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Kamerapflege – Reinigung einer Kamera mit einem Wattestäbchen

Hinweise zur Pflege und Aufbewahrung Ihrer Kameraausrüstung

Einzigartige Motive für Fotografien finden sich häufig in der Natur. Nicht immer herrschen dabei optimale Wetterbedingungen oder die Vorlage für Ihr Foto ist beispielsweise ein Strand. Auf Feuchtigkeit, Staub, Sand oder Salze von Meerwasser und -luft, welche sich auf der Kamera absetzen, reagieren die Elektronik und das Gehäuse des Fotozubehörs besonders empfindlich. Um Schäden an der Kameraausrüstung – und damit auch hohe Folgekosten – zu vermeiden und weiterhin tolle Bilder aufnehmen zu können, ist es empfehlenswert, die Kamera sicher aufzubewahren und regelmässig das Gehäuse, den Sensor und Objektive von Verschmutzungen zu befreien.

Die Kamera ist das wichtigste Werkzeug eines Fotografen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Fotoausrüstung aufzubewahren und viele verschiedene Produkte für die Pflege des Kamerazubehörs. Wir geben Ihnen einige Tipps für die Verwahrung und Instandhaltung Ihrer Fotoausrüstung und stellen Ihnen verschiedene Produkte zur Reinigung von Objektiven, Sensoren und des Kameragehäuses vor.

Kameraobjektiv mit Reinigungstuch, Blasebalg und Pinsel zur professionellen Kamerapflege

Aufbewahrung des Kamerazubehörs – Fototaschen und Rucksäcke

Für den Transport und die Verwahrung von Kameras und Objektiven sind Fototaschen und Rucksäcke ein absolutes Muss. Sie schützen Kamera und Ausrüstung vor Stössen und Erschütterungen, Niederschlag oder starken Temperaturschwankungen. Es empfiehlt sich, das gesamte Zubehör wie beispielsweise Ladekabel, austauschbare Akkus oder Blitzgeräte ebenfalls im Fotorucksack zu lagern, um alles beisammen zu haben ss. Dann verpassen Sie keine Gelegenheit, ihr Traummotiv zu fotografieren. Ihre Kamera können sie stattdessen auch in einer Dry Box verwahren oder spezielle Unterwassergehäuse oder Schutzhüllen verwenden, welche vor Feuchtigkeit und Schmutz schützen.

Akkus, Batterien und die Speicherkarte sollten Sie aus der Kamera entfernen, wenn Sie diese länger nicht verwenden. Batterien und Akkus entladen sich, wenn sie einige Zeit nicht benutzt werden. Zusätzlich wird die Energiespeicherkapazität von Akkus verkürzt, wenn diese nicht bei Zimmertemperatur und ausserhalb des Fotoapparats gelagert werden.

Pflege und Reinigung des Kameragehäuses

Die Kameratechnik wird beim Fotografieren vom Gehäuse vor Schmutz, Mikropartikeln und Feuchtigkeit geschützt. Je nachdem, an welchem Ort Sie ein Bild aufnehmen möchten, kann es vorkommen, dass der Fotoapparat mit Sand, Staub oder Wasser in Berührung kommt. Wird Ihre Kamera nass, so sollten Sie diese umgehend mit einem weichen Tuch trocknen. Bei erhöhtem Kontakt mit Feuchtigkeit ist es sinnvoll, die Kamera in die Nähe eines warmen Heizkörpers zu legen und diese dort trocknen zu lassen. Finden Sie Flecken oder Fingerabdrücke auf dem Gehäuse, können Sie diese mit einem fussel- und staubfreien, leicht befeuchteten Lappen reinigen. Am ehesten eignet sich dafür ein Mikrofasertuch. Staub und Sandpartikel lassen sich am sorgfältigsten mit einem speziellen Fotopinsel oder Wattestäbchen entfernen.

Kamerapflege – Reinigung einer Kamera mit einem Wattestäbchen

Pflege von Kameraobjektiven

Objektive und Sensoren sind die empfindlichsten Zubehörteile einer Kamera. Deshalb ist es sinnvoll, diese mit besonderer Vorsicht zu pflegen. Objektive können Sie mit einem entsprechenden antistatischen Pinsel von Staub befreien. Besonders praktisch hierfür ist der „Lens-Pen“, da er durch seine Filzoberfläche sehr schonend arbeitet und das Objektiv zusätzlich polieren kann. Für hartnäckigeren Schmutz, wie beispielsweise eingetrocknete Regentropfen, nutzen Sie besser ein spezielles Mikrofaser-Reinigungstuch, welches Sie beim Fachhändler erhalten. Viele Fotografen nutzen Filter, die sich auf die Objektive aufschrauben lassen, welche einen zusätzlichen Schutz für das Objektiv bieten. Filter lassen sich im Gegensatz zu Objektiven zu relativ günstigen Preisen ersetzen. Diese Objektivfilter können Sie mit den gleichen Reinigungsmitteln wie Ihre Objektive säubern.

Objektivpflege mit einem „Lens-Pen“

Sensorreinigung mit speziellem Reinigungszubehör

Sensoren besitzen meist eine Sensorreinigung, welche beim Abschalten des Fotoapparats automatisch erfolgt. Sollten Sie jedoch trotz der automatischen Reinigung Staub und Flecken auf dem Sensor vorfinden, so können Sie diesen mit speziellen Klistierspritzen oder Blasebälgen reinigen. Voraussetzung hierbei ist, dass Sie besonders vorsichtig vorgehen. Trauen Sie sich selbst die Pflege des Sensors nicht zu, so können Sie eine Reinigung bei einem Fachhändler vornehmen lassen.

Reparatur der Kameraausrüstung

Defekte des Fotogeräts machen sich meist akustisch bemerkbar. Zum Beispiel entdecken Sie eine schwergängige Optik oder bemerken ungewöhnliche Geräusche beim Auslösen oder Zoomen. Den eigenen Versuch einer Ausbesserung sollten Sie hier lieber unterlassen. Kostengünstige Kameras können Sie eher durch eine neue ersetzen, bei hochpreisigen Kompakt-, System- oder Spiegelreflexkameras hingegen lohnt es sich, sie wieder instand setzen zu lassen. Hierzu können Sie sich entweder an den Reparaturservice des Kamerahändlers oder an eine Fachwerkstatt wenden.

Diese Produkte sollten Sie zur Pflege Ihrer Kameraausrüstung verwenden:

  • Eine Antirutschmatte oder ein sauberes Tuch, welches als Ablage für die Kamera und das Zubehör dient
  • Staubpinsel
  • Reinigungstuch vom Optiker oder Fachhändler
  • Klistierspritze oder ein spezieller Blasebalg vom Fachhändler
  • Wattestäbchen

Sie können zusätzlich weitere Pflegeprodukte verwenden. Achten Sie jedoch stets darauf, dass diese zur Reinigung einer Kameraausrüstung geeignet sind. Sie richten sonst mehr Schaden als Nutzen an.

Jedes Foto trägt ein Stück der Persönlichkeit des Fotografen in sich

Philosophie der Fotografie

Fotografie ist eine Bildsprache – damit die einzige Sprache, die auf der ganzen Welt verstanden wird. Die wichtigste Eigenschaft der Fotografie ist ihr Inhalt. Doch viele Menschen neigen dazu, die Fotografie nach ihrer technischen Ausführung zu beurteilen. Aber selbst das technisch perfekte Foto kann langweilig und bedeutungslos sein. So sah der Philosoph Vilem Flusser schon in den 1980er Jahren die Technik der Kamera als stärksten Gegner des Fotografens.

Der Moment des Fotografierens

Fotos bieten Raum für Interpretationen. Die Fototechnik ist dabei nicht ganz unwichtig. Richtig eingesetzt, kann sie ein Foto aufwerten und unverzichtbar machen. Der technische und gestalterische Aspekt erfordert vom Fotografen dabei eine innere Einstellung, die nicht der Technik oder der Kamera zuzuweisen sind. Fotografie – das ist das Festhalten von Zeit in einem kurzen Moment des Innehaltens. Gedanken, Ideen, Sehen und Fühlen – das macht den Moment des Fotografierens aus.

Moment des Innehaltens bei der Fotografie

Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort

Wer seine Motive mit Inspiration und Sorgfalt fotografiert, kann auch mit einer simplen Kamera schöne Fotos erzeugen. Die schönsten Fotos entstehen vor allem dann, wenn man alleine auf Entdeckungstour geht. Wer sich Zeit nimmt, findet oftmals den optimalen Bildausschnitt und wartet auf den richtigen Moment. Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, ist eine wichtige Voraussetzung für ein gelungenes Foto. Besonders ausdrucksstarke Fotos entstehen im Abendlicht, vor oder nach Sonnenunter- beziehungsweise Sonnenaufgang. Gutes Licht und der richtige Moment machen aus jedem Motiv ein einzigartiges Foto und das ganz ohne technischen Aufwand.

Moment der Fotografie entsteht mit bestem Licht

Wahrnehmung und Originalität

Jeder Mensch hat eine andere Wahrnehmung und somit hat jedes einzelne Foto auch immer etwas Persönliches in sich. Die Kunst der Fotografie besteht darin, nicht vom Apparat abhängig zu sein. Wenn aber das Licht und die richtige Kameraeinstellung doch nicht für den perfekten Schnappschuss ausgereicht haben, kann auch nachbearbeitet werden. Moderne Fotografie ist somit eine Verbindung von traditioneller Fotografie und Technik. Ein Foto muss nicht vollkommen echt sein, sondern so wirken. So ist es mittlerweile sehr schwierig, gut nachbearbeitete Aufnahmen von ‚Originalen‘ zu unterscheiden.
„Das Auge macht das Bild, nicht die Kamera“ (Gisèle Freund). Der wahre Sinn der Fotografie-Philosophie besteht also darin, in einer Welt voller Technik Raum für eigene Ideen und den Sinnen zu lassen.

Jedes Foto trägt ein Stück der Persönlichkeit des Fotografen in sich

 

AF – Autofokus

Schon seit den 1970er Jahren gab es Bestrebungen, Kameras mit Autofokus zu entwickeln. Neben dem Verwackeln stellen falsche Scharfstellungen die Hauptursache für misslungene Aufnahmen dar. Seit etwa 1985 haben sich automatische Spiegelreflexkameras etabliert.

Mittlerweile sind Geschwindigkeit und Präzision des Autofokus technisch so weit vorangeschritten, dass sie sehr nah an die Möglichkeiten der manuellen Fokussierung herankommen. Digitalkameras der Spitzenklasse haben bis zu 51 Fotosensoren, die für die Erfassung des zu fokussierenden Objekts zuständig sind. Bei Fotoapparaten mit Touch-Screen kann der Fotograf den scharfzustellenden Bereich, ähnlich wie beim Smartphone, mit der Hand auswählen.

Grundsätzlich werden drei Autofokus-Modi unterschieden:

AF.A (engl. automatic autofocus): Die Kamera entscheidet allein, ob sie nur einmal fokussiert oder zusätzlich nachregelt, abhängig davon, wie sich das anvisierte Objekt bis zum Auslösen verhält.

AF.S (engl. single autofocus): Auch wenn sich das zu fotografierende Objekt bis zur Aufnahme bewegen sollte, behält die Kamera die einmal fokussierte Einstellung bei. Bewegt sich das Objekt im Nachhinein, kann es zu Unschärfe kommen.

AF.C (engl. continuous autofocus): Der Fotoapparat justiert den Schärfebereich bis zur Aufnahme kontinuierlich nach. Dieses ist abhängig von der relativen Bewegung des Objekts zum Objektiv – also ob es sich näher zum Fotografen oder weiter weg von ihm bewegt.

Es gibt unterschiedliche Autofokussysteme. Grob unterteilt man in passive und aktive Autofokusse. Am weitesten verbreitet ist der passive Autofokus. Im Prinzip ermittelt die Kamera in einer Versuchsreihe den optimalen Fokus. Die zwei bewährtesten Verfahren heissen Kontrastmessung und Phasenvergleich. Der Sensor des Fotoapparats ist in diesem Verfahren auf hinreichenden Objektkontrast und ausreichende Beleuchtung angewiesen.

Im Gegensatz dazu steht der aktive Autofokus. Dieser funktioniert auch in der Dunkelheit. Man kann zwei Verfahren unterscheiden. Bei der direkten Entfernungsmessung durch Ultraschall, wie es bei den Polaroid-Kameras der Fall ist, wird die Zeit gemessen, die der Schall zum Objekt und zurück benötigt. Danach kann die Kamera den optimalen Fokus errechnen. Bei der Objektbeleuchtung werden die Verfahren der passiven Fokussierung bei schlechten Lichtverhältnissen unterstützt. Dazu wird das Motiv mittels Hilfslicht von der Kamera angeleuchtet und kann damit besser fokussiert werden.

Für den Nutzer gestaltet sich die Nutzung des Autofokus sehr simpel. Er visiert einfach ein Motiv an und drückt der Auslöser halb. Der Fotograf kann sehen, wie die Kamera den richtigen Fokus sucht. Ist er gefunden, wird der Auslöse-Knopf durchgedrückt.

Fokus

Die exakte Entfernungseinstellung wird in der Fotografie auch als Scharfstellen oder Fokussieren bezeichnet. Scharfgestellt werden soll das Motiv mit Hilfe der Anpassung der Kamera- bzw. Objektiveinstellung an die Objekt-Entfernung.

Dem richtigen Fokussieren wird häufig wenig Beachtung geschenkt, doch fotografische Gestaltungsmöglichkeiten lassen sich mit dem Fokus ohne aufwendiges technisches Wissen besser ausschöpfen.

Ein Bild wirkt dann besonders scharf, wenn der Kontrast zwischen Flächen und Konturen, also den einzelnen Bildflächen, oder auch innerhalb von Texturen möglichst gross ist. Absolute Aussagen über Schärfe können nicht getroffen werden. Meist empfindet man etwas als scharf, wenn ein Bild die Realität möglichst exakt abbildet.

Bildpunkte in der Fokusebene werden als Punkte auf dem Fotosensor der Kamera abgebildet. Bei falscher Fokussierung werden aus Punkten Kreise. Überlappen sich benachbarte Kreise auf einem Sensor, entsteht das, was man als Unschärfe wahrnimmt. Sind die Überlappungen der Kreise allerdings kleiner als das Auflösevermögen des menschlichen Auges, erscheint das Foto trotzdem scharf. Bei einem Foto im Format 10 x 15 cm erkennen Betrachter unscharfe Punkte erst ab einem Durchmesser von 0,1 mm. Nach dem Verwackeln ist das falsche Fokussieren der zweit-häufigste Grund für ein unscharfes Bild.

Eine wichtige Frage in der Fotografie ist die, worauf der Fotograf scharf stellen soll. Bei Menschen und Tieren sollten die Augen fokussiert werden. Am besten wird dasjenige Auge scharfgestellt, was der Kamera am nächsten ist. Dies kommt einem Abbild der Realität am nächsten.

Bei Gegenständen verhält es ähnlich. Hierbei sollte der Bereich, der dem Fotoapparat am nächsten liegt, fokussiert werden. Es bestehen auch Unterschiede: in der Makrofotografie ist der am nächsten liegende Bereich meist zu nah am Objektiv. Deswegen wird der Fokus eine Ebene weiter nach hinten gesetzt. Daraus resultieren ein unscharfer Vorder- und Hintergrund und ein fokussierter Mittenbereich.

Die Einstellung des Fokus kann mittels Autofokus (AF) oder manuellem Fokus (MF) erfolgen.

Portraits unterschiedlicher Menschen nebeneinander zeigen die Einzigartigkeit der Portraitierten

Tipps für gelungene Portraitfotos

Die Portraitfotografie stellt das Model in den Mittelpunkt. Dabei kann entweder der gesamte Körper oder lediglich das Gesicht des Portraitierten aufgenommen werden. Ganz nach Geschmack kann der Fokus hier unterschiedlich gesetzt werden. Wir verraten einfache Tipps, wie tolle Portraitbilder auch ohne professionellen Fotografen gelingen.

Ins richtige Licht setzen

Wer keine professionellen Studioaufnahmen macht, hat sicherlich keine aufwändige Beleuchtung zur Verfügung. Zum Glück gibt es ganz einfache Tricks, wie man gegebenes Licht hervorragend für Portraitfotos nutzen kann und damit den portraitierten Menschen ins quasi richtige Licht rücken kann.

Soll die Fotosession im Freien stattfinden, ist darauf zu achten, dass der Portraitierte nicht in der prallen Sonne steht, denn direkte Sonneneinstrahlung wirft strake Schatten, die sich im Gesicht zeigen. Zudem ist das grelle Licht zumeist unvorteilhaft. Besser ist es, die Person an eine helle, aber nicht direkt von der Sonne beleuchtete Location zu stellen, beispielsweise vor eine Wand. Die Vormittags- und späten Nachmittagsstunden sind für Shootings im Freien besser geeignet als die Mittagszeit, da das Licht hier schräg einfällt.

Findet das Shooting in geschlossenen Räumen statt, empfiehlt es sich, das Fenster als Lichtquelle zu nutzen. Durch die Fensterrahmen bekommt das Licht eine Begrenzung und klare Richtung und leuchtet zielgerichtet die Person und den gewünschten Hintergrund aus, ohne unnötige Blendpunkte zu erzeugen. Wer häufiger Portraitfotografien macht, kann sich auch günstige Baustrahler anschaffen, mit denen man Räume entsprechend ausleuchten kann. Empfehlenswert sind mindestens zwei Lichtquellen aus unterschiedlichen Richtungen, um wiederum die Schattenbildung zu vermeiden.

Durch Bildausschnitte, Schatten und Farbspielereien lassen sich in Portraits tolle Effekte erzeugen

Natürlich können extreme Schatten oder Gegenlicht auch bewusst zur interessanten Bildgestaltung genutzt werden. Mit Schatten kann man leicht dramatische Bilder erzeugen. Es gilt jedoch zu beachten, dass man „schöne“ Schatten hat, also keine Schatten unterhalb der Augen oder scharfe Schatten im Gesicht.

Der richtige Hintergrund

Bei Portraitfotos steht das Gesicht des Models im Mittelpunkt. Dementsprechend werden keine aufwändigen Hintergründe benötigt. Im Gegenteil, sie können sich störend auf die Bildkomposition auswirken. Der Hintergrund sollte nicht zu unruhig und überladen sein. Stattdessen eigenen sich beispielsweise fliessende Vorhänge oder nur leicht strukturierte Wände. Bei der Wahl des Hintergrunds ist ausserdem darauf zu achten, dass er farblich zum Model passt. Durch gezieltes Einsetzen von Farbe kann man beispielsweise die Augenfarbe des Portraitierten hervorheben, indem man sie im Hintergrund erneut verwendet.

Das Gesicht einer lachenden jungen Frau scharf vor einer verschwommenen Stadtsilhouette

Einen schönen Effekt in der Portraitfotografie erzielt man, wenn der Fokus lediglich auf dem Gesicht liegt und der Hintergrund unscharf ist. Dieses Spiel mit der Tiefenschärfe kann man durch Variation der Brennweite und den Blenden beeinflussen. Am einfachsten kann dieser Effekt erzielt werden, indem man nah an den Portraitierten herangeht und ihn gleichzeitig möglichst weit weg von Hintergrund platziert. Ausserdem entsteht ein verschwommener Hintergrund beim Fotografieren mit möglichst grosser Blendenöffnung.

Bildausschnitt wählen

Portraitfotos, die vom Bildausschnitt Passfotos ähnlich sind, können schnell langweilig werden. Für eine interessante Bildwirkung lohnt es sich, das Gesicht des Fotografierten richtig gross ins Bild zu setzen. Zwar passt dann nicht das gesamte Gesicht ins Foto, aber der Bildausschnitt wird deutlich aufregender. Mit diesen Nahaufnahmen kann man die essentiellen Ausdrucksmerkmale eines Gesichts hervorragend in Szene setzen.

Das richtige Objektiv

Bei der Portraitfotografie sind Objektive mit langer Brennweite zu bevorzugen. Die geringere Tiefenschärfe von Teleobjektiven stellt das Model besser frei. Zudem werden die natürlichen Proportionen des Gesichts bei Verwendung von Brennweiten zwischen 50 mm und 100 mm erhalten. Benutzt man ein Weitwinkelobjektiv, also ein Objektiv mit einer Brennweite von weniger als 50 mm, wirken Gesichter häufig leicht verzerrt.

Der Gesichtsausdruck

Ein Kind im Herbstlaub bietet ein stimmungsvolles Motiv für Portraits Ein Kind im Herbstlaub bietet ein stimmungsvolles Motiv für Portraits

Man kann es Bildern direkt ansehen, wenn sich das Model nicht wohl fühlt. Komplizierte Posen, eine ungemütliche Umgebung oder eine schlechte Stimmung beim Shooting beeinflussen die Fotos negativ. Dementsprechend ist es essentiell, mit dem Model vorab über Wünsche und Zielsetzungen des Shootings zu sprechen und ein möglichst angenehmes und anregendes Klima zu schaffen.

Die meisten Menschen wagen sich von allein nur selten aus der Komfortzone heraus. Nachdem also die ersten Fotos mit dezentem Lächeln und leicht verkrampfter Haltung entstanden sind, ist es Sache des Fotografen, den Portraitierten etwas aus der Reserve zu locken. Denn es gibt kaum etwas Schöneres, als Portraitfotos mit einem herzhaften Lachen oder einem unerwarteten Gesichtsausdruck. Sind alle technischen Einstellungen an der Kamera auf die Umgebung und die Lichtverhältnisse optimiert, lohnt es sich deshalb, ohne Vorwarnung auf den Auslöser zu drücken.

Objektiv

Als sammelndes optisches System erzeugt ein Objektiv eine Abbildung eines Objekts. Das einfachste Objektiv besteht aus einer Sammellinse, in der einfallende Lichtstrahlen gebündelt und auf eine Bildebene projiziert werden. Moderne Objektive können dagegen aus mehreren Linsen und Spiegeln bestehen. Einige Objektive beinhalten bis zu 20 Linsen, die teilweise miteinander fixiert und teilweise beweglich sind. Die grundlegende Funktionsweise von Objektiven entspricht dabei immer der einer Sammellinse. Die durch das Licht erzeugte Abbildung steht auf dem Kopf. Digitalkameras drehen die Abbildung automatisch, sodass das Bild unserem Wahrnehmungsempfingen entspricht.

Definiert wird ein Objektiv massgeblich durch zwei Einflussfaktoren, die Brennweite und die Öffnungsweite.

Die Brennweite wird in Millimetern angegeben und beschreibt die Grösse eines Objekts bei festem Abstand zum Objekt. In der Fotografie unterschiedet man zwischen Objektiven mit einer festen Brennweite und Zoomobjektiven, bei denen die Brennweite in einem bestimmten Rahmen variiert werden kann. Bei Zoomobjektiven ist es möglich, durch Verschiebung einzelner Linsen die Brennweite zu ändern und somit auf ein gegebenes Objekt scharf stellen. Diese Möglichkeit macht diese Objektive vielseitig einsetzbar. Vorteile von Festbrennweitenobjektiven sind die kompaktere Bauweise und die perfekte Optimierung der Komponenten auf die festgesetzte Brennweite. Bei einem gegebenen Abstand zu einem fotografierten Objekt wird dieses umso grösser abgebildet, je grösser die Brennweite des Objektives ist. In der Folge verringert sich der Bildausschnitt, also der sichtbare Winkel im Bild. Es gibt spezielle Weitwinkelobjektive, die Aufnahmen mit besonders grossen Bildausschnitt ermöglichen.

Die Öffnungsweite, auch als Apertur bezeichnet, gibt die Öffnung der Blende an. Dies bestimmt die Lichtmenge, die durch die geöffnete Blende auf die Linse fällt. Das Verhältnis von Brennweite zur Blendenöffnungsweite wird als Belichtungszahl bezeichnet. Angegeben wird die Blendenzahl entweder durch 1/x oder f/x. Je grösser die Zahl x unter dem Bruchstrich, desto weniger Licht fällt durch die Blende. Ein Blendenwert von f/11 bringt also viel weniger Licht als f/1.4

Kategorisiert werden Objektive anhand unterschiedlicher Eigenschaften, dazu zählen die Brennweite, der Bildwinkel, die Art der Objektivanschlüsse und die im Objektiv verwendeten Linsen. Objektive sind komplexe und sehr empfindliche technische Systeme, die sozusagen das Auge der Kamera bilden. Entsprechend teuer sind diese wichtigen Bestandteile einer Kamera. Bei Kameras mit Wechselobjektiven übersteigt der Preis für einzelne Objektive häufig die Anschaffungskosten für die Kamera selbst.

Brennweite

Die Brennweite bezeichnet den Abstand zwischen der Aufnahmeebene, also der Linse, und dem Fokus. Angeben wird die Brennweite in Millimetern. Je grösser die Brennweite, desto grösser ist die Abbildung des Objekts bei gleichbleibenden Abstand. Sie ist somit auch ein Ausdruck des Abbildungsmassstabs bei einem gegebenen Objektabstand. Die Brennweite beeinflusst den Blickwinkel eines Objektivs damit direkt. Je grösser die Brennweite, desto grösser wird das Objekt dargestellt, was den Objektausschnitt verringert und somit auch den Blickwinkel.

Viele moderne Objektive erlauben eine manuelle Einstellung der Brennweite in einem gegebenen Rahmen, umgangssprachlich spricht man vom „Zoomen“. Ein Objektiv mit einer Brennweite von 50 mm wird als Normalobjektiv bezeichnet, da dieses ungefähr dem Blickwinkel des menschlichen Auges mit 46 Grad entspricht. Objektive mit Brennweiten unter 50 mm bezeichnet man als Weitwinkelobjektive. Diese erlauben die Abbildung besonders grosser Aufnahmewinkel. Objektive mit Brennweiten unter 20 mm werden als Superweitwinkelobjektive bezeichnet. Die absolute Steigerungsform von Weitwinkelobjektiven sind Fischaugenobjektive, sie erlauben einen Bildwinkel von 180 Grad und produzieren zumeist runde Bilder. Aufgrund des hohen Bildwinkels eignen sich Weitwinkelobjektive hervorragend für Landschaftsaufnahmen.

Objektive, die eine Brennweite von mehr als 50 mm haben, werden als Teleobjektive bezeichnet. Sie erlauben eine enorme Vergrösserung des aufgenommenen Objektes. Durch diese Vergrösserung verringert sich jedoch der Bildwinkel, wodurch der auf das Bild passende Bildausschnitt deutlich kleiner ist als bei einem Weitwinkelobjektiv. Besitzt ein Objektiv eine Brennweite von mehr als 300 mm wird es als Superteleobjektiv oder Ultrateleobjektiv bezeichnet.

Blende

Die Blende reguliert die Lichtmenge, die auf den Sensor fällt. Ist die Blende vollständig geöffnet, fällt sehr viel Licht hindurch. Je mehr die Blende geschlossen ist, desto weniger Licht kann auf den Sensor gelangen. Die Blende ist zumeist ein mechanisches System, welches aus kreisförmig angeordneten Lamellen besteht, die sich übereinander verschieben um den Lichtdurchlass zu verkleinern oder zu erweitern.

Häufig kommt es in Bezug auf die Blende zu Verwirrungen, da es verschiedene Darstellungsarten gibt.

Im eigentlichen Sinne wird die Blende durch einen Bruch angegeben, den sogenannten Blendenwert. Dieser wird entweder als 1/Blendenzahl oder f/Blendenzahl angegeben. Manche Kamerahersteller geben aber nur die Blendenzahl selbst auf den Objektiven an.

Wenn von Blende 4 die Rede ist, ist eigentlich von 1/4 oder f/4 gemeint. Die Darstellung als Bruch vereinfacht das Verständnis für die Blende. Wie aus der Mathematik bekannt, bewirkt eine Vergrösserung des Wertes unter dem Bruchstrich eine Verkleinerung der Zahl. Folglich ist 1/16 eine kleinere Zahl als 1/4. Im Gegenzug bewirkt eine Vergrösserung der Blendenzahl eine Verkleinerung der Blendenöffnung, wodurch weniger Licht durch die Blende auf den Sensor fallen kann.

Folgende Blendenzahlen gehören zur internationalen Standard-Blendenreihe:

1 | 1,4 | 2 | 2,8 | 4 | 5,6 | 8 | 11 | 16 | 22 | 32 | 45 | 64 | 90

Üblicherweise haben normale Objektive eine maximale Blendenzahl von 22, einige spezielle Ausführungen verwenden höhere Blendenzahlen.

Zu merken gilt:

  • Blendenwert = 1/Blendenzahl
  • Je kleiner der Blendenwert (1/4), desto grösser ist die Blendenzahl (4)
  • Je kleiner die Blendenzahl, desto größer ist die Blendenöffnung – mehr Lichteinfall
  • Je grösser die Blendenzahl, desto kleiner ist die Blendenöffnung – Weniger Lichteinfall

Je nach dem verfügbaren Umgebungslicht sollte man eine passende Blende wählen. Ist wenig Licht vorhanden, sollte man eine kleine Blendenzahl wählen um möglichst viel Licht durch die offene Blende auf den Sensor zu leiten. Eine kleine Blendenzahl ist beispielweise 4. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass der Blendenwert von 1/4 gross ist.

Ist es jedoch sehr hell, kann man den Lichteinfall mit einer grossen Blendenzahl, wie 8, 16 oder 22, regulieren. Welches wiederum einen kleinen Blendenwert darstellt, bei dem die Blende eher geschlossen ist und somit weniger Licht auf den Sensor durchlässt. Durch die Wahl der Blende vermeidet man also Über- und Unterbelichtung von Fotos.

Neben der Belichtung beeinflusst die Blende auch die Schärfentiefe eines Bildes. Wählt man eine kleine Blendenzahl, also einen grossen Blendenwert ist die Schärfentiefe nur gering. Dies bedeutet, dass das fokussierte Motiv scharf und der Hintergrund unscharf abgebildet wird. Möchte man eine hohe Schärfentiefe erreichen, sollte die Blende durch eine hohe Blendenzahl, wie Blende 22, weit geöffnet werden.

Linse

Linsen sind lichtdurchlässige Elemente, die Licht auf ihren Oberflächen brechen.

Erste Theorien zur optischen Vergrösserung durch gewölbte Linsen entstanden vor rund 1.000 Jahren. Weiterentwickelt wurden diese im 12. Jahrhundert. Zu dieser Zeit entstand der Lesestein, eine überhalbkugelige Plankonvexlinse, die zur Vergrösserung von Schrift benutzt wurde. Bereits Ende des 13. Jahrhunderts wurden Linsen zur Korrektur der Sehkraft verwendet, die ersten Brillen waren geboren.

Moderne Kameraobjektive setzen sich aus einzelnen Linsen und Linsengruppen zusammen. Abhängig von der Form der Grenzflächen der Linsen und dem Brechungsindex des Linsenmaterials ändern sich die lichtbrechenden Eigenschaften einer Linse.

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Linsen, wobei die einfachsten Linsen Sphärische Linsen sind. Sie bestehen aus Oberflächenausschnitten einer Kugel. Bei den Sphärischen Linsen unterscheidet man zwischen konvexen und konkaven Linsen.

Konvexe Linsen bündeln parallel einfallendes Licht auf einen Punkt, man bezeichnet sie deswegen auch als Sammellinsen. Der Punkt, auf den Sammellinsen das Licht bündeln, nennt man Brennpunkt. Der Abstand zwischen dem Brennpunkt und der Linsenmitte wird als Brennweite bezeichnet, einem für die Fotografie sehr wichtigen Begriff. Konvexe Linsen zeichnen sich durch eine nach aussen gewölbte Aussenfläche aus, sie sind also in der Mitte dicker als am Rand. Durch die Lichtbrechung und Lichtbündelung geben konvexe Linsen ein höhen- und seitenverkehrtes Bild wieder.

Konkave Linsen sind im Gegensatz dazu nach innen gewölbt, sie sind in der Mitte schmaler als am Rand sind. Sie zerstreuen parallel einfallendes Licht, weswegen sie auch als Zerstreuungslinsen bezeichnet werden.

Neben diesen eindeutigen Ausprägungen gibt es auch noch Mischformen. Sogenannte Meniskuslinsen besitzen sowohl eine konvexe als auch eine konkave Seite. Diese Meniskuslinsen werden in Objektiven verwendet, die aus mehreren Linsen und Linsengruppen bestehen, um Abbildungsfehler auszugleichen.