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Verschlusszeit

Sobald der Auslöser gedrückt wird, öffnet sich in der Kamera ein Verschluss. Durch diesen Verschluss fällt Licht auf den Sensor. Wie lange das Licht auf den Kamerasensor trifft, ist von der ausgewählten Verschlusszeit abhängig.

Die Verschlusszeit ist in der Fotografie essentiell für die Belichtung und steuert, wie eine Bewegung bzw. das Bild am Ende aussieht. Sie bestimmt Helligkeit und Bewegungsschärfe. Je länger die eingestellte Zeit, desto grösser ist die auf den Sensor fallende Lichtmenge. Demzufolge wird die Aufnahme heller und das Bild bewegungsunschärfer. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Aufnahme mit abnehmender Belichtungszeit dunkler, detailreicher und bewegungsschärfer wird.

Belichtungszeiten betragen meistens den Bruchteil einer Sekunde. Als kurze Verschlusszeiten gelten Werte wie 1/200 s, 1/1000 s oder kürzer. Zeiten darüber, wie zum Beispiel ungefähr 1/30 s bis zu einer oder mehreren Sekunden, zählen zu den langen Verschlusszeiten.

Weiterhin ist die erforderliche Verschlusszeit vom Motiv (bewegt oder ruhend) und den vorherrschenden Lichtverhältnissen abhängig. Auch der Einsatz eines Stativs und ob die Kamera über einen Bildstabilisator verfügt, beeinflussen die nötige Verschlusszeit.

Beim Fotografieren von Sport und Action nutzt man kurze bis sehr kurze Verschlusszeiten. Je schneller die Bewegung, desto kürzer sollte die Verschlusszeit sein. So können schnelle Bewegungen im Bild „eingefroren“ werden. Für verwacklungsfreie Bilder von Objekten, die sich nicht oder kaum bewegen, sollte mindestens der Kehrwert der Brennweite gewählt werden. Wurde beispielsweise eine Brennweite von 200 mm genutzt, so sollte als Belichtungszeit mindestens 1/200, besser sogar noch 1/400 gewählt werden. Verwendet man ein Stativ, kann eine längere Verschlusszeit gewählt werden. Lange Verschlusszeiten werden zum Beispiel bei Nachtaufnahmen erforderlich, um möglichst viel Umgebungslicht einzufangen. Das Stativ verhindert Verwacklungen, indem es die Kamera während des Auslösens stabilisiert.

Die Belichtungszeit lässt sich bei Kameras in der Regel einfach am Auswahlrad einstellen.

Dreht man dieses nach rechts, so wird die Verschlusszeit kürzer. Bei Unklarheiten hilft die Bedienungsanleitung. Die eingestellte Zeit der Belichtung ist im Display ablesbar. Je nach Hersteller werden dabei Abkürzungen wie 400 (Hundertstel) statt 1/400 oder 4´ (Sekunden) genutzt.

Um ein optimales Fotoergebnis zu erhalten, bedarf es meist mehrerer Versuche mit verschiedenen Verschlusszeiten. Neben der Verschlusszeit sind Blende und ISO von grosser Bedeutung. Erst wenn alle drei Komponenten harmonieren, entsteht ein gelungenes Foto.

Verschneite Berggipfel im Winter

Fotografieren im Schnee

Die verschneite Winterlandschaft bietet in der kalten Jahreszeit einen beeindruckenden Anblick und ein sehr beliebtes Fotomotiv. Umso schöner, wenn die Farbe der weiss gedeckte Natur wahrheitsgetreu in den Bildern dargestellt wird.

Wir verraten, worauf Sie beim Fotografieren im Schnee achten sollten, erklären wie Sie den Schnee weiss darstellen und geben Ihnen Tipps für besonders überzeugende Winterfotos.

Vorbereitung der Fotoausrüstung auf die kalte Umgebung

Nicht nur wir Menschen, sondern auch Kamera-Akkus mögen es gerne warm. In kalten Umgebungen entladen sich Akkus schneller. Um bösen Überraschungen vorzubeugen, sollten Sie diese warm halten. Ersatz-Akkus verwahren Sie am besten in der warmen Jackentasche bzw. möglichst nah am Körper. Gleiches gilt für den eingesetzten Kamera-Akku. Entfernen Sie diesen und setzen Sie ihn bei Bedarf wieder in die Kamera ein. Auf diese Weise entladen sich die Akkus weniger schnell und Sie müssen Ihre winterliche Foto-Session nicht vorzeitig abbrechen.

Für schöne Aufnahmen der verschneiten Landschaft eigenen sich Weitwinkel-Objektive besonders gut. Möchten Sie hingegen lieber Detailaufnahmen der in Schnee getauchten Umgebung oder bewegte Motive, wie Wintersportler und Tiere, fotografieren, dann greifen Sie zum Tele-Objektiv. Im einfachsten Fall verwenden Sie ein Objektiv, das sowohl Teile des Weitwinkel- als auch Teile des Tele-Bereichs abdeckt. Der Objektivwechsel kann sich vor allem in kalten Umgebungen als umständlich erweisen. Mit Hilfe sogenannter «Reiseobjektive» können Sie unterschiedlichste Motive abbilden, ohne vorher jedes Mal das Objektiv wechseln zu müssen.

Beim Wechsel von einer kalten in eine warme Umgebung kann es zu Feuchtigkeitsablagerungen und Beschlägen am Kamerabody und -objektiv kommen. Dringt die Feuchtigkeit in das Innere der Kamera vor, kann die Elektronik Schäden davontragen.

Tipp: Verstauen Sie Ihre Kamera vor dem Temperaturwechsel in einer verschliessbaren Plastiktasche, etwa einem Frischhaltebeutel. Auf diese Weise kann sich die Kamera an die Umgebungstemperatur anpassen und jegliche Form von Feuchtigkeit perlt an der Aussenseite der Platikhülle ab.

Kameraeinstellungen für schneeweisse Aufnahmen

Belichtungsmesser, ISO, Blende und Belichtungszeit

Durch die helle Schneeoberfläche wird das eingehende Sonnenlicht reflektiert. In der Folge wird der integrierte Belichtungsmesser Ihrer Kamera mitunter Schwierigkeiten dabei haben, den richtigen Belichtungswert zu ermitteln. Gelegentlich kann es dadurch zu unterbelichteten Fotos kommen, in denen der Schnee eher grau als weiss wirkt. Experimentieren Sie so lange mit unterschiedlichen Werten auf der Belichtungsmessskala, bis Sie mit der Darstellung des Schnees zufrieden sind.

Das Foto wurde nicht ausreichend belichtet. Der Schnee im Vordergrund erscheint mehr grau als weiss und die Tannennadeln vermissen Farbe. Aufgenommen wurde das Foto entgegen der Sonne, wodurch der Himmel bereits sehr hell dargestellt ist. Für ein besseres Ergebnis müsste der Vordergrund selektiv aufgehellt werden.

Den ISO-Wert der Kamera sollten Sie an die Menge des verfügbaren Lichts angleichen. In stark verschneiten Umgebungen steht tagsüber, dank reflektierender Eigenschaften, meist genügend Licht zur Verfügung, sodass ein niedriger ISO-Wert wie 50 oder 100 gewählt werden kann. Bei bewölktem Wetter und in den Abendstunden werden Sie um höhere ISO-Werte (ab ISO 400, bzw. 800) nicht umhinkommen.

Die Blende bestimmen Sie in Abhängigkeit Ihres Motivs. Mit einer offenen Blende (niedriger Blendenzahl) gelingt es Ihnen, Menschen, Tiere oder sonstige Motive aus der Schneelandschaft hervorzuheben. Möchten Sie hingegen lieber die Schneelandschaft als solche stimmig darstellen, dann wählen Sie eine geschlossene Blende (hohe Blendenzahl). So gelingt Ihnen die scharfe Darstellung der Umgebung.

Die Belichtungszeit sollte ebenfalls in Abhängigkeit des verfolgten Ziels gewählt werden. Bei starren Motiven können Sie vergleichsweise längere Belichtungszeiten (z.B. 1/30 Sekunde) als bei bewegten Motiven wählen. Besonders kurz sollte die Belichtungszeit bei der Fotografie von Wintersportlern ausfallen. Spezielle Kamera-Programmmodi wie der „Sportfotografie-Modus“ verhelfen auch unerfahrenen Fotografen zu überzeugenden Bildergebnissen.

Weissabgleich im weissen Schnee

Beim Fotografieren im Schnee kommt dem Weissabgleich eine ganz besondere Bedeutung zu. Nicht immer gelingt es dem automatischen Weissabgleich der Kamera einen geeigneten Referenzwert für den «Wert» weiss zu finden. In der Folge wird die Farbtemperatur falsch wiedergegeben und der Schnee gräulich oder bläulich dargestellt. Für den Fall, dass Sie längere Zeit bei ein und derselben Lichtstimmung fotografieren, lohnt der Einsatz der halbautomatischen Weissabgleich-Modi.

Beispiel: Die Sonne ist sichtbar und der Himmel vorwiegend blau. Sie fotografieren im Schatten eines Gebäudes. Die Lichtstimmung weist hauptsächlich Blautöne auf und liegt somit bei einem Wert von ca. 7.000 Kelvin. In diesem Fall wählen Sie den Weissabgleich-Modus «Schattig», damit die Kamera die blaue Lichtstimmung neutralisiert. «Weisses Licht» liegt bei einer Farbtemperatur von 5.500 Kelvin vor.

Verschneite Berggipfel im Winter

Im Vergleich zum vorangegangen Bild ist der Schnee auf dieser Aufnahme strahlender und weisser.

Neben dem automatischen und halbautomatischen Weissabgleich bieten manche Kameramodelle auch einen manuellen Weissabgleich. Hierbei definieren Sie anhand einer eigenen Aufnahme den Wert weiss. Für den Einstieg können Sie dafür ein weisses Blankopapier fotografieren. Fortgeschrittene greifen für eine farbgetreue Darstellung hingegen lieber zu der sogenannten Graukarte. Bei dieser handelt es sich um ein spezielles Foto-Equipment, das zur Kalibrierung der Belichtung genutzt wird.

Achten Sie darauf, dass Ihr Referenzobjekt die Position Ihres Motivs einnimmt und möglichst formatfüllend aufgenommen wird. Auch die Beleuchtung sollte unverändert bleiben. Nach der Aufnahme wählen Sie in den Weissabgleicheinstellungen Ihrer Kamera daraufhin die Option «Manueller Weissabgleich» und geben das Bild als Referenz an.

Für eine umfängliche Flexibilität speichern Sie Ihre Aufnahmen im RAW-Format. So können Sie nachträglich immer noch Änderungen am Weissabgleich vornehmen.

Winterlandschaft mal anders fotografiert

HDR-Aufnahmen

Bei Aufnahmen mit hohem Dynamikumfang fällt es der Kamera manchmal schwer, den gesamten Kontrastbereich der Schneelandschaft in einer einzigen Aufnahme richtig darzustellen. Mehrfache Belichtungsreihen desselben Motivs können Abhilfe schaffen. Hierzu nehmen Sie Ihr Motiv wiederholt auf und variieren lediglich die Belichtung. Dazu werden zum Beispiel ein auf der Belichtungsskala unterbelichtetes, ein überbelichtetes und ein «normalbelichtetes» Bild am Computer oder direkt von der Kamera zu einer HDR-Aufnahme verrechnet (high dynamic range). Nutzen Sie für Ihre HDR-Aufnahmen unbedingt ein Stativ oder eine stabile Ablagefläche. Andernfalls kommt es zu Abweichungen zwischen den einzelnen Aufnahmen der Belichtungsreihe und das HDR-Bild misslingt.

Schwarz-Weiss-Aufnahmen

Schwarz-Weiss-Bilder spendieren Ihren Winterbildern einen anmutigen Effekt und stellen besonders den Schnee schön heraus. Bei vielen modernen Kameras lässt sich der Schwarz-Weiss-Effekt bereits zum Zeitpunkt der Aufnahme realisieren. Hierzu wählen Sie in den Einstellungen Ihrer Kamera die entsprechende Option aus. Der Filter wird kameraseitig jedoch nur auf Bilder des Dateiformats JPEG angewandt. Damit die Originalaufnahmen nicht überschrieben werden, sollten Sie die Bilder daher zusätzlich im Dateiformat RAW abspeichern. Korrekturen am Originalbild lassen sich somit am Computer auch im Nachhinein noch vornehmen.

Verschneiter Berggipfel in schwarz-weiss dargestellt

Aber Vorsicht: Ihre Speicherkarte wird so sehr schnell an ihre Kapazitätsgrenze stossen, da neben den ohnehin schon sehr speicherintensiven RAW Aufnahmen nun auch noch JPEG Bilder gespeichert werden.

Fazit – den Herausforderungen trotzen

Für gute Foto-Ergebnisse gilt es beim Fotografieren im Schnee einige Dinge zu beachten. Seien Sie kritisch was die Werte des Belichtungsmessers betrifft und experimentieren Sie mit den Belichtungswerten. Eine stärke Belichtung lässt den Schnee strahlend weiss erscheinen. Befassen Sie sich auch mit den Weissabgleich-Einstellungen Ihrer Kamera und wechseln Sie, je nach Anwendungsfall, zwischen automatischem, halbautomatischem und manuellem Weissabgleich. In manchen Fällen lohnt es sich ausserdem Belichtungsreihen des Motivs anzufertigen, um diese zu einem einzigen kontrastreichen HDR-Foto zusammenfügen. Mit Hilfe verschiedener Farbfilter lassen sich Winterlandschaften häufig noch eindrucksvoller darstellen.

Swissair Flugzeug beim Start

Planespotting – Flugzeuge richtig fotografieren

Hinter dem Begriff Planespotting steckt die Faszination, die Riesen der Lüfte in beeindruckenden Aufnahmen festzuhalten. Ähnlich wie bei der Sportfotografie liegt die Herausforderung des Planespottings darin, die rasanten Flugzeuge in der Bewegung zu fotografieren. Damit das gelingt, gilt es allerdings einige Dinge zu befolgen.

Wir verraten Ihnen, was Sie beim Fotografieren von Flugzeugen beachten sollten, welches Wetter und welche Kameraeinstelllungen empfehlenswert sind und mit Hilfe welcher Apps Sie Flugzeuge in Ihrer Umgebung finden.

Empfehlenswerte Kameraausstattung zum Fotografieren von Flugzeugen

Zum Planespotten sollten Sie eine Systemkamera (DSLRs oder DSLM) und ein Objektiv mit hoher Brennweite einsetzen. In einigen Fällen können auch Bridgekameras taugen. Dazu müssen diese jedoch eine besonders gute Zoomeigenschaft besitzen. Kameras mit APS-C Sensor eignen sich aufgrund des kleineren Bildausschnitts besonders gut zum Planespotten. Im direkten Vergleich zu Kameras mit Vollformatsensor werden die Flugzeuge beim APS-C Sensor nämlich grösser dargestellt.

Um die Verwendung von Tele-Objektiven werden Sie beim Planespotting nicht umhinkommen. Die Flugzeuge sind meist weit entfernt und es kann sich nur begrenzt angenähert werden. Objektive mit einem Brennweitenbereich von 55 – 250 mm bieten bereits einen guten Einstieg. Vorteilhaft ist es ausserdem, wenn Ihr Objektiv über einen verbauten Bildstabilisator verfügt. Bei der Fotografie in höheren Brennweitenbereichen kommt es nämlich bereits bei geringem Verwackeln zu Unschärfe.

Planespotterin fotografiert startendes Flugzeug

Vorbereitung – Flughafen scouten

Flughäfen bieten unterschiedliche Möglichkeiten zum Planespotting. Einige verfügen über eigene Bereiche für Flugzeugbegeisterte und Planespotter, an anderen gibt es vielleicht einen Hügel neben dem Flughafengelände, von dem aus Sie einen besonders guten Blick auf Ihr Motiv haben. Planen Sie das Planespotting an einem bestimmten Flughafen, so lohnt es, wenn Sie sich rechtzeitig über die Gegebenheiten vor Ort informieren. Anlaufstellen können der Flughafen selbst oder einschlägige Planespotter-Foren sein, wo Fotografen Tipps und Informationen untereinander austauschen. Einige Flughäfen bieten sogar spezielle Planespotter-Touren auf dem Flughafengelände an, bei dem die Fotografen an besonders gute Spots gebracht werden.

Besondere Sorgfalt ist beim Planespotting ausserhalb von Europa geboten. In einigen Ländern stellt das Planespotting am Flughafen eine Straftat dar. Informieren Sie sich daher rechtzeitig, ob Planespotting am Ort Ihrer Wahl überhaupt erlaubt ist.

Optimale Wetterbedingungen beim Planespotting

Wechselnde Wetterbedingungen bringen Abwechslung in Ihre Fotos. Egal ob strahlender Sonnenschein mit blauem Himmel, bewölkte Wetterstimmung oder sogar regnerisches Wetter – beeindruckende Flugzeugfotos lassen sich nahezu bei jedem Wetter machen. Einzige Ausnahme bilden dichte Nebeldecken, die den Blick auf das Flugzeug versperren.

Nutzen Sie das Wetter zu Ihrem Vorteil und bauen Sie es in Ihre Aufnahmen ein. Bei Regen entstehen zum Teil Reflektionen am Flugzeug oder der Fahrbahn, die sich schön in das Bild einbringen lassen. Vom Flugzeug abperlende Gischt verleiht Ihren Bildern noch mehr Realismus. Ihre Kamera sollten Sie nichtsdestotrotz vor äusseren Wettereinflüssen schützen. Trotz Spritzwasserschutz können bei längerem Regen andernfalls Schäden an der Kamera entstehen.

Vermeiden Sie es ausserdem, Flugzeuge bei starker Mittagssonne zu fotografieren. Somit ist das Flugzeug gleichmässiger ausgeleuchtet und Sie verhindern, dass am Flugzeug harte Schatten entstehen. Achten Sie generell darauf, dass Sie nicht entgegen dem Sonnenlicht fotografieren.

Flugzeug im Landeanflug

Das Flugzeug erscheint auf dem Bild wie in Stillstand versetzt, da selbst die Rotoren nahezu komplett scharf abgebildet sind. So ein Ergebnis kann nur mit einer sehr kurzen Belichtungszeit erreicht werden. Der wolkige Hintergrund verschafft dem Bild ausserdem mehr Tiefe.

Kameraeinstellungen beim Fotografieren von Flugzeugen

Sowohl Anfänger als auch Profis schätzen beim Planespotting den Komfort der Blenden- und Zeitautomatik. Bei der Blendenautomatik (S-, bzw. TV-Modus) wählen Sie einen Wert für die Belichtungszeit. Die geeignete Blende wird daraufhin, in Abhängigkeit des verwendeten ISO-Werts, automatisch von der Kamera gewählt. Bei der Zeitautomatik verhält es sich analog. Sie wählen hierbei einen Wert für die Blende und die Belichtungszeit wird daraufhin automatisch bestimmt.

Sie sollten auf den speziell für bewegte Motive vorgesehenen Fokus Ihrer Kamera zurückgreifen. Dieser heisst bei Kameras des Herstellers Canon «AI Servo», wohingegen Nikon die Bezeichnung «AF-C» führt. Je nach Hersteller kann die Fokusbezeichnung variieren.

Denken Sie bei der Wahl der Belichtungszeit stets daran, dass Flugzeuge zum Zeitpunkt des Starts und der Landung immer noch zwischen 200 – 300 km/h schnell sind. Beim Planespotting bieten sich Ihnen grundsätzlich zwei Vorgehensweisen, auf welche Art Sie die Flugzeuge darstellen können.

Sie möchten das Flugzeug samt Umgebung möglichst scharf abbilden und Unschärfeeffekten um jeden Preis vorbeugen? Dann sollten Sie eine kurze Belichtungszeit, etwa um den Wert von einer 1/1000 s wählen. Die kurze Belichtungszeit führt, je nach Geschwindigkeit des Flugzeugs, dazu, dass Ihr Motiv samt Umgebung regelrecht eingefroren wird. Die Wahl einer sehr kurzen Belichtungszeit ist aufgrund äusserer Wettereinflüsse jedoch nicht immer möglich. Ist nicht genügend Licht vorhanden, müssen Sie für das Aufrechterhalten der kurzen Belichtungszeit Abstriche bei ISO- oder Blendenwert machen. Ausserdem verlieren Ihre Bilder dadurch schnell an Dynamik.

Alternativ können Sie die Bewegung der Flugzeuge in der Aufnahme festhalten. Die Flugzeuge werden hierbei zwar scharf dargestellt, der Vorder- und Hintergrund weisen jedoch Unschärfeeffekte auf. Als Richtwert wählen Sie hierzu Belichtungszeiten um eine 1/100s. Setzen Sie den Fokuspunkt auf einen bestimmten Bereich des Flugzeugs, etwa den Flugzeugrumpf, und verfolgen Sie das Flugzeug mit halb gedrückt gehaltenem Auslöser in seiner Bewegung. Konzentrieren Sie sich auf die Bewegung des Flugzeugs und achten Sie darauf, dass der automatische Fokus stets auf dem gewünschten Bereich liegt. Drücken Sie den Auslöser komplett durch, um das Foto aufzunehmen. Diese Technik wird auch als «Mitziehen» bezeichnet und wird häufig in der Sportfotografie angewandt.

Lufthansa Airbus A320 bei der Landung

Das Flugzeug erscheint auf dem Bild scharf, während Vorder- und Hintergrund verschwommen dargestellt sind. Das Bild vermittelt dem Betrachter dadurch ein Gefühl davon, wie schnell das Flugzeug bei der Landung gewesen sein muss.

Ebenso wichtig wie die Wahl einer geeigneten Belichtungszeit ist das Bestimmen des Blendenwerts. Wählen Sie eine offene Blende, so verfügt Ihr Bild nur über eine begrenzte Tiefenschärfe und das Flugzeug wird nur über kleine Bereiche scharf dargestellt. Eine weit geschlossene Blende gibt dem Bild mehr Tiefe und stellt das Flugzeug über grössere Bereiche scharf dar. Jedoch benötigt die Kamera dann sehr viel mehr Licht bzw. eine längere Belichtungszeit. Genau das ist jedoch beim Planespotting aufgrund der hohen Geschwindigkeiten problematisch.

Apps für’s Aufspüren von Flugzeugen

Planung spielt beim Planespotting eine wichtige Rolle. Dies gilt vor allem für all diejenigen, die ein besonders seltenes Flugzeug ablichten wollen. «Plane Tracking» Apps eignen sich besonders gut, um einen Überblick über den Flugverkehr zu bekommen. Dabei können Sie die Flüge in Ihrer Umgebung, aber auch auf mehreren Kontinenten verfolgen und hilfreiche Details zu Flugzeugtyp, Flugdauer oder Flugziel einholen.

Die App «Plane Finder» schneidet sowohl im iOS App Store, als auch in Androids Google Play Store mit durchschnittlich sehr guten Bewertungen ab und bietet viele nützliche Funktionen. Auf beiden Plattformen liegt die App jeweils in einer kostenlosen («Lite») Version und einer kostenpflichtigen, um einige Funktionen erweiterten, Version vor. Die erweiterte Version verfügt unter anderem über einen Augmented Reality Modus, bei dem Flugzeuge am Himmel mit Hilfe der Kamera bestimmt werden. Ausserdem lassen sich noch mehr Informationen zu einzelnen Flügen einsehen.

Neben der «Plane Finder» App gibt es aber auch noch eine zahlreiche Menge an anderen Apps, die ähnliche Funktionen besitzen und einen Test wert sind.

Fazit

Das Planespotting überrascht mit vielen eindrucksvollen Möglichkeiten, wie Flugzeuge dargestellt werden können. Mit Hilfe von Teleobjektiven mit hohen Brennweitewerten und verschiedenen Aufnahmetechniken, gelingt es auch weniger erfahrenen Fotografen, spannende Fotos zu erzeugen. Mindestens genauso wichtig wie die richtige Durchführung ist eine umfassende Planung. Die Planung lässt sich mit der richtigen Smartphone App immens erleichtern und offenbart Planespottern viele hilfreiche Details des Flugverkehrs, wie Flugzeugtyp, Flugstrecke oder die Destination des Flugs.

 

Modusrädchen einer DSLR mit Einstellung auf den manuellen Modus M

DSLR – Fotografieren mit dem manuellen Modus (M-Mode)

Der manuelle Modus bildet das Pendant zum Automatikmodus. Während bei Letzterem sämtliche Einstellungsparameter automatisch von der Kamera angepasst werden, müssen im manuellen Modus alle Einstellungen vom Fotografen selbst vorgenommen werden. Dieser eignet sich daher vor allem für Fortgeschrittene, die mit dem Zusammenspiel von Blende, ISO und Belichtungszeit vertraut sind.

Der manuelle Modus, oder auch „M-Mode“, kommt vor allem zum Einsatz, wenn der Fotograf ein Motiv kreativ gestalten möchte und die Einstellungsmöglichkeiten der Kamera uneingeschränkt zur Verfügung stehen sollen.

Am Modusrädchen der Kamera können Sie den manuellen Modus einstellen. Dieser ist üblicherweise mit einem „M“ gekennzeichnet. Weitere Programmmodi, die Sie auf dem Modusrädchen sehen, sind die Blendenautomatik „S/Tv“, die Zeitautomatik „Av“, die Programmautomatik „P“ und der bereits erwähnte Automatikmodus „A“ oder „AUTO“. Da die Zeichen für die jeweiligen Programme je nach Kamerahersteller abweichen können, zeigen einige Kameras einen kurzen Hilfetext zur Funktion der einzelnen Modi.

Displayanzeige mit Hilfetext und Einstellungsparametern

Was ist bei den Einstellungen im manuellen Modus zu beachten?

Wenn Sie den „M-Mode“ über das Modusrädchen eingestellt haben, müssen Sie Blende, ISO-Wert und Belichtungszeit selbst an die gegebenen Lichtverhältnisse anpassen. Die richtigen Einstellungen zu finden, bedeutet hier vielmehr die richtige Kombination der genannten Belichtungsfaktoren zu finden. Bis Sie den gewünschten Effekt oder die gewünschte Stimmung auf dem Foto eingefangen haben, erfordert es etwas Übung und den ein oder anderen Ausschuss.

Die meisten Kameras bieten dem Fotografen dafür mit dem Standardbelichtungsindex eine Hilfestellung, indem sie im Sucher oder auf dem Display anzeigen, wie das Bild mit den aktuellen Einstellungen belichtet wird. Diese Anzeige wird auch als „Lichtwaage“ bezeichnet. Steht die Markierung mittig auf der Skala, ist die Belichtung optimal, die Kombination aus ISO, Blende und Belichtungszeit passt also zusammen. Der Skalabereich links der Mitte zeigt Unterbelichtung an, rechts der Mitte steht für Überbelichtung. Für eine korrekte Belichtung sollten Sie daher darauf achten, dass die Markierung immer möglichst mittig auf der Skala liegt. Natürlich können Sie die Belichtungsanzeige auch gezielt zur kreativen Bildgestaltung nutzen und mit Über-oder Unterbelichtung experimentieren.

Für kreative und ausdrucksstarke Fotos eignet sich hauptsächlich das Variieren von Blende und Belichtungszeit. Den ISO-Wert sollten Sie stattdessen immer möglichst niedrig wählen, um unerwünschtes Bildrauschen zu vermeiden. Im Beispiel unten ist die Wirkung von gut abgestimmten Belichtungsparametern im M-Mode im Vergleich zum Automatikmodus deutlich erkennbar: Während das Foto im Automatikmodus (links) recht dunkel und teilweise unscharf ist, wirkt das Motiv im manuellen Modus (rechts) schärfer und kontrastreicher.

Foto im Vollautomatikmodus und Foto im manuellen Modus

Das linke Bild wurde im Automatikmodus aufgenommen, das rechte Bild im M-Mode mit Blende 3.5, Belichtungszeit 15 und ISO 100.

Welche Vorteile bietet der M-Mode gegenüber der Vollautomatik

Scharfe Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen

Der Automatikmodus ermöglicht ein bequemes Fotografieren ohne aufwändige Einstellungsänderungen. Bei Tageslicht und guter Beleuchtung des Motivs können dabei auch gute Ergebnisse erzielt werden. Ist die Umgebung jedoch recht dunkel, wie bei bewölktem Himmel oder am Abend, sind die Fotos oft verwackelt. Der manuelle Modus lässt den Fotografen dagegen flexibel auf die gegebenen Lichtverhältnisse reagieren und die Parameter für eine optimale Belichtung können individuell angepasst werden. So können Sie im M-Mode auch bei schlechteren Lichtverhältnissen gelungene Fotos schiessen, indem Sie die Belichtungszeit, die Blendenzahl und den ISO-Wert variieren.

Kreative Bildgestaltung mit Schärfentiefe

Wie bereits erwähnt, ermöglicht der manuelle Modus eine kreative Bildgestaltung und bestimmte Effekte auf dem Foto. So können Sie zum Beispiel ausdrucksstarke Portraits schiessen, indem Sie die Blendenzahl für die gewünschte Schärfentiefe niedrig einstellen (weit offene Blende) und den Hintergrund leicht verschwimmen lassen. Der Automatik-Modus schliesst dagegen die Blende meist zu stark (höhere Blendenzahl), als dass dieser Effekt sichtbar werden würde. Speziell für Portrait-Aufnahmen und zum gezielten Kontrollieren der Tiefenschärfe eignet sich alternativ auch die Zeitautomatik (A/Av-Mode), bei der nur die Blendenzahl manuell festgelegt wird und sich die Belichtungszeit automatisch anpasst.

Spannende Motive mit sich bewegenden Objekten

Auch beim Fotografieren von sich bewegenden Objekten sind Sie mit dem manuellen Modus klar im Vorteil. Um etwa Passanten auf einer Strasse verschwimmen zu lassen, während der Hintergrund scharf abgebildet wird, sind eine lange Belichtungszeit, ein niedriger ISO-Wert sowie eine kleine Blende erforderlich. Diese Faktoren können Sie im Automatikmodus jedoch nicht beeinflussen, weshalb dann oft das ganze Bild verschwommen ist oder nicht den gewünschten Effekt zeigt. Wenn Sie nicht alle Belichtungsparameter manuell anpassen möchten, können Sie alternativ zum M-Mode auch die Blendenautomatik verwenden. Diese passt die Blendenzahl und bei manchen Kameras auch den ISO-Wert automatisch an die manuell festgelegte Belichtungszeit an.

Fazit

Insbesondere bei schwierigen Lichtverhältnissen oder wenn ein bestimmter Effekt im Bild erzeugt werden soll, ist der manuelle Modus eine gute Wahl und bietet viel kreativen Spielraum für den Fotografen. Da die Einstellungsparameter Belichtungszeit, ISO-Wert und Blende manuell angepasst werden müssen, eignet sich der M-Mode vor allem für fortgeschrittene Fotografen. Sind die Belichtungsfaktoren gut aufeinander abgestimmt, können so hochwertige und ausdrucksstarke Aufnahmen gelingen.

Light Painting – ein glühender Kreis mit sprühenden Funken

Light Painting – Malen mit glühender Stahlwolle

Light Painting – Malen mit Licht bedeutet, die Bewegung einer Lichtquelle fliessend mit der Kamera festzuhalten. Dafür eigenen sich verschiedenen Lichtquellen, wie Kunstlicht und auch Feuer. Das Element Feuer ist gefährlich, zerstörerisch und faszinierend zu gleich und nicht immer leicht zu kontrollieren. Mit brennender Stahlwolle ist es möglich, die Unkontrollierbarkeit zu umgehen und beeindruckende Aufnahmen von glühenden Spiralen und weitläufigen Funkenflug zu machen. Wie das funktioniert und was dabei unbedingt beachtet werden sollte, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was wird für Light Painting benötigt?

Als erste Voraussetzung wird eine Kamera benötigt, an der die Belichtungszeit und die Blende manuell eingestellt werden können. Dies kann eine digitale Spiegelreflexkamera oder auch eine Systemkamera sein. Des Weiteren werden Stahlwolle benötigt, ein Schneebesen und ein feuerfestes Seil, bestenfalls ein dünnes Stahlseil. Alternativ kann auch eine Kette verwendet werden. Die Länge des Seils sollte zwischen 50 und 100 Zentimeter betragen, je nach Körpergrösse. Der Schneebesten sollte robust und komplett aus Metall sein. Beim Kauf der Stahlwolle ist zu beachten, dass es diese in mehreren Stärken gibt. Für die Erstellung solcher Aufnahmen kommen nur die Stärken 000 bis 0 in Frage. Desto mehr Nullen, umso feiner ist die Stahlwolle und umso besser und schneller brennt sie.
Liegen der Schneebesen, das Seil und die Stahlwolle parat, lässt sich die benötigte Vorrichtung in nur drei Schritten zusammenbauen.

Schritt 1:

Den Innenraum des Schneebesens mit Stahlwolle befüllen.

Schritt 2:

Die Stahlwolle durch Auseinanderziehen lockern, damit sie besser brennt.

Schritt 3:

Das Seil am Ende des Schneebesens befestigen. Besitz der Schneebesen eine Öse, lässt sich das Seil leicht anknoten. Ist dies nicht der Fall, kann man das Seil mit einem sehr robusten Klebeband, wie dem Gaffa-Tape, ankleben.
Tipp: Im Falle, dass ein Stahlseil oder eine Kette verwendet wird, kann es für den Griff angenehmer sein, auch das Ende des Seils mit dem Gaffa-Tape zu umwickeln.
Liegt die Vorrichtung gut in der Hand und ist es ist dunkel, kann es fast schon losgehen.

Sicherheit geht vor!

Feuer ist nicht ungefährlich. Es kann schwere Verbrennung hervorrufen und breitet sich ziemlich schnell aus. Deshalb ist es wichtig, diese Fotos auf weitem Gelände und freien Plätzen zu machen. Falls doch die Wiese, ein Strauch oder ein anderer Gegenstand Feuer fängt, sollten immer ein Feuerlöscher, ein Eimer Wasser oder schwer entflammbare Decken in greifbarer Nähe sein.
Für den eigenen Schutz empfehlen sich feste Schuhe, lange Bekleidung und Handschuhe. Zudem ist es für den optischen Aspekt nützlich, dunkele Kleidung zu tragen, die auf den Fotos zwischen den Flammen und Funken nur schwer zu erkennen sind.
Light Painting – eine glühende Kugel mit sprühenden Funken

Die richtigen Kameraeinstellungen

Spiralförmige Linien und Funkenflug lassen sich durch ein rotierendes Schleudern der Vorrichtung mit der brennenden Stahlwolle bewirken. Umso schneller die Stahlwolle durch die Luft gewirbelt wird, desto höher fliegen die Funken. Um aus dieser Bewegung fliessende Linien zu kreieren, werden lange Belichtungszeiten benötigt. Als Ausgangssituation ist eine Belichtungszeit von 25 Sekunden optimal. Das entstehende Licht wird durch eine eher geöffnete Blende, wie Blende f/5, im vollen Umfang erfasst. Da die Effekte, die durch die glühende Stahlwolle entstehen, am besten bei Dunkelheit wirken, sollte der ISO-Wert klein gehalten werden, sodass in den schwarzen Bereichen des Fotos kein unschönes Rauschen entsteht.
Für derlei Aufnahme eigenen sich am besten Weitwinkelobjektive mit kleinen Brennweiten, da die Arbeit mit dem Feuer einen relativ grossen Sicherheitsabstand zur Kamera erfordert. Ist der Abstand zu klein, können die sprühenden Funken sowohl die Kamera als auch das Objektiv beschädigen. Ein Probelauf ohne Kamera hilft dabei, den Funkenflug einschätzen zu können und danach die Kamera zu positionieren.
Ist die Kamera richtig platziert, wird die Stahlwolle mit einem Feuerzeug angezündet. Sobald durch die Bewegung die ersten Funken sprühen, sollte der Auslöser betätigt werden. Am besten lassen sich solche Aufnahmen zu zweit machen, damit einer die Stahlwolle in Bewegung bringt und der andere die Kamera bedingt. Ist man jedoch allein, kann ein Fernauslöser Abhilfe schaffen.

Mit Feuer malen

Für die Bewegung gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann man mit der Stahlwolle gleichmässige kreisförmige Bewegungen machen. Dadurch entsteht ein hell aufleuchtender Kreis, um den sich die Spuren der Funken ziehen. Dreht sich während des Rotieren die Person um sich selbst, erscheint eine dreidimensional wirkende Kugel. Eine Spirale lässt sich erzeugen, wenn die Parson mit der Stahlwolle während des Drehens nach und nach einen Schritt zurückgeht – leicht schräg zur Kamera. Wird die Stahlwolle wahllos durch die Luft geschleudert, bleibt die Wirkung auf dem Bild eine Überraschung.
Light Painting – ein glühende Spirale mit Funkenflug

Fazit

Light Painting ist eine Variante, um spektakuläre und kontrollierte Aufnahmen von Feuer zu machen. Wie so oft in der Fotografie heisst es auch hier: Geduld bewahren und mehrmals üben. Gerade für das erste Mal und die anfänglichen Versuche ist es empfehlenswert, sich eine helfende Hand mitzunehmen. Die richtige Kleidung, genügend Abstand und als Vorsichtsmassnahme etwas zum Löschen des Feuers sollten unbedingt dabei sein. Ansonsten ist Light Painting ein Bereich in der Fotografie, der für jeden umsetzbar und erschwinglich ist.


Modusrädchen einer DSLR, eingestellt auf Tv-Mode

DSLR – Fotografieren mit der Blendenautomatik (S/Tv-Mode)

Die Blendenautomatik eignet sich besonders für sich bewegende Objekte, um diese scharf oder gezielt verschwommen abzubilden. Der Fotograf legt die gewünschte Verschlusszeit manuell fest und die Kamera wählt automatisch dazu die passende Blende für die erforderliche Belichtung im Rahmen der gegebenen technischen Möglichkeiten.

Dieser Modus kommt vor allem in der Sport- und Naturfotografie zum Einsatz, bei welcher mehrere aufeinanderfolgende Aufnahmen geschossen werden und ein manuelles Anpassen der Blende an die Belichtungszeit zu lange dauern würde.

Im S/Tv-Modus können bei kurzer Verschlusszeit Verwacklungen reduziert und Objekte, Personen oder Tiere in Bewegung scharf abgebildet werden, während der Hintergrund leicht verschwimmt. Wird dagegen eine lange Verschlusszeit gewählt, verschwimmt die Bewegung und die unbewegte Umgebung bleibt scharf.

Auf dem Modusrädchen wird die Blendenautomatik, je nach Kamera, mit «S» oder «Tv» gekennzeichnet, was für Shutter Priority bzw. Time-Value-Modus steht und Zeitpriorität bedeutet. Das Pendant zum S/Tv-Modus ist der Av-Modus, welcher für Blendenpriorität steht und zur kreativen Nutzung von Schärfentiefe eingesetzt wird. Weitere Modi sind der Automatikmodus AUTO oder A, die Programmautomatik P, und der manuelle Modus M. Einige Kameras erklären in einem kurzen Hilfetext die Kernfunktionen des gewählten Modus, um Verwechslungen zu vermeiden.

Hilfetext zur Blendenautomatik auf dem Kameradisplay und zur Verschlusszeit auf dem Kameradisplay

Was ist bei den Einstellungen für die Blendenautomatik zu beachten?

Um mit der Blendenautomatik fotografieren zu können, müssen Sie zunächst das Modusrädchen auf „S“ oder „Tv“ stellen. In diesem Modus passt die Kamera den Blendenwert automatisch an die gewählte Belichtungszeit und die gegebenen Lichtverhältnisse an. Weitere Einstellungsparameter, welche die Bildqualität beeinflussen können, können Sie selbst wählen. So können Sie beispielsweise den ISO-Wert bei schwierigen Lichtverhältnissen manuell anpassen und dennoch mit der Blendenautomatik fotografieren.

Möchten Sie schnelle Bewegungen als Momentaufnahme scharf einfrieren, sollten Sie eine Belichtungszeit von mindestens 1/250 Sekunde wählen. Bei einer sehr hellen Umgebung, wie einem hellen Strand oder einer Winterlandschaft, eignen sich sogar Verschlusszeiten von 1/1000 Sekunde, um besonders rasante Bewegungen scharf abzubilden. Solche Bedingungen finden Sie etwa bei schnellen Ski- und Snowboardabfahrten oder knackigen Aufschlägen beim Beachvolleyball. Aber auch bei Naturfotos in den Himmel, um zum Beispiel Vögel im Flug aufzunehmen, sind meist sehr kurze Verschlusszeiten nötig.

Fliegende Möwe vor blauem Himmel

Viele Fotografen setzen den S/Tv-Modus auch zur kreativen Bildgestaltung Ihrer Motive ein, indem sie lange Belichtungszeiten wählen und Bewegungen verschwimmen lassen. So können Sie mit einer Belichtung von beispielsweise 1/20 Sekunden fliessendes Wasser weich bis neblig wirken lassen. Hierbei gilt: Je länger die Belichtungszeit ist, desto verschwommener wird die Bewegung.

Dieser Effekt wird auch als „Mitzieh-Effekt“ bezeichnet und eignet sich auch für Aufnahmen in Städten oder von Sehenswürdigkeiten, um Passanten verschwimmen zu lassen. Dies sorgt nicht nur für einen tollen Bildeffekt, sondern schützt obendrein die Persönlichkeitsrechte der Personen auf dem Foto. Bei nächtlichen Aufnahmen von befahrenen Strassen, sorgen lange Belichtungszeiten für leuchtende Linien von den Autoscheinwerfern. Je nach gewünschtem Effekt, finden Sie die ideale Verschlusszeit in der Blendenautomatik für Ihr Motiv am besten durch Ausprobieren heraus.

Verschwommene Menschen auf einer Treppe

Was sind mögliche Probleme und wie können diese vermieden werden?

Beim Fotografieren im S/Tv-Modus sollten Sie stets auf die Kameraanzeige achten. Kann die Kamera aufgrund der technischen Einschränkungen des Objektivs nicht die erforderliche Blende wählen, erscheint eine Warnung im Sucher. Diese ist je nach Kameratyp unterschiedlich und in der zugehörigen Bedienungsanleitung beschrieben. Meist blinkt der Blendenwert, wenn dieser nicht der erforderlichen Belichtung angepasst werden kann.

Die gewünschte Verschlusszeit kann eventuell dennoch beibehalten werden, wenn Sie den ISO-Wert entsprechend erhöhen oder senken. Andernfalls können Sie sich mit dem Ändern der Verschlusszeit an den technisch möglichen Bereich der Blendeneinstellung herantasten.

Bei der Einstellung von langen Verschlusszeiten in der Blendenautomatik besteht das Risiko, dass die Aufnahmen verwackeln. Für gelungene Aufnahmen empfiehlt sich daher die Verwendung eines Stativs oder das Aktivieren des Bildstabilisators, sofern Ihre Kamera über diesen verfügt. Alternativ können Sie die Kamera auf einem stabilen Untergrund, wie einer Bank oder einer Mauer, abstellen oder Ihre Hände aufstützen, um die Kamera möglichst ruhig halten zu können.

Beachten Sie weiterhin, dass sich der S/Tv-Modus lediglich auf die Verschluss- bzw. Belichtungszeit und den Blendenwert bezieht. Um eindrucksvolle Aufnahmen zu erhalten, sollten Sie andere Parameter wie den ISO-Wert oder die Bildqualität ebenfalls an die gegebenen Bedingungen anpassen.

Fazit

Die Blendenautomatik oder auch Zeitpriorität eignet sich hervorragend für das Festhalten von Bewegungen. Das automatische Anpassen der erforderlichen Blende an die gewählte Belichtungszeit, ermöglicht dem Fotografen mehrere Aufnahmen hintereinander, um den perfekten Moment zu erwischen. Mit geringen Belichtungszeiten können rasante Bewegungen gestochen scharf eingefroren werden, während lange Verschlusszeiten Bewegungen weichzeichnen und einen Mitzieh-Effekt schaffen. Der S/Tv-Modus erleichtert das Fotografieren von Bewegungsschärfe und -unschärfe, lässt jedoch weitere Einstellungsmöglichkeiten durch den Fotografen zu, um eindrucksvolle Motive zu gestalten.

Langzeitsynchronisation

Die Langzeitsynchronisation ist eine spezielle Blitztechnik, die mit einer längeren Verschlusszeit arbeitet. Die daraus folgende erhöhte Belichtungszeit ermöglicht es, das vorhandene Umgebungslicht zusätzlich zum Blitzlicht für die Bildaufnahme zu nutzen.

Gewöhnlich werden in der Blitzlichtfotografie Verschlusszeiten von 1/250 bis 1/30 verwendet. Eine längere Verschlusszeit bewirkt, dass die Zündung des Blitzes und die vollständige Öffnung des Verschlusses nicht synchron verlaufen, sondern der Verschluss noch für eine längere Zeit geöffnet bleibt.

Zum Einsatz kommt die Langzeitsynchronisation vor allem dann, wenn das Blitzlicht ein Motiv zu stark beleuchtet und der Hintergrund und die Umgebung zu dunkel sind, da die Blitzreichweite nicht ausreicht. Kann ein Blitzlicht aber nicht vermieden werden, muss das Umgebungslicht zusätzlich mit einbezogen werden. Die längere Belichtungszeit bewirkt einen grösseren Anteil am Umgebungslicht und damit einen helleren Hintergrund. Im Ergebnis erhält man ein ausgewogenes Belichtungsverhältnis zwischen Motiv und Hintergrund.

Unterschieden wird zwischen Blitzen auf den ersten Vorhang und Blitzen auf den zweiten Vorhang. Der Unterschied besteht darin, ob das Auslösen des Blitzes unmittelbar nach Öffnung des Verschlusses geschieht und der Verschluss danach geöffnet bleibt, oder ob sich der Verschluss zunächst für eine längere Zeit öffnet und der Blitz erst kurz vor Ende der Verschlusszeit gezündet wird.

Generell besteht die Gefahr, durch zu lange Belichtungszeiten Verwacklungen und Bewegungsunschärfen im Bild hervorzurufen, insbesondere bei bewegten Motiven. Diese unerwünschten Effekte äussern sich aber in unterschiedlicher Weise, je nachdem, ob auf den ersten oder zweiten Vorhang geblitzt wird.

Bei der Synchronisation auf den ersten Vorhang erfolgt der Blitz zu Beginn der Verschlusszeit, womit das Motiv anfänglich scharf abgebildet wird. Allerdings werden alle nachfolgenden Bewegungen durch die restliche Belichtungszeit ebenfalls aufgenommen, sodass Bewegungsunschärfe entsteht. Da die Unschärfe dem Motiv vorauseilt, wirkt es, als würden die Bewegungen rückwärts verlaufen. Dies vermittelt einen eher unnatürlichen Charakter.

Wird auf den zweiten Vorhang geblitzt, erscheint die Bewegungsunschärfe nach dem Motiv, da der Blitz erst am Ende der Verschlusszeit gezündet wird. Die Unschärfe unterstützt in diesem Fall die Bewegung.

Zwar sind solche Effekte oft unerwünscht, für bestimmte Situationen können sie aber auch gezielt genutzt werden. Als gestalterisches Mittel eignen sie sich beispielsweise, um einem Bild Dynamik zu verleihen.

Einstellung auf Zeitautomatik – Modusrad auf Av

DSLR – Fotografieren mit der Zeitautomatik (A/Av-Mode)

Die Zeitautomatik stellt eine praktische Alternative zur Vollautomatik oder Programmautomatik dar, mit welcher gezielt die Tiefenschärfe kontrolliert werden kann. Durch das automatische Anpassen von nur ein bis zwei Parametern an die manuelle Blendeneinstellung bietet dieser Modus viel kreativen Spielraum für den Fotografen.

Die Zeitautomatik ist auf dem Modusrädchen je nach Kamera mit A oder Av gekennzeichnet, was für Aperture Priority bzw. Aperture-Value-Modus steht und Blendenpriorität bedeutet. Durch das ähnliche Symbol wird der Av-Modus manchmal mit dem Vollautomatikmodus verwechselt. Um eine Verwechslung zu vermeiden, zeigen viele Kameras bei der Auswahl eines Modus einen kurzen Hilfetext an, der die Kernfunktion des Programms erklärt. Der Automatikmodus ist mit «AUTO» oder einer grünen Box mit einem «A» gekennzeichnet. Weiterhin steht P für Programmautomatik, S (Tv) ist die Shutter Priority = Verschlusspriorität bzw. Blendenautomatik, M bezeichnet den manuellen Modus.

Im Av-Modus legt der Fotograf den Blendenwert fest, an welchen die Kamera dann automatisch die Belichtungszeit und je nach Kamera auch den ISO-Wert anpasst. Durch das Festlegen des Blendenwerts kann der Fotograf gezielt die Schärfentiefe steuern, ohne die jeweils passende Verschlusszeit wählen oder austesten zu müssen. Insbesondere in der Portraitfotografie oder bei Motiven mit unruhigem Hintergrund kommt die Zeitautomatik oft zum Einsatz, da beim Einstellen eines geringen Blendenwerts das Motiv im Vordergrund scharf hervortritt, während der Hintergrund leicht verschwimmt.

Hilfstexte bei der Auswahl des Modus und der Blendenwerten

Wie ist die Zeitautomatik einzustellen und was ist dabei zu beachten?

Um im Av-Modus zu fotografieren, müssen Sie zunächst das Modusrädchen auf A oder Av stellen. Sobald Sie die Zeitautomatik eingestellt haben, erscheint im Display die aktuelle Blendenzahl, welche Sie nun je nach gewünschter Schärfentiefe weiter öffnen oder schliessen können. Je grösser die Blendenzahl, desto grösser die Schärfentiefe. Mit einem kleinen Blendenwert können Sie den Hintergrund verwischen lassen und den Vordergrund schärfen.

Wenn Sie den Auslöser halb heruntergedrückt haben, startet die Kamera die Belichtungsmessung und zeigt die berechnete Verschlusszeit und gegebenenfalls den passenden ISO-Wert an.

Für die optimale Schärfentiefe Ihres Motivs sollten Sie verschiedene Blendenwerte ausprobieren. Beim Kontrollieren der Aufnahmen sollten Sie beachten, dass die Vorschau auf dem Display eine verkleinerte Version des aufgenommenen Fotos zeigt, wodurch die Schärfe und Bildqualität in der Vorschau vom tatsächlichen Bild abweichen kann. Das tatsächliche Ergebnis kann meist erst auf dem Rechner oder nach dem Entwickeln der Fotos beurteilt werden.

Vergleichsbild mit 2 verschiedenen Blendenwerten

Vergleich – Links im Av Mode mit F 1.8 und rechts im Av Mode mit F 22

Was sind mögliche Fehler und wie können diese behoben werden?

Häufige Fehler bei der Zeitautomatik sind Über- oder Unterbelichtung der Aufnahmen durch eine zu weit geschlossene oder geöffnete Blende. Beim Blick durch den Sucher der Kamera ist der Bildeffekt, der durch die vorgenommenen Einstellungen erzielt wird, meist nicht sichtbar. So können Sie anhand des Suchers die später entstehende Schärfentiefe oder eventuelle Belichtungsfehler leider nicht abschätzen und das Motiv wirkt durch den Sucher meist heller als es mit der eingestellten Blendenzahl sein sollte. Einige Spiegelreflexkameras verfügen über eine Abblendtaste, die der Kontrolle der Schärfentiefe beim eingestellten Blendenwert dient. Durch Betätigen der Taste beim Blick durch den Sucher wird auf den eingestellten Wert abgeblendet und die Kontrolle der Schärfentiefe und die kreative Gestaltung des Bildes erleichtert.

Da der A/Av-Modus die Belichtungszeit automatisch berechnet, werden Warnungen angezeigt, sobald die erforderliche Anpassung die technischen Kapazitäten der Kamera übersteigt. Beginnt die Verschlusszeit neben der eingestellten Blende rot zu blinken, sollten Sie die Blende oder wenn möglich den ISO-Wert verändern, da das Foto andernfalls über- oder unterbelichtet werden könnte. Ist die Blende zu weit geöffnet, blinkt die kürzeste Verschlusszeit und warnt vor einer Überbelichtung des Bildes. Wenn die längste Verschlusszeit blinkt, ist der Blendenwert zu gering und das Bild wird unterbelichtet. Falls möglich können Sie dies mit einem höheren ISO-Wert ausgleichen oder indem Sie die Blende weiter öffnen.

Des Weiteren ist zu beachten, dass die Zeitautomatik oder auch Blendenpriorität sich nur auf den Blendenwert, die Verschlusszeit und je nach Kameratyp auf den ISO-Wert bezieht. Bevor Sie im A/Av-Modus fotografieren, sollten Sie daher auch andere Einstellungen wie die Belichtungskorrektur und die Bildqualität kontrollieren und gegebenenfalls an die Aufnahmebedingungen anpassen.

Fazit

Die Zeitautomatik oder auch Blendenpriorität ist ein kreativer Modus, bei welchem die Blende als Hauptgestaltungsmittel zum Einsatz kommt. Mit dem gezielten Einfluss auf die Schärfentiefe des Fotos kann der Fotograf eine bestimmte Bildwirkung erzielen. So kann etwa ein Portrait vor unruhigem Hintergrund wie einer belebten Strasse scharf hervorgehoben werden. Auch für schöne Makroaufnahmen, beispielsweise von Pflanzen, Insekten oder kleinen Objekten mit verschwommenem Hintergrund eignet sich der A/Av-Modus hervorragend. Durch die automatische Anpassung der Belichtungszeit kann auch bei sich ändernden Aufnahmebedingungen die gewünschte Tiefenschärfe erzielt werden, während dennoch ausreichend Spielraum für verschiedene Einstellungsmöglichkeiten bleibt.

Das Modusrädchen einer DSLR-Kamera mit Szeneprogrammen, AUTO, P, Av, Tv und M.

DSLR – Fotografieren mit der Programmautomatik P (P-Mode)

Spiegelreflexkameras besitzen mindestens 5 grundlegende Modi, die man in der Regel über ein Rädchen an der Oberseite der Kamera ansteuern kann. Mit diesem Modusrädchen lässt sich zwischen verschiedenen Aufnahmeprogrammen wechseln. Für die Fotografie am wichtigsten sind die fünf Auswahlpunkte AUTO, P, A (bzw. Av), S (bzw. Tv) und M. Der Automatikmodus ist mit «AUTO» oder einer grünen Box mit einem «A» gekennzeichnet. P steht für Programmmodus / Programmautomatik, A (Av) steht für Aperture Priority = Blendenpriorität bzw. Zeitautomatik, S (Tv) ist die Shutter Priority = Verschlusspriorität bzw. Blendenautomatik, M bezeichnet den manuellen Modus. Darüber hinaus haben die meisten Kameras noch verschiedene Szeneprogramme und eventuell einen Videomodus.

Die Programmautomatik ist nicht mit dem Automatikmodus (Vollautomatik) gleichzusetzen, da – je nach Kameramodell – wichtige Aufnahmeparameter variiert werden können. Allein Blende und Verschlusszeit werden durch die Kamera kontrolliert und mithilfe der Belichtungsmessung der Kamera automatisch angepasst. Typischerweise wird bei schlechter werdendem Licht die Blende weiter geöffnet und gleichzeitig die Belichtungszeit erhöht.

Im Gegensatz zum Auto-Mode erlaubt der P-Mode dabei die manuelle Kontrolle des Blitzes und weiterer Einstellungen wie beispielsweise dem ISO-Wert oder Belichtungskorrekturen. Verglichen mit der Blenden- oder Verschlusspriorität wird das Bild auch dann richtig belichtet, wenn sich die Umfeldbedingungen schnell ändern, so dass eine manuelle Einstellung schwierig wird.

Warum mit der Programmautomatik fotografieren und nicht gleich im Auto-Mode?

Für viele Nutzer einer DSLR ist der P-Mode das Standardprogramm für Schnappschüsse und passt bei einer Vielzahl von Aufnahmesituationen. Obwohl die Nutzung sehr komfortabel ist, da sowohl Blende als auch Belichtungszeit automatisch angepasst werden, verliert der Fotograf nicht die komplette Kontrolle über die Einstellungen, wie das im Automatik-Modus der Fall ist. Es handelt sich deshalb um eine Art «Basisautomatik».

Objekt fotografiert im Auto-Mode (automatischer Blitz) und P-Mode (ohne Blitz)

Objekt fotografiert im Auto-Mode (automatischer Blitz) und P-Mode (ohne Blitz)

Insbesondere lässt sich im Programmmodus manuell entscheiden, ob der Blitz zum Einsatz kommen soll oder nicht. Besonders in Innenräumen lässt Blitzlicht Aufnahmen oft künstlich und wenig stimmungsvoll wirken – die Entscheidung, wann es zum Einsatz kommen soll, sollte vom Fotografen situationsbedingt getroffen werden. Um den Blitz zu nutzen, muss er vorher manuell geöffnet werden.

Die ISO-Einstellung kann je nach Lichtsituation vom Fotografen angepasst werden. Dabei kann ausprobiert werden, bei welchen ISO-Werten die optimale Belichtung erreicht wird. Insbesondere bei hohen ISO-Werten kann es – abhängig vom Kameramodell – zu einem nicht unbeachtlichen Bildrauschen kommen, das sollte bei der Einstellung beachtet werden.

Vergleich – fotografiert im P-Mode mit unterschiedlicher ISO-Einstellung (ISO 500 / 1000)

Vergleich – fotografiert im P-Mode mit unterschiedlicher ISO-Einstellung (ISO 500 / 1000)

Der Weissabgleich lässt sich ebenfalls beliebig einstellen.

Des Weiteren besteht im P-Mode die Möglichkeit einer Belichtungskorrektur. Diese kann nötig werden, da die Belichtungsmessung auf durchschnittlichen Motiven basiert, bei denen helle und dunkle Flächen relativ gleichmässig verteilt sind. Ist das Motiv insgesamt sehr hell oder sehr dunkel, weicht es zu stark von diesen Mittelwerten ab und es kommt zu Fehlbelichtungen. Diese lassen sich über eine Belichtungskorrektur beheben.

Ausserdem können im Programmmodus automatische Belichtungsreihen aufgenommen werden, wie sie für HDR-Bilder nötig sind. Dafür werden nur die Verschlusszeiten verändert und nicht die Blende, wodurch sich die Fotos später sauber verrechnen und überlagern lassen.

Das Programm P erkennt die verwendete Brennweite von Wechselobjektiven und versucht über die Blenden- und (bei ISO-Automatik) die ISO-Einstellung die Verschlusszeit so kurz zu halten, dass bis zu einer Mindestlichtmenge Freihandaufnahmen ohne Verwackeln möglich sind.

Die Bildqualität sollte im Modus P entsprechend direkt überprüft werden und unter Umständen sollten die entsprechenden Parameter angepasst werden.

Nachteile der Programmautomatik

Die Programmautomatik stellt zwei grundlegende Anforderungen: Das Bild soll korrekt belichtet sein und es soll scharf sein. In Kombination müssen Blende und Verschlusszeit immer zusammenpassen.

Allerdings gibt es mehr als nur eine Kombination, die zur richtigen Belichtung führt. Öffnet man (ausgehend von einer korrekten Kombination) beispielsweise die Blende etwas und verringert die Belichtungszeit entsprechend, entsteht eine weitere korrekte Kombination bezüglich der Belichtung mit einer anderen Schärfentiefe. Die Schärfentiefe eines Fotos wird beispielsweise oft als gestalterisches Mittel eingesetzt. Standardmässig kann die Programmautomatik nicht entsprechend eingestellt werden.

Program-Shift-Funktion

Der P-Mode bevorzugt kurze Verschlusszeiten vor hohen Blendenzahlen. Die Kombination von Blende und Verschlusszeit definiert Schärfentiefe und Bewegungsunschärfe. Wenn die Blende etwa zu klein ist, das Motiv aber mehr Unschärfe im Hintergrund erfordert, kann bei vielen Kameramodellen eine Programmverschiebung (Program-Shift) genutzt werden. Dabei wird unter Erhalt des Belichtungswertes manuell in die von der Programmautomatik ermittelte Zeit-/Blendenkombination eingegriffen. Je nach Kamera kann die Programmverschiebung über ein Stellrad am Auslöser oder über Pfeiltasten auf der Rückseite der Kamera vorgenommen werden.

Blende und Verschlusszeit werden hier nicht einzeln, sondern gleichzeitig verschoben. Dadurch wird garantiert, dass die Belichtung selbst entsprechend der aktuellen Lichtsituation unverändert bleibt. Veränderte Lichtverhältnisse berücksichtigt die Programmautomatik in ihrer Parallelverschiebung, die Richtung der Verschiebung wird jedoch beibehalten. Dieser Program-Shift gilt je nach Kamera und Einstellung nur für die aktuelle Aufnahme oder für eine definierte Zeit.

Fotos des selben Motivs mit unterschiedlicher Belichtungszeit

Fotos des selben Motivs mit unterschiedlicher Belichtungszeit

Weitere Programmmodi / Motivprogramme

Die Auswahl der Zeit-/Blendenkombination erwägt immer das Zusammenspiel zwischen der korrekten Belichtungszeit und der optimalen Blendeneinstellung für Tiefenschärfe. Aus diesem Grund bieten die meisten modernen Kameras mehr als eine Programmautomatik, um unterschiedliche Situationen abzudecken. Die Einstellungen folgen dabei einer Art „Patentrezept“ für das entsprechende Motiv.

Das Portraitprogramm wählt eine möglichst offene Blende für geringe Schärfentiefe. Landschafts- und Panoramaprogramme sowie Nahaufnahmeprogramme wählen eine möglichst geschlossene Blende für grosse Schärfentiefe. Das Sportprogramm wählt die kürzeste Belichtungszeit, um Bewegungsunschärfe zu vermindern. Das Nachtprogramm wählt eine lange Verschlusszeit für Langzeitbelichtungen.

Fazit

Je nachdem, wie intensiv der Fotograf die manuellen Einstellmöglichkeiten seiner DSLR im Programmmodus nutzt, können wesentliche Parameter des Fotos beeinflusst werden. Dabei wird stets sichergestellt, dass die Kombination aus Blende und Belichtungszeit eine korrekte Belichtung erlaubt. Mit dem Program-Shift können für einzelne Bilder oder Belichtungsserien nahezu die gleichen Einstellungen getroffen werden, wie das die Halbautomatiken Av (A) und Tv (S) erlauben würden. Werden andere Motivprogramme genutzt oder keine eigenen Einstellungen im P-Modus getätigt, kommt der Modus dem AUTO-Modus nahe.

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