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Fotokurs mit Schweizer Alpen im Hintergrund © by Michael Bissig

Fotokurse in der Schweiz für Einsteiger

Kameras ermöglichen uns, unsere schönsten Erlebnisse und Eindrücke festzuhalten. Die Basis für gelungene Fotos bilden die richtigen Kameraeinstellungen und Lichtverhältnisse. Je nachdem, wen oder was Sie fotografieren, ändern sich die Anforderungen an Equipment und Einstellungen. Besonders für Einsteiger kann eine digitale Spiegelreflexkamera mit komplexer Technik ihre Hürden mit sich bringen. Aus diesem Grund bieten viele Fotografen, Fotostudios und Fotoschulen Einsteiger-Workshops an, in denen die Basics im Umgang mit der DSLR erklärt werden.

In einem Fotokurs erfahren Sie alles Wichtige über die verschiedenen Einstellungen Ihrer Kamera und wie Sie diese für bessere Fotos nutzen können. Ganz nach dem Motto: «learning by doing» sollte ein Einsteiger-Workshop neben Theorie auch einen Praxisteil beinhalten. Aber vor allem sollte der Kurs Freude und Spass an der Fotografie vermitteln. Lernen Sie, wie Sie die richtige Stimmung, tolle Kontraste und Landschaften auf Ihren Fotos einfangen. Mit entsprechender Übung werden Ihre Bilder nicht nur einzigartig, sondern drücken auch Ihre eigene Bildsprache aus. Im Folgenden stellen wir Ihnen eine Auswahl geeigneter Fotokurse für Anfänger in der Schweiz vor.

Mikebite – Fotokurse mit Michael Bissig

«Der Fotokurs soll nicht nur Kurs, sondern auch immer ein kleines Abenteuer oder zumindest ein bleibendes Erlebnis sein.» Michael Bissig

Der gebürtige Schweizer Fotograf Michael Bissig liebt die Natur und fotografiert hauptsächlich im Outdoor-Bereich. Seine langjährige Erfahrung ermöglicht es Ihm, sein Knowhow an die Teilnehmer seiner Fotokurse weiterzugeben. Vor allem Outdoor-Enthusiasten sollen von dem Angebot der Fotokurse angesprochen werden. Durchgeführt werden die Workshops an atemberaubenden Locations, bevorzugt in den Schweizer Alpen.

«Im Moment richten sich fast alle Kurse an Einsteiger und sind entsprechend aufgebaut. Auch die Spezial-Kurse, wie z.B. der Fotokurs Nachtfotografie, richten sich an Einsteiger. Es ist für mich bei allen Kursen das Wichtigste, dass das Gelernte auch verstanden wird.», erklärt Michael Bissig.

Die Kurse finden mit maximal vier bis sechs Personen statt. Dabei liegt das Augenmerk besonders auf der praxisnahen Umsetzung des Gelernten. Bei einer Vorstellungsrunde mit Kaffee und Kuchen lernen sich die Teilnehmer und der Fotograf erst einmal gegenseitig kennen. Zudem werden die Ziele und Erwartungen an den Kurs besprochen. Anschliessend wird mit der Theorie gestartet. Ein Thema wird immer Schritt für Schritt erarbeitet und dann in der Praxis umgesetzt.

«Immer wieder schauen wir uns die erstellten Fotos an und diskutieren in der Runde, was noch verbessert werden kann. Dabei schauen wir auch auf Bildkomposition und deren Regeln. Die meisten Kurse beenden wir mit einem Sonnenauf- oder untergang oder speziellen Foto-Locations für ein bleibendes Erlebnis.», beschreibt Michael Bissig den Ablauf eines typischen Workshops.

Link zur Website: mikebite.com

Fotokurse mit der Fotoschule Baur

«Lernen Sie sehen, lernen Sie fotografieren.» Dominik Baur

Im Jahr 2011 gründete Dominik Baur die Fotoschule Baur. Das Ziel der Fotoschule ist es, den Teilnehmern der Kurse auf einfache Art und Weise die Fotografie zu vermitteln und das Gelernte in der Praxis umzusetzen. Die Schwerpunkte der Fotokurse sind umfangreich – von Portraits über Landschaften bis hin zur Sportfotografie. Die Teilnahme an einem Grundkurs kann in Bern, Chur oder Zürich erfolgen. Er selbst ist vor und nach dem Fotokurs der Ansprechpartner und steht gerne bei Fragen rund um die Kamera zur Verfügung.

«Dank der langjährigen Erfahrung bieten wir in verschiedensten Gebieten der Fotografie vielseitige und lehrreiche Fotokurse und individuellen Support an. Die Kurse dauern ein bis zwei Tage, sodass man sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzen kann. Viel Praxis, gute Bildbeispiele und eine konstruktive Bildkritik führen zum Erfolg. Bewährte Übungen werden vom Profifotografen verständlich erklärt. Bei uns kann man das Fotobasiswissen erlernen oder die Kenntnisse punktuell mit einem thematischen Fotografie-Kurs vertiefen.», erklärt Dominik Baur zu den Kursen seiner Fotoschule.

Aber auch der Fotolehrgang über drei Monate, welcher immer an einem Abend in der Woche stattfindet, ist sehr beliebt. Die Fotokurse werden in kleinen Gruppen durchgeführt, um so auf jeden Einzelnen besser eingehen zu können. Dabei unterstützen die Fotografen die Teilnehmer tatkräftig mit konstruktivem Feedback und Fachwissen. Ziel ist es, den Fotografie-Blick von jedem Teilnehmer zu schärfen.

«Sie können sich in einem Fotografie-Kurs inspirieren lassen, lernen alles rund um die optimale Bildgestaltung, entwickeln eine eigene Bildsprache und ein Gefühl für gute Fotografie.», fasst Dominik Baur die Vorteile der Kurse zusammen.

Link zur Website: fotoschule-baur.ch

Foto eines Sees mit Bergen im Hintergrund

© by Fotoschule Baur

Fotokurse mit dem Fotostudio 60seconds

«Wir unterrichten Fotografie mit Leidenschaft.» Katja Saegesser

Katja Saegesser ist Inhaberin des Fotostudios 60seconds und bietet qualitativ hochwertige Fotoworkshops in Kleingruppen an. Durchgeführt werden die Fotokurse in Zug. Durch jahrelanger Erfahrung ist es dem Fotostudio möglich, für jeden Einzelnen die richtige Lehrmethode zu finden und anzuwenden. Die Fotografen gehen dabei auf die fotografischen Bedürfnisse sowie auf den Wissensstand jedes Teilnehmers ein. Vor allem profitiert jeder Einzelne vom praktischen und technischen Wissen der professionellen Fotografen. Ein Schwerpunkt der Kurse ist auf die Entwicklung einer eigenen Bildsprache gelegt und bietet die Unterstützung, die eigenen kreativen Ideen umzusetzen.

Fotokurs mit Schweizer Alpen im Hintergrund © by Michael Bissig

© by Fotostudio 60seconds

Besonders die zwei- bis dreitägigen Fotokurse ermöglichen Teilnehmern den theoretischen Teil zu verinnerlichen und in der Praxis umzusetzen. Ziel dieser Einsteigerkurse ist es, dass jeder nach dem Kurs selbstständig in der Lage ist, das erlernte Wissen anzuwenden. Zudem bilden diese Kurse einen soliden Grundstein für vertiefende und themenorientierte Fotokurse. Auf Anfrage von Firmen und Privatpersonen können individuelle Privatkurse zusammengestellt werden.

Link zur Website: 60seconds.ch

Fazit

Mit den richtigen Foto-Workshops kann jeder die Grundlagen der Fotografie erlernen und umsetzen. Natürlich sind die vorgestellten Fotokurse nur eine Auswahl und geben einen Einblick über den Ablauf und die möglichen Inhalte. Viele Anfängerkurse spezialisieren sich auf einen Fotografie-Bereich wie beispielsweise Portraits oder Landschaften. Auch für Fortgeschrittene kann ein Anfängerkurs in einem neuen Fotografie-Bereich sehr empfehlenswert sein. Denn jede Sparte der Fotografie bietet neue Herausforderungen, die schnell aus einem eigentlich Fortgeschrittenen wieder einen Einsteiger in einem neuen Gebiet machen.

Fussspuren im Sand – Strand von Koh Phi Phi

Fotografieren am Strand

Sommer, Sonne, Strand und Meer – Was kann man mehr wollen? Die schönen Erinnerungen an kilometerlange Spaziergänge am Strand, Sandburgenbauen oder die erste Surferfahrung bleiben auf jeden Fall unvergessen. Für spannende Aufnahmen vom Strand gibt es jedoch einiges zu beachten. Unterschiedliches Licht und vor allem die Tatsache, dass der Strand eine flache Landschaft ist, stellen so manchen Fotografen vor eine grössere Herausforderung. Wenn Sie die folgenden Tipps zur passenden Ausrüstung oder erforderlichen Kameraeinstellungen beachten, werden Sie beim Fotografieren garantiert erfolgreich sein.

Fotoausrüstung

Bei einem Strandausflug dürfen neben der Kamera, passende Filter, Objektive, Ersatzakkus und Speicherkarten in einer ordentlichen Kameratasche nicht fehlen. Zusätzlich dazu können Sie einen Blitz- oder Faltreflektor zum Aufhellen der Fotos einstecken. Bei den Objektiven sollte zwischen Weitwinkel, Teleobjektiv und Zoomobjektiv gewählt werden. Ihre Kamera sollte für Strandaufnahmen am besten auch gegen Spritzwasser und Sand geschützt sein, da es am Meer oft etwas windig sein kann.

Tipps für perfekte Strandbilder

Vor allem im Sommer sollte die Mittagssonne von 11 bis 15 Uhr vermieden werden, da das Licht zu dieser Zeit ungünstig ist. Durch das senkrecht auftreffende harte Licht der Sonne zur Mittagszeit entstehen bei der Portraitfotografie unschöne Schatten in den Gesichtern. Möchten Sie dennoch in diesem Zeitfenster am Strand fotografieren, können Sie den Schatten mittels Faltreflektor und dem Einsatz von Blitz entgegenwirken. Seitlichem Lichteinfall können Sie mit einer Sonnenblende vorbeugen. Ausserdem ist der Strand um diese Uhrzeiten vielerorts mit Menschen überfüllt, sodass neben Handtüchern, Sonnenliegen und Touristen viele Fussspuren den Strand zusätzlich optisch zerstören.

Nutzen Sie für unberührte Aufnahmen bei schmeichelnden Lichtverhältnissen und interessante Schatten idealerweise die goldene Stunde. Die Zeit direkt nach Sonnenaufgang und direkt vor Sonnenuntergang bringt weiches und warmes Licht, da die Blauanteile grösstenteils von der Atmosphäre herausgefiltert werden. Aber auch in der Blauen Stunde vor dem Sonnenaufgang und nach dem Sonnenuntergang können herrliche Aufnahmen gemacht werden. Wenn sich die Sonne hinter dem Horizont versteckt, entsteht ein stark leuchtendes Blau. Melancholie liegt in der Luft. Packen Sie für solche Momente ein Stativ ein und probieren Sie die Langzeitbelichtung aus. Da die richtige Belichtung in den meisten Fällen schwer zu ermitteln ist, sollten Sie mit Belichtungsreihen arbeiten. Spielen Sie beim Sonnenuntergang auch mit Silhouetten.

Fotografieren Sie nicht nur stupide Strand und Meer, sondern auch Menschen. Es wäre äusserst schade, wenn Sie mit zahlreichen Ferienbildern heimkehren, aber keines beweist, dass Sie jemals an diesem Strand persönlich vor Ort waren und das mitgebrachte Foto selbstgeschossen ist. Nutzen Sie dafür beispielsweise den Fern- oder Selbstauslöser.

Anstatt der Belichtungsautomatik sollte die manuelle Belichtung genutzt werden. Für manche Aufnahmen bietet sich auch eine bewusste leichte Überbelichtung an.
Anwendung der Drittelregel am Strand

Wenden Sie die Drittelregel an. Der Hintergrund sollte im oberen oder unteren Drittel des Fotos platziert werden. Der Horizont ist beim Fotografieren gerade zu halten. Zur Hilfe können Sie die Gitternetzlinien auf dem Display oder im Sucher nutzen. Nur wenn es die Bildaussage unterstützt, darf der Horizont mehr als 30 Grad von der Waagerechten abweichen. Ausserdem sollten Sie mit Schärfe und Unschärfe spielen, um interessante Motive zu gestalten. Hintergrund und Hauptmotiv sollten dabei nicht gleichzeitig scharf sein. Entschärfen Sie deshalb beispielsweise den Hintergrund.

Während des Strandbesuchs sollten Sie keine Objektive wechseln. Die Gefahr, dass der Sand Objektiv und Kamera beschädigt, ist gross. Stattdessen sollte ein Zoom-Objektiv verwendet werden. Achten Sie während des Fotografierens stets auf sauberes Equipment. Saubere Linse und Sensor sind Grundvoraussetzung für schöne Aufnahmen. Wasserspritzer sollten möglichst vermieden werden. Tagsüber bietet sich ein Polarisationsfilter an. Zum einen schafft dieser klarere Bilder und zum andern dient er als zusätzlicher Objektivschutz. Ein ND-Verlaufsfilter kann zum Abdunkeln und für mehr Kontrast genutzt werden.

Nach dem Fotografieren sollten Sie das Objektiv mit einer Gegenlichtblende oder einem Objektivdeckel schützen und die Kamera sicher in einem Kamerarucksack verstauen. Reinigen Sie nach jedem Strandbesuch Ihre Kamera mit einem weichen und fusselfreien Tuch sorgfältig.

Kameraeinstellungen für grelles Licht und Reflexionen

  • Automatik: Strand- oder Schneemodus
  • Manuelle Ausgangseinstellung: AV-Modus, automatischer ISO, Blende 8
  • Zubehör: Polarisationsfilter, Sonnenblende

Kameraeinstellungen bei Gegenlicht

  • Automatik kaum möglich, besser Belichtungsreihe
  • Manuelle Ausgangseinstellung: Blende 4 bis 8, Verschlusszeit 1/400 s, max. ISO 100,
  • Zubehör: Stativ, Gegenlichtblende

Kameraeinstellungen bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang

Platzieren Sie die Kamera möglichst niedrig. Ausserdem bietet sich ein vorgeschalteter Verlaufsfilter an. Dieser gleicht extreme horizontale Lichtunterschiede aus.

  • Automatik: Szenenautomatik Sonne oder ähnlich, Belichtungsreihe
  • Manuelle Ausgangseinstellung: ISO 100, 1/200 s, RAW-Format, Blende 8-11
  • Zubehör: Stativ, Fernauslöser, Verlaufsfilter

Sonnenuntergang am Strand in Thailand

Fotoideen

Wenn Sie nicht einfach nur Strand mit Wasser fotografieren möchten, probieren Sie es doch einmal mit etwas Action. Anstatt eine stehende oder sitzende Person im Vordergrund des Meeres, können Sie die Person beim ins Meer laufen oder springen fotografieren. Nutzen Sie dafür ein Weitwinkelobjektiv und eine sehr kurze Belichtungszeit. Wechseln Sie öfter die Perspektive, in dem Sie aus unterschiedlichen Positionen fotografieren. In diesem Fall bietet es sich an, aus der Liegeposition etwas schräg nach oben zu fotografieren. Aber auch Fotos mal von Höhe des Bauches oder knieend aufgenommen, erzeugen Spannung.

Einzigartige Strandbilder erhalten Sie auch, wenn Sie mehrere Ebenen schaffen. Fotografieren Sie beispielsweise Kinder beim Spielen im Sand. Die Sandburg im Vordergrund, das Kind im Mittelgrund und im Hintergrund scharf das Meer. Für eine solche Aufnahme ist eine kniende Fotoposition optimal.

Natürlich können und sollten Sie auch am Strand mit Details arbeiten. Dazu suchen Sie sich markante Sachen wie Treibgut, bunte Steine oder Möwen und arbeiten diese als Blickfang heraus. Sie können beispielsweise aus Muscheln auch Wege schaffen, die auf Bildern künstliche Linien suggerieren. Ausserdem können Fluchtlinien geschickt gesetzt werden. Dafür bietet sich zum Beispiel eine Brücke zu einer entfernten Insel an. Vergessen Sie nicht mittels bunten Bällen, Strandkörben oder Sonnenschirmen Farbakzente zu setzen.

Sie können aber auch sportliche Strandaktionen für die Ewigkeit festhalten. Egal ob Windsurfer, Menschen beim Drachen steigen lassen, Strandsegler, Motorbootfahrer, Stand Up Paddler, Powerkiter oder Wellenreiter – jede dieser Sportarten hat auf Fotos Ihren Reiz. Beachten Sie bei schnellen Bewegungen, wie etwa bei Surfern darauf, dass Sie eine Verschlusszeit von 1/500 s oder 1/1000 s wählen, um die Bewegung der Welle und des Surfers einzufrieren.

Auch der Einsatz einer Unterwasserkamera bietet sich bei der Strandfotografie an. Sie werden mit einzigartigen Unterwasseraufnahmen vom Schwimmen, Tauchen oder den versunkenen Meereswelten belohnt.

Fazit

Seien sie kreativ und nutzen Sie die Möglichkeiten, welche die Küste so bietet. Weisse Traumstrände, türkisblaues Wasser und Sonne haben grosses Potenzial für einzigartige Aufnahmen. Bevorzugt sollte die Zeit nach dem Sonnenaufgang oder vor dem Sonnenuntergang genutzt werden. Fotos von Stränden können im Sommer wie im Winter aufgenommen werden. Wenn Sie die oben aufgeführten Tipps bei Ihrem nächsten Strandausflug im Hinterkopf behalten, werden Sie mit vielen meisterhaften Strandfotos das Meer erholt und zufrieden wieder verlassen.

Berglandschaft mit Fluss im Vordergrund

Landschaftsfotografie – Berge richtig fotografieren

Die Berg- und Gebirgsfotografie wird als eine besonders faszinierende Art der Fotografie angesehen. Wandern und Fotografieren ergänzen sich perfekt. Ein Fotoausflug in die Berge kombiniert Anstrengung und Entspannung. Egal ob Himalaya, Alpen, Anden, Rocky Mountains oder Karpaten – jede Gebirgskette hält Ihre besonderen Impressionen bereit. Für den Ausflug in die Berge ist eine Kombination aus alpintauglicher Ausrüstung und körperlicher Fitness gefragt. Für die Anstrengung werden Sie anschliessend mit einem einmaligen Ausblick und eindrucksvollen Fotomotiven entschädigt.

Ausserdem können Sie bei der Bergfotografie Ihre volle Kreativität entfalten. Damit Sie das ideale Bild nicht verpassen, sollten Sie sich bereits gut mit den Werkzeugen eines Fotografen, wie Blende, Belichtungszeit und Iso-Empfindlichkeit, sowie deren Wirkungen und Zusammenhänge auskennen und diese zielgerichtet einsetzen können.

Vorbereitung und Kameraausstattung für den Ausflug ins Gebirge

Wenn Sie einen Fotoausflug in die Berge geplant haben, sollten Sie Ihre Ausrüstung auf das Minimum reduzieren. Sortieren Sie aus, was Sie nicht unbedingt benötigen. Anstatt auf eine Schultertasche, sollten Sie auf einen richtigen Kamerarucksack zurückgreifen, damit das Gewicht auf Ihren Schultern gleichmässig verteilt wird. Zur Wanderausstattung gehören neben Lebensmitteln und Getränken auch ein Stativ, Kamerazubehör (Akkus, Speicherkarten), verschiedene ausgewählte Objektive und natürlich die Kamera. Für Schlechtwettertage sollten Sie den Regenschutz nicht vergessen.

Achten Sie bei der Wahl Ihrer Kamera darauf, dass diese solide und wasserdicht ist und einen Staubschutz aufweist. Um Berge richtig in Szene zu setzen, bieten sich neben der digitalen Spiegelreflexkamera Kompaktkameras mit einem ordentlichen Zoombereich oder die sogenannten Bridgekameras (Superzoomkameras) an. Um Gewicht zu sparen, lassen Sie feste Brennweiten am besten zu Hause und beschränken sich auf möglichst wenige Objektive. Empfehlenswert sind das Weitwinkelobjektiv (10 bis 18mm) und das Standardzoomobjektiv (18 bis 105 mm).

Zusätzlich können Sie verschiedene Filter mitnehmen. Der Polarisationsfilter sorgt beispielsweise dafür, dass die Farben besser dargestellt werden und reduziert den Einfluss von Dunst, während der Grauverlaufsfilter den Helligkeitsunterschied zwischen Boden und Himmel reduziert. Im Hochgebirge bietet sich die Verwendung des UV-Filters an.

Vermeiden Sie bei Ihrer Tagesplanung die Mittagssonne. Gegebenenfalls bietet es sich an, die Wanderrichtung anzupassen. Bevor Sie die Wanderung antreten, sollten Sie Ihr Equipment auf Funktionsfähigkeit überprüfen. Die Akkus sollten geladen und sorgfältig überprüft werden. Neben Ersatzakkus dürfen auch zusätzliche Speicherkarten nicht fehlen.

Tipps für das perfekte Bergfoto

  • Weniger ist häufig mehr. Auch wenn die Natur in alle Richtungen überwältigend ist, sollten Sie anstatt alles zu fotografieren Ihre Aufmerksamkeit auf individuelle Punkte richten und sich bewusst einschränken. Versuchen Sie Emotionen einzufangen.
  • Wechseln Sie öfter die Position, aus der Sie fotografieren. Klettern Sie auf Felsen, legen Sie sich auf den Boden oder gehen Sie in die Hocke. Dabei aber natürlich unbedingt auf Ihre Sicherheit achten!
  • Machen Sie Bilder durch viele Schichten interessanter. Nutzen Sie Vorder-, Mittel- und Hintergrund.
  • Nutzen Sie vorzugsweise den manuellen Fokus. Machen Sie nicht nur Weitwinkelaufnahmen. Detailaufnahmen können ebenfalls verzaubern.
  • Fotografieren Sie zur Abwechslung mal mit Stativ. Erzeugen Sie Belichtungsreihen aus denen Sie später HDR-Bilder erstellen können.

Mit Schnee bedeckte Berglandschaft

Licht, Lichtverhältnisse, Belichtung

Arbeiten Sie mit den drei bekannten Lichtreglern Blende, Belichtungszeit und ISO-Einstellung.

Die Blende reguliert die einfallende Lichtmenge. Je grösser die Blendenzahl ist, desto kleiner ist die Öffnung und desto weniger Licht fällt ein. Dadurch wird die Tiefenschärfe beeinflusst. Durch eine kleine Blendenweite werden einige Motivteile verschärft dargestellt, während andere Motive in Hinter- oder Vordergrund verschwimmen.

Die Belichtungszeit hingegen gibt an, wie lange Licht auf den Bildsensor fällt. Eine lange Belichtungszeit birgt die Gefahr der Verwacklung durch die Kamera oder Motivbewegung. Wenn Sie eine Bewegung einfrieren möchten, sollten Sie kurze Verschlusszeiten nutzen.

Der ISO-Wert gibt die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors wieder. Bei schlechten Lichtverhältnissen können Sie den ISO erhöhen, um eine lange Belichtungszeit zu vermeiden. Dennoch sollten Sie mit dem ISO-Wert vorsichtig umgehen, da ein zu hoher ISO-Wert zu Bildrauschen führen kann.

Beachten Sie beim Fotografieren in den Bergen die «Riesensoftbox» in Form des Himmels. Um keine ausgefressenen Lichter zu bekommen, sollten Sie immer auf die Lichter belichten. Bei digitalen Kameras und Schnee sollten Sie nicht auf die Tiefen belichten. Nutzen Sie an grauen Tagen eine Graukarte für den Weissabgleich. Überdies sollten Sie Gegenlicht vermeiden. Es ist besser die Sonne im Rücken zu haben. Sie können aber auch eine Gegenlichtblende benutzen. Überbelichtung können Sie zusätzlich eliminieren, in dem Sie den Schnee- oder Strandmodus nutzen Ihrer Kamera nutzen.

Die Drittel Regel

Der Goldene Schnitt sorgt für ein bestimmtes Teilungsverhältnis einer Strecke oder Fläche, die in der Betrachtung als angenehm und natürlich wahrgenommen wird. Die Drittel Regel sorgt für eine harmonische Bildaufteilung mit Spannung und Bewegung. Dazu wird das Bild horizontal und vertikal in gleichgrosse Drittel geteilt.

Gewichten Sie den Erdteil stärker. Setzen Sie den Horizont beispielsweise auf die obere horizontale Drittellinie. Ausserdem sollte der Himmel nicht mehr als ein Drittel des Bildes einnehmen. Wichtige Bildelemente werden aus der Mitte gerückt und an den Linienschnittpunkten platziert. Experimentieren Sie mit der Anordnung des Hauptmotivs. Akteure sollten Sie beispielsweise nicht in der Bildmitte platzieren. Achten Sie zusätzlich darauf, dass diese sich möglichst ins Bild hineinbewegen und ins Bild schauen.

Aufgestelltes Kreuz auf einer Bergspitze

Führende Linien Nutzen

Suchen Sie nach diagonalen Linien. Es ist ein einfach anzuwendender Trick, der eine starke Wirkung erzielt. Durch die Nutzung markanter Linien verleihen Sie dem Foto eine gewisse Dynamik. Da bevorzugt von links nach rechts gelesen wird, bietet es sich an, führende Linien von der linken oberen oder unteren Bildecke beginnen zu lassen. Die Linien beeinflussen den Blick des Betrachters und wo dieser mit seinem Blick endet. Als solche Linien eignen sich zum Beispiel Zäune oder Wanderwege.

Probleme und deren Behebung

Wenn Sie kleinere Fehler, wie z.B. Über- oder Unterbelichtung, auch noch im Nachhinein kompensieren möchten, sollten Sie Ihre Fotos im RAW-Format aufnehmen. Im Gegensatz zu JPEG-Format-Aufnahmen bietet RAW viel Nachbearbeitungspotenzial. Dynamik, Kontrast und Farben können Sie aus RAW-Dateien im Nachhinein herausholen. Beachten Sie, dass RAW-Dateien grösser sind und Sie mehr Speicherplatz benötigen.

Die Bergtour ist schon geplant, aber schlechtes Wetter naht? Lassen Sie sich davon nicht die Laune verderben. Schlechtes Wetter bringt interessante auftürmende Wolkenformationen rund um Bergmassive mit sich.

Wenn die Farben durch schlechte Lichtverhältnisse nur flau herüberkommen, können Sie die Bilder retten, indem Sie aus farbigen Bildern schwarz-weiss Aufnahmen machen. Dazu erhöhen Sie den Kontrast, reduzieren die Belichtung und heben die Weisstöne an.

Fazit

Die Hochgebirge dieser Welt haben zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten unglaubliche Fotokulissen zu bieten. Nutzen Sie für besondere Aufnahmen die Goldene Stunde. Die Zeit vor Sonnenuntergang und nach dem Sonnenaufgang hält wunderschöne Lichtspiele bereit. Sobald Sie längere Belichtungszeiten wählen, sollten Sie das Stativ nutzen.

Unterschiedliches Wetter sorgt für unterschiedliche Fotostimmung. Schlechtwetter bringt durch bedrohliche Wolken und markante Gipfel eine gewisse Dramatik mit sich, während warmes Nachmittagslicht harmonische Bergpanoramen hervorzaubert. Geheimnisvolle Motive erhalten Sie an bewölkten Tagen. Nebel verstärkt das Mystische zusätzlich.

Das Wichtigste ist, dass Sie Ihre Kamera und die einzelnen Werkzeuge in und auswendig beherrschen. Dies bezieht sich allerdings nicht nur auf die Bergfotografie. Nur so können stimmungsvolle Momente von kurzer Dauer ideal eingefangen werden. Belichtung, Fokussierung und Bildaufbau sind drei Faktoren, die Aufnahmen entscheidend beeinflussen. Ihrer Kreativität sind bei der Fotografie von Bergen keine Grenzen gesetzt. Spielen Sie mit den verschiedenen Parametern und Perspektiven, aber denken Sie an Ihre eigene Sicherheit. Kein Foto ist es Wert, ein Risiko einzugehen.

 

Eine Hochzeit fotografieren: Brautpaar Aufnahme

Tipps und Tricks für eine gelungene Hochzeitsreportage

Eine Hochzeit fotografisch zu begleiten, ist eine ganz besondere Aufgabe. Sie sollte gut vorbereitet und geplant werden. Mit einer Hochzeitsreportage steht Ihnen immerhin die wichtige Aufgabe bevor, das gesamte Fest mit all seinen emotionalen Höhenpunkten für immer festzuhalten. Fotos von Freunden, Verwandten und dem Brautpaar selbst geben so die Möglichkeit den wohl schönsten Tag im Leben immer wieder Revue passieren zu lassen.

Wir zeigen Ihnen, auf was Sie bei der Vorbereitung einer Hochzeitreportage achten sollten und wie es Ihnen als Fotograf gelingt, eine Hochzeit aufregend, emotional und lebendig festzuhalten.

3 Tipps zur Vorbereitung einer Hochzeitreportage

Als stiller Beobachter der Hochzeit dokumentieren Sie an diesem Tag alle Geschehnisse. Neben den klassischen Gruppenfotos werden Sie das Brautpaar auch bei den Vorbereitungen begleiten. Ebenso werden Sie winzige Details und besondere Momente einfangen, ohne dabei den Ablauf der Hochzeit zu stören. Eine gute Vorbereitung ist da das Wichtigste.

Tipp 1: Besprechen Sie den Foto-Stil im Vorfeld mit dem Brautpaar

Geschmäcker sind verschieden, genauso wie der Stil eines Fotografen. Klären Sie daher im Vorfeld unbedingt den Stil der Aufnahmen. Lassen Sie sich vom Brautpaar Aufnahmen und Inspirationen zeigen, die beiden gefallen. Das wird Ihnen später dabei helfen den gewünschten Stil besser umzusetzen.

Tipp 2: Besprechen Sie den genauen Ablauf der Hochzeit

In der Regel begleitet ein Fotograf bei einer Hochzeitsreportage das gesamte Fest. Besprechen Sie daher im Vorfeld wann und wo jeder Programmpunkt stattfinden wird. Ebenso wichtig ist es zu erfahren, wer alles beim jeweiligen Programmpunkt anwesend ist. Das wird Ihnen in der Vorbereitung helfen, um zu wissen, wann Sie welches Objektiv einsetzen müssen. Ebenso können Sie bereits im Vorfeld die geplanten Locations besichtigen und sich auf die Umgebung einstellen.

Tipp 3: Prüfen Sie Ihr Equipment

Nichts ist ärgerlicher als ein leerer Akku oder ein defektes Objektiv. Prüfen Sie daher vor dem Fest unbedingt Ihre Technik auf Funktionalität. Ebenso ist es ratsam mehrere Ersatz-Akkus und Speicherkarten dabei zu haben.

Details einer Hochzeit fotografieren

So gelingt die Hochzeitsreportage

Um eine Hochzeit mit gelungenen Aufnahmen festzuhalten, sind reine Porträtaufnahmen vom Brautpaar nicht ausreichend. Immerhin möchten Sie mit den Bildern eine Geschichte erzählen und die Emotionen des Tages einfangen.

Tipps für die richtige Ausrüstung

Neben der Kamera selbst, welche die Basis für gelungene Aufnahmen ist, benötigen Sie für das Shooten einer Hochzeitsreportage natürlich noch eine Reihe an Zubehör. Achten Sie bei der Wahl des Kameratyps darauf, dass das Gehäuse möglichst leicht ist. Immerhin werden Sie den ganzen Tag die Kamera in der Hand halten. Neben dem Gehäuse spielt natürlich auch das passende Objektiv eine wichtige Rolle. Insbesondere für eine Hochzeit sollte das Objektiv vor allem lichtstark und möglichst leicht sein. Ebenso von Vorteil ist ein integrierter Bildstabilisator. Denn es wird Ihnen in den meisten Situationen nicht möglich sein, schnell ein Stativ aufzubauen. Ob Sie sich für ein Zoom-Objektiv oder eine entscheiden, hängt von Ihrem persönlichem Aufnahme-Stil ab. Mit einem Zoomobjektiv sind Sie flexibler als mit einer Festbrennweite und können schneller auf wechselnde Situationen reagieren. Allerdings sind Festbrennweiten lichtstärker und kreieren eine attraktivere Tiefenunschärfe. Daher hier ein Tipp: Halten Sie stets zwei Kameras mit unterschiedlichen Objektiven bereit. Eine Kamera mit einer Festbrennweite, beispielsweise mit einem 50mm Objektiv für Portraitaufnahmen und die andere Kamera mit einem Zoom-Objektiv, um grössere Entfernungen zu überbrücken. Das ist beispielsweise während der Trauung sehr hilfreich. Hier kann man als Fotograf nicht ständig um das Brautpaar herumlaufen, sondern sollte möglichst von weitem die Zeremonie einfangen, um niemanden zu stören. Zusätzlich ersparen Sie sich das ständige Wechseln der Objektive und können somit recht zeitnah spontane Situationen auf der Hochzeit einfangen. Arbeiten Sie mit zwei Kameras, sind ebenso Gurt- bzw. Haltesysteme empfehlenswert. So können Sie die Kameras immer griffbereit am Körper tragen.

Die richtige Motivwahl

Je nach Ablauf der Hochzeit gibt es eine Vielzahl an möglichen Motiven. Von den Vorbereitungen über die Zeremonie bis hin zur Feier haben Sie als Fotograf die Möglichkeit, die gesamten Emotionen des Tages mit Nah-, Panorama, Detail- und Porträtaufnahmen einzufangen.

Die Vorbereitungen einer Hochzeit fotografieren

Die Aufregung des Brautpaares fotografisch festhalten

Begleiten Sie das Hochzeitspaar bei den Vorbereitungen am Morgen, um mit Detail- und Portraitaufnahmen die Aufregung der Braut und des Bräutigams einzufangen. Eine Nahaufnahme auf den Frisiertisch, auf dem schon der Schleier bereit liegt und ein Glas Champagner, wird die Braut immer daran erinnern, wie aufgeregt sie in diesem Moment war. Oftmals befinden sich auch die Brautjungfern im Raum. Nicht selten wird hier schon die ein oder andere Freudenträne fliessen, die sich fotografisch mit Porträtaufnahmen und viel Tiefenschärfe einfangen lässt. Ebenso schön ist eine Detailaufnahme der Brautschuhe und eine Totale auf das noch hängende Brautkleid. Auch wenn der Bräutigam meist weniger Zeit für das Styling benötigt, lassen sich auch bei Ihm schöne Motive für die Hochzeitsreportage finden. Ein symbolhaftes Motiv ist beispielsweise eine Nahaufnahme davon, wie der Bräutigam seine Manschettenknöpfe anlegt oder sich die Schuhe schnürt. Scheuen Sie sich bei Detail- und Portraitaufnahmen nie davor, auch mal einen aussergewöhnlichen Blickwinkel zu wählen. Gehen Sie in die Knie oder steigen Sie auf eine Leiter um mit verschiedenen Blickwinkeln und Bildausschnitten zu spielen.

Die Freude während der Zeremonie einfangen

Während der eigentlichen Zeremonie werden Sie vor der Herausforderung stehen, sowohl die Emotionen des Brautpaares als auch der Gäste einzufangen. Von der glücklich strahlenden Braut bis hin zur Grosstante, die mit den Tränen kämpft, wird es ein breites Spektrum an Gefühlsausbrüchen geben. Hier ist es ratsam, sich von «aussen nach innen» zu arbeiten. Konzentrieren Sie sich noch vor der eigentlichen Zeremonie auf die bereits sitzenden Gäste. Hat die Trauung begonnen, sollte das Brautpaar im Mittelpunkt Ihrer Motivwahl stehen. Um all die Emotionen am besten einzufangen, bieten sich während der Trauung Porträtaufnahmen vom Brautpaar und den engsten Angehörigen an. Findet die Trauung oder die Zeremonie unter freiem Himmel statt, sind auch Aufnahmen aus grösserer Entfernung, die die ganze Location erfassen, eine schöne Motivwahl.

Das Brautpaar während der Trauung fotografieren

Der Klassiker: Das Brautpaar-Shooting

Ist die Trauung geschafft, steht meistens ein klassisches Brautpaar-Shooting auf dem Plan. Im Idealfall haben Sie die Location und den Stil für dieses Shooting schon im Vorfeld besprochen. Auch im Hinblick auf die Zeit und den Tagesablauf wird Ihnen eine gute Vorbereitung auf dieses Shooting helfen, grossartige Aufnahmen zu schiessen. Mit meist etwa einer Stunde ist die Zeit für das Brautpaar-Shooting oft recht knapp bemessen. Arbeiten Sie sich auch hier Schritt für Schritt vor. Beginnen Sie mit Ganzkörperaufnahmen, danach Porträtaufnahmen und zum Schluss kommen die Detailaufnahmen von den Ringen und dem Brautstrauss.

Die Hochzeitsfeier fotografisch begleiten

Bevor die eigentliche Hochzeitsfeier nach der Trauung und dem Empfang beginnt, sollten Sie die Location mit all seinen Details festhalten. Damit die liebevolle Dekoration noch nicht durch Jacken, Handtaschen oder Sonnenbrillen «zerstört» wird, sollten Sie das Brautpaar bitten, für ein paar Minuten allein im Festsaal sein zu dürfen. Konzentrieren Sie sich neben den Aufnahmen des gesamten Saales auch auf Detailaufnahmen von Blumenarrangements, Namensschildern und weiteren liebevollen Dekorationselementen. Am besten eigenen sich dafür Festbrennweiten (50mm, 35mm), die eine attraktive Tiefenunschärfe erzeugen. Auch hier sollten Sie wieder mit verschiedenen Blickwinkeln und Bildausschnitten spielen.

Details der Hochzeitsdekoration einfangen

Ist die Location fotografiert, strömen die ersten Gäste in den Saal. Nun haben Sie den ganzen Abend Zeit, die Gäste in ausgelassener Stimmung zu fotografieren. An dem Punkt können Sie selbst einmal durchatmen und sich auf die Suche nach schönen Motiven begeben. Diese lassen sich auf der Feier zahlreich finden. Spielende und lachende Kinder, tanzende Gäste, Verwandte, die sich umarmen oder Gäste, die gerade eine Rede halten. Aber auch das Anschneiden der Hochzeitstorte ist ein grossartiges Ereignis, an das sich das Brautpaar gerne zurückerinnern wird. Behalten Sie bei der ganzen ausgelassenen Stimmung aber auch immer das Programm im Blick. Oftmals haben die Trauzeugen dies für die Feier organisiert. Informieren Sie sich daher vorher bei ihnen, um genau zu wissen, wann beispielsweise ein Feuerwerk oder Hochzeitsspiele geplant sind. Dies ist insofern wichtig, damit sie Ihre Kamera frühzeitig auf die jeweilige Situation einstellen können und nicht erst die passende Einstellung gefunden haben, wenn der Programmpunkt schon vorbei ist.

Fazit

Eine Hochzeitreportage zu fotografieren bedarf einer gründlichen Vorbereitung. Wer sich als Fotograf schon im Vorfeld über die Wünsche des Brautpaares und den Ablauf informiert, erspart sich vor Ort viel Arbeit und wertvolle Zeit. Denn so können Sie sich schon im Vorfeld über mögliche Motive Gedanken machen und das passende Equipment zusammenstellen. Von den Vorbereitungen über die Zeremonie bis hin zur Feier haben Sie als Fotograf die Möglichkeit, die gesamten Emotionen des Tages mit Nah-, Panorama, Detail- und Porträtaufnahmen einzufangen. Die gelungene Hochzeitsreportage hält den schönsten Tag des Brautpaares detailreich fest, um immer wieder in den besonderen Erinnerungen schwelgen zu können.

Collage aus Hintergrund und Textur

Kreative Hintergründe fotografieren

In der Nachbearbeitung werden für Composings und andere Effekte oft Hintergründe und Texturen benötigt. Im Internet finden sich zahlreiche solcher Hintergründe und Texturen. Die Verwendung gestaltet sich urheberrechtlich jedoch schwierig. Um all diesen Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, können Sie Hintergründe und Texturen ganz einfach selbst fotografieren. Wir zeigen Ihnen, wie es geht.

Mit Unschärfe einen kreativen Hintergrund erstellen

Einen kreativen Hintergrund erstellen ist sehr einfach. Baumkronen, durch die das Licht der Sonne scheint oder Gewässer, die durch die darauf fallenden Sonnenstrahlen glitzern.

Unscharf fotografierte Baumkrone und Gewässer

Stellen Sie hierfür Ihr Objektiv auf manuelle Fokussierung, indem Sie den kleinen Schalter am Objektiv von «AF» auf «MF» verrücken. Bezüglich der Kameraeinstellungen, sollten Sie die Blende so weit wie möglich öffnen. Dadurch verringert sich die Schärfentiefe ihrer Aufnahme. Die Verwendung einer Festbrennweite wäre hierbei optimal, da sich die Blende weiter öffnen lässt als bei einem Zoom-Objektiv. Durch die weit geöffnete Blende gelangt viel Licht auf den Sensor. Gleichen Sie die enorme Helligkeit durch die Verkürzung der Belichtungszeit aus.

Wird eine Festbrennweite verwendet, müssen Sie Ihre Kamera nur auf das erwählte Objekt ausrichten und den Fokusring auf unscharf stellen. Durch das unscharf gestellte Objektiv werden die Lichtstrahlen zu weissen Kreisen. Die Grundfarbe des Bildes gibt die Farbe des Objektes vor. So entstehen bei Baumkronen meist grüne Hintergründe. Für eine grössere Farbvielfalt eignen sich der Frühling, wenn die Bäume blühen und der frühe Herbst, wenn sich die Bäume in rot, gelb und orange einfärben.

Die Farbe eines solchen abstrakten Hintergrundes lässt sich allerdings auch ganz einfach mit Photoshop ändern. Nutzen Sie hierfür den Farbton/Sättigungs-Regler und schieben Sie diesen nach link oder rechts, bis der Hintergrund den gewünschten Farbton annimmt.

Mit Photoshop farblich veränderte Hintergründe und Farbton/Sättigungs-Regler

Bei der Verwendung von einem Zoom-Objektiv reicht es nicht zwangsläufig aus, das Objektiv bei manueller Fokussierung unscharf zu stellen. Vor allem bei kleinen Brennweiten ist der Unscharf-Effekt nicht stark genug. Hier kann es helfen näher an das Objekt heran zu zoomen. Ab einer Brennweite von 50mm sollte es kein Problem sein, den gewünschten Unschärfe-Effekt zu erzeugen. Bei Zoom-Objektiven ist des Weiteren zu beachten, dass diese eine geringere Lichtstärke aufweisen. Durch zunehmendes Zoomen wird der Weg von der Linse bis zum Sensor länger und die Aufnahme dunkler. Um das Foto dennoch ausreichend zu belichten, sollte dieses mit der Belichtungszeit ausgeglichen werden. Auf eine Erhöhung des ISO-Wertes sollte verzichtet werden, um die Bildqualität nicht durch eventuelles Bildrauschen zu mindern.

Den Unschärfe-Effekte bei der Aufnahme von Objekten nutzen

Der eben beschriebene Effekt des unscharfen Hintergrundes kann ebenfalls direkt bei der Aufnahme von Objekten in der Natur genutzt werden. Hier ist die Benutzung einer Festbrennweite ebenfalls ein Vorteil.

Scharf dargestellte Pflanze vor unscharfem Hintergrund

Anders als beim Fotografieren eines kreativen Hintergrundes, kann hier der Autofokus verwendet werden. Am besten eigenen sich dazu Blumen und Pflanzen, die bis zu einer gewissen Höhe zum Boden wachsen, sodass Sie sich unter ihr positionieren können. Richten Sie die Kamera von unten so auf das Motiv, dass im Hintergrund die Baumkronen zu sehen sind. Die Blende muss auch hier weit geöffnet werden, um eine geringe Schärfentiefe zu erreichen. Richten Sie den Fokus anschliessen auf Ihr gewähltes Motiv.

Als Ergebnis erhalten Sie im Vordergrund eine scharf dargestellte Pflanze, vor einem spannenden, kreativen Hintergrund, der durch Unschärfe erzeugt wurde.

Texturen fotografieren

Ebenso hilfreich wie Hintergründe sind in der Nachbearbeitung verschiedene Texturen. Die Vorlagen hierfür finden sich ebenfalls überall in Ihrer Umgebung. So können dies die Steine oder das auf dem Boden gewachsene Gras sein. Ebenfalls eignen sich die verschiedensten Hauswände, egal ob Ziegel, Holz oder Stein.

Je nach dem in welches Foto Sie eine Textur einarbeiten möchten, sollten Sie darauf achten, ob die Aufnahme sehr weich und ohne Schatten aufgenommen wurde oder eher schattenreich. Befinden sich in den Aufnahmen starke Schatten, sollten diese sich auch in der Textur, die in die Aufnahme eingearbeitet werden soll, wiederspiegeln. Texturen mit Schatten können Sie am besten in der Mittagssonne aufnehmen. Durch die hoch stehende Sonne fällt das Licht hart auf die Texturen und bildet dabei starke Schatten.

Collage dreier fotografierter Texturen

Sollen keine Schatten in den Texturen zu sehen sein, sollte darauf geachtet werden, dass die Sonne nicht direkt auf das zu fotografierende Objekt strahlt. Diese Situationen finden sich am besten am Vor- oder Nachmittag.

Für eine schöne Wellentextur eigenen sich Flüsse und andere Gewässer, in denen eine Wellenbewegung zu sehen ist. Stellen Sie hierzu den Weissabgleich hoch auf 9000 bis 10000 Kelvin. Dadurch wird das Bild kühler und Sie erhalten strahlend blaue Wellen. Ihre Textur könnte somit auch der fotografierte Ozean sein.

Fazit

Möchten Sie nicht nur in der Fotografie, sondern auch in der Nachbearbeitung kreativ werden, ist es schwer auf verschiedene Hintergründe und Texturen zu verzichten. Portraitaufnahmen die vor einem weissen Hintergrund aufgenommen wurden, können durch den Austausch des Hintergrundes spannender gestaltet werden. Bei der Gestaltung von Webseiten und Präsentationen werden ebenfalls oft Hintergründe und Texturen benötigt.

Canon 50 mm Festbrennweite auf einer Jeansjacke

Die Festbrennweite als Must-have für jede Kameraausrüstung!

In den meisten Fällen wird eine digitale Spiegelreflexkamera in Verbindung mit einem Objektiv gekauft, dem sogenannten Kid-Objektiv. Dabei handelt es sich meist um ein Zoom-Objektiv mit einem Brennweitenbereich zwischen 18 und 55mm. Nun ist ein solches Zoom-Objektiv beim Kauf nicht nur bereits dabei, sondern ist durch die flexible Wahl verschiedener Brennweiten zudem sehr praktisch. Eine Festbrennweite hingegen bietet diese Flexibilität nicht und dennoch gibt es viele Gründe, warum sie ein absolutes Muss für passionierte Hobbyfotografen ist.

Grund 1: Festbrennweiten bieten eine gute Abbildungsqualität

Wie der Name bereits verrät, ist ein Objektiv mit Festbrennweite durch seine Bauart auf eine bestimmte Brennweite festgelegt. Durch diese Festlegung ist es möglich, dass Objektiv genau auf diese Brennweite zu optimieren. Das Objektiv liefert Ihnen dadurch nicht nur mehr Schärfe, sondern auch eine höhere Bildqualität.

Grund 2: Festbrennweiten sind sehr lichtstark

Neben der besseren Abbildungsqualität ist die hohe Lichtstärke des Objektives ein weiteres Kaufargument. Bei einer Festbrennweite lässt sich die Blende viel weiter öffnen als bei einem Zoom-Objektiv. Je nach Objektiv sind Blendenwerte von f/2 bis hin zu einem Blendenwert von f/1,2 möglich. Durch diese enorme Lichtstärke gelangt mehr Licht auf den Sensor. Somit ist es für eine Festbrennweite kein Problem, in geschlossenen Räumen oder in der Dämmerung zu fotografieren.

Die Blende weiter öffnen zu können, bietet einen zusätzlichen Vorteil gegenüber einem Zoomobjektiv: Unter den gleichen Lichtbedingungen kann die Belichtungszeit bei der Festbrennweite verkürzt werden. Somit können Bewegungen leichter eingefroren werden.

Grund 3: Festbrennweiten sind auch für den kleinen Geldbeutel zu haben

Durch die festgelegte Brennweite sind Festbrennweiten in ihrer Bauart einfacher gehalten. Dadurch können diese in den meisten Fällen einfacher und auch günstiger entwickelt und produziert werden als ein Zoom-Objektiv. Eine gute Festbrennweite können Sie bereits ab 130 CHF erwerben.

Aber auch hier ist zu erwähnen, dass nicht alle Festbrennweiten-Objektive günstig sind. Wie bei allen Objektivarten gibt es sowohl qualitativ als auch preislich eine grosse Spanne. So sind viele der Festbrennweiten mit verschiedenen Lichtstärken erhältlich, die lichtstärkeren sind in der Regel teurer.

Blume aufgenommen mit einer 50mm Festbrennweite – zu erkennen ist die hohe Hintergrundunschärfe

In dem obigen Bild ist eine gelbe Gerbera zu sehen, die mit einem 50mm Festbrennweitenobjektiv aufgenommen wurde. Der Kontrast zwischen der sehr scharf abgebildeten Blume und dem unscharfen Hintergrund ist deutlich zu erkennen.

Grund 4: Festbrennweiten sind oft klein, leicht und handlich

Ein Nachteil einer grossen Auswahl an Kameraequipment ist, dass es in der Tasche nicht nur viel Platz wegnimmt, sondern auch einiges an Gewicht mit sich bringt. Aufgrund ihrer vereinfachten Bauform sind Festbrennweiten oft nicht sehr gross und wiegen auch nur einen Bruchteil eines Zoomobjektives. Dies trifft vor allem bei kleineren Festbrennweiten, wie 24mm, 35mm und 50mm zu. Mit diesen Festbrennweiten sparen Sie sich Platz und Gewicht, dass sich auch an der Kamera selbst bemerkbar macht.

Grund 5: Festbrennweiten schulen den fotografischen Blick

Die Inflexibilität einer Festbrennweite ist einerseits ihr grosser Nachteil und zu gleich ein Vorteil. Durch den festgelegten Bildausschnitt ist man gezwungen, sich zum Motiv hin oder weg zu bewegen, um es wie gewünscht ins Visier zu nehmen. Dadurch denken Sie bereits im Vorfeld mehr über das Motiv nach. Dabei kommen einem meist viele verschiedene Wege in den Sinn, das Motiv festzuhalten. Sie entdecken neue, aussergewöhnliche Perspektiven und achten mehr auf die Bildgestaltung. Daraus resultieren deutlich weniger aber dafür gutüberlegte, kreative und bessere Fotos, als beim Fotografieren mit einem Zoom-Objektiv.

Grund 6: Festbrennweiten und ihre Hintergrundunschärfe

Die Regel «je grösser die Blendenöffnung, desto geringer die Schärfentiefe» trifft bei jedem Objektiv und nicht nur bei der Festbrennweite zu. Dennoch ist der Effekt eines unscharfen Hintergrundes, der sogenannte Bokeh-Effekt, bei Festbrennweiten viel stärker. Grund dafür ist der kleine Blendenwert.

Dieser Effekt eignet sich hervorragend, um ein gewünschtes Objekt im Vordergrund vor dem Hintergrund freizustellen und findet vor allem in der Portraitfotografie Anwendung. Aber auch zum Fotografieren von kleinen Details in der Natur lässt sich der Effekt des unscharfen Hintergrundes anwenden.

Portrait aufgenommen mit einer Festbrennweite

Das Portrait wurde ebenfalls mit einem 50mm Festbrennweitenobjektiv aufgenommen. Auch hier ist die Hintergrundunschärfe deutlich zu erkennen.

Verschiedene Festbrennweiten für unterschiedlich Zwecke

Für unterschiedliche Bildausschnitte werden bei der Verwendung von Festbrennweiten verschiedene Objektive benötigt. So gibt es Festbrennweiten mit 10, 24, 35, 50, bis hin zu grossen Brennweiten von 85, 100, 135 und 210mm. Je kleiner die Brennweite, desto grösser ist der Bildausschnitt.

Kleine Festbrennweiten, wie 10mm oder 24mm, eignen sich für den Weitwinkelbereich und lassen es zu, Landschaften und Architektur zu fotografieren. 35mm und 50mm sind hervorragende Objektive, wenn es um Portraits von Menschen oder Tieren geht. Grössere Brennweiten von 85mm, 100mm und mehr lassen es zu, ein Objekt auch aus grösserer Entfernung ins Visier zu nehmen. Zudem lassen sie sich gut im Bereich der Makrofotografie anwenden.

Bei der Anschaffung eines Festbrennweiten-Objektivs sollten Sie nicht vergessen, dass der Bildausschnitt den das Objektiv liefert von der Grösse des Sensors abhängig ist. Somit steht einem der volle Bildausschnitt nur bei einer Vollformatkamera zu Verfügung. Wird eine digitale Spiegelreflexkamera mit einem APS-C Sensor verwendet, sollten Sie den Cropfaktor berücksichtigen. Grob gesagt kommt eine 24mm Festbrennweite auf einer Kamera mit APS-C Sensor einem 35mm Objektiv auf einer Vollformatkamera gleich.

Fazit

Abgesehen von der fehlenden Flexibilität bietet eine Festbrennweite eine beachtliche Anzahl an Vorteilen. Dabei sind vor allem die gute Abbildungsqualität und die hohe Lichtstärke die ausschlaggebenden Kaufargumente.

24mm oder 50mm Festbrennweitenobjektive gibt es zudem bereits für einen kleinen Preis, der einen nicht daran hindert, sich selbst an einer Festbrennweite zu versuchen. Zudem regt ein Festbrennweitenobjektiv einen dazu an mehr über die Motive nachzudenken und neue Bildkwinkel zu finden. All diese Gründe kombiniert, machen eine Festbrennweite zu einem absoluten Must-have in der Fototasche.

Abbildung von Möwen – nur die vorderste ist fokussiert und scharf gestellt

Der richtige Umgang mit AF-Feldern

Zur Erleichterung der Fokussierung bietet jede Kamera mehrere AF-Felder an. Die Abkürzung AF bedeutet Autofokus. Je nach Marke und Modell der Kamera kann es sich dabei um 9, 11, 19 oder mehr AF-Felder handeln. Unabhängig von der Anzahl der Felder ist die Funktionsweise immer gleich. Für die Nutzung der AF-Felder gibt es unterschiedliche Einstellungsoptionen, die verschiedene Möglichkeiten bieten. Diesem Artikel dient die Canon EOS 70D als Beispiel, welche 19 AF-Felder besitzt.

Welche Einstellungsoptionen es gibt und wie diese richtig angewendet werden, erfahren Sie hier.

Die automatische Messfeldwahl

Wie der Name bereits verrät, wählt die Kamera bei der automatischen Messfeldwahl ihren Fokuspunkt selbst. Dabei greift die automatische Messfeldwahl auf alle zur Verfügung stehenden AF-Felder zurück. Es werden immer die Punkte herangezogen, die den geringsten Abstand zur Kamera haben. Wird der Auslöser der Kamera nur halb durchgedrückt, erscheinen die ausgewählten AF-Felder im Sucher oder bei Aktivierung des Live-View-Modus auf dem Display.

Abbildung von 19 AF-Feldern auf der Aufnahme einer Möwe

Ist die automatische Messfeldwahl nicht zufriedenstellend, besteht die Möglichkeit, den Auslöser loszulassen und diesen erneut halb durchzudrücken. Die Kamera gibt nun eine andere Auswahlmöglichkeit der Messfelder an.

Da es in dieser Einstellung nicht möglich ist, selbst einen Bereich für die Fokussierung zu bestimmen, eignet sich diese besonders für Aufnahmen, in denen ein Objekt klar erkennbar ist und sich bestenfalls vom Hintergrund abhebt. Lässt sich das Motiv nicht klar identifizieren, kann es passieren, dass die Kamera stets den falschen Bereich ins Visier nimmt.

Die manuelle Wahl der Messfelder

Das Problem, dass die Kamera den falschen Bereich der Aufnahme fokussiert, kann mit der manuellen Wahl umgangen werden. In dieser Einstellung können Sie das AF-Feld selbst bestimmen. Zum einen kann das Feld über die Einstellungen auf dem Display ausgewählt werden. Zum anderen kann die AF-Messfeldwahltaste gedrückt und im Anschluss mit dem Blick durch den Sucher und der Hilfe des Schnellwahlrades und des Hauptwahlrades ausgewählt werden. Das Hauptwahlrad steuert die horizontale und das Schnellwahlrad die vertikale Bewegung innerhalb der AF-Felder. Wird die SET-Taste betätigt, springt die Auswahl immer zum mittleren AF-Feld.

Durch die manuelle Messfeldwahl ist es möglich, einen konkreten Punkt zur Fokussierung auszuwählen. Der Nachteil dieser Einstellungsoption ist, dass nur ein einziges AF-Feld ausgewählt werden kann. Dies wird vor allem bei der Aufnahme von bewegten Motiven problematisch, da es sehr schwer wird, das AF-Feld an der richtig Stelle zu positionieren. Ein Wechsel des AF-Feldes ist während der Aufnahme eines bewegten Objektes ebenfalls sehr schwierig, da die Umstellung zu lange dauert.

Fokussierung eines Grashalms vor einem verschwommenen Hintergrund

Demnach eignet sich die manuelle Messfeldwahl, um bei stillstehenden Objekten, oder auch bei Portraits, den Fokus an einen konkreten Punkt zu setzen.

Die manuelle Messfeldwahl in Form einer Zone

Um bewegte Motive mit einer selbst bestimmten Messfeldwahl aufzunehmen, bietet sich die manuelle Messfeldwahl in Form einer Zone an. Hier konzentriert sich die Kamera nicht auf ein einzelnes AF-Feld, sondern auf einen voreingestellten Bereich.

Bei 19 AF-Feldern werden diese in fünf Bereiche aufgeteilt –  links, mittig, rechts, oben und unten. Wurde eine Zone gewählt, sucht sich die Kamera bereits beim Antippen des Auslösers die einzelnen AF-Felder innerhalb der Zone aus. Hier kann die Auswahl der AF-Felder ebenfalls durch ein erneutes halbes Durchdrücken verändert werden.

Abbildung von Möwen – nur die vorderste ist fokussiert und scharf gestellt

Bei der Auswahl der passenden AF-Felder kann die Kamera ein oder mehrere der AF-Felder auswählen. Bei der manuellen Messfeldwahl in Zonen liegt die Konzentration nicht, wie bei der manuellen Messfeldwahl, auf nur einem einzigen AF-Feld. Dadurch entsteht die Freiheit, nur eine Richtung der bevorzugten AF-Felder vorzugeben und die konkrete Auswahl der Kamera zu überlassen.

Abbildung zweier Möwen – die hinter liegt im Fokus und ist scharf gestellt

Sowohl die manuelle Messfeldwahl, als auch die manuelle Messfeldwahl in Zonen, bieten die Möglichkeit, nicht nur ein Objekt im Vordergrund, sondern auch im Hintergrund zu fokussieren und scharfzustellen.

Fazit

Die Einstellungsoptionen bezüglich der AF-Felder erleichtern nicht nur die Fokussierung an sich, sondern bieten die Möglichkeit, die Art und Weise der Fokussierung auf das zu fotografierende Objekt anzupassen.

Collage eines Bildes mit drei unterschiedlichen Belichtungen – über- normal- und unterbelichtet

Das Histogramm für die richtige Belichtung nutzen lernen

Der grosse Vorteil der digitalen Fotografie ist, dass das Ergebnis sofort im Anschluss auf dem Kameradisplay gesichtet werden kann. Allerdings kann das Kameradisplay täuschen. Einflussfaktoren, wie das Umgebungslicht, eine Schutzfolie oder die Helligkeitseinstellung des Displays, können die Wirkung der Aufnahme beeinflussen. So kann es passieren, dass die Aufnahme auf dem Display der Kamera dunkler oder heller wirkt, als sie tatsächlich ist.

Um dieser Täuschung zu entgehen, ist es hilfreich, einen Blick auf das Histogramm zu werfen. Was auf dem Histogramm zu sehen ist, und wie Sie dieses einsetzen, erfahren Sie hier.

Lesen eines Histogramms

Das Histogramm ist die Darstellung aller Tonwerte einer Aufnahme in Form einer Kurve. Dieses lässt sich in drei Bereiche unterteilen – die Tiefen, die Mitteltöne und die Lichter.

Grafik eines Histogramms

Unter den Tiefen werden die dunklen Töne des Bildes verstanden. Diese werden immer auf der linken Seite des Histogramms dargestellt. Auf der rechten Seite finden sich die Lichter und somit die hellen Töne der Aufnahme. Der mittlere Bereich stellt alle Mitteltöne dar. Folglich werden die Tonwerte in dem Histogramm von links nach rechts immer heller.

Auf das Histogramm lässt sich sowohl nach dem Drücken des Auslösers in der Bildervorschau, als auch während der Nutzung des Live-View-Modus zurückgreifen, um die Belichtung direkt vor Ort zu überprüfen. Oft lässt sich diese Funktion durch die Info-Taste der Kamera aktivieren.

 

Interpretieren des Histogramms

Fällt der erste Blick auf ein solches Histogramm, ist nur eine Kurve zu sehen, die meist einer Berglandschaft ähnelt. Hierbei stellt sich die Frage, wie die Kurve aussehen muss, damit die Belichtung gelungen ist.

Von einer ausgewogenen Belichtung wird gesprochen, wenn sich die Kurve über alle Tonwertbereiche erstreckt und sie weder auf der linken noch auf der rechten Seite anstösst.

 

Foto historischer Gebäude mit Seifenblasen – Abbildung eines Histogramms

Verlagert sich die Kurve im Histogramm auf die linke Seite, ist das Bild sehr dunkel. Stösst die Linie zudem an den linken Rand,  ist die Aufnahme unterbelichtet.

Über- und Unterbelichtung zweier verschiedener Aufnahmen mit Histogramm

Bei einer Überbelichtung verhält sich die Kurve umgekehrt. Je weiter oben die Kurve an einen der Ränder grenzt, desto stärker sind die unter- oder überbelichteten Flächen vertreten. Diese Bildbereiche können nachträglich nicht korrigiert werden. Über- und unterbelichtete Bildbereiche enthalten keine weiteren Informationen, auf die das Bildbearbeitungsprogramm zugreifen könnte. Bei einer Überbelichtung wird hierbei vom Ausbrennen gesprochen.

Um bei der Nachbearbeitung aus den Vollen schöpfen zu können, wird ein Histogramm benötigt, das sich über alle Tonwerte erstreckt –  ähnlich wie in der ersten Abbildung.

Fazit

Das Histogramm ist eine fotografische Grundlage, die vermehrt in Vergessenheit gerät. Durch das Histogramm muss die Einschätzung der Belichtung nicht mehr einzig und allein nach der Darstellung auf dem Display erfolgen. Folglich ist das Histogramm eine verlässliche Unterstützung für gelungene Aufnahmen.

Sollte eine Aufnahme, trotz eines zufriedenstellenden Histogramms, nicht den optischen Ansprüchen genügen, bietet die vielfältige Verteilung der Tonwerte einer Aufnahme ein grosses Bearbeitungsspektrum.

 

Spiegelreflexkamera von hinten – Display zeigt eine Vase

Sensortypen in der Fotografie

In der analogen Fotografie wurden noch Filme in die Kamera eingelegt, um dessen Negative später in der Dunkelkammer zu entwickeln. Bei den digitalen Kameras wird der Film durch den Sensor ersetzt. Dieser verwandelt das Licht, dass durch die Blende und den geöffneten Verschluss fällt, in ein digitales Bild. Somit ist der Sensor das Herzstück einer jeden Digitalkamera.

Ein solcher Bildsensor besteht aus mehreren Millionen lichtempfindlichen Fotoioden, die die eintreffenden Lichtphotonen in elektrische Signale umwandeln. Anschliessend speichert der Bildsensor die Signale als einzelne Bildpunkte ab. Diese sind unter dem Begriff Pixel bekannt. Wie viele dieser Pixel der Sensor speichern kann, resultiert in der Auflösung des Bildes.

Ein Bildsensor ist ein festes Bauteil in der Kamera, welches nicht wie ein Objektiv gewechselt werden kann. Sensoren gibt es in verschiedenen Grössen für unterschiedliche Einsatzgebiete. In diesem Artikel stellen wir Ihnen die drei gängigsten Sensortypen Vollformat, APS-C und Four-Third sowie ihre Vor- und Nachteile, vor.

Vollformatsensoren

Das Vollformat ist auch unter der Bezeichnung Kleinbildformat geläufig und stammt ursprünglich vom 35-mm-Film ab. Die Grösse eines Vollformatsensors ist identisch mit dem Negativ eines analogen Filmes. Dieser ist exakt 24 mm x 36 mm gross und vor allem in hochpreisigen Digitalkameras zu finden.

Der Vollformatsensor ist um das 2,5-fache grösser als die nächst kleinere Variante. Durch den Grössenvorteil bieten Vollformatsensoren den Pixeln mehr Platz als jeder andere Sensor. So können sich die Pixel in ihrer Grösse mehr ausdehnen. Zudem kann der Sensor eine grössere Menge an Licht aufnehmen. Folglich sind Kameras mit Vollformatsensor lichtstärker. Dies macht sich vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen bemerkbar. Anders als bei einem APS-C-Sensor muss bei schlechten Lichtverhältnissen nicht unbedingt der ISO-Wert nach oben korrigiert werden. Eine Qualitätsminderung der Aufnahmen durch Bildrauschen ist daher der Einzelfall bei Verwendung eines Vollformatsensors.

Um einen hohen ISO-Wert zu vermeiden, wird die Belichtung meist durch eine dementsprechend lange Belichtungszeit angepasst. Bei der Nutzung von langen Belichtungszeiten ist in der Regel ein Stativ notwendig. Auch hier kommt der Vorteil der hohen Lichtstärke des Sensors zum Tragen. Belichtungszeiten, bei denen noch frei Hand fotografiert werden kann, reichen hier nämlich meist aus.

Eine Kamera mit Vollformatsensor bietet den grösstmöglichen Bildausschnitt in der digitalen Fotografie. Zusätzlich entfällt der Cropfaktor. Der Cropfaktor ist die Differenz der Diagonalen eines Vollformatsensors und der eines kleineren Sensors.

Bezogen auf die Bildqualität bietet eine Vollformatkamera viele Vorteile. Die Nachteile liegen hierbei eher im Bereich der Grösse, des Gewichts und des Preises der Kamera. Durch den grossen Sensor sind die Kameras automatisch grösser und schwerer. In preislicher Hinsicht sind diese Kameras ab einem vierstelligen Betrag zu haben. Eine Kamera mit Vollformatsensor bringt jedoch nur in Verbindung mit entsprechend hochwertigem Zubehör die volle Leistung. Sie sollten also ein ebenfalls hochwertiges und geeignetes Objektiv nutzen. Dies kann die Anschaffungskosten einer Vollformatkamera mit passendem Equipment schnell in die Höhe klettern lassen.

APS-C-Sensoren

APS-C- und DX-Sensoren sind die nächst kleineren Sensoren zum Vollformat. Diese sind überwiegend in digitalen Spiegelreflex- und Kompaktkameras zu finden.

Die Sensorgrösse APS-C ist auf das APS-Aufnahmeformat von Kodak und anderen Herstellern zurückzuführen. Den Begriff APS-C führte jedoch Canon mit seiner ersten digitalen Spiegelreflexkamera ein. Nikon verwendet für das gleiche Sensorformat die Abkürzung DX.

Der APS-C-Sensor ist nicht auf eine bestimmte Grösse genormt, sodass dieser je nach Hersteller und Modell in seiner Grösse variieren kann. Dennoch spricht man bei APS-C von einem 2:3 Seitenverhältnis, das ungefähr eine Grösse von 22,3 mm x 14,9 mm aufweist. Da der APS-C Sensor kleiner ist als das Vollformat, ist hier der Cropfaktor zu beachten. Bei Canon ist dies zwischen 1,5 und 1,6. Das bedeutet, dass sich bei APS-C- und kleineren Sensoren der Bildausschnitt verkleinert und dadurch die Brennweite des Objektives dementsprechend umgerechnet werden muss.

Abbildung einer digitalen Spiegelreflexkamera

Im Vergleich zu den Vorteilen des Vollformats ist bei den APS-C-Sensoren mit Verlusten zu rechnen. Das heisst, dass ein APS-C-Sensor nicht so viel Licht aufnehmen kann, wodurch mit einer schlechteren Bildqualität zu rechnen ist. Nachteile gibt es auch im Weitwinkelbereich, da sich der Bildausschnitt durch den Cropfaktor verkleinert. Folglich werden für den gleichen Bildausschnitt kleinere Brennweiten benötigt. Für einen grösseren Bildwinkel kann ein Weitwinkelobjektiv sorgen.

Die Nachteile des Vollformats sind wiederum die Vorteile des APS-C-Sensor. Die Kameras sind kleiner, handlicher und auch günstiger. Zudem ist die verminderte Bildqualität als eher nebensächlich zu betrachten, da diese durch hochwertige Objektive ausgeglichen werden können.

Micro-Four-Thirds und Four-Thirds-Sensoren

Four-Thirds Sensoren sind in kleinen digitalen Spiegelreflexkameras und in spiegellosen Kompaktkameras zu finden. Diese sind im Vergleich zum APS-C-Sensor nochmals um 30 bis 40 Prozent kleiner.

Neben der Sensorgrösse definiert der Four-Thirds-Standard zusätzlich das Objektivbajonett samt Kommunikationsprotokoll, den Abbildungskreis und das Auflagemass. Dies macht es möglich auf denselben Kamerabody Objektive verschiedener Hersteller anzubringen. Bei einer DSRL mit APS-C-Sensor ist dies nicht ohne weiteres möglich. Sowohl Canon als auch Nikon verwenden verschiedene standardisierte Objektiv-Anschlüsse.

Eine Weiterentwicklung der Four-Thirds-Kameras sind die Micro-Four-Thirds-Kameras. Diese besitzen keinen Spiegel, wodurch sie ein kleineres Auflagemass aufweisen. Unter dem Auflagemass wird der Abstand zwischen dem Sensor und der Befestigungsfläche des Objektives verstanden. Durch den fehlenden Spiegel entfällt zusätzlich der Sucher. Folglich wird das Motiv ausschliesslich über den Live-View-Modus gewählt. Dadurch wird die Kamera zwar kompakter, allerdings können selbst hochauflösende Displays in Bezug auf die Einschätzung von Dunkelheit und Mittagssonne nicht mit einem Sucher mithalten.

Ein Nachtteil der Micro-Four-Thirds ist die hohe Schärfentiefe. Dadurch lassen sich vor allem in der Portraitfotografie nur schwer Unschärfen erzeugen. Durch den kleineren Sensor im Vergleich zur Vollformat müssen auch hier Abzüge in Bezug auf die Lichtstärke und dem Bildrauschen gemacht werden. Diese beiden Nachteile lassen sich jedoch wie bei den APS-C-Kameras durch die richtigen Objektive korrigieren. Der langsamere Autofokus kann allerding nicht durch ein Objektiv behoben werden. Dieser Nachteil stellt vor allem bei der Aufnahme von bewegten Objekten ein Problem dar.

Fazit

In facto Bildqualität ist die Vollformatkamera der absolute Spitzenreiter. Sein grosser Sensor sorgt für einen grösseren Bildwinkel und einen stärkeren Lichteinfall, welches in beiden Fällen die Qualität steigert.  Durch die Grösse des Sensors wird die Kamera schwerer, grösser und auch teurer. Die günstigeren Alternativen sind Kameras mit einem APS-C- oder einem Four-Third-Sensor. Beide weisen ein Defizit in Bezug auf die Lichtstärke und die Bildqualität auf. Diese können jedoch mit dementsprechend hochwertigen Objektiven ausgeglichen werden. Beim Objektiveinsatz hat die Four-Third-Kamera den Vorteil, dass der Objektivanschluss standardisiert ist und somit problemlos Objektive von verschiedenen Herstellern verwendet werden können. Dies ist bei DSLR-Kameras mit APS-C-Sensor nicht ohne weiteres möglich. Wer in die Richtung Sport- oder Tierfotografie gehen möchte, sollte nicht auf eine Four-Third-Kamera zurückgreifen, da der Autofokus Schwächen in Anbetracht der Geschwindigkeit aufweist.

Konkrete Tipps, welcher Sensortyp der richtige ist, gibt es nicht. Der Kauf einer Vollformat-Kamera ist im Normalfall nur im Profisegment notwendig. Bei der Entscheidung zwischen APS-C und Four-Third, entscheiden einzig und allein die eigenen Vorlieben, Bedürfnisse und Ansprüche.