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Skifahrerin in Bewegung auf einer Piste vor blauem Himmel

Die technischen Grundlagen in der Sportfotografie

Bei der Sportfotografie handelt es sich immer um die Aufnahme von bewegten Motiven. Das kann zum Beispiel ein rennender Fussballer oder ein fahrender Rennwagen sein. Der Artikel «Inhalt und Bildgestaltung in der Sportfotografie» liefert bereits verschiedene Hinweise und Ideen zur Gestaltung von Sportaufnahmen. Im Folgenden gehen wir näher auf die Wahl des Kamera-Modus, die Einstellung der Parameter und die Anwendung verschiedener Techniken in der Sportfotografie ein.

Wahl der Modi in der Sportfotografie

Wer selbst keine komplexeren Einstellungen vornehmen möchte, kann das Motivprogramm «Sport» wählen. Für Fortgeschrittenere empfiehlt sich dagegen der Modus der Blendenautomatik (T/Tv). In diesem Modus wird die Blende von der Kamera automatisch eingestellt. Der ISO-Wert kann dabei sowohl manuell eingestellt werden als auch durch die Automatik-Funktion automatisch angepasst werden. Somit können Sie sich ganz auf die Einstellung der Verschlusszeit konzentrieren. Da es sich in der Sportfotografie um die Aufnahme von bewegten Motiven handelt, sind kurze Verschlusszeiten notwendig, um das gewünschte Motiv scharf abzubilden. Hierbei eignen sich 1/2000 Sekunden und kürzer. Durch die geringen Verschlusszeiten gelangt oft nur wenig Licht auf den Sensor, wodurch Aufnahmen schnell zu dunkel werden. Die Blendenautomatik gleicht die kurze Belichtungszeit mittels weit geöffneter Blende und der Erhöhung des ISO-Wertes aus. Aber Vorsicht mit den hohen ISO-Werten, da diese das sogenannte Bildrauschen verursachen und folglich eine schlechtere Bildqualität liefern.

Eingefrorene Bewegung eines Fussballers der einen Ball in die Luft schiesst

Durch die geöffnete Blende und kurze Belichtungszeit entsteht eine geringe Schärfentiefe. Es wird also nur ein kleiner Bereich um den Fokuspunkt richtig scharf abgebildet, während der Hintergrund unscharf wird. So gelingt das Einfrieren eines bewegten Motivs.

Verwenden Sie den manuellen Modus, wenn Sie sämtliche Parameter selbst anpassen möchten.  So können Sie zusätzlich zur Verschlusszeit auch die Blendenzahl selbst festlegen. Für mehr Schärfentiefe bzw. einen grösseren scharfen Bereich in der Aufnahme ist eine grosse Blendenzahl erforderlich. Eine kurze Verschlusszeit in Verbindung mit einer geschlossenen Blende ist allerdings nur bei ausreichend Umgebungslicht möglich, da beide Faktoren den Lichtdurchlass auf den Sensor verringern. Um eine gute Bildqualität zu erreichen und das oben erwähnte Bildrauschen zu vermeiden, sollten Sie die Verschlusszeit und die Blende nicht durch den ISO-Wert ausgleichen. Verwenden Sie nach Möglichkeit stattdessen lieber ein Objektiv mit hoher Lichtstärke, um das Ergebnis zu verbessern.

Den richtigen Moment einfrieren

Nur mit einer einzigen Aufnahme den richtigen Moment abzupassen, ist in der Sportfotografie eine grosse Herausforderung. Damit dies gelingt, hilft nur Übung und Erfahrung. Gerade für Einsteiger kann in diesem Bereich die Serienbildfunktion eine grosse Unterstützung sein. Der Serienbild-Modus erlaubt durch Gedrückthalten des Auslösers mehrere Aufnahmen nacheinander. Für besonders schnelle Bewegungen gibt es meist noch einen Serienbild-Modus «High», der in einer noch höheren Frequenz auslöst.

Ein weiteres Hilfsmittel ist die Autofokus-Betriebsart AI-Servo bei Canon und AF-C bei Nikon für bewegte Objekte. Dies ist die automatische Schärfennachführung bei welcher der Abstand des fokussierten Objekts durch den halbdurchgedrückten Auslöser kontinuierlich gemessen und angepasst wird. Somit wird die Fokussierung eines bewegten Objektes erleichtert.

Mitschwenken statt Einfrieren

Neben kurzen Belichtungszeiten, ermöglicht auch die Technik des «Schwenkens» das Einfrieren von bewegten Objekten. Beim Schwenken werden deutlich längere Verschlusszeiten wie 1/30 Sekunden verwendet. Während dieser recht langen Belichtungszeit ist das Ziel, die Kamera mit dem bewegten Objekt so mitzuführen, dass es sich im Sucher stets auf derselben Position befindet. Durch dieses Vorgehen wirkt das gewählte Motiv eingefroren und der Hintergrund verzerrt, wodurch dem Motiv eine sehr dynamische Wirkung verliehen wird. Objektive mit einem Bildstabilisator erleichtern den Vorgang geschwenkter Aufnahmen. Des Weiteren kann ein Stativ mit einem beweglichen Kugelkopf das gezielte mitschwenken vereinfachen.

Scharf abgebildeter Rennwagen vor verschwommenem Hintergrund

Durch die langen Belichtungszeiten und die geringe Schärfentiefe, muss der ISO-Wert beim Mitschwenken meist kaum erhöht werden. Das Umgebungslicht im Freien reicht hier für eine ausreichende Belichtung der Aufnahme meist aus.

Fazit

Den richtigen Moment in der Sportfotografie einzufangen, ist ein spannendes Unterfangen. Die Techniken des Einfrierens und des Schwenkens bieten sich dabei besonders an, um die Dynamik aufs Bild zu bringen. Beide Vorgehensweisen erfordern verschiedene Einstellungen und haben eine ganz eigene Bildsprache. Beim Einfrieren liegen die Herausforderungen vor allem in der richtigen Belichtung und dem Zeitpunkt des Auslösens. Den perfekten Moment zu erwischen, bedarf bei beiden Techniken vor allem Übung. Probieren Sie es einfach mal aus. Wir wünschen Ihnen viel Spass dabei!

Inhalt und Bildgestaltung in der Sportfotografie

Ein Wochenende in den Bergen und Sie wollen Ihre Familie beim Skifahren verewigen? Das entscheidende Fussballmatch Ihrer Kinder sticht rot im Kalender hervor und Sie würden Erinnerungen an dieses Ereignis gern für später konservieren?

Dieser Artikel gibt Ihnen Tipps zu Inhalten und Bildgestaltung Ihrer Sportfotos. Fernab der Technikfrage ist – auch in der Sportfotografie – eines ganz entscheidend: was auf dem Bild zu sehen sein soll. Für aussagekräftige Einzelaufnahmen, die im Bilderrahmen an der Wand über sich hinaus Geschichten erzählen, lohnt eine Reduktion auf die wesentlichen Elemente. Das sind beim Sport oftmals Emotionen und Action.

Sie können aber auch ganze Serien schiessen, den Weg vom Mittelfeld ins Tor oder vom Anlauf über den Absprung bis zur Landung im Fotoalbum nachzeichnen. So oder so ist ein gewisses Verständnis der Sportart von Vorteil, um die nächste Bewegung schon vorauszuahnen und den Auslöser im richtigen Moment zu drücken.

Emotionen im Sport mit der Kamera einfangen

Sport hat oftmals mindestens zwei Gesichter. Während die Verlierer vereinzelt den Rasen verlassen oder einsam im Gras hocken und enttäuscht in die Ferne blicken, tanzen und hüpfen die Gewinner zu den Freudengesängen der Fans gemeinsam durcheinander. Während sich die Mitstreiter der einen Mannschaft bestürzt an den Kopf greifen, wirft der gegnerische Trainer grinsend die Hände zum Himmel. Freude und Jubel stehen Enttäuschung und Wut gegenüber, die Gewinner den Verlierern. Das macht es spannend, darum geht es. Das verbindet, will festgehalten werden und macht Ihre Sportfotos lebendig. Wollen Sie Emotionen einfangen, so können sie auf diese Kontraste setzen. Versuchen Sie beide Seiten auf Ihren Fotos zu zeigen. Vielleicht lässt sich die Enttäuschung durch ein Foto in Graustufen unterstreichen? Wie wirkt ein vereinzelter Spieler, der allein im Rasen hockt, aus der Ferne aufgenommen im Vergleich zu einer Nahaufnahme?

Junge und seine Enttäuschung nach einer Niederlage beim Fussball

Action beim Sport auf Fotos ablichten

Da kämpfen zwei Fussballer um den Ball, eine Beachvolleyballerin hechtet in den Sand, ein Skateboard gleitet über ein Geländer, die Leichtathletin sprintet über die letzte Hürde – und das alles geschieht in Bruchteilen von Sekunden. Und in genau diesen Momenten müssen Sie bereit sein, vorab wissen, welche Positionen einzunehmen ist, welche Knöpfe zu drücken sind, um die Action auf Ihren Sportfotos lebendig abzulichten. In welchen Bereichen des Spielfeldes oder des Platzes passieren die Siegestreffer, die Überholmanöver oder die gewagten Sprünge? Machen Sie sich vorher Gedanken, wo sie sich platzieren wollen. Bei manchen Sportarten eignet sich die Kurve besonders gut. Hier können Sie die Sportler von vorn und von der Seite sehen. Probieren Sie auch mehrere Perspektiven aus, vielleicht auch solche, die Ihnen erst als zweites in den Sinn kommen. Ein Skateboardtrick sieht aus der Froschperspektive vielleicht riskanter aus als auf Augenhöhe.

Skater aus der Froschperspektive

Während des Sportereignisses spielen für Sie Konzentration und Reaktion eine entscheidende Rolle. Seien sie wachsam, halten Sie die Augen offen und den Finger am Auslöser.

Technische Herausforderungen

Die Herausforderungen in der Sportfotografie liegen vor allem in der Distanz, den Lichtverhältnissen und der Bewegung. Zu spät oder zu früh ausgelöst, zu dunkel oder zu unscharf fotografiert – das sind die Schwierigkeiten, die es zu meistern gilt.

Verschiedene Sportarten verlangen verschiedene Brennweiten. Stehen Sie nah am Geschehen, empfiehlt sich ein Weitwinkelobjektiv, während sich ein Teleobjektiv aus der Ferne als nützlich erweisen kann. Wechselndes, unbeständiges Wetter oder die kalten Neonröhren einer Halle stellen die zweite Hürde dar. Hier kann ein lichtstarkes Objektiv mit einer Offenblende von mindestens F4 unterstützend sein, die Sportler scharf aufs Foto zu bekommen. Ein schneller Autofokus und eine Serienbildfunktion mit über 5 Fotos pro Sekunde können wiederum hilfreich dabei sein, den richtigen Moment zu erwischen. Endgültig entscheidend ist jedoch Ihr Finger am Auslöser.

Von nackten Füssen im Sand und leeren Startbahnen – die Illustration

Fernab der Suche nach den action- und emotionsgeladenen Sportbildern können Sie aber auch aus einem anderen, illustrativen Blickwinkel auf den Sport schauen. Wie wäre es mit einer Rennstrecke ohne Läufer, die im morgendlichen Nebel verschwimmt, noch unklar, wer hier am Nachmittag als erstes einlaufen wird? Oder mit einem Puck, der auf dem frisch zerkratzten Eis liegt und auf das eben beendete, rasante Eishockeyspiel schliessen lässt? Oder vielleicht mit nackten Füssen, die den Sand auf dem Beachvolleyballfeld aufwirbeln, kurz nach der finalen Sprungangabe?

Eine leere Startbahn, die im Nebel verläuft

Fotos dieser Art haben einen eher künstlerischen Aspekt, zeigen und dokumentieren den Sport zeitlos und eigenen sich super für das eigene Archiv oder als Deckblatt fürs Fotoalbum.

Um solch illustrative Fotos zu schiessen, empfiehlt sich auch hier vorab Ideen zu sammeln. Welche Elemente sind wesentlich? Welche Witterungsverhältnisse sind typisch? Was macht diesen Sport aus, worin bestehen seine Eigenheiten? Schauen Sie doch mal Sportzeitungen nach Fotos durch und lassen sich inspirieren. Mit den gesammelten Ideen im Kopf müssen Sie bei dem Event nur noch an der Umsetzung feilen, auf den richtigen Moment warten und den Auslöser drücken.

Viel Spass beim Ausprobieren!

Rotes Muscle Car

Fahrzeugfotografie – Autos und andere Fahrzeuge dynamisch fotografieren

Sie sind Teil unseres alltäglichen Lebens und bringen uns von A nach B: Ob klein oder gross, schnell oder langsam, Strasse oder Schiene, Autos, LKWs oder Züge. Sie alle haben etwas gemeinsam – sie geben tolle Fotomotive ab. Die Kunst der Fahrzeugfotografie liegt meist darin, die auf uns so dynamisch wirkenden Objekte auch auf dem Foto schwungvoll darzustellen.

Was Sie für eine gute Vorbereitung beachten sollten und wie Ihnen besonders stimmige Fotos gelingen, erfahren Sie in diesem Artikel.

So sind Sie optimal vorbereitet

Zunächst sollten Sie überlegen, welche Art von Fahrzeug Sie abbilden möchten. Für maximale Flexibilität bietet sich der Einsatz eines Objektivs mit einem grossen Brennweitenbereich an. Fällt Ihre Wahl auf die Fotografie von PKWs, dann reicht ein Objektiv mit mittlerer bis hoher Brennweite. Fotografieren Sie hingegen lieber LKWs, Züge und ähnlich grosse Fahrzeuge oder wollen Sie zusätzlich die Umgebung einfangen, so sollte die Wahl auf ein Objektiv mit niedrigeren Brennweiten oder ein Weitwinkelobjektiv fallen.

Für gelungene Fotos im Freien empfiehlt sich ausserdem der Einsatz eines Polfilters. Grundsätzlich verhindert dieser ungewollte Reflexionen auf nicht-metallischen Oberflächen. Obwohl sich die volle Wirkung des Polfilters vor allem auf nicht-metallische Oberflächen entfaltet, so verringert dieser in gewissen Masse dennoch Spiegelungen des Lacks. Darüber hinaus sollten Aufnahmen im direkten Sonnenlicht vermieden werden, da oftmals unschöne und harte Schatten entstehen. Lichten Sie Ihr Motiv daher lieber in einer sonnengeschützten Umgebung ab.

Um ungewünschten Wettereinflüssen zu entgehen, können insbesondere Lagerhallen oder Parkgaragen einen guten Ort für ein Foto-Shooting darstellen. Experimentieren Sie hierbei mit dem Standort des Fahrzeugs und der Beleuchtung vor Ort. Die Leuchten des Fahrzeugs können dabei auch gut in das Shooting miteingebracht werden. Für den Fall, dass die Location nicht genügend Licht bereithält, lohnt der Einsatz eines Stativs und/oder eines lichtstarken Festbrennweiten Objektivs.

Stehende Fahrzeuge eindrucksvoll fotografieren

Bei stillstehenden Fahrzeugen haben Sie grundsätzlich viele Möglichkeiten, um ein Bild nach Ihren Vorstellungen zu entwickeln. Wird das Fahrzeug etwa aus einem niedrigen Winkel fotografiert, so wirkt es besonders mächtig. Die entgegengesetzte Wirkung kann erzielt werden, wenn das Fahrzeug von einem höheren Standpunkt aus fotografiert wird. Probieren Sie verschiedene Perspektiven aus und erleben Sie, wie sich die Zusammensetzung Ihres Bildes verändert.

Vielversprechend sind bei der Fotografie von Fahrzeugen vor allem Nahaufnahmen bestimmter Fahrzeugteile. Bei Autos können beispielsweise die Felgen und Bremsscheiben, das Interieur mit Lenkrad, Schaltknüppel und Armaturenbrett oder auch der Motorblock ein gutes Motiv abgeben. Gehen Sie ins Detail und Sie werden mit besonderen Aufnahmen belohnt.

Detailansicht eines grünen Oldtimers

Bewegte Fahrzeuge gekonnt in Szene setzen

Anders als bei stehenden Fahrzeugen und wie auch bei der Sportfotografie ist bei bewegten Motiven auf eine niedrige Verschlusszeit zu achten, damit dynamische Objekte scharf abgebildet werden können. Optimalerweise sollte zu Beginn die Fokusoption für bewegende Motive in den Kameraeinstellungen ausgewählt werden. Der Autofokus geht in dieser Einstellung mit dem Motiv mit und ermöglicht eine präzise Fokussierung. Bei Kameras vom Typ Canon heisst diese Art des Fokus AI Servo, wohingegen Nikon die Bezeichnung AF-C führt. Die Bezeichnung kann daher je nach Kameratyp variieren.

Grundsätzlich bieten sich Ihnen bei der Fotografie von bewegten Fahrzeugen zwei Vorgehensweisen:

Bei der Technik des „Mitziehens“ fokussieren Sie auf das gewünschte Fahrzeug und folgen seiner Bewegung. Einem Sportwagen, der auf horizontaler Achse am Fotografen vorbeifährt, sollte in entsprechender Richtung mit der Kamera gefolgt werden. Für ein optimales Ergebnis sollten Sie das Fahrzeug bereits aus der Ferne durch den Sucher betrachten, den Auslöser halb durchgedrückt halten und in gleichmässiger Geschwindigkeit zur Fahrtrichtung mitziehen. Grösster Vorteil dieser Vorgehensweise ist die Tatsache, dass ein realistisches Abbild der Situation entsteht. Durch das Mitziehen kommt es abseits des fokussierten Motivs zu Unschärfeeffekten, die auf die hohe Geschwindigkeit des Fahrzeuges hindeuten und es in einer stimmigen Dynamik darstellen.

Roter Zug in der Bewegung fotografiert

Bei der Technik des Mitziehens erscheinen die Fahrzeuge scharf. Ein Blick auf die verschwommene Umgebung des Zuges verrät, dass er sich bewegt. Durch diesen Effekt kann die Dynamik der Fahrzeuge glaubhaft abgebildet werden.

 

Die zweite Vorgehensweise wäre, das Fahrzeug mit einer sehr kurzen Verschlusszeit zu Fotografieren. Wählen Sie hierbei etwa eine 1/1000 Sekunde, so wird das Fahrzeug quasi eingefroren. Einerseits werden so die wesentlichen Bestandteile des Fahrzeugs und der Umgebung scharf abgebildet, andererseits verliert das Bild dadurch an Dynamik und Ausdruckskraft. Um das Bild dennoch spannend wirken zu lassen, kann die Kamera auf eine niedrige Blendenzahl wie etwa f/2,8 gestellt werden. Dies hat zur Folge, dass der Bereich fernab des fokussierten Motivs weniger scharf erscheint und ein schöner Bokeh-Effekt entsteht.

Blaues Rallye-Auto fährt auf kurviger Bergstrecke

Das in der Mitte fokussierte Rallye-Auto erscheint scharf, während Vorder- und Hintergrund leicht unscharf abgebildet sind. Anders als bei dem vorangegangenen Foto ist die Umgebung hier nicht verschwommen, sondern immer noch gut erkennbar. Auch die Felgen des Fahrzeugs scheinen stillzustehen.

 

Exkurs: Langzeitbelichtung bei der Fahrzeugfotografie in der Nacht

Bei Nacht bietet sich die Gelegenheit einer ganz besonderen Art der Fahrzeugfotografie. Mit Hilfe einer Langzeitbelichtung lassen sich die Scheinwerfer von Autos oder Zügen über mehrere Sekunden lang mit der Kamera festhalten. Die Bewegung der Fahrzeuge führt dazu, dass ein und dieselbe Lichtquelle an mehreren Stellen abgebildet wird und sich ganze Lichtspuren bilden. Dieser Effekt verleiht den Bildern einen ganz besonderen Touch, auch wenn es sich nicht um klassische Fahrzeugfotografie handelt, da das Auto oder der Zug nicht im Mittelpunkt stehen.
Tipp: Um scharfe Ergebnisse zu erzielen, sollten Sie unbedingt zu einem Stativ und gegebenenfalls zu einem Fernauslöser greifen.

Durch Langzeitbelichtung entstandene Lichtspuren von Autobeleuchtung

Sicherheit beim Fotografieren von fahrenden Autos und Zügen

Trotz aller Euphorie für Ihr Motiv sollten Sie immer Ihre Umgebung im Auge behalten. Sie sollten es insbesondere vermeiden, bewegenden Fahrzeugen zu nahe zu kommen. Ein gewisser Sicherheitsabstand sollte auch beim Fotografieren von Fahrzeugen gegeben sein. Bringen Sie sich oder andere niemals in Gefahr, nur um eine vielversprechende Aufnahme zu machen.

Fazit

Die Fahrzeugfotografie glänzt mit schier endlosen Möglichkeiten, um ein Fahrzeug stimmig in Szene zu setzen. Eine grosse Rolle spielt dabei unter anderem die richtige Vorbereitung und die Wahl einer geeigneten Location. Trotz aller Vorbereitungen sollte niemals die Wichtigkeit der Kreativität und der Experimentierfreudigkeit außer Acht gelassen werden. Der Einsatz einer geeigneten Technik rundet das Ergebnis Ihrer Arbeit dann letztlich ab und führt dazu, dass Sie das Fahrzeug Ihrer Wahl, den eigenen Vorstellungen entsprechend, abbilden können.

Modusrädchen einer DSLR, eingestellt auf Tv-Mode

DSLR – Fotografieren mit der Blendenautomatik (S/Tv-Mode)

Die Blendenautomatik eignet sich besonders für sich bewegende Objekte, um diese scharf oder gezielt verschwommen abzubilden. Der Fotograf legt die gewünschte Verschlusszeit manuell fest und die Kamera wählt automatisch dazu die passende Blende für die erforderliche Belichtung im Rahmen der gegebenen technischen Möglichkeiten.

Dieser Modus kommt vor allem in der Sport- und Naturfotografie zum Einsatz, bei welcher mehrere aufeinanderfolgende Aufnahmen geschossen werden und ein manuelles Anpassen der Blende an die Belichtungszeit zu lange dauern würde.

Im S/Tv-Modus können bei kurzer Verschlusszeit Verwacklungen reduziert und Objekte, Personen oder Tiere in Bewegung scharf abgebildet werden, während der Hintergrund leicht verschwimmt. Wird dagegen eine lange Verschlusszeit gewählt, verschwimmt die Bewegung und die unbewegte Umgebung bleibt scharf.

Auf dem Modusrädchen wird die Blendenautomatik, je nach Kamera, mit «S» oder «Tv» gekennzeichnet, was für Shutter Priority bzw. Time-Value-Modus steht und Zeitpriorität bedeutet. Das Pendant zum S/Tv-Modus ist der Av-Modus, welcher für Blendenpriorität steht und zur kreativen Nutzung von Schärfentiefe eingesetzt wird. Weitere Modi sind der Automatikmodus AUTO oder A, die Programmautomatik P, und der manuelle Modus M. Einige Kameras erklären in einem kurzen Hilfetext die Kernfunktionen des gewählten Modus, um Verwechslungen zu vermeiden.

Hilfetext zur Blendenautomatik auf dem Kameradisplay und zur Verschlusszeit auf dem Kameradisplay

Was ist bei den Einstellungen für die Blendenautomatik zu beachten?

Um mit der Blendenautomatik fotografieren zu können, müssen Sie zunächst das Modusrädchen auf „S“ oder „Tv“ stellen. In diesem Modus passt die Kamera den Blendenwert automatisch an die gewählte Belichtungszeit und die gegebenen Lichtverhältnisse an. Weitere Einstellungsparameter, welche die Bildqualität beeinflussen können, können Sie selbst wählen. So können Sie beispielsweise den ISO-Wert bei schwierigen Lichtverhältnissen manuell anpassen und dennoch mit der Blendenautomatik fotografieren.

Möchten Sie schnelle Bewegungen als Momentaufnahme scharf einfrieren, sollten Sie eine Belichtungszeit von mindestens 1/250 Sekunde wählen. Bei einer sehr hellen Umgebung, wie einem hellen Strand oder einer Winterlandschaft, eignen sich sogar Verschlusszeiten von 1/1000 Sekunde, um besonders rasante Bewegungen scharf abzubilden. Solche Bedingungen finden Sie etwa bei schnellen Ski- und Snowboardabfahrten oder knackigen Aufschlägen beim Beachvolleyball. Aber auch bei Naturfotos in den Himmel, um zum Beispiel Vögel im Flug aufzunehmen, sind meist sehr kurze Verschlusszeiten nötig.

Fliegende Möwe vor blauem Himmel

Viele Fotografen setzen den S/Tv-Modus auch zur kreativen Bildgestaltung Ihrer Motive ein, indem sie lange Belichtungszeiten wählen und Bewegungen verschwimmen lassen. So können Sie mit einer Belichtung von beispielsweise 1/20 Sekunden fliessendes Wasser weich bis neblig wirken lassen. Hierbei gilt: Je länger die Belichtungszeit ist, desto verschwommener wird die Bewegung.

Dieser Effekt wird auch als „Mitzieh-Effekt“ bezeichnet und eignet sich auch für Aufnahmen in Städten oder von Sehenswürdigkeiten, um Passanten verschwimmen zu lassen. Dies sorgt nicht nur für einen tollen Bildeffekt, sondern schützt obendrein die Persönlichkeitsrechte der Personen auf dem Foto. Bei nächtlichen Aufnahmen von befahrenen Strassen, sorgen lange Belichtungszeiten für leuchtende Linien von den Autoscheinwerfern. Je nach gewünschtem Effekt, finden Sie die ideale Verschlusszeit in der Blendenautomatik für Ihr Motiv am besten durch Ausprobieren heraus.

Verschwommene Menschen auf einer Treppe

Was sind mögliche Probleme und wie können diese vermieden werden?

Beim Fotografieren im S/Tv-Modus sollten Sie stets auf die Kameraanzeige achten. Kann die Kamera aufgrund der technischen Einschränkungen des Objektivs nicht die erforderliche Blende wählen, erscheint eine Warnung im Sucher. Diese ist je nach Kameratyp unterschiedlich und in der zugehörigen Bedienungsanleitung beschrieben. Meist blinkt der Blendenwert, wenn dieser nicht der erforderlichen Belichtung angepasst werden kann.

Die gewünschte Verschlusszeit kann eventuell dennoch beibehalten werden, wenn Sie den ISO-Wert entsprechend erhöhen oder senken. Andernfalls können Sie sich mit dem Ändern der Verschlusszeit an den technisch möglichen Bereich der Blendeneinstellung herantasten.

Bei der Einstellung von langen Verschlusszeiten in der Blendenautomatik besteht das Risiko, dass die Aufnahmen verwackeln. Für gelungene Aufnahmen empfiehlt sich daher die Verwendung eines Stativs oder das Aktivieren des Bildstabilisators, sofern Ihre Kamera über diesen verfügt. Alternativ können Sie die Kamera auf einem stabilen Untergrund, wie einer Bank oder einer Mauer, abstellen oder Ihre Hände aufstützen, um die Kamera möglichst ruhig halten zu können.

Beachten Sie weiterhin, dass sich der S/Tv-Modus lediglich auf die Verschluss- bzw. Belichtungszeit und den Blendenwert bezieht. Um eindrucksvolle Aufnahmen zu erhalten, sollten Sie andere Parameter wie den ISO-Wert oder die Bildqualität ebenfalls an die gegebenen Bedingungen anpassen.

Fazit

Die Blendenautomatik oder auch Zeitpriorität eignet sich hervorragend für das Festhalten von Bewegungen. Das automatische Anpassen der erforderlichen Blende an die gewählte Belichtungszeit, ermöglicht dem Fotografen mehrere Aufnahmen hintereinander, um den perfekten Moment zu erwischen. Mit geringen Belichtungszeiten können rasante Bewegungen gestochen scharf eingefroren werden, während lange Verschlusszeiten Bewegungen weichzeichnen und einen Mitzieh-Effekt schaffen. Der S/Tv-Modus erleichtert das Fotografieren von Bewegungsschärfe und -unschärfe, lässt jedoch weitere Einstellungsmöglichkeiten durch den Fotografen zu, um eindrucksvolle Motive zu gestalten.

Zusammenschnitt – Bewegungen einer Möwe im Flug © René Gropp

Vogelflug – Faszinierende Fotos fliegender Vögel machen

Vögel zu fotografieren kann ganz einfach sein – sofern sie sitzen und stillhalten. Ganz anders, wenn sie in den Lüften fliegen. Die grosse Distanz zum fokussierten Objekt sowie die schnelle und manchmal unvorhersehbare Bewegung des Vogels machen ein Ablichten fliegender Vögel sehr schwierig. Selbst erfahrene Fotografen brauchen oft viele Anläufe, bis ein richtig gutes Foto dabei ist. Für Anfänger heisst es: Um das Üben kommt man nicht herum.

Wir erklären die Grundlagen der Vogelfotografie, welche technischen Voraussetzungen bestehen und geben Tipps für die erfolgreiche Jagd auf das Motiv des fliegenden Vogels.

Das Motiv kennen(lernen)

Die Dynamik des Vogelflugs ist komplex, das macht es für den Fotografen mitunter schwierig, Vögel abzulichten. Grosse Vögel wie Gänse, Enten, Störche, Reiher und Möwen sind grundsätzlich einfachere Motive als kleinere Spezies. Zum einen sind sie schlicht besser auszumachen und auch leichter grossflächig zu fotografieren, zum anderen bewegen sie sich gemächlicher und vorhersehbarer. Kleine Vögel wie Spatzen, Maisen, Eisvögel und Mauersegler oder gar Fledermäuse bewegen sich wesentlich schneller und unsteter und wechseln oft völlig unvorhersehbar die Richtung. Es ist damit eine echte Herausforderung, sie überhaupt vor die Linse zu bekommen.

Möwe im Flug vor wolkigem Himmel © René Gropp

Möwe im Flug vor wolkigem Himmel © René Gropp

Es bietet sich an, zum Üben einen Ort mit regem Flugverkehr zu wählen, an dem die Vögel an Menschen gewöhnt sind. Sie sind dann oft weniger scheu und man kann sich dichter annähern. Auch die Nähe zu Futterhäuschen kann eventuell helfen.

Mit der Zeit lernt man die Eigenheiten im Flugverhalten bestimmter Vögel kennen und kann sich beim Fotografieren entsprechend darauf einstellen.

Die Technik

Wenn auch vieles mit den handlichen Begleitern möglich ist – fliegende Vögel lassen sich nicht mit einem Smartphone oder einer Kompaktkamera ablichten oder bestenfalls als entfernte schwarze Punkte. Mit einer Bridgekamera mit einem Zoomobjektiv kann man es bei langsameren Vögeln durchaus versuchen. Eine DSLR mit einem lichtstarken Teleobjektiv ist in der Vogelfotografie dennoch die beste Wahl. Brennweiten von 300 bis 500 mm sind – je nach Cropfaktor – in der Regel empfehlenswert. Mit geringeren Brennweiten kann fotografiert werden, sofern man sich den Vögeln ausreichend annähern kann, sie also nicht zu weit in die Höhe fliegen.

Die Meinungen bezüglich der Nutzung eines Stativs gehen auseinander. Je nach Gewicht der Kamera und konkretem Einsatz kann ein Stativ entweder sinnvoll oder hinderlich sein. Für Profis gibt es Stative mit sogenannten Kardanköpfen, die wie eine Schaukel funktionieren. Diese sind jedoch preisintensiv und für den Hobbyfotografen, der gelegentlich Schwenks mit dem Stativkopf machen möchte, etwas übertrieben. Ein guter Kompromiss zwischen Flexibilität und Stabilität kann auch mit einem einfach Einbeinstativ erreicht werden.

Kameraeinstellungen

Im Idealfall richtet sich der Fotograf mit der Sonne im Rücken aus. Die Belichtung ist dann einfacher und die Schatten sind weich. Da die Vögel nicht auf ihren Einsatz warten, sollten alle relevanten Kameraeinstellungen vor Beginn der Fotosession getroffen werden.

Den fliegenden Vogel zu fokussieren ist wegen des wechselnden Hintergrundes und der sich verändernden Entfernungen nicht ganz simpel. Ein zu langsamer Autofokus kann dabei zum Problem werden. Die Einstellung auf den Nachführ-Autofokus bzw. die automatische Schärfenachführung bietet sich an. Bei Nikon wird dieser Modus als AF-C (Autofocus-Continous) und bei Canon AI-Servo bezeichnet. Manche Nikon-Kameras bieten auch die Möglichkeit des 3D-Trackings, bei dem auch die Farbe der Objekte einbezogen wird und die auch «wiedergefunden» werden, wenn sie zwischendurch aus dem Fokus geraten sind.

Die Belichtungszeit sollte möglichst kurz sein, um die Bewegung auf dem Bild einzufrieren. Dafür bietet sich der Modus S (Tv) – also Shutter Priority – an. Die Belichtungszeit wird manuell gewählt, die Blende automatisch angepasst. Um Verwacklungen vorzubeugen, sollte die Belichtungszeit bei höchstens 1/1000 s liegen, eher noch geringer. Möglich ist auch die Vorgabe von Verschlusszeit und Blende mit ISO-Automatik.

Schwarz-Weiss Foto einer fliegenden Krähe © René Gropp

Belichtungszeit 1/1600 s; Brennweite 300 mm – trotzdem sind die Flügelspitzen der Krähe unscharf © René Gropp

Oft ist der Effekt unscharfer Schwingen gewünscht, da sie dem Bild Natürlichkeit und Dynamik verleihen. Wesentlich ist aber, dass der Vogel ansonsten scharf abgelichtet wird. Bildstabilisatoren können dabei hilfreich sein.

Mit etwas Übung können etwas längere Belichtungszeiten als Stilmittel verwendet werden: Für besondere Dynamik kann man mit der Bewegung des Vogels mitgehen, indem man mit dem Objektiv der Flugbahn des Vogels genau folgt. Der Vogel selbst wird dann scharf abgebildet, während der Hintergrund verschwimmt. Besonders schön ist dieser Effekt bei einem struktur- und farbinhomogenen Hintergrund.

Greifvögel im Gleitflug vor blauem Himmel © René Gropp

Greifvögel im Gleitflug vor blauem Himmel © René Gropp

In manchen Situationen ist es sinnvoll, der Kamera die ISO-Einstellung vorzugeben. Weisse Vögel beispielsweise können je nachdem, vor welchem Hinter- oder Untergrund sie fliegen, schnell zu Über- oder Unterbelichtung führen. Das kommt besonders bei blauem Himmel oder spiegelnden Wasseroberflächen vor.

Serienbildfunktion und Sport-Modus

Sehr praktisch um am Ende die besten Aufnahmen herauszusuchen: Die Serienbildfunktion erlaubt die Aufnahme mehrerer Bilder pro Sekunde. Beim Fotografieren fliegender Vögel erhöht sich die Chance auf das entscheidende Bild, wenn Sie viele Fotos aufnehmen.

Anfänger können auch ausprobieren, wie die Ergebnisse im Sport-Modus der Kamera sind. Dieser ist auf schnelle Bewegungen ausgelegt und bringt unter Umständen gute Schnappschüsse ohne viele manuelle Einstellungen zu tätigen.

Fazit

Fliegende Vögel zu fotografieren ist eine der schwierigeren Disziplinen. Eine DSLR mit einem lichtstarken Teleobjektiv und einem schnellen Autofokus sind die optimale Ausrüstung. Kurze Belichtungszeiten ermöglichen scharfe Bilder und das «Mitziehen» der Kamera sorgt für interessante Effekte. Mit ein wenig Erfahrung lässt sich der Ausschuss verringern, doch auch geübte Vogelfotografen brauchen viele Anläufe für ein atemberaubendes Bild.

Silvester-Feuerwerk zwischen Bergen und See mit einem Fisheye-Objektiv aufgenommen

Feuerwerk an Silvester fotografieren

Der Jahreswechsel wird in vielen Orten der Welt mit einem eindrucksvollen Feuerwerk zelebriert. Die tollen Lichteffekte, welche traditionell die bösen Geister des letzten Jahres vertreiben sollen, zeichnen zum Teil besondere Kunstwerke an den Nachthimmel des 31. Dezembers. Diese Momente fotografisch eindrucksvoll festzuhalten, ist Ziel vieler Hobbyfotografen.

So sind Sie optimal vorbereitet

Ein wesentlicher Faktor, auf den wir jedoch leider keinen Einfluss haben, ist das Wetter. Nebel, Schnee oder gar Regen sind keine optimalen Voraussetzungen für das Fotografieren der Feuerwerkskörper am Nachthimmel des Silvesterabends. Ein bisschen Glück gehört also auch dazu.

In Vorbereitung auf den Jahreswechsel empfiehlt es sich bereits im Vorfeld eine geeignete Location auszuwählen. Suchen Sie sich doch eine ländliche Erhöhung für eine gute Aussicht oder den Balkon eines Hochhauses, um möglichst einen tollen Bildausschnitt zu ergattern. Oder fotografieren Sie das Feuerwerk in Kombination mit einem Fluss oder See, um mit der reflektierenden Wasseroberfläche eine interessante Bildkomposition zu schaffen.

Um ein tolles Foto vom Feuerwerk zu knipsen, empfiehlt sich ein Objektiv mit möglichst geringer Brennweite zu nutzen. Ein Weitwinkelobjektiv mit einer Brennweite von 18mm oder gar ein Fisheye‑Objektiv sind nützliche Helfer für die Silvesterfotografie und einen besonders weiten Blickwinkel.

Ein wesentliches Essential zum Fotografieren des Feuerwerks an Silvester ist zudem ein Stativ. In der Regel bietet sich hierbei vor allem ein Drei-Bein-Stativ an, da es einen sicheren und ruhigen Stand gewährleistet.

Weiterhin können Sie den Selbstauslöser der Kamera nutzen oder einen separaten Funkauslöser verwenden, um die Kamera während des Feuerwerks nicht berühren zu müssen. So vermeiden Sie unscharfe Bilder.

Bitte achten Sie auf Ihre Sicherheit. Die beeindruckenden Lichteffekte der Silvesterraketen sollten Sie stets aus einer sicheren Umgebung einfangen.

Diese Kameraeinstellungen sollten Sie mit einer DSLR vornehmen

Bestenfalls verwenden Sie eine Kamera, mit der Sie manuelle Einstellungen vornehmen können. Eine Spiegelreflexkamera ist hierbei also gut geeignet. Zunächst können sowohl der Bildstabilisator als auch der automatische Fokus des Objektivs ausgestellt werden, da diese Funktionen nicht explizit genutzt werden. Das Stativ ersetzt den Bildstabilisator und eine auf unendlich gerichtete Fokussierung ermöglicht es, die zahlreichen, schnelllebigen Bewegungen einzufangen, was der Autofokus nicht realisieren könnte.

Feuerwerksfotografie – bunte Lichteffekte am Nachthimmel

Da die Feuerwerkskörper des Jahreswechsels am Nachthimmel fotografiert werden, ist eine Langzeitbelichtung notwendig. In Abhängigkeit der umgebenden Lichtquellen, wie vor allem mögliche Reklame- und Strassenbeleuchtung, sollte der Belichtungswert individuell angepasst werden. Ausserdem kann die Anzahl der Feuerwerkskörper, die am Himmel zu sehen sind, von Ort zu Ort unterschiedlich sein. Die Nachtidylle ländlicher Umgebungen kann sich zu dem Feuerwerk grosser Städte deutlich unterscheiden. Umso weniger Silvesterraketen in den Himmel steigen, desto länger können Sie belichten, um mehrere Feuerwerkskörper in einem Foto einzufangen.

Zudem sind der ISO-Wert 100 und der Weissabgleich auf Kunstlicht empfehlenswert. Die Blendenzahl im Bereich von 8 bis 11 sind stets eine gute Richtlinie. Bedenken Sie dabei jedoch, dass die Einstellungsoptionen grundsätzlich von der Umgebungssituation abhängig sind.

Da die ersten Silvesterraketen erfahrungsgemäss bereits vor 24 Uhr erhellen, bieten sich Testbilder an. Auf diesem Wege können Sie bereits alle notwendigen Einstellungen an die Fotografie-Umgebung anpassen und um Punkt 24 Uhr die tollen Momente als Foto einfangen.

Tipp: Beim Fotografieren eines professionellen Feuerwerks sollten Sie die Belichtungszeit stets gering einstellen, da hierbei in der Regel zahlreiche und grössere Feuerwerksbilder in kürzerer Zeit am Nachthimmel erscheinen.

Alternative zu DSLR – Feuerwerk mit dem Smartphone fotografieren

Nicht jeder Hobbyfotograf ist gewillt die Silvesternacht mit sündhaft teurem und manchmal doch sehr unhandlichem Kamera‑Equipment zu verbringen. Das Smartphone ist bei den meisten von uns aber doch immer dabei. Die Serienbildfunktion vieler Smartphone-Kameras ist hierfür eine gute Option. Auch immer mehr Smartphones bieten manuelle Kameraeinstellungen an.

Feuerwerk mit dem Smartphone fotografieren

Auch wenn Sie das Feuerwerk mit Ihrem Smartphone fotografieren wollen, ist ein Stativ durchaus hilfreich. Diese gibt es auch für Smartphones in praktischen Grössen für jede Handtasche. Alternativ können Sie das Smartphone auch auf einer geeigneten Fläche positionieren, um möglichst wackelfreie Bilder zu machen.

Auch hier bietet ein weitgefasster Bildausschnitt die besten Voraussetzungen für schöne Feuerwerksaufnahmen. Zusätzliche Smartphone-Objektive, wie ein Weitwinkel- oder Fisheye‑Objektiv sind praktische und kostengünstige Helfer.

Verzichten Sie bei Ihren Silvesteraufnahmen mit Ihrem Smartphone sowohl auf das Zoomen, den Aufhellblitz als auch auf HDR-Aufnahmen, um die bestmögliche Qualität der Kurzmomente zu erzielen.

Mit ähnlichen Kameraeinstellungen können Sie Gewitterblitze fotografieren. Lesen Sie hier, was Sie dabei beachten sollten.

Ein Bach in den Alpen – Fliessendes Wasser weich fotografiert - Quelle: René Gropp

Fliessendes Wasser weich fotografieren

Fliessende Gewässer wie Flüsse oder Wasserfälle oder Strände sind beliebte Motive für ausdrucksstarke Fotos. Um besonders tolle Wassereffekte zu erzeugen, steht jeder Fotograf vor der Entscheidung, ob jeder einzelne Tropfen eines reissenden Flusses „eingefroren“ oder die Fliessbewegung eines Wasserfalls hervorgehoben werden soll. Im zweiten Fall erscheint das Wasser weich und die Fliessspuren werden sichtbar. Das Wasser wirkt wie ein Schleier und strahlt etwas Mystisches aus.

Wir geben Ihnen in diesem Artikel einige Tipps zu Kameraeinstellungen und hilfreichem Fotoequipment, damit Ihre Wasseraufnahmen besonders weich erscheinen.

Technische Einstellungen an der Kamera

Besonders wichtig, damit Wasser weich erscheint, ist die Belichtungszeit. Verändert sich die Belichtungszeit, werden bewegte Objekte des Motivs verwischt und statische Elemente bleiben scharf. Hierbei gilt: Je  länger ein Motiv belichtet wird, desto weicher wirkt es. Die Länge der Verschlusszeit sollte ausserdem an die Fliessgeschwindigkeit angepasst werden. Bei einem langsam fliessenden Bach ist mindestens eine Belichtungszeit von 0,5 Sekunden, bei einem reissenden Wasserfall von 0,1 Sekunden notwendig. Hier helfen ein paar Probeaufnahmen mit verschiedenen Einstellungen. Zusätzlich hat die Brennweite einen Einfluss auf das Ergebnis des Bildes. Bei geringen Brennweiten benötigt das Wasser mehr Zeit, um den Bildausschnitt von einem bis zum anderen Rand zu durchlaufen. Entsprechend kann bei höheren Brennweiten eine geringere Verschlusszeit gewählt werden.

Vergleich von Aufnahmen eines Baches – Momentaufnahme und lange Belichtung - Quelle: René Gropp

Vergleich von Aufnahmen eines Baches – Momentaufnahme und lange Belichtung – Quelle: René Gropp

Um Farben und Kontraste optimal abzulichten, empfiehlt es sich, einen Ort oder eine Tageszeit zu wählen, die weniger helles und intensives Licht hervorbringt. Die Blaue Stunde, der Abend oder eher trübe Tage eignen sich am besten für das Fotografieren der Wasserbewegung. Um das auf den Sensor einfallende Licht zusätzlich zu reduzieren, sollten Sie den niedrigsten ISO-Wert (zwischen 50 und 100) an der Kamera verwenden.

Es gilt: Die Einstellungen zum ISO-Wert, der Belichtungszeit und der Brennweite sollten stets abhängig vom Motiv und vor allem passend zur Fliessgeschwindigkeit des Gewässers und den Lichtverhältnisses gewählt werden. Manchmal müssen Sie hierfür verschiedene Justierungen ausprobieren, um Wasser weich wirken zu lassen.

Fotoausrüstung zum Fotografieren von weichem Wasser

Am ehesten geeignet für das Fotografieren von Wasser in seiner Fliessbewegung sind Spiegelreflexkameras. Sie bieten in ihrer Grundausstattung schon die notwendigen Voraussetzungen und Einstellungsmöglichkeiten, damit reissende Flüsse und Wellen am Strand weich abgelichtet werden können. Mit einer Kompakt- oder Digitalkamera können Fliessspuren von Wasser ebenfalls festgehalten werden. Bei der Wahl des Fotoapparats sollten Sie darauf achten, dass dieser einen manuellen Modus besitzt und die Belichtungszeit, die Brennweite und der ISO-Wert per Hand verändert werden können. Einige Kameras haben bereits eine integrierte Auswahl an Voreinstellungen, wie zum Beispiel den Modus „Langzeitbelichtung“, die sich für die Aufnahme von fliessendem Wasser eignen. Die besten Ergebnisse erzielen Sie jedoch, wenn die Einstellungen an der Kamera manuell gewählt werden.

Ein Wehr wird von Wasser überströmt – weiches Wasser lässt das Foto malerisch wirken - Quelle: René Gropp

Ein Wehr wird von Wasser überströmt – weiches Wasser lässt das Foto malerisch wirken – Quelle: René Gropp

Um unerwünschte Unschärfe oder verwackelte Bilder bei Langzeitbelichtungen zu vermeiden, bietet es sich zudem an, ein Stativ zu verwenden. Dadurch erhalten Sie selbst bei langen Verschlusszeiten scharfe Bilder mit tollen Weichwassereffekten.

Wenn Sie ein besonderes Wasser-Motiv gefunden haben, jedoch sehr helles Licht einfällt, stossen Sie mit den manuellen Einstellungen an der Kamera häufig an Grenzen, um scharfe, kontrastreiche Fotos zu schiessen. Meist freut sich ein Fotograf über gute Lichtverhältnisse, für besonders weich wirkendes Wasser ist jedoch weniger Licht mehr. Durch die langen Belichtungszeiten fallen Kontraste bei sehr intensivem Licht gering aus und das Motiv ist unter Umständen kaum noch erkennbar. In solchen Fällen sollten Sie einen Polarisations- oder einen Graufilter verwenden. Diese „schlucken“ zusätzlich Licht, verhindern Wasserreflexionen und sorgen für scharfe Fotos und weiches Wasser.

Menschenmenge in einer Gasse im Zoom-In-Effekt

Der Zoom-In-Effekt für besonders dynamische Fotos

Ein originelles Motiv für ein Foto zu finden, kann manchmal schon eine echte Herausforderung darstellen. Sollen bewegte Objekte abgelichtet werden, sind zusätzlich technische Kenntnisse, viel Übung und Geschick gefragt. Um Fotos eine dynamische Komponente zu verleihen, kann der Zoom-In-Effekt genutzt werden. Mit diesem Effekt wirken nicht nur bewegte Objekte noch dynamischer, sondern statischen Motiven kann Bewegung und Lebendigkeit eingehaucht werden.

Was ist der Zoom-In-Effekt?

Bekannt ist der Zoomeffekt aus der Filmtechnik. Beim Dreh von Filmen charakterisiert diese Technik eine Aufnahme, bei der die Kamera während des Drehs auf Schienen nach vorne oder hinten fährt und gleichzeitig gegenläufig gezoomt wird. Objekte, die sich dabei im Vordergrund befinden, bleiben gleich. Der Abstand zwischen Vorder- und Hintergrund scheint sich jedoch zu verkleinern bzw. zu vergrössern. In der Filmsprache wird dieser Effekt auch Dolly-Zoom oder Vertigo-Effekt genannt.

Übertragen auf die Fotografie beschreibt der Zoom-In-Effekt Motive, die in der Bildmitte scharf sind und zum Bildrand verwischen. Dabei wird die Unschärfe zum Bildrand kontinuierlich stärker. So können einige Objekte wirken, als würden sie auf den Betrachter zukommen. Den Zoomeffekt erzeugt man entweder direkt mit einer Kamera oder durch die Nachbearbeitung mit einem Bildbearbeitungsprogramm.

Pfeil fliegt auf eine Zielscheibe zu- aufgenommen im Zoomeffekt

Dynamische Effekte mit einer Fotokamera ablichten

Mit einer Kamera kann der Zoomeffekt durch Veränderung der Brennweite während der Belichtung herbeigeführt werden. Dazu ist ein Fotoapparat notwendig, welcher einen mechanischen Zoom besitzt, da Kameras mit einem automatischen Zoom die Möglichkeit des Zoomens im Moment der Aufnahme sperren. Es eignen sich daher insbesondere Spiegelreflexkameras mit einem Zoom-Objektiv mit verstellbarer Brennweite oder auch Prosumer-Digitalkameras mit einem fest angeschlossenen Objektiv. Voraussetzung ist vor allem, dass es eine Möglichkeit zur manuellen Scharfstellung und eine Vorwahl der Verschlusszeit gibt.

Als Einstellungen sollten an der Kamera zum Kreieren des Zoom-In-Effekts der Autofokus abgestellt sein und die Blendenautomatik passend zur Verschlusszeit gewählt werden. Den ISO-Wert sollten Sie möglichst tief wählen (circa 100). Eine Belichtungszeit von 2 Sekunden ist optimal, wichtig ist jedoch, dass die Zoom-Geschwindigkeit während des Fotografierens mit der Belichtungszeit abgestimmt wird, da sonst unerwünschte Unschärfe entstehen könnte. Während des Fotografierens sollte für den Zoomeffekt zunächst das Motiv im tiefsten Brennweitenbereich manuell scharf gestellt und fokussiert werden. Während der Aufnahme wird dann manuell und möglichst gleichmäßig gezoomt. Die optimale Brennweitenveränderung während der Belichtung ist dabei von 85 auf 17 mm.

Mit Zoomeffekt- Autoverkehr in einem Tunnel

Da der Effekt von der Zoomgeschwindigkeit abhängt, muss bei kurzen Belichtungszeiten schneller gezoomt werden, bei entsprechend längeren Verschlusszeiten kann die Brennweite langsamer verändert werden. Für eine optimale Bildwirkung von dynamischen Zoomeffekten kann zu Beginn oder am Ende der Aufnahme die Zoomstellung kurz unverändert gelassen werden. So wird das abgebildete Motiv schärfer abgebildet. Hier müssen wahrscheinlich ein paar Probeaufnahmen gemacht werden, bevor das perfekte Bild entsteht. Für Anfänger im Fotografieren mit Zoom-In-Effekt bietet sich zudem ein Stativ an, da die notwendigen langen Verschlusszeiten sonst zu Bewegungsunschärfe führen können. Geübten Fotografen gelingen tolle dynamische Zoomeffekte meist auch ohne ein zusätzliches Stativ.

Alternative zu Zoom-Objektiven und Kameras – Bildbearbeitung am Computer

Wer sich keine neue Kamera oder teure Zoom-Objektive zulegen möchte, kann den Zoom-In-Effekt auch mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop erzeugen. Dies ist meist die kostengünstigere Variante, erfordert jedoch auch etwas Fingerspitzengefühl und Übung.

Um mit Bildbearbeitungsprogrammen den Zoomeffekt zu kreieren, ist es zunächst notwendig, dass die Software Maskierungs- oder selektive Auswahlmöglichkeiten und den Filter „radialer Weichzeichner“ besitzt. Mit Photoshop erzielt man das beste Ergebnis, indem man die Hintergrundebene zuerst dupliziert. So kann das zentrale Objekt scharf bleiben und man hat die Möglichkeit, den Hintergrund manuell zu verwischen. Anschließend wird der Weichzeichnungsfilter aufgerufen, die Methode „Strahlenförmig“ ausgewählt und eine Stärke zwischen 40 und 60 eingestellt. Zunächst wird das komplette Motiv unscharf. Dies lässt sich jedoch aufheben, indem eine neue Ebenenmaske hinzugefügt wird, in welcher der Bereich manuell mit dem Pinselwerkzeug und schwarzer Farbe eingefärbt wird, der scharf bleiben soll. Somit tritt das darunterliegende scharfe Objekt zum Vorschein.

Belebte Kreuzung in einer Großstadt im Zoom-In-Effekt

Fazit

Die besten Zoom-In-Effekte erzielt man mit einer geeigneten Spiegelreflex- oder Digitalkamera und entsprechenden Zoom-Objektiven. Gerade für geübte Fotografen und Profis gehört dieses Zubehör meist zur Grundausstattung der Fotoausrüstung. Hobbyfotografen können den Zoomeffekt auch ohne den Zukauf von Fotozubehör kostengünstig mit Bildbearbeitungsprogrammen erzeugen.

Konzertfotografie – Stimmung auf Konzerten richtig einfangen

Fotografie auf Konzerten gehört zur Paradedisziplin des Könnens. In kaum einem anderen Bereich sind die Voraussetzungen, um ein gutes Foto schiessen zu können, so herausfordernd wie hier. Unmengen an Menschen, wenig Platz, viel Bewegung auf der Bühne und schlechte Lichtverhältnisse sorgen dafür, dass schon so manch einer bei dem Versuch, ein gutes Foto zu schiessen, verzweifelt ist. Mit unseren Tipps kommen Sie dem Ziel eines tollen Konzertfotos näher, doch auch hier gilt: Übung macht den Meister.

Wer darf auf Konzerten fotografieren?

Unsere Tipps sollen vorwiegend Hobbyfotografen ansprechen, welche die Gelegenheit bekommen, bei einer solchen Veranstaltung Fotos zu machen. Bei grösseren Konzerten müssen Sie einen speziellen Akkreditierungsausweis vorzeigen können, um überhaupt Fotos schiessen zu dürfen. Grosse Kameras müssen ansonsten vor Beginn der Veranstaltung abgegeben werden, da professionelle Fotoaufnahmen meist nicht gewünscht sind. Auf kleineren Konzerten oder privaten Veranstaltungen ist es manchmal möglich, Spiegelreflexkameras mitzubringen. In jedem Falle sollte man vorher beim Veranstalter anfragen oder in der Veranstaltungs- oder Hausordnung nachlesen.

Silhouette eines Gitarristen vor rotausgeleuchtetem Kunstnebel

Technische Einstellung an der Kamera

Um überhaupt eine Chance auf gute Fotos während eines Konzerts zu haben, ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Kamera unabdingbar. Eine digitale Spiegelreflexkamera ist für eine solche Aktion am besten geeignet, da diese auch unter schlechten Bedingungen die brauchbarsten Ergebnisse liefert. Damit Sie sich während eines Auftritts voll und ganz auf das Fotografieren konzentrieren können und nicht ständig mit den technischen Einstellungen hadern müssen, sollten Sie diese gut kennen.

Eine hell ausgeleuchtete Bühne mit Konzertbesuchern im Vordergrund

Ein wichtiger Faktor bei der Konzertfotografie ist die Einstellung der Blende. Hier wäre es für weniger erfahrene Fotografen ratsam, auf die Blendenautomatik umzusteigen, da so trotz schlechter Beleuchtung am ehesten gute Bilder mit scharfen Rändern gelingen und Sie nicht zusätzlich manuell die Blende einstellen müssen. Für Fotografen mit mehr Erfahrung lohnt sich auch die manuelle Einstellung der Blende.

Grit Hiersemann ist Profifotografin und gibt ein paar Tipps für gute Bilder bei schlechtem Licht:

„Das Thema schlechtes Licht und tolle Bilder ist immer ein Thema. Tipp: Je mehr ich die Blende aufmache, welche den Lichteinfall reguliert (also viel Lichteinfall in geringerer Zeit), desto dunkler darf die Umgebung sein. Mit offenen Blenden hat man die Chance, hellere Bilder zu machen, aber die Tiefenschärfe leidet stark darunter. Sonst kann man auch den ISO-Wert erhöhen, aber dafür wird das „Rauschen“ eben stärker. Die ideale Einstellung ist situativ einzuschätzen.“

„Es gibt kaum Spielraum: Wenn man nicht nah an die Bühne rankommt oder keine Profikamera hat, wird es richtig schwierig. Kameras mit riesigem Zoom sind dabei am besten. Ein Bildstabilisator ist hilfreich, wenn Menschen fotografiert werden. Ein Blitz sollte unbedingt benutzt werden, aber indirekt, damit der Künstler nicht gestört wird und um die Lichtstimmung nicht kaputt zu blitzen. Ist der Blitz nicht in der Kamera integriert (also ein externer Blitz), ist er viel vielfältiger einstellbar. Mit einer teuren Vollformatkamera ist all das kein Problem. Je besser die Kamera, desto grösser ist der Sensor und umso besser ist also auch die Bildqualität. Eine Lichtempfindlichkeit des Bildsensors von ISO 200 ist üblich bei Konzerten. Mit Bridge-Kameras, spiegellosen Kompaktkameras oder Smartphones kommt man da leider nicht heran, deshalb wird es richtig schwierig, als Hobbyfotograf tolle Konzertfotos zu machen.“

In der Konzertfotografie bringt das Heranzoomen an die Künstler neue Perspektiven

Kompromiss Kompaktkamera auf Konzerten

Bei schlechten Lichtbedingungen Fotos mit dem Smartphone oder der Kompaktkamera aufzunehmen, ist nicht einfach und die Qualität meist nicht berauschend, aber mit guten Geräten können Sie auch damit einige tolle Schnappschüsse machen. Auch wer auf einem Konzert oder Festival ein paar Erinnerungs-Schnappschüsse ohne Profitechnik schiessen will, kann also ein paar Kniffe anwenden, um interessante Fotoerinnerungen mit heim zu nehmen.

Serienbildfunktion: Serienaufnahmen helfen, auch bei schnell wechselnden Situationen nichts zu verpassen. Warten Sie eine gute Gelegenheit ab und schiessen mit der Serienbildfunktion eine Reihe von Aufnahmen, aus denen Sie sich später die besten aussuchen können.

Perspektive: Anstatt frontal vor der Bühne Fotos zu machen und so von der Lichtshow maximal geblendet zu werden, kann man sich seitlich zur Bühne stellen, dort blenden die Lichter nicht so stark.

Motivwahl: Anstatt zu versuchen, auf die Bühne scharf zu stellen, kann man auch auf die Hände oder Köpfe vor sich fokussieren und somit einen unscharfen Bühnenhintergrund erzeugen.

Fisheye-Effekte: Testen Sie den fotografischen Effekt, den ein Weitwinkelobjektiv bei einem gut besuchten Konzert verursacht. Durch den stark verbreiterten Bildausschnitt und die typischen Verzerrungen können Sie tolle Bilder mit der tobenden Menge im Vordergrund der Bühne machen. Auch Actioncams wie z.B. eine GoPro verfügen über Weitwinkelobjektive und sind zudem klein und robust.

Der Schwarzweiss-Effekt bringt interessante Aspekte in ein Konzertfoto

Schwarzweiss-Aufnahmen: Bilder mit rotem Bühnenlicht wirken oft unscharf. Wenn Sie die Fotos im Nachhinein zu Schwarzweiss konvertieren, kann das tolle Effekte erzeugen.

Wir wünschen Ihnen viel Spass auf dem nächsten Konzert oder Festival!