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Fotografie-Trends 2018

Fotografie-Trends 2018

Trends kommen und gehen – das ist auch in der Fotografie so. Um die Fotografie-Trends für das Jahr 2018 ausfindig zu machen, haben wir einen genauen Blick auf die gängigen sozialen Netzwerke, wie Instagram und Facebook, geworfen und uns die Trendprognosen der Bildagentur Shutterstock einmal genauer angesehen. Nachfolgend verraten wir Ihnen, welche aktuellen Trends die Fotografie 2018 ausmachen. 

Fantasy-Trend in der Fotografie

Die Schaffung künstlicher Bildwelten, auch Fantasy genannt, ist laut dem «Creative Trends Report 2018» von Shutterstock einer der gefragtesten Styles in der Fotografie. Einmal im Jahr wertet Shutterstock Milliarden eigene Suchanfragen aus, um die wichtigsten visuellen und kreativen Trends zu ermitteln. Demnach stiegen die Suchanfragen nach bekannten Fantasy-Charakteren im Vergleich zum Vorjahr. Allein die Suchanfrage nach dem Begriff «Einhorn» stieg um 297 Prozent, dicht gefolgt von „Meerjungfrau“ mit einer Steigerung um 145 Prozent. Dieser Anstieg liegt nicht zuletzt an der Entwicklung der aktuellen Popkultur. Da wären beispielsweise TV-Serien wie «Game of Thrones» oder Fantasy Filme wie, «Thor» oder «Star Wars», die schon eine Weile eine ganze Generation prägen. Dies spiegelt sich nun auch in der Bildsprache wieder.

Fotografie-Trend 2018: Einhörner - mystische Welten

Trendmotiv: Kaktus

Eines der beliebtesten Bildmotive in der Fotografie und Werbebranche 2018 ist der Kaktus. Damit haben die stacheligen grünen Gewächse nicht nur die Interior- und Design-Welt, sondern auch die Fotografie-Welt erobert. Das bestätigen auch die gestiegenen Suchanfragen auf der Webseite der Bildagentur Shutterstock. Dort verzeichnet der Suchbegriff «Kaktus» ein Plus von 261% im Vergleich zum Vorjahr.

Trendmotiv 2018 Kaktus

Fotografie-Trend: Knallige Pastellfarben

In diesem Jahr erleben Pastellfarben ihre Renaissance. Und zwar in knalligen Farbzusammenstellungen nach dem «Colour Blocking» Schema. Je farbenfroher die Motive und Aufnahmen desto besser. Ganz vorne mit dabei sind Aufnahmen mit der Farbe «Blue Candy». Dies zeigt auch der Anstieg der Suchanfragen auf der Stockbilder-Plattform Shutterstock. Um ganze 609% sind diese gestiegen. Gefragt sind dabei vor allem Bilder mit auffälligen Farbkombinationen und künstlerischen Bildmotiven im Popart-Stil.

Fotografie-Trend 2018: Knallige Pastelltöne

Authentischer Fotografie-Trend: #nofilter

Schon seit einigen Jahren ist vor allem in den sozialen Netzwerken zu beobachten, dass der Trend zu einer authentischeren Bildbearbeitung und Motivwahl geht. Bei diesem Fotografie-Trend liegt der Fokus ganz klar auf ungefilterten Einblicken in den Alltag der Menschen. Dabei werden Schnappschüsse direkt mit dem Handy gemacht und auch sofort gepostet. Das kann das Selfie nach der täglichen Sporteinheit sein, um zu zeigen, wie stolz man auf sich ist oder ein kurzer Schnappschuss, der zeigt, wie man den morgendlichen Kaffee bei Sonnenschein geniesst. Nicht umsonst erfreut sich der Hashtag #nofilter auf der Bildplattform Instagram mit über 228 Millionen Bildeinträgen weltweit sehr grosser Beliebtheit. Und auch der Trendhashtag #fürmehrrealitätaufinstagram, der vor allem im deutschsprachigen Raum immer mehr an Bedeutung gewinnt, spiegelt mit immerhin 121.000 Bildeinträgen diesen Trend wieder.

Fotografie-Trend: Authentische Aufnahmen#

Technische Trends in der Fotografie

Neben der klassischen Fotografie gibt es noch den Trend des bewegten Bildes. Diese Trendentwicklung ist auch auf den sozialen Netzwerken, wie Instagram und Facebook zu beobachten. Während die Nutzer bis vor zwei bis drei Jahren ausschliesslich Bilder hochgeladen haben, sieht man aktuell immer häufiger kleine kurze Videosequenzen bis hin zu Live-Videos. Dies bestätigt auch die Social Media Expertin Carrie Kerpen von Likeable Media: «Facebook wird in fünf Jahren wahrscheinlich nur noch aus Videos bestehen.»[1] Und dieser Trend kommt nicht von ungefähr. Dank der heutigen Smartphone Modelle, die allesamt mit passablen Kameras ausgestattet sind, hat man die Video-Kamera quasi immer mit dabei. Mit ein paar Klicks und der passenden Bearbeitungs-App lassen sich so in nur wenigen Sekunden hochwertige Videos produzieren und direkt online teilen.

Mann mit Smartphone in einem beweglichen Selfiestick

Fazit

Schaut man sich die aktuellen Trends der Fotografie für das Jahr 2018 an, stellt man fest, dass die Welt der Fotografie breit gefächert ist. Von knalligen Pastellfarben über ungefilterte Alltagsschnappschüsse bis hin zu künstlerisch geschaffenen Bildwelten ist für jeden Geschmack etwas dabei. Neben aktuellen Trends aus der Interior- und Popkultur-Welt, bestimmt auch der technische Fortschritt unser Fotografie-Verhalten. Denn durch immer besser werdende Smartphone-Kameras haben wir quasi in der Hosentasche alles dabei, um ein hochwertiges Bild oder Video aufzunehmen und in den sozialen Netzwerken zu teilen.

[1] https://www.lead-digital.de/social-fresh-die-top-5-social-media-trends-2018-aus-den-usa/

360-Grad-Kamera

360-Grad-Kameras sind in der Lage, sowohl Bild- als auch Videoaufnahmen aus allen Richtungen heraus aufzunehmen. Je nach Hersteller und Kameramodell werden unterschiedliche Techniken eingesetzt.

Viele Modelle besitzen zwei sich gegenüberliegende, weitwinklige Kameraobjektive. Jedes Objektiv erzeugt für sich genommen Aufnahmen im 180-Grad-Winkel. Die beiden Aufnahmen werden mit Hilfe spezieller Software zu einer einzigen 360-Grad-Aufnahme kombiniert. Treten beim Zusammensetzen Probleme in Form unsauberer Schnittkanten auf, spricht man von sogenannten «Stitchingfehlern».

Ausserdem gibt es auch 360-Grad-Kameras, die mehr als zwei Objektive besitzen. Die Anzahl der verbauten Objektive hängt ab von ihrer Brennweite. Je geringer die Brennweite ausfällt, desto grösser fällt der jeweilige Blickwinkel aus. Demnach werden bei geringer Brennweite weniger Objektive benötigt, um eine 360-Grad-Aufnahme zu erzeugen. Entsprechend gegensätzlich verhält es sich mit höheren Brennweiten. Bei den sogenannten «Mosaik-Systemen» werden für die Abdeckung des 360-Grad-Winkels mehrere Objektive benötigt.

Eine Alternative zu den «klassischen» 360-Grad-Kameras bilden die sogenannten «Kamera-Rigs». Dabei handelt es sich um eine Art Gehäuse, mit dem mehrere Kameras gebündelt werden können. In dem Gehäuse nimmt jede Kamera in unterschiedlicher Richtung auf. Aufgrund ihrer Eigenschaften werden insbesondere Actionkameras häufig dafür verwendet. Die einzelnen Aufnahmen lassen sich später wieder zu einer 360-Grad-Aufnahme vereinen. Mit Actionkameras bestückte Rigs stellen daher eine Alternative zur speziellen 360-Grad-Kamera dar. Je nach Anzahl und Preis der Actionkameras kann ein solcher Aufbau jedoch hohe Anschaffungskosten nach sich ziehen.

Die Begeisterung für 360-Grad-Aufnahmen lässt sich am besten bei der Wiedergabe des Bild- bzw. Filmmaterials ergründen. Der Betrachter kann sich, ausgehend vom Standpunkt der Kamera, die gesamte Umgebung anschauen. Hierzu schwenkt man mit gedrückter linker Maustaste durch das Bild und ändert den Betrachtungswinkel. Diese Technik verleiht insbesondere Videoaufnahmen zusätzliche Tiefe. Diese wirken nun realer denn je und laden zum erneuten Betrachten ein, da ein geänderter Betrachtungswinkel zu jeder Sekunde neue Informationen bereithält. Um einen ersten Eindruck von den Möglichkeiten der 360-Grad-Aufnahmen zu erhalten, lohnt der Besuch von Videoportalen wie etwa YouTube.

Aufnahme mit Lensbaby Objektiv

Besondere Objektive

Für Profifotografen, vor allem aus dem künstlerischen Bereich, wird es zunehmend schwerer, ihre Aufnahmen ohne viel Manipulation durch Bearbeitungssoftware individuell zu gestalten. Wir stellen Ihnen 3 Objektive vor, die auch ohne grosse Nachbearbeitung tolle Effekte erzielen: Lensbaby, Petzval von Lomo und das Soft Fokus Objektiv von Canon.

Lensbaby – das Spiel mit dem Schärfebereich

Lensbaby wird sowohl mit der Firma Lensbaby Inc. als auch mit einer ganzen Art von Fotos assoziiert. Markant für diese Bilder ist der zentrale Schärfebereich – der sogenannte „Sweet Spot“ –  und die sich ringförmig darum ausbreitende Unschärfe. Die Fotos werden durch die entstehenden „Bildfehler“ in Vignettierung und Farbwiedergabe stark entstellt.

Die Lensbaby Objektive gibt es inzwischen in zahlreichen Ausführungen. Im Aufbau ist das Objektiv recht einfach gehalten. Wichtig ist eine Tilt- bzw. Verkippungsfunktion (meist ein Kugelgelenk) mit dem der Sweet Spot im Motiv verschoben werden kann. Die Grösse des Sweet Spots wird über mitgelieferte Kunststoffscheiben mit verschiedenen Öffnungsgrössen geregelt. Diese Blenden-Scheiben werden magnetisch vorn an das Objektiv gehaftet und sind mit verschiedenen Formen für den Bokeh-Effekt erhältlich. Die Brennweite variiert je nach Modell zwischen 50, 35 und 80 mm.

Auch wenn das Fotografieren mit dem Lensbaby Objektiv viel Spass bringt, für eilige Schnappschüsse ist es jedoch nicht geeignet. Nach jeder Einstellung des Objektivs muss neu manuell fokussiert werden, daher empfehlen wir für die ersten Versuche die Kamera auf einem Stativ anzubringen. So kann man mit kleinem Sucher und geringer Blendenöffnung eine genaue Fokussierung erreichen.  Für Portraitfotografie ist der Sweet Spot von besonderer Bedeutung, da er den fokussierten Bereich des Motivs, beispielsweise das Gesicht, hervorhebt. Die zum Teil starke Vignettierung wird gern in der Straßenfotografie eingesetzt, da sie dem Bild eine extreme Dynamik verleiht.

Petzval von Lomography – das Portraitobjektiv

Petzval von Lomography – das Portraitobjektiv

 

Josef Maximilian Petzval war ein slowakischer Mathematiker des 19. Jahrhunderts, der das erste Portraitobjektiv der Welt entwickelte. Es stellt das fokussierte Objekt scharf, während der Hintergrund durch verschiedene Bokeh-Blenden verschwimmt. Der Kontrast bringt den Portraitierten besonders zur Geltung. Dieses Objektiv prägte die Portraitfotografie des vorletzten Jahrhunderts massgeblich. Im Jahr 2014 baute es die Firma Lomography (Kamerahersteller im Bereich Lomografie) passend für moderne DSLR nach. Das Projekt kam durch die bisher drittgrösste Kickstarter Kampagne im Bereich Design zustande.

Das Petzval ist also ein Portraitobjektiv, welches –  ähnlich wie die Lensbaby – mit Schärfen, Fokus und vor allem dem Bokeh spielt. Das Objektiv in edlem Messing-Design wird mit den einschiebbaren Blenden-Elementen zusammen geliefert.

Für die richtige Einstellung des manuellen Fokus braucht es einige Ruhe und Fingerspitzengefühl. Auch die Wahl der richtigen Blenden-Scheibe ist wichtig, um die Lichtverhältnisse auszugleichen. Doch nach ein wenig Übung macht das Petzval viel Spass und bietet dem Laien sowie dem Profifotografen eine ganz neue Spielwiese.

Soft Fokus Objektiv – für zarte Aufnahmen

Im 20. Jahrhundert verbreiteten sich besonders unter den künstlerischen Fotografen die Weichzeichnerobjektive der Marken Minolta, Rodenstock (Imagon) und Dreamagon. Ähnlich dem heutigen Retro-Trend wollte man sich von den akribisch realistischen Abbildungen der Realität abheben. Aktuell ist das Canon EF 135mm 1:2.8 Softfocus das Einzige dieser Art.

Der Soft Fokus ist in zwei Stufen zuschaltbar und Canon empfiehlt ihn mit offener Blende zu nutzen. Wie der Name bereits sagt, ist es ein Weichzeichner. Der Effekt wird durch das Fehlen eines konkreten Fokuspunktes technisch umgesetzt. Über dieses Objektiv gibt es sehr verschiedene Meinungen von Fotografen. Schlussendlich ist es fast ausschliesslich für Portraitfotografie geeignet, da die Unschärfe bei anderen Motiven zu stark ist. Bei der Portraitfotografie sollten Sie dann darauf achten, dass sich die 135mm auf einem Teleobjektiv mit dem gegebenen Verlängerungsfaktor extrem ausweiten und so ausreichend Abstand zum Model gehalten werden muss.

Die Firma Yasuhara hat im Juni 2016 mit MOMO (japanisch für 100) eine Kickstarter Kampagne geschalten, um das 100 Jahre alte Objektiv der Kodak Vest Pocket-Kamera wieder zu beleben. Einige Testbilder und Informationen sowie einen Prototyp haben sie auf ihrer Seite veröffentlicht. Da die Kampagne jedoch als gescheitert bei Kickstarter vermerkt ist, scheint die Zukunft der Weichzeichnerobjektive unklar.

Soft-Fokus Aufnahme einer Rose mit Kamille

Fazit

Die drei Objektive bringen alten Charme in die moderne Fotografie. Vor der Anschaffung gilt zu Bedenken für welche Projekte sie einsetzbar wären, da sie im Vergleich zu Bearbeitungssoftware sehr kostenintensiv sind. Vignettierung, Bokeh und auch der Weichzeichner sind gängige Filter der meisten Fotosoftware. Die Objektive sind aber für Retro-Liebhaber und experimentelle Fotografen durchaus eine geeignete Investition.

Rotes Muscle Car

Fahrzeugfotografie – Autos und andere Fahrzeuge dynamisch fotografieren

Sie sind Teil unseres alltäglichen Lebens und bringen uns von A nach B: Ob klein oder gross, schnell oder langsam, Strasse oder Schiene, Autos, LKWs oder Züge. Sie alle haben etwas gemeinsam – sie geben tolle Fotomotive ab. Die Kunst der Fahrzeugfotografie liegt meist darin, die auf uns so dynamisch wirkenden Objekte auch auf dem Foto schwungvoll darzustellen.

Was Sie für eine gute Vorbereitung beachten sollten und wie Ihnen besonders stimmige Fotos gelingen, erfahren Sie in diesem Artikel.

So sind Sie optimal vorbereitet

Zunächst sollten Sie überlegen, welche Art von Fahrzeug Sie abbilden möchten. Für maximale Flexibilität bietet sich der Einsatz eines Objektivs mit einem grossen Brennweitenbereich an. Fällt Ihre Wahl auf die Fotografie von PKWs, dann reicht ein Objektiv mit mittlerer bis hoher Brennweite. Fotografieren Sie hingegen lieber LKWs, Züge und ähnlich grosse Fahrzeuge oder wollen Sie zusätzlich die Umgebung einfangen, so sollte die Wahl auf ein Objektiv mit niedrigeren Brennweiten oder ein Weitwinkelobjektiv fallen.

Für gelungene Fotos im Freien empfiehlt sich ausserdem der Einsatz eines Polfilters. Grundsätzlich verhindert dieser ungewollte Reflexionen auf nicht-metallischen Oberflächen. Obwohl sich die volle Wirkung des Polfilters vor allem auf nicht-metallische Oberflächen entfaltet, so verringert dieser in gewissen Masse dennoch Spiegelungen des Lacks. Darüber hinaus sollten Aufnahmen im direkten Sonnenlicht vermieden werden, da oftmals unschöne und harte Schatten entstehen. Lichten Sie Ihr Motiv daher lieber in einer sonnengeschützten Umgebung ab.

Um ungewünschten Wettereinflüssen zu entgehen, können insbesondere Lagerhallen oder Parkgaragen einen guten Ort für ein Foto-Shooting darstellen. Experimentieren Sie hierbei mit dem Standort des Fahrzeugs und der Beleuchtung vor Ort. Die Leuchten des Fahrzeugs können dabei auch gut in das Shooting miteingebracht werden. Für den Fall, dass die Location nicht genügend Licht bereithält, lohnt der Einsatz eines Stativs und/oder eines lichtstarken Festbrennweiten Objektivs.

Stehende Fahrzeuge eindrucksvoll fotografieren

Bei stillstehenden Fahrzeugen haben Sie grundsätzlich viele Möglichkeiten, um ein Bild nach Ihren Vorstellungen zu entwickeln. Wird das Fahrzeug etwa aus einem niedrigen Winkel fotografiert, so wirkt es besonders mächtig. Die entgegengesetzte Wirkung kann erzielt werden, wenn das Fahrzeug von einem höheren Standpunkt aus fotografiert wird. Probieren Sie verschiedene Perspektiven aus und erleben Sie, wie sich die Zusammensetzung Ihres Bildes verändert.

Vielversprechend sind bei der Fotografie von Fahrzeugen vor allem Nahaufnahmen bestimmter Fahrzeugteile. Bei Autos können beispielsweise die Felgen und Bremsscheiben, das Interieur mit Lenkrad, Schaltknüppel und Armaturenbrett oder auch der Motorblock ein gutes Motiv abgeben. Gehen Sie ins Detail und Sie werden mit besonderen Aufnahmen belohnt.

Detailansicht eines grünen Oldtimers

Bewegte Fahrzeuge gekonnt in Szene setzen

Anders als bei stehenden Fahrzeugen und wie auch bei der Sportfotografie ist bei bewegten Motiven auf eine niedrige Verschlusszeit zu achten, damit dynamische Objekte scharf abgebildet werden können. Optimalerweise sollte zu Beginn die Fokusoption für bewegende Motive in den Kameraeinstellungen ausgewählt werden. Der Autofokus geht in dieser Einstellung mit dem Motiv mit und ermöglicht eine präzise Fokussierung. Bei Kameras vom Typ Canon heisst diese Art des Fokus AI Servo, wohingegen Nikon die Bezeichnung AF-C führt. Die Bezeichnung kann daher je nach Kameratyp variieren.

Grundsätzlich bieten sich Ihnen bei der Fotografie von bewegten Fahrzeugen zwei Vorgehensweisen:

Bei der Technik des „Mitziehens“ fokussieren Sie auf das gewünschte Fahrzeug und folgen seiner Bewegung. Einem Sportwagen, der auf horizontaler Achse am Fotografen vorbeifährt, sollte in entsprechender Richtung mit der Kamera gefolgt werden. Für ein optimales Ergebnis sollten Sie das Fahrzeug bereits aus der Ferne durch den Sucher betrachten, den Auslöser halb durchgedrückt halten und in gleichmässiger Geschwindigkeit zur Fahrtrichtung mitziehen. Grösster Vorteil dieser Vorgehensweise ist die Tatsache, dass ein realistisches Abbild der Situation entsteht. Durch das Mitziehen kommt es abseits des fokussierten Motivs zu Unschärfeeffekten, die auf die hohe Geschwindigkeit des Fahrzeuges hindeuten und es in einer stimmigen Dynamik darstellen.

Roter Zug in der Bewegung fotografiert

Bei der Technik des Mitziehens erscheinen die Fahrzeuge scharf. Ein Blick auf die verschwommene Umgebung des Zuges verrät, dass er sich bewegt. Durch diesen Effekt kann die Dynamik der Fahrzeuge glaubhaft abgebildet werden.

 

Die zweite Vorgehensweise wäre, das Fahrzeug mit einer sehr kurzen Verschlusszeit zu Fotografieren. Wählen Sie hierbei etwa eine 1/1000 Sekunde, so wird das Fahrzeug quasi eingefroren. Einerseits werden so die wesentlichen Bestandteile des Fahrzeugs und der Umgebung scharf abgebildet, andererseits verliert das Bild dadurch an Dynamik und Ausdruckskraft. Um das Bild dennoch spannend wirken zu lassen, kann die Kamera auf eine niedrige Blendenzahl wie etwa f/2,8 gestellt werden. Dies hat zur Folge, dass der Bereich fernab des fokussierten Motivs weniger scharf erscheint und ein schöner Bokeh-Effekt entsteht.

Blaues Rallye-Auto fährt auf kurviger Bergstrecke

Das in der Mitte fokussierte Rallye-Auto erscheint scharf, während Vorder- und Hintergrund leicht unscharf abgebildet sind. Anders als bei dem vorangegangenen Foto ist die Umgebung hier nicht verschwommen, sondern immer noch gut erkennbar. Auch die Felgen des Fahrzeugs scheinen stillzustehen.

 

Exkurs: Langzeitbelichtung bei der Fahrzeugfotografie in der Nacht

Bei Nacht bietet sich die Gelegenheit einer ganz besonderen Art der Fahrzeugfotografie. Mit Hilfe einer Langzeitbelichtung lassen sich die Scheinwerfer von Autos oder Zügen über mehrere Sekunden lang mit der Kamera festhalten. Die Bewegung der Fahrzeuge führt dazu, dass ein und dieselbe Lichtquelle an mehreren Stellen abgebildet wird und sich ganze Lichtspuren bilden. Dieser Effekt verleiht den Bildern einen ganz besonderen Touch, auch wenn es sich nicht um klassische Fahrzeugfotografie handelt, da das Auto oder der Zug nicht im Mittelpunkt stehen.
Tipp: Um scharfe Ergebnisse zu erzielen, sollten Sie unbedingt zu einem Stativ und gegebenenfalls zu einem Fernauslöser greifen.

Durch Langzeitbelichtung entstandene Lichtspuren von Autobeleuchtung

Sicherheit beim Fotografieren von fahrenden Autos und Zügen

Trotz aller Euphorie für Ihr Motiv sollten Sie immer Ihre Umgebung im Auge behalten. Sie sollten es insbesondere vermeiden, bewegenden Fahrzeugen zu nahe zu kommen. Ein gewisser Sicherheitsabstand sollte auch beim Fotografieren von Fahrzeugen gegeben sein. Bringen Sie sich oder andere niemals in Gefahr, nur um eine vielversprechende Aufnahme zu machen.

Fazit

Die Fahrzeugfotografie glänzt mit schier endlosen Möglichkeiten, um ein Fahrzeug stimmig in Szene zu setzen. Eine grosse Rolle spielt dabei unter anderem die richtige Vorbereitung und die Wahl einer geeigneten Location. Trotz aller Vorbereitungen sollte niemals die Wichtigkeit der Kreativität und der Experimentierfreudigkeit außer Acht gelassen werden. Der Einsatz einer geeigneten Technik rundet das Ergebnis Ihrer Arbeit dann letztlich ab und führt dazu, dass Sie das Fahrzeug Ihrer Wahl, den eigenen Vorstellungen entsprechend, abbilden können.

Eisvogel durch low poly Stil abstrahiert dargestellt

Low Poly Artwork

Mut zur Reduktion.
Einer der populärsten Trends 2016 in Grafik und Design ist der Low Poly Stil. Dabei werden Hintergründe und Bilder verfremdet dargestellt. Das wird durch viele kleinere oder grössere farbige Dreiecksflächen erreicht, die ein realistisches Bild imitieren. Deshalb liest man oft auch das Wort Triangulation.

Im nächsten Abschnitt widmen wir uns der historischen Herkunft und wollen anschliessend die Funktionsweise näher erläutern. Zum Schluss werden Anwendung zum eigenen Ausprobieren vorgestellt.

Woher kommt Low Poly?

Der Low Poly Stil entstand in Anlehnung an die Entwicklung von 3D-Computerspielen in den frühen 1990er Jahren. Da die früheren Rechenleistungen sehr begrenzt waren, konnten 3D-Formen nur stark vereinfacht dargestellt werden. Figuren und Objekte versuchte man mit möglichst wenigen Flächen („Polygone“) zu approximieren. Im Zuge des Minimalismus und dem Mut zur Reduktion erlebt der Low Poly Stil nun ein Revival. Künstler und Designer sind vor allem dadurch motiviert, dass sie sich auf das wesentliche beschränken müssen und trotzdem ansprechende Bilder aus farbigen geometrischen Flächen erschaffen können.

Meshing – Entstehung von Low Poly Artworks

Beim Low Poly Stil kommt das sogenannte Meshing zum Einsatz. Im Deutschen umschreibt der Begriff der Gittererzeugung dieses Verfahren am besten. In der Computergrafik werden vorhandene Flächen oder Körpervolumen durch eine Vielzahl einfacher geometrischer Elemente angenähert. Daraus entsteht ein Gitter, dass ein Objekt vereinfacht beschreibt. Bei zwei Dimensionen kommen am häufigsten Dreiecksflächen zum Einsatz. Wie bereits erwähnt, wird die Erzeugung eines Gitters aus Dreieckselementen auch als Triangulierung (oder Triangulation) bezeichnet.

Bergpanorama sehr abstrakt im Low Poly Stil

Anwendungen zum Ausprobieren

Es gibt unterschiedliche Programme und Anwendungen, mit denen der Low Poly Stil erzeugt beziehungsweise nachgeahmt werden kann. Einige davon möchten wir hier kurz vorstellen:

Adobe Illustrator – der Klassiker

Mit dem Grafik- und Zeichenprogramm Illustrator von Adobe lassen sich vor allem skalierbare Vektorgrafiken erzeugen. Es eignet sich aber auch hervorragend, um eigene Low Poly Bilder herzustellen. Auf Youtube lassen sich mehrere Tutorials finden, die Schritt für Schritt erklären, wie es funktioniert. Der Vorteil bei Illustrator ist die Flexibilität. Jeder kann für sich selbst entscheiden, wie klein die Dreiecke werden sollen und welche Farbe sie haben sollen. Je kleiner die Dreiecke sind, desto detailgetreuer wirkt das Bild im Endeffekt. Andersherum können grössere Polygone und andere Farben das Bild umso abstrakter werden lassen.

Allerdings erfordert es viel Geduld und Grundkenntnisse im Umgang mit dem Programm. Es kann schon mehrere Stunden dauern, bis das erwünschte Resultat erzielt wird.

Snapbuilder.com – die Online-Anwendung

Für alle die nicht so lange warten und ganze Bilder im Low Poly Stil verwandeln wollen, empfiehlt sich die folgende Webseite: snapbuilder.com Hier kann ein beliebiges Bild hochgeladen und durch drei unterschiedliche Algorithmen und Einstellregler angepasst werden. Das fertige Bild kann im Anschluss auch heruntergeladen werden. Mit Hilfe der Webseite lassen sich in kurzer Zeit und je nach Motiv recht ansehnliche Bilder generieren.

PicsArt – Low Poly Stil via Android App

Auch unterwegs lassen sich mit dem Android-Smartphone oder Tablet Polygon-Effekte erzielen. Dafür muss nur die kostenlose App PicsArt aus dem Google Play Store heruntergeladen werden. Die Anwendung ist ein klassischer Foto Editor mit vielen Möglichkeiten der Fotobearbeitung. Dazu gehört auch die Verwandlung von Bildern in ein Low Poly Artwork. In einem ausführlichen Tutorial auf der PicsArt Webseite zeigen sie, wie das geht.

PolyGen – Create Polygon Art – Low Poly Stil via iOS App

Wer mit seinem iPhone oder iPad polygone Kunstwerke erschaffen möchte, sollte einmal die App PolyGen ausprobieren. Diese Anwendung steht den Usern kostenfrei zur Verfügung. Sie ist sehr vielseitig, da Grösse und Farbe der Polygone, sowie Farbdynamiken und -verläufe angepasst werden können. Auch mit dieser App lassen sich auf relative einfache Art und Weise schnelle und ansehnliche Ergebnisse erzielen.

In 2016 setzt sich also der Trend mit polygonen Grafiken fort. Durch geometrische Formen können auf das Wesentliche reduzierte, ausdrucksstarke Bilder entstehen. Am besten man probiert es selbst einmal aus!