Beiträge

Fotokurs mit Schweizer Alpen im Hintergrund © by Michael Bissig

Fotokurse in der Schweiz für Einsteiger

Kameras ermöglichen uns, unsere schönsten Erlebnisse und Eindrücke festzuhalten. Die Basis für gelungene Fotos bilden die richtigen Kameraeinstellungen und Lichtverhältnisse. Je nachdem, wen oder was Sie fotografieren, ändern sich die Anforderungen an Equipment und Einstellungen. Besonders für Einsteiger kann eine digitale Spiegelreflexkamera mit komplexer Technik ihre Hürden mit sich bringen. Aus diesem Grund bieten viele Fotografen, Fotostudios und Fotoschulen Einsteiger-Workshops an, in denen die Basics im Umgang mit der DSLR erklärt werden.

In einem Fotokurs erfahren Sie alles Wichtige über die verschiedenen Einstellungen Ihrer Kamera und wie Sie diese für bessere Fotos nutzen können. Ganz nach dem Motto: «learning by doing» sollte ein Einsteiger-Workshop neben Theorie auch einen Praxisteil beinhalten. Aber vor allem sollte der Kurs Freude und Spass an der Fotografie vermitteln. Lernen Sie, wie Sie die richtige Stimmung, tolle Kontraste und Landschaften auf Ihren Fotos einfangen. Mit entsprechender Übung werden Ihre Bilder nicht nur einzigartig, sondern drücken auch Ihre eigene Bildsprache aus. Im Folgenden stellen wir Ihnen eine Auswahl geeigneter Fotokurse für Anfänger in der Schweiz vor.

Mikebite – Fotokurse mit Michael Bissig

«Der Fotokurs soll nicht nur Kurs, sondern auch immer ein kleines Abenteuer oder zumindest ein bleibendes Erlebnis sein.» Michael Bissig

Der gebürtige Schweizer Fotograf Michael Bissig liebt die Natur und fotografiert hauptsächlich im Outdoor-Bereich. Seine langjährige Erfahrung ermöglicht es Ihm, sein Knowhow an die Teilnehmer seiner Fotokurse weiterzugeben. Vor allem Outdoor-Enthusiasten sollen von dem Angebot der Fotokurse angesprochen werden. Durchgeführt werden die Workshops an atemberaubenden Locations, bevorzugt in den Schweizer Alpen.

«Im Moment richten sich fast alle Kurse an Einsteiger und sind entsprechend aufgebaut. Auch die Spezial-Kurse, wie z.B. der Fotokurs Nachtfotografie, richten sich an Einsteiger. Es ist für mich bei allen Kursen das Wichtigste, dass das Gelernte auch verstanden wird.», erklärt Michael Bissig.

Die Kurse finden mit maximal vier bis sechs Personen statt. Dabei liegt das Augenmerk besonders auf der praxisnahen Umsetzung des Gelernten. Bei einer Vorstellungsrunde mit Kaffee und Kuchen lernen sich die Teilnehmer und der Fotograf erst einmal gegenseitig kennen. Zudem werden die Ziele und Erwartungen an den Kurs besprochen. Anschliessend wird mit der Theorie gestartet. Ein Thema wird immer Schritt für Schritt erarbeitet und dann in der Praxis umgesetzt.

«Immer wieder schauen wir uns die erstellten Fotos an und diskutieren in der Runde, was noch verbessert werden kann. Dabei schauen wir auch auf Bildkomposition und deren Regeln. Die meisten Kurse beenden wir mit einem Sonnenauf- oder untergang oder speziellen Foto-Locations für ein bleibendes Erlebnis.», beschreibt Michael Bissig den Ablauf eines typischen Workshops.

Link zur Website: mikebite.com

Fotokurse mit der Fotoschule Baur

«Lernen Sie sehen, lernen Sie fotografieren.» Dominik Baur

Im Jahr 2011 gründete Dominik Baur die Fotoschule Baur. Das Ziel der Fotoschule ist es, den Teilnehmern der Kurse auf einfache Art und Weise die Fotografie zu vermitteln und das Gelernte in der Praxis umzusetzen. Die Schwerpunkte der Fotokurse sind umfangreich – von Portraits über Landschaften bis hin zur Sportfotografie. Die Teilnahme an einem Grundkurs kann in Bern, Chur oder Zürich erfolgen. Er selbst ist vor und nach dem Fotokurs der Ansprechpartner und steht gerne bei Fragen rund um die Kamera zur Verfügung.

«Dank der langjährigen Erfahrung bieten wir in verschiedensten Gebieten der Fotografie vielseitige und lehrreiche Fotokurse und individuellen Support an. Die Kurse dauern ein bis zwei Tage, sodass man sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzen kann. Viel Praxis, gute Bildbeispiele und eine konstruktive Bildkritik führen zum Erfolg. Bewährte Übungen werden vom Profifotografen verständlich erklärt. Bei uns kann man das Fotobasiswissen erlernen oder die Kenntnisse punktuell mit einem thematischen Fotografie-Kurs vertiefen.», erklärt Dominik Baur zu den Kursen seiner Fotoschule.

Aber auch der Fotolehrgang über drei Monate, welcher immer an einem Abend in der Woche stattfindet, ist sehr beliebt. Die Fotokurse werden in kleinen Gruppen durchgeführt, um so auf jeden Einzelnen besser eingehen zu können. Dabei unterstützen die Fotografen die Teilnehmer tatkräftig mit konstruktivem Feedback und Fachwissen. Ziel ist es, den Fotografie-Blick von jedem Teilnehmer zu schärfen.

«Sie können sich in einem Fotografie-Kurs inspirieren lassen, lernen alles rund um die optimale Bildgestaltung, entwickeln eine eigene Bildsprache und ein Gefühl für gute Fotografie.», fasst Dominik Baur die Vorteile der Kurse zusammen.

Link zur Website: fotoschule-baur.ch

Foto eines Sees mit Bergen im Hintergrund

© by Fotoschule Baur

Fotokurse mit dem Fotostudio 60seconds

«Wir unterrichten Fotografie mit Leidenschaft.» Katja Saegesser

Katja Saegesser ist Inhaberin des Fotostudios 60seconds und bietet qualitativ hochwertige Fotoworkshops in Kleingruppen an. Durchgeführt werden die Fotokurse in Zug. Durch jahrelanger Erfahrung ist es dem Fotostudio möglich, für jeden Einzelnen die richtige Lehrmethode zu finden und anzuwenden. Die Fotografen gehen dabei auf die fotografischen Bedürfnisse sowie auf den Wissensstand jedes Teilnehmers ein. Vor allem profitiert jeder Einzelne vom praktischen und technischen Wissen der professionellen Fotografen. Ein Schwerpunkt der Kurse ist auf die Entwicklung einer eigenen Bildsprache gelegt und bietet die Unterstützung, die eigenen kreativen Ideen umzusetzen.

Fotokurs mit Schweizer Alpen im Hintergrund © by Michael Bissig

© by Fotostudio 60seconds

Besonders die zwei- bis dreitägigen Fotokurse ermöglichen Teilnehmern den theoretischen Teil zu verinnerlichen und in der Praxis umzusetzen. Ziel dieser Einsteigerkurse ist es, dass jeder nach dem Kurs selbstständig in der Lage ist, das erlernte Wissen anzuwenden. Zudem bilden diese Kurse einen soliden Grundstein für vertiefende und themenorientierte Fotokurse. Auf Anfrage von Firmen und Privatpersonen können individuelle Privatkurse zusammengestellt werden.

Link zur Website: 60seconds.ch

Fazit

Mit den richtigen Foto-Workshops kann jeder die Grundlagen der Fotografie erlernen und umsetzen. Natürlich sind die vorgestellten Fotokurse nur eine Auswahl und geben einen Einblick über den Ablauf und die möglichen Inhalte. Viele Anfängerkurse spezialisieren sich auf einen Fotografie-Bereich wie beispielsweise Portraits oder Landschaften. Auch für Fortgeschrittene kann ein Anfängerkurs in einem neuen Fotografie-Bereich sehr empfehlenswert sein. Denn jede Sparte der Fotografie bietet neue Herausforderungen, die schnell aus einem eigentlich Fortgeschrittenen wieder einen Einsteiger in einem neuen Gebiet machen.

Screenshot YouTube-Kanäle Stephan Wiesner und Benjamin Jaworskyj

Fotografieren lernen mit Stephan Wiesner und Benjamin Jaworskyj

Zum Thema Fotografie finden sich im Internet zahlreiche Foren, Communitys und Blogs, die einem dabei helfen, das Fotografie-Handwerk zu erlernen oder die bisherigen Kenntnisse auszubauen. Beliebter noch als gut anleitende Texte sind anschauliche Videos zur Erklärung einer bestimmten Thematik.

Aus diesem Grund möchten wir Ihnen zwei Fotografen vorstellen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Ihren Zuschauern mit Hilfe sogenannter Video-Tutorials das Fotografieren näher zu bringen.

Der Schweizer Fotograf Stephan Wiesner sitzend auf einem Steig mit seiner Kamera in der Hand

Stephan Wiesner aus Bern

Der erste sehenswerte Kanal, den wir Ihnen vorstellen möchten, ist dem Schweizer Fotografen Stephan Wiesner zuzuordnen. Seine Leidenschaft zur Fotografie entdeckte er im Jahr 2003 und widmet sich seitdem vor allem den Bereichen Landschafts-, Sport- und Portraitfotografie.

Sein YouTube-Kanal bietet ein vielfältiges Programm, von abenteuerlichen Touren durch die Alpen bis hin zur Studiofotografie in seinen eigenen vier Wänden. Testberichte über verschiedene Kameramodelle, Buchempfehlungen, sowie Ratschläge für eindrucksvolle Posen und Anleitungen für die Fotonachbearbeitung in Photoshop, befinden sich auf seinem Kanal.

Wir wollten von Stephan Wiesner wissen: Worin besteht Ihre Motivation, anderen die Fotografie näher zu bringen? «Angefangen hat der YouTube Kanal aus einer Laune heraus. Schnell habe ich positives Feedback erhalten und ziehe meine Motivation jetzt daraus, dass mir Fotografen schreiben, dass ich ihnen helfe, das Fotografieren zu lernen. Ich sehe mich nicht nur als Fotografie-Lehrer, sondern auch als Motivator. Mit meiner Serie #52wiesnerwochen z. B. motiviere ich meine Zuschauer jede Woche eine Aufgabe zu machen. Dadurch bekommt man Routine, neue Ideen und eben Motivation die Kamera auch wirklich zu benutzen.»

 

Das gezeigte Video «Highline in den Alpen Fotografieren» ist Stephan Wiesners Favorit auf seinem YouTube-Kanal. Weitere Tipps und Tricks von Stephan Wiesner gibt es in Form von Bild und Text auf seinem Blog oder in seinen Büchern.

Der Fotograf Benjamin Jaworskyj mit einer Fellmütze und einem Stativ über der Schulter

Benjamin Jaworskyj aus Heidelberg

Der zweite Fotograf, dessen YouTube-Kanal wir vorstellen möchten, ist Benjamin Jaworskyj. Bevor er zum Fotografieren kam, begann er seine berufliche Laufbahn als Radio-Moderator. Seine Laufbahn als Fotograf begann im Jahr 2007. Mittlerweile ist er nicht nur ein erfolgreicher Fotograf, sondern auch Videoproduzent, Autor, Coach und Unternehmer.

Sein YouTube-Kanal deckt ein breites Spektrum in der Fotografie ab. Angefangen bei den Grundlagen der Fotografie, über die verschiedensten Bereiche, wie Landschafts-, Makro- oder auch Studiofotografie, bis hin zu Tutorials für Photoshop und Lightroom. Wem die Video-Tutorials von Benjamin Jaworskyjs auf YouTube nicht genug sind, der bekommt auf seiner Webseite namens «lern von Ben» die Möglichkeit, ihn auf einer seiner Fotoreisen zu begleiten und kennenzulernen.

Auch von Benjamin Jaworskyj wollten wir wissen, worin seine Motivation besteht, sein erlerntes Wissen mit seinen Zuschauern zu teilen: «Ich habe das Fotografieren autodidaktisch gelernt und dadurch viele coole Menschen und Orte kennengelernt. Ich habe nicht nur ein Hobby, sondern einen Beruf gefunden, an den ich vorher nie gedacht habe. Deshalb ist es cool, dieses Wissen auch mit anderen zu teilen und sie zu inspirieren, Dinge zu erleben, zu reisen, raus zu gehen und kreativ zu sein.»

 

Auf die Frage, welches seiner Videos ihm am besten gefällt: «Am besten gefallen mir meine «Around the World» Videos. Die mittlerweile fünfte Folge haben wir letztes Jahr nach Südafrika, Schottland, Norwegen und Australien in unserer Heimat Deutschland gedreht und zeigen die schönsten Landschaften vom Meer bis in die Berge.»

Fazit

Die YouTube-Kanäle von Stephan Wiesner und Benjamin Jaworkyj bieten für jeden Fotografie-Interessierten eine optimale Plattform, um sich selbst weiterzuentwickeln. Mit ihrem breiten Spektrum decken sie die meisten Bereiche der Fotografie ab. So bieten sie nicht nur die Grundlagen für den Einsteiger, sondern immer wieder neue Ideen und Inspirationen für den bereits vorerfahreneren Hobbyfotografen.

Mit voller Hingabe bestreiten Stephan Wiesner und Benjamin Jaworskyj die Mission, ihre Leidenschaft der Fotografie mit ihren Zuschauern zu teilen und den Weg zum erfolgreichen Fotografen für jeden so einfach, anschaulich und spannend wie möglich zu machen.

Verschiedene Kameraarten

Das Spiel mit den Kontrasten – „Jet Airliner“ von Josef Hoflehner als künstlerische Auseinandersetzung mit Flugzeugen


Wenn im Zusammenhang mit Fotografie von Flugzeugen die Rede ist, denken viele zuerst an Planespotting. Ausgerüstet mit einer Kamera sind Planespotter stets auf der Jagd nach startenden oder landenden Flugzeugen und versuchen diese vor die Linse zu bekommen. Ähnlich wie Autos haben auch Flugzeuge eine Kennung – Planespotter verfolgen das Ziel, möglichst viele unterschiedliche Flugzeuge abzulichten und ihren „Fang“ dann auf Verzeichnislisten abzuhaken. Zwar haben die meisten Spotter den Anspruch, qualitativ gute Fotos zu schiessen und verfügen über ein umfangreiches Foto-Equipment, Antrieb ist jedoch vor allem die Sammelleidenschaft.  Eine ganz andere Seite der Flugzeugfotografie offenbart sich, wenn man die Bilder des österreichischen Fotografen Josef Hoflehner betrachtet.

 

Posted by Josef Hoflehner on Mittwoch, 20. April 2011

 

Ein nicht ganz typischer Urlaubsstrand, ein Fotograf und eine Vision

Gemeinsam mit seinem Sohn Jakob reiste Hoflehner zwischen 2009 und 2011 insgesamt viermal auf die Karibikinsel Sint Maarten. Auf der niederländischen Seite des Eilands liegt ein ganz besonderer Strand, der rein äusserlich zwar optimale Voraussetzungen für einen ausgedehnten Badetag voller Entspannung bietet, tatsächlich aber alles andere als eine Oase der Ruhe und Erholung ist. Der Strand befindet sich unmittelbar neben der Landebahn 10 des Princess Juliana International Airport, lediglich ein Maschendrahtzaun bildet eine Grenze zum Flughafentrubel. Die Landebahn selbst ist durch ihre geringe Länge immer wieder eine Herausforderung für Piloten, die das beliebte Ferienziel anfliegen. Gezwungenermassen fliegen die Flugzeuge fast unmittelbar über die Köpfe der Badegäste am Maho Beach hinweg, die Flughöhe beträgt nur etwa zehn bis 20 Meter.

 

Posted by Josef Hoflehner on Samstag, 31. März 2012

 

Faszinierende Momentaufnahmen eines bizarren Szenarios

Vielleicht deswegen fühlte sich Hoflehner weniger dazu berufen, gemütlich am Strand zu liegen, als die anfliegenden Flugzeuge mit einer Weitwinkelkamera fotografisch einzufangen.  Herausgekommen ist dabei seine hochkünstlerische und vielbeachtete Fotoreihe „Jet Airliner“, die auch als Bildband erschienen ist und insgesamt 86 Fotografien vereint. Wie die meisten Werke des Fotografen ist auch diese Serie in Schwarz-Weiss gehalten und zeigt auf faszinierende Weise das Geschehen am Maho Beach. Was dort auf eigentümliche Weise zum Alltag gehört, wirkt auf Hoflehners Fotos fast schon surreal. Grossraumflugzeuge wie die Boeing 747 oder der Airbus A340 scheinen direkt über den Köpfen der Strandbesucher zu schweben. Dass die Badegäste sich selbst einen Spass daraus machen, sich vor den landenden Flugzeugen in Position zu werfen, bei der Landung in Applaus und Jubel ausbrechen oder ihrerseits versuchen, mit der Digitalkamera oder dem Handy einen spontanen Schnappschuss als Urlaubserinnerung zu schiessen, macht Hoflehners Bilder einzigartig und besonders.

 

Posted by Josef Hoflehner on Mittwoch, 26. August 2009

 

Rasende Geschwindigkeit vor und hinter der Kamera

Hinter der Leichtigkeit, die in fast schon bizarrem Kontrast zu den schweren Maschinen steht, steckt aber mehr Arbeit, als sich auf den ersten Blick vermuten lässt. Immerhin sind die Flugzeuge auch im Landeanflug noch ziemlich schnell und bringen es auf flotte 200 km/h – nicht viel Zeit für den Fotografen, den richtigen Moment für das perfekte Foto zu erwischen. Der Widerspruch zwischen dem zerbrechlichen Wesen Mensch und der kraftvollen Maschine ist typisch für Hoflehners Arbeiten, die sich minimalistisch und ohne viel Schnickschnack auf das Wesentliche konzentrieren und so eine ganz eigene Dramatik entwickeln. So fasziniert auch „Jet Airliner“ mit einer berückenden Ästhetik, die man so noch nirgendwo sonst gesehen hat.

 

Posted by Josef Hoflehner on Montag, 2. Mai 2016

 

Der Fotograf Josef Hoflehner

Josef Hoflehner entdeckte im Alter von zwanzig Jahren als Quereinsteiger die Fotografie für sich und entwickelte eine zunehmende Begeisterung für das Experimentieren mit der Kamera. Er schloss seine Ausbildung an einer Hotelfachschule zwar noch ab, widmete sich aber im Anschluss als selbstständiger Fotograf vollständig seiner Leidenschaft für das Leben hinter der Kamera. Mit durchschlagendem Erfolg: Hoflehner erhielt bereits zahlreiche Preise, unter anderem einen NIKON Award und die Auszeichnung zum „Nature Photographer of the year“ 2007. Seine stets quadratischen Fotos kommen bis auf wenige Ausnahmen ohne Farbe aus und sind heute Teil wichtiger privater und öffentlicher Sammlungen. Hoflehner selbst sagte in einem Interview, dass seine Fotografien für sich stehen und keine Botschaft haben. Die Reduktion auf das Wesentliche, der weitgehende Verzicht auf Farbe und der daraus entstehende Kontrast lässt dem Betrachter bewusst viel Raum zur Interpretation, ermöglicht eigene Perspektiven und Blickwinkel. Und so bilden seine Bilder selbst einen Kontrast – zu einer oft lauten, meist bunten und manchmal reizüberflutenden Welt.

Hier geht es zur Homepage von Josef Hoflehner

Sonnenuntergang am Waikiki Beach

Die besten Travelhacks von drei Schweizer Reisebloggern

Die Reisefotografie macht es möglich, auch im Alltag kurz abzuschalten oder neue Reiseziele zu entdecken. Zum Glück gibt es heute viele Blogger, die ihre Eindrücke von der Welt mit uns teilen. Doch Reisen mit der Kamera bedarf Planung, Zeit und Arbeit. Wir haben drei unserer liebsten Schweizer Reiseblogger nach ihren Erfahrungen und ihren besten Tipps gefragt.

LittleCity – Die schönsten Momente im richtigen Licht festhalten

Hinter dem Lifestyle-, Food und Reiseblog steht das junge Paar Valeria und Adi. Bereits seit 2012 nehmen die beiden ihre Follower durch hochwertige Fotos, spannende Blogbeiträge und Adis Videos mit in ihre eigene Welt – oder Stadt, wie die zwei sagen – um den ganzen Globus.

Ob Asien, Karibik, Europa oder daheim in der Schweiz, die zwei entdecken überall kulinarische Highlights und halten ihre Reisen in Fotos und Videos aus ihren unterschiedlichen Perspektiven fest. Diesen Sommer erfüllten sie sich ein Traumprojekt: Einen Monat lang lebten die beiden in einem selbstkonstruierten, gläsernen Bergsee-Bungalow direkt auf dem Partnunsee im Prättigau. Die dabei entstandenen, malerischen Fotos spiegeln Valerias Travelhack zum Thema Reisfotografie wieder:

„Mein Tipp Nummer Eins für schöne Reisefotos heisst ganz einfach: Licht! Die schönsten Fotos macht man meist entweder früh am Morgen, wenn die Sonne aufgeht, oder während der Golden Hour bzw. bei Sonnenuntergang. Dazu muss man auf Reisen zwar manchmal den Tag so planen, dass man zu den schönsten Zeiten auch am richtigen Ort ist, aber es lohnt sich! Wenn ich Menschen fotografiere, achte ich zudem darauf, dass wir während dem Tag wenn möglich im Schatten fotografieren. Es gibt nichts Schlimmeres als harte Schatten auf dem Gesicht und Körper!“

Link zum Blog: www.littlecity.ch
Adis Instagram: adislittlecity
Valerias Instagram: valeriaslittlecity

Bergsee Bungalow am Partnunsee

Quelle: littlecity.ch

Swiss Nomads – mit den richtigen Apps traumhafte Orte entdecken

Die Schweizer Nomaden, Reni und Marcel, sind seit 2007 fast ununterbrochen unterwegs durch die ganze Welt und halten alles auf ihrem Blog fest. Nachdem die beiden damals die Schweiz verlassen haben, um Asien, Europa und Afrika zu entdecken, sind Sie nun seit einem Jahr in Down Under und entdecken den Kontinent Australien.

Neben den atemberaubenden Fotos von ihren Reisezielen geben die beiden auch immer wieder Tipps und Erfahrungen aus ihrem Alltag auf Reisen. Denn egal ob man auf der einsamsten Strasse der Welt, auf einer Insel im Paradies oder mitten in Europa ist: Ohne die passende Technik geht es manchmal nicht weiter. Und manchmal helfen die kleinen Gadgets auch, besondere Schlafplätze zu finden.

„Auf unserem Roadtrip durch Australien ist für uns die App WikiCamps der absolute Travel Hack. Mit der App haben wir schon unglaublich viele kostenlose Stellplätze gefunden, unter anderem auch traumhaft schöne mit Meersicht. Dank dieser App sparen wir ganz viel Geld für Übernachtung, das wir super für die nächste Reise brauchen können.“

Link zum Blog: www.swissnomads.ch

Geländewagen an Küste

Quelle: swissnomads.ch

Geländewagen an Küste

Quelle: swissnomads.ch

Rapunzel Will Raus – Ordnung muss sein

Mit 19 wollte Sarah aus ihrem „Turm“, gefangen vom Alltag raus, bereiste sieben Monate lang Südamerika und ist seitdem pausenlos unterwegs. Sie hat wirklich schon fast überall geschlafen und gegessen, hat mit nur 30 Jahren einen der buntesten Lebensläufe und hält alles auf ihrem liebevoll gestalteten Blog fest. Egal, ob auf Wanderwegen durch die Schweizer Heimat oder in Japan, überall entstehen unzählige Fotos von besonderen Momenten und Eindrücken. Um dabei nicht den Überblick zu verlieren, ist Sarahs Travelhack für alle Weltenbummler:

«Unterwegs auf Reisen mache ich unglaublich viele Bilder. Ich liebe es zu fotografieren und natürlich benötige ich auch reichlich Fotos, um die Artikel auf meinem Reiseblog zu bebildern. Da ich viele Bilder auch auf meinen Social Media Kanälen publiziere, fotografiere ich das meiste auch immer in Hoch- und Querformat. So kommt eine Unmenge an Fotos zusammen, was schnell einmal ein Chaos an Daten ergibt.

Um genau das zu verhindern, empfehle ich dringend, jeden Abend die Bilder kurz auf eine externe Festplatte zu kopieren und in beschriftete Ordner abzulegen. So sind die Urlaubsfotos gleich sortiert und bei der Rückkehr nach Hause wartet kein Chaos und stundenlanges Sortieren. Ausserdem ist es gleichzeitig ein Schutz gegen Verlust der Bilder, falls die Kamera kaputtgehen, verloren oder gestohlen werden sollte.»

Link zum Blog: www.rapunzel-will-raus.ch

Klippenklettern in El Nido

Quelle: rapunzel-will-raus.ch

Blick auf einen Vulkan

Quelle: rapunzel-will-raus.ch

 

Fotocollage aus drei Bildern von den Schweizer Fashion-Fotografen Karine und Oliver, Andrea Diglas und Pascal Uheli

Schweizer Fashion-Fotografen im Portrait

Die Fashion-Fotografie ist ursprünglich ein Bereich in der Fotografie, bei der Kleidungsstücke und Mode-Kollektionen zum Zweck der Werbung abgebildet werden. Im Laufe der vergangenen Jahre hat sich dieser Zweig der Fotografie jedoch zu einer eigenen Kunstform etabliert.
Was es mit der Kunst der Modefotografie auf sich hat, erklären uns vier Schweizer Fotografen, die ihren Fokus auf die Fashion-Fotografie gelegt haben. Karine und Oliver, Andrea Diglas und Pascal Uehli bringen Licht ins Dunkle und lassen uns an ihrer Kunst teilhaben.

Schwarzweiss-Aufnahmen von Karine und Oliver

Das Fashion-Fotografen Duo Karine und Oliver

Zwischen der Schweiz, London und Paris trifft man auf das Fotografen-Duo Karine Welter und Oliver Rust. Sie arbeiten seit etwa 10 Jahren im Bereich Mode und Beauty und fotografieren für zahlreiche Zeitschriften. Ihre feste Zusammenarbeit begann erst im Jahre 2012: «Wir arbeiten eigentlich schon seit fast 20 Jahren zusammen. Karine war zuvor Make-up Artistin, Oliver Fotograf. In dieser Konstellation haben wir sehr oft zusammengearbeitet. Irgendwann waren wir dann nicht mehr nur Arbeits-Kollegen, sondern auch privat ein Paar. Da war der Schritt zum Fotografen-Duo nur noch ein kleiner. Karine war schon immer sehr interessiert in Art-Direction und Fotografie. Zu zweit ist man einfach stärker und kann sich die Arbeit aufteilen.»

zwei Frauen mit weissen Kleidern an einem Strand – fotografiert von Karine und Oliver

PURE WHITE – 160G MAGAZINE © by Karine & Oliver – www.karine-oliver.com

Wie und wann sind Sie zur Fashion-Fotografie gekommen?

«Das hat sich eigentlich nach und nach ergeben. Zuerst haben wir Testshootings in diese Richtung gemacht. Diese Bilder haben wir dann an verschiedene Fashionmagazine verschickt und sie wurden auch gleich gedruckt. Danach kamen Anfragen von Fashionmagazinen und so sind dann auch Fashionbrands auf uns aufmerksam geworden.»

Gibt es ein Fashion-Shooting, welches Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

«Eines unserer Lieblingsshootings war an der Normandie in Frankreich. Wir hatten da bei einer Recherche ein Kunstwerk gefunden, welches für die Opfer des zweiten Weltkrieges errichtet wurde. Es steht direkt am Strand und ist super schön. Haben uns dann mit der Künstlerin des Kunstwerkes in Paris getroffen und sie hat uns dann das Einverständnis zum Shooting gegeben.»

«Für den Shoot haben wir mit der begabten Stylistin Becky Baik zusammengearbeitet und haben auch ein super Mädel aus Paris gekriegt welches perfekt gepasst hat. Auch jetzt, rund drei Jahre nach dem Shoot, lieben wir die Bilder nach wie vor.»

Frau in grauer Jacke mit nassen Haaren am Strand – fotografiert von Karine und Oliver

SHAPES – DASH MAGAZINE © by Karine & Oliver – www.karine-oliver.com

Die Fashion-Fotografin Andrea Diglas

Die in Wien geborene Schweizerin Andrea Diglas arbeitet seit über 25 Jahren freischaffend als Fotografin im deutschsprachigen Raum und lebt bereits seit längerer Zeit in Zürich. Während ihrer langjährigen Erfahrung durfte sie schon viele internationale Werbekampagnen und Mode-Editorials fotografieren und hat sich somit eine gut gefüllte Kundenliste aufgebaut. Im Jahre 2015 wirkte Sie in der siebten Staffel der Tv-Show Austria’s next Topmodel als Fotografin mit.

In ihren Shootings zeigt sie ihr Talent, Frauen sensibel darzustellen, und schafft es jeder Szene eine lebendige und authentische Wirkung zu verleihen.

Wie und wann sind Sie zur Fashion-Fotografie gekommen?

«1980, als ich noch in Wien lebte, versuchte ich als Modell zu arbeiten. Damals war ich zu gross für die Modekollektionen und auch viel zu schüchtern. So bin ich zur Fotografie gekommen, indem ich die Seite wechselte. Dadurch hatte ich einen Draht zur Modefotografie. Es war und ist immer noch so, dass mich das Frauenbild vor allem interessiert: Die Frau in unserer Gesellschaft. Als Frau habe ich einen anderen Zugang zu den weiblichen Modellen. Und mit dieser ‘heruntergekochten’ Erotik hatte ich in den 80er und 90er Jahren sehr Erfolg – Ich habe viel Wäsche- und Strumpfaufnahmen gemacht.»

Collage aus zwei Bildern zeigen Frauen in weisser Kleidung – fotografiert von Andrea Diglas

© by Andrea Diglas – www.diglas.com

Gibt es ein Fashion-Shooting, welches Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

«Für Fogal in White Sands, New Mexico USA. Da hatte ich das teuerste Modell, mit dem ich je gearbeitet habe. Es ist natürlich superspannend für so einen tollen Kunden zu arbeiten. Das waren noch andere Zeiten in der Fotografie – Ende der 90er Jahre. In der Schweiz gibt es heute sozusagen kaum einen Markt für Modefotografie. Er war nie gross, aber die Globalisierung und der starke Franken geben den Rest, dass die wenigen Firmen, die es noch gibt, im Ausland (z.B. Berlin) produzieren.»

Collage von zwei Bildern mit Frauen im Stil der 50er Jahre– fotografiert von Andrea Diglas

© by Andrea Diglas – www.diglas.com

Wie würden Sie Ihren eigenen Stil beschreiben?

«Klare Linien, reduziert, ‘less is more’, lieber weniger Styling und Make-up.»

«Ich bemühe mich immer, schönes Licht zu machen, also keine ‘trashige’ Fotografie und lichte die Frauen immer würdevoll ab, nicht objekthaft. Der Stil eines Fotografen/In kommt von selbst mit der Zeit, denn er ist der Spiegel Deiner Seele. »

Der Fashion-Fotograf Pascal Uehli

Pascal Uehli wurde in der Stadt Zürich geboren. Bereits in seiner Kindheit nahm er seine Umgebung stets aufmerksam wahr. In die Fotografie startete er jedoch erst durch seinen ursprünglichen Beruf in einem Reisebüro. Er besuchte damals viele Orte auf der Wert und begann, diese Momente durch die Fotografie festzuhalten. Um seine Kenntnisse zu verbessern, nahm er an einem Kurs des «International Center of Photography» in New York teil. Mit zunehmender Erfahrung entdeckte er seine Leidenschaft für die Fashion-Fotografie.

Wie und wann sind Sie zur Fashion-Fotografie gekommen?

«Das hat sich über die Jahre entwickelt, fotografiert habe ich schon viele Jahre davor, mit dem eigenen Fotostudio im Jahr 2011 kam das Ganze erst richtig ins Rollen. In den ersten Jahren versuchte ich meinen eigenen Bildstil zu finden, dabei habe ich mir viele Arbeiten anderer Fotografen angeschaut und mich entsprechend kreativ ausgelebt. Vor allem in den letzten zwei Jahren hat sich meine Art zu fotografieren herauskristallisiert. Es ist spannend rückblickend seine Entwicklung zu sehen und gut zu wissen, dass es nach Oben noch Luft gibt. »

www.pascaluehli.com

© by Pascal Uehli – www.pascaluehli.com

Gibt es ein Fashion-Shooting, welches Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

«Ein ganz spezielles Fashion-Shooting hatte ich im Herbst 2016 nahe Hamburg, als wir an der Küste ein Editorial fotografieren wollten. Das ganze Projekt war lange im Voraus geplant worden, als wir am Tag X morgens mit dem Styling begonnen haben sah das Wetter perfekt aus, doch schon bald nach dem wir Richtung Küste losgefahren waren, hat sich das Wetter schlagartig geändert. Nach und nach zogen düstere Wolken auf und der Wind wurde stärker, kaum angekommen begann es sehr stark zu regnen. In diesem Moment dachte ich mir nur wie fies das alles war.»

«Was haben wir gemacht? Fotografiert und das bei unwillkürlichen Wetterbedingungen, das ganze Team hat bei Eiseskälte, starkem Regen und Sturmböen durchgehalten, dabei sind Bilder entstanden, die einem beim Betrachten die Wetterlage spüren lassen. Ausdrucksstarke Bilder waren das Resultat und jede Mühe wert.»

Zwei Frauen am Strand mit Winterjacken – fotografiert von Pascal Uheli

© by Pascal Uehli – www.pascaluehli.com

Wie würden Sie Ihren eigenen Stil beschreiben?

«Fashion-Fotografie ist ein weiter Begriff und so habe ich diesen für mich selber definiert, ich mag die Einfachheit, klare Formen und ein möglichst natürliches Erscheinungsbild. Da darf ein Bild auch mal nicht ganz so perfekt ausfallen. Für mich steht die Person, die die Mode trägt und das entsprechende Lebensgefühl damit verkörpert, im Vordergrund. »

 «Was heisst Fashion-Fotografie überhaupt? Diese Frage habe ich mir selber gestellt. Meistens sind die Bilder aufs höchste retuschiert, angepasst, verformt, so dass schlussendlich der perfekte Mensch die perfekten Kleider trägt. Ich versuche hier einen anderen Weg einzuschlagen und möchte den Menschen in den Vordergrund rücken. Der Mensch ist nicht perfekt und das sind meine Bilder auch nicht. Genau diese Mischung aus perfekter Un-Perfektion machen meine Bilder aus. Unterstrichen wird mein eigener Stil durch die Einfachheit und Schlichtheit.»

Nebelwelle am Schweizer Belchen – Fine Art Photography von Roland Moser

Fine Art Photography

Der Schweizer Landschafts- und Reisefotograf Roland Moser fotografiert seit über 20 Jahren leidenschaftlich. Er praktiziert die sogenannte Fine-Art-Fotografie und bietet auf seiner Webseite nature-moments.com Einblicke in die künstlerischen Arbeiten. Um mehr über Fine Art Photography erfahren zu können, haben wir mit dem Experten gesprochen.

Die Geschichte der Fine Art Photgraphy

Die Ursprünge des Begriffes «Fine Art» – also der feinen Kunst – liegen in der Malerei des frühen 19. Jahrhunderts. Als sich die Fotografie zu Beginn des 20. Jahrhunderts als eigenständiger Kunstbereich etablierte, wurden fachspezifische Ausdrücke aus der Malerei übernommen. So wie es die Fine-Art-Malerei bereits vorführte, liegt auch der wesentliche Aspekt der Fine-Art-Fotografie nicht im Abbilden der tatsächlichen unbearbeiteten Realität des Gesehenen. Vielmehr steht das Schaffen eines künstlerischen Werkes im Fokus, indem eine künstlerische Vision auf ästhetische Art und Weise verwirklicht wird. Somit ist die Technik, die gebraucht wird, um die exakten Details des Kunstwerkes herauszuarbeiten, ein wesentlicher Aspekt der Fine Art Photography.

Roland Moser: Fine Art Landscape Photography

Zunächst haben wir den Fotografen Roland Moser gefragt, was Fine Art Photography für ihn bedeutet:

«Für mich ist Fine Art Photography ein Qualitätsbegriff und weniger ein Stilbegriff. Ich bin in erster Linie «Print-Maker». […] Ein Fine-Art-Print ist für mich ein gutes Bild in bester Qualität ausbelichtet, gedruckt und edel präsentiert. Es muss für mich einen bestimmten Qualitätsstandard haben.»

…und wie er zur Fotografie gelangt ist:

«Amerika war immer ein Traum von mir und als ich dann [in den 1990igern] durch dieses Land reiste, war ich so begeistert, dass ich begann, die Landschaften und Städte zu fotografieren. Damals aber noch mit einer einfachen, analogen Kamera. Ich kaufte Foto-Magazine und studierte Bilder anderer Fotografen. Doch erst viele Jahre später mit dem Kauf meiner ersten digitalen Kamera begann ich die Landschaftsfotografie ernsthaft zu betreiben. Ich studierte alles, erwarb mir Photoshop und verbrachte tausende von Stunden damit, mir Wissen anzueignen. Ich wollte alles wissen, ich war wie ein Schwamm, sog alles in mir auf. Und ich bin Perfektionist. So wollte ich immer die bestmögliche Qualität.«

Yellow Water Billabong, Kakadu Nat’l Park, Australien – Fine Art Photography von Roland Moser

Yellow Water Billabong, Kakadu Nat’l Park, Australien – Fine Art Photography von Roland Moser

Auf die Frage, wie Roland Moser seinen eigenen Stil herausbildete, sagt er: «Ich denke, das ist ein jahrelanger Prozess. Man geht nicht einfach raus in die Natur, um zu fotografieren und findet seinen eigenen Stil. Ich glaube, dass das Fotografieren etwas Dynamisches ist – man wandelt sich immer wieder. Ich wollte immer mehr als eine Landschaft dokumentarisch wiederzugeben. Ich wollte meine Ansicht der Realität dieses einen besonderen Momentes zeigen. Schon als Kind war ich fasziniert von den grossen Weiten und unberührten Landschaften. Das hat mich wohl sehr stark beeinflusst in meiner Art der Fotografie.»

«Schlussendlich dreht sich alles um das Licht. Landschaftsfotografen sind Lichtjäger. Man muss sich in Geduld üben und oft warten, bis das Licht zu einem findet. Doch für mich gehört alles dazu, nicht nur die Arbeit vor Ort in den paar Minuten oder Sekunden, in denen man den Auslöser betätigt. Man erkundet eine Landschaft, sieht ein tolles Motiv, kehrt immer wieder zu diesem Ort zurück bis das Licht für diese bestimmte Idee passt und kann dann, wenn in diesem Moment alles zusammenkommt, das Licht ernten.»

Cinque Torri, Dolomites, Italien – Fine Art Photography von Roland Moser

Cinque Torri, Dolomites, Italien – Fine Art Photography von Roland Moser

Unter Fotografen ist die Fotonachbearbeitung ein zum Teil polarisierendes Thema. Gerade für die Fine Art Photography ist die nachträgliche Bearbeitung der jedoch Fotodatei essentiell: «Nichts kann meiner Meinung nach weniger echt sein, als ein Bild «Out of Cam». Ich will doch dem Betrachter mein Bild, meine Emotionen und meine Ansicht von diesem einzigartigen Moment zeigen und nicht etwas, das ein Softwarehersteller programmiert hat. Wer bestimmt denn, dass das Rot gerade so ausgesehen hat oder ob das Grün so oder anders wirkte. Das ist doch für jeden individuell. Mein Stil entwickelt sich immer weiter: Sei es durch neue Bearbeitungstechniken oder neue Perspektiven, weil ich mich mit der Zeit verändere.»

Roland Moser gibt Tipps an ambitionierte Hobbyfotografen

Im Zuge unseres Interviews fragten wir den Fotografen der Fine Art Landscape auch nach hilfreichen Tipps für ambitionierte Hobbyfotografen:

«Erstmal würde ich sagen: Habt vor allem Spass und Freude an dem, was ihr macht und befasst euch nicht mit Labels. Überlegt genau, was ihr wollt und verfolgt euer Ziel. Sucht euren Stil und experimentiert. Studiert Bilder von euren Lieblingsfotografen, aber kopiert diese nicht.

Die nachträgliche Bildbearbeitung gehört genauso dazu wie das eigentliche Fotografieren vor Ort. Wenn ihr das eine oder andere auslasst, dann schränkt Ihr euch bloss selbst ein. Nehmt euch Zeit bei der Bildbearbeitung, denn diese ist für mich gerade für Fine Art Photography sehr wichtig. […] Fotografieren ist eine Kunstform, darum lasst euch nicht von anderen Meinungen einengen.»

Lac de Derborence, Wallis, Schweiz – Fine Art Photography von Roland Moser

Lac de Derborence, Wallis, Schweiz – Fine Art Photography von Roland Moser

«Versucht sowohl bekannte Motive in neuem Licht zu zeigen als auch neue unbekannte Motive zu suchen. […] Ein Bild fängt mit einer Idee, mit einer Vision an. Ich habe genaue Vorstellungen von einem Bild, wenn ich einen bestimmten Ort aufsuche. Doch nicht immer komme ich mit dem gewünschten Bild nach Hause. Manchmal ergeben sich unterwegs stattdessen ganz neue Ideen und Möglichkeiten.»

Merken

meteorgemueseadrian_ehrbar_photography

Mein Weg zum Beruf des Fotografen – Adrian Ehrbar Photography

Vom Konditor zum Profi-Fotografen: Adrian Ehrbar feiert seine Erfolge vor allem in der Gastronomie‑Fotografie. Zudem ist er als Hochzeitsfotograf aktiv und fertigt individuelle Aufnahmen an. Dies gelingt ihm stets unter dem Motto: Das ist EHRBAR. Wir haben ihn gefragt, wie sich sein Weg zum Beruf des Fotografen gestaltete und welche Tipps er interessierten Nachwuchsfotografen geben kann.

Auf der Webseite von Wedding Photography geben Sie an, gelernter Konditor zu sein. Wie sind Sie zur Fotografie gekommen? Seit wann fotografieren Sie?

Ich fotografiere seit ich 16 Jahre alt bin. Als ich mit meinen Freunden am Inline-Skaten war, fotografierte ich damals mit einer kleinen Digital-Kompaktkamera. Diese war so langsam, dass meine Kollegen schon längst weiter waren, bis die Kamera endlich auslöste. Dann entschied ich mich, mir zu Weihnachten eine digitale Spiegelreflexkamera zu kaufen.

Alt: Gastronomiefotografie auf weißem Teller angerichtet © Adrian Ehrbar Photography

Food Fotografie © Adrian Ehrbar Photography

Im Laufe meiner Ausbildung zum Konditor fotografierte ich dann die selbst kreierten Produkte zu Hause, zuerst mit einfachen Lampen, später mit dem vom Lehrlingsgeld gekauften Blitzanlagen. Später habe ich meine Bilder meinem Fachlehrer gezeigt, der so begeistert war, dass wir dann zusammen ein Fachbuch fotografierten (Magic Marzipan von Franz Ziegler). Dieses wurde 2009 in Paris mit dem World Cookbook Award zum weltbesten Dessertbuch ausgezeichnet, so begann meine Karriere.

Wieso haben Sie sich für die Fotografie entschieden?

Fotografie ist meine Berufung. Ich liebe die Arbeit mit den Menschen, ich liebe die (meist) kreative Freiheit. Ausserdem ist man als Fotograf oft unterwegs und lernt viele neue Orte und Menschen kennen.

Denken Sie, dass es Berufe gibt, für die eine Ausbildung weniger wichtig ist als Talent?

Klar, vor allem in den künstlerischen Berufen gibt es viele erfolgreiche Autodidakten. Eine Ausbildung ist immer eine gute Grundschulung, egal in welchem Metier, jedoch benötigt ein Fotograf auch ein Gespür für die Bildgestaltung, was nicht unbedingt gelernt werden kann.

Alt: Ein zur Seite blickender Mann fängt jeweils ein geöffnetes Taschenbuch mit seinen Händen - © Adrian Ehrbar Photography

Künstlerisch anmutende Fotografie eines Mannes © Adrian Ehrbar Photography

Haben Sie selbst eine Ausbildung oder ein Studium im Bereich Fotografie absolviert?

Nein, ich bin Autodidakt.

Was würden Sie jungen Personen raten, die das Ziel verfolgen als Fotografin bzw. Fotograf tätig zu sein?

Melden Sie sich bei renommierten Fotografen und fragen Sie nach einem Praktikum. Am meisten lernt man beim Zuschauen und selber Fotografieren. Oder besuchen Sie die HF Schule in Baden, wo Sie Fotografie noch auf beruflicher Ebene studieren können, ideal für Quereinsteiger. Und sonst als Rat: Fotografieren, fotografieren, fotografieren…!

Erinnern Sie sich noch an Ihre erste Kamera? War sie ein Geschenk oder haben Sie sich die Kamera selbst erspart?

Ich habe mir die Kamera selbst zu Weihnachten erspart, eine Nikon D50 mit einem 18‑55 mm f 4.5-5.6 Zoomobjektiv. Gut, meine allererste Berührung mit einer Kamera war eine Ravensburger Kinderkamera.

Alt: Fischflosse links und geöffnete Erbsenschote rechts daneben auf schwarzem und befeuchtetem Untergrund drapiert © Adrian Ehrbar Photography

Food Fotografie © Adrian Ehrbar Photography

Vielen Dank für die interessanten Einblicke in Ihren Werdegang und weiterhin viel Erfolg !

Husky-Hündin auf bunter Wiese im Abendlicht der Sonne von Photo Passion fotografiert

Die besten Schweizer Tierfotografen

Einen Bereich der Naturfotografie stellt die Tierfotografie dar. Diese präsentiert sich in unterschiedlichen Facetten: Tiere werden sowohl in ihrer natürlichen Umgebung als auch in Tierparks und Zoos fotografiert. Zudem werden Haustiere im Fotostudio in Szene gesetzt, um ganz besondere Momente der tierischen Lieblinge festzuhalten. Wir haben für Sie mit Schweizer Tierfotografen gesprochen und ihnen Fragen zu ihrer Leidenschaft gestellt. Zwei Fotografinnen und einen Fotografen und deren Antworten stellen wir Ihnen hier vor.

Markus Stähli – Wildlife Photography

Der renommierte Fotograf Markus Stähli, dessen Fotos regelmässig unter anderem in Magazinen, Büchern und Broschüren erscheinen, feiert zahlreiche Erfolge. Seit 10 Jahren veröffentlicht er jährlich einen Wildtierkalender und sein Buch «Rothirsch – Auf der Fährte des Geweihten» wurde 2010 mit dem Literaturpreis ausgezeichnet.

Ein Rothirschbock, von Markus Stähli im Alpenraum fotografiert, röhrt während der Brunftzeit

„Die Wildtierfotografie gehört wohl mit zu den schwierigsten Bereichen der Fotografie. Dafür braucht es ein umfassendes Wissen über die zu fotografierenden Tiere, körperliche Fitness, eine Engelsgeduld, Hartnäckigkeit, Einfühlungsvermögen und ein absolutes Beherrschen der Fototechnik. All diese Punkte zusammen machen die Tierfotografie für mich so spannend und herausfordernd. Hinzu kommt, dass es keinen besseren Lehrer gibt als die Natur selbst!“

Was fasziniert Sie an der Tierfotografie?

„Wenn ich Tiere fotografiere, fühle ich mich am Puls der Natur. Ich habe teil an wunderbaren und eindrücklichen Momenten. Die freie Wildbahn – die Welt der Tiere – ist quasi eine Parallelwelt zu unserer vielfach naturfremden Wohlstandswelt. Draussen in der Natur findet ein täglicher Überlebenskampf statt. Es geht ums Fressen und Gefressenwerden. Nur die Stärksten und Intelligentesten jeder Art überleben. Diese Vorgänge – von der Geburt bis zum Tod – in der Natur zu erleben und mit der Kamera festzuhalten, ohne dass mich die Wildtiere wahrnehmen, ist für mich ungemein faszinierend.“

Eine Sperlingskauz, der auf einem Ast sitzend in die Kamera schaut, ziert auch das Titelblatt des Tierbildkalenders 2017 von Markus Stähli

Wann haben Sie Ihre Passion für die Tierfotografie entdeckt?

„Tierfotografie betreibe ich inzwischen mehr als 30 Jahre. Als Jugendlicher habe ich von meinem Vater eine alte Voigtländer – ohne Automatik, ohne Zoom, nur mit einem Objektiv ausgestattet – bekommen. Von diesem Moment an versuchte ich, Wildtiere auf Film (später auf Chip) zu bannen und mit meinen Fotos Mitmenschen für die Vielfalt und Schönheit der einheimischen Tierwelt die Augen zu öffnen.“

Photo Passion – Tierfotografie für tierische Momente

Hinter Photo Passion stehen Denise Czichocki und Jörn Schlappinger: «Wir fotografieren schon seit einigen Jahren leidenschaftlich gerne. Zur Tierfotografie sind wir allerdings erst so richtig durch unsere eigenen tierischen Lieblinge gekommen. Angefangen hat es mit unserem Windhund‑Mischling Safran, den wir aus dem Tierschutz geholt haben. In unserem Urlaub auf Sardinien haben wir gemerkt, wie sehr er Sand und Dünen liebt und regelrecht „ausgeflippt“ ist und die Dünen hoch und runter gerannt ist. Diese Freude und Sprinterei wollten wir natürlich festhalten, um es unserer Familie und Freunden zu zeigen. Das ist der Beginn unserer Leidenschaft für die Tierfotografie.»

Husky-Hündin auf bunter Wiese im Abendlicht der Sonne von Photo Passion fotografiert

«Ende 2015 hat Denise den Entschluss gefasst, ihren Job an den Nagel zu hängen, um sich mehr der Fotografie zu widmen. Da haben wir beide kurzerhand einen Online-Fotokurs belegt, um einfach noch mehr über die Fotografie zu lernen und erfolgreich abgeschlossen. Seit März 2016 haben wir uns speziell auf die Tierfotografie spezialisiert, die wir outdoor bei natürlichem Licht anbieten. Seit März haben wir viele tierische Models und ihre Besitzer kennen lernen dürfen. Unsere leidenschaftliche Passion für die Tierfotografie hat sich dadurch noch mehr verstärkt, wir haben uns selbst weiter entwickeln können und können mit Herzblut sagen, dass wir es einfach lieben, Tiere und auch ihre Menschen zu fotografieren.»

Kleine Mischlingshündin rennt in der Abendsonne über eine herbstliche Wiese – fotografiert von Photo Passion

«Was uns so an der Tierfotografie fasziniert? Die Liebe zu den Tieren: Wir haben selbst zwei Katzen und zwei Hunde, unser hauseigener kleiner Zoo, wie wir ihn liebevoll nennen. Ein Fotoshooting mit Tieren ist immer etwas Neues, jedes Tier verhält sich anders, hat seinen eigenen Charakter, auf den man eingehen muss und den wir versuchen, auf den Fotos wider zu spiegeln.

Ein Fotoshooting mit Tieren ist nicht zu 100 % planbar, da die Fellnase nicht unbedingt das macht, was wir uns selbst und die Besitzer erhoffen. Und genau das ist es auch, was uns daran reizt und fordert. Wir müssen bei unseren Fotoshootings mit Tieren immer flexibel und spontan sein. Da gibt es keine Routine nach dem Motto „so und so machen wir es“. Das Tier steht im Vordergrund und wir müssen uns darauf einlassen. Von daher ist es immer spannend zu sehen, was als nächstes passiert. Selbst die Besitzer sind teilweise überrascht über ihre Lieblinge und dann gibt es viel zu lachen und zu reden.»

Nicole Hollenstein – Tierfotografie aus Leidenschaft

„An der Tierfotografie fasziniert mich, dass es ein Beruf ist, welcher sich in der Gefühlsebene abspielt. Nur wer viel Geduld und Einfühlungsvermögen, Sensibilität und das Herz für Tiere mitbringt, kann Bilder machen, welche die Seele der Tiere widerspiegeln.“

Studioaufnahme einer braunen Bulldogge, die den Kopf auf dem Fußboden auflegt und verlegen zur Seite blickt – fotografiert von Nicole Hollenstein

„Was anfangs aus Hobby entstand wurde vor 5 Jahren zu meinem Beruf und zur Erfüllung meines Lebenstraumes. Meine Arbeit ist weit mehr als ein Beruf, es ist eine Leidenschaft.“

Hundebesitzerin nimmt den neben ihr sitzenden Hund bei einem Outdoor-Shooting mit dem Rücken zur Kamera gewandt in den Arm – fotografiert von Nicole Hollenstein

„Tiere begleiten mich schon mein ganzes Leben lang, von Hamster, Hase, Katze über Pferd und aktuell meine Beagle-Hündin Joyce durfte ich in meinem Leben schon viele Tiere mein Eigen nennen und habe daher einen engen Bezug zu den verschiedenen Tierarten. Mich fasziniert, dass anders als bei menschlichen Models, der richtige Moment im Gefühl liegen muss, aus einer nonverbalen Kommunikation heraus.“

Die Internetpräsenz von Nicole Hollenstein finden Sie hier.

Foodblogger Robin Reich kocht vielseitig – Tomaten, Erdbeertorte, Nudelauflauf, Mandarinen, Brokkoli

Interview: Robin von ROBIN REICH TV über Foodblogging

Robin präsentiert und teilt auf seinen Foodblog, seinem YouTube Channel und bei Facebook und Instagram jede Woche leckere kreative Rezepte. Seine interaktive Kochshow lebt von Robins Leidenschaft für ausgefallene Speisen und seinem ästhetischen Anspruch. Dabei dürfen auch die Zuschauer Rezeptwünsche einreichen. Wir haben ihm ein paar Fragen zu seinem Hobby gestellt und ihn gebeten, uns ein paar Tipps und Tricks zu verraten.

Über das Bloggen und Robins Motivation

Fotos fürs Leben: Was hat dich motiviert, einen Blog zu starten? Warum einen Food-Blog?

Robin: Eigentlich hatte ich ursprünglich gar nicht die Intention, einen Food-Blog zu eröffnen. Ich war zwar schon immer Fan von US-amerikanischen Köchen und ihren Shows, wie Anthony Bourdain oder David Chang, die echt richtig coole Sendungen abliefern, aber eigentlich habe ich mich online immer mehr mit allerlei anderen Formaten herumgeschlagen, die nichts mit Food zu tun hatten.

Später, im Jahr 2013, kam dann im Rahmen eines Videoadventkalenders für meinen Youtube-Channel RobinReichTv – um meine 24 täglichen Videos auszufüllen – mein erstes Essens-Video online mit dem Gericht eines einfachen „Flammkuchen Tomate Mozza“ heraus.

Die Resonanz zu diesem Video war prompt so gut, dass ich unbedingt mehr solcher Videos machen wollte und später einen zweiten Videokanal dafür erstellt habe.

Robins Foodblog ist kein klassischer Blog, er kocht vor der Kamera und stellt die Videos bei YouTube zur Verfügung

Robins Foodblog ist kein klassischer Blog, er kocht vor der Kamera und stellt die Videos bei YouTube zur Verfügung – © Robin Reich

Fotos fürs Leben: Was unterscheidet deinen Blog von anderen Blogs?

Robin: Grundlegend würde ich das ganze Projekt gar nicht als einen Food-Blog bezeichnen. Ich sehe mich da mehr als einen Foodtuber, der so etwas wie einen Foodblog nutzt, um die Videos so anzuordnen und zu präsentieren, wie er es möchte. Einen eigentlichen Foodblog verstehe ich als textlastiger und auch mit mehr Bildern unterlegt.

Was mich unterscheidet? Ich kann mit Sicherheit nicht so gut kochen wie viele der Macher der beeindruckenden Foodblogs da draussen. Aber für mich hat Essen/Food an sich schon so eine Ästhetik, eine eigene Geschichte und einen verbindenden Faktor, der mich einfach voll und ganz anspricht und den ich darstellen möchte.

Fotos fürs Leben: Wo holst du dir deine Inspirationen?

Robin: Ich schaue generell sehr gern und viele Foodshows. Da kommt mir natürlich der Umstand entgegen, dass immer mehr solcher produziert werden. Mein absoluter Tipp ist hierfür die Netflix-Serie Chef’s Table oder die auch die Mini-Serie Cooked sowie Tastemades Local Flight. Mir gefällt, wenn über das Rezept hinaus interessante Orte, Geschichten oder Menschen präsentiert werden.

Für Rezeptinspirationen nutze ich am häufigsten Pinterest, blättere Kochzeitschriften durch oder schaue mir an, was so unter #foodporn gepostet wird.

Robin bei der Arbeit – Zwiebeln schneiden für den Foodblog

Robin bei der Arbeit – Zwiebeln schneiden für den Foodblog – © Robin Reich

Fotos fürs Leben: Du schreibst auf deinem Blog in Englisch, warum?

Robin: Momentan sind die Rezepte auf meinem Foodblog auf Englisch, da der Youtube-Channel dazu ebenfalls auf Englisch ist. Ich arbeite derzeit an Formaten, die ich sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch produzieren kann. Warum Englisch? Ich habe irgendwie das Faible, auch internationalen Content zu produzieren. Was für mich auch gleich noch den positiven Nebeneffekt hat, dass ich mich noch mehr mit der Sprache auseinandersetzen kann.

Fotos fürs Leben: Welchen Rat würdest du neuen Bloggern mit auf den Weg geben?

Robin: Fang einfach an! Kauf dir anfänglich keine teure Technik oder theoretisiere ewig, was du später genau machen willst. Schritt für Schritt und eins nach dem anderen. Zweifle nicht, ob es noch den einen weiteren Blog geben muss und dass sich niemand für dich interessieren wird. Ich stelle viel zu oft selbst fest, dass man sich auf dem Weg verzettelt und viel zu viel über alles nachdenkt und abwägt. Aber man wird nur besser, wenn man daran arbeitet. Schreibe einen Artikel fertig, lade dein erstes Video hoch, dann arbeite an dem nächsten. Nach und nach wird sich dir zeigen, wo du hinkommst. Lass dich immer weiter inspirieren!

Fotos fürs Leben: Was bedeutet für dich „Kreativität“?

Robin: Bei der Suche nach einer Definition, beschreibt Kreativität etwas vorher noch nicht Dagewesenes und Neues zu kreieren. Doch fängt für mich Kreativität bereits dabei an, etwas Bestehendes neu zu (über)denken, anderes zu Erfinden und verändert darzustellen. Es bedeutet, den Blickwinkel auf Dinge zu verändern und scheinbar feststehende Tatsachen in Frage zu stellen.

Fotos fürs Leben: Dein absolutes Lieblingsrezept?

Robin: Wenn ich ehrlich bin, gibt es für mich nicht das eine absolute Lieblingsrezept. Die Umgebung, das Ambiente und die Menschen drum herum sind das Wichtige. Wenn das alles stimmt, ist das einfachste Bauernbrot mit Tomaten, Zwiebeln, Salz und Pfeffer das beste Rezept der Welt.

Foodblogger Robin reich kocht vielseitig – Radieschen, Schokotorte, Kekse, Weintrauben, Spargelsalat

Foodblogger Robin reich kocht vielseitig – Radieschen, Schokotorte, Kekse, Weintrauben, Spargelsalat – © Robin Reich

Fotos fürs Leben: Welche Auswirkungen hat dein Food-Blog auf dein eigenes Essverhalten?

Robin: Ein guter Nebeneffekt beim Food-Blogging ist ja, dass man immer mit Essen zu tun hat. Es fällt nach jedem Dreh, jedem Shooting etwas ab! Viele denken, nur, weil man einen Foodblog hat, gibt es dann privat auch nur richtig geniale Köstlichkeiten. Aber ausserhalb der Kamera sind es dann doch die normalen Dinge, die auf den Teller kommen.

Kameraeinstellungen – Tipps für tolle Food Fotos

Fotos fürs Leben: Mit welcher Kamera fotografierst du dein Essen?

Robin: Wenn ich, gestrandet auf einer einsamen Insel, eine Kamera mitnehmen dürfte, wäre es eine Canon 60D mit einem 50mm Festbrennweite-Objektiv. Für mich sind das Schwenkdisplay und die einfache Handhabbarkeit die absolut notwendigen Features. Dazu kommt ein Manfrotto Tripot mit Kugel- oder Videokopf und vor allem eine Schnellwechselplatte! Beim Wechsel vom Filmen zum Fotografieren finde ich Flexibilität sehr wichtig.

Wenn es um Overhead Bilder/Videos geht, habe ich mir ein geniales Rig gebaut, mit dem man die Kamera wunderbar von oben in jeder Höhe, Position und Winkel montieren kann.

Für grössere Werbeprojekte greife ich auf eine Black Magic Cinema Camera zurück. Die filmt Raw und kann auch 2k und man kann sich in der Postproduktion so richtig in der Color Correction austoben.

Robins Ausrüstung – Kameras, MacBook, IPhone, Objektive und Kamerazubehör

Robins Ausrüstung – Kameras, MacBook, IPhone, Objektive und Kamerazubehör – © Robin Reich

Fotos fürs Leben: Gibt es da ein paar Grundeinstellungen an der Kamera, die du unseren Lesern beim Fotografieren von Essen empfehlen kannst?

Robin: Achtet immer auf den Weissabgleich. Eine Lektion, die ich ungewollt lernen musste, ist, dass noch so gutes frisches Essen bei einem falschen Weissabgleich aussieht, als wäre es schon 3 Wochen überfällig.

Wenn es um die Einstellungen an der Kamera wie Blende, ISO usw. geht, gibt es auch Leute, die sich deutlich besser auskennen als ich, aber von mir als Tipp: ISO nicht über 600, sonst rauscht es. Rein ästhetisch versuchen, eine geringe Schärfentiefe zu erreichen. Ja, das hängt natürlich immer von dem Motiv ab. Aber für meine favorisierte Motivwahl versuche ich, das Ganze etwas filmisch umzusetzen. Also hier die Eselsbrücke: grosse Blende = kleine Zahl = geringe Zahl. So, wie wenn wir etwas in der Ferne nicht erkennen. Augen zusammenkneifen – „Augen kleiner“ (Blende kleiner) = mehr vom Motiv scharf.

Fotos fürs Leben: Wie stellst du dir deine Bild-Hintergründe zusammen?

Robin: Für mich ist es wichtig, dass der Hintergrund nicht vom eigentlichen Motiv ablenkt. Deshalb versuche ich, diesen meist unscharf zu behalten, was wiederum die Möglichkeit bietet, dort mit unscharfen Formen zu spielen. Für mich macht ein schönes Food-Bild aus, dass es insgesamt stimmig ist und wenn es eine kleine Geschichte erzählt, umso besser!

Fotos fürs Leben: Bearbeitest du deine Fotos nach? Wenn ja, welches Programm benutzt du dafür?

Robin: Für die schnelle Bearbeitung grosser Mengen Fotos nutze ich meist Adobe Lightroom und um ins Detail der Nachbearbeitung zu gehen Adobe Photoshop. Da ich meine Videos mit Premiere schneide, ist für mich die übergreifende Kompatibilität von Bedeutung.

Vielen Dank an Robin für das Interview. Mehr gibt’s bei http://www.robinreich.tv/. Viel Spass beim Entdecken!