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Bildrauschen

In der digitalen Fotografie entsteht Bildrauschen durch Störpixel in einer Bilddatei, die keine korrekten Farb- oder Helligkeitswerte besitzen und damit vom ursprünglichen Bildsignal abweichen. Als Mass für den Rauschanteil gilt das Signal-Rausch-Verhältnis: Je höher dieser Wert ist, desto geringer ist das Rauschen.

Es wird zwischen Farb- und Helligkeitsrauschen unterschieden. Farbrauschen (Chrominanzrauschen) entsteht meist in sehr dunklen Bildbereichen und äussert sich durch bunte Pixel. Die Pixel weisen also eine abweichende Farbe auf. Beim Helligkeitsrauschen (Luminanzrauschen) weichen die Pixel in der Helligkeit ab, sichtbar meist in einfarbigen Bereichen eines Bildes.

Die Ursachen für Bildrauschen können vielfältig sein, hängen aber zumeist mit dem Fotosensor der verwendeten Kamera zusammen. Die auf dem lichtempfindlichen Fotosensor befindlichen Pixel messen das Licht hinsichtlich Helligkeit sowie Farbe und wandeln diese Informationen in digitale Werte um, aus denen schliesslich das Bild entsteht. Bei dieser Messung können Fehler auftreten. Infolgedessen werden die Bildinformationen falsch erfasst und Bildrauschen entsteht.

Die Stärke des Bildrauschens ist dabei abhängig von der Pixelgrösse und dem Pixelastand (Pixelpitch). Je kleiner die Pixel sind und je geringer der Pixelabstand ist, desto weniger Licht können die einzelnen Pixel aufnehmen und umso mehr Rauschen entsteht. Steigt die Pixelanzahl bei gleichbleibender Sensorgrösse, verringert sich deren Grösse und Abstand zueinander und die Bildqualität sinkt. Aus diesem Grund liefern DSLRs im Vergleich zu Kompaktkameras bessere Bilder, denn bei vergleichbarer Pixelanzahl besitzen sie eine grössere Sensorfläche.

Eine weitere Ursache für Bildrauschen ist die verwendete ISO-Einstellung, also die Lichtempfindlichkeit des Sensors. Die Lichtsignale werden dabei vom Aufnahmechip der Kamera erfasst und elektronisch verstärkt. Eine Verstärkung ist bei unvorteilhaften Lichtverhältnissen sinnvoll, führt aber gleichzeitig dazu, dass sich die Bildqualität verschlechtert und Bildrauschen auftritt.

Ein weiterer Einflussfaktor ist die Arbeitstemperatur des Sensors, der sich bei langen Belichtungszeiten oder dem Live-View erhitzt. Auch dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für Bildrauschen.

Durch gezielte Massnahmen kann das Rauschen unterdrückt bzw. verringert werden. An der Kamera lassen sich bestimmte Rauschfilter einschalten, die durch den Einsatz spezieller Algorithmen das Bildrauschen minimieren. Weiterhin können nachträglich Bildbearbeitungsprogramme verwendet werden. Auch beim Fotografieren selbst können einige Punkte beachtet werden. Der Einsatz eines Blitzes verbessert die Bildqualität, da durch das zusätzliche Licht der ISO-Wert verringern werden kann. Das erlaubt dem Fotografen mit einer niedrigeren Empfindlichkeit zu arbeiten, um die Bildqualität zu steigern.

Frau mit DSLR fotografiert am Meer

Kaum am Meer – Akku leer? Akkulebensdauer – Powerpacks, Solarladegeräte und andere Alternativen

Selbst auf sorgfältig geplanten Reisen erwarten Sie häufig Überraschungen – einige davon sind angenehm, andere eher weniger. Zur zweiten Kategorie gehören, besonders für Fotobegeisterte, schlappmachende Akkus. Durch wohlüberlegte Anschaffungen im Vorfeld lässt sich dieses Problem vermeiden. Im Wesentlichen sind hier zwei Fragen relevant:

  1. Wie intensiv nutzen Sie Ihre Kamera?
  2. Wie häufig haben Sie Zugang zu Steckdosen?

Frisch aus der Steckdose

Beginnen wir mit dem einfachsten Fall: Sie unternehmen Tagestouren und können Ihr Ladegerät regelmässig über längere Zeit ans Stromnetz anschliessen. Der Stromverbrauch der Kamera hängt von Ihrem Fotografieverhalten und Ihrem Kameramodell ab. Von mehreren Akkus pro Tag bis zu nur einem in 14 Tagen ist alles möglich. Am besten testen Sie das vorher aus. Abgesehen vom eventuell notwendigen Steckdosenadapter reichen im Normalfall also ein bis zwei gut geladene Kamera-Akkus aus. Diese werden von verschiedenen Drittherstellern für die meisten gängigen Kameras günstig angeboten (10 -20 CHF), Originalakkus kosten häufig ein Vielfaches (50-70 CHF). Zum Aufladen lohnt es sich, in die Anschaffung eines Doppel-Ladegerätes zu investieren, um Ihre Zeit in der Unterkunft effizient zu nutzen.

Profis schwören darauf – Batteriegriffe

Digitale Spiegelreflexkameras (DSLRs) sind mit Batteriegriffen, die an das Batteriefach angedockt werden und Platz für zwei Akkus haben, erweiterbar. Zwar wird die Kamera dadurch schwerer und sperriger, allerdings erhöht sich die maximale Nutzungsdauer des Geräts deutlich. Ein anderer Vorteil ist das verbesserte Handling, weil der Apparat durch die Erweiterung mehr Grifffläche bietet und besonders bei Aufnahmen im Hochformat oder mit schweren Objektiven einfacher zu halten ist. Manche Batteriegriffe können im Notfall sogar mit handelsüblichen AA-Batterien anstelle der Lithium-Ionen-Akkus bestückt werden. Bei Drittanbietern erhält man Batteriegriffe ab circa 30 CHF, Originalteile bekommen Sie ab ungefähr 100 CHF.

Batteriegriff auf hellem Untergrund

Kompakte Kraftpakete – Powerbanks

Sind Sie länger ausserhalb Ihrer festen Unterkunft unterwegs und fotografieren sehr viel, könnte es sich lohnen, eine sogenannte Powerbank (auch Powerpack genannt) zu kaufen. Diese tragbaren Stromspeicher haben wesentlich grössere Kapazitäten als einzelne Akkus. Manche Modelle bieten genügend Reserven, um Endgeräte mehrfach voll aufzuladen und halten unter Umständen verschiedene Anschlussmöglichkeiten bereit. Ein USB-Port ist allerdings Standard, worüber sich Kompaktkameras, Actionkameras und manche Bridgekameras mit Strom versorgen lassen. Vorteilhaft ist hier, dass Smartphones, MP3-Player und andere Technik, auf die Sie während der Ferien nicht verzichten wollen, damit kompatibel sind. Bei DSLRs ist das direkte Laden in der Regel nicht möglich, dafür gibt es aber Ladegeräte, die wiederum via USB mit Strom versorgt werden. Alternativ ist es auch denkbar, auf eine Powerbank mit integriertem Ladeslot für Ihren DSLR-Akku zurückzugreifen oder einen speziellen Akkudummy (20 – 40 CHF) ins Batteriefach einzusetzen, den Sie mit einem Powerpack verbinden.

Powerbanks mit USB-Anschluss

Die Kapazität der Powerbanks wird, wie die von Akkus, in Milliamperestunden (mAh) angegeben. Je höher sie ist, umso mehr können Sie damit aufladen. Ein anderer zu berücksichtigender Faktor ist die abgegebene Stromstärke. Fällt diese zu niedrig aus, brauchen Geräte, deren Energieaufnahme für höhere Stärken konzipiert ist, länger zum Laden. Powerbanks gibt es mittlerweile in gigantischer Vielfalt und in vielen Preisstufen, angefangen bei unter 10 CHF über durchschnittlich 30 – 50 CHF, bis hin zu mehreren hundert Franken für Profi-Equipment.

Wenn die Wildnis ruft – Solarmodule

Auf einer ausgedehnten Wanderung, bei der Sie in freier Natur übernachten, wird es erfahrungsgemäss schwer, eine Steckdose zu finden. Erstreckt sich die Tour über mehrere Tage oder sogar Wochen, ist die Kapazität Ihrer Stromspeicher irgendwann erschöpft und diese müssen aufgeladen werden. Zu diesem Zweck gibt es Solarmodule in vielen Varianten: Je grösser deren Fläche ist, umso mehr Sonnenstrahlung wird gleichzeitig aufgefangen und umso höher ist deren Ausgangsleistung. Das bedeutet aber auch, dass die Module dann schwerer werden und einen gesteigerten Platzbedarf haben. Einige Hersteller bieten auf dem Rucksack tragbare Varianten oder Powerbank und Solarmodul in einem Kombigerät an, meistens sind diese jedoch schwach und bei stromhungrigen Verbrauchern wenig zu empfehlen.

Für DSLRs etwa sollten Sie auf Solarmodule mit genügend Output zurückgreifen, die circa 400 – 500 CHF im Kit mit passenden Powerbanks kosten. Wenn Sie keine DSLR benutzen, genügen einfachere Solarmodule und Powerbanks für insgesamt etwa 100 – 200 CHF. Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass sie zum Laden auf mehrere Stunden Sonnenschein angewiesen sind – wie viele genau, erfahren Sie auf der jeweiligen Produktseite.

Tragbares Solarmodul liegt am Strand auf dem Sand und lädt ein Smartphone.

Ein Sonderfall wäre der Roadtrip, bei dem Sie zwar nicht oder selten ans Stromnetz gelangen, dafür aber Ihre Akkus oder Ihre Powerbank mit Hilfe von Adaptern (10 – 20 CHF) über den Zigarettenanzünder des Autos aufladen können.

Work in progress – Neue Alternativen

Sollten Sie hingegen auf dem Fahrrad reisen, gibt es sogar an den Nabendynamo anschliessbare Ladegeräte (20 – 160 CHF), die jedoch nicht effizient genug arbeiten, um als zuverlässige Lösung zu dienen. Andere unkonventionelle, aber noch unausgereifte Möglichkeiten sind zum Beispiel Brennstoffzellenpowerpacks, die mit Feuerzeuggas betankt werden oder Campingkocher, die ein Leistungsmodul erwärmen, das Energie erzeugt.

Crop-Faktor

Der Crop-Faktor ist auch unter den Begriffen Formatfaktor oder Kleinbildäquivalent (englisch: 35 mm Equivalent) geläufig und beschreibt als dimensionslose Grösse das diagonale Längenverhältnis zwischen zwei Aufnahmeformaten. Als Ausgangsformat wird dabei meist auf das Kleinbildformat (Cropfaktor = 1) zurückgegriffen, da sich die Angaben für die Brennweiten bei Wechselobjektiven auf dieses Format beziehen.

In der Digitalfotografie haben sich unter anderem aus Gründen der Handlichkeit verschiedene Grössen der Fotosensoren durchgesetzt. Das klassische Kleinbildformat wird heute durch Vollformatsensoren abgebildet und weist die Masse von 36 x 24 mm auf. Digitalkameras mit einem Crop-Faktor > 1 haben teilweise einen deutlich kleineren Sensor.

Dadurch verkleinert sich die lichtempfindliche Fläche und bewirkt eine Verringerung des Bildwinkels bzw. den Beschnitt des Bildfeldes. Deshalb ist auch vom Crop-Faktor (von englisch to crop = beschneiden) die Rede.

Sehr gut verdeutlicht wird die Wirkung des Formatfaktors an folgendem Beispiel. Ein Motiv wird mit zwei Kameras aufgenommen – zum einen mit einer analogen Kamera, zum anderen mit einer digitalen Spiegelreflexkamera. Die Analogkamera nimmt Bilder im klassischen Kleinbildformat auf. Der APS-C Fotosensor der Digitalkamera ist kleiner als das Format des Films der analogen Kamera. Genauer gesagt um den Crop-Faktor 1,6. Werden die entwickelten Bilder beider Kameras verglichen, stellt man fest, dass das Digitalbild eine Ausschnittsvergrösserung des analogen Bildes darstellt. Das Objektiv an der Digitalkamera wirkt wie ein Teleobjektiv und bringt das Motiv näher heran. Aus einem 50 mm Festbrennweiten-Objektiv wird durch den Crop-Faktor 1,6 ein 80 mm Brennweiten-Objektiv (50 * 1,6 = 80).

Hieraus ergeben sich die Vorteile von Digitalkameras mit Crop-Faktor. Durch den kleineren Sensor erreichen die Geräte eine geringere Baugrösse als Vollformatkameras. Sie sind handlicher und leichter zu transportieren. Ambitionierte Fotografen verwenden Digitalkameras mit APS-C Sensor gerne für Sport- und Tierfotografie, weil sich durch den Crop-Faktor die Brennweite verlängert. Das ist besonders dann nützlich, wenn Teleobjektive gebraucht werden. Crop-Kameras sind bei den Spiegelreflexmodellen mit Abstand am weitesten verbreitet. Sie bieten ein annehmbares Preis-/Leistungsverhältnis bis in den professionellen Bereich hinein.

Additive Farbmischung / RGB

Bei der additiven Farbmischung wird durch das Überlagern verschiedener Lichtfarben der Eindruck einer neuen Farbe erzeugt. Treffen Lichtstrahlen unterschiedlicher Farben innerhalb eines eng begrenzten Raums aufeinander, kann das menschliche Auge nicht mehr zwischen den Ausgangsfarben differenzieren und es entsteht ein neuer Farbreiz. Die neue Farbe setzt sich somit additiv aus den Ausgangsfarben zusammen.

Die additive Farbmischung basiert auf der Dreifarbentheorie von Thomas Young und Hermann von Helmholtz. Die Theorie besagt, dass jede beliebige Farbe aus den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau hergestellt werden kann, wenn diese in verschiedenen Intensitäten miteinander vermischt/addiert werden. Im heutigen am gebräuchlichsten RGB-Farbraum erreicht man bei 8 Bit pro Kanal Intensitätswerte zwischen 0 und 255. Daraus ergeben sich (28)3 = 16.777.216 (ca. 16,8 Millionen) theoretisch mögliche Farben. Darüber hinaus sind Abstufungen hinsichtlich der Farbhelligkeit und der Farbsättigung möglich.

Werden beispielsweise die drei Grundfarben in gleicher Intensität (jeweils 255) miteinander addiert, entsteht der Farbeindruck weiss. Bei Werten von 0 für jede Farbe entsteht schwarz. Alle anderen Farben können durch Kombinationen verschiedener Intensitätsabstufungen hergestellt werden.

Zudem existieren die sogenannten Sekundärfarben Gelb, Cyan und Magenta, die jeweils durch das additive Mischen zweier Grundfarben produziert werden (Grün + Rot = Gelb; Blau + Grün = Cyan; Blau + Rot = Magenta). Diese Farben spielen im Zusammenhang der subtraktiven Farbmischung eine wichtige Rolle, die vor allem bei Druckprozessen zum Einsatz kommt.

Im Gegensatz zur additiven Farbmischung entsteht der Farbreiz bei der subtraktiven Farbmischung nicht durch das Zusammenspiel verschiedener Lichtfarben, sondern durch die Reflektion des Lichts an einem Gegenstand, der aufgrund seiner Oberflächenbeschaffenheit nur bestimmte Wellenlängen des Lichts reflektiert.

Das RGB-Farbmodell findet insbesondere bei Bildschirmen und in der Digitalfotografie Anwendung. Bei Bildschirmen entsteht das Bild durch die Anordnung von Pixeln in einer Rastergrafik. Jedes Pixel enthält Informationen über den Farbton, Helligkeit sowie Intensität und wird durch drei Farbkanäle definiert, die aus den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau bestehen. Die Einstellung der drei Farbkanäle sowie deren maximale Farbtiefe entscheidet schliesslich über die gewünschte Farbe des Pixels.

In der Digitalfotografie wird ebenfalls mit dem RGB-Farbraum gearbeitet. Die Farbe wird dabei durch einen Bayer-Sensor aufgenommen, auf dem sich Farbfilter mit den Farben Rot, Grün und Blau befinden, wobei Grün zumeist doppelt vorhanden ist, weil die Farbe beim Menschen den grössten Beitrag zur Helligkeitswahrnehmung und somit auch zur Kontrast- und Schärfe-Wahrnehmung leistet. Abhängig von der Einstellung der Farbfilter ergeben sich die gewünschten Farben, deren Informationen dann in binären Zahlen abgespeichert werden.

Pixel

Ein Pixel ist die kleinste darstellbare Einheit in einem Bild. Die einzelnen Pixel (auch Bildpunkte genannt) können bestimmte Farb- und Helligkeitsstufen annehmen und setzen sich in einer Rastergrafik zu einem Bild zusammen. Grundsätzlich gilt: Je mehr Bildpunkte und je feiner das Raster, desto höher die Auflösung.

Die Bezeichnung Pixel ist ein englisches Kunstwort und setzt sich aus den Begriffen „Picture“ und „Element“ zusammen. Daher werden Pixel im deutschen manchmal auch Bildelemente genannt. Seltener ist der Begriff Bildzelle.

Entgegen der weitläufigen Vorstellung besitzen Pixel weder eine bestimmte Grösse noch eine konkrete Form. Die Grösse der Pixel ist dabei abhängig von der vorgenommenen Einstellung. Wird beispielsweise die Auflösung eines Bildschirms verringert, sinkt die Gesamtanzahl der Pixel und die einzelnen Pixel werden folglich grösser. Auch die Form der Pixel variiert je nach Betrachtung. Pixel können quadratisch oder rund sein.

Ein Pixel wird allein durch dessen Farbwert definiert, der sich aus dem Farbraum und der Farbtiefe zusammensetzt. Strenggenommen sind Pixel dabei nicht die kleinsten Bildeinheiten, sondern die Farbinformation wird durch kleinere, aus den Grundfarben rot, grün und blau bestehenden Subpixeln definiert. Durch eine additive Farbmischung ergibt sich aus diesen drei Grundfarben die gewünschte Farbe des Pixels.

Im Hinblick auf Digitalkameras und Bildschirme ergeben sich aber Unterschiede. Während Bildschirme drei Subpixel mit den genannten Grundfarben besitzen, besteht ein Pixel bei Digitalkameras meist aus vier Subpixeln, wobei grün doppelt vertreten ist. Durch diesen sogenannten Bayer-Filter wird das Licht im Pixel eingefangen, woraus schliesslich das Bild errechnet wird.

Die Qualität eines Bildes bestimmt sich durch die Auflösung. Zwei Kennwerte ergeben hierüber Aufschluss: Zum einen gibt die Gesamtanzahl der Pixel an, aus wie vielen Pixeln ein Bild besteht. Diese errechnet sich aus den Pixeln pro Zeile multipliziert mit den Pixeln pro Spalte. Das ist jedoch nur bei Bildschirmen ein Indikator für die Auflösung. Bei Digitalkameras wird meist die Gesamtanzahl an Subpixeln angegeben, was dazu führt, dass eine viermal höhere Auflösung suggeriert wird. Ebenfalls entscheidend für die Auflösung bei Digitalkameras sind die verwendeten Objektive und die Sensorgrösse.

Zum anderen sagen die ppi- (pixel per inch = Pixel pro Zoll) und die dpi-Werte (dots per inch = Punkte pro Zoll) etwas über die Qualität eines Fotos aus. Die Werte geben die Pixeldichte an und erlauben es, die Detailgenauigkeit und Schärfe eines Bildes zu bewerten. Je höher die ppi- bzw. dpi-Werte, desto detailreicher ist ein Bild und desto besser ist die Auflösung. Für die Beurteilung, wie gross beispielsweise ein Foto sein darf, um nichts an Qualität einzubüssen, sind diese Werte wichtig Kenngrössen.

Abbildungsmassstab

Der Abbildungsmassstab ist das Verhältnis der Grösse eines abgebildeten Objekts zu dessen realer Objektgrösse. In der Fotografie ist dieser Massstab eine wichtige Kenngrösse, um zu beurteilen, wie gross ein Objekt durch die Kamera abgebildet wird.

Bei einem Abbildungsmassstab von 1:1 (bzw. 1) wird das abzubildende Objekt in gleicher Grösse durch die Fotografie abgebildet. Ein Abbildungsmassstab von 1:2 (bzw. 0,5) projiziert das Objekt in halber Grösse, während bei einem Abbildungsmassstab von 2:1 (bzw. 2) das Objekt doppelt so gross wie ursprünglich dargestellt wird.

Die erste Zahl entspricht demnach der Größe des Bildes in der Abbildungsebene, die zweite Zahl der Größe des realen Objekts.

Je kleiner der Abstand zur Kamera und je länger die Objektivbrennweite, desto grösser wird der Abbildungsmassstab. Die Naheinstelleingrenze (der Mindestabstand des Objektivs zum Objekt, um noch fokussieren zu können) von Objektiven verhindert jedoch, dass der Abstand zum Objekt beliebig klein werden kann. Wird eine gewisse Grenze unterschritten (30cm bei gewöhnlichen Objektiven), wird das Bild unscharf und damit unbrauchbar.

Durch den Einsatz spezieller Makroobjektive kann diese Naheinstellgrenze jedoch verringert werden, sodass Objekte aus bis zu 1cm Entfernung scharf abgebildet werden können. Der Abbildungsmassstab dieser Spezialobjektive beträgt zwischen 1 und 1:4. Ab einem Abbildungsmassstab von 1:4 gelten Objektive als Makroobjektive, normaler Objektive hingegen liegen zwischen 1:7 und 1:9.

Entscheidend für die Abbildungsgrösse eines Objekts ist aber nicht nur das Wissen um den Abbildungsmassstab, sondern auch um die Sensorgrösse einer Kamera. Gerade bei Digitalkameras ist die Sensorgrösse oft verschieden, weshalb man auch bei gleichem Abbildungsmassstab unterschiedliche Bilder erhält. Zusätzlich zum Abbildungsmassstab sollte deshalb beim Kauf einer Kamera oder eines Objektivs darauf geachtet werden, wie klein ein Objekt sein darf, um dieses formatfüllend abzubilden.

Beugung

Treffen Lichtwellen auf undurchsichtige Hindernisse (beispielsweise Objektivblenden von Kameras), wird das Licht gebeugt. Beugung bedeutet dabei, dass das Licht aufgrund des Hindernisses von seiner ursprünglichen in eine andere Richtung abgelenkt wird.

Grundsätzlich entsteht Beugung bei allen optischen Geräten, da das Licht durch den begrenzten Zugang dieser Geräte in dessen Verlauf eingeschränkt wird. Die Beugung des Lichts wird aber nicht durch das Hindernis an sich hervorgerufen, sondern durch das Fehlen des Lichts dahinter. Das Licht kann sich nicht mehr linear ausbreiten und die gebeugten treffen auf die nicht gebeugten Lichtwellen und interferieren mit diesen.

Für die Fotografie bedeutet dies, dass das Licht auf falsche Bereiche des Bildes trifft. Anstelle von Bildpunkten entstehen auf dem Sensor der Kamera Kreisflächen mit Ringen, sogenannte Scheibchen, die durch die Überlagerung der Lichtwellen hervorgerufen werden. Auf einem Bild äussert sich dieses Phänomen durch einen hellen Kreis in der Mitte, mit nach aussen immer heller werdenden, in ihrer Intensität abnehmenden, Ringen.

Durch die Beugungsscheibchen wird das Bild unscharf. Diese Beugungsunschärfe entsteht bei allen Objektivblenden und muss in Kauf genommen werden. Der Beugungseffekt ist allerdings nicht immer dramatisch und ist abhängig von der Öffnungsweite der Blende. Als Faustregel gilt: Je grösser die Blendenzahl (d.h. je kleiner die Blende), desto unschärfer wird das Bild, da sich der Anteil des gebeugten Lichts am Bild erhöht. Gleichzeitig verringert sich der Anteil des linear verlaufenden Lichts. Die Beugungsscheibchen werden immer grösser und das Bild folglich unschärfer.

Zu starkes Abblenden macht sich bei Kameras deswegen schnell negativ bemerkbar. Zwar ist Abblenden zur Verbesserung der Schärfentiefe (beispielsweise in der Makrofotografie) notwendig, ab einer bestimmten Blendenzahl verschlechtert sich die Schärfe aber wieder. Daher stehen Fotografen in einem ständigen Konflikt zwischen Schärfentiefe und Beugungsschärfe.

Ab wann eine maximale Blende einer Kamera erreicht ist, ergibt sich – je nach Kameratyp – aus der Pixelanzahl und der Sensorgrösse. Je grösser die Pixel sind, desto später macht sich der Beugungseffekt bemerkbar. Dies bedeutet aber nicht, dass eine hohe Pixelanzahl gleichzeitig mit einer geringeren Beugungsunschärfe einhergeht. Entscheidend ist die Sensorgrösse der Kamera, also die Fläche, auf der sich die Pixel verteilen. Bei gleicher Pixelanzahl führt ein kleiner Sensor im Vergleich zu einem grossen Sensor zu deutlich kleineren Pixeln und damit zu einer grösseren Beugungsunschärfe. Dadurch wird ersichtlich, weshalb die Sensorgrösse (und nicht allein die Anzahl der Pixel) ein wichtiges Kriterium zur Beurteilung der Qualität einer Kamera ist.

Bei kleinen Kameras, die heute meist eine hohe Pixelanzahl besitzen, sollte deshalb eher auf das Abblenden verzichtet werden.

Nahaufnahme eines Laubblattes ohne Zoom

Smartphonefotos – Technik richtig ausnutzen

Langsam aber sicher werden Smartphone-Kameras zu einer fortlaufend grösseren Konkurrenz für die Kompaktkamera. Das Smartphone ist immer und überall dabei und kann spontane Schnappschüsse jederzeit einfangen. Dabei entwickelt sich die Technik rasend schnell, wobei die Smartphonefoto-Technologie stetig optimiert wird. Doch was kann solch eine Kamera wirklich? Wir zeigen Ihnen, was Sie bei der Wahl des passenden Smartphones hinsichtlich der Kamera beachten sollten und mit welchen Tricks Sie Ihr Motiv perfekt in Szene setzen.

Basisanforderungen der Kamera

Bereits beim Kauf eines Smartphones sollten Sie einige Aspekte der eingebauten Kamera etwas genauer unter die Lupe nehmen. Als ein Kriterium ist der Sensor zu betrachten. Dieser sollte eine hohe Auflösung besitzen, das heisst die Anzahl der Pixel auf dem Sensor liegt optimaler Weise etwa zwischen 8 und 12 Megapixeln. Allerdings ist allein die Pixelzahl nicht alles. Entscheidend ist auch die Pixelgrösse. Da der Sensor einer Smartphone-Kamera, durch die schmale Bauart des Smartphones, relativ klein ist, schrumpft mit der Zunahme an Pixeln gleichzeitig ihre Grösse. Je kleiner ein Bildpunkt, desto weniger Licht kann dieser einfangen. Dadurch können Bildrauschen und Bildartefakte entstehen, welche die Qualität deutlich verringern. Die Pixelgrösse lässt sich durch die Sensorgrösse bestimmen.
Der zweite wichtige Aspekt ist die Blende. Hier sollten Sie darauf achten, dass die Blendenzahl etwa zwischen f/1.7 und f/2.0 liegt. Dies sichert zu, dass das Foto auch bei schwacher Umgebungsbeleuchtung noch ausreichend belichtet wird, wodurch die Qualität erhalten bleibt.

Mit diesen beiden Kriterien ist bereits die Grundvoraussetzung für gute Fotos geschaffen. Natürlich bietet eine Smartphone-Kamera weitere Zusatzfunktionen, welche aber nicht zwingend notwendig sind, wenn Sie beim Fotografieren die richtigen Tricks anwenden.

Vier Tipps für perfekte Smartphonefotos

1. Auf den Zoom verzichten

Smartphones stellen nur einen digitalen Zoom bereit. Bei Nahaufnahmen sollten Sie deshalb lieber näher an das Motiv herangehen, statt den Zoom zu verwenden. Hierdurch wird die Auflösung beibehalten und das Bild wird nicht zu verpixelt.

2. Eigener Bildfokus durch Touch

Abgesehen vom Autofokus, den die meisten Smartphones verwenden, können Sie auch den Touch-Fokus anwenden. Damit können Sie Ihr Foto individueller gestalten. Der gewünschte Gegenstand kann durch ein Tippen auf das Smartphone-Display in Szene gesetzt werden.

3. Smartphone stabilisieren

Um besonders bei schlechteren Lichtverhältnissen ein verwackeltes, unscharfes Bild zu vermeiden, können Sie das Smartphone, wenn vorhanden, einfach auf einem Stativ platzieren. Genauso gut eignet sich natürlich auch eine Wand oder ein anderer fester Gegenstand, an den das Smartphone gelehnt werden kann. Mit einem Fernauslöser lassen sich dann bequem Fotos aufnehmen. Zudem kann auch ein integrierter optischer Bildstabilisator beim Schiessen eines scharfen Bildes Abhilfe schaffen.

4. Tages- und Blitzlicht

Belichtung ist das A und O. Am besten nutzen Sie dafür Tageslicht, um ein helles Bild mit hoher Qualität zu erzielen. Sollten Sie jedoch einen Blitz verwenden, ist ein Xenon-Blitz statt LED zu empfehlen. Dieser benötigt eine geringere Belichtungszeit, wodurch Bildunschärfe vermieden wird. Alternativ kann aber auch ein doppelter LED-Blitz zu einer natürlicheren Beleuchtung führen.

Bye bye Digitalkamera?

Im Vergleich zu einer Digitalkamera kann die Smartphone-Kamera nicht zu 100 Prozent mithalten. Aufgrund der bauartbedingten kleinen Sensoren ist die Qualität der Fotos, die mit einem Smartphone aufgenommen werden, generell geringer als die, die durch eine Digitalkamera entstehen. Zusätzlich führt schlechte Belichtung zu einem Qualitätsverlust.

Weiterhin ist anzumerken, dass Smartphones nur einen digitalen Zoom enthalten. Dieser vergrössert einen Ausschnitt des Bildes nur auf dem Display. Folge ist eine geringere Auflösung und dadurch wiederrum ein Qualitätsverlust. Digitalkameras hingegen punkten in der Regel mit einem optischen Zoom, der die Auflösung des Fotos nicht beeinflusst.

Trotz allem holen Smartphone-Kameras immer weiter auf. Mit einer Auflösung von 12 Megapixeln bieten moderne Smartphone-Kameras für ihre Verhältnisse eine hohe Bildqualität. Ausserdem gibt es die Möglichkeit, Bilder im Rohdatenformat (RAW) zu fotografieren. Es werden keine Daten komprimiert, weshalb die Bildbearbeitung im Nachhinein erweitert wird. Auch die Bildverarbeitung geschieht in einem hohen Tempo. In wenigen Sekunden können mehrere Bilder hintereinander aufgenommen und gespeichert werden.

Frau macht Fotos mit dem Smartphone auf einer Wanderung

Der richtige Effekt

Während der Aufnahme eines Fotos oder auch im Nachhinein können Sie mit Hilfe verschiedener Fotofilter Ihrem Bild den letzten Schliff verleihen. Standard-Filter, die jedes Smartphone bieten, sind der Schwarz-Weiss- und der Sepia-Filter. Der Schwarz-Weiss-Filter verschafft Ihrer Aufnahme eine gewisse Seriosität, da bei diesem Effekt alle Farben entsättigt sind. Wenn Sie den Sepia-Filter verwenden, wirkt das Foto hingegen eher nostalgisch. Generell ist zu sagen, dass Effekte, die die Farben gelb, orange oder rot enthalten, eine warme Stimmung erzeugen. Andere Farben, wie blau oder grün, lassen das Bild eher kalt erscheinen. Einen besonderen Effekt liefert ausserdem das Fischauge. Durch die Verzerrung des Bildes wirkt beispielsweise eine Landschaftsaufnahme grösser und weiter.

Fazit

Trotzdem Smartphone-Kameras bezüglich des fehlenden optischen Zooms und tendenziell geringerer Lichtstärke nicht ganz mit guten Kompaktkameras mithalten können, sind sie unschlagbar praktisch und immer dabei. Dadurch gewannen sie in den letzten Jahren rasant an Wichtigkeit und eine gute Kamera ist ein wichtiges Kaufkriterium bei einem neuen Smartphone. Besonders bei Schnappschüssen im Tageslicht stehen sie den Kompakten in nichts mehr nach.

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Schweizer Flagge im Grünen

Bildrechte in der Schweiz

Auf Blogs und in den sozialen Medien werden jeden Tag zahlreiche Bilder gepostet, verlinkt und geteilt. Dies kann gewisse Risiken mit sich bringen – sowohl für den Urheber als auch für die darauf abgebildeten Personen. Wir erklären, worauf es bei der Verbreitung von Bildern im Internet zu achten gilt.

Das Recht am eigenen Bild

In der Schweiz wird das Recht am eigenen Bild als Teil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts verstanden. Das bedeutet, dass jeder Mensch grundsätzlich selbst darüber bestimmen kann, ob und in welchem Kontext Bilder von ihm veröffentlicht werden. Es wird im ersten Teil des Zivilgesetzbuches sowie im Bundesgesetz über den Datenschutz geregelt. Ein Urteil des Schweizer Bundesgerichts aus dem Jahr 2010 legte fest, dass das Recht am eigenen Bild durchaus vertraglich geregelt werden kann. Andere Rechte, wie das Recht auf körperliche Unversehrtheit sind hingegen nicht verhandelbar. Strikte vertragliche Regelungen werden beispielsweise bei der Arbeit mit Models getroffen. Ein sogenannter Model Release regelt u.a. den Zweck der Aufnahmen, die Entschädigung und das Urheberrecht.

Dilemma Fotografieren im öffentlichen Raum

Problematisch wird es erst, wenn keine Vereinbarung zwischen einer abgebildeten Person und dem Fotografen getroffen wird. Dies ist zum Beispiel häufig in der Street Style Fotografie der Fall. Hier geht es darum, Passanten mit einem besonders individuellen Look in ungekünstelten Alltagssituationen fotografisch festzuhalten. Besonders natürlich wirken die Aufnahmen dann, wenn das Motiv gar nicht bemerkt, dass es fotografiert wird. Nimmt das Motiv wahr, dass es fotografiert wird, geht dies allerdings häufig zu Lasten der Authentizität des Fotos. Die Pflicht, eine Zustimmung einzuholen, wenn die Person als zentrales Objekt der Aufnahme eindeutig identifizierbar ist, liegt jedoch beim Fotografen. So sollten Fotos nicht ohne Zustimmung der betreffenden Person veröffentlicht werden, obwohl es sich um eine rechtliche Grauzone handelt und letztendlich eine Einzelfallentscheidung ist.

Street Style Fotograf bei der Arbeit

Keiner Vereinbarung bedarf es hingegen, wenn die Person nicht gezielt im Fokus der Aufnahme steht. So wird kein Persönlichkeitsrecht verletzt, wenn mehrere Menschen gemeinsam zum Beispiel bei öffentlichen Veranstaltungen oder an überlaufenen touristischen Orten fotografiert werden. Sticht eine Person jedoch optisch aus der Menschenmenge hervor, muss der Fotograf die Einwilligung einholen, um sich rechtlich abzusichern.

Konzertbesucherinnen in der Menschenmenge – von hinten abgebildet

Ungewollt im Netz veröffentlicht – Was nun?

Wer sein Recht am eigenen Bild verletzt sieht, solle zunächst das Gespräch mit demjenigen suchen, der das Foto veröffentlicht hat und ihn bitten, dieses zu entfernen. Bringt dies nichts, hilft eine Beratung beim Rechtsanwalt um zu klären, inwiefern ein schutzwürdiges Interesse geltend gemacht werden kann. Hier gilt es dann zu entscheiden, inwiefern das Foto in der Lage ist, die darauf gezeigte Person in ein schlechtes Licht zu rücken. Abgewogen wird dabei auch, ob die Szene einen öffentlichen, privaten oder sogar intimen Lebensbereich zeigt. So ist es ein Unterschied, ob eine Person auf der Strasse oder in der Privatwohnung fotografiert wird.

In einigen Situationen hingegen wird eine Einwilligung stillschweigend anhand von Gestik, Mimik oder Anlass angenommen. Dies ist etwa dann der Fall, wenn jemand eindeutig vor der Kamera posiert oder sich für ein Gruppenfoto aufreiht. Gerade im Umgang mit sozialen Netzwerken ist es zudem empfehlenswert, die allgemeinen Geschäftsbedingungen aufmerksam zu lesen. Facebook etwa behält sich vor, die hochgeladenen Fotos seiner Nutzer nach eigenen Interessen zu verwerten.

Schlussendlich empfiehlt sich eine Klage nur bei wirklich schwerwiegenden Verletzungen. Ein Gerichtsprozess ist oft kostspielig und langwierig. Dennoch sollte sich nun niemand animiert fühlen, diffamierende Fotos anderer Personen leichtfertig ins Netz zu stellen. Im Umgang mit den sozialen Medien sollten Anstand und Respekt oberstes Gebot haben.

Das Urheberrecht in der Schweiz

Das Urheberrecht umfasst das Recht des Werkschöpfers an seinem individuellen geistigen Werk. In der Schweiz müssen Fotos auf bestimmte Weise gekennzeichnet sein, um das Urheberrecht zu signalisieren. Hierzu gehört der Copyright-Hinweis durch das ©-Zeichen sowie der Name des Berechtigten mit dem Jahr der Erstveröffentlichung. Während beispielsweise in Deutschland für fast jedes Bild ein urheberrechtlicher Schutz besteht, ist es in der Schweiz gar nicht so einfach, diesen einzufordern. So gilt hier die Voraussetzung, dass es sich bei einem Werk um eine geistige Schöpfung handeln muss. Das Foto muss etwas unverwechselbar Individuelles aufweisen, so etwa eine spezifische Inszenierung oder eine besondere Fototechnik. Eindeutige Kriterien zu finden, ist in der Rechtsprechung jedoch oftmals problematisch.

Nichtsdestotrotz darf geltendes Urheberrecht auch in der Schweiz nicht verletzt werden. So darf niemand nach Belieben Fotos bei Google herunterladen, um sie für den eigenen Blog oder das Social Media Profil zu benutzen. Die Suchmaschine sichert sich hier rechtlich ab, indem sie darauf hinweist, dass es sich um möglicherweise geschütztes Material handelt.

Sogenannte Creative Commons Lizenzen erleichtern dazu den Umgang mit Bildmaterial im Internet. Durch diese können die Urheber selber entscheiden, unter welchen Bedingungen ihre Bilder im Netz weiterverwendet werden dürfen. Eine bestimmte Symbolik kennzeichnet dabei sowohl für den Nutzer als auch für die Suchmaschine, inwiefern ein Foto beispielsweise für kommerzielle Zwecke weiterverwendet werden darf. Darüber hinaus gibt es Bildagenturen, wie zum Beispiel istockphoto, die für Ihren Bildbestand Lizenzen zum Kauf anbieten. Auch diese unterliegen aber wieder bestimmten Nutzungsbedingungen.

Wir machen darauf aufmerksam, dass dieser Artikel nur dem unverbindlichen Informationszweck dient und keine Rechtsberatung im eigentlichen Sinne darstellt. Der Inhalt dieses Angebots kann und soll eine Rechtsberatung, die auf Ihre spezifische Situation eingeht, nicht ersetzen. Insofern verstehen sich alle angebotenen Informationen ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.