi-Ausrüstung von einem hochwertigen Weitwinkelobjektiv und einem hochwertigen Teleobjektiv.

Objektive mit unterschiedlichen Blendenöffnungen

Lichtstärke

Zweiter wichtiger Punkt beim Kauf eines Objektives ist die Lichtstärke. Die Lichtstärke gibt die grösste mögliche Blendenöffnung an. Je weiter die Blende zu öffnen ist, desto mehr Licht fällt auf den Sensor und desto höher ist somit die Lichtstärke des Objektives. Angegeben wird die Lichtstärke mit dem Blendenwert. Blendenwerte sind Brüche, je kleiner die Zahl unter dem Bruchstrich, umso grösser ist der Blendenwert. Ein Blendenwert von f/1.4 ist also bedeutend grösser und lichtintensiver als f/8.

Zoomobjektive erreichen meist weniger Lichtstärke als Festbrennweiten-Objektive. Je grösser die Brennweiten-Spanne eines Objektives, umso weniger lichtstark ist es in der Regel. Bei Kauf eines Objektivs gilt es also, die Lichtstärke zu beachten und mit den eigenen Ansprüchen abzuwägen.

Anschluss-Mechanik für ein Objektiv an einer Kamera

Anschlüsse – Passt mein Objektiv zur Kamera?

Die grosse Palette an Angeboten wird allein dadurch eingeschränkt, dass das Objektiv auch auf das Kameragehäuse passen muss. Viele Kamerahersteller haben den weit verbreiteten Bajonettanschluss leicht abgeändert, sodass nur herstellereigene Objektive angeschlossen werden können. Die markenübergreifenden Objektivhersteller bieten ihre Objektive zumeist in unterschiedlichen Ausführung passend für die unterschiedlichen Anschlüsse an. Auf den Webseiten dieser Anbieter kann man für jedes Objektiv die kompatiblen Kameramodelle einsehen.

Preis – was darf der Spass kosten?

Die Preisspanne beim Objektivkauf reicht von unter 200 CHF für Einsteigermodelle bis hin zu mehreren Tausend und teilweise sogar Zehntausend CHF für Profimodelle. Es gilt also, einen realistischen Kompromiss zwischen Ansprüchen, Einsatz und Preis des Objektives zu finden.

Neben der Brennweite und Lichtstärke gibt es noch einige Eigenschaften und Extras, die den Preis eines Objektives beeinflussen. Ein Beispiel ist ein besonders schneller Autofokusmotor, ein sogenannter Ultraschallmotor. Obwohl er für Hobbyfotografen wahrscheinlich nicht das wichtigste Feature eines Objektives ist, kann er für professionelle Sport- oder Tierfotografen der Schlüssel zum Erfolg sein. Die schnellere Rechenleistung hat jedoch einen stolzen Preis. Zudem gibt es speziell geformte Linsen, die Bildfehler reduzieren. Diese sogenannten asphärischen Linsen werden jedoch auch meist nur in hochpreisigen Objektiven verbaut.

Das wichtigste beim Kauf eines Objektives ist eine genaue Vorstellung, was man mit diesem Objektiv fotografieren möchte und wie hoch die eigenen Qualitätsansprüche sind. In Fachgeschäften findet man kompetente Beratung zu den neuesten Modellen und auch Online-Portale bieten aktuelle Testberichte mit konkreten Empfehlungen zur Kaufentscheidung. Trotzdem ist es wichtig, sich selbst über wichtige Eigenschaften von Objektiven zu informieren und die eigenen Ansprüche herauszufinden.

Portrait-Fotografie eines Hochzeitspaares

Das richtige Objektiv für Portraits

Ganz objektiv: Welche Linsen eignen sich am besten?

Für ein gutes Portraitfoto sind viele Faktoren entscheidend. Licht, Perspektive, Umgebung – und nicht zuletzt das Objektiv. Welches das richtige für Ihre Aufnahmen ist, erklärt Roland Voraberger von Linse2 auf ifolor inspire.
Eine alte Fotografenregel besagt: Nur wer gelernt hat, mit einem Normalobjektiv gute Bilder zu machen, kommt auch mit anderen Brennweiten zurecht. Gemeint ist damit eine Normalbrennweite von 50 Millimeter, die dem normalen Sehempfinden des menschlichen Auges entspricht.

Der Vorteil von Festbrennweiten

Auch Voraberger rät zu Festbrennweiten statt zu den häufig lichtschwachen Zoom-Objektiven der Kamera-Starter-Kits: „Auch wenn Objektive mit Festbrennweiten von 35, 50 oder 80 Millimetern dem Fotografen mehr Bewegung abverlangen, schulen sie das Auge ungemein und sorgen für viel spannendere Bildwirkungen.“ Beherrscht der Fotograf erst einmal das Zusammenspiel von Brennweite, Entfernung und Blende, so Voraberger weiter, wird es dann richtig spannend: „Weil dann einer der grössten Wow-Effekte einsetzt: das Spiel mit der Tiefenschärfe.“

Mehr Freiraum

Festbrennweiten haben in der Portraitfotografie ausserdem den grossen Vorteil, dass sie lichtempfindlicher sind und somit mehr Freiräume bei der Bildgestaltung bieten. Generell eignen sich dafür Brennweiten ab 50 Millimeter aufwärts. Alles darunter fällt bereits in den Weitwinkelbereich. Verzerrungen des portraitierten Gesichts, entstehen dabei nicht nur durch die Brennweite allein, sondern auch durch die Entfernung zum Objekt.

Dennoch: „Ein Objektiv unter 50 Millimeter kann auch in der Portraitfotografie spannend sein“, sagt der Fotograf und warnt zugleich. „Wie immer muss man die Regeln kennen, um sie bewusst brechen zu können.“

Mit Abstand zum Erfolg

Die meisten Fotografen empfehlen für Portraitfotos eine Brennweite von 80 bis 120 Millimeter. Heutzutage gibt es aber ebenso die Liebhaber von grossen Zoomobjektiven mit 300 bis 500 Millimeter Brennweite, bei denen der Fotograf dementsprechend weit vom Model entfernt stehen und zugleich eine besonders ruhige Hand oder ein Stativ haben muss. Aber aufgepasst: „Auch hier ergeben sich bei gleichem Abbildungsmassstab der Person völlig andere Bildwirkungen und Stauchungen von Vordergrund und Hintergrund“, erläutert der österreichische Fotograf.

Auch das Ergebnis einer Studie amerikanischer Psychologen des California Institute of Technology spricht eher für grössere Brennweiten ab 80 Millimeter. Der Grund liegt in der Wirkung der Portraits: Die Gesichter der Probanden, die aus geringer Nähe fotografiert wurden, wurden als weniger sympathisch und vertrauensvoll angesehen als Gesichter von Portraitierten, die mit einer längeren Brennweite fotografiert wurden.

Erklärt wird das mit dem menschlichen Intimabstand von 40 bis 60 Zentimeter um uns herum. In diesen persönlichen Kreis lassen wir nur wirklich gute Freunde eintreten. Portraits aus grosser Nähe dagegen vermitteln der Studie zufolge den Eindruck, der fremde Portraitierte dringe in die Intimdistanz des Betrachters ein – und löst so Unbehagen bei ihm aus.

Distanz bei schüchternen Models

Während lange Brennweiten für klassische Portraits wie zum Beispiel Pass- oder Bewerbungsbilder nicht empfehlenswert sind, können sie für natürliche Aufnahmen von kamerascheuen Menschen gute Dienste leisten, denn mit langen Brennweiten kann der Fotograf sie quasi unbeobachtet und ausserhalb ihres Intimabstands fotografieren.

„Das Resultat sind meist sehr natürliche Bilder, die sie so nicht erwarten würden“, sagt Voraberger, der gemeinsam mit seiner Partnerin Daniela häufig Amateurmodels vor der Linse hat. „So haben schon einige Leute die Scheu vor dem Fotografiertwerden verloren.“

Fotos auf der Hochzeit

Link: Linse2.at

(Übrigens: Das Titelbild wurde mit einem 85mm-Objektiv fotografiert)

Alle Bilder © Linse2