Beiträge

Weissabgleich und Farbtemperatur

Das Licht ist ein entscheidender Faktor in der Fotografie. Die Beleuchtung bzw. die Lichtverhältnisse bestimmen daher auch die Wirkung eins Bildes auf den Betrachter. Ob ein Bild warm und harmonisch oder eher kühl und düster wirkt, wird massgeblich von der bestehenden Farbtemperatur beeinflusst.

Unterschiedliche Licht- und Beleuchtungssituationen erzeugen verschiedene Farbtemperaturen. Dabei ist ausschlaggebend, mit welcher Wellenlänge das Licht auf das zu fotografierende Motiv trifft. So sorgen beispielsweise Wellenlängen unter ca. 350 Nanometern für eine hohe Farbtemperatur und wirken blau. Niedrige Farbtemperaturen erscheinen rot und werden von Wellenlängen über ca. 750 Nanometern erzeugt. Die Farbtemperatur wird in Kelvin angegeben und wurde von glühendem Eisen abgeleitet. Als Standartwert gelten ungefähr 5500 Kelvin. Dies entspricht hellem Tageslicht. Künstliche Lichtquellen haben kürzere Wellenlängen, erscheinen daher rot und haben weniger Kelvin. Je trüber das Tageslicht erscheint, beispielsweise bei Wolken oder Nebel, umso kürzer werden die Wellenlängen und umso höher der Kelvin-Wert. Bilder bei trübem Tageslicht haben daher häufig einen Blaustich.

Um einem unerwünschten Farbstich durch die Farbtemperatur entgegen zu wirken, kann man mit einem Weissabgleich arbeiten. Dieser sorgt dafür, dass vorherrschende Lichtverhältnisse ausbalanciert werden und ein harmonisches und farblich ausgewogenes Bild entsteht. In der Regel sollte das Weiss im Motiv auch auf dem späteren Foto weiss dargestellt werden. Bei der analogen Fotografie wird die Farbtemperatur durch spezielle Filmtypen für Tages- oder Kunstlicht kompensiert. Bei der digitalen Fotografie gibt es diverse Einstellungen, die einen Weissabgleich vereinfachen. Es gibt automatisch arbeitende Voreinstellungen, die sich der gegebenen Lichtsituation anpassen. Hochwertige Kameras verfügen zusätzlich noch über einen manuellen Weissabgleich. Hierbei kann man die gewünschte Kelvinzahl angeben, eine Graukarte zur Hilfe nehmen oder ein Weissabgleich-Bracketing durchführen. Beim Bracketing mach die Kamera automatisch eine Reihe von Bildern mit verschiedenen Weissabgleichsoptionen. In der kreativen Bildgestaltung wird der Weissabgleich auch gezielt genutzt, um einen bestimmten Farbstich im Bild zu erzeugen.

Mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen kann der Weissabgleich auch nachträglich vorgenommen und die Farbtemperatur bearbeitet werden. Dazu empfiehlt es sich, das Foto in einem RAW-Format zu speichern. Bei der Verwendung von JPG-Formaten kann durch die Bearbeitung ein Qualitätsverlust entstehen.

Skifahrerin in Bewegung auf einer Piste vor blauem Himmel

Die technischen Grundlagen in der Sportfotografie

Bei der Sportfotografie handelt es sich immer um die Aufnahme von bewegten Motiven. Das kann zum Beispiel ein rennender Fussballer oder ein fahrender Rennwagen sein. Der Artikel «Inhalt und Bildgestaltung in der Sportfotografie» liefert bereits verschiedene Hinweise und Ideen zur Gestaltung von Sportaufnahmen. Im Folgenden gehen wir näher auf die Wahl des Kamera-Modus, die Einstellung der Parameter und die Anwendung verschiedener Techniken in der Sportfotografie ein.

Wahl der Modi in der Sportfotografie

Wer selbst keine komplexeren Einstellungen vornehmen möchte, kann das Motivprogramm «Sport» wählen. Für Fortgeschrittenere empfiehlt sich dagegen der Modus der Blendenautomatik (T/Tv). In diesem Modus wird die Blende von der Kamera automatisch eingestellt. Der ISO-Wert kann dabei sowohl manuell eingestellt werden als auch durch die Automatik-Funktion automatisch angepasst werden. Somit können Sie sich ganz auf die Einstellung der Verschlusszeit konzentrieren. Da es sich in der Sportfotografie um die Aufnahme von bewegten Motiven handelt, sind kurze Verschlusszeiten notwendig, um das gewünschte Motiv scharf abzubilden. Hierbei eignen sich 1/2000 Sekunden und kürzer. Durch die geringen Verschlusszeiten gelangt oft nur wenig Licht auf den Sensor, wodurch Aufnahmen schnell zu dunkel werden. Die Blendenautomatik gleicht die kurze Belichtungszeit mittels weit geöffneter Blende und der Erhöhung des ISO-Wertes aus. Aber Vorsicht mit den hohen ISO-Werten, da diese das sogenannte Bildrauschen verursachen und folglich eine schlechtere Bildqualität liefern.

Eingefrorene Bewegung eines Fussballers der einen Ball in die Luft schiesst

Durch die geöffnete Blende und kurze Belichtungszeit entsteht eine geringe Schärfentiefe. Es wird also nur ein kleiner Bereich um den Fokuspunkt richtig scharf abgebildet, während der Hintergrund unscharf wird. So gelingt das Einfrieren eines bewegten Motivs.

Verwenden Sie den manuellen Modus, wenn Sie sämtliche Parameter selbst anpassen möchten.  So können Sie zusätzlich zur Verschlusszeit auch die Blendenzahl selbst festlegen. Für mehr Schärfentiefe bzw. einen grösseren scharfen Bereich in der Aufnahme ist eine grosse Blendenzahl erforderlich. Eine kurze Verschlusszeit in Verbindung mit einer geschlossenen Blende ist allerdings nur bei ausreichend Umgebungslicht möglich, da beide Faktoren den Lichtdurchlass auf den Sensor verringern. Um eine gute Bildqualität zu erreichen und das oben erwähnte Bildrauschen zu vermeiden, sollten Sie die Verschlusszeit und die Blende nicht durch den ISO-Wert ausgleichen. Verwenden Sie nach Möglichkeit stattdessen lieber ein Objektiv mit hoher Lichtstärke, um das Ergebnis zu verbessern.

Den richtigen Moment einfrieren

Nur mit einer einzigen Aufnahme den richtigen Moment abzupassen, ist in der Sportfotografie eine grosse Herausforderung. Damit dies gelingt, hilft nur Übung und Erfahrung. Gerade für Einsteiger kann in diesem Bereich die Serienbildfunktion eine grosse Unterstützung sein. Der Serienbild-Modus erlaubt durch Gedrückthalten des Auslösers mehrere Aufnahmen nacheinander. Für besonders schnelle Bewegungen gibt es meist noch einen Serienbild-Modus «High», der in einer noch höheren Frequenz auslöst.

Ein weiteres Hilfsmittel ist die Autofokus-Betriebsart AI-Servo bei Canon und AF-C bei Nikon für bewegte Objekte. Dies ist die automatische Schärfennachführung bei welcher der Abstand des fokussierten Objekts durch den halbdurchgedrückten Auslöser kontinuierlich gemessen und angepasst wird. Somit wird die Fokussierung eines bewegten Objektes erleichtert.

Mitschwenken statt Einfrieren

Neben kurzen Belichtungszeiten, ermöglicht auch die Technik des «Schwenkens» das Einfrieren von bewegten Objekten. Beim Schwenken werden deutlich längere Verschlusszeiten wie 1/30 Sekunden verwendet. Während dieser recht langen Belichtungszeit ist das Ziel, die Kamera mit dem bewegten Objekt so mitzuführen, dass es sich im Sucher stets auf derselben Position befindet. Durch dieses Vorgehen wirkt das gewählte Motiv eingefroren und der Hintergrund verzerrt, wodurch dem Motiv eine sehr dynamische Wirkung verliehen wird. Objektive mit einem Bildstabilisator erleichtern den Vorgang geschwenkter Aufnahmen. Des Weiteren kann ein Stativ mit einem beweglichen Kugelkopf das gezielte mitschwenken vereinfachen.

Scharf abgebildeter Rennwagen vor verschwommenem Hintergrund

Durch die langen Belichtungszeiten und die geringe Schärfentiefe, muss der ISO-Wert beim Mitschwenken meist kaum erhöht werden. Das Umgebungslicht im Freien reicht hier für eine ausreichende Belichtung der Aufnahme meist aus.

Fazit

Den richtigen Moment in der Sportfotografie einzufangen, ist ein spannendes Unterfangen. Die Techniken des Einfrierens und des Schwenkens bieten sich dabei besonders an, um die Dynamik aufs Bild zu bringen. Beide Vorgehensweisen erfordern verschiedene Einstellungen und haben eine ganz eigene Bildsprache. Beim Einfrieren liegen die Herausforderungen vor allem in der richtigen Belichtung und dem Zeitpunkt des Auslösens. Den perfekten Moment zu erwischen, bedarf bei beiden Techniken vor allem Übung. Probieren Sie es einfach mal aus. Wir wünschen Ihnen viel Spass dabei!

Die Drittelregel

Die Drittelregel hilft, genau wie der goldene Schnitt in der Fotografie, bei der Inszenierung eines Motivs und beeinflusst die Wirkung des Bildes. Dabei handelt es sich um die Orientierung der Bildmotive an einem imaginären Gitterraster. Dazu wird das Bild mithilfe von je zwei horizontalen und vertikalen Hilfslinien gedanklich geteilt. So entstehen durch vier gerade Hilfslinien neun gleich grosse Bereiche und vier Linienschnittpunkte.

Die fiktive Aufteilung des Bildes durch die Hilfslinien ermöglicht es dem Fotografen, seine Bildmotive daran auszurichten. Die Ausrichtung wichtiger Bildinhalte wird durch den Betrachter als besonders harmonisch empfunden. Wichtige Motive oder Kanten werden an den Linienkreuzungspunkten oder entlang der vertikalen oder horizontalen Linien ausgerichtet. Die horizontalen Linien können dabei das Bild in Vordergrund, Hauptmotiv und Hintergrund effektvoll unterteilen. Die durch das Gitternetz entstehenden Führungslinien eignen sich zur Ausrichtung an geraden Bildmotivlinien, wie Gebäudekanten, Bäumen oder Horizonten. Besonders hervorzuhebende Inhalte werden vorzugsweise auf Linienkreuzungspunkte orientiert. Dabei bietet es sich an, den Fokus der Kamera auf ein Motiv zu legen, das sich in einem solchen Schnittpunkt befindet, wie z.B. Augen oder die Sonne.

Die Drittelregel ist bereits seit der Antike bekannt und gilt somit als eine der Grundregeln der Fotografie. Gerade Anfänger schulen damit ihr Bildgefühl. Auf digitalen Kameras können die Hilfslinien der Drittelregel eingeblendet werden. Das Verhältnis der Drittelregel entspricht nicht dem goldenen Schnitt. Es unterstütz jedoch den Fotografen gleichermassen dabei, das Bild in Haupt und Nebenmotive zu untergliedern, weil es sich an der Proportionslehre orientiert. Für fortgeschrittene Fotografen kann die Brechung der Drittelregel ein gewolltes Stilmittel sein, um Spannung im Bild zu erzeugen. Diverse Bildbearbeitungsprogramme wie Adobe Photoshop oder Lightroom, bieten nützliche Hilfslinien zur Einblendung an. Darunter ist auch ein Gitternetz zur Unterstützung der Anwendung der Drittelregel. Zu beachten ist vor allem bei Anfängern, dass das Bildmotiv nicht zu eng fotografiert wird, um eine digitale Bildnachbearbeitung möglich zu machen.

Zoomfaktor

Der sogenannte Zoomfaktor beschreibt die Vergrösserungsleistung eines Zoom-Objektivs, also das Verhältnis von der kleinsten zur grössten einstellbaren Brennweite. Beträgt die kleinste Brennweite – auch Anfangsbrennweite genannt – 35 mm und die grösste – auch Endbrennweite – 70 mm, so liegt der Zoomfaktor bei 2. Man spricht hier von einem 2-fach Zoom. Die Rechnung dazu:

Endbrennweite : Anfangsbrennweite = Zoomfaktor

70 : 35 =  2

Betragen Anfangs- und Endbrennweite eines Objektivs 35 mm und 350 mm, so handelt es sich um einen 10-fach Zoom. Der Zoomfaktor allein sagt allerdings noch nichts über die kleinste und grösste Brennweite, also über den Vergrösserungsfaktor bzw. die Art eines Objektivs aus. Sowohl Weitwinkel- als auch Teleobjektive können beispielsweise einen 3-fach Zoom haben und dabei jeweils sehr unterschiedliche Brennweiten abdecken:

100-300 mm = 3-fach Zoom bei einem Teleobjektiv

3,4-10,2 mm = 3-fach Zoom bei einem Weitwinkelobjektiv

Kameras, bei denen die Objektive fest eingebaut sind (Kompakt- und Bridgemodelle), lassen sich umso flexibler einsetzen, je grösser der Zoomfaktor ist. Aus diesem Grund werden solche häufig mit dem Zoomfaktor beworben. Jedoch ist ein grösserer Zoomfaktor auch immer ein Kompromiss aus Brennweite und Grösse und Qualität der Fotos. Oft ist hier die Lichtstärke erheblich geringer. Bei DSLRs hingegen wird mit Wechselobjektiven gearbeitet, sodass der Kompromiss hier eher die grosse Equipmenttasche mit Objektiven statt die Qualität der Fotos darstellt.

Zoom

Der Begriff Zoom beschreibt den Vorgang, bei dem das Motiv mit Hilfe der Kamera verkleinert, beziehungsweise vergrössert wird. Üblicherweise wird der Kamerazoom dazu verwendet, ein Objekt grösser darzustellen, als es aus dem derzeitigen Betrachtungswinkel wahrgenommen wird. Somit lassen sich auch weit entfernte Objekte ablichten, ohne den ursprünglichen Standort verlassen zu müssen. Aus diesem Grund erfreuen sich insbesondere Anhänger der Tier- und Sportfotografie an Kameras mit guter Zoomeigenschaft.

Die meisten modernen Kameras verfügen über zwei unterschiedliche Arten von Zoom.

Bei dem optischen Zoom kommt es zu einer Veränderung der Brennweite. An dem Objektiv einer Systemkamera wird zu diesem Zweck gedreht, was die Verschiebung der Objektivlinsen bewirkt und das Motiv entsprechend grösser oder kleiner darstellt. Bei Digitalkameras mit fest verbautem Objektiv (Kompakt– und Bridgekameras) wird für einen veränderten Zoomfaktor häufig eine Art Schieberegler neben dem Auslöser betätigt. Die optische Zoomeigenschaft einer Kamera ist abhängig von der minimalen und maximalen Brennweite des Kameraobjektivs und wird in Millimetern angegeben.

Beim digitalen Zoom handelt es sich um keinen „echten“ Zoom im engeren Sinne. Die Kamera vergrössert lediglich den ausgewählten Bildausschnitt des ursprünglich aufgenommenen Bildes. Vor allem bei Kompaktkameras sind die Grenzen zwischen dem optischen und digitalen Zoom nahezu fliessend. Wird die maximale optische Zoomeigenschaft erreicht, schaltet die Digitalkamera automatisch in den digitalen Zoom um und vergrössert den ausgewählten Bildausschnitt daraufhin digital. Obwohl sich die Möglichkeiten und die Qualität des digitalen Zooms in den letzten Jahren stark verbessert haben, unterliegt er noch immer den Bildergebnissen eines optischen Zooms.

Kameragehäuse bzw. Kamera-Body

Das Kameragehäuse (engl. body) ist die zentrale Komponente einer jeden Kamera. Es beherbergt sämtliche für den Betrieb benötigten technischen Bauteile und schützt sie vor äusseren Einflüssen. Obwohl sich die Komponenten von Kameragehäusen je nach Kameraart stark unterscheiden, setzt sich eine Grosszahl an Kameragehäusen unter anderem aus den folgenden Bauteilen zusammen: einem optischen und/oder elektronischen Sucher, verschiedenen Sensoren, einem Objektiv, einem eingebauten Blitzlicht, Tasten zur Bedienung und einem Programmwahlrädchen.

Bei Systemkameras kommt dem Kameragehäuse eine besondere Bedeutung zu. Im Unterschied zu Bridge- und Kompaktkameras verfügen diese über kein fest verbautes Objektiv. Eine Systemkamera kann erst dann in einen betriebsbereiten Zustand versetzt werden, wenn an dem Kameragehäuse zuvor ein Kameraobjektiv befestigt wurde. Dafür wird das Objektiv am sogenannten Bajonett mit dem Kameragehäuse verbunden und eingerastet.

Im Handel existieren viele verschiedener Kameragehäuse-Ausführungen von den unterschiedlichsten Herstellern, die sich nicht nur äusserlich, sondern auch im Hinblick auf ihre technische Ausstattung unterscheiden. Die Unterschiede ergeben sich dabei beispielsweise aus der Zahl der maximalen Auflösung, der Megapixel-Anzahl, der Art des Bildsensors und den ein- und ausgehenden Anschlussmöglichkeiten.

Den markantesten Unterschied bildet die Abstufung von Kameragehäusen mit eingebautem APS-C zu solchen mit eingebautem Vollformatsensor. Diese unterscheiden sich nicht nur im Hinblick auf den Preis (Kameragehäuse mit Vollformatsensor können mitunter im vierstelligen Preissegment liegen) oder die Grösse des abgebildeten Bildausschnitts, sondern in erster Linie bezüglich der Anschlussmöglichkeiten der Objektive. So können Vollformatobjektive zwar an APS-C Kameras benutzt werden, jedoch keine APS-C Objektive an Vollformatkameras, oder zumindest nicht ohne Vignettierung und dem damit einhergehendem Qualitätsverlust an den Bilderrändern.

Die Unterschiede zwischen den Kamera-Bodys lassen ausserdem auch Rückschlüsse auf deren optimalen Einsatzzweck zu. Während sich viele DSLRs nur zum Fotografieren eignen, gibt es nur wenige, die sich aufgrund ihrer technischen Eigenschaften gleichermassen gut zum Filmen eignen.

Die Unterschiede liegen im Detail und sollten vor dem Kauf eines Bodys genau abgewogen werden. Letztlich legt man sich mit dem Kauf eines Kameragehäuses gleichzeitig auf das Zubehör des jeweiligen Gehäuseherstellers fest, da sich etwa an DSLR-Gehäusen keine Objektive von Fremdherstellern verwenden lassen (mit Ausnahme von zugelassenen Drittanbietern).

Fotografieren auf Reisen

Reisefotografie – und dann?

Tipps zur Bildorganisation auf Reisen

In den Ferien haben wir die Kamera immer dabei und den Finger meist am Auslöser. An einem aufregenden Sight-Seeing-Tag entstehen so schnell mehrere hundert Bilder. Mit jedem fortschreitenden Ferientag wird die Anzahl aus Schnappschüssen, Verwacklern und richtigen Goldstücken auf der Kamera immer grösser und damit undurchsichtiger. Leider landen diese Bild-Konglomerate nach der Reise meist ungeordnet auf der Festplatte und geraten in Vergessenheit.

Wir geben Tipps, wie Sie mit wenig Aufwand Ordnung in Ihre Ferienfotos bringen.

Bildorganisation #1 – Bewusst Fotografieren

In den Ferien wollen wir sichergehen, das gewünschte Motiv auch wirklich gut getroffen zu haben. So haben die meisten Menschen die Angewohnheit, dasselbe Motiv wieder und immer wieder abzulichten. Dadurch entstehen zahllose Kopien eines Fotos ohne Mehrwert für den Betrachter. Nehmen Sie sich lieber Zeit für das Schiessen eines Fotos: wer durchdacht und in Ruhe fotografiert, erhält weitaus bessere Ergebnisse. Sollten Sie zur Sicherheit eine zweite Aufnahme machen wollen, achten Sie darauf, die Bildkomposition oder die Ausrichtung zu ändern. Durch bewusstes Fotografieren nehmen wir auch unsere Umwelt bewusster wahr und vermindern Foto-Dopplungen und somit Chaos auf der Kamera.

Bildorganisation #2 – Verschiedene Quellen zusammenfügen

Fotos aus mehreren Quellen zusammenziehen

Sichern Sie am Ende eines jeden Ferientages die Bilder auf ihren Laptop oder in der Cloud. Somit sind Ihre Bildschätze auch bei Verlust oder Beschädigung der Kamera gesichert. Achten Sie darauf, die Bilder aller verwendeten Kameras zu sichern: also vom Smartphone, der DSLR und gegebenenfalls der Actioncam. Zumeist werden die Bilddateien in einem Ordner automatisch nach Benennung geordnet, wodurch die Aufnahmen der verschiedenen Kameras nacheinander gelistet werden. Sinnvoller ist eine Ordnung nach Aufnahmezeitpunkt, dann werden alle Aufnahmen unabhängig vom Aufnahmegerät chronologisch geordnet.

Zum Erstellen der Sicherungskopie auf Reisen können Sie Clouddienste nutzen, oder – bei schlechter und nicht vorhandener Internetverbindung – auf stossresistente externe Festplatten zurückgreifen. Diese sind besonders widerstandsfähig und zumeist klein und kompakt.

Bildorganisation #3 – Ausmisten

Die geschossenen Bilder sollten jeden Abend gesichtet werden. Dabei sollten Sie recht rigoros alle Bilder löschen, die doppelt, verwackelt oder einfach ohne Aussagewert sind. Dies können Sie ganz intuitiv entscheiden, im Ansichtsmodus vieler des Laptops löschen Sie ein Bild mit der Taste „Entf“ und springen mit den Pfeiltasten vor- und zurück. Erfahrungsgemäß haben Sie später keine Freude an Bildern, die Sie schon am Aufnahmetag nicht vom Hocker hauen. Durch tägliches Ausmisten reduzieren Sie die Anzahl gespeicherter Bilder zumeist auf einen Bruchteil der Original-Fotos. So haben Sie zwar weniger Fotos, aber bestimmt mehr Freude daran. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass Sie den Tag durch das Aussortieren Ihrer Bilder nochmals Revue passieren lassen.

Bildorganisation #4 – Top Ordner

Zahlreiche Reisefotos sortieren und Top Ordner erstellen

Von jeder Reise gibt es besonders schöne Fotos, die uns einfach berühren. Manchmal lässt sich gar nicht genau sagen, warum ausgerechnet dieses oder jenes Bild das Lieblingsbild der Ferien wurde. Erstellen Sie einen Top Ordner und legen Sie hier nur die 15-20 besten Bilder der Ferien rein, je nach Länge des Urlaubs kann dies auch variieren. Bei langen Reisen mit mehreren Stationen, können Sie auch zu jedem Ort einen Top Ordner erstellen. Durch die strikte Selektion der Lieblingsfotos haben Sie die allerschönsten Urlaubserinnerungen kompakt gespeichert, und können für „Dia-Abende“ mit Freunden oder die Erstellung des Urlaubsfotobuchs einfach darauf zurückgreifen. Durch die Reduktion auf wenige tolle Bilder schaut man sich die Ferienfotos erfahrungsgemäß viel häufiger an, als wenn man sich durch grosse Datenmengen wühlen muss. Und wenn Sie wieder einmal länger in Ferienerinnerungen schwelgen möchten, haben Sie auch die umfangreicheren Ordner schnell zur Hand.

Bildorganisation #5 – Bild Management Tools

Auch mit einer sinnvollen Ordnerstruktur und viel Disziplin in der Bildverwaltung sammeln sich über die Jahre enorme Bilddaten-Mengen an. Es gibt einige kostenlose Fotoverwaltungstools, die Ordnung in das Chaos bringen können.

Das Angebot an Organisationssoftware ist riesig. Empfehlenswert ist beispielsweise die kostenlose Software «Photo Commander 12». Auch sehr grosse Bildbestände können mit der kostenlosen Vollversion einfach verwaltet werden. Beim Import können Bilder mit Tags und Schlagworten versehen werden und somit später einfach wiedergefunden werden. Ein grosser Vorteil ist die Stapelverarbeitung: mit dieser Funktion können mehrere Bilder gleichzeitig in andere Formate konvertiert und die Dateigrösse verändert werden. Die Funktion «Duplicate finder» sortiert doppelte Bilder automatisch aus, was manuelles Löschen überflüssig macht.

Fazit: Bildorganisation auf Reisen

Es lohnt sich, schon in den Ferien ein bisschen Zeit in die Organisation der Fotos zu investieren. Denn hat sich einmal ein Foto-Chaos angesammelt, braucht es einiges an Überwindung sich damit auseinander zu setzen. Versuchen Sie, resolut Ordnung in Ihre Ferienfotos zu bekommen und Sie werden viel Spass mit Ihren Erinnerungsstücken haben.

Kondenswasser-Bildung auf einer Scheibe

Fotografieren bei hoher Luftfeuchtigkeit – Tipps und Tricks

Brillenträger kennen das Problem Kondenswasser: Wer im Winter aus dem kalten ins Warme kommt, erblindet für kurze Zeit, da die Brillengläser sofort beschlagen. Die Gläser bleiben so lange beschlagen, bis sie sich der Raumtemperatur angepasst haben. Das gleiche passiert im Sommer: Die eiskalte Limonade am Badesee ist sofort mit einem nassen Film ummantelt, da die Umgebungstemperatur höher ist als die der Limonade. Dieser Kälte-Wärmeschock lässt sich immer dann beobachten, wenn die Temperatur eines Objekts wesentlich geringer als die der Umgebungsluft ist. Die Erklärung dafür ist simpel: Warme Luft kann viel mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft. Beim Auftreffen auf das kalte Glas einer Brille, Flasche oder eben eines Fotoobjektivs kühlt sich die Luft rasch ab, ihre Wasseraufnahmefähigkeit sinkt und es entsteht Kondenswasser, das sich in winzigen Tröpfchen auf dem Glas niederschlägt.

Was genau passiert bei Kondenswasser auf dem Objektiv?

Egal ob Sommer oder Winter, durch extreme Temperaturunterschiede besteht die Gefahr, dass sich Kondenswasser auf der Kamera bildet. Hierbei entstehen kleine Wassertropfen auf dem Fotoapparat, die die empfindliche Technik beschädigen können, sobald sie ins Innere des Geräts eindringen. Wird die Kamera zu diesem Zeitpunkt in Gebrauch genommen, kann das Kondenswasser im schlimmsten Fall zu bleibenden Schäden führen.

Wechseln Sie das Objektiv, bevor sich die Kamera der Umgebungstemperatur angepasst hat, kann das gravierende Schäden am hochempfindlichen Kamera-Sensor hinterlassen und sollte daher unbedingt vermieden werden. Bei einem Objektivwechsel kann Kondenswasser ins Innere des Apparats gelangen und eingeschlossen werden, welches Sie nur sehr schwer wieder herausbekommen und möglicherweise zu einer defekten Kamera führt. Daher empfiehlt es sich, das Objektiv bereits zu wechseln und richtig einzustellen, bevor der warme Raum betreten wird.

In jedem Falle aber ist der Nebel, der sich auf der Linse bildet, absolut hinderlich beim Fotografieren. Im Tropenhaus oder bei dampfenden Speisen in der Küche – Objektiv- und Umgebungstemperatur sind oft sehr unterschiedlich und die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Auch bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumlichkeiten mit vielen Menschen, wie zum Beispiel bei Konzerten oder anderen Feierlichkeiten, kann es zu einer hohen Luftfeuchtigkeit kommen. Was kann man tun, um bei hoher Luftfeuchtigkeit trotzdem Fotos machen zu können?

Abbildung eines Tropenhauses von Ihnnen

 

Kein Beschlagen der Kamera – so geht’s

Um ein Beschlagen des Objektivs zu vermeiden, sollten Sie die Kamera zunächst langsam auf Zimmertemperatur bringen. Dafür verpacken Sie den Fotoapparat am besten in Ihrer Fototasche oder alternativ in einem einfachen Plastikbeutel. Beim Verpacken sollte darauf geachtet werden, dass der Beutel verschliessbar ist und dass so wenig Luft wie möglich in den Beutel eingeschlossen wird. Dafür eignen sich besonders Ziploc-Beutel. Sollte sich ein Film aus Kondenswasser bilden, geschieht das auf dem Plastikbeutel und nicht auf der Kamera. Lassen Sie den verpackten Apparat (je nach Temperaturunterschied) bis zu einer Stunde im entsprechenden Raum liegen, ohne ihn zu benutzen und das Objektiv auszufahren. In dieser Zeit kann sich das Gerät langsam aufwärmen und sich der Zimmertemperatur anpassen. Wenn sich die Kamera akklimatisiert hat, ist eine erneute Benutzung unbedenklich und ein Beschlagen des Objektivs kein Problem mehr.

Um die Linse des Objektives zusätzlich vor Feuchtigkeit abzuschirmen, gibt es bereits kostengünstige farbneutrale Schutzfilter, die an der Front des Objektives angebracht werden können. Des Weiteren lässt sich der Body der Kamera und auch der Körper des Objektives durch das Einhüllen in einen Plastikbeutel während des Fotografierens schützen. Neben einer herkömmlichen Plastiktüte gibt es Allwetterschutz-Hüllen, die gut an die Form der Kamera angepasst sind. Eine sehr sichere aber auch sehr kostenintensive Variante ist eine Unterwasser-Tasche oder ein Unterwassergehäuse. Eine solche Anschaffung ist jedoch nur bei regelmässiger Verwendung empfehlenswert. Zudem ist es ratsam, stets ein Mikrofasertuch dabei zu haben, um entstehendes Kondenswasser abzutupfen.

Bei Ausflügen in eine feuchte und warme Umgebung, wie beispielsweise ein Tropenhaus, bietet die Fahrt im Auto eine gute Gelegenheit, das Kameraequipment an die bevorstehende Wärme zu gewöhnen. Dafür sollte die Kamera mit darauf gerichteter Lüftung im Fussraum platziert werden, durch die warme Luft aus der Lüftung wird diese vorgewärmt.

Was tun bei Feuchtigkeit im Inneren der Kamera?

Grundsätzlich gilt: Ein bisschen Feuchtigkeit verträgt fast jede Kamera. Dennoch ist eine gesunde Portion Vorsicht angemessen und generell sollten Sie Ihre Kamera so gut wie möglich vor Nässe und hoher Feuchtigkeit schützen, sei es Regen, Schnee oder Kondenswasser.

Sollte dennoch Kondenswasser ins Innere der Kamera gelangt sein, sollten Sie sofort die Stromzufuhr unterbrechen und den Akku und die Speicherkarte entfernen. Weiterhin empfiehlt es sich, das Objektiv zu entfernen und das Gerät trockenzulegen. Dazu haben Sie zwei verschiedene Möglichkeiten. Entweder Sie legen Ihre Kamera in ungekochten Reis und lassen sie in der Sonne trocknen oder Sie packen das Gerät bei niedrigster Stufe (maximal 35°C) in den Backofen. Bei Letzterem sollten Sie jedoch immer ein wachsames Auge auf Ihre Kamera haben und ab und zu die Ofentür öffnen, sodass die Feuchtigkeit entweichen kann.

 

 

 

 

 

Exif

Das Exchangable Image Format (Exif)ist ein Standardformat der Japan Electronic and Information Technology Industries Association (JEITA). Ursprünglich diente Exif als erweiterter Bilddatei-Header von TIF-Dateien. Mittlerweile eignet sich Exif auch zum Abspeichern von Metadaten im Bild-Kopf für folgende Dateiendungen: JPG, PNG, JP2, PGF, MIFF, HDP, PSP und XCF.

Vor der eigentlichen Bildinformation platzieren fast alle heutigen Digitalkameras verschieden viele Aufnahmeparameter. Dazu gehören beispielsweise Datum und Uhrzeit, Orientierung (Bilddrehung um 90°, 180° bzw. 270°), Brennweite, Belichtungszeit, Blendeneinstellung, Belichtungsprogramm, ISO-Wert (Lichtempfindlichkeit), geografische Koordinaten und ein Thumbnail (Vorschaubild).

Exif-Daten geben Aufschluss über verschiedene Informationen. Diese sind in sogenannten „Tags“ (Markierungen) untergebracht. Die Tags bestehen aus dem Tag-Namen und dem Tag-Wert. Darüber hinaus kann jedes Tag durch eine eindeutige Tag-ID (Nummer) identifiziert werden.

Tag-ID  Tag-Name Tag-Bedeutung
0x0100 ImageWidth Bildbreite
0x0101 ImageHeight Bildhöhe
0x0112 Orientation Ausrichtung
0x0132 ModifyDate Änderungsdatum
0x0202 ThumbnailLength Länge des Vorschaubilds
0x829a ExposureTime Belichtungszeit
0x8822 ExposureProgram Belichtungsprogramm
0x8833 ISOSpeed Filmempfindlichkeit

 

Insgesamt gibt es mittlerweile mehr als 100 standardisierte Meta-Daten. Diese können in Bildbetrachtungs- und Bildbearbeitungs-Programmen wie Adobe Photoshop, GIMP oder einfach im Microsoft-Explorer bzw. iOS Finder angesehen oder über PHP ausgelesen und weiterverwertet werden.

Zur Zeit der analogen Fotografie waren Amateure und Profi-Fotografen gut beraten, genaue Angaben zu Blenden, Belichtungszeit, Uhrzeit und ISO-Wert zu notieren. Beim Ansehen der späteren Abzüge war es anhand der Notizen möglich, eventuelle technische Aufnahmefehler zuzuordnen und daraus für die Zukunft zu lernen. Natürlich waren diese Aufzeichnungen zeitaufwendig und mühsam. Die Digitalfotografie vereinfachte das. Aufnahmeparameter werden heutzutage direkt an den Anfang einer Bilddatei in Form des Exif-Standardformats geschrieben. Exif-Daten erleichtern vielen PC-Nutzern das Verwalten und das Auffinden ihrer digitalen Fotografien.

Problematisch sind möglicherweise unbeabsichtigte, aber von der Kamera automatisch aufgenommene, Metadaten wie Datum, Uhrzeit, Standort. Diese könnten weitergegeben, veröffentlicht und zur Nachverfolgung missbraucht werden. Wie man Exif-Daten manipulieren kann, erfahren Sie in unserem weiterführenden Artikel: Exif-Daten manipulieren – Auslesen, Ändern und Löschen von Metadaten digitaler Bilder.