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Motivhelligkeit

Auf jedem Bild gibt es mehr oder weniger beleuchtete Bereiche. Das menschliche Auge nimmt die sogenannte Leuchtdichte als Helligkeit wahr. Dieser lichttechnische Begriff beschreibt die Lichtmenge, die von einer Fläche reflektiert wird. Dieselbe Helligkeit wird auch von der Kamera abgebildet. Die Motivhelligkeit ergibt sich aus dem Zusammenspiel von zwei Faktoren: Beleuchtungsstärke und Objekthelligkeit.

Die Beleuchtungsstärke bezeichnet die Lichtmenge, die auf das Aufnahmeobjekt fällt. Objekthelligkeit definiert die Fähigkeit eines bestimmten Objekts, Lichtstrahlen zu reflektieren. Dieser Wert ist abhängig von der Materialbeschaffenheit und der Oberfläche des Objektes. Dunkle Aufnahmeobjekte absorbieren auftreffende Lichtstrahlen zu grossen Teilen. Daher reflektieren sie weniger Licht als helle Objekte.

Sowohl Beleuchtungsstärke als auch Objekthelligkeit können zu einer hohen Motivhelligkeit führen. Dabei muss nicht unbedingt ein Faktor stärker als der andere wirken. Beide Einflüsse können gleichzeitig auftreten. Mit Motivhelligkeit beschreibt man die Helligkeit des gesamten Motivs, nicht nur einzelner Teile des Motivs. Sie beschreibt nicht ausschliesslich die ausgeleuchteten Bereiche. Daher ist die Motivhelligkeit sowohl ein Merkmal der Schattenflächen in einem Motiv als auch der Ausleuchtung.

Die Motivhelligkeit kann auf unterschiedliche Arten verändert werden: Einerseits kann die Helligkeit einzelner beleuchteter Bereiche über die Ausleuchtung kontrolliert werden. Andererseits kann die Helligkeit des gesamten Motivs beeinflusst werden, was Schattenbereiche miteinbezieht. Um die gewünschte Motivhelligkeit zu kontrollieren, können Aufnahmeplätze und Requisiten nach deren Objekthelligkeit ausgewählt werden. Auch die Positionierung der Aufnahmeobjekte und der Lichtquellen hat einen Einfluss auf die spätere Motivhelligkeit.

Zudem gibt es einige Hilfsmittel, mit denen die Motivhelligkeit manipuliert werden kann: Über einen Flächenreflektor kann das Licht einer Lichtquelle aufgefangen werden und auf eine dunkle Stelle des Objektes reflektiert werden, um diese aufzuhellen. Diese Methode kommt häufig in der Portraitfotografie zum Einsatz, um unschöne Schatten im Gesicht der fotografierten Person zu vermeiden. Um die Ausleuchtung stattdessen zu verringern, kann ein Lichtschlucker (auch Abschatter genannt) eingesetzt werden. Der Abschatter hält Umgebungslicht von einer als zu hell empfunden Stelle fern. Mithilfe eines Diffusors kann die Beleuchtungsstärke reduziert werden, um starke Licht-Schatten-Kontraste und Reflexionen zu reduzieren. Direkter Lichteinfall wird dadurch weicher gezeichnet. Bei künstlichen Lichtquellen kann zudem der Abstand zum Aufnahmeobjekt verringert oder erhöht werden.

Auch die digitale Bildbearbeitung bietet Mittel zur Veränderung der Motivhelligkeit. Über die Tonwertänderung können die Helligkeitswerte nachträglich angepasst werden. Allerdings ist es empfehlenswert, bereits bei der Aufnahme auf optimale Belichtungswerte zu achten. In Notfall kann es aber hilfreich sein, die passenden Tonwerte nachträglich zu bearbeiten.

Belichtungsmessmethoden

Mit Hilfe einer Belichtungsmessung ermittelt die Kamera die passenden Werte für Blende und Verschlusszeit. Damit ein korrekt belichtetes Foto entstehen kann, müssen Blende und Verschlusszeit ideal aufeinander abgestimmt sein. Die perfekte Kombination der beiden Parameter fällt je nach vorherrschenden Lichtverhältnissen sehr unterschiedlich aus. Die meisten modernen Kameras verfügen über verschiedene Belichtungsmessmethoden, die Sie passend nach Motiv und Situation auswählen können. Zu den gängigen Messmethoden zählen unter anderem die Mehrfeldmessung, Spotmessung, Selektivmessung und die Mittenbetonte Integralmessung.

Die Mehrfeldmessung

Je nach Hersteller wird diese Belichtungsmessmethode auch als Zonenmessung oder Matrixmessung bezeichnet und ist meist als Standardmethode voreingestellt. Auch Motivprogramme basieren bezüglich der Belichtungsmessung auf der Mehrfeldmessung. Das Verfahren der Messung kann bei den einzelnen Herstellern abweichen. Im Kern handelt es sich jedoch immer um das gleiche Prinzip: Statt das gesamte Bild hinsichtlich der korrekten Belichtung zu beurteilen, soll das Motiv erkannt und die wichtigsten Bildbereiche hervorgehoben werden. Mit Hilfe komplexer Technik, Gesichtserkennung und ähnlichem erkennt die Kamera bei der Mehrfeldmessung automatisch das Motiv, auf welches das Hauptaugenmerk bei der Belichtung gelegt werden soll. Ist zudem der Autofokus aktiviert, wird der fokussierte Bildbereich ebenfalls für die Belichtungsmessung herangezogen. Lediglich bei starkem Gegenlicht, sehr hellem oder sehr geringem Umgebungslicht muss der Fotograf die Belichtungsparameter gegebenenfalls zusätzlich anpassen.

Die Mehrfeldmessung versteht sich als Alleskönner unter den Belichtungsmessmethoden. Bei nahezu allen Lichtsituationen können Sie mit dieser Methode gute Ergebnisse erzielen. Sollte es dennoch zu einer Fehlmessung kommen, können Sie die Parameter manuell ganz einfach anpassen. Dies ist oft der einfachere Weg, als eine andere Belichtungsmessmethode an der Kamera einzustellen.

Die Selektivmessung

Hierbei wird die Belichtung eines kreisrunden Bereichs mittig im Bild gemessen. Dieser Messbereich entspricht etwa 10 Prozent des Bildausschnitts. Die Bildbereiche um den selektierten Bereich herum werden bei der Selektivmessung vernachlässigt. Auch wenn der Messbereich etwas grösser als bei der Spotmessung ausfällt, ist die Selektivmethode ebenfalls anfällig für Fehlmessungen und erfordert daher etwas Übung und Erfahrung in der Anwendung.

Zum Einsatz kommt die Selektivmessung zum Beispiel häufig bei der Portraitfotografie. Hier wird der Messbereich auf das zentral im Bildbereich befindliche Gesicht ausgerichtet. Aber auch beim Fotografieren mit Gegenlicht ist die Selektivmessung eine geeignete Belichtungsmessmethode. Da die Belichtungsmessung sich nur auf das zentrale Motiv konzentriert, wird dieses deutlich besser sichtbar und nicht zu dunkel abgebildet.

Die Spotmessung

Um die Belichtung für einen sehr kleinen Bildbereich (Zwei bis vier Prozent) zu messen, wird die Spotmessung verwendet. Hierbei ist der Messbereich punktueller als bei der oben beschriebenen Selektivmessung. In der Regel liegt das entsprechende Messfeld mittig im Bildausschnitt. Je nach Kameramodell werden zudem die Daten des aktivierten Autofokus für die Belichtungsmessung herangezogen, wodurch der «Spot» der Messung im fokussierten Bildbereich und nicht zwingend in der Bildmitte liegt.

Zum Einsatz kommt die Spotmessung zum Beispiel bei etwas weiter entfernten Motiven. So können Sie etwa ein besonderes Detail einer Hausfassade mit dem Spot messen und durch eine korrekte Belichtung in Szene setzen. Diese punktuelle Belichtungsmessmethode erfordert etwas Erfahrung vom Fotografen. Wird der Belichtungspunkt nicht ideal ausgewählt, kann es zur Über- oder Unterbelichtung des ganzen Bildes kommen.

Die mittenbetonte Integralmessung

Wie der Name bereits vermuten lässt, konzentriert sich diese Belichtungsmessmethode hauptsächlich auf das Zentrum des Bildausschnittes. Die Messung erfolgt jedoch nicht punktuell oder selektiv. Ähnlich wie bei der Mehrfeldmessung bezieht sich die mittenbetonte Integralmessung auf den gesamten Bildausschnitt, gewichtet jedoch die Bildmitte etwas mehr für die Belichtung als die Randbereiche.

Die mittenbetonte Belichtungsmessung eignet sich vor allem bei Motiven die von sehr hellen oder dunklen Flächen umgeben sind. So werden etwa die störenden dunklen Randbereiche beim Fotografieren eines Tieres oder Objektes im Wald bei der Messung ignoriert und das Motiv mittig im Bild korrekt belichtet. Auch bei entfernten Motiven im Freien, die von Himmel oder Wasser umgeben sind, ist die mittenbetonte Integralmessung hilfreich. Das helle Licht der Umgebung birgt normalerweise das Risiko einer Unterbelichtung des Hauptmotivs. Die mittenbetonte Messung ermöglicht hier jedoch dennoch ein gelungenes Foto.

Belichtungsreihe

Bei der Belichtungsreihe, auch Bracketing genannt, wird eine ungerade Anzahl an Fotos aus exakt derselben Position aufgenommen. Bei modernen Kameras erfolgt dies automatisch und es muss dabei der Auslöser nur ein einziges Mal betätigt werden. Je nach Einstellung schiesst dann die Kamera 3, 5 oder 7 identische Fotos mit jeweils unterschiedlichen Belichtungsparametern. Diese Parameter sind die Blende, die Verschlusszeit und der ISO-Wert. Dabei steuert die Blende, wieviel Licht auf den Bildsensor einfallen kann und die Verschlusszeit, wie lange der Sensor dem Licht ausgesetzt ist. Der ISO-Wert bestimmt die Lichtempfindlichkeit des Sensors. Bei der Belichtungsreihe werden verschiedene Werte und Kombinationen dieser drei Elemente genutzt, um ein Motiv in unterschiedlichen Belichtungen abzubilden.

Sowohl schlechtes Wetter als auch sehr sonnige Tage führen oftmals zu schwierigen Lichtverhältnissen. Mal erscheint das Foto viel zu hell, andere Male zu dunkel. Um dieses Problem zu lösen, gibt es die Technik der Belichtungsreihe. Besteht diese zum Beispiel aus 3 Fotos, so wird das abgebildete Motiv mit drei unterschiedlichen Belichtungen aufgenommen. Dabei ist eins sehr hell, eins etwas zu dunkel und eins mit gemittelten Belichtungsparametern fotografiert. Da sich die Fotos nur in den Belichtungsstufen unterscheiden, können diese am Computer ohne grossen Qualitätsverlust bearbeitet werden. Die Aufnahmen werden dabei exakt übereinandergelegt. So können mit Hilfe von Bearbeitungsprogrammen zum Beispiel dunkle Bildbereiche etwas aufgehellt werden. Die Belichtungsreihe ermöglicht daher harmonisch wirkende und kontrastreiche Fotos trotz schwieriger Lichtverhältnisse. Sich bewegende Motive oder Motive, die sich in schnell veränderten Lichtsituationen befinden, sollten dagegen vermieden werden. Hierbei wären zu viele Veränderungen auf den einzelnen Fotos, die ein exaktes Übereinanderlegen der Aufnahmen nicht möglich machen.

Um Verwackelungen zu vermeiden, sollten Sie bei der Belichtungsreihe immer ein Stativ verwenden. Zudem ist ein Fernauslöser hilfreich, um beim Auslösen nicht ungewollt die Kameraposition zu verändern.

Dynamikumfang

Im Gegensatz zum menschlichen Auge kann sich ein Kamerasensor nur bedingt an unterschiedliche Umgebungshelligkeiten anpassen. Besonders schwierig sind schnelle Wechsel von einem hellen zu einem dunklen Ort. Der Grund dafür ist der beschränkte Dynamikbereich der Technik.

Die Reichweite zwischen dem hellsten und dem dunkelsten Bereich eines Motives wird als Dynamikumfang oder kurz Dynamik bezeichnet. Dieser erstreckt sich über maximal 23 Blendenstufen von der Dunkelheit der Nacht bis hin zur prallen Mittagssonne. Das menschliche Auge kann ungefähr 20 dieser Blendenstufen erfassen. Bezogen auf die Fotografie, weisen qualitativ hochwertige moderne Kameras einen Dynamikumfang von 9 bis 12 Blendenstufen auf. Ältere Modelle verfügen nur über 8 Blendestufen.

Der Dynamikumfang einer Aufnahme ist umso höher, je mehr Helligkeitsabstufungen ein Motiv hat. Je grösser die Dynamik, desto mehr Details sind erkennbar. Je kleiner der Dynamikbereich ist, desto detailärmer wird das Bild. Das Objekt verschwimmt mit dem Bildhintergrund.

Wird der mögliche Dynamikbereich einer Kamera überschritten, gehen die darüber hinaus liegenden Bildinformationen verloren. So passiert es häufig, dass bei Aufnahmen in der Natur mit Menschen im Vordergrund aufgrund eines kleinen Dynamikbereichs entweder ein «ausgebrannter» Himmel oder «ausgebrannte» Gesichter entstehen. Mit dem Begriff «Ausbrennen» ist eine Überbelichtung gemeint.

Ein weiteres Beispiel ist das Fotografieren eines Brautpaars. Auch in dieser Situation muss man sich entscheiden, welche Person man vermehrt belichten möchte. Da in dieser Situation der Dynamikumfang der Technik nicht ausreicht, erzielt man im Ergebnis entweder ein weisses Brautkleid oder einen schwarzen Anzug. Das jeweils andere Kleidungsstück färbt sich gräulich.

Ein geringer Dynamikumfang von Fotos kann auf verschiedene Weisen erhöht werden. Qualitativ hochwertige Kameras können aufgrund eines hohen Dynamikumfangs falsche Belichtungsverhältnisse ausgleichen. Wer trotz nicht so teurer Kamera optimale Aufnahmen erzielen möchte, sollte schon während der Aufnahmephase auf die Helligkeiten achten. Dabei helfen Histogramm und Überbelichtungswahrnehmung.

Ausserdem sollte anstatt des JPG-Formats im RAW-Format fotografiert werden. Im Gegensatz zu JPG können Aufnahmen des RAW-Formats mit dem RAW-Konverter oder Photoshop bedingt korrigiert werden. Allerdings sollte man den nachträglichen Gebrauch der Dynamikregler nicht übertreiben. Hellt man dunkle Bereiche zu sehr auf, entsteht sogenanntes «Rauschen» an Stellen ausserhalb des Dynamikbereichs. Alles was auf der hellen Seite über einen bestimmten Helligkeitswert hinausgeht, wird durch Übersteuerung als reines Weiss dargestellt.

Eine weitere Möglichkeit für optimal belichtete Aufnahmen bietet HDR (High Dynamic Range) oder das Verfahren zur Dynamikerhöhung DRI (Dynamic Range Increasemet). Diese arbeiten mit Belichtungsreihen. Dabei werden mehrere Aufnahmen bei unterschiedlicher Belichtung gemacht, die im Anschluss von Hand oder automatisch zusammengeführt werden.

Zusammengefasst steht der Dynamikumfang also in direktem Zusammenhang mit dem Kontrastumfang eines Fotos und dem Umfang der Motivhelligkeit.

Für das optimale Endergebnis sollten unterschiedliche Aufnahmemodi, Lichteinfallpositionen und Blendenstufen ausprobiert werden.

Vergleich – Nachbearbeitung Belichtung

Photoshop: Unterbelichtete Aufnahmen korrigieren

Die richtige Belichtung ist für die Wirkung eines Bildes sehr wichtig. Mit dem Display einer digitalen Kamera und einem Blick auf das Histogramm, kann die Belichtung einer Aufnahme sofort vor Ort überprüft werden. Dies macht es dem Fotografen möglich, durch mehrere Aufnahmen mit verschiedenen Einstellungen eine optimale Belichtung zu erzielen.

Trotz aller Kenntnisse und Hilfsmittel kann es passieren, dass unterbelichtete Aufnahmen entstehen. Dies kann zum Beispiel eine mit falschen Einstellungen aufgenommene, nicht reproduzierbare Momentaufnahme einer Situation sein. Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop machen es mit ihren vielfältigen Werkzeugen möglich, unterbelichtete Aufnahmen zu retten und somit mehr Ausdruck zu verleihen.

Korrektur von Belichtung, Helligkeit und Kontrast

In der Menüleiste von Photoshop befindet sich der Reiter «Bild», unter dem sich die verschiedensten Korrekturmöglichkeiten verbergen. Eine davon ist die Korrektur der Belichtung. Sind Sie dem Pfad «Bild – Korrekturen – Belichtung» gefolgt, öffnet sich ein weiteres Fenster.

Screenshot – Belichtungskorrektur in Photoshop

Das neue Fenster bietet zum Korrigieren der Belichtung drei unterschiedliche Regler. Meist reicht das Verschieben des ersten Reglers «Belichtung» aus. Um das unterbelichtete Bild aufzuhellen, muss der Regler nach rechts verschoben werden. Der zweite Regle «Versatz» bezieht sich auf die Mitteltöne einer Aufnahme und lässt somit die Tiefen und Lichter einer Aufnahme ausser Acht. Wie bei der Belichtung wird die Aufnahme beim Verschieben des Reglers nach rechts aufgehellt und nach links abgedunkelt.

Wird durch den Versatz die Aufnahme abgedunkelt und mit der Belichtung weiter aufgehellt, lässt sich ein höherer Kontrast in der Aufnahme erzeugen. Mit der Gammakorrektur kann das Bild ebenfalls aufgehellt oder abgedunkelt werden. Hier werden die Tiefen und Lichter mit einbezogen.

Vergleich – Nachbearbeitung Belichtung

Die linke Seite zeigt das zu dunkle Original und die rechte Seite die Nachbearbeitung durch die Belichtungskorrektur.

Ebenfalls unter dem Pfad «Bild – Korrekturen» befindet sich an oberster Stellung die Helligkeit und der Kontrast. Wie bei der Belichtungskorrektur öffnet sich für die Regulierung ein neues Fenster.

Screenshot – Photoshop Korrektur von Helligkeit und Kontrast

Auch hier werden Kontrast und Helligkeit mit Hilfe von Reglern gesteuert. Mit einer Bewegung nach rechts kann die Helligkeit oder der Kontrast erhöht und mit einer Bewegung nach links gesenkt werden. Im oben abgebildeten Beispiel wurde die Helligkeit gesteigert, um das Bild weiter aufzuhellen. Der Kontrast wiederum wurde verringert, um starke Schatten zu vermeiden. Diese würden das Motiv zu hart wirken lassen.

Vergleich – ohne und mit Helligkeits- und Kontrast-Korrektur

Der mittlere Streifen zeigt die Aufhellung der Aufnahme mit Hilfe der Helligkeits- und Kontrast-Korrektur.

Die Tonwertkorrektur

Eine weitere Möglichkeit, um die Belichtung einer Aufnahme zu korrigieren, ist die Tonwertkorrektur. Diese Funktion befindet sich über dem Ebenenbedienfeld in Photoshop unter dem Reiter «Korrekturen». Wählen Sie in der ersten Reihe das zweite Symbol von links aus. Wurde das Symbol der Tonwertkorrektur durch einen Klick gewählt, erscheint an der Stelle der Korrekturauswahlmöglichkeiten ein Histogramm mit drei Pfeilen in den Farben Weiss, Grau und Schwarz.

Screenshot – Tonwertkorrektur in Photoshop

Um die Aufnahme aufzuhellen, wird mit dem weissen Regler begonnen. Dieser wird nach links bis zur ersten Erhebung im Histogramm geschoben, wodurch die Lichter in der Aufnahme verstärkt werden. Der graue Pfeil steuert die Mitteltöne. Dieser kann ebenfalls nach links verschoben werden. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, bei einer zu starken Verschiebung der Mitteltöne können die Kontraste verloren gehen. Ein höherer Kontrast kann mit einem leichten Verschieben des schwarzen Pfeils nach rechts geschaffen werden.

Vorher-Nachher-Vergleich: Links ohne und rechts mit Tonwertkorrektur

Vorher-Nachher-Vergleich: Links ohne Tonwertkorrektur und rechts mit Tonwertkorrektur

Negativ multiplizieren für eine bessere Belichtung

Der schnellste und einfachste Weg eine unterbelichtete Aufnahme aufzuhellen ist das Negativ-Multiplizieren in Photoshop. Wurde das unterbelichtete Foto in Photoshop geöffnet, wird eine Kopie der Ebene benötigt. Für das Duplizieren einer Ebene kann ein rechter Mausklick, die Tastenkombination Strg+J für Windows oder Cmd+J für Mac verwendet werden. Stellen Sie sicher, dass die neue Ebene weiss umrahmt ist und wählen Sie für diese den Filter «Negativ multiplizieren».

Screenshot – Negativ multiplizieren in Photoshop

Ist der Aufhellungseffekt zu schwachkönnen Sie die negativ-multiplizierte Ebene nochmals duplizieren. Dadurch wird der Aufhellungseffekt verstärkt. Ist der Effekt zu stark, lässt sich dieser durch die Verminderung der Deckkraft der Ebene ganz leicht herabsetzen.

Vergleich mit und ohne Negativ-Multiplikation

Vergleich mit und ohne Negativ-Multiplikation

Fazit

Viele Wege führen nach Rom – Dies gilt auch für die Aufhellung eines unterbelichteten Bildes in Photoshop. Zudem lassen sich alle vorgestellten Methoden miteinander kombinieren, um gezielt die eigenen Vorstellungen umzusetzen.

Der Camera RAW-Filter ermöglicht ebenfalls die Optimierung unterbelichteter Aufnahmen. Er vereint die Parameter Belichtung, Helligkeit, Kontrast, Schatten und Lichter. Im Artikel «Architekturretusche mit Photoshop» erfahren Sie mehr über den Camera RAW-Filter.

Wir wünschen viel Spass beim Bearbeiten Ihrer Aufnahmen!

Collage eines Bildes mit drei unterschiedlichen Belichtungen – über- normal- und unterbelichtet

Das Histogramm für die richtige Belichtung nutzen lernen

Der grosse Vorteil der digitalen Fotografie ist, dass das Ergebnis sofort im Anschluss auf dem Kameradisplay gesichtet werden kann. Allerdings kann das Kameradisplay täuschen. Einflussfaktoren, wie das Umgebungslicht, eine Schutzfolie oder die Helligkeitseinstellung des Displays, können die Wirkung der Aufnahme beeinflussen. So kann es passieren, dass die Aufnahme auf dem Display der Kamera dunkler oder heller wirkt, als sie tatsächlich ist.

Um dieser Täuschung zu entgehen, ist es hilfreich, einen Blick auf das Histogramm zu werfen. Was auf dem Histogramm zu sehen ist, und wie Sie dieses einsetzen, erfahren Sie hier.

Lesen eines Histogramms

Das Histogramm ist die Darstellung aller Tonwerte einer Aufnahme in Form einer Kurve. Dieses lässt sich in drei Bereiche unterteilen – die Tiefen, die Mitteltöne und die Lichter.

Grafik eines Histogramms

Unter den Tiefen werden die dunklen Töne des Bildes verstanden. Diese werden immer auf der linken Seite des Histogramms dargestellt. Auf der rechten Seite finden sich die Lichter und somit die hellen Töne der Aufnahme. Der mittlere Bereich stellt alle Mitteltöne dar. Folglich werden die Tonwerte in dem Histogramm von links nach rechts immer heller.

Auf das Histogramm lässt sich sowohl nach dem Drücken des Auslösers in der Bildervorschau, als auch während der Nutzung des Live-View-Modus zurückgreifen, um die Belichtung direkt vor Ort zu überprüfen. Oft lässt sich diese Funktion durch die Info-Taste der Kamera aktivieren.

 

Interpretieren des Histogramms

Fällt der erste Blick auf ein solches Histogramm, ist nur eine Kurve zu sehen, die meist einer Berglandschaft ähnelt. Hierbei stellt sich die Frage, wie die Kurve aussehen muss, damit die Belichtung gelungen ist.

Von einer ausgewogenen Belichtung wird gesprochen, wenn sich die Kurve über alle Tonwertbereiche erstreckt und sie weder auf der linken noch auf der rechten Seite anstösst.

 

Foto historischer Gebäude mit Seifenblasen – Abbildung eines Histogramms

Verlagert sich die Kurve im Histogramm auf die linke Seite, ist das Bild sehr dunkel. Stösst die Linie zudem an den linken Rand,  ist die Aufnahme unterbelichtet.

Über- und Unterbelichtung zweier verschiedener Aufnahmen mit Histogramm

Bei einer Überbelichtung verhält sich die Kurve umgekehrt. Je weiter oben die Kurve an einen der Ränder grenzt, desto stärker sind die unter- oder überbelichteten Flächen vertreten. Diese Bildbereiche können nachträglich nicht korrigiert werden. Über- und unterbelichtete Bildbereiche enthalten keine weiteren Informationen, auf die das Bildbearbeitungsprogramm zugreifen könnte. Bei einer Überbelichtung wird hierbei vom Ausbrennen gesprochen.

Um bei der Nachbearbeitung aus den Vollen schöpfen zu können, wird ein Histogramm benötigt, das sich über alle Tonwerte erstreckt –  ähnlich wie in der ersten Abbildung.

Fazit

Das Histogramm ist eine fotografische Grundlage, die vermehrt in Vergessenheit gerät. Durch das Histogramm muss die Einschätzung der Belichtung nicht mehr einzig und allein nach der Darstellung auf dem Display erfolgen. Folglich ist das Histogramm eine verlässliche Unterstützung für gelungene Aufnahmen.

Sollte eine Aufnahme, trotz eines zufriedenstellenden Histogramms, nicht den optischen Ansprüchen genügen, bietet die vielfältige Verteilung der Tonwerte einer Aufnahme ein grosses Bearbeitungsspektrum.

 

Weissabgleich und Farbtemperatur

Das Licht ist ein entscheidender Faktor in der Fotografie. Die Beleuchtung bzw. die Lichtverhältnisse bestimmen daher auch die Wirkung eins Bildes auf den Betrachter. Ob ein Bild warm und harmonisch oder eher kühl und düster wirkt, wird massgeblich von der bestehenden Farbtemperatur beeinflusst.

Unterschiedliche Licht- und Beleuchtungssituationen erzeugen verschiedene Farbtemperaturen. Dabei ist ausschlaggebend, mit welcher Wellenlänge das Licht auf das zu fotografierende Motiv trifft. So sorgen beispielsweise Wellenlängen unter ca. 350 Nanometern für eine hohe Farbtemperatur und wirken blau. Niedrige Farbtemperaturen erscheinen rot und werden von Wellenlängen über ca. 750 Nanometern erzeugt. Die Farbtemperatur wird in Kelvin angegeben und wurde von glühendem Eisen abgeleitet. Als Standartwert gelten ungefähr 5500 Kelvin. Dies entspricht hellem Tageslicht. Künstliche Lichtquellen haben kürzere Wellenlängen, erscheinen daher rot und haben weniger Kelvin. Je trüber das Tageslicht erscheint, beispielsweise bei Wolken oder Nebel, umso kürzer werden die Wellenlängen und umso höher der Kelvin-Wert. Bilder bei trübem Tageslicht haben daher häufig einen Blaustich.

Um einem unerwünschten Farbstich durch die Farbtemperatur entgegen zu wirken, kann man mit einem Weissabgleich arbeiten. Dieser sorgt dafür, dass vorherrschende Lichtverhältnisse ausbalanciert werden und ein harmonisches und farblich ausgewogenes Bild entsteht. In der Regel sollte das Weiss im Motiv auch auf dem späteren Foto weiss dargestellt werden. Bei der analogen Fotografie wird die Farbtemperatur durch spezielle Filmtypen für Tages- oder Kunstlicht kompensiert. Bei der digitalen Fotografie gibt es diverse Einstellungen, die einen Weissabgleich vereinfachen. Es gibt automatisch arbeitende Voreinstellungen, die sich der gegebenen Lichtsituation anpassen. Hochwertige Kameras verfügen zusätzlich noch über einen manuellen Weissabgleich. Hierbei kann man die gewünschte Kelvinzahl angeben, eine Graukarte zur Hilfe nehmen oder ein Weissabgleich-Bracketing durchführen. Beim Bracketing mach die Kamera automatisch eine Reihe von Bildern mit verschiedenen Weissabgleichsoptionen. In der kreativen Bildgestaltung wird der Weissabgleich auch gezielt genutzt, um einen bestimmten Farbstich im Bild zu erzeugen.

Mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen kann der Weissabgleich auch nachträglich vorgenommen und die Farbtemperatur bearbeitet werden. Dazu empfiehlt es sich, das Foto in einem RAW-Format zu speichern. Bei der Verwendung von JPG-Formaten kann durch die Bearbeitung ein Qualitätsverlust entstehen.

Tipps und Tricks, um schattenfrei zu fotografieren

Schattenfrei fotografieren: Tipps und Tricks

Um ein Motiv schattenfrei zu fotografieren, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Denn neben der Beleuchtung spielt auch der Unter- und Hintergrund eine wichtige Rolle. Worauf Sie noch achten sollten und wie Sie professionelle und schattenfreie Aufnahmen auch ohne grosse Studioausrüstung umsetzen können, verraten wir Ihnen nachfolgend.

Schattenfrei fotografieren: Das richtige Licht

Um Motive schattenfrei einzufangen, eignen sich Dauerlicht-Leuchten am besten. Mit ihnen haben Sie schon vor der Aufnahme die volle Kontrolle über die Lichtführung. Das hat den Vorteil, dass eventuelle Schatten besser korrigiert werden können, in dem man einfach das Licht verrückt. Dauerlichtleuchten gibt es in verschiedenen Ausführungen. Von den einfachen Tageslichtlampen über Softboxen bis hin zur Ringleuchte. Welche Variante am Ende gewählt wird, hängt vor allem vom Motiv und der persönlichen Präferenz des Fotografen ab. Für kleinere Produkte eignen sich neben dem natürlichen Licht von draussen auch kleine Tageslichtlampen oder die Ringleuchte. Bei grösseren Motiven oder Porträt-Aufnahmen ist der Einsatz von Softboxen ratsam. Zum einen geben sie mehr Licht in den Raum ab und zum anderen können sich bewegende Objekte besser abgelichtet werden, weil man mit kurzen Verschlusszeiten arbeiten kann.

Am wichtigsten für eine schattenfreie Aufnahme ist allerdings die Anordnung der Lichtquellen. Hier spricht man auch von der schattenfreien Ausleuchtung des Motivs. Dazu gibt es mehrere Varianten, wie die Lichtquellen angeordnet werden können. Dabei ist nicht nur der Abstand zum Motiv zu beachten, sondern auch der Abstand der Lampen zueinander. Steht die Lichtquelle nah am Motiv ist das Licht härter. Stellen Sie also die Lampen in ausreichendem Abstand zum Motiv auf. Die Positionierung der einzelnen Lichtquellen kommt natürlich auf deren Schattenwurf an. Im Idealfall wird das zu fotografierende Motiv von allen Seiten ausgeleuchtet: von oben, von unten, von vorne, von hinten und von den Seiten. In den meisten Fällen reicht es aber schon aus, wenn Sie zwei Lampen im 45 Grad Winkel zum Motiv platzieren bzw. rechts und links von Ihrer Kamera. Dadurch werden die meisten Schatten weitestgehend aufgehoben. Sind hinter dem Motiv noch störende Schatten zu finden, haben Sie zwei Möglichkeiten. Zum einen können Sie versuchen, die Lampen etwas höher zu positionieren, sodass sie seitlich und leicht oben auf das Motiv stahlen. Oder Sie nehmen sich noch eine dritte Leuchte zur Hand und strahlen das Motiv von oben an.

Licht-Setting, um schattenfrei zu fotografieren

Idealfall: Beleuchtung von allen Seiten

Schattenfrei fotografieren dank Hohlkehle

Neben der richtigen Beleuchtung, spielt auch der Unter- und Hintergrund eine wichtige Rolle. Ist der Unter- und Hintergrund uneben, kommt es später in den Aufnahmen zu unschönen Kanten und Schatten. Um dies zu vermeiden, gibt es einen Trick: Die Hohlkehle. Vor allem in der professionellen Studiofotografie wird die Hohlkehle immer dann eingesetzt, wenn der Unter- und Hintergrund miteinander verschmelzen sollen. Dies hat den Effekt, dass das Motiv im Raum schwebt. Am besten eignet sich eine solche Hohlkehle für Freisteller-Aufnahmen.

Schattenfrei mit einer Hohlkehle fotografieren

Schattenfreie Produktfotografie

Besonders häufig werden schattenfreie Aufnahmen in der Produktfotografie benötigt. Vor allem wenn es darum geht, Produkte für einen Onlineshop oder einen Katalog in Szene zu setzen. Wer kein grosses Fotostudio zur Hand hat, für den empfiehlt sich der Einsatz eines mobilen kleinen Fotostudios. Ein Fototisch oder ein Fotozelt (auch Fotowürfel) sind optimal für die Produktfotografie geeignet. Mit beiden Varianten lassen sich tolle schattenfreie Aufnahmen von Produkten erzielen. Für welche Variante man sich entscheidet, hängt letztlich von der Grösse des Produktes und von den Platzmöglichkeiten ab.

Ein Fototisch hat den Vorteil, dass das Produkt auch von unten beleuchtet werden kann. Das liegt vor allem an seiner lichtdurchlässigen Arbeitsplatte. Aufgrund seiner Grösse können auf einem Fototisch auch grössere Objekte in Szene gesetzt werden. Ein Fotowürfel ist meist kleiner als ein Fototisch. Daher eignet er sich vor allem für kleinere Produkte bestens, wie z.B. Schmuck. Zudem kann man ihn schneller auf- und abbauen als einen Fototisch. Ein weiterer Vorteil ist, dass ein Fotowürfel rundherum mit einem lichtdurchlässigen Material bespannt ist. Dadurch wirkt das Licht, welches auf das Produkt fällt, weicher.

Produktfotografie mit einem Fototisch für schattenfreie Aufnahmen

Mit einem Fototisch lassen sich die Objekte auch von unten fotografieren.

DIY Foto-Hack: Produkte schattenfrei zu Hause fotografieren

Wer kein professionelles Studio zur Hand hat, kann auch mit wenigen Mitteln schattenfreie Produktfotos erzielen. Denn für eine gute Ausleuchtung benötigt man nicht immer viel Platz oder eine Menge an Technik. Im Grunde benötigen Sie nur ausreichendes Tageslicht, einen passenden Unter- bzw. Hintergrund sowie ein paar Hilfsmittel.

Ein bewährtes Hilfsmittel für schattenfreie Aufnahmen ist ein simples weisses Blatt. Wer keinen Fototisch zur Hand hat, kann auch dieses zur Formung einer Hohlkehle so an der Wand befestigen, dass es sich nach unten hin leicht wölbt. Je nach Grösse des Produktes sollte auch die Grösse des Blattes angepasst werden. Mit diesem DIY Foto-Hack können Sie nun ganz wie im Fotostudio Freisteller-Aufnahmen schiessen.

Hinweis: Fotografieren Sie ausschliesslich mit Tageslicht, arbeiten Sie am besten mit langen Belichtungszeiten, um für die nötige Helligkeit auf den späteren Aufnahmen zu sorgen.

Hohlkehle mit einem weissen Blatt formen

DIY Foto-Hack: Mit Hilfe eines weissen Blattes eine Hohlkehle formen.

Je nach Lichteinfall ist auch ein Reflektor hilfreich, um unschöne Schatten vom Motiv abzulenken. Dazu platziert man den Reflektor hinter der unbelichteten Seite des Produktes so, dass der Reflektor das darauf fallende Licht zurück auf die unbeleuchtete Seite des Motives werfen kann. Einen solchen DIY-Reflektor können Sie sich mit wenigen Mitteln selber basteln. Denn je nach Stärke des Schattens reicht auch hier ein weisses Blatt Papier oftmals völlig aus, um dunkle Stellen oder Reflektionen auszugleichen. Sind die Schatten stärker, können Sie auch ein Stück Pappe mit Silberfolie beziehen.

Reflektor zum Fotografieren selber machen

DIY Reflektor mit Silberfolie

Weitere Tipps, wie Sie in den eigenen 4 Wänden mit wenig Aufwand tolle Produktbilder schiessen können, haben wir Ihnen in unseren Artikeln „Produktfotografie: Gute Bilder für den eigenen Onlineshop, eBay und Co.“ und „Studioausstattung für die eigenen vier Wände“ zusammengefasst.

Belichtungsmesser

Der Belichtungsmesser ist ein fotografisches Hilfsmittel, welches dem Fotografen einen Eindruck der gegenwärtigen Belichtung verschafft und Parameter für die korrekte Belichtung berechnet. In der Praxis lassen sich der interne und externe Belichtungsmesser (letzterer wird auch Handbelichtungsmesser genannt) unterscheiden.

Der interne Belichtungsmesser findet sich in jeder herkömmlichen Digitalkamera wieder. Zur Ermittlung der optimalen Belichtung führt er das Verfahren der sogenannten «Objektmessung» durch. Dabei misst er das Licht, welches vom Motiv zur Kamera reflektiert wird.
In anspruchsvollen Umgebungen kann es dadurch zu Fehlbelichtungen kommen. Ein gutes Beispiel stellt das Fotografieren im Schnee dar. Der Schnee wird dem internen Belichtungsmesser, aufgrund seiner starken reflektierenden Wirkung, den Eindruck vermitteln, dass das Bild bereits ausreichend belichtet ist. In der Folge wird die Kamera eine kurze Belichtungszeit wählen und das Bild unterbelichten – der Schnee ist grau und nicht weiss.

Trotz alledem bietet die Objektmessung auch einige Vorteile. Sie ist schnell durchgeführt und mit geringem Aufwand für den Fotografen verbunden. Dadurch eignet sie sich auch in Umgebungen mit wechselnder Lichtstimmung. Die Objektmessung ist ausserdem dann von Vorteil, wenn das Motiv aus der Ferne heraus fotografiert wird und deshalb keine «Lichtmessung» vorgenommen werden kann.

Externe Belichtungsmesser können zum Teil sowohl Lichtmessung als auch Objektmessung durchführen. Bei der Lichtmessung wird das Licht so gemessen, wie es am Standort des Motivs vorliegt. Auf diese Weise erhält der Fotograf einen unverfälschten Eindruck von der Menge des verfügbaren Lichts.
Externe Belichtungsmesser kommen vor allem in professionellen Anwenderkreisen häufig zum Einsatz. Diese können sich sowohl was die Funktionen, als auch den Preis betrifft stark voneinander unterscheiden. Ihr Einsatz eignet sich besonders gut in der Produkt- oder Portraitfotografie, bei der Fotos in einer kontrollierten Umgebung mit gleichbleibenden Lichtbedingungen aufgenommen werden.

Die Lichtmessung ist zwar genauer als die Objektmessung, sie ist jedoch auch um einiges aufwändiger. Bei schnellen Schnappschüssen und dynamischen Lichtbedingungen, z.B. bei Naturaufnahmen, ist die Lichtmessung daher nicht praktikabel.

Letztlich bringen sowohl der integrierte als auch der externe Belichtungsmesser einige Vor- und Nachteile mit sich. Die Kaufentscheidung sollte vom Funktionsumfang, dem Preis aber auch dem Nutzungsbereich abhängig gemacht werden.