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Mädchen dekoriert Weihnachtsbaum

Weihnachten Speziel: Tipps für stimmungsvolle Weihnachtsfotos

Die Weihnachtszeit erfüllt uns jedes Jahr mit einem Gefühl von Behaglichkeit und Frohsinn. Familie und Freunde kommen zusammen, um das Fest der Liebe zu feiern und sich mit kleinen Geschenken eine Freude zu machen. Bereits in der Vorweihnachtszeit packen wir Geschenke, backen Plätzchen und dekorieren unser Zuhause. Wenn dann der grosse Abend kommt, Kinderaugen strahlen und die Geschenke ausgepackt werden, sitzt die ganze Familie zusammen und geniesst den Abend. Wir geben Ihnen Tipps, mit denen Sie diese einmaligen Momente auf gelungenen Weihnachtsfotos festhalten können.

Vorbereitungen für Weihnachtsfotos

Damit die Weihnachtsfotos zu tollen Erinnerungsstücken werden, sollten Sie die Räumlichkeiten und möglichen Locations auf Fototauglichkeit prüfen. Wie sind die Lichtverhältnisse? Wo haben Sie Platz sich zu positionieren oder gegebenenfalls ein Stativ aufzustellen? Machen Sie sich im Vorfeld Gedanken, welche Motive Sie in der Weihnachtszeit einfangen möchten. Schiessen Sie ein paar Testfotos, um verschiedene Kameraeinstellungen und Perspektiven auszuprobieren. So können Sie später entspannt die Zeit mit Ihren Lieben geniessen und obendrein stimmungsvolle Weihnachtsfotos machen.
Vor dem weihnachtlichen Familientreffen sollte auch das Kameraequipment gut vorbereitet werden. Eine zusätzliche Speicherkarte und geladene Ersatzakkus sollten dabei nicht fehlen. Sind alle Vorbereitungen für die Weihnachtsfotos getroffen, können die Weihnachtstage kommen.
Die richtigen Kameraeinstellungen für gelungene Weihnachtsfotos
Die Lichtverhältnisse sind in der Weihnachtszeit eher dürftig. Die Lichter sind gedimmt und das Tageslicht schwindet bereits in den späten Nachmittagsstunden. Doch auch wenn das Licht nicht die optimalen Bedingungen schafft, sollten Sie auf den Einsatz des Blitzes verzichten. Das Blitzlicht würde das Motiv zu grell ausleuchten und die Wirkung des warmen Lichtes und die damit verbundene gemütliche Stimmung würde verloren gehen.
Besser ist es, auf den Einsatz lichtstarker Objektive zu setzen. Diese bieten die Möglichkeit, die Blende weiter zu öffnen, wodurch mehr Licht auf den Sensor der Kamera fällt. Aber Vorsicht – denn je weiter Sie die Blende öffnen, desto geringer ist die Schärfentiefe. Dies bedeutet, dass der scharfe Bereich des Bildes kleiner wird. Für Detailaufnahmen, wie eine besonders schöne Weihnachtskugel am Weihnachtsbaum, eignet sich eine weit geöffnete Blende besonders gut. Durch diese Einstellung erreichen Sie viel Hintergrundunschärfe, wodurch der Hintergrund stark verschwimmt und die Kugel maximal im Fokus steht. Bei einem Gruppenbild ist die geringere Schärfentiefe dagegen von Nachteil, da Personen am Bildrand nur noch verschwommen zu sehen sein könnten. Bei Gruppenbilden sollten Sie daher einen Blendenwert von f/8 nicht unterschreiten, um ausreichend Schärfentiefe in der Aufnahme zu erzeugen.
Bei Gruppenbildern erfolgt das Ausgleichen der Lichtverhältnisse und der geschlossenen Blende vor allem über die Belichtungszeit. Dabei können Sie eine Belichtungszeit von bis zu 1/60 Sekunden verwenden, ohne mit grosser Bewegungsunschärfe rechnen zu müssen. Da bei Gruppenbildern immer minimale Bewegungen auftreten können, würde eine längere Belichtungszeit für Verwacklungen sorgen. Bei unbewegten Motiven wie der Dekoration oder der Festtafel können Sie die Belichtungszeit nach Bedarf anpassen. Grundsätzlich sollten Sie beim Fotografieren mit langen Belichtungszeiten ein Stativ verwenden, um Verwacklungen zu vermeiden.
Eine weitere Möglichkeit die schlechten Lichtverhältnisse auszugleichen, besteht darin, den ISO-Wert zu erhöhen. Doch auch hier sollten Sie sich vorsichtig an den idealen Wert herantasten. Einen ISO-Wert zwischen 200 und 400 können Sie in der Regel ohne grosse Qualitätseinbussen verwenden. Bei der Verwendung von höheren ISO-Werten über 400 hilft es, sich nach dem ersten Schnappschuss das Foto vergrössert auf dem Kameradisplay anzuschauen. So können Sie eventuelles Bildrauschen besser feststellen.
Ist das Equipment bereit, geht es um passende Motive und harmonische Bildausschnitte, welche die besondere Stimmung in der Weihnachtszeit ausdrücken.

Christbaum, Weihnachtsmarkt & Winterspass – Momentaufnahmen in der Vorweihnachtszeit

Die Vorbereitungen und die Vorfreude auf das Weihnachtsfest gehören jedes Jahr zur Weihnachtszeit dazu. Dokumentieren Sie Ihre Vorweihnachtszeit mit tollen Schnappschüssen und Momentaufnahmen. So sollte die Kamera etwa beim Plätzchenbacken mit der Familie, beim liebevollen Verpacken der Geschenke oder auch beim Besorgen und Schmücken des Weihnachtsbaums immer griffbereit sein.

Kind trägt mit Grossvater den Weihnachtsbaum durch den Schnee

Halten Sie auch andere typisch vorweihnachtliche Aktivitäten mit Ihren Lieben fotografisch fest. So gehören für viele Familien der Weihnachtsmarktbesuch, eine lustige Schlittenfahrt, Eislaufen und Schneemannbauen zur Weihnachtszeit dazu. Wie Sie weisse Winterlandschaften eindrucksvoll einfangen und gelungene Fotos im Schnee schiessen, erfahren Sie in unseren Artikeln «Fotografieren im Schnee» und «Wintershooting – Tipps für stimmungsvolle Winterportraits».

Ebenfalls typisch für die Weihnachtszeit sind die stimmungsvollen Lichter und Beleuchtungen der Häuser und Weihnachtsmärkte. Diese können Sie am besten in der ersten halben Stunde nach Sonnenuntergang zur sogenannten «Blauen Stunde» mit der Kamera einfangen.

Stimmungsvolle Weihnachtsfotos am Heiligabend

Als Höhepunkt der Weihnachtszeit bietet der Heiligabend natürlich besonders schöne Fotomotive. Nutzen Sie die Zeit vor dem Eintreffen der ersten Gäste, um schöne Detailaufnahmen von der festlich geschmückten Tafel, den bunten Geschenken unter dem Weihnachtsbaum und den liebevoll verzierten Leckereien zu machen. Auch das Ankommen der Lieben und die freudige Begrüssung eignen sich für den ein oder anderen lebendigen Schnappschuss. Wenn Sie Ihre Gäste jedoch nicht gleich an der Tür mit der Kamera überfallen möchten, warten Sie am besten, bis alle eingetroffen sind und starten vielleicht mit einem schönen Gruppenfoto zum Einstieg. Ein Gruppenfoto ist zwar immer gestellt, dennoch ist eine solche Aufnahme immer eine schöne Erinnerung und zeigt zum Beispiel im Laufe der Jahre wie die Kinder gross werden und die Familie wächst. Nutzen Sie die Weihnachtsbaumbeleuchtung als Lichtquelle für die Gruppenbilder und Portraits, indem Sie die Personen direkt neben den Christbaum positionieren. Das warme Licht lässt die Gesichter natürlich strahlen und sorgt für eine bessere Bildausleuchtung.

Familie sitzt an Weihnachten zusammen und packt Geschenke aus

Ist dann der grosse Moment für die Kinder gekommen und die Geschenke werden ausgepackt, sollten Sie sich bei aller Begeisterung für das perfekte Foto dennoch im Hintergrund halten. Fotografieren Sie Kinder auf Augenhöhe und achten Sie auf einen passenden Hintergrund. Serienaufnahmen sind hierbei eine grosse Hilfe, um das perfekte Motiv nicht zu verpassen.

Detailaufnahmen eignen sich besonders gut, um die Gemütlichkeit und Innigkeit mit der ganzen Familie festzuhalten. Kleine Gesten, strahlende Gesichter sowie die Kinder beim Auspacken der Geschenke geben diese Stimmung perfekt wider. Seien Sie bei der Wahl Ihrer Motive kreativ: Fotografieren Sie beispielsweise zwischen den Tannenzweigen hindurch oder nutzen Sie die Spiegelung in einer Christbaumkugel. Eine gute Mischung aus Gruppenfotos, Detailaufnahmen der Gäste oder der Dekoration hält die Eindrücke vom Weihnachtsabend stimmungsvoll fest. Obendrein haben Sie mit den gelungenen Weihnachtsbildern eine ideale Grundlage für das nächste Weihnachtsgeschenk. Verewigen Sie die schönsten Aufnahmen zu Erinnerung zum Beispiel in einem einzigartigen Fotobuch oder als schicke Foto-Collage.

Fazit

Die Kunst für perfekte Weihnachtsfotos liegt im Einfangen der Stimmung bei meist schlechten Lichtverhältnissen. Nutzen Sie das gemütliche Kerzenlicht und die festliche Christbaumbeleuchtung als Lichtquelle für Ihre Fotos und verzichten Sie auf Blitzlicht. Zusammen mit den gut abgestimmten Einstellungsparametern Blende, ISO-Wert und Belichtungszeit steht stimmungsvollen Aufnahmen von Ihrem persönlichen Weihnachtsfest nichts mehr im Weg. Achten Sie bei der Motivauswahl auf all die kleinen Momente und Vorbereitungen, die Weihnachten für Sie und Ihre Lieben so besonders machen. Vom Plätzchenbacken, Christbaumschmücken bis hin zur Bescherung an Heiligabend halten Sie so die Besinnlichkeit von Weihnachten mit Ihren Lieben fest.

Doch am wichtigsten: Geniessen Sie die Zeit mit Familie und Freunden zu Weihnachten. Vergessen Sie nicht, die Kamera auch einmal bei Seite zu legen, um gemeinsam mit Ihren Lieben zu lachen, zu feiern und das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen.

Rückseite zweier Smartphones mit LED-Blitz

Smartphone-Blitz im Vergleich: LED vs. Xenon

Im Alltag sind Smartphones ständig überall dabei und ermöglichen spontane Schnappschüsse. Vor allem für schwierige Lichtverhältnisse sind die meisten Handys mit einem integrierten Blitz ausgestattet. Aber nicht alle Blitze sind gleich und eignen sich für jede Situation. Während die meisten Hersteller LEDs als Blitztechnik verwenden, steigt auch das Interesse an Xenon-Blitzlicht. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die einzelnen Smartphone-Blitze sowie die Vor- und Nachteile von LED und Xenon.

LED-Blitze im Smartphone

Light Emitting Diode, kurz LED, erzeugt mithilfe von Elektronenwanderungen bei Zufuhr von Strom Licht. Es setzt sich aus vier Bestandteilen zusammen: dem LED-Chip, einem Golddraht zur Anode, einem Reflektor zur Kathode und einer Kunststofflinse. Somit ist die Bauform des LED-Blitzlichtes kompakt und kann demnach auf kleinstem Raum eingearbeitet werden. Aus diesem Grund werden die meisten Smartphones mit einem LED-Licht ausgestattet.

Neben dem Blitzlicht kann das LED-Licht als Taschenlampe sowie als Benachrichtungslicht bei Anrufen und SMS eingestellt werden. Aber auch ein Dauerlicht bei Videoaufnahmen ist mit dem LED-Licht möglich. Der erzeugte LED-Blitz benötigt allerdings eine längere Auslösezeit, weshalb bewegte Objekte auf den Fotos meist unscharf wirken. Zudem ist die Reichweite des Blitzes mit maximal zwei Metern stark beschränkt und nicht sonderlich leistungsstark. Zudem erscheinen die Aufnahmen durch ein scharfes LED-Licht oft unnatürlich und gelblich. In vielen neueren Smartphone-Modellen wird immer öfter Dual LED eingebaut. Durch die zwei LEDs werden unterschiedliche Farbtemperaturen miteinander gemischt, um eine natürlichere Farbgebung der Fotos zu erreichen.

Smartphone von hinten mit aktiviertem Blitz

Xenon-Blitze im Smartphone

Beim Xenon-Blitzlicht entlädt sich ein zuvor aufgeladener Kondensator, wodurch eine kurze und helle Gasreaktion erzeugt wird. Jedoch kann das Licht nur für einen kurzen Augenblick genutzt werden. Nach einem Blitz benötigt der Kondensator eine gewisse Zeit, bis dieser wieder aufgeladen ist. Das Xenon-Licht wird in den meisten Kompakt- und Systemkameras verwendet. Bis dato gibt es kaum Handys mit Xenon. Die bisherigen Smartphones sind unter anderem das Nokia Lumia 1020 und das Samsung Galaxy K Zoom.

Die Besonderheit des Xenon-Blitzlichtes ist seine starke Helligkeit, wodurch es einen ganzen Raum ausleuchten kann. Diese Blitztechnik ist sehr schnell, sodass das Bild regelrecht eingefroren wird. Vor allem ist dies für bewegende Objekte, schwache Lichtverhältnisse sowie für nicht ganz ruhige Hände vorteilhaft. Allerdings benötigt der Kondensator mehr Platz, als ein LED-Licht. Dies steht dem stätig wachsenden Wunsch nach immer leichteren und dünneren Smartphones entgegen. Aus diesem Grund beschränkt sich die Nachfrage nach Smartphones mit Xenon-Licht auf Fotografiebegeisterte, die unterwegs gern ihr Handy für gute Fotos nutzen und Wert auf diese Blitztechnik legen.

Unterschiede von LED und Xenon

Die Lebensdauer von LED-Lichtern ist bis zu viermal länger als die vom Xenon-Licht. Zudem verbraucht die Gasreaktion viel Akkuleistung, weshalb die Akkulaufzeit bei Smartphones mit LED besser hält. Jedoch kann der Kondensator beim Xenon-Blitzlicht ausgewechselt werden, während dies bei LEDs nicht möglich ist.

Weiterhin ist die Stromeffizienz beim LED-Blitzlicht besser als beim Xenon. Diese wird in Lumen angegeben und beschreibt die standardisierte Einheit des Lichtstroms. Sie ermöglicht den Verbrauchern einzuschätzen, wie hell eine Lampe ist. Je höher dieser Wert ist, desto mehr Licht wird erzeugt. Xenon-Blitze haben weniger Lumen als LEDs und sind dadurch weniger stromeffizient, können dadurch aber auch eine höhere Helligkeitsausbeute bei höherem Stromverbrauch erreichen.

Dasselbe Motiv mit unterschiedlichen Farbtemperaturen – kalt – mittel – warm

Mithilfe der Farbtemperatur wird die Farbe der Lichtquellen beschrieben. Die Angabe erfolgt in Kelvin. Beispielsweise liegt die Farbtemperatur einer Kerze bei ca. 1500 Kelvin, die der Sonne bei 5000 bis 5500 Kelvin und die eines blauen Himmels um die 10000 Kelvin. Mit einem tageslichtähnlichen Wert von 5500 bis 6600 Kelvin liegt der Xenon-Blitz im oberen Bereich. Dabei verursacht er starke Schatten und harte Kanten bei Motiven, ähnlich wie die senkrecht einfallende Mittagssonne. Besonders bei Indoor-Aufnahmen kann ein Blaustich auftreten, der die Umgebung kalt wirken lässt. Ähnlich wie beim Blaustich ist es beim Gelbstich von LEDs, welche sich der Farbtemperatur des Sonnenlichtes anpassen. Die Farbtemperatur von LEDs kann variieren, da unter anderem in Dual LEDs sowohl Warmweiss mit ca. 3000 Kelvin als auch Kaltweiss ab ca. 5300 Kelvin vorhanden sind.

Zusammengefasst:

tabellarischer vergleich zwischen LED und Xenon

Fazit

Bisher gibt es keinen eindeutigen Sieger. Beide Blitz-Techniken haben ihre Vor- und Nachteile. Obwohl Xenon-Blitzlicht besonders bei schlechten Lichtverhältnissen bessere Fotos erzielt, benötigt es mehr Strom und kann nicht als Lichtquelle bei Videos eingesetzt werden. LEDs dagegen können als Taschenlampe, sowie als Benachrichtungslicht für Anrufe und Nachrichten genutzt werden. Dafür sind sie nicht ganz so hell und schnell auslösend wie Xenon-Blitze und können bewegte Objekte schwer abbilden. Durch den geringeren Stromverbrauch und die kompakten Bestandteile wird sich LED vermutlich auch weiterhin in Smartphones durchsetzen. Doch vielleicht hält die Technik auch bald eine interessante Mischung für die Nutzer bereit. Wir sind gespannt!

Motivhelligkeit

Auf jedem Bild gibt es mehr oder weniger beleuchtete Bereiche. Das menschliche Auge nimmt die sogenannte Leuchtdichte als Helligkeit wahr. Dieser lichttechnische Begriff beschreibt die Lichtmenge, die von einer Fläche reflektiert wird. Dieselbe Helligkeit wird auch von der Kamera abgebildet. Die Motivhelligkeit ergibt sich aus dem Zusammenspiel von zwei Faktoren: Beleuchtungsstärke und Objekthelligkeit.

Die Beleuchtungsstärke bezeichnet die Lichtmenge, die auf das Aufnahmeobjekt fällt. Objekthelligkeit definiert die Fähigkeit eines bestimmten Objekts, Lichtstrahlen zu reflektieren. Dieser Wert ist abhängig von der Materialbeschaffenheit und der Oberfläche des Objektes. Dunkle Aufnahmeobjekte absorbieren auftreffende Lichtstrahlen zu grossen Teilen. Daher reflektieren sie weniger Licht als helle Objekte.

Sowohl Beleuchtungsstärke als auch Objekthelligkeit können zu einer hohen Motivhelligkeit führen. Dabei muss nicht unbedingt ein Faktor stärker als der andere wirken. Beide Einflüsse können gleichzeitig auftreten. Mit Motivhelligkeit beschreibt man die Helligkeit des gesamten Motivs, nicht nur einzelner Teile des Motivs. Sie beschreibt nicht ausschliesslich die ausgeleuchteten Bereiche. Daher ist die Motivhelligkeit sowohl ein Merkmal der Schattenflächen in einem Motiv als auch der Ausleuchtung.

Die Motivhelligkeit kann auf unterschiedliche Arten verändert werden: Einerseits kann die Helligkeit einzelner beleuchteter Bereiche über die Ausleuchtung kontrolliert werden. Andererseits kann die Helligkeit des gesamten Motivs beeinflusst werden, was Schattenbereiche miteinbezieht. Um die gewünschte Motivhelligkeit zu kontrollieren, können Aufnahmeplätze und Requisiten nach deren Objekthelligkeit ausgewählt werden. Auch die Positionierung der Aufnahmeobjekte und der Lichtquellen hat einen Einfluss auf die spätere Motivhelligkeit.

Zudem gibt es einige Hilfsmittel, mit denen die Motivhelligkeit manipuliert werden kann: Über einen Flächenreflektor kann das Licht einer Lichtquelle aufgefangen werden und auf eine dunkle Stelle des Objektes reflektiert werden, um diese aufzuhellen. Diese Methode kommt häufig in der Portraitfotografie zum Einsatz, um unschöne Schatten im Gesicht der fotografierten Person zu vermeiden. Um die Ausleuchtung stattdessen zu verringern, kann ein Lichtschlucker (auch Abschatter genannt) eingesetzt werden. Der Abschatter hält Umgebungslicht von einer als zu hell empfunden Stelle fern. Mithilfe eines Diffusors kann die Beleuchtungsstärke reduziert werden, um starke Licht-Schatten-Kontraste und Reflexionen zu reduzieren. Direkter Lichteinfall wird dadurch weicher gezeichnet. Bei künstlichen Lichtquellen kann zudem der Abstand zum Aufnahmeobjekt verringert oder erhöht werden.

Auch die digitale Bildbearbeitung bietet Mittel zur Veränderung der Motivhelligkeit. Über die Tonwertänderung können die Helligkeitswerte nachträglich angepasst werden. Allerdings ist es empfehlenswert, bereits bei der Aufnahme auf optimale Belichtungswerte zu achten. In Notfall kann es aber hilfreich sein, die passenden Tonwerte nachträglich zu bearbeiten.

Belichtungsmessmethoden

Mit Hilfe einer Belichtungsmessung ermittelt die Kamera die passenden Werte für Blende und Verschlusszeit. Damit ein korrekt belichtetes Foto entstehen kann, müssen Blende und Verschlusszeit ideal aufeinander abgestimmt sein. Die perfekte Kombination der beiden Parameter fällt je nach vorherrschenden Lichtverhältnissen sehr unterschiedlich aus. Die meisten modernen Kameras verfügen über verschiedene Belichtungsmessmethoden, die Sie passend nach Motiv und Situation auswählen können. Zu den gängigen Messmethoden zählen unter anderem die Mehrfeldmessung, Spotmessung, Selektivmessung und die Mittenbetonte Integralmessung.

Die Mehrfeldmessung

Je nach Hersteller wird diese Belichtungsmessmethode auch als Zonenmessung oder Matrixmessung bezeichnet und ist meist als Standardmethode voreingestellt. Auch Motivprogramme basieren bezüglich der Belichtungsmessung auf der Mehrfeldmessung. Das Verfahren der Messung kann bei den einzelnen Herstellern abweichen. Im Kern handelt es sich jedoch immer um das gleiche Prinzip: Statt das gesamte Bild hinsichtlich der korrekten Belichtung zu beurteilen, soll das Motiv erkannt und die wichtigsten Bildbereiche hervorgehoben werden. Mit Hilfe komplexer Technik, Gesichtserkennung und ähnlichem erkennt die Kamera bei der Mehrfeldmessung automatisch das Motiv, auf welches das Hauptaugenmerk bei der Belichtung gelegt werden soll. Ist zudem der Autofokus aktiviert, wird der fokussierte Bildbereich ebenfalls für die Belichtungsmessung herangezogen. Lediglich bei starkem Gegenlicht, sehr hellem oder sehr geringem Umgebungslicht muss der Fotograf die Belichtungsparameter gegebenenfalls zusätzlich anpassen.

Die Mehrfeldmessung versteht sich als Alleskönner unter den Belichtungsmessmethoden. Bei nahezu allen Lichtsituationen können Sie mit dieser Methode gute Ergebnisse erzielen. Sollte es dennoch zu einer Fehlmessung kommen, können Sie die Parameter manuell ganz einfach anpassen. Dies ist oft der einfachere Weg, als eine andere Belichtungsmessmethode an der Kamera einzustellen.

Die Selektivmessung

Hierbei wird die Belichtung eines kreisrunden Bereichs mittig im Bild gemessen. Dieser Messbereich entspricht etwa 10 Prozent des Bildausschnitts. Die Bildbereiche um den selektierten Bereich herum werden bei der Selektivmessung vernachlässigt. Auch wenn der Messbereich etwas grösser als bei der Spotmessung ausfällt, ist die Selektivmethode ebenfalls anfällig für Fehlmessungen und erfordert daher etwas Übung und Erfahrung in der Anwendung.

Zum Einsatz kommt die Selektivmessung zum Beispiel häufig bei der Portraitfotografie. Hier wird der Messbereich auf das zentral im Bildbereich befindliche Gesicht ausgerichtet. Aber auch beim Fotografieren mit Gegenlicht ist die Selektivmessung eine geeignete Belichtungsmessmethode. Da die Belichtungsmessung sich nur auf das zentrale Motiv konzentriert, wird dieses deutlich besser sichtbar und nicht zu dunkel abgebildet.

Die Spotmessung

Um die Belichtung für einen sehr kleinen Bildbereich (Zwei bis vier Prozent) zu messen, wird die Spotmessung verwendet. Hierbei ist der Messbereich punktueller als bei der oben beschriebenen Selektivmessung. In der Regel liegt das entsprechende Messfeld mittig im Bildausschnitt. Je nach Kameramodell werden zudem die Daten des aktivierten Autofokus für die Belichtungsmessung herangezogen, wodurch der «Spot» der Messung im fokussierten Bildbereich und nicht zwingend in der Bildmitte liegt.

Zum Einsatz kommt die Spotmessung zum Beispiel bei etwas weiter entfernten Motiven. So können Sie etwa ein besonderes Detail einer Hausfassade mit dem Spot messen und durch eine korrekte Belichtung in Szene setzen. Diese punktuelle Belichtungsmessmethode erfordert etwas Erfahrung vom Fotografen. Wird der Belichtungspunkt nicht ideal ausgewählt, kann es zur Über- oder Unterbelichtung des ganzen Bildes kommen.

Die mittenbetonte Integralmessung

Wie der Name bereits vermuten lässt, konzentriert sich diese Belichtungsmessmethode hauptsächlich auf das Zentrum des Bildausschnittes. Die Messung erfolgt jedoch nicht punktuell oder selektiv. Ähnlich wie bei der Mehrfeldmessung bezieht sich die mittenbetonte Integralmessung auf den gesamten Bildausschnitt, gewichtet jedoch die Bildmitte etwas mehr für die Belichtung als die Randbereiche.

Die mittenbetonte Belichtungsmessung eignet sich vor allem bei Motiven die von sehr hellen oder dunklen Flächen umgeben sind. So werden etwa die störenden dunklen Randbereiche beim Fotografieren eines Tieres oder Objektes im Wald bei der Messung ignoriert und das Motiv mittig im Bild korrekt belichtet. Auch bei entfernten Motiven im Freien, die von Himmel oder Wasser umgeben sind, ist die mittenbetonte Integralmessung hilfreich. Das helle Licht der Umgebung birgt normalerweise das Risiko einer Unterbelichtung des Hauptmotivs. Die mittenbetonte Messung ermöglicht hier jedoch dennoch ein gelungenes Foto.

Belichtungsreihe

Bei der Belichtungsreihe, auch Bracketing genannt, wird eine ungerade Anzahl an Fotos aus exakt derselben Position aufgenommen. Bei modernen Kameras erfolgt dies automatisch und es muss dabei der Auslöser nur ein einziges Mal betätigt werden. Je nach Einstellung schiesst dann die Kamera 3, 5 oder 7 identische Fotos mit jeweils unterschiedlichen Belichtungsparametern. Diese Parameter sind die Blende, die Verschlusszeit und der ISO-Wert. Dabei steuert die Blende, wieviel Licht auf den Bildsensor einfallen kann und die Verschlusszeit, wie lange der Sensor dem Licht ausgesetzt ist. Der ISO-Wert bestimmt die Lichtempfindlichkeit des Sensors. Bei der Belichtungsreihe werden verschiedene Werte und Kombinationen dieser drei Elemente genutzt, um ein Motiv in unterschiedlichen Belichtungen abzubilden.

Sowohl schlechtes Wetter als auch sehr sonnige Tage führen oftmals zu schwierigen Lichtverhältnissen. Mal erscheint das Foto viel zu hell, andere Male zu dunkel. Um dieses Problem zu lösen, gibt es die Technik der Belichtungsreihe. Besteht diese zum Beispiel aus 3 Fotos, so wird das abgebildete Motiv mit drei unterschiedlichen Belichtungen aufgenommen. Dabei ist eins sehr hell, eins etwas zu dunkel und eins mit gemittelten Belichtungsparametern fotografiert. Da sich die Fotos nur in den Belichtungsstufen unterscheiden, können diese am Computer ohne grossen Qualitätsverlust bearbeitet werden. Die Aufnahmen werden dabei exakt übereinandergelegt. So können mit Hilfe von Bearbeitungsprogrammen zum Beispiel dunkle Bildbereiche etwas aufgehellt werden. Die Belichtungsreihe ermöglicht daher harmonisch wirkende und kontrastreiche Fotos trotz schwieriger Lichtverhältnisse. Sich bewegende Motive oder Motive, die sich in schnell veränderten Lichtsituationen befinden, sollten dagegen vermieden werden. Hierbei wären zu viele Veränderungen auf den einzelnen Fotos, die ein exaktes Übereinanderlegen der Aufnahmen nicht möglich machen.

Um Verwackelungen zu vermeiden, sollten Sie bei der Belichtungsreihe immer ein Stativ verwenden. Zudem ist ein Fernauslöser hilfreich, um beim Auslösen nicht ungewollt die Kameraposition zu verändern.

Dynamikumfang

Im Gegensatz zum menschlichen Auge kann sich ein Kamerasensor nur bedingt an unterschiedliche Umgebungshelligkeiten anpassen. Besonders schwierig sind schnelle Wechsel von einem hellen zu einem dunklen Ort. Der Grund dafür ist der beschränkte Dynamikbereich der Technik.

Die Reichweite zwischen dem hellsten und dem dunkelsten Bereich eines Motives wird als Dynamikumfang oder kurz Dynamik bezeichnet. Dieser erstreckt sich über maximal 23 Blendenstufen von der Dunkelheit der Nacht bis hin zur prallen Mittagssonne. Das menschliche Auge kann ungefähr 20 dieser Blendenstufen erfassen. Bezogen auf die Fotografie, weisen qualitativ hochwertige moderne Kameras einen Dynamikumfang von 9 bis 12 Blendenstufen auf. Ältere Modelle verfügen nur über 8 Blendestufen.

Der Dynamikumfang einer Aufnahme ist umso höher, je mehr Helligkeitsabstufungen ein Motiv hat. Je grösser die Dynamik, desto mehr Details sind erkennbar. Je kleiner der Dynamikbereich ist, desto detailärmer wird das Bild. Das Objekt verschwimmt mit dem Bildhintergrund.

Wird der mögliche Dynamikbereich einer Kamera überschritten, gehen die darüber hinaus liegenden Bildinformationen verloren. So passiert es häufig, dass bei Aufnahmen in der Natur mit Menschen im Vordergrund aufgrund eines kleinen Dynamikbereichs entweder ein «ausgebrannter» Himmel oder «ausgebrannte» Gesichter entstehen. Mit dem Begriff «Ausbrennen» ist eine Überbelichtung gemeint.

Ein weiteres Beispiel ist das Fotografieren eines Brautpaars. Auch in dieser Situation muss man sich entscheiden, welche Person man vermehrt belichten möchte. Da in dieser Situation der Dynamikumfang der Technik nicht ausreicht, erzielt man im Ergebnis entweder ein weisses Brautkleid oder einen schwarzen Anzug. Das jeweils andere Kleidungsstück färbt sich gräulich.

Ein geringer Dynamikumfang von Fotos kann auf verschiedene Weisen erhöht werden. Qualitativ hochwertige Kameras können aufgrund eines hohen Dynamikumfangs falsche Belichtungsverhältnisse ausgleichen. Wer trotz nicht so teurer Kamera optimale Aufnahmen erzielen möchte, sollte schon während der Aufnahmephase auf die Helligkeiten achten. Dabei helfen Histogramm und Überbelichtungswahrnehmung.

Ausserdem sollte anstatt des JPG-Formats im RAW-Format fotografiert werden. Im Gegensatz zu JPG können Aufnahmen des RAW-Formats mit dem RAW-Konverter oder Photoshop bedingt korrigiert werden. Allerdings sollte man den nachträglichen Gebrauch der Dynamikregler nicht übertreiben. Hellt man dunkle Bereiche zu sehr auf, entsteht sogenanntes «Rauschen» an Stellen ausserhalb des Dynamikbereichs. Alles was auf der hellen Seite über einen bestimmten Helligkeitswert hinausgeht, wird durch Übersteuerung als reines Weiss dargestellt.

Eine weitere Möglichkeit für optimal belichtete Aufnahmen bietet HDR (High Dynamic Range) oder das Verfahren zur Dynamikerhöhung DRI (Dynamic Range Increasemet). Diese arbeiten mit Belichtungsreihen. Dabei werden mehrere Aufnahmen bei unterschiedlicher Belichtung gemacht, die im Anschluss von Hand oder automatisch zusammengeführt werden.

Zusammengefasst steht der Dynamikumfang also in direktem Zusammenhang mit dem Kontrastumfang eines Fotos und dem Umfang der Motivhelligkeit.

Für das optimale Endergebnis sollten unterschiedliche Aufnahmemodi, Lichteinfallpositionen und Blendenstufen ausprobiert werden.

Vergleich – Nachbearbeitung Belichtung

Photoshop: Unterbelichtete Aufnahmen korrigieren

Die richtige Belichtung ist für die Wirkung eines Bildes sehr wichtig. Mit dem Display einer digitalen Kamera und einem Blick auf das Histogramm, kann die Belichtung einer Aufnahme sofort vor Ort überprüft werden. Dies macht es dem Fotografen möglich, durch mehrere Aufnahmen mit verschiedenen Einstellungen eine optimale Belichtung zu erzielen.

Trotz aller Kenntnisse und Hilfsmittel kann es passieren, dass unterbelichtete Aufnahmen entstehen. Dies kann zum Beispiel eine mit falschen Einstellungen aufgenommene, nicht reproduzierbare Momentaufnahme einer Situation sein. Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop machen es mit ihren vielfältigen Werkzeugen möglich, unterbelichtete Aufnahmen zu retten und somit mehr Ausdruck zu verleihen.

Korrektur von Belichtung, Helligkeit und Kontrast

In der Menüleiste von Photoshop befindet sich der Reiter «Bild», unter dem sich die verschiedensten Korrekturmöglichkeiten verbergen. Eine davon ist die Korrektur der Belichtung. Sind Sie dem Pfad «Bild – Korrekturen – Belichtung» gefolgt, öffnet sich ein weiteres Fenster.

Screenshot – Belichtungskorrektur in Photoshop

Das neue Fenster bietet zum Korrigieren der Belichtung drei unterschiedliche Regler. Meist reicht das Verschieben des ersten Reglers «Belichtung» aus. Um das unterbelichtete Bild aufzuhellen, muss der Regler nach rechts verschoben werden. Der zweite Regle «Versatz» bezieht sich auf die Mitteltöne einer Aufnahme und lässt somit die Tiefen und Lichter einer Aufnahme ausser Acht. Wie bei der Belichtung wird die Aufnahme beim Verschieben des Reglers nach rechts aufgehellt und nach links abgedunkelt.

Wird durch den Versatz die Aufnahme abgedunkelt und mit der Belichtung weiter aufgehellt, lässt sich ein höherer Kontrast in der Aufnahme erzeugen. Mit der Gammakorrektur kann das Bild ebenfalls aufgehellt oder abgedunkelt werden. Hier werden die Tiefen und Lichter mit einbezogen.

Vergleich – Nachbearbeitung Belichtung

Die linke Seite zeigt das zu dunkle Original und die rechte Seite die Nachbearbeitung durch die Belichtungskorrektur.

Ebenfalls unter dem Pfad «Bild – Korrekturen» befindet sich an oberster Stellung die Helligkeit und der Kontrast. Wie bei der Belichtungskorrektur öffnet sich für die Regulierung ein neues Fenster.

Screenshot – Photoshop Korrektur von Helligkeit und Kontrast

Auch hier werden Kontrast und Helligkeit mit Hilfe von Reglern gesteuert. Mit einer Bewegung nach rechts kann die Helligkeit oder der Kontrast erhöht und mit einer Bewegung nach links gesenkt werden. Im oben abgebildeten Beispiel wurde die Helligkeit gesteigert, um das Bild weiter aufzuhellen. Der Kontrast wiederum wurde verringert, um starke Schatten zu vermeiden. Diese würden das Motiv zu hart wirken lassen.

Vergleich – ohne und mit Helligkeits- und Kontrast-Korrektur

Der mittlere Streifen zeigt die Aufhellung der Aufnahme mit Hilfe der Helligkeits- und Kontrast-Korrektur.

Die Tonwertkorrektur

Eine weitere Möglichkeit, um die Belichtung einer Aufnahme zu korrigieren, ist die Tonwertkorrektur. Diese Funktion befindet sich über dem Ebenenbedienfeld in Photoshop unter dem Reiter «Korrekturen». Wählen Sie in der ersten Reihe das zweite Symbol von links aus. Wurde das Symbol der Tonwertkorrektur durch einen Klick gewählt, erscheint an der Stelle der Korrekturauswahlmöglichkeiten ein Histogramm mit drei Pfeilen in den Farben Weiss, Grau und Schwarz.

Screenshot – Tonwertkorrektur in Photoshop

Um die Aufnahme aufzuhellen, wird mit dem weissen Regler begonnen. Dieser wird nach links bis zur ersten Erhebung im Histogramm geschoben, wodurch die Lichter in der Aufnahme verstärkt werden. Der graue Pfeil steuert die Mitteltöne. Dieser kann ebenfalls nach links verschoben werden. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, bei einer zu starken Verschiebung der Mitteltöne können die Kontraste verloren gehen. Ein höherer Kontrast kann mit einem leichten Verschieben des schwarzen Pfeils nach rechts geschaffen werden.

Vorher-Nachher-Vergleich: Links ohne und rechts mit Tonwertkorrektur

Vorher-Nachher-Vergleich: Links ohne Tonwertkorrektur und rechts mit Tonwertkorrektur

Negativ multiplizieren für eine bessere Belichtung

Der schnellste und einfachste Weg eine unterbelichtete Aufnahme aufzuhellen ist das Negativ-Multiplizieren in Photoshop. Wurde das unterbelichtete Foto in Photoshop geöffnet, wird eine Kopie der Ebene benötigt. Für das Duplizieren einer Ebene kann ein rechter Mausklick, die Tastenkombination Strg+J für Windows oder Cmd+J für Mac verwendet werden. Stellen Sie sicher, dass die neue Ebene weiss umrahmt ist und wählen Sie für diese den Filter «Negativ multiplizieren».

Screenshot – Negativ multiplizieren in Photoshop

Ist der Aufhellungseffekt zu schwachkönnen Sie die negativ-multiplizierte Ebene nochmals duplizieren. Dadurch wird der Aufhellungseffekt verstärkt. Ist der Effekt zu stark, lässt sich dieser durch die Verminderung der Deckkraft der Ebene ganz leicht herabsetzen.

Vergleich mit und ohne Negativ-Multiplikation

Vergleich mit und ohne Negativ-Multiplikation

Fazit

Viele Wege führen nach Rom – Dies gilt auch für die Aufhellung eines unterbelichteten Bildes in Photoshop. Zudem lassen sich alle vorgestellten Methoden miteinander kombinieren, um gezielt die eigenen Vorstellungen umzusetzen.

Der Camera RAW-Filter ermöglicht ebenfalls die Optimierung unterbelichteter Aufnahmen. Er vereint die Parameter Belichtung, Helligkeit, Kontrast, Schatten und Lichter. Im Artikel «Architekturretusche mit Photoshop» erfahren Sie mehr über den Camera RAW-Filter.

Wir wünschen viel Spass beim Bearbeiten Ihrer Aufnahmen!

Collage eines Bildes mit drei unterschiedlichen Belichtungen – über- normal- und unterbelichtet

Das Histogramm für die richtige Belichtung nutzen lernen

Der grosse Vorteil der digitalen Fotografie ist, dass das Ergebnis sofort im Anschluss auf dem Kameradisplay gesichtet werden kann. Allerdings kann das Kameradisplay täuschen. Einflussfaktoren, wie das Umgebungslicht, eine Schutzfolie oder die Helligkeitseinstellung des Displays, können die Wirkung der Aufnahme beeinflussen. So kann es passieren, dass die Aufnahme auf dem Display der Kamera dunkler oder heller wirkt, als sie tatsächlich ist.

Um dieser Täuschung zu entgehen, ist es hilfreich, einen Blick auf das Histogramm zu werfen. Was auf dem Histogramm zu sehen ist, und wie Sie dieses einsetzen, erfahren Sie hier.

Lesen eines Histogramms

Das Histogramm ist die Darstellung aller Tonwerte einer Aufnahme in Form einer Kurve. Dieses lässt sich in drei Bereiche unterteilen – die Tiefen, die Mitteltöne und die Lichter.

Grafik eines Histogramms

Unter den Tiefen werden die dunklen Töne des Bildes verstanden. Diese werden immer auf der linken Seite des Histogramms dargestellt. Auf der rechten Seite finden sich die Lichter und somit die hellen Töne der Aufnahme. Der mittlere Bereich stellt alle Mitteltöne dar. Folglich werden die Tonwerte in dem Histogramm von links nach rechts immer heller.

Auf das Histogramm lässt sich sowohl nach dem Drücken des Auslösers in der Bildervorschau, als auch während der Nutzung des Live-View-Modus zurückgreifen, um die Belichtung direkt vor Ort zu überprüfen. Oft lässt sich diese Funktion durch die Info-Taste der Kamera aktivieren.

 

Interpretieren des Histogramms

Fällt der erste Blick auf ein solches Histogramm, ist nur eine Kurve zu sehen, die meist einer Berglandschaft ähnelt. Hierbei stellt sich die Frage, wie die Kurve aussehen muss, damit die Belichtung gelungen ist.

Von einer ausgewogenen Belichtung wird gesprochen, wenn sich die Kurve über alle Tonwertbereiche erstreckt und sie weder auf der linken noch auf der rechten Seite anstösst.

 

Foto historischer Gebäude mit Seifenblasen – Abbildung eines Histogramms

Verlagert sich die Kurve im Histogramm auf die linke Seite, ist das Bild sehr dunkel. Stösst die Linie zudem an den linken Rand,  ist die Aufnahme unterbelichtet.

Über- und Unterbelichtung zweier verschiedener Aufnahmen mit Histogramm

Bei einer Überbelichtung verhält sich die Kurve umgekehrt. Je weiter oben die Kurve an einen der Ränder grenzt, desto stärker sind die unter- oder überbelichteten Flächen vertreten. Diese Bildbereiche können nachträglich nicht korrigiert werden. Über- und unterbelichtete Bildbereiche enthalten keine weiteren Informationen, auf die das Bildbearbeitungsprogramm zugreifen könnte. Bei einer Überbelichtung wird hierbei vom Ausbrennen gesprochen.

Um bei der Nachbearbeitung aus den Vollen schöpfen zu können, wird ein Histogramm benötigt, das sich über alle Tonwerte erstreckt –  ähnlich wie in der ersten Abbildung.

Fazit

Das Histogramm ist eine fotografische Grundlage, die vermehrt in Vergessenheit gerät. Durch das Histogramm muss die Einschätzung der Belichtung nicht mehr einzig und allein nach der Darstellung auf dem Display erfolgen. Folglich ist das Histogramm eine verlässliche Unterstützung für gelungene Aufnahmen.

Sollte eine Aufnahme, trotz eines zufriedenstellenden Histogramms, nicht den optischen Ansprüchen genügen, bietet die vielfältige Verteilung der Tonwerte einer Aufnahme ein grosses Bearbeitungsspektrum.

 

Weissabgleich und Farbtemperatur

Das Licht ist ein entscheidender Faktor in der Fotografie. Die Beleuchtung bzw. die Lichtverhältnisse bestimmen daher auch die Wirkung eins Bildes auf den Betrachter. Ob ein Bild warm und harmonisch oder eher kühl und düster wirkt, wird massgeblich von der bestehenden Farbtemperatur beeinflusst.

Unterschiedliche Licht- und Beleuchtungssituationen erzeugen verschiedene Farbtemperaturen. Dabei ist ausschlaggebend, mit welcher Wellenlänge das Licht auf das zu fotografierende Motiv trifft. So sorgen beispielsweise Wellenlängen unter ca. 350 Nanometern für eine hohe Farbtemperatur und wirken blau. Niedrige Farbtemperaturen erscheinen rot und werden von Wellenlängen über ca. 750 Nanometern erzeugt. Die Farbtemperatur wird in Kelvin angegeben und wurde von glühendem Eisen abgeleitet. Als Standartwert gelten ungefähr 5500 Kelvin. Dies entspricht hellem Tageslicht. Künstliche Lichtquellen haben kürzere Wellenlängen, erscheinen daher rot und haben weniger Kelvin. Je trüber das Tageslicht erscheint, beispielsweise bei Wolken oder Nebel, umso kürzer werden die Wellenlängen und umso höher der Kelvin-Wert. Bilder bei trübem Tageslicht haben daher häufig einen Blaustich.

Um einem unerwünschten Farbstich durch die Farbtemperatur entgegen zu wirken, kann man mit einem Weissabgleich arbeiten. Dieser sorgt dafür, dass vorherrschende Lichtverhältnisse ausbalanciert werden und ein harmonisches und farblich ausgewogenes Bild entsteht. In der Regel sollte das Weiss im Motiv auch auf dem späteren Foto weiss dargestellt werden. Bei der analogen Fotografie wird die Farbtemperatur durch spezielle Filmtypen für Tages- oder Kunstlicht kompensiert. Bei der digitalen Fotografie gibt es diverse Einstellungen, die einen Weissabgleich vereinfachen. Es gibt automatisch arbeitende Voreinstellungen, die sich der gegebenen Lichtsituation anpassen. Hochwertige Kameras verfügen zusätzlich noch über einen manuellen Weissabgleich. Hierbei kann man die gewünschte Kelvinzahl angeben, eine Graukarte zur Hilfe nehmen oder ein Weissabgleich-Bracketing durchführen. Beim Bracketing mach die Kamera automatisch eine Reihe von Bildern mit verschiedenen Weissabgleichsoptionen. In der kreativen Bildgestaltung wird der Weissabgleich auch gezielt genutzt, um einen bestimmten Farbstich im Bild zu erzeugen.

Mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen kann der Weissabgleich auch nachträglich vorgenommen und die Farbtemperatur bearbeitet werden. Dazu empfiehlt es sich, das Foto in einem RAW-Format zu speichern. Bei der Verwendung von JPG-Formaten kann durch die Bearbeitung ein Qualitätsverlust entstehen.