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Brennweite

Die Brennweite bezeichnet den Abstand zwischen der Aufnahmeebene, also der Linse, und dem Fokus. Angeben wird die Brennweite in Millimetern. Je grösser die Brennweite, desto grösser ist die Abbildung des Objekts bei gleichbleibenden Abstand. Sie ist somit auch ein Ausdruck des Abbildungsmassstabs bei einem gegebenen Objektabstand. Die Brennweite beeinflusst den Blickwinkel eines Objektivs damit direkt. Je grösser die Brennweite, desto grösser wird das Objekt dargestellt, was den Objektausschnitt verringert und somit auch den Blickwinkel.

Viele moderne Objektive erlauben eine manuelle Einstellung der Brennweite in einem gegebenen Rahmen, umgangssprachlich spricht man vom „Zoomen“. Ein Objektiv mit einer Brennweite von 50 mm wird als Normalobjektiv bezeichnet, da dieses ungefähr dem Blickwinkel des menschlichen Auges mit 46 Grad entspricht. Objektive mit Brennweiten unter 50 mm bezeichnet man als Weitwinkelobjektive. Diese erlauben die Abbildung besonders grosser Aufnahmewinkel. Objektive mit Brennweiten unter 20 mm werden als Superweitwinkelobjektive bezeichnet. Die absolute Steigerungsform von Weitwinkelobjektiven sind Fischaugenobjektive, sie erlauben einen Bildwinkel von 180 Grad und produzieren zumeist runde Bilder. Aufgrund des hohen Bildwinkels eignen sich Weitwinkelobjektive hervorragend für Landschaftsaufnahmen.

Objektive, die eine Brennweite von mehr als 50 mm haben, werden als Teleobjektive bezeichnet. Sie erlauben eine enorme Vergrösserung des aufgenommenen Objektes. Durch diese Vergrösserung verringert sich jedoch der Bildwinkel, wodurch der auf das Bild passende Bildausschnitt deutlich kleiner ist als bei einem Weitwinkelobjektiv. Besitzt ein Objektiv eine Brennweite von mehr als 300 mm wird es als Superteleobjektiv oder Ultrateleobjektiv bezeichnet.

Blende

Die Blende reguliert die Lichtmenge, die auf den Sensor fällt. Ist die Blende vollständig geöffnet, fällt sehr viel Licht hindurch. Je mehr die Blende geschlossen ist, desto weniger Licht kann auf den Sensor gelangen. Die Blende ist zumeist ein mechanisches System, welches aus kreisförmig angeordneten Lamellen besteht, die sich übereinander verschieben um den Lichtdurchlass zu verkleinern oder zu erweitern.

Häufig kommt es in Bezug auf die Blende zu Verwirrungen, da es verschiedene Darstellungsarten gibt.

Im eigentlichen Sinne wird die Blende durch einen Bruch angegeben, den sogenannten Blendenwert. Dieser wird entweder als 1/Blendenzahl oder f/Blendenzahl angegeben. Manche Kamerahersteller geben aber nur die Blendenzahl selbst auf den Objektiven an.

Wenn von Blende 4 die Rede ist, ist eigentlich von 1/4 oder f/4 gemeint. Die Darstellung als Bruch vereinfacht das Verständnis für die Blende. Wie aus der Mathematik bekannt, bewirkt eine Vergrösserung des Wertes unter dem Bruchstrich eine Verkleinerung der Zahl. Folglich ist 1/16 eine kleinere Zahl als 1/4. Im Gegenzug bewirkt eine Vergrösserung der Blendenzahl eine Verkleinerung der Blendenöffnung, wodurch weniger Licht durch die Blende auf den Sensor fallen kann.

Folgende Blendenzahlen gehören zur internationalen Standard-Blendenreihe:

1 | 1,4 | 2 | 2,8 | 4 | 5,6 | 8 | 11 | 16 | 22 | 32 | 45 | 64 | 90

Üblicherweise haben normale Objektive eine maximale Blendenzahl von 22, einige spezielle Ausführungen verwenden höhere Blendenzahlen.

Zu merken gilt:

  • Blendenwert = 1/Blendenzahl
  • Je kleiner der Blendenwert (1/4), desto grösser ist die Blendenzahl (4)
  • Je kleiner die Blendenzahl, desto größer ist die Blendenöffnung – mehr Lichteinfall
  • Je grösser die Blendenzahl, desto kleiner ist die Blendenöffnung – Weniger Lichteinfall

Je nach dem verfügbaren Umgebungslicht sollte man eine passende Blende wählen. Ist wenig Licht vorhanden, sollte man eine kleine Blendenzahl wählen um möglichst viel Licht durch die offene Blende auf den Sensor zu leiten. Eine kleine Blendenzahl ist beispielweise 4. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass der Blendenwert von 1/4 gross ist.

Ist es jedoch sehr hell, kann man den Lichteinfall mit einer grossen Blendenzahl, wie 8, 16 oder 22, regulieren. Welches wiederum einen kleinen Blendenwert darstellt, bei dem die Blende eher geschlossen ist und somit weniger Licht auf den Sensor durchlässt. Durch die Wahl der Blende vermeidet man also Über- und Unterbelichtung von Fotos.

Neben der Belichtung beeinflusst die Blende auch die Schärfentiefe eines Bildes. Wählt man eine kleine Blendenzahl, also einen grossen Blendenwert ist die Schärfentiefe nur gering. Dies bedeutet, dass das fokussierte Motiv scharf und der Hintergrund unscharf abgebildet wird. Möchte man eine hohe Schärfentiefe erreichen, sollte die Blende durch eine hohe Blendenzahl, wie Blende 22, weit geöffnet werden.

Linse

Linsen sind lichtdurchlässige Elemente, die Licht auf ihren Oberflächen brechen.

Erste Theorien zur optischen Vergrösserung durch gewölbte Linsen entstanden vor rund 1.000 Jahren. Weiterentwickelt wurden diese im 12. Jahrhundert. Zu dieser Zeit entstand der Lesestein, eine überhalbkugelige Plankonvexlinse, die zur Vergrösserung von Schrift benutzt wurde. Bereits Ende des 13. Jahrhunderts wurden Linsen zur Korrektur der Sehkraft verwendet, die ersten Brillen waren geboren.

Moderne Kameraobjektive setzen sich aus einzelnen Linsen und Linsengruppen zusammen. Abhängig von der Form der Grenzflächen der Linsen und dem Brechungsindex des Linsenmaterials ändern sich die lichtbrechenden Eigenschaften einer Linse.

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Linsen, wobei die einfachsten Linsen Sphärische Linsen sind. Sie bestehen aus Oberflächenausschnitten einer Kugel. Bei den Sphärischen Linsen unterscheidet man zwischen konvexen und konkaven Linsen.

Konvexe Linsen bündeln parallel einfallendes Licht auf einen Punkt, man bezeichnet sie deswegen auch als Sammellinsen. Der Punkt, auf den Sammellinsen das Licht bündeln, nennt man Brennpunkt. Der Abstand zwischen dem Brennpunkt und der Linsenmitte wird als Brennweite bezeichnet, einem für die Fotografie sehr wichtigen Begriff. Konvexe Linsen zeichnen sich durch eine nach aussen gewölbte Aussenfläche aus, sie sind also in der Mitte dicker als am Rand. Durch die Lichtbrechung und Lichtbündelung geben konvexe Linsen ein höhen- und seitenverkehrtes Bild wieder.

Konkave Linsen sind im Gegensatz dazu nach innen gewölbt, sie sind in der Mitte schmaler als am Rand sind. Sie zerstreuen parallel einfallendes Licht, weswegen sie auch als Zerstreuungslinsen bezeichnet werden.

Neben diesen eindeutigen Ausprägungen gibt es auch noch Mischformen. Sogenannte Meniskuslinsen besitzen sowohl eine konvexe als auch eine konkave Seite. Diese Meniskuslinsen werden in Objektiven verwendet, die aus mehreren Linsen und Linsengruppen bestehen, um Abbildungsfehler auszugleichen.

Lochkamera

Das einfachste und wohl älteste optische Gerät, um ein Bild von einem Objekt zu erzeugen, ist die Lochkamera. Der berühmte griechische Philosoph und Naturforscher Aristoteles beschrieb bereits vor über 2000 Jahren den Aufbau und die Funktionsweise eines „dunklen Raumes“, in welchen durch eine kleine Öffnung Licht einfällt – lateinisch Camera Obscura – und entdeckte somit unwissentlich das Grundprinzip der Fotografie.

Wenn durch ein kleines Loch in einen sonst lichtundurchlässigen Hohlkörper Licht einfällt, erzeugt es auf der Rückseite des Gehäuses ein auf dem Kopf stehendes Bild. Wenn die Bildseite aus transparentem Material besteht, kann das Bild von aussen betrachtet werden.

Beim Abbildungsprinzip einer Lochkamera bestimmt allein der Durchmesser der Lochblende die Bildschärfe und Helligkeit des Bildes. Durch die Lochblende wird das einfallende Licht auf eine gerade Verbindung zwischen Objekt- und Bildpunkt gebündelt.

Im Vergleich zu fokussierenden Kameras ist die Lichtstärke von Lochkameras 10- bis 500-mal kleiner und das Bild wesentlich unschärfer. Das entstehende Bild kann mit Hilfe von lichtempfindlichem Material oder einem Bildsensor festgehalten werden.

Ab Ende des 13. Jahrhunderts nutzten Astronomen die Camera Obscura unter anderen für Beobachtungen von Sonnenfinsternissen. So gefährdeten sie nicht ihre Augen durch den direkten Blick in das helle Sonnenlicht. Für solche Beobachtungen wurden begehbare Lochkameras gebaut, die man heute noch besichtigen kann.

Lochblenden werden auch im Bereich der Röntgen- und Gammastrahlung zur Erzeugung entsprechender Abbildungen verwendet, da hier keine klassischen Linsen eingesetzt werden können. Komplexere oder auch grossdimensionierte Ausführungen werden durch Sammellinsen erweitert.

Lochkameras aus einem Holz- oder Kunststoffgehäuse kann man bereits ab etwa 30 Euro erwerben, einfachere Modelle aus Pappe sind günstiger. Da sich das simple Prinzip auch mit einfachen Mitteln darstellen lässt, gibt es zahlreiche Anleitungen und Bastelsets im Internet, um eine einfache Camera Obscura selbst herzustellen.

Auch Digitalkameras mit Wechselobjektiven oder Spiegelreflexkameras können als Lochkamera verwendet werden. Hierfür gibt es von einzelnen Herstellern wie Nikon spezielle Lochobjektive.

Goldener Schnitt

Die Mathematik dahinter

Als Goldenen Schnitt bezeichnet man das Teilungsverhältnis einer Strecke. Das Verhältnis entspricht dem Ganzen zu seinem grösseren Teil (auch Major genannt) wie dem Verhältnis des grösserem zum kleineren Teil (dem Minor). Als Formel ausgedrückt gilt:

Ganzes / Major = Major / Minor ≅ 0,618

Bei einer Betrachtung einer Strecke „Ganzes“ würde „Major“ verhältnismässig 61,8 Prozent und „Minor“ 38,2 Prozent einnehmen.

Auf die richtigen Proportionen kommt es an

In den Bildenden Künsten fliesst die Proportionsregel des Goldenen Schnittes oft als Teil der Bildkomposition ein. Je nach herrschender Kunstauffassung gilt er als besonders ästhetisch, weil er auch in der Natur und beim Menschen zu finden ist. Da es kaum Dokumentationen über den Goldenen Schnitt früherer Gemälde gibt, sind Deutungen in Bildanalysen rein spekulativer Natur. Ein gutes Beispiel findet sich anhand der Mona Lisa von Leonardo da Vinci. Bei der Betrachtung des Kopfes fällt auf, dass das Verhältnis zwischen Kinnpartie bis zu den Augenbrauen (Major) und Augenbrauen bis Haaransatz (Minor) etwa dem des Goldenen Schnitts entspricht.

Auch in der Architektur ist der Goldene Schnitt bekannt, wie es sich zum Beispiel an der alten Cheops-Pyramide zeigt. Die um 2590 bis 2470 v. Chr. in Ägypten erbaute Pyramide hat einen quadratischen Grundriss. Durch einfache Geometrie kann man das Verhältnis zwischen der Strecke der Mittellinie einer Seitenfläche von der Grundkante bis zur Pyramidenspitze (Major) und der Strecke vom Mittelpunkt einer Grundkante bis zum Mittelpunkt der Grundfläche (Minor) bilden. Es beträgt 0,618 und damit ungefähr genau dem Teilungsverhältnisses des Goldenen Schnitts.

Allgemein wird der Goldene Schnitt gerne zum Gestalten von Proportionen herangezogen – so auch für die Fotografie. Allerdings ist die Formel zur Berechnung nicht gerade alltagstauglich. Das proportionale Verhältnis 5:3 reicht aus, um den Goldenen Schnitt näherungsweise auf 1% genau zu bestimmen.

Fotografische Umsetzung

Wird ein Bild nach Breite und Höhe eingeteilt und zu beiden Seiten (von links nach rechts und vice versa) jeweils die Linie des Goldenen Schnitts gezogen, ergeben sich vier Schnittpunkte. Wenn in einem dieser Punkte wichtige Bildinformationen zusammenlaufen, dann entsteht ein besonders harmonisches Motiv.

Nicht nur punktuelle Informationen sind für die Bildkomposition interessant, sondern auch die Positionierung von Flächen. In der Fotografie sollte beispielsweise auf das Verhältnis von hellen zu dunklen Flächen geachtet werden oder auch darauf, welcher Anteil stark strukturiert und damit unruhig erscheint und welcher glatt und ruhig empfunden wird.

Tipp: Zwar können viele Kameras auf Wunsch im Sucher und/oder Monitor Orientierungslinien nach der Drittelregel anzeigen, nicht aber die Linien für den Goldenen Schnitt.
Kleben Sie dazu einfach Monitorschutzfolie auf das Display und kennzeichnen Sie die Linien des Goldenen Schnitts darauf.

Belichtungsautomatik

Anders als analoge Fotoapparate besitzen moderne Spiegelreflexkameras eine Belichtungsautomatik (engl. AE = Automatic Exposure). Diese automatische Belichtungssteuerung funktioniert durch die Koppelung von Blende und Verschluss, welche massgeblich Lichtintensität bzw. Belichtungsdauer beeinflussen. Genau diese zwei Parameter ergeben die Belichtung eines Bildes. Anders ausgedrückt ist die Belichtung das Produkt aus Lichtintensität und Belichtungsdauer: Belichtung = Lichtintensität x Belichtungsdauer.

Werden in der analogen Fotografie Blende und Verschluss manuell angepasst, ermöglicht die digitale Fotografie die Wahl von Belichtungsautomatiken. Diese Automatiken sind besonders für Benutzer gedacht, die einfach auf den Auslöser drücken wollen und sich nicht tiefergehend mit der Belichtungsmessung ihrer Kamera auseinandersetzen möchten. Grundsätzlich können drei Typen differenziert werden:

Blendenautomatik

Am Betriebsartenwähler: S/Tv kurz für: Shutter priority / Time value
Verschlusszeit wird vorgewählt – Blende wird automatisch eingestellt

Bei der Blendenautomatik, auch Zeitvorwahl oder Belichtungspriorität genannt, muss die Belichtungszeit durch den Fotografen vorgewählt werden. Der integrierte Belichtungsmesser der Kamera stellt dementsprechend die Öffnung der Blende ein. Die Blendenautomatik wird gerne dazu genutzt, Dynamik und die Konturschärfe einer Aufnahme zu beeinflussen. Auf den meisten Betriebsartenwählern wird dieser Modus über S oder Tv angewählt.

Zeitautomatik

Am Betriebsartenwähler: A/Av kurz für Aperture priority / Aperture value
Blende wird vorgewählt – Verschlusszeit wird automatisch eingestellt

Auch als Blendenpriorität oder Blendenvorwahl bezeichnet, gibt der Fotograf den Lichtdurchlass durch das Objektiv bei der Zeitautomatik vor. Diesen regelt er über die Arbeitsblende. Der Belichtungsmesser der digitalen Kamera bestimmt dann die geeignete Belichtungszeit für das Motiv.

Die Blende ist ein fotografisches Gestaltungsmittel mit Einfluss auf Belichtungszeit und Schärfentiefe. In der Portraitfotografie werden Personen besonders dann hervorgehoben, wenn der Hintergrund unscharf erscheint. Dafür sollte die Blendenzahl klein gewählt werden (z. B. 1,4 oder 2,0), damit die Blende möglichst weit offensteht. Die Blendenzahl ist ein relativer Wert, der sich aus dem Quotient aus Brennweite und dem Durchmesser der Eintrittspupille an der Kamera ergibt.

In der Landschaftsfotografie wählt man eine hohe Blendenzahl (z. B. 16 oder 22) um einen grossen Bereich möglichst scharf zu stellen. Die Blendenöffnung ist dann nur sehr klein.

Programmautomatik

Am Betriebsartenwähler: Vollautomatik P
Blende und Verschlusszeit werden bei der Programmautomatik von der Kamera automatisch gesteuert.

Dieser beliebte Modus wird gerne für die Aufnahme von Schnappschüssen und Situationen verwendet, in den wenig Zeit für Einstellungen an der Kamera bleibt. Entsprechend der Belichtungsmessung eines Motives stellt die Kamera die benötigte Belichtungszeit und Blendenöffnung automatisch ein. Je nach Kameramodell unterscheiden sich die Programmautomatiken zum Teil deutlich in den Arbeitsweisen. Das mitgelieferte Handbuch kann im Allgemeinen Aufschluss darüber geben.

Technisch versierte Amateur- und Profifotografen widmen sich gerne der Fotografie im manuellen Modus „Manuell M“, weil sich auf diese Weise die Schwächen der Belichtungsautomatik umgehen lassen. Kameras mit Automatiken haben zum Beispiel zum Teil grosse Probleme damit, reproduzierbare Bilder, also erneut das gleiche Motiv mit den gleichen Einstellungen, zu erzeugen oder den richtigen Weissabgleich zu treffen. Das zeigt sich gut bei Hochzeitsaufnahmen von Braut und Bräutigam. Je nach Berechnung des Lichtmessers kann es passieren, dass der schwarze Anzug dunkelgrau erscheint (Schwarzwert zu hell) oder das Brautkleid einen Graustich (Weisswert zu dunkel) bekommt.

Ordner helfen beim Sortieren von Dateien

Verwaltung und Sicherung von Fotos

Dank moderner Digitalkameras und nahezu unbegrenzter Verfügbarkeit an Speicherplatz landen auf unseren Rechnern grosse Mengen an Fotos. Oftmals werden die Schnappschüsse archiviert und fristen ihr Dasein unberührt auf der Festplatte. So kommt es vor, dass man schnell den Überblick über die eigenen Bilder verliert. Mit einfachen Tricks lässt sich dies vermeiden und Ihre Fotos können vor dem Verschwinden im Chaos gerettet werden. Wir zeigen Ihnen mit welchen Massnahmen Sie Ihre Fotos sinnvoll strukturieren und verwalten können. Mit den vorgeschlagenen Schritten bringen Sie schnell und einfach Ordnung in den Bilder-Wirrwarr.

Weniger ist mehr – Aussortieren unnötiger Bilddateien

Der Urlaub ist vorbei und auf der Digicam warten unzählige tolle Bilder darauf, auf den Computer übertragen zu werden. Dank der modernen Fototechnik mit quasi unbegrenztem Speicherplatz neigen viele Menschen dazu, Motive nicht nur einmal abzulichten, sondern aus allen möglichen Positionen und Blickwinkeln zu verewigen. Schnell kommt eine Vielzahl ähnlicher Fotos zustande. Sollen diese wirklich alle aufgehoben werden?

Unser Tipp: Schauen Sie sich all Ihre Schnappschüsse genau an und entscheiden Sie, welche Sie davon wirklich behalten möchten. Verwackelte, unscharfe oder über- bzw. unterbelichtete Fotos können Sie direkt löschen. Auch Bilder, die Ihnen nicht gefallen, finden bestenfalls direkt den Weg in den Papierkorb. Wägen Sie ab, ob die Fotos für eine spätere Verwendung geeignet sind. Nutzen Sie zum Aussortieren kostenlose Foto-Browser wie Irfan View oder Faststone Image Viewer. Diese helfen Ihnen, Zeit zu sparen, indem sie Miniaturansichten der Bilder anzeigen, wichtige Informationen übersichtlich zusammenfassen und die Möglichkeit bieten, Fotos in die richtige Position zu drehen. Wenn Sie keine extra Programme installieren möchten, können Sie auch einfach die vielfältigen Funktionen des systeminternen Dateibrowsers nutzen.

Ordnung ist das halbe Leben – Sinnvolle Ordnerstruktur für Ihre Fotos

Nachdem Sie Ihre Bilder sortiert haben, müssen diese übersichtlich auf Ihrem Rechner gespeichert werden. Achten Sie beim Ablegen der Fotos auf eine ausgefeilte Verzeichnisstruktur. So behalten Sie und alle anderen, die auf die Dateien zugreifen, immer den Überblick. Trennen Sie berufliche und private Bilder strikt voneinander. Am besten legen Sie für jedes Jahr ein neues Verzeichnis an. Jeder festgehaltene Event sollte in einem eigenen Unterordner einsortiert werden. Dabei eignet sich eine Kombination aus umgekehrter Datumsangabe und einer kurzen Beschreibung besonders gut als Ordnerbezeichnung. Für den Sommerurlaub im Juli 2015 in Frankreich nutzen Sie beispielsweise den Verzeichnisnamen „201507_Sommerurlaub-Frankreich“. Das vorangestellte Datumsformat in der Form „Jahr/Monat/Tag“ hilft dabei, die einzelnen Ordner chronologisch sinnvoll zu sortieren.

Sollten Sie Ihre Bilder für die Weiterverarbeitung benötigen, werden Sie an der Verwendung der Rohdaten nicht vorbei kommen. Zur besseren Übersicht sollten Dateien im Rohdaten-Format immer in einem gesonderten Verzeichnis innerhalb der jeweiligen Ordnerstruktur eingepflegt werden.

Übersichtliche Ordnerstruktur für die Archivierung von Bildern

Namen und Tags für Bilder verwenden

Ob es sich lohnt, einzelne Fotodateien umzubenennen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist, dass dieser Schritt bei einer Vielzahl von Bildern sehr viel Arbeit machen kann. Sinnvoller ist an dieser Stelle die Verwendung von sogenannten Tags. Mit Hilfe solcher Stichworte können Sie Ihre eingeordneten Bilder einfach bestimmten Themen zuordnen. Taggen Sie zum Beispiel die Bilder aus dem Urlaub in Frankreich mit den Stichworten „Sommerurlaub“ und „Frankreich“. Fotos, auf denen Sehenswürdigkeiten zu sehen sind, können zusätzlich deren Namen und die Stadt als Tag erhalten. Tags haben den Vorteil, dass Sie bei der Bildersuche viel Zeit sparen können, indem Sie Ihre Daten einfach nach den entsprechenden Stichwörtern durchsuchen lassen.

Verwaltung von Bildern – Vor- und Nachteile von Archivierungs-Software

Viele der beschriebenen Massnahmen können durch den Einsatz einer geeigneten Software zur Fotoverwaltung vereinfacht werden. Verschiedene kostenlose und kostenpflichtige Programme stehen dazu zur Verfügung. Bekannte Vertreter sind Googles Picasa, Photoshop Lightroom von Adobe sowie ACDSee.

Vorteil solcher Software ist, dass Sie stets den Überblick über Ihre Bilder behalten. Das Taggen wird erheblich erleichtert und mit den integrierten Filtern haben Sie unzählige Möglichkeiten, Ihre Fotos zu durchsuchen. Erweiterte Ansichten lassen es zu, sich die Fotos nach Aufnahmedatum oder in einer Kalenderansicht anzeigen zu lassen. Hochwertige Programme wie Photoshop Lightroom bieten sogar Funktionen zur Bildbearbeitung an. Damit wird zusätzliche Software überflüssig.

Ein Backup, zum Beispiel auf eine externe Festplatte, schützt vor Datenverlust

Dateien sicher speichern – Backup-Lösungen für Ihre Fotos

Mit unseren Bildern verbinden wir viele schöne Erinnerungen. Umso tragischer wäre es, diese zu verlieren. Insbesondere bei Handyfotos spielt das eine wichtige Rolle, denn das Smartphone ist ständiger Begleiter und könnte verloren gehen. Um einem Datenverlust vorzubeugen ist es wichtig, rechtzeitig an eine Sicherung zu denken. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Ein einfacher Weg der Datensicherung ist es, Fotos regelmässig auf DVD zu brennen und an einem sicheren Ort abzulegen. Bei der Masse an Bildern und den fortlaufend neuen Daten kann dies allerdings schnell aufwendig werden und zu einer unübersichtlichen Sammlung an Datenträgern führen. Darüber hinaus werden immer mehr Rechner ohne optische Laufwerke ausgeliefert, was eine spätere Verwendung erheblich erschweren kann.

Besser eignet sich daher eine externe Festplatte, welche parallel zur Datenbasis auf dem Rechner aktuell gehalten wird. Eine weitere Möglichkeit für ein sicheres Backup bietet die Cloud. Viele Anbieter bieten kostenlosen oder kostengünstigen Online-Speicherplatz an. Nutzen Sie beispielsweise Picasa von Google, so können Sie deren Internetspeicher Google Photos in unbegrenzter Höhe kostenlos nutzen. Diese Art der Datensicherung stellt momentan wohl eine der sichersten Wege dar und hat ausserdem den Vorteil, dass Sie von überall auf Ihre Bilder zugreifen können.

Egal, wie Sie Ihr Backup durchführen: Achten Sie darauf, dass es regelmässig auf dem neusten Stand gehalten wird. Sie sollten Ihre wichtigen Daten – wie Ihre Fotos – immer redundant, also doppelt, abspeichern. Nur so können Sie einem Komplettverlust zuverlässig vorbeugen.

Speicherformate

Dateiformate definieren die Syntax, also die innere Struktur, von Daten. Je nach Anwendungsbereich gibt es unterschiedliche Speicherformate für Bilder. Während einige Formate vorwiegend für den Austausch von Bildern genutzt werden, sind andere für die Weiterverarbeitung optimiert. Dank ergänzender Angaben in Form von Exif-Daten können den Dateien zusätzliche Informationen angefügt werden.

JPEG

JPEG ist ein Akronym für Joint Photographic Experts Group und bezeichnet das gängigste Speicherformat für Bilder. Dank ihrer Komprimierungs- und Kodierungsmethoden können JPEG-Dateien qualitativ gute Bilder bei gleichzeitig geringer Dateigrösse darstellen. JPEG deckt einen Farbraum von 16,7 Millionen Farben ab und wird von nahezu allen gängigen Anwendungen und Kameras unterstützt. Vor allem für Bilder mit fliessenden und weichen Übergängen ist das JPEG-Format geeignet.

TIFF

Das Tagged Image File Format (TIFF) wurde ursprünglich zur Speicherung gescannter Rastergrafiken entwickelt. Neben PDF und EPS ist es ein gängiges Dateiformat für den Austausch von Daten in der Druckvorstufe. Es unterstützt im Gegensatz zum JPEG-Format CMYK-Profile, welche im Druck Verwendung finden. Dank seiner hohen Farbtiefe werden TIFF-Dateien oftmals zum verlustfreien Austausch von Bildern verwendet. Durch ihre sehr hohe Qualität weisen Bilder, die im TIFF-Format gespeichert sind, eine erhebliche Dateigrösse auf.

RAW

Als RAW-Daten werden die Rohdaten von Kameras bezeichnet. Je nach Hersteller werden unterschiedliche Dateiendungen verwendet. Obwohl fast jede Kamera Rohdaten ausliefern kann, hat sich bisher noch kein einheitlicher Standard etablieren können. Der Vorteil einer Speicherung von Bildern als RAW-Datei ist die Verlustfreiheit in Qualität und Farbraum. Spezielle Software erlaubt die nachträgliche Bearbeitung der Bilder. So können unter anderen Korrekturen in den Bereichen Scharfzeichnen, Tonwerte, Sättigung und Weissabgleich vorgenommen werden. Da keine vorherige Komprimierung stattfindet, sind auch RAW-Dateien durch eine beträchtliche Dateigrösse gekennzeichnet.

Exif-Daten

Das Exchangeable Image File Format (Exif) ist ein Standardformat zur Speicherung von Metadaten in digitalen Fotos. Diese werden direkt in den Header der Bilddateien geschrieben und können Informationen über die Aufnahme selbst sowie die verwendete Hardware beinhalten. Typische Exif-Einträge sind Datum und Uhrzeit der Aufnahme, Orientierung, Brennweite, Belichtungszeit und ISO-Wert. Im professionellen Bereich werden oft auch Daten zum Ersteller und Urheberrecht gespeichert. Sowohl komprimierte JPEG-Dateien als auch verlustfrei gespeicherte TIFF- und RAW-Bilder unterstützen Exif-Informationen.

Bildstabilisator

Verfahren zur Vermeidung von Verwacklungsunschärfe werden in der Fototechnik als Bildstabilisierung bezeichnet. Das freihändische Fotografieren von bewegten Motiven oder ohne Blitz bei wenig Licht führt meist zu unscharfen Aufnahmen. Gegen solche Verwacklungen helfen Bildstabilisatoren, die kleinste Bewegungen der Fotografenhand ausgleichen sollen. Dies gilt allerdings weniger für Bewegungsunschärfe, hier zeigt eine kürzere Belichtungszeit wesentlich grössere Wirkung.

Unterschieden werden optische, mechanische und digitale Stabilisatoren, wobei Letztere nur bedingt mit den ersten beiden mithalten können. In vielen Mittelklasse-Kameramodellen gehören digitale oder optische Bildstabilisatoren mittlerweile zur Standardausrüstung.

Bei der optischen Stabilisierung ist der entsprechende Mechanismus im Objektiv untergebracht. Canon, Nikon und Sigma gehören beispielsweise zu den Anbietern von Bildstabilisierungsobjektiven. Diese bieten mit beweglich gelagerten Linsen im Objektiv die Möglichkeit, das stabilisierte Bild bereits beim Blick durch den Sucher zu sehen. Objektive mit integriertem Bildstabilisator sind preisintensiver als solche ohne. Es wird allerdings durch diese Technik nicht notwendig, gleich eine neue Kamera zu kaufen, sobald Objektive mit neuerer Stabilisator-Technik auf den Markt kommen.

Pentax und Olympus verbauen stattdessen eine sensorbasierte Bildstabilisierung, die sich direkt in der Kamera befindet. Die Bildstabilisierung erfolgt hier mechanisch durch elektromagnetische Bewegung des Sensors beim Auslösen, wodurch das Bild in diesem Moment auf dem Sensor stillsteht. Es kann sowohl horizontale als auch vertikale Bewegungen und Rotation um die Bildachse ausgleichen. Der Vorteil bei der mechanischen Bildstabilisierung besteht darin, dass der Mechanismus unabhängig vom Objektiv funktioniert und daher auch ältere oder anbieterfremde Objektive problemlos verwendet werden können. Bei Fortschritt der Bildstabilisator-Technik muss hier allerdings die gesamte Kamera neu gekauft werden.

Digitale Stabilisatoren erhöhen bei einer Aufnahme automatisch die ISO-Empfindlichkeit, um die nötige Belichtungszeit zu verkürzen und damit das Verwacklungsrisiko zu verringern. Allerdings steigt infolgedessen auch das Bildrauschen durch störende Pixel auf einfarbigen Flächen. Dies ist die einfachste Form der Bildstabilisierung und somit in fast jeder neuen Digitalkamera zu finden. Für besonders hochwertige Fotoqualität ist die Wirkung digitaler Bildstabilisatoren meist nicht ausreichend.

Eine rein mechanische Bildstabilisierung kann mit Hilfe eines Stativs, eines Kreiselstabilisators oder eines Schwebestativ-Systems erfolgen, auf denen die Kamera aufgestützt werden kann. Letzteres wird vor allem zum Fotografieren bewegter Objekte verwendet, um eine handgeführte Kamera bestmöglich in der Bewegung zu stabilisieren.