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Rückseite zweier Smartphones mit LED-Blitz

Smartphone-Blitz im Vergleich: LED vs. Xenon

Im Alltag sind Smartphones ständig überall dabei und ermöglichen spontane Schnappschüsse. Vor allem für schwierige Lichtverhältnisse sind die meisten Handys mit einem integrierten Blitz ausgestattet. Aber nicht alle Blitze sind gleich und eignen sich für jede Situation. Während die meisten Hersteller LEDs als Blitztechnik verwenden, steigt auch das Interesse an Xenon-Blitzlicht. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die einzelnen Smartphone-Blitze sowie die Vor- und Nachteile von LED und Xenon.

LED-Blitze im Smartphone

Light Emitting Diode, kurz LED, erzeugt mithilfe von Elektronenwanderungen bei Zufuhr von Strom Licht. Es setzt sich aus vier Bestandteilen zusammen: dem LED-Chip, einem Golddraht zur Anode, einem Reflektor zur Kathode und einer Kunststofflinse. Somit ist die Bauform des LED-Blitzlichtes kompakt und kann demnach auf kleinstem Raum eingearbeitet werden. Aus diesem Grund werden die meisten Smartphones mit einem LED-Licht ausgestattet.

Neben dem Blitzlicht kann das LED-Licht als Taschenlampe sowie als Benachrichtungslicht bei Anrufen und SMS eingestellt werden. Aber auch ein Dauerlicht bei Videoaufnahmen ist mit dem LED-Licht möglich. Der erzeugte LED-Blitz benötigt allerdings eine längere Auslösezeit, weshalb bewegte Objekte auf den Fotos meist unscharf wirken. Zudem ist die Reichweite des Blitzes mit maximal zwei Metern stark beschränkt und nicht sonderlich leistungsstark. Zudem erscheinen die Aufnahmen durch ein scharfes LED-Licht oft unnatürlich und gelblich. In vielen neueren Smartphone-Modellen wird immer öfter Dual LED eingebaut. Durch die zwei LEDs werden unterschiedliche Farbtemperaturen miteinander gemischt, um eine natürlichere Farbgebung der Fotos zu erreichen.

Smartphone von hinten mit aktiviertem Blitz

Xenon-Blitze im Smartphone

Beim Xenon-Blitzlicht entlädt sich ein zuvor aufgeladener Kondensator, wodurch eine kurze und helle Gasreaktion erzeugt wird. Jedoch kann das Licht nur für einen kurzen Augenblick genutzt werden. Nach einem Blitz benötigt der Kondensator eine gewisse Zeit, bis dieser wieder aufgeladen ist. Das Xenon-Licht wird in den meisten Kompakt- und Systemkameras verwendet. Bis dato gibt es kaum Handys mit Xenon. Die bisherigen Smartphones sind unter anderem das Nokia Lumia 1020 und das Samsung Galaxy K Zoom.

Die Besonderheit des Xenon-Blitzlichtes ist seine starke Helligkeit, wodurch es einen ganzen Raum ausleuchten kann. Diese Blitztechnik ist sehr schnell, sodass das Bild regelrecht eingefroren wird. Vor allem ist dies für bewegende Objekte, schwache Lichtverhältnisse sowie für nicht ganz ruhige Hände vorteilhaft. Allerdings benötigt der Kondensator mehr Platz, als ein LED-Licht. Dies steht dem stätig wachsenden Wunsch nach immer leichteren und dünneren Smartphones entgegen. Aus diesem Grund beschränkt sich die Nachfrage nach Smartphones mit Xenon-Licht auf Fotografiebegeisterte, die unterwegs gern ihr Handy für gute Fotos nutzen und Wert auf diese Blitztechnik legen.

Unterschiede von LED und Xenon

Die Lebensdauer von LED-Lichtern ist bis zu viermal länger als die vom Xenon-Licht. Zudem verbraucht die Gasreaktion viel Akkuleistung, weshalb die Akkulaufzeit bei Smartphones mit LED besser hält. Jedoch kann der Kondensator beim Xenon-Blitzlicht ausgewechselt werden, während dies bei LEDs nicht möglich ist.

Weiterhin ist die Stromeffizienz beim LED-Blitzlicht besser als beim Xenon. Diese wird in Lumen angegeben und beschreibt die standardisierte Einheit des Lichtstroms. Sie ermöglicht den Verbrauchern einzuschätzen, wie hell eine Lampe ist. Je höher dieser Wert ist, desto mehr Licht wird erzeugt. Xenon-Blitze haben weniger Lumen als LEDs und sind dadurch weniger stromeffizient, können dadurch aber auch eine höhere Helligkeitsausbeute bei höherem Stromverbrauch erreichen.

Dasselbe Motiv mit unterschiedlichen Farbtemperaturen – kalt – mittel – warm

Mithilfe der Farbtemperatur wird die Farbe der Lichtquellen beschrieben. Die Angabe erfolgt in Kelvin. Beispielsweise liegt die Farbtemperatur einer Kerze bei ca. 1500 Kelvin, die der Sonne bei 5000 bis 5500 Kelvin und die eines blauen Himmels um die 10000 Kelvin. Mit einem tageslichtähnlichen Wert von 5500 bis 6600 Kelvin liegt der Xenon-Blitz im oberen Bereich. Dabei verursacht er starke Schatten und harte Kanten bei Motiven, ähnlich wie die senkrecht einfallende Mittagssonne. Besonders bei Indoor-Aufnahmen kann ein Blaustich auftreten, der die Umgebung kalt wirken lässt. Ähnlich wie beim Blaustich ist es beim Gelbstich von LEDs, welche sich der Farbtemperatur des Sonnenlichtes anpassen. Die Farbtemperatur von LEDs kann variieren, da unter anderem in Dual LEDs sowohl Warmweiss mit ca. 3000 Kelvin als auch Kaltweiss ab ca. 5300 Kelvin vorhanden sind.

Zusammengefasst:

tabellarischer vergleich zwischen LED und Xenon

Fazit

Bisher gibt es keinen eindeutigen Sieger. Beide Blitz-Techniken haben ihre Vor- und Nachteile. Obwohl Xenon-Blitzlicht besonders bei schlechten Lichtverhältnissen bessere Fotos erzielt, benötigt es mehr Strom und kann nicht als Lichtquelle bei Videos eingesetzt werden. LEDs dagegen können als Taschenlampe, sowie als Benachrichtungslicht für Anrufe und Nachrichten genutzt werden. Dafür sind sie nicht ganz so hell und schnell auslösend wie Xenon-Blitze und können bewegte Objekte schwer abbilden. Durch den geringeren Stromverbrauch und die kompakten Bestandteile wird sich LED vermutlich auch weiterhin in Smartphones durchsetzen. Doch vielleicht hält die Technik auch bald eine interessante Mischung für die Nutzer bereit. Wir sind gespannt!

Nahaufnahme des Leuchtmittels eines Studioblitzes

Kaufberatung: Studioblitz für das eigene Heimstudio

Blitzlicht gilt in der Fotografie als ein altbewährtes Mittel, um ein Objekt oder eine Person perfekt auszuleuchten. Die Besonderheit des Blitzlichtes liegt in der enormen Leistungsstärke. Anders als bei Dauerlicht-Leuchten, welche ihren Ursprung im Bereich Film und Fernsehen haben, eignet sich das Blitzlicht ausschliesslich für die Fotografie. Wer sich ein Blitzsystem für das eigene Heimstudio zulegen möchte, hat bei dem weitgefassten Angebot die Qual der Wahl. Eine Orientierung, welche Kriterien beim Kauf von Blitzgeräten zu beachten sind, gibt der folgende Artikel.

Grundsätzliche Möglichkeiten: Studioblitz versus Aufsteckblitz

Aufsteckblitze sind klein, handlich und bereits für einen geringen Preis zu haben. Zudem lassen sich diese entfesselt benutzen; das bedeutet, dass sie statt auf dem Blitzschuh der Kamera auf einem externen Stativ angebracht werden können. Dadurch können Aufsteckblitze genauso benutzt werden wie Studioblitze. Wird jedoch die Leistung eines Studioblitzes mit der eines Aufsteckblitzes vergleichen, so steht der Aufsteckblitz dem Studioblitz in einigem nach. Der Studioblitz ist in seiner Bauweise zwar grösser als ein Aufsteckblitz, jedoch kann er wesentlich mehr Leistung erbringen.

Eine höhere Leistung lässt sich zwar durch den Einsatz mehrerer Aufsteckblitze erreichen, doch ist hier ein einzelner Studioblitz in seiner Handhabung einfacher und in der Anschaffung je nach Modell vielleicht auch kostengünstiger als mehrere Aufsteckblitze. Neben der Leistungsstärke des Studioblitzes ist auch das Einstelllicht ein grosser Vorteil, welches oft nur bei Studioblitzen zu finden ist. Das Einstelllicht schafft mittels einer zusätzlichen Glühbirne die Möglichkeit, die Lichtwirkung des Blitzes bereits vor der ersten Aufnahme zu erahnen.

Der Einsatz von Lichtformern mit dem Blitz

Selbst für einen entfesselten Aufsteckblitz ist die Verwendung von Lichtformern möglich. Allerdings ist hier die Auswahl an Grössen und Formen relativ begrenzt. Es ist oft nicht möglich, mit der vergleichsweise schwachen Lichtleistung eines Aufsteckblitzes eine grössere Softbox auszuleuchten. Ein Studioblitz bietet hier die bessere Alternative, da aufgrund der starken Leistung auch grössere Softboxen verwendet werden können. Je höher die Leistung des Studioblitzes ist, um so grösser kann die dementsprechende Softbox gewählt werden. Doch die Grösse und die Form der Softbox hängt wiederum stark von dem jeweiligen Einsatzzweck ab.

So eignen sich beispielsweise kleinere Striplights bestens für Portrait und grössere für Ganzkörper-Aufnahmen. Neben dem Striplight gibt es Softboxen auch als Quadrat oder Oktagon. Zusätzlich sollte erwähnt werden, dass eine Softbox relativ viel Licht verschluckt. Dies kann bei den Kameraeinstellungen bis zu zwei Blendenstufen ausmachen.

Ein zusätzliches Grid, das in der Softbox angebracht werden kann, hilft das Licht noch gezielter in die richtige Richtung zu lenken. Alternativ zu den Softboxen gilt auch der Durchlicht- und Reflektorschirm als nützlicher Helfer beim Einsatz von Studioblitzen.

Studioblitz mit einer Striplight-Softbox

Kaufkriterien für einen Studioblitz

Wird von einem Studioblitz gesprochen, ist meist ein Blitzsystem gemeint. Ein Blitz allein sorgt meist nicht für die gewünschte Ausleuchtung, da das Licht dann nur aus einer Richtung kommen kann. Folglich sollte bei der Anschaffung eines Blitzsystems von mindestens zwei Studioblitzen die Rede sein, um ein Objekt oder eine Person aus mehreren Richtungen gut ausleuchten zu können.

Für den Einsatz in den eigenen vier Wänden reicht in der Regel eine Lichtleistung von zweimal 250 Watt. Wer jedoch in grösseren Räumen oder Hallen fotografieren möchte, sollte sich stärkere Studioblitz anschaffen. Eine Lichtquelle aus einer dritten oder vierten Richtung kann mit Hilfe eines Reflektors auch ohne ein weiters Blitzgerät geschaffen werden.

Für eine gute Kompatibilität der einzelnen Geräte kann es von Vorteil sein, nur Blitze desselben Herstellers zu verwenden, da diese oft herstellereigene Anschlüsse besitzen. Zudem sollte eine Fotozelle in den Blitzgeräten verbaut sein, sodass alle verwendeten Blitze ohne zusätzliches Equipment synchron ausgelöst werden können.

Um auf einem Blitzgerät verschiedenste Lichtformer verwenden zu können, sollte bereits beim Kauf auf die leichte Austauschbarkeit der Lichtformer geachtet werden.

Fazit

Letztendlich hängen die Art und der Umfang des benötigten Blitzsystems sehr vom Einsatzzweck ab. Für den Gebrauch im eignen Heimstudio reichen meist zwei Blitze mit einer relativ geringen Leistung aus. Diese sind kostentechnisch meist auch für den Hobbyfotografen erschwinglich. Die Entscheidung, alle Blitzgeräte bei ein und demselben Hersteller zu kaufen, kann vor allem in Bezug auf die Kompatibilität grosse Vorteile bringen.

Wie bereits erwähnt hat der Blitz im Vergleich zum Dauerlicht seine Vorteile in der starken Lichtleistung und in der flexiblen Regelbarkeit. Der Nachteil besteht wiederum in der schlechten Schätzbarkeit der Lichtwirkung. Das Einstelllicht eines Studioblitzes schafft es jedoch, diesem Negativkriterium ein wenig entgegen zu wirken.

Aufbau eines Studios – Ringleuchte und DSLR miteinander kombiniert

Kaufberatung: Dauerlicht-Leuchte in der Fotografie

Besteht ein reges Interesse an der Studiofotografie, ist der Wunsch nach einem Fotostudio in den eignen vier Wänden nicht weit. Einen angenehmen Einstieg können hier Dauerlicht-Leuchten bieten. Diese sind in der Regel leicht zu handhaben und die sofortige Erkennbarkeit der Lichtwirkung kommt gerade den Einsteigern sehr entgegen.

Welche Kriterien Sie beim Kauf einer Dauerlicht-Leuchte beachten sollten, verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

Kriterium 1 – Bauform

Dauerlicht-Leuchte ist nicht gleich Dauerlicht-Leuchte. Es gibt sie als Strahler, Flächenleuchten und Ringleuchten. Jede dieser Bauformen dienen unterschiedlichen Einsatzzwecken.

Für den Schwerpunkt Portrait- oder Makrofotografie sind Ringleuchten besonders geeignet. Vor allem bei der Portraitfotografie lässt sich durch die Form des Lichts ein schöner Effekt in den Augen des Models erzeugen. Des Weiteren bietet die Ringform den Vorteil, dass diese in der Mitte eine Öffnung hat, wodurch die Leuchte direkt vor der Kamera platziert werden kann. Folglich müssen nur die Kamera und die Leuchte auf eine Höhe gebracht werden, sodass das Objektiv der Kamera durch die Öffnung des Ringlichts ragen kann. Einige Ringleuchten sind direkt mit einer Kamerahalterung ausgestattet, um den Einsatz zweier Stative zu vermeiden.

Sollen grosse Räume, wie Industriehallen, fotografiert werden, empfehlen sich hier Flächenleuchten. Wie der Name schon verrät, ist die Lichtquelle eine grosse bis sehr grosse rechteckige leuchtende Fläche, die ein weiches, gleichmässiges Licht erzeugen kann. Diese grosse Fläche besteht entweder aus mehreren Reihen Leuchtstoffröhren oder aus LEDs.

Die dritte Bauform sind Strahler. Diese sind in mehreren Varianten erhältlich. Die Unterschiede bestehen hier in der Anzahl der verwendeten Leuchtmittel und der daraus resultierenden Lichtstärke. Hierbei bieten Dauerlicht-Leuchten, die mehr als nur ein Leuchtmittel haben, einen Vorteil in Bezug auf die Flexibilität. Die Leuchtmittel lassen sich in der Regel stufenweise zu- und abschalten, wodurch die Lichtstärke variiert werden kann.

Neben den Strahlern sind in den meisten Fällen auch die Ring- und Flächenleuchten in einem gewissen Umfang regelbar. So lassen sich die einzelnen Reihen einer Flächenleuchte ebenfalls stufenweise zu- und abschalten. Die Ringleuchte wiederrum besitzt meist einen Dimmer.

Ringleuchte und DSLR – fotografiertes Motiv ist auf dem Bildschirm durch den Live-View-Modus sichtbar

Kriterium 2 – Preis und Qualität

Das Angebot an Dauerlicht-Leuchten in all seinen Bauformen ist vor allem im Internet enorm. Ebenso gross ist die Spanne der Preise. Jede Art der Dauerlicht-Leuchten sind in nahezu jedem Preissegment vertreten.

Strahler, Ringleuchten und auch Flächenleuchten können bereits im zweistelligen CHF-Bereich erworben werden. Zudem finden sich hier teilweise ganze Sets, die aus einem oder zwei Strahlern inklusive Stativen und Softboxen bestehen. Jedoch sollten bei diesen Angeboten die Erwartungen nicht allzu hoch sein. Grosse Schwachstellen günstiger Sets sind meist die Verarbeitung und die dazugehörigen Stative. Diese sind in vielen Fällen nicht sehr stabil, wodurch die Dauerlicht-Leuchte eher einen wackeligen Stand hat. Des Weiteren haben diese Strahler meist nur eine Lichtquelle, wodurch kaum Flexibilität in Bezug auf die Lichtleistung gegeben ist.

Nähert man sich den Anfängen des dreistelligen CHF-Bereichs an, findet sich bereits qualitativ hochwertigeres Equipment, welches zudem oft mehr Möglichkeiten bietet. So finden Sie hier bereits Strahler mit mehr als nur einem Leuchtmittel und auch das ein oder andere Markengerät ist in dieser Preisklasse vorhanden.

Sowohl das Niedrig- als auch das Mittelpreissegment reichen in der Regel für den Gebrauch eines Heimstudios aus. Dabei ist es vor allem wichtig abzuwägen, wie oft und intensiv das Heimstudio genutzt werden soll. Je nachdem, wie gross das Vorhaben ist, sollten die dafür benötigten Investitionen geplant werden.

Natürlich gibt es in Bezug auf Preis und Qualität kaum Grenzen nach oben. Lesen Sie Produktbewertungen anderer Nutzer oder lassen Sie sich in einem Fachgeschäft beraten, bevor Sie Ihre Entscheidung treffen.

Kriterium 3 – Leuchtmittel

Beim Kauf einer Dauerlicht-Leuchte ist nicht nur die Bauform und die Qualität des Gerätes wichtig. Das verwendete Leuchtmittel spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle. Als Leuchtmittel werden vor allem Halogen-Leuchten, HMI-Leuchten und LEDs eingesetzt.

Die Halogen-Leuchte gehört hierbei zu den preiswerteren Modellen. In ihrer Leistung bieten sie einen eher warmen Lichtton, welcher mit circa 4800 Kelvin ungefähr 1000 Kelvin unter dem Tageslicht-Wert liegt. Die warme Lichtwirkung der Leuchte stellt bei Aufnahmen im RAW-Format jedoch nur selten ein Problem dar, da diese im Nachhinein durch einen Weissabgleich gut kontrolliert und ausgeglichen werden kann. Der Nachtteil der Halogen-Leuchten ist die grosse Wärmeentwicklung, die diese mit sich bringen, daher muss unbedingt darauf geachtet werden, dass das Gehäuse gut isoliert ist.

Die Halogen-Metall-Dampflampe, kurz HMI, erreicht den Tageslicht-Wert und entwickelt deutlich weniger Wärme als Halogen-Leuchten. Zudem bietet dieses Leuchtmittel eine hohe Lichtstärke, wodurch auch eine hohe Lichtausbeute resultiert. Der einzige Nachteil begründet sich hier in den hohen Anschaffungskosten einer solchen HMI-Leuchte.

Als dritte Möglichkeit bietet sich der Einsatz von LEDs. LEDs sind im Gegensatz zu den beiden anderen Leuchtmitteln noch relativ neu und bieten den Vorteil, dass es diese nicht nur in grossen, sondern auch in kleinen Grössen gibt. Diese kleineren Dauerlicht-Leuchten können oft durch einen Akku betreiben werden und eignen sich dadurch besonders für den mobilen Einsatz. Zudem bieten LEDs einen stufenlosen Wechsel zwischen Tageslicht und Kunstlicht, wodurch im Bereich der Lichtwirkung eine gewisse Flexibilität entsteht. Wie die HMI-Leuchte haben auch LEDs nur eine geringe Wärmeentwicklung, wodurch sich diese beiden Leuchtmittel auch für Film und Fernsehen eignen. Ein Nachteil der LEDs ergibt sich durch den hohen Randabfall ausserhalb des Kernbereichs. Dadurch eignet sich diese Form der Dauerlicht-Leuchten eher für kurze Distanzen. In Bezug auf die Lichtleistung kann die LED-Leuchte die HMI-Leuchte nicht überbieten und bleibt somit der Spitzenreiter.

Eignung zur Aufnahme von Videos

Im Gegensatz zum Blitzlicht bieten Dauerlicht-Leuchten den Vorteil, dass sie auch zur Aufnahme von Videos verwendet werden können. Hierbei ist es nur wichtig darauf zu achten, dass die Leuchte keine allzu grosse Wärme entwickelt, da diese in der Regel länger in Betrieb sind. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Geräuschpegel. Viele Geräte, die eine gewisse Wärme erzeugen, bedienen sich einer Lüftung, um der Überhitzung entgegenzuwirken. Wer vor allem Videos aufnehmen möchte, sollte sich also eine Dauerlicht-Leuchte ohne Kühlgebläse kaufen.

Fazit

Insgesamt betrachtet sind Dauerlicht-Leuchten eine sehr gute Option für das erste eigene Heimstudio und das bereits für den kleineren Geldbeutel. Neben dem Preis und der Qualität sollte die Bauform der Leuchte genau auf den Einsatzzweck abgestimmt sein. Dennoch bietet hier der Strahler durch die mögliche Verwendung verschiedener Lichtformer die grösste Flexibilität. Werden die Leuchtmittel betrachtet, ist es besser eine Entscheidung zwischen HMI und LED zu fällen, da die enorme Wärmeentwicklung von Halogen-Leuchten gerade in kleinen Räumen und in der Nähe brennbarer Gegenstände ein Risiko darstellt.

Weitere Informationen zum Einsatz künstlicher Lichtquellen finden Sie in folgenden Artikeln:

Abbildung zweier Studioblitze mit unterschiedlichen Softboxen. Links Strip Lights, rechts Oktaeder.

Studiofotografie mit Kunstlicht – Einsatz von Hilfsmitteln

Das besondere an der Studiofotografie ist die Beherrschbarkeit der Lichtverhältnisse. Durch den Einsatz von Kunstlichtquellen ergibt sich die Möglichkeit, die Lichtleistung, die Lichttemperatur und die Lichtrichtung bestimmen zu können. Einige dieser Faktoren können direkt durch die Lichtquelle beeinflusst werden. Für detaillierte Feineinstellungen des Lichts werden Hilfsmittel wie Lichtformer, Diffusor, Reflektor und Co. benötigt. Durch die Kombination von Lichtquelle und Hilfsmittel ist es möglich, optimale Lichtbedingungen zu schaffen.

Welche Möglichkeiten diese Hilfsmittel in der Studiofotografie bieten, erfahren Sie hier.

Lichtformer

Softboxen für zielgerichtetes Licht

Softboxen bestehen typischerweise aus Stoff und bilden meist die Grundlage für eine gleichmässige und flächige Ausleuchtung.

Im Aufbau bestehen die Innenseiten einer Softbox aus einem reflektierenden Material, welches dafür sorgt, dass das Licht zurückgeworfen und durch die Vorderseite der Box gelenkt wird. Das Licht erhält dadurch eine konkrete Form und Richtung und kann somit zur gezielten Ausleuchtung und Schattensetzung verwendet werden. Bevor das Licht aus der Softbox nach aussen gelangen kann, durchquert es zwei Schichten: Ein im Inneren gespanntes weisses Tuch und die äussere weisse Abdeckung der Box. Diese beiden Schichten brechen das Licht, wodurch es weicher und grossflächiger gestreut wird. Sie wirken also als Diffusor. Softboxen können sowohl an Dauerlicht-Leuchten als auch an Blitzköpfen angebracht werden.

Des Weiteren gibt es sie in unterschiedlichen Formen. Weit verbreitet sind vor allem die quadratischen Varianten, da diese sehr einfach in ihrer Handhabung sind. Schmale, Rechteckige Softboxen werden als Strip Lights bezeichnet und dienen oft dazu, Objekte seitlich von hinten zu beleuchten. Es gibt auch Softboxen mit mehr als vier Ecken. Hierbei werden bei der Portraitfotografie bevorzugt Oktaeder eingesetzt, da diese einen angenehmen Reflex im Auge der zu fotografierenden Person hinterlassen.

Abbildung eines Studioblitzes mit einer achteckigen Softbox ohne Frontabdeckung.

Abbildung eines Studioblitzes mit einer achteckigen Softbox ohne Frontabdeckung.

Lichtschirme als handliche und kompakte Lichtformer

Eine weitere Möglichkeit das Licht in die richtige Form zu bringen, bieten Lichtschirme. Diese werden nahezu ausschliesslich bei Blitzköpfen verwendet. Lichtschirme lassen sich wie handelsübliche Regenschirme aufspannen und wieder schliessen, wodurch sie in ihrer Grösse handlich und platzsparend sind.

Es werden zwei Arten unterschieden. Die erste Art Lichtschirm besteht aus einem weissen, leicht transparenten Stoff und nennt sich Durchlichtschirm. Die Aufgabe dieses Durchlichtschirms ist die gleiche wie bei einer Softbox. Durch das Durchdringen des Lichts durch den Stoff wird das Licht gebrochen, wodurch es weicher und grossflächiger wird. Die zweite Variante ist der Reflektorschirm. Dieser lässt kein Licht hindurch, sondern reflektiert das Licht auf das Motiv. Wie bei einer Softbox besteht auch die Innenseite des Schirms aus einem reflektierenden Material.

Sowohl die Softbox als auch der Durchlichtschirm werden beim Aufbau in Richtung des Motives platziert. Der Reflektorschirm wird um 180 Grad vom Motiv weggedreht, sodass die Hinterseite des Blitzkopfes in Richtung des Objektes zeigt. Es handelt sich dabei um indirektes Blitzen, welches auch durch das Blitzen gegen eine Wand bewirkt werden kann.

Reflektoren

Gerade für Objekte mit vielen Ecken und Kanten benötigt man Licht aus allen Richtungen, um diese ohne starke Schatten aufzunehmen. Dies kann die Verwendung mehrerer Lichtquellen bedeuten. Eine Alternative zu mehreren Lichtquellen stellen Reflektoren dar. Diese können gegenüber der Lichtquelle positioniert werden, sodass sie das Licht reflektieren und dadurch das gewünschte Motiv von einer zusätzlichen Richtung ausgeleuchtet wird.

Im Gegensatz zu einem Diffusor sind Reflektoren lichtundurchlässig und in verschiedenen Grössen, Formen und Farben erhältlich. Bei den Farben handelt es sich um Silber, Gold, Weiss und Schwarz. Die silberne Variante sorgt für ein eher kühles und die goldene für ein warmes Licht. Ein weisser Reflektor wirft das Licht nur zurück, ohne die Temperatur des Lichts zu verändern. Der schwarze Reflektor wiederum ist ein Ausnahmefall und in seiner Funktion nicht wirklich ein Reflektor. Ganz im Gegenteil verschluckt er das Umgebungslicht und trägt dazu bei, eine Seite des Motives abzudunkeln.

Um kleinere Details an einem Objekt in Szene zusetzten, die auf der Probeaufnahme noch zu dunkel wirken, kann bereits ein weisses Blatt Papier genutzt werden, um eine Reflektion des Lichts auf die gewünschte Stelle zu erzeugen.

Fazit

Um ein Motiv gut auszuleuchten sind in den meisten Fällen Dauerlicht-Leuchten oder Studioblitze ein Muss. Diese Sorgen jedoch nicht allein für die passende Lichtstimmung, weshalb Softboxen und Lichtschirme ein wichtiger Bestandteil in der Fotografie sind. Sie streuen das Licht und lassen es weicher erscheinen.

Sorgen ein oder zwei Lichtquellen mit Softboxen bereits für die richtigen Bedingungen, bedeutet das nicht immer, dass alle Stellen gut ausgeleuchtet sind. Den Einsatz weiterer Lichtquellen umgeht man mit Reflektoren, die durch die gekonnte Platzierung das Licht auf die gewünschte Stelle weiterleiten.

Folglich sind Kunstlichtquellen, wie Dauerlicht-Leuchte und Studioblitz, in Verbindung mit Softboxen, Lichtschirmen und Reflektoren ein gelungenes Zusammenspiel, um ein Objekt oder eine Person perfekt auszuleuchten und in Szene zu setzten.

Dauerlicht Leuchten Studioblitz

Dauerlicht-Leuchten und Studioblitz im Vergleich

Das Dauerlicht und der Studioblitz sind Lichtquellen, die sich besonders in der Studiofotografie etabliert haben. Doch haben beide ihre Stärken und Schwächen. In diesem Artikel werden diese beiden Lichtquellen anhand verschiedener Kriterien gegenübergestellt.

Leistung von Dauerlicht und Studioblitz

Dauerlicht-Leuchten sind je nach Art des Leuchtmittels, wie Halogen, HMI oder LED, in der Lage, den Tageslichtwert von circa 5777 Kelvin zu überschreiten. Dennoch ist der Studioblitz in Anbetracht seiner Leistung der Spitzenreiter. Ein Blitz gibt im Gegensatz zu einer Dauerlicht-Leuchte seine ganze Energie in Form eines Lichtimpulses auf einmal ab, wodurch er eine enorme Lichtausbeute erzielt. Dies bietet die Möglichkeit, selbst bei einer hohen Blendenzahl nur eine geringe ISO-Empfindlichkeit anzuwenden. Die Arbeit mit hohen Blendenwerten wird aufgrund der wesentlich geringeren Lichtausbeute einer Dauerlicht-Leuchte schon schwieriger.

Des Weiteren kann mit einem Studioblitz selbst bei kurzen Belichtungszeiten eine hohe Schärfentiefe erreicht werden. Diese Eigenschaft eignet sich zum Beispiel besonders für Gruppen-Aufnahmen. Die Belichtungszeit wird hierbei durch den Studioblitz vorgegeben und kann  nicht durch die Einstellung an der Kamera beeinflusst werden. Diese Belichtungszeiten können sich je nach Qualität des Studioblitzes von 1/350 s bis hin zu 1/12000 s bewegen.

Doch diese grosse Leistungsfähigkeit eines Studioblitzes birgt nicht nur Vorteile. Vor allem bei der Arbeit mit einer offenen Blende sind diese oft zu hell. Häufig lassen die Studioblitze zwar gewisse Einstellungen bezüglich der Intensität zu, diese sind jedoch vor allem bei den günstigeren Geräten sehr eingeschränkt.

Lichtabgabe und Reproduzierbarkeit

Die konstante Lichtabgabe eines Studioblitzes ist ein weiterer Vorteil gegenüber der Dauerlicht-Leuchte. Mit einem Studioblitz lässt sich immer wieder dieselbe Farbtemperatur, Lichtleistung und Charakteristik erzeugen. Selbst beim Variieren der Leistung bleibt die Lichttemperatur stets gleich.

Bei der Dauerlichtleute ist es wiederrum wie bei einem Dimmer. Wird die Leistung vermindert, wird das Licht dunkler und wärmer und verändert somit die Wirkung auf der Aufnahme.

Folglich lassen sich Aufnahmen am besten mit Hilfe eines Studioblitzes reproduzieren, da die Lichtbedingungen konstant bleiben beziehungsweise erneut hergestellt werden können.

Schätzbarkeit der Lichtwirkung

Gerade als Anfänger in der Fotografie ist es noch sehr schwierig, die Lichtwirkung einzuschätzen und sich auszumalen, wie die Schatten fallen. In diesem Fall ist der Umgang mit einer Dauerlicht-Leuchte wesentlich einfacher. Durch die dauerhafte Ausleuchtung des Motivs lassen sich der Einfall des Lichtes und vor allem das Aufkommen von Schatten sofort erkennen, sodass noch vor dem ersten Schnappschuss entgegengewirkt werden kann.

Beim Einsatz eines Blitzgerätes lassen sich Lichtwirkung und Schattenaufkommen erst auf der Aufnahme begutachten. Zwar gibt es ein Einstelllicht, um bei der Einschätzung der Lichtwirkung Abhilfe zu schaffen, hundertprozentig zuverlässig ist dieses Hilfsmittel jedoch nicht.

Abbildung des Steuerelements eines Studioblitzes

Diese Abbildung zeigt das Steuerelement eines Studioblitzes. Der auf dem Bild abgebildete Blitz lässt sich im Rahmen seines Regelbereichs bis hin auf eine Kommastelle genau einstellen. Bei der Dauerlicht-Leuchte beschränken sich die Steuerelemente auf einen An- und Ausschalter und einen Dimmer.

Regelbarkeit der Belichtung

Wie bereits erwähnt, lassen sich Dauerlicht-Leuchten dimmen. Dies geschieht zum Teil durch das Ab- oder Zuschalten von mehreren Lichtröhren. Damit lässt sich das Licht gewissermassen stufenweise regeln. Eine exakte Abstimmung des Lichts lässt sich mit dieser Möglichkeit allerdings nicht bewerkstelligen. Dafür kommt die Einstellung der Belichtungszeit der Kamera wieder zum Einsatz, welche bei der Benutzung eines Blitzgerätes unerheblich ist.

Weitaus exakter lässt sich in Bezug auf die Belichtung der Studioblitz regeln, da dieser einen Regelbereich besitzt. Je nach Modell erstreckt sich dieser Regelbereich über fünf Blendenstufen oder mehr.  Auf Grund der hohen Leistung des Studioblitzes ist es absolut notwendig diesen einstellen zu können, da in den meisten Fällen die Maximalleistung nicht benötigt wird.

Bewegungen einfrieren und Bewegungsunschärfe erzeugen

Normalerweise werden kurze Verschlusszeiten benötigt, um eine Bewegung festzuhalten. Diese kurzen Verschlusszeiten gelten auch für die Aufnahme mit Dauerlicht-Leuchten. Anders ist es beim Einsatz des Studioblitzes. Hier entscheidet die Abbrennzeit, also die Länge des Blitzes, ob die Aufnahme scharf oder unscharf aufgenommen wird. Umso kürzer die Abbrennzeit ist, desto einfacher ist es, sehr schnelle Bewegungen einzufrieren. Folglich eignen sich die etwas hochwertigeren Geräte mit Abbrennzeiten von bis zu 1/12000 s am besten. Diese sind trotz der kurzen Abbrennzeit in der Lage, ihre volle Leistung abzugeben, so dass selbst eine bewegte Szene mit einem niedrigen ISO-Wert und somit einer hohen Bildqualität aufgenommen werden kann.

Bei der Fotografie von Bewegungen kann es zudem interessant sein, eine gewisse Unschärfe ins Bild zu bringen. Dies gelingt vor allem durch längere Belichtungszeiten, wofür sich das Dauerlicht besser eignet als das Blitzlicht.

Darstellung von Bewegungsunschärfe

Auf der rechten Abbildung wurde mit Hilfe einer Dauerlicht-Leuchte die Bewegungsunschärfe eines Windrades festgehalten.

Einsatz von Lichtformern

Wenn in der Fotografie zusätzliche Lichtquellen wie Blitzgeräte und Dauerlicht-Leuchten zum Einsatz kommen, finden zugleich Lichtformer ihre Verwendung. Dies sind Hilfsmittel wie Reflektoren, Softboxen, Reflex- und Durchlichtschirme, Flächenreflektoren und Wabenfilter, die dem zusätzlichen Licht eine bestimmte Charakteristik verleihen.

Das Angebot an Lichtformern ist für Studioblitze besonders hoch. Dies hängt unter anderem mit der geringen Wärmeentwicklung eines Blitzgerätes zusammen. Beim Einsatz von Dauerlicht-Leuchten kommt es häufig zu einer relativ starken Wärmentwicklung, welche den Einsatz von Lichtformern einschränkt. Dies trifft vor allem auf die günstigeren Geräte zu. Hochwertigere Dauerleuchten sind hingegen sogar mit einem Bajonett zur Anbringung von Lichtformern ausgestattet.

Videoaufnahmen

Ein Vorteil, den nur die Dauerlicht-Leuchten mit sich bringen, ist die Tatsache, dass sich diese auch zur Aufnahme von Videos eignen.

Fazit Dauerlicht contra Studioblitz

Im Vergleich betrachtet, besticht das Blitzlicht vor allem durch seine starke Leistung, mit der hohe Schärfentiefen erreicht und Bewegungen eingefroren werden können.

Für Aufnahmen mit offener Blende oder Bewegungsunschärfe liegen die Vorteile klar beim Dauerlicht. Zudem ist es gerade für Einsteiger leicht zu handhaben, da die Lichtwirkung unmittelbar ohne unzählige Testaufnahmen eingeschätzt werden kann.

Preislich betrachtet bietet die Dauerlicht-Leuchte im Gegensatz zum Studioblitz zudem sehr günstige Alternativen, wie beispielsweise den Baustrahler. Aber Vorsicht: Gerade bei den sehr günstigen Geräten ist mit einer hohen Wärmeentwicklung zu rechnen, die Sie auf keinen Fall unterschätzen sollten.

Merken

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Langzeitsynchronisation

Die Langzeitsynchronisation ist eine spezielle Blitztechnik, die mit einer längeren Verschlusszeit arbeitet. Die daraus folgende erhöhte Belichtungszeit ermöglicht es, das vorhandene Umgebungslicht zusätzlich zum Blitzlicht für die Bildaufnahme zu nutzen.

Gewöhnlich werden in der Blitzlichtfotografie Verschlusszeiten von 1/250 bis 1/30 verwendet. Eine längere Verschlusszeit bewirkt, dass die Zündung des Blitzes und die vollständige Öffnung des Verschlusses nicht synchron verlaufen, sondern der Verschluss noch für eine längere Zeit geöffnet bleibt.

Zum Einsatz kommt die Langzeitsynchronisation vor allem dann, wenn das Blitzlicht ein Motiv zu stark beleuchtet und der Hintergrund und die Umgebung zu dunkel sind, da die Blitzreichweite nicht ausreicht. Kann ein Blitzlicht aber nicht vermieden werden, muss das Umgebungslicht zusätzlich mit einbezogen werden. Die längere Belichtungszeit bewirkt einen grösseren Anteil am Umgebungslicht und damit einen helleren Hintergrund. Im Ergebnis erhält man ein ausgewogenes Belichtungsverhältnis zwischen Motiv und Hintergrund.

Unterschieden wird zwischen Blitzen auf den ersten Vorhang und Blitzen auf den zweiten Vorhang. Der Unterschied besteht darin, ob das Auslösen des Blitzes unmittelbar nach Öffnung des Verschlusses geschieht und der Verschluss danach geöffnet bleibt, oder ob sich der Verschluss zunächst für eine längere Zeit öffnet und der Blitz erst kurz vor Ende der Verschlusszeit gezündet wird.

Generell besteht die Gefahr, durch zu lange Belichtungszeiten Verwacklungen und Bewegungsunschärfen im Bild hervorzurufen, insbesondere bei bewegten Motiven. Diese unerwünschten Effekte äussern sich aber in unterschiedlicher Weise, je nachdem, ob auf den ersten oder zweiten Vorhang geblitzt wird.

Bei der Synchronisation auf den ersten Vorhang erfolgt der Blitz zu Beginn der Verschlusszeit, womit das Motiv anfänglich scharf abgebildet wird. Allerdings werden alle nachfolgenden Bewegungen durch die restliche Belichtungszeit ebenfalls aufgenommen, sodass Bewegungsunschärfe entsteht. Da die Unschärfe dem Motiv vorauseilt, wirkt es, als würden die Bewegungen rückwärts verlaufen. Dies vermittelt einen eher unnatürlichen Charakter.

Wird auf den zweiten Vorhang geblitzt, erscheint die Bewegungsunschärfe nach dem Motiv, da der Blitz erst am Ende der Verschlusszeit gezündet wird. Die Unschärfe unterstützt in diesem Fall die Bewegung.

Zwar sind solche Effekte oft unerwünscht, für bestimmte Situationen können sie aber auch gezielt genutzt werden. Als gestalterisches Mittel eignen sie sich beispielsweise, um einem Bild Dynamik zu verleihen.

Blitzschuh

In manchen Fällen ist es sinnvoll, eine Kamera mit einem externen Blitzgerät auszustatten, um bei Fotoaufnahmen eine bessere Belichtung und damit bessere Aufnahmequalität zu erzielen. Mit einem Blitzschuh – einer auf der Kamera befindlichen mechanischen Halterung – ist es möglich, externe Blitzgeräte oder anderes Zubehör an einer Kamera anzubringen.

Der Blitzschuh befindet sich meist mittig auf dem Kameragehäuse und besteht aus zwei Metallschienen, unter die das Blitzgerät geschoben wird, und einem Mittenkontakt, der für die Kommunikation zwischen Kamera und Blitzgerät zuständig ist. Dadurch wird eine Synchronisation zwischen Blitzlicht und Auslöser ermöglicht.

Ein Blitzschuh kann weitere elektrische Kontakte enthalten, die die Steuerung von Sonderfunktionen des Blitzgerätes erlauben (beispielsweise TTL-Blitzsteuerung, AF-Hilfslicht, etc.). Auch anderes Zubehör, wie Blitzadapter, Leuchten, Wasserwaagen, Fernauslöser, Mikrofone, Sucher, etc., kann am Blitzschuh befestigt werden. Nicht jedes Zubehör verfügt dabei über einen elektrischen Kontakt, der Blitzschuh dient in diesen Fällen nur als mechanische Halterung.

Grundsätzlich sind die Blitzgeräte und die Blitzschuhe unterschiedlicher Hersteller kompatibel. Das mechanische Befestigen sowie der Kontakt zwischen Kamera und Blitzgerät stellt in diesen Fällen kein Problem dar. Es ist aber durchaus möglich, dass die Erweiterungen der Kamera, die durch die zusätzlichen elektrischen Kontakte am Blitzschuh ermöglicht werden, nicht mit dem externen Blitzgerät kompatibel sind und lediglich das Auslösen des Blitzes über den Mittenkontakt zur Verfügung steht. Bei manchen externen Blitzgeräten besteht hingegen nicht einmal mechanische Kompatibilität.

Beim Kauf von zusätzlichem Zubehör sollte unbedingt darauf geachtet werden, ob eine volle Kompatibilität besteht und der Blitzschuh alle Funktionen des Zubehörs unterstützt.

Kameraaufbau mit einem Blitzgenerator und zwei Blitzköpfen

Blitztechnik – Der Studioblitz

Neben den bereits vorgestellten Dauerlichtleuchten gehört das Blitzlicht mit zu den wichtigsten Lichtquellen in der Fotografie.
Anders als das Dauerlicht, welches sich hauptsächlich für die Studiofotografie eignet, gibt beim Blitzlicht sowohl Varianten für den Outdoor- als auch für den Indoorbereich.

Für Aufnahmen ausserhalb eines Fotostudios erweisen sich der bereits in einer digitalen Spiegelreflexkamera integrierte Blitz und der externe Systemblitz, welcher an einer Kamera mit einem Blitzschuh angebracht werden kann, als durchaus praktisch. Der Systemblitz vereint dabei in seiner kompakten Grösse alle notwendigen Elemente wie Elektronik, Strom, Sensoren, Kondensator und Blitzröhre.

Eine weitere Möglichkeit, einen sehr leistungsstarken Blitz zu erzeugen, sind Studioblitze. In diesem Artikel erhalten Sie nützliche Informationen über die einzelnen Bestandteile, die Bauformen, den Einsatz und die Möglichkeiten, diesen auszulösen.

Der Aufbau eines Studioblitzes

Ein Studioblitz besteht aus drei verschiedenen Bestandteilen, dem Blitzgenerator, dem Blitzkopf und dem Kondensator.

Der Blitzgenerator versorgt die Blitzköpfe mit der nötigen Zündspannung. Die meisten sind von einem festen Stromanschluss abhängig. Der zweite Bestandteil ist der Blitzkopf. Dieser beherbergt eine Blitzröhre, ein Einstelllicht und eine Bajonettaufnahme zur Anbringung von Lichtformern wie Reflektoren, Schirmen und Softboxen. Spezialblitzköpfe verfügen bereits über integrierte Lichtformer. Sowohl Blitzröhre als auch das Einstelllicht können problemlos ausgewechselt werden. Es ist durchaus ein Vorteil, dass als Einstelllicht eine herkömmliche Glühbirne verwendet wird, da die Auswechslung keine grossen Kosten verursacht.

Um einen Blitz erzeugen zu können, wird neben dem Generator und dem Blitzkopf noch ein Kondensator benötigt. Dieser ist in der Lage, die elektrische Energie zu speichern und diese schnell beziehungsweise auf einmal wieder abzugeben. Für jeden Blitz, der ausgelöst werden soll, muss der Kondensator erneut aufgeladen werden. Ob eine erneute Aufladung bereits erfolgt ist, lässt sich sowohl durch eine Kontrollleuchte erkennen als auch mittels eines Testschalters überprüfen.

Die unterschiedlichen Bauformen

Grob gesagt lassen sich Studioblitze in kompakte Studioblitze und Generatoren mit einem Blitzkopf unterteilen. Diese beiden Arten unterscheiden sich sowohl in ihrer Bauweise als auch in ihrer Funktion.

Der kompakte Studioblitz vereint alle drei Bestandteile Generator, Blitzkopf und Kompensator, in einem Gehäuse. Bei der zweiten Bauform sind Generator und Blitzkopf voneinander getrennt und werden durch ein Kabel miteinander verbunden.

Durch diese separate Bauweise wird die Möglichkeit geschaffen, zwischen den einzelnen Bestanteilen eine grosse Distanz zurückzulegen. Der Spielraum bezüglich dieser Entfernung bietet vor allem beim Aufbau grosse Vorteile, da sich die Steuerelemente des Blitzes am Generator befinden. So lässt sich der Blitzkopf hoch oben oder an schlecht erreichbaren Stellen platzieren, obwohl der Generator in greifbarer Nähe stehenbleibt. Dadurch kann dieser jederzeit barrierefrei neu eingestellt werden. Auch eine Versorgung von mehreren Blitzköpfen wird durch diese Bauweise möglich. Der Generator kann bis zu vier Blitzköpfe gleichzeitig versorgen. Hierbei wird die erzeugte Leistung normalerweise gleichmässig an die Blitzköpfe verteilt, doch spezielle Generatoren sind in der Lage, ihre Energie asymmetrisch abzugeben.

Studioaufbau mit einer Kamera und zwei kompakten Studioblitzen

Einsatz von Studioblitzen

Wie der Name schon verrät, findet der Studioblitz seine Anwendung neben dem Dauerlicht überwiegend im Indoor-Bereich beziehungsweise im Studio. Schliesslich sind diese oft, abgesehen weniger akkubetriebener Modelle, von einer festen Stromquelle abhängig.

Kompakte Studioblitze sind in der Regel zwar leistungsschwächer als Generatoren mit einem externen Blitzkopf, für Portraits und kleinere Produkte jedoch völlig ausreichend. Ihre Leistung beträgt zwischen 125 und 1000 Wattsekunden. Generatoren mit separaten Blitzköpfen wiederrum erreichen Leistungen zwischen 600 und 10.000 Wattsekunden und eigenen sich deshalb bestens für grosse Flächen und weite Distanzen. Ihren Einsatz finden sie somit in der Fotografie von Innenarchitektur, in der Industrie und in der Fotografie von grösseren Produkten.

Die Unterschiede der Leistung lassen sich auch in den Preisen der Studioblitze erkennen. Die Anschaffung eines kompakten Studioblitzes ist um einiges günstiger als die eines Generators mit einem Blitzkopf.

Bei beiden Bauformen ist es wichtig darauf zu achten, dass sie eine gewisse Spanne beim Einsatz von Blenden zulassen, um bei den Einstellungen der Kamera nicht zu sehr durch das Blitzgerät eingeschränkt zu werden. Die Blitzstärke sollte demnach vielfältig regulierbar sein.

Auslösen des externen Studioblitzgerätes

Anders als bei dem integrierten Blitz und dem externen Systemblitz kommuniziert der Studioblitz nur sehr eingeschränkt mit der Kamera, denn es wird lediglich der Zeitpunkt des Auslösens jedoch keine Belichtungsdaten übermittelt.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Kamera mit dem Studioblitz zu verbinden. Zum einen liegt beim Kauf eines Studioblitzes oft ein Synchronkabel bei, welches beide Geräte gleichzeitig zur Auslösung bringt. Dieses ist jedoch für ein Shooting, bei der viel Bewegung des Fotografen gefordert ist, eher ungeeignet, da ein Kabel nur eine begrenzte Reichweite bietet und als Stolperfalle dient.

Des Weiteren ist es durch einen bereits in den Studioblitz eingebauten Fotosensor möglich, eine synchrone Auslösung mit dem integrierten Blitz der Kamera zu erzeugen. Dieser Fotosensor erkennt das Auslösen des integrierten Blitzes und löst ebenfalls aus. Hierbei sollte im manuellen Modus gearbeitet werden, um das Auslösen eines Vorblitzes auszuschliessen. Diese Variante hat den Nachteil, dass die Kamera und der Blitz in einer gewissen Position zueinander stehen müssen. Sind die Studioblitze zu seitlich oder zu weit hinten positioniert, können sie das Blitzsignal der Kamera nicht mehr erkennen. Dieses Problem lässt sich zum einen mit einem aufsteckbaren Systemblitz korrigieren, da dieser in die Richtung des Studioblitzes ausgerichtet werden kann, zum anderen kann ein Infrarot-Auslöser, welcher dem Fotosensor das Signal zum Auslösen liefert, verwendet werden. Der Infrarot-Auslöser sollte bei der Aufnahme von Personen nicht auf das Model gerichtet werden, da dieser einen roten Punkt in den Augen erzeugen kann.

Fazit

Ein Studioblitz ist im Vergleich mit dem integrierten Blitz und dem externen Systemblitz die leistungsstärkste Variante. Diese enorme Leistung hat jedoch auch Auswirkungen auf den Preis. Vor allem die Anschaffung eines Blitzgenerators mit Blitzkopf stellt eine sehr grosse Investition dar, da man sich nicht nur einen Studioblitz, sondern ein Blitzsystem anschafft.

Der Generator mit seinen externen Blitzköpfen ist in seiner Funktion vielseitiger als der kompakte Studioblitz. Zum einen da er mehrere Blitzköpfe mit Energie versorgen kann, welche zudem durch ihre Distanz zum Generator flexibel positioniert werden können. Eine solche Ausrüstung eignet sich daher für sehr grosse Flächen. Deshalb sollten Sie genau wissen, für welchen Zweck und wie oft Sie einen Studioblitz benötigen. Im Rahmen der Hobbyfotografie reicht ein kompakter Studioblitz trotz seiner geringeren Leistungen in den meisten Fällen aus. Zudem gibt es hier bereits Modelle in einem weitaus niedrigeren Preissegment.

Merken

Blitzreichweite

Die Blitzreichweite ist die maximal mögliche Entfernung, mit der ein Motiv von einem Blitzgerät optimal ausgeleuchtet werden kann. Die Blitzreichweite ist abhängig von der Lichtleistung des Blitzgerätes (Leitzahl), der Blendenzahl, der Lichtempfindlichkeit (ISO-Wert) und den Reflexionseigenschaften der Umgebung.

Die Leitzahl ist dabei eine Masszahl für die vorhandene Blitzleistung. Durch sie lässt sich bei gegebenem Blendenwert der Abstand zum Motiv berechnen, bei dem eine optimale Ausleuchtung erfolgen kann. Umgekehrt ist es möglich, bei gegebenem Abstand den Blendenwert zu ermitteln.

Es gilt die Formel: Leitzahl = Abstand x Blendenwert.

Ein Beispiel: Eine Kamera besitzt einen Blitz mit Leitzahl 12 und eine Blende mit der Einstellung 5,6. Durch Einsetzen der Werte in die Gleichung ergibt sich ein maximaler Abstand des Blitzgerätes zum Motiv von 2,14 m (Abstand = 12 / 5,6).

Mit höherer Leitzahl oder einem geringeren Blendenwert kann der Abstand demnach grundsätzlich vergrössert werden. Dennoch sind die Leitzahlen verschiedener Kameramodelle nicht direkt vergleichbar oder lassen auf höhere bzw. niedrigere Blitzreichweiten schliessen.

Das liegt zum einen daran, dass sich die Leitzahl immer auf eine bestimmte Lichtempfindlichkeit bezieht. Viele Blitzgeräte besitzen einen ISO-Wert von 100, andere Blitzgeräte können aber durchaus andere Werte aufweisen. Um diese Modelle miteinander vergleichen zu können, müssen Umrechnungsfaktoren angewendet werden. Zum Beispiel: Die Leitzahl eines Blitzgerätes mit dem ISO-Wert 200, also einer höheren Lichtempfindlichkeit, muss durch den Quotienten 1,4 geteilt werden, um eine vergleichbare Leitzahl für ein Blitzgerät mit ISO 100 zu erhalten. Für ein Blitzgerät mit ISO 50 müsste die Leitzahl dementsprechend mit dem Faktor 1,4 multipliziert werden.

Zum anderen werden die Leitzahlen von der Reflektorstellung der verwendeten Kamera beeinflusst. Mit längerer Brennweite und damit stärkerem Zoom wird das eintreffende Licht stärker gebündelt und die Leitzahl erhöht sich. Es ist durchaus üblich, dass die verschiedenen Kamerahersteller ihre Leitzahlen auf unterschiedliche Brennweiten beziehen und deshalb ein direkter Vergleich nicht möglich ist. Dafür ist ein Blick ins Handbuch der Kameramodelle notwendig, um die Leitzahlen für die einzelnen Zoompositionen zu ermitteln.

Beim Kauf einer Kamera sollte die Leitzahl als Vergleichsmassstab, also immer nur in Relation zu anderen Kenngrössen, betrachten werden. Sie gibt nur bedingt Aufschluss über die Blitzreichweite.