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Doppelte Belichtung – Umriss einer Frau, die aus einem Autodachfenster ihre Arme erhebt

Photoshop: Die doppelte Belichtung

Die Aufnahmetechnik der doppelten Belichtung stammt aus der Analogfotografie. Nach der Aufnahme eines Fotos wurde der Film in der analogen Kamera zurückgespult, um auf demselben Abschnitt des Films eine weitere Aufnahme zu machen. Der Negativfilm wird an dieser Stelle doppelt belichtet, wodurch sich die zwei fotografierten Motive übereinanderlegen.

In Zeiten der Digitalfotografie kann dieser Effekt mit Hilfe der Bildbearbeitung simuliert werden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den doppelten Belichtungseffekt in nur wenigen Schritten mit Photoshop erzeugen können.

Auswahl der Aufnahmen

Für die Erstellung einer doppelten Belichtung werden zwei Aufnahmen benötigt. Für die erste Aufnahme eignet sich am besten ein Umriss einer Person oder eines Objektes. Solche Aufnahmen lassen sich leicht in einer Gegenlichtsituation generieren. Durch den hohen Kontrast zwischen dem Objekt und dem Hintergrund kommt der Effekt der doppelten Belichtung besonders gut zur Geltung. Ausserdem entfällt durch die Verwendung einer Silhouette das Freistellen der Person oder des Objektes.

Als zweite Aufnahme wird ein Foto mit viel Textur benötigt. Dies kann zum Beispiel eine Landschaft oder eine Skyline sein. In unserem Beispiel haben wir die Silhouette einer Frau im Gegenlicht und ein Getreidefeld als Motive für die doppelte Belichtung verwendet.

Collage zweier Bilder – Gegenlichtaufnahme einer Frau und Fotografie eines Getreidefeldes

Bearbeitung in Photoshop

Zuerst sollte die Aufnahme mit der Silhouette in Photoshop geöffnet werden. Anschliessend lässt sich das Foto mit der Textur per Drag and Drop über die erste Aufnahme legen. Um das zweite Foto passend zu platzieren, kann die Deckkraft verringert werden. So sehen Sie besser, wie die Textur auf dem Umriss liegt. Wurde die zweite Aufnahme platziert, kann die Deckkraft wieder auf 100 Prozent gestellt werden.

Screenshot – Übereinanderlegen zweier Aufnahmen in Photoshop

Stellen Sie im zweiten Schritt sicher, dass die Ebene mit der Textur ausgewählt wurde. Dies ist daran zu erkennen, dass ein weisser Rahmen um die Ebene erscheint. Ändern Sie anschliessend den Mischmodus von «Normal» zu «Negativ Multiplizieren».

Screenshot – Negativ Multiplizieren in Photoshop

Durch den Befehl des «Negativ Multiplizieren» werden die beiden Ebenen miteinander verrechnet. In den schwarzen Bereichen, dem Umriss der Person, ist die Textur des zweiten Bildes besonders gut zu sehen. Komplett weisse Bereiche wiederum bleiben weiss.

Soll die Farbgebung des ersten Fotos nicht die Farbgebung der Textur beeinflussen, kann die erste Ebene nachträglich auf Schwarzweiss eingefärbt werden. Nutzen Sie dazu die Tastenkombination Strg + Shift + U für Windows oder Cmd + Shift + U für Mac, um das Bild zu entsättigen. Alternativ können Sie unter den Korrekturen die Option Schwarzweiss wählen.

Screenshot – Korrektur Schwarzweiss in Photoshop

Der durch die Farbgebung der ersten Aufnahme entstandene Gelbstich wurde somit beseitigt. Soll die Textur nur im Umriss und nicht im Hintergrund zu sehen sein, muss die erste Aufnahme vorab freigestellt werden. Somit befindet sich diese auf einem komplett weissen Hintergrund.

Doppelte Belichtung – Umriss einer Frau, die aus einem Autodachfenster ihre Arme erhebt

Fazit

Die vorgestellte Technik der doppelten Belichtung ist eine schnelle und unkomplizierte Möglichkeit, zwei Aufnahmen auf eine kreative Art und Weise zu vereinen. Mit etwas mehr Aufwand lassen sich so noch viele weitere Ideen umsetzen. Zudem befinden sich im Bereich Mischmodus des Ebenenbedienfeldes weitere Modi, die dazu einladen beim Zusammenführen von zwei Aufnahmen verschiedene Effekte auszuprobieren.

Viel Spass beim Bearbeiten!

Gelber Farbfilter in der Schwarzweiss Fotografie

Farbfilter in der analogen Schwarzweiss-Fotografie

Gelungene Schwarzweiss-Aufnahmen gehören zur Königsdisziplin der analogen Fotografie. Um das Beste aus seinen analogen Schwarzweiss-Aufnahmen herauszuholen, setzen dabei viele Fotografen auf sogenannte Farbfilter. Diese Farbfilter helfen, dass bestimmte Kontraste oder Details auf den späteren Schwarzweiss-Aufnahmen besser zur Geltung kommen. Bei Farbfiltern handelt es sich dabei um eingefärbtes Glas, Kunststoff oder Folie, die direkt vor das Objektiv gesetzt werden und eine bestimmte Farbe herausfiltern.

Lesen Sie nachfolgend, welche Wirkung Farbfilter auf die Qualität Ihrer analogen Schwarzweiss-Aufnahmen haben und welche Farbfilter sich für welche Motive eignen.

Wirkung verschiedener Farbfilter

Wer die Qualität und die Kontraste in seinen analogen Schwarzweiss-Aufnahmen verbessern möchte, kommt um den Einsatz von Farbfiltern nicht herum. Die Wahl des richtigen Filters hängt dabei vom Motiv und der Gesamtfarbstimmung ab. Denn je nach Farbe des Filters werden bestimmte Bereiche in einem helleren oder dunkleren Grauton auf der späteren Schwarzweiss-Aufnahme dargestellt. Generell gilt, dass die Komplementärfarbe des Farbfilters auf den Aufnahmen dunkler und die Eigenfarbe des Filters heller abgebildet werden.

Verschiedene Farbfilter für die Schwarzweiss Fotografie

Rot-Filter für Schwarzweiss-Aufnahmen

Verwendet man einen Rot-Filter für seine Schwarzweiss-Aufnahmen werden Blautöne deutlich dunkler wiedergegeben. Daher eignet sich ein Rot-Filter auch sehr gut für dramatische Schwarzweiss-Aufnahmen von Wolken. Möchte man einen Rot-Filter in der Porträtfotografie einsetzen, sollte man beachten, dass das Modell eine gebräunte Haut hat, da der Filter die Haut heller zeichnet. Mit ihm lassen sich aber auch Sommersprossen, Narben und andere Schönheitsmakel gut kaschieren. Das liegt daran, dass der Rot-Filter gelbe, rote und braune Töne im Allgemeinen heller darstellt.

Blau-Filter

Ein Blau-Filter eignet sich vor allem bei Porträtaufnahmen mit einem hellhäutigen Modell. Denn die helle Haut wird dunkler wiedergegeben. Allerdings werden Hautunreinheiten verstärkt. Besonders gut eignet sich ein Blau-Filter um Dunst oder Nebel dramatisch einzufangen, da beides verstärkt wirkt. Allerdings eignet sich ein blauer Farbfilter weniger gut bei Aufnahmen vom Himmel. Dieser wird auf den Schwarzweiss-Aufnahmen sehr hell und fast schon weiß gezeichnet.

Gelb-Filter

Der Gelb-Filter bewirkt das Gegenteil vom Blau-Filter und ist in der Schwarzweiss-Fotografie einer der beliebtesten Filter, wenn es um Landschaftsaufnahmen geht. Er eignet sich besonders gut für die Abbildung von Wolken und Himmel. Diese werden nämlich auf den Schwarzweiss-Aufnahmen dunkler gezeichnet. Weniger gut eignet sich ein Gelb-Filter für Porträtaufnahmen. Denn die Haut und die Lippen werden heller wiedergeben als sie sind und wirken dadurch sehr unnatürlich.

Grün-Filter

Ein Grün-Filter eignet sich sehr gut, um verschiedene Helligkeitsunterschiede zwischen Grüntönen auf einem Schwarzweiss-Bild hervorzuheben. Daher findet er meist ausschliesslich in der Landschaftsfotografie bei Aufnahmen von Bäumen und Wäldern Verwendung. Der Grün-Filter splittet die verschiedenen Nuancen von Grüntönen auf. Diese werden später als feine Abstufungen in der Schwarzweiss-Aufnahme sichtbar.

Unterschiedliche Wirkung der Farbfilter am Beispiel eines Motives

Wirkung der Farbfilter im Vergleich zum farbigen Motiv und im Vergleich zur Schwarzweiss-Aufnahme ohne Farbfilter

Fazit: Farbfilter in der Schwarzweiss-Fotografie

Um die Qualität von analogen Schwarzweiss-Aufnahmen zu verbessern, ist der Einsatz von Farbfiltern empfehlenswert. Während sich kleine Farb- und Kontrastfehler mit Hilfe der digitalen Bildbearbeitung schnell beheben lassen, lassen sich diese Unterschiede in der analogen Fotografie nur mit Hilfe der passenden Farbfilter korrigieren. Dabei eignet sich nicht jeder Filter für jedes Motiv. Ein Blau-Filter beispielsweise kommt nur selten bei Landschaftsaufnahmen zum Einsatz, da dieser Grüntöne zu dunkel und Blautöne zu hell wiedergibt. Die Wahl des passenden Farbfilters hängt also vom Motiv und den Ausgangsfarben ab. Generell ist darauf zu achten, dass die Eigenfarbe des Farbfilters immer heller auf den Schwarzweiss-Aufnahmen abgebildet wird.

Polaroid-Fotos

Geschichte der Fotografie – Teil 6: Durchsetzung der Sofortbildkamera

Sofortbildkameras waren eigentlich nie aus der Mode, aber gerade in den letzten Jahren erleben sie wieder ein Revival. Doch wann entstand die kleine Wunderkiste, wie funktioniert sie und warum nennen sie alle nur Polaroid-Kamera? Das und noch mehr erfahren Sie im sechsten Teil unserer Serie.

Alles beginnt mit einem Mädchen

Wie viele grosse Entdeckungen, beginnt auch diese mit einem kleinen Kind. Die Tochter des Physikers Edwin Herbert Land stellte ihrem Vater jene Frage, die ihn zur Entwicklung von Sofortbildern anregte: Warum muss sie so lange auf ihre Fotos warten? Sie möchte diese nicht erst entwickeln lassen, sondern sofort in den Händen halten. Edwin H. Land ging mit seiner Idee einer Sofortbildkamera zu Banken und Investoren, stiess jedoch auf taube Ohren: Wieso solle jemand seine Fotos sofort haben wollen? Also nahm Land das Ganze selbst in die Hand.

Kleine Folie, grosse Wirkung

Im Jahr 1933 entwickelte Edwin H. Land spezielle Polarisationsfolien, die auf einer gestreckten Polymer-Folie mit eindiffundiertem Jod basierten. Noch im gleichen Jahr meldete er Patent für die Folien an, vielleicht weil er ahnte, welch bahnbrechende Erfindung ihm damit gelungen war. Mit diesen Folien machte Land sich im Laufe der Zeit selbstständig und wandte sie sogar auf Sonnenbrillen an. Die Folien bekamen einen Namen, der später stellvertretend für alle Sofortbildkameras stehen sollte: Polaroid. Die Bezeichnung Polaroid-Kamera ist also nicht ganz korrekt, da es lediglich ein Markenname ist und andere Sofortbildkameras ausschliesst.

Die sogenannte „Land-Kamera“, an der 1947 der Polaroid-Film demonstriert wurde

Die sogenannte „Land-Kamera“, an der 1947 der Polaroid-Film demonstriert wurde

Polaroid auf dem Vormarsch

Am 21. Februar 1947 war die Technik dann so weit entwickelt, dass sie in einer Balgenkamera erstmals zum Einsatz kam. Diese wurde zwar bereits viel früher entwickelt, eignete sich durch ihren Aufbau jedoch gut für den speziellen Polaroid-Film. Land entwickelte eigens dafür eine neue Balgenkamera, die er origineller Weise „Land-Kamera“ taufte. Ein Jahr später wurde dann die erste Polaroid-Kamera in Boston verkauft.

Viele Jahre lang war Polaroid alleiniger Vertreiber von Sofortbildkameras, bis auch andere Firmen sich an diese Technik wagten. In dieser Zeit schaffte Edwin H. Land mit seiner Firma eine Innovation nach der anderen. Als Ergebnis aufwändiger Forschungsarbeiten gelang es Polaroid im Jahr 1963, den weltweit ersten „1-Minuten-Farbfilm“ – Polacolor – herauszubringen.

Ein Polacolor-Film neben einer Sofortbildkamera

Ein Polacolor-Film neben einer Sofortbildkamera

Wirkungsmechanismus einer Sofortbildkamera

Bis zum Zeitpunkt der Polaroid-Folien war es üblich, Kameras mit Filmrollen zu bestücken. Stattdessen wurden nun besondere Papierblätter eingesetzt, deren Oberflächen der Beschaffenheit eines Negativfilms entsprachen. Da diese als besonders lichtempfindlich gelten, ist es besonders wichtig, den funktionstüchtigen Film nicht dem Tageslicht auszusetzen.

Das Fotomaterial enthält neben den Blättern auch die notwendigen Chemikalien in Form einer Paste, die für das Entwickeln des Bildes nötig sind. Zieht man die fertige Bildeinheit heraus, werden die Chemikalien zwischen Negativ und Positiv verteilt und transportieren, je nachdem ob es ein Schwarzweiss- oder Farbfilm ist, entweder Silberteilchen oder Farbstoffe. Diese werden im Positiv des Bildes eingelagert und trennen sich nach kurzer Entwicklungszeit vom Negativ.

25 Jahre später löste das Integralfilm-Verfahren diesen Entwicklungsprozess grösstenteils ab, da es effektiver und sicherer ist. Dabei laufen alle o.g. Prozesse in einer rundum geschlossenen Bildeinheit ab. Die Belichtung erfolgt über einen Spiegel durch das durchsichtige Positiv, ein enthaltener Farbstoff schützt die Bildeinheit vor Licht.

Drei Polaroid-Fotos

Polaroid, Kodak, Fuji: Die Konkurrenz schläft nicht

Neben Polaroid gab es weitere namenhafte Firmen, die versucht haben, Sofortbildkameras zu etablieren. Zwei davon sind auch heute noch sehr bekannt.

Eine davon ist die Firma Kodak, die 1976 auf der Photokina mit ihrer EK-Serie erste Modelle ihrer Sofortbildkamera vorstellte. Diese waren noch sehr einfach konstruiert, teilweise musste der Bildauswurf mittels Kurbel angeregt werden. Die Kameras von Kodak verkauften sich bis Mitte der 1980er Jahre gut, allerdings geriet die Firma dann in einen Rechtsstreit mit Polaroid. Diese klagte Kodak der Patentverletzung an, welchen Letztere auch verloren. Infolge dessen stellte Kodak 1985 Herstellung und Vertrieb ihrer Sofortbildkameras ein.

In den letzten Jahren vertreibt Fuji sehr erfolgreich Sofortbildkameras. Vor allem die Instax-Reihe hat an Beliebtheit gewonnen und kommt gerade bei der jüngeren Generation sehr gut an, da sie Qualität und Einfachheit vereint. Die verwendeten Filme weisen allerdings einen Polaroid-Schriftzug auf, was jedoch nur möglich ist, weil Polaroids Patente ausgelaufen sind und sie keinerlei Anspruch mehr auf die Funktionsweise der Polaroid-Filme haben. Nicht ganz unerheblich ist auch die Tatsache, dass die Firma Polaroid 2008 Insolvenz anmelden und dadurch den Vertrieb ihrer Sofortbildkameras einstellen musste.

Eine Sofortbildkamera der Firma Fuji aus der Instax mini-Reihe

Eine Sofortbildkamera der Firma Fuji aus der Instax mini-Reihe

Bedeutung von Sofortbildkameras

Sofortbildkameras haben in den letzten Jahren wieder an grosser Beliebtheit gewonnen. Mittlerweile werden sie sowohl im offiziellen Bereich als auch zum privaten Gebrauch genutzt:

  • Passbildkabinen
  • Wenig-Fotografierer, die ihre Bilder schneller benötigen, als sie einen konventionellen Film „verbraucht“ hätten
  • Pressefotografen, die erste Aufnahmen den Redaktionen vorlegen können während die konventionellen Filme noch entwickelt werden
  • Vor-Ort-Fotografen z.B. in Vergnügungsparks, die ihre Bilder sofort an Käufer übergeben
  • Zur medizinischen oder juristischen Dokumentation (Arztpraxen, Unfallstellen, Tatorte)

Mit dem Aufkommen der Digitalfotografie wurden die Sofortbildkameras teilweise abgelöst. Heute sind sie aber vor allem wegen ihres Retrocharakters beliebt und werden von Nostalgikern geschätzt. Auch auf Partys gewinnen Fotoautomaten immer mehr an Beliebtheit. Diese funktionierten früher ebenfalls nach dem Polaroid-Prinzip, sind aber mittlerweile grösstenteils mit Digitalkameras ausgestattet.

Allerdings birgt diese Art der Fotografie auch einige Nachteile. Zum einen sind Sofortbilder um einiges teurer als herkömmliche Bilder. Zum anderen steht der ökologische Aspekt bei Sofortbildkameras in der Kritik. Solche Filme sind erheblich aufwendiger herzustellen als andere, produzieren einen hohen Plastikabfall und verbrauchen Batterien. Des Weiteren ist die Haltbarkeit der Abzüge umstritten.

Polaroid is not dead

Sofortbildkameras haben es heutzutage nicht leicht, neben digitalen Kameras zu bestehen. Es gibt jedoch immer noch zahlreiche Liebhaber, die es sich zum Ziel gesetzt habe, die beliebten Polaroid-Filme nicht aussterben zu lassen. Nachdem diese 2008 die Produktion ihrer Filme eingestellt haben, zögerte das Projekt Impossible nicht lang und kaufte die Firma kurz vor deren Schliessung auf. Die Idee stellte sich zunächst jedoch als Mammutaufgabe heraus: Die Produktionsmaschinen waren bereits abgebaut, die Beteiligten des Impossible-Projekts hatten keine Ahnung von der Herstellung von Sofortbildern und die Lieferkette war bereits unterbrochen. Sie fingen also quasi bei null an. Davon liess sich das Impossible-Projekt jedoch nicht unterkriegen und so scharten sie Chemiker, Ingenieure und Fotografen um sich, mit denen der Polaroid-Film erneut zum Leben erweckt wurde.

Dank dieses beherzten Einsatzes sind heute wieder Filme von bester Polaroid-Qualität zu kaufen. Und nicht nur das, das Projekt Impossible renoviert zudem alte Kameras dieses Klassikers, sodass einem echten Polaroid-Feeling nichts mehr im Weg steht.

Im Zuge der 1990er Jahre schritt der Digitalisierungsprozess enorm voran. Entwicklungen und Neuheiten der damaligen Zeit können Sie im siebten Teil der Geschichte der Fotografie nachlesen.

Der sechste Teil zur Artikelreihe «Geschichte der Fotografie» ist ursprünglich auf https://www.ifolor.ch/inspirationen/geschichte-fotografie-teil6 erschienen.

Stand: Juni 2016

Die ersten Farbfilme der Firmen Agfa und Kodak

Geschichte der Fotografie – Teil 4: Die Entdeckung des Farbfilms 1936

Das erste Patent für einen Farbfilm wurde bereits 1912 angemeldet. Im Jahr 1932 wurde dann der erste Kleinbildfilm für Farbaufnahmen entwickelt. Doch dieser konnte lediglich für die Leica und Contax verwendet werden und war mit speziellen Farbstreifen-Filtern versehen. Erst Ende der 1930er war es dann endlich möglich: „Die Farbfotografie für jedermann“. Doch der Weg dahin war durch Unsicherheit und einer langen Entwicklungsphase geprägt.

Es wurde bunt…

Schon seit 175 Jahren gibt es die Foto-Kolorierung. Ihre lange Entwicklung war von Empörung bis hin zur vollen Begeisterung geprägt. Bis zur Entwicklung der Foto-Kolorierung waren die Bilder schwarz-weiss. So wurden Stimmen in der Öffentlichkeit laut, die Farbe würde das Foto verfälschen und ihm die Authentizität nehmen. Doch schon bald konnte sich das Farbfoto als wahres Statussymbol etablieren. Im Jahr 1839, nach der Bekanntmachung des fotografischen Verfahrens der Daguerreotypie, benannt nach dem Maler Louis Daguerre, kolorierte der Schweizer Maler und Druckgrafiker Johann Baptiste Isenring Fotos mit der Hand. Hierfür pauste er das Bild auf eine durchsichtige Oberfläche und erstellte für jede Farbe eine eigene Schablone. 1861 gelang es dem schottischen Mathematiker und Physiker James Clark Maxwell, das erste Farbfoto ohne Handkolorierung zu erzeugen. Dieses war alles andere als perfekt, jedoch war es das erste Foto dieser Art. Inzwischen konnte sich das manuelle Kolorieren auch in Japan durchsetzen. Yokoyama Matsusaburo erschuf das erste fotografische Ölgemälde, wofür das Trägerpapier des Fotos weggeschnitten und Pigmente auf die verbleibende Emulsion aufgetragen wurde. Mit der Erfindung der Ferrotypie in den 1860er Jahren, einem Direktpositiv-Verfahren, wurden Fotos endlich für die Allgemeinheit erschwinglich. Die anfängliche Empörung wurde schnell durch volle Begeisterung abgelöst. Insbesondere die Jahre zwischen 1900 und 1940 können als Jahre der Kolorierung bezeichnet werden. Mit dem Autochromverfahren in den 1950er Jahren wurden Farbfotos auch wirtschaftlich tragbar. Ab den 1970er Jahren schliesslich war die Farb-Kolorierung nicht mehr wegzudenken.

Feuerwehrleute der Phoenix Fire Company and Mechanic Fire Company Charleston South Carolina

Feuerwehrleute der Phoenix Fire Company and Mechanic Fire Company Charleston South Carolina

Im kleinen Wolfen fing alles an

Im Jahr 1909 gründete die Agfa AG die Filmfabrik Wolfen, wo die Anfänge des Farbfilms liegen. Neben Filmen für die Fotografie wurden hier auch Kinofilme und Röntgenfilmmaterial hergestellt. Die Abkürzung Agfa steht dabei für „Actien-Gesellschaft für Anilin-Fabrication“. Agfa konnte sich jahrzehntelang gegen die Konkurrenten Kodak und Fujifilm durchsetzen und gilt als einer der grössten europäischen Hersteller von fotografischem Zubehör.

Wolfen Filmfabrik

Wolfen Filmfabrik

Unter Akkord-Arbeit stellten der Physiker und Chemiker John Eggert und 26 weitere Mitarbeiter von April 1935 bis Oktober 1936 im kleinen Wolfen in der Filmfabrik Agfa den weltweit ersten modernen Colorfilm „Agfacolor Neu“ her. Insbesondere den Chemikern Dr. Gustav Wilmanns und Dr. Wilhelm Schneider war es hierbei gelungen, ein universelles Agfacolor-Verfahren für Dias, Negative, Papierbilder und Kinofilme zu erschaffen. Das entstandene Agfacolor-Verfahren basiert auf dem von Rudolf Fischer bereits 1912 entwickelten Grundgedanken der subtraktiven Dreifarbenfotografie mit den Komponenten Blau, Grün und Rot mittels farbgebender Entwicklung. Die bis dahin entwickelten Farbfilme waren zwar noch nicht perfekt, aber es war ein Wettlauf gegen die Zeit, insbesondere gegen den US-amerikanischen Konkurrenten von Eastman Kodak. Im Januar 1936 war der erste Farbfilm fertiggestellt und konnte im August bei den Olympischen Spielen in Berlin erstmals getestet werden. Der Prototyp „Agfacolor-Neu-Film“ wurde schliesslich im Oktober 1936 in Form eines Farbdiafilms für Tageslicht und einem Schmalfilm der Öffentlichkeit vorgestellt. Von 1936 bis 1939 wurde darüber hinaus noch das Agfacolor Negativ/Positiv-Verfahren ausgearbeitet. Mithilfe von Farbkupplern, damit sind farblose oder mit Azo-Farbstoffverbindungen versehene Substanzen gemeint, war es nun möglich, die in fotografischen Mehrschichtenfilmen der drei Grundfarben Rot, Blau und Grün nach der subtraktiven Farbmischung zu erzeugen. Dies gelang durch eine Reaktion der Farbkuppler mit dem Oxidationsprodukt der Entwicklersubstanz.  Eine weitere Sensation ereignete sich 1941, als der erste Spielfilm der Welt nach dem farbigen Positiv-Negativ-Verfahren, gedreht auf Agfacolor-Film, in die Kinos kam. Er trug den Titel „Frauen sind doch bessere Diplomaten“. Ein Musikfilm, der vom deutschen Regisseur Georg Jacoby gedreht wurde und von der Tänzerin Marie-Luise handelt, die ihrem Onkel, einem Spielbankdirektor, dabei hilft, das auf Beschluss der Frankfurter Nationalversammlung schliessende Spielkasino zu retten.

AGFA Wolfen Isopan

Die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg

Doch der Ruhm der Agfa-Filmfabrik hielt nicht lange an. Im zweiten Weltkrieg wurde die Agfa-Filmfabrik Wolfen durch US-amerikanische Truppen besetzt. Die bis dahin streng geheim gehaltenen Rezepte zur Farbfilmherstellung mussten nun preisgegeben werden. Nach dem zweiten Weltkrieg griffen weitere Hersteller in Europa, Japan und den USA das Verfahren von Agfa auf und entwickelten dieses weiter. Wenig später bot der Konkurrent Kodak einen Farbfilm an, der auf dem Wissen von Agfa beruhte und darüber hinaus noch weiterentwickelt worden war. Schnell stellte sich heraus, dass sich die von Kodak entwickelte Technik immer stärker durchsetzte und den Prototypen von Agfa mehr und mehr verdrängte. Nach dem Krieg musste sich die Filmfabrik Wolfen der sozialistischen Planwirtschaft unterwerfen. 1964 erfolgte dann die Warenzeichenumstellung von Agfa auf ORWO (Original Wolfen), es wurde aber weiterhin das Verfahren von Agfa angewendet. Die westdeutsche Agfa-Konkurrenz stellte bald auf das weiterentwickelte Verfahren von Kodak um und setze sich damit endgültig von der ostdeutschen ORWO ab. Die Wolfener verloren bis zu den 1970er Jahren endgültig den Anschluss an die Weltspitze und meldeten 1994 Insolvenz an.

Der nächste Teil unserer Geschichte beschäftigt sich mit der Entwicklung der Spiegelreflexkamera, die immerhin stolze 320 Jahre dauerte.

Der vierte Teil zur Artikelreihe «Geschichte der Fotografie» ist ursprünglich auf https://www.ifolor.ch/inspirationen/geschichte-fotografie-teil4 erschienen.

Stand: Juni 2016

Leica Kleinbildkamera im Jahr 1925

Geschichte der Fotografie – Teil 3: Die Fotografie ab 1925

„Ich entscheide hiermit: Es wird riskiert“ – mit diesen Worten begann 1924 der nicht vorhergesehene Erfolg der ersten Kleinbildkamera Leica. Ernst Leitz II beschloss damit die von seinem Mitarbeiter Oskar Barnack konstruierte Kleinfilmkamera in das Programm aufzunehmen. Erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde diese Sensation 1925 auf der Frühjahrsmesse „Kino, Foto, Optik und Feinmechanik“ in Leipzig. Das Risiko hat sich gelohnt, denn ab dem Frühjahr 1925 hat sich das Aufnahmeformat 24 x 36 mm als das weltweit am meisten verwendete durchgesetzt. Hier begann eine Revolution der Fotografie. Im dritten Teil der Geschichte der Fotografie erfahren Sie alles über die Kleinbildkamera Leica und die mutigen Personen dahinter.

Wie es zur Leica kam

Im Jahr 1914 konstruierte Oskar Barnack die erste Kleinbildkamera als Schnappschusskamera, die im wahrsten Sinne des Wortes Entdeckungstouren mit der Kamera erleichtern sollte. Denn mit ihrem handlichen Format war sie ein alltäglicher Begleiter. Ernst Leitz II begab sich im selben Jahr auf eine USA-Reise. Alles „im Auge behalten“ konnte er dabei durch das erste Exemplar der Kleinbildkamera, der späteren so genannten Ur-Leica, mit der er intensiv alles fotografierte, was ihm auf seiner Reise begegnete. Beeindruckt von der Ur-Leica, sollte sich Oskar Barnack 1920 nochmals dieser Kleinfilmkamera annehmen und diese zusammen mit Max Berek, der das passende Objektiv dazu anfertigte, weiterentwickeln. Hier liegt die historische Geburtsstunde der ersten Kleinbildkamera Leica. Trotz wirtschaftlicher, finanzieller und technischer Risiken zu dieser Zeit, beschloss Ernst Leitz II die Kamera in die Produktion aufzunehmen. In einer Zeit von Massenarbeitslosigkeit sowie fehlenden Kenntnissen in der Fertigung einer Kamera, die aus 190 Einzelteilen bestand, ein grosses Risiko. Doch dieser Mut wurde mit Erfolg belohnt – es entstand ein vollkommen neues fotografisches System. Die Leica löste die oft schweren und klobigen Plattenkameras für statische Einzelaufnahmen ab und überzeugte durch ihr relativ leichtes Gewicht und ihre handlichen Grösse. Schnell wurde die Leica ein Verkaufsschlager und der Schnappschuss eroberte die Fotografie.

Die mutigen Personen hinter der Leica

Ernst Leitz II

Nach seiner Lehre zum Feinmechaniker und einer kaufmännischen Ausbildung im väterlichen Unternehmen übernahm er 1920 als Alleingesellschafter das optische Unternehmen Leitz. Zunächst widmete er sich der Entwicklung neuer Mikroskope. Mit der von seinem Mitarbeiter Oskar Barnack entwickelten Kleinbildkamera und den Wechselobjektiven von Max Berek schaffte er den weltweiten Durchbruch.

Oskar Barnack

Der Erfinder der Kleinbildkamera Oskar Barnack, Oskar Barnack [Public domain]

Der Erfinder der Kleinbildkamera Oskar Barnack, Oskar Barnack [Public domain]

Barnack arbeitete als Feinmechaniker in der Firma von Ernst Leitz. Er gilt als Erfinder der 35 mm -Kleinbildkamera. Ab 1914 fotografierte er intensiv mit dem von ihm entwickelten Prototypen – später bekannt als Ur-Leica.

Die Entstehung des Blitzlichtes

Schon ziemlich früh war klar – ohne gutes Licht können keine guten Aufnahmen entstehen. Kurze Zeit nach der Entwicklung der ersten Kleinbildkamera konnte Johannes Ostermeier 1928 mit der Entdeckung der Blitzlichtbirne eine wahre Erleuchtung hervorbringen. Zur Erzeugung von Blitzlicht entzündete er reines Magnesium oder Aluminium in einer Blitzlicht-Birne. Mit ihr was es möglich, sehr kurze aber auch sehr helle Lichtblitze zu erzeugen. Ein grosser Nachteil lag allerdings darin, dass einmal genutzte Blitzlichtbirnen nicht wiederverwendet werden konnten. Als weitere Erleichterung entwickelte Dr. Bruno Lange zusammen mit der Firma P. Gossen in Erlangen 1932 den ersten deutschen Belichtungsmesser. Damit war es möglich, die Helligkeit eines Motivs zu messen. Die daraus resultierenden Daten waren wichtig für die Belichtung und Einstellungen an der Blende. Ende der 1930er Jahre gelang es Harold E. Edgerton, Professor am Massachusetts Institute of Technology schliesslich, das erste Elektronenblitzgerät herzustellen, das mithilfe einer Blitzröhre einen kurzen, sehr hellen Lichtblitz erzeugte. Damit war es erstmals möglich, rasch aufeinanderfolgende Blitzaufnahmen zu erstellen. Der erste Fotoapparat mit eingebauter Blitzsynchronisation war 1935 die Exakta Modell B der Firma Ihagee in Dresden.

Im nächsten Teil der Reihe erfahren Sie mehr über die Erfindung des Farbfilms, der die Fotografie noch einmal auf ein ganz neues Level hob.

Der dritte Teil zur Artikelreihe «Geschichte der Fotografie» ist ursprünglich auf https://www.ifolor.ch/inspirationen/geschichte-fotografie-teil3 erschienen.

Stand: Juni 2016

Historische Balgenkameras aus dem letzten Jahrhundert

Geschichte der Fotografie – Teil 2: Die Industrialisierung der Fotografie

Die verbesserten Trockenverfahren und das Verkleinern der Amateurkameras zum Ende des 19. Jahrhunderts ermöglichten der Fotografie eine gewisse Mobilität. Da man Fotoplatten nun lagern konnte, wurde eine industrielle Fertigung des fotografischen Aufnahmematerials möglich. Erfahren Sie im zweiten Teil der Geschichte der Fotografie alles zum Thema Rollfilmkamera und die Kodak Nr. 1.

Ein Haufen 120er Rollfilme | © Mia Wamontu CC BY 2.0

Ein Haufen 120er Rollfilme | © Mia Wamontu CC BY 2.0

Die Rollfilmkamera

Fotoapparate, die einen Rollfilm als Aufnahmematerial verwenden, nennt man Rollfilmkameras. Um 1890 löste diese Bauart die davor gebräuchlichen Plattenkameras ab. Leon Warnecke, der eigentlich Władysław Małachowski hiess, erfand bereits 1875 die erste Rollkassette mit Negativpapier. Zu Beginn funktionierte die Kamera mit einem Rollfilm auf Kollodium-Basis – ab 1881 dann auf einer Gelatine-Emulsion. Rollfilmkameras sind aus den Hand- und Geheimkameras der 1860er und 1870er Jahre hervorgegangen und waren die Grundlage für die späteren Boxkameras, die zwischen 1910 und 1960 den Markt dominierten. Jede heutige (analoge) Kleinbild- und Mittelformatkamera arbeitet auch nach dem Prinzip des Rollfilms. Lediglich Grossformatkameras arbeiten noch mit Planfilm.

Industrialisierung des Rollfilms – „You press the button, we do the rest“

Portrait von George Eastman, dem Gründer der Eastman Kodak Company

Portrait von George Eastman, dem Gründer der Eastman Kodak Company

George Eastman war ein amerikanischer Erfinder und Unternehmer. Er gründete die Eastman Kodak Company mit dem Ziel, Fotografie für jeden erschwinglich zu gestalten. Er vereinfachte das Fotografieren soweit, dass man für eine Aufnahme nur noch einen Knopf drücken brauchte (siehe Kodak Nr.1). Warneckes Design diente Eastman als Inspiration für den ersten kommerziellen, erfolgreichen Rollfilm im Jahr 1884. Der Eastman-Rollfilm bestand aus 100 fotosensiblen aufgerollten Papieren – erst Stripping Film danach American Film genannt. Er wurde unter dem Namen „Eastman’s American Film“ verkauft, weswegen sich die Firma später von The Eastman Dry Plate Company in The Eastman Dry Plate and Film Company umbenannte.

George Eastman trug einen erheblichen Teil zur Popularisierung des Rollfilms bei. Mit dem Bau der Kodak Nr.1 und durch den Entwicklungsservice erhöhte sich nicht nur der Absatz des Films, sondern das Produkt dominierte bald auch den Markt.

Ein weiterer Meilenstein war die Einkapselung des Rollfilms. Der Fotografierende konnte nun auch bei Tageslicht den Film wechseln, ohne extra zum Entwicklungsservice gehen zu müssen.

Die voranschreitende Industrialisierung ermöglichte Verbesserungen der Bildschärfe und eine Verringerung der Körnigkeit. Thomas Alva Edison, der u.a. die Glühlampe erfand, entwickelte eine Perforation für 35-mm-Filmen. Dadurch konnte der Rollfilm auch für Kinofilme und Kleinbilder genutzt werden.

Die Kodak Nr.1 | Bronger CC0

Die Kodak Nr.1 | Bronger CC0

Die Kodak Nr. 1  und seine Vorläufer

Thomas Bolas gilt als Vater der Detektiv-Kamera. Er arbeitete oft mit Professoren der Chemie zusammen im Labor, wodurch seine Neugier an den chemischen Prozessen der Fotografie geweckt wurde. 1875 trat er der Photographic Society bei und präsentierte nur 5 Jahre später seine eigens entwickelte Detektiv-Kamera. Im Journal of the Photographic Society wurde am 21. Januar 1881 eine Kamera in Form einer kleinen Holzbox vorgestellt.

Es ist ein weit verbreiteter Irrglauben, dass die Kodak Nr. 1 die erste Rollfilmkamera sei. Die Kodak Nr. 1 wurde von 1889 bis 1895 produziert und erblickte somit erst einige Jahre später als die oben erwähnte Detektiv-Kamera das Licht der Welt.

Die Kodak Nr. 1 ist eine leichte Weiterentwicklung der Original-Kodak. Unter Hobby-Fotografen wurde sie vor allem durch den Werbeslogan “You press the button, we do the rest” beliebt. Der Hersteller Eastman Company bot einen Entwicklungsdienst für 10 US$ an, bei dem man die Kamera samt Film einschickte. Nach vier Wochen kam die Kamera mit den Negativen und den Abzügen zum Besitzer zurück. Als besonderer Service wurde bereits ein neuer Film eingelegt.

Atelierfotografen bemängelten allerdings die schlechten Einstellmöglichkeiten der Kodak Nr. 1. Das Bedienkonzept war recht einfach gehalten und eher für die Ansprüche von Amateurfotografen ausgelegt.

Die Entwicklung des Fotojournalismus

Mit der Industrialisierung der Fotografie gewann auch der Fotojournalismus an zunehmender Bedeutung. Durch die Entwicklung von neuen Kameras, wie der Kodak Nr.1 und der Einkapselung des Rollfilms konnten Fotografien weniger umständlich und vor allem schneller erstellt werden. Es entstand unter anderem der Beruf des Pressefotografen, da sich zeitgleich die Illustrierten etablierten. Im Gegensatz zu Fotoreportagen reduzierte sich das Fotografieren als Pressefotograf eher auf das „Knipsen“ oder „Draufhalten“. Das Ziel war, mindestens ein scharfes Foto an die Redaktion liefern zu können. Dabei war es zweitrangig, ob eine Person vorteilhaft dargestellt wurde. Das relative Misstrauen gegen Pressefotografen oder Paparazzi, wie man sie heute auch nennt, lässt sich also durchaus historisch begründen.

Im nächsten Artikel lesen Sie, wie es zum Erfolg der ersten Kleinbildkamera Leica kam. Ausserdem erfahren Sie mehr über die Entstehung des Blitzlichts.

Der zweite Teil zur Artikelreihe «Geschichte der Fotografie» ist ursprünglich auf https://www.ifolor.ch/inspirationen/geschichte-fotografie-teil2 erschienen.

Stand: Juni 2016

rechts: Platte des ersten Fotos, eine Heliografie von Nicéphore Niépce | links: Bearbeiteter Abzug der Platte [Public Domain]

Geschichte der Fotografie – Teil 1: Erste Fotografien von 1839 bis 1880

Es war Montag, der 19. August 1839 – die Geburtsstunde der Fotografie. Die Akademie der Wissenschaften und die Akademie der bildenden Künste luden die Pariser Öffentlichkeit ein. Erfahren Sie im ersten Teil der Geschichte wie mit Hilfe einer Camera Obscura erstmalig ein Moment bildhaft eingefangen und festgehalten wurde.

Das erste Foto der Welt

Bereits dreizehn Jahre zuvor gelang es Joseph Nicéphore Niépce mit einer Camera Obscura das erste Foto der Welt nicht nur aufzunehmen, sondern auch zu fixieren. Das Resultat ist die berühmte Heliografie auf der Zinnplatte „Blick aus dem Arbeitszimmer von Le Gras“ (französisch „La cour du dolmaine du Gras“), die auch heute noch vollständig erhalten ist.

Auf einem nachbearbeiteten Abzug des Bildes erkennt man wesentlich deutlicher das geöffnete Fenster links, daneben das Taubenhaus und dahinter einen Baum. In der Mitte zeichnet sich ein Dach ab und rechts ein Kamin. Es dauerte acht Stunden, das Bild aufzunehmen. Die lichtempfindliche Zinnplatte, auf der das Foto aufgenommen wurde, ist 20 x 25 cm gross. Niépce schloss sich 1829 mit Louis Daguerre zusammen, um an der Erfindung weiterzuarbeiten. Allerdings verstarb Niépce vier Jahre später und Daguerre verbesserte das Verfahren alleine – bis zur Verkündung der Daguerreotypie am 19. August 1839 durch die Akademie der Wissenschaften und die Akademie der bildenden Künste in

Die Begründer der Fotografie

Joseph Nicéphore Niépce

Portrait von Joseph Nicéphore Niépce [Public domain]

Portrait von Joseph Nicéphore Niépce [Public domain]

Joseph Nicéphore Niépce entstammte dem französischen Grossbürgertum. Schon bald nachdem er die französische Armee aus gesundheitlichen Gründen verlassen musste, widmete er sich der Idee, Bilder der Camera Obscura festzuhalten. 1816 schrieb er an seinen Bruder: «Ich werde mich um drei Dinge kümmern: Erstens der Wiedergabe der Gegenstände mehr Schärfe zu verschaffen, zweitens die Farben umsetzen und drittens sie schliesslich fixieren, was nicht das Einfachste sein wird. Aber wie Du es richtig formulierst, fehlt es uns nicht an Geduld, und mit Geduld schafft man alles.» Bis zu seinem Tod 1833 beschäftigte er sich fortan damit, geeignete Verfahren zu entdecken, um die Bilder einer Lochkamera zu verewigen.

Das gelang ihm erstmals 1826 mit der Heliografie «Blick aus dem Arbeitszimmer».

Louis Jacques Mandé Daguerre

L.J.M.Daguerre von Jean Babtiste Sabarier Blot fotografiert [Public domain]

L.J.M.Daguerre von Jean Babtiste Sabarier Blot fotografiert [Public domain]

Daguerre wurde bereits eine Generation vor Niépce geboren. Er absolvierte zunächst eine Architekturlehre, bevor er sein Talent als Direktionsmaler am Theater entfalten konnte. Der Durchbruch kam mit der Gründung eines sogenannten Dioramas – einer abgedunkelte halbdurchsichtige Schaubühne. Durch den Einsatz der Camera Obscura interessierte er sich bald auch für die Fixierung von projizierten Bildern, experimentierte herum und lernte schliesslich Niépce kennen. Nach dessen Tod 1833 perfektionierte er dessen Methode der lichtbeständigen Fotografie. So entstand die Daguerreotypie, welche 1839 erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde und heute als Geburtsstunde der Fotografie gilt.

Boulevard du Temple, Paris, 3. Arrondissement, Daguerrotypie (ungespiegelt) [Public Domain]

Boulevard du Temple, Paris, 3. Arrondissement, Daguerrotypie (ungespiegelt) [Public Domain]

Daguerreotypie

Die Daguerreotypie war das erste praktische Verfahren, um Fotografien dauerhaft zu fixieren. Alle angefertigten Fotografien sind aufgrund der Herstellungsweise Unikate. Eine umgebaute Camera Obscura besitzt hier einen Einschub für eine Kassette. Diese beinhaltet eine jodbedampfte, versilberte Kupferplatte, die circa 20 Sekunden belichtet wird. Die lichtempfindliche Silberjodidschicht ist zunächst unsichtbar. Nach der Aufnahme wird die belichtete Platte sofort unter Quecksilberbedampfung in der Dunkelkammer entwickelt und mit einer Zyankali-Lösung fixiert. Die anschliessende luftdichte Versieglung hinter einer Glasplatte schützt die Quecksilberschicht vor Berührungen und Oxidation. Das Ergebnis ist ein lichtbeständiges, seitenverkehrtes, hellgraues Bild. So schön die Errungenschaft der dauerhaften Bildgebung auch war, zwei entscheidende Nachteile hatte das Verfahren: Die Daguerreotypie ist aufgrund der verwendeten Edelmetalle Silber und Kupfer eine sehr teure Form der Fotografie und war somit den wohlhabenderen Schichten vorbehalten. Ein weiterer Nachteil war das frühe Ableben vieler Fotografen wegen der Zyankali- und Quecksilberdämpfe.

Neben der Daguerreotypie entwickelten sich noch andere fotografische Verfahren:

  • Heliografie (um 1822)
  • Talbotypie (auch Kalotypie, um 1835)
  • Ambrotypie (um 1850)
  • Ferrotypie (auch Blechfotografie, um 1850)
  • Kollodium-Nassplatte (um 1850)
  • Wothlytypie (1864)

Die rasante Entwicklung der Fotografie nach 1840

Nach der Veröffentlichung der Daguerreotypie in Paris verbreitete sich das Verfahren rasch in der ganzen Welt. Portraits von Personen und Landschaften konnten jetzt viel schneller festgehalten werden als durch Maler. Für die Maler wiederum war die Fotografie ein legitimes Hilfsmittel beim Anfertigen von Gemälden. Edouard Manet, Courbet oder Gauguin tauschten ihre Skizzenbücher gegen fotografische Aufnahmen als Grundlage für ihre Kunstwerke. In den 1840er Jahren entstand ein regelrechter Hype um die Fotografie und zahlreiche Foto-Ateliers öffneten. Gleichzeitig entwickelte der Engländer William Henry Fox Talbot die Kalotypie und meldete das Verfahren zum Patent an. Die Daguerreotypie und die Kalotypie beruhen beide auf der Nutzung des Sonnenlichts, um Fotografien zu erzeugen. Dennoch sind es zwei sehr unterschiedliche Methoden. Während Daguerre Platten aus Zinn, später aus Glas, als Trägermaterial einsetzte, benutzte Talbot Papier. Letztendlich hat es Talbots Verfahren in abgewandelter Form bis in die heutige Zeit geschafft.

Ambrotypie auf Schwarz-Weiss-Hintergrund | ©Roi Boshi CC BY-SA 4.0-3.0-2.5-2.0-1.0

Ambrotypie auf Schwarz-Weiss-Hintergrund | ©Roi Boshi CC BY-SA 4.0-3.0-2.5-2.0-1.0

In den 1840er Jahren ist es kaum möglich gewesen, Kopien von Fotografien anzufertigen. Dieses gelang erst mit dem 1851 durch Frederick Scott Archer entwickelten «Nassen Kollodiumverfahren». Es vereinte gute Bildqualität mit Kosteneffizienz und löste die Daguerreotypie und die Kalotypie aus den 1840er Jahren ab. Das entstandene Negativ konnte problemlos umkopiert und so vervielfältigt werden. Allerdings war das Fotografieren durch die Selbstpräparation der lichtempfindlichen Platte kurz vor der Belichtung und der sofortigen Entwicklung im Anschluss mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Wirklich mobil waren die Fotografen so nicht – die Ausrüstung wog zum Teil mehr als 100 Kilogramm. Ab dem Jahr 1871 wurde das Fotografieren auf Gelatine-Trockenplatten immer populärer. Bereits 1875 wurden die Trockenplatten industriell hergestellt und erfreuten sich vor allem bei Amateurfotografen grosser Beliebtheit. Ihr Vorteil bestand in der guten Lagerfähigkeit und dem geringeren Kaufpreis gegenüber den Nassplatten, was das Fotografieren massentauglicher machte.

Lesen Sie im zweiten Teil alles zur Industrialisierung der Fotografie und wie das Foto von der Platte auf die Rolle kam.

Der erste Teil zur Artikelreihe «Geschichte der Fotografie» ist ursprünglich auf https://www.ifolor.ch/inspirationen/geschichte-fotografie-teil6 erschienen.

Stand: Juni 2016

Schweizer Flagge in den Schweizer Alpen – ein beliebtes Fotomotiv

Vorgestellt – der ifolor Fotoreport: So fotografiert die Schweiz in den Sommerferien

Bei einer von der IPSOS/Europ Assistance durchgeführten Studie gaben etwa zwei Drittel der befragten Schweizerinnen und Schweizer an, in die Sommerferien zu verreisen. Gegenüber 2016 ist dies ein Anstieg von etwa 9 Prozent. Mit dem gestiegenen Reisevolumen steigt letztlich auch die Anzahl an eindrucksvollen Sommererlebnissen, die es sich lohnt mit der eigenen Kamera festzuhalten. ifolor, der führende Schweizer Onlinedienstleister für personalisierte Fotoprodukte, hat im Rahmen einer Datenanalyse und Umfrage viele interessante Fakten über das Schweizer Reiseverhalten offengelegt. Die spannenden Ergebnisse wurden im ifolor Fotoreport «Sommer» festgehalten. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Fakten vor.

Datenbasis für den Fotoreport

Für die im Fotoreport aufbereiteten Statistiken und Datenreihen wurden etwa 6,4 Millionen Ferienerlebnisse in Form von eingesandten Bildern anonymisiert erfasst und verarbeitet. Dafür wurden die in den Bildern enthaltenen Exif-Daten ausgelesen. Exif-Daten geben Aufschluss darüber, wie ein Bild erzeugt wurde und liefern Informationen über Kamerahersteller, Aufnahmezeitpunkt, Brennweite, Belichtungszeit, ISO-Wert und gegebenenfalls GPS Koordinaten. Sie geben hingegen keine privaten Informationen des Fotografen oder des fotografierten Motivs preis. Die erhobenen Daten beziehen sich auf die die Sommermonate der Jahre 2015, 2016 und 2017.

High-Noon statt goldener oder blauer Stunde, Wochenende statt Wochentags

Ein erster interessanter Fakt: Der Grossteil an analysierten Fotos wurde zur Mittagszeit aufgenommen. Laut vorliegender Daten wurde zwischen 11 und 13 Uhr circa 1,1 Millionen Mal der Auslöser betätigt. Dagegen fiel die Anzahl von in der goldenen Stunde, also kurz nach Sonnenaufgang und kurz vor Sonnenuntergang, gemachten Aufnahmen eher gering aus. Auch der Anteil der Aufnahmen zum Zeitpunkt der blauen Stunde, also die Zeit vor Sonnenaufgang und kurz nach Sonnenuntergang, war vergleichsweise gering.

Was den beliebtesten Wochentag zum Fotografieren betrifft, so konnte sich der Samstag gegenüber den sechs übrigen Wochentagen deutlich absetzen. Zweitbeliebtester Tag für das Schiessen von Fotos ist der Sonntag, gefolgt von dem Freitag auf Platz drei.

Ich packe meinen Koffer und nehme mit …

Die nächsten Ferien stehen bereits vor der Tür und Sie überlegen, was noch zu Hause gelassen werden kann, damit die Spiegelreflexkamera samt Austauschobjektive und Stativ doch noch in den Koffer hineinpasst? Wenn es nach der überwiegenden Meinung der ifolor Kunden geht, dann sollten Sie sich nicht weiter mit dem Kofferpacken bemühen.

Koffer mit Kamera, Reiseführern, Stativ und Sonnenbrille.

Greifen Sie für Ihre Ferienfotos doch einfach auf die Kamera Ihres Smartphones zurück. Auf diese Art entstanden in den Sommermonaten 2015, 2016 und 2017 immerhin ca. 42 Prozent der von ifolor erfassten Fotos. Dieser hohe Wert lässt sich wohl vor allem auf die hohe Flexibilität, die Anwendungsvielfalt und das geringe Gewicht unserer täglichen smarten Begleiter zurückführen. Was die Möglichkeiten von Smartphone-Aufnahmen betrifft, so haben wir in mehreren Beiträgen bereits gezeigt, dass heute eine überraschend hohe Foto-Qualität mit dem Smartphone möglich ist.

Dass der Fotografie mit dem Smartphone in gewissen Bereichen doch irgendwann Grenzen gesetzt sind, zeigen auch die Ergebnisse der Auswertung. Ganze 25 Prozent verlassen sich lieber auf ihre Spiegelreflex- und 25 Prozent auf ihre Kompaktkamera. Deutlich niedriger fällt die Nutzung von Bridge-und Systemkameras aus. Verschwindend gering ist auch der Anteil von Fotos, die mit einem Tablet aufgenommen wurden.

Die ifolor Sommerumfrage

Der zweite Teil des ifolor Fotoreports umfasst mehrere Fragen zum Thema Ferien. Bei der Sommerumfrage gaben 5900 Schweizerinnen und Schweizer unter anderem Auskunft darüber, wie sie fotografieren und besonders schöne Momente einfangen, welche Kamera sie für die Ferien einpacken und wann sie die eigenen Aufnahmen betrachten.

Die Frage nach dem «Wie»

Momente kommen und gehen – manchmal sind sie im nächsten Augenblick auch schon wieder weg. Da stellt sich doch vor allem eine Frage: Wie gelingt es, solche Erlebnisse festzuhalten, damit wir sie auch später noch in Erinnerung behalten? Auf diese Frage hin gaben 75 Prozent der befragten Personen an, dass Fotos für sie unentbehrlich sind. Davon nehmen 18 Prozent der Befragten Fotos vorwiegend auf, um sie später Freunden und Familie zeigen zu können. Die übrigen 57 Prozent verspüren gar das Gefühl, dass ohne Ferienfotos keine Sommerferien stattgefunden haben.

Doch nicht jeder benutzt die Kamera zum Einfangen besonderer Momente. Für 5 Prozent der Befragten spielte das bewusste Erleben und Verinnerlichen solcher Momente eine wichtigere Rolle, als diese auf Fotos festzuhalten. Interessanterweise gaben im italienischsprachigen Teil der Schweiz mit 12 Prozent mehr als doppelt so viele diese Antwort an.

Caption: Die Befragung ergibt einen hohen Anteil für die Verwendung von Smartphone-Kameras. Der Umfrage nach hat sie fast immer die Nase vorn, mit Ausnahme von der Städtefotografie, wo sich die Spiegelreflexkamera mit einem Abstand von 1,4 Prozent grösserer Beliebtheit erfreut.

Abbildung zeigt die durch eine Umfrage ermittelte Beliebtheit verschiedener Kameraarten in sich unterscheidenden Umgebungen.

Quelle: Ifolor Sommerferien Fotoreport S.21: Die Befragung ergibt einen hohen Anteil für die Verwendung von Smartphone-Kameras. Der Umfrage nach hat sie fast immer die Nase vorn, mit Ausnahme von der Städtefotografie, wo sich die Spiegelreflexkamera mit einem Abstand von 1,4 Prozent grösserer Beliebtheit erfreut.

 

Die Frage nach dem «Wann»

Die Stiefel vom vielen Wandern abgewetzt, die Haut von Sonne und frischer Bergluft berührt, die Speicherkarten der Kamera zum Bersten gefüllt mit schönen Erinnerungen – Sie sind wieder zurück. Der Alltag umspannt Sie bereits mit vielen Aufgaben. Wann also schauen Sie sich Ihre Ferienfotos an? Auch diese Frage wurde im ifolor Fotoreport gestellt und von den befragten Schweizerinnen und Schweizern nach besten Gewissen beantwortet. Die Hälfte der Befragten macht keine langen Umschweife und greift direkt nach dem Fotoalbum, um sich erneut in Ferienstimmung zu versetzen. Etwa jeder Fünfte gab an, zunächst den Alltagstrott meistern zu wollen, ehe sich den Fotos gewidmet wird. Andere sparen sich die sommerlichen Aufnahmen lieber für die bald folgende Winterzeit auf, um den Sommer herbeizuwünschen. 5 Prozent der Befragten gestanden, dass die auf Festplatten abgelegten Fotos häufig in Vergessenheit gerieten.

Fazit

Der Fotoreport von ifolor hält viele spannende Informationen zum Fotografierverhalten der Schweizerinnen und Schweizer bereit, präsentiert diese in anschaulichen Grafiken und offenbart überraschende Erkenntnisse. Weitere faszinierende und zum Teil kuriose Fakten wie zum Beispiel an welchen Tagen in den Jahren 2015, 2016 und 2017 in der Schweiz die meisten Aufnahmen entstanden sind, welche Fotomotive und Kamerahersteller besonders gefragt waren, in welchen Kantonen, Regionen oder Städten am häufigsten fotografiert wurde oder warum 43 Prozent der befragten Schweizerinnen und Schweizer keine Postkarten verschicken, erfahren Sie direkt im kostenlos verfügbaren Fotoreport.

Alles Weitere zum Fotoreport finden Sie unter www.ifolor.ch/fotoreport

Die Sofortbildkamera – Retro-Charme kombiniert mit moderner Fototechnik

Ein Blitz, ein kurzes Surren und dann das spannungsvolle Warten bis zum entwickelten Bild. Sofortbildkameras haben sich ihren Charme im Zeitalter der digitalen Fotografie erhalten. Heute begeistern Sie nicht nur Nostalgiker, denn dank moderner Technik sind sie durchaus alltagstauglich. Wir stellen das Kultobjekt vor und geben Tipps zum Kauf und Gebrauch.

Die Polaroid-Kamera – Ein Stück Fotografie-Geschichte

In der vordigitalen Zeit waren Fotos, die nicht erst im Labor entwickelt mussten eine kleine Sensation. Die Idee der Sofortbildkamera geht auf den Physiker Edward Land zurück, der 1948 das erste Modell entwickelte und seinem Unternehmen Polaroid zu internationaler Bekanntheit verhalf. Das Polaroid-Foto, charakteristisch mit dem weissen Bildrand, stand stellvertretend für ein ganzes Produktsegment.
Die eigentliche Neuerung war aber nicht die Kamera an sich, sondern der von Land entwickelte Trennbildfilm. Mit dem Herausziehen des Films aus dem Kameraschlitz wurde dieser durch zwei Walzen geschoben, die eine Entwicklerpaste zwischen Positiv und Negativ verteilten. Nach circa 30 bis 60 Sekunden zog man das Positiv vom Negativ ab, um nun das fertig entwickelte Foto zu betrachten. Der später in den siebziger Jahren entwickelte Integralfilm vereinte alle benötigten Filmbestandteile, so dass das Positiv nicht mehr vom Negativ getrennt werden musste. Die Nachteile beider Verfahren lagen auf der Hand – die fertigen Fotos liessen sich weder speichern noch reproduzieren.

Polaroid Land Kamera liegt auf einem Tisch

Mit der Digitalisierung der Fotografie galten Sofortbildkameras schliesslich als nicht mehr zeitgemäss. So konnten Fotos nun direkt nach dem Aufnehmen auf dem Display betrachtet und beliebig vervielfältigt werden. Im Jahr 2008 ging Polaroid Konkurs und stellte die Produktion von Filmen ein. Von einigen Anhängern der Polaroid-Kamera wurde daraufhin das Unternehmen „Impossible“ gegründet, das bis heute kompatible Analogfilme produziert.

Fotos mit Unikat-Charakter

Der digitalen Fotografie ist es gleichzeitig zu verdanken, dass die Sofortbildkamera in den letzten Jahren ein Revival erlebte. In Zeiten, in denen hunderte digitaler Bilder auf Speicherkarten oder Festplatten lagern, wird die haptische Erfahrung mit Fotos wieder relevant. Vor allem bei Feierlichkeiten gibt es schliesslich oft diese besonderen Momente, die man sofort, auf einem Foto verewigt, in den Händen halten und herumzeigen möchte. Hier kommt die Sofortbildkamera zum Einsatz. Durch sie entstehen Bilder, die man gleich anfassen, an die Wand pinnen oder in das Gästebuch der Party kleben kann. Auch zum Dekorieren sind sie wunderbar geeignet.

Ein Blumenstrauss dekoriert mit Sofortbildern

Da sich analoge Fotos nicht so einfach vervielfältigen lassen, hat jedes Bild seinen eigenen, einzigartigen Wert.

Sofortbild-Foto mit weissem Rand

Diesen Unikat-Charakter wissen nicht nur Hobbyfotografen, sondern auch Foto-Künstler zu schätzen. Ersterer wird zusätzlich verstärkt durch die Anfälligkeit analoger Filme für Licht und Wärme. Besonders bei diffusem Licht erhält das Foto einen Farbstich.

Funktionsweise aktueller Modelle

Während die Handhabung der Kult-Kamera für Einige eher umständlich ist, ist sie für Andere ein Teil des „Nostalgie-Erlebnisses“. So muss zunächst ein zum verwendeten Modell kompatibler Film eingelegt werden. Dieser wird separat zur Kamera gekauft. Nachdem das Foto aus der Kamera herausgekommen ist, legt man es bei der analogen Variante auf eine ebene Fläche und wartet, bis nach wenigen Minuten Farben und Formen sichtbar werden. Im Gegensatz zu den analogen Modellen entstehen Fotos bei der digitalen Variante nicht durch einen chemischen Prozess, sondern durch einen integrierten Thermodrucker. Durch diesen tritt das Bild fertig entwickelt aus der Kamera. Im Gegensatz zur analogen Variante lassen sich Fotos bei den digitalen Kameras ausserdem auf einer internen Speicherkarte sichern und reproduzieren.

Analog oder digital?

Die meisten analogen, bzw. digitalen Modelle haben heute eine kompakte Grösse, die nur noch wenig an das etwas klobige Format der ursprünglichen Polaroid-Kamera erinnert. Mittlerweile sind auch viel mehr Funktionen hinzugekommen.

Günstige analoge Modelle, wie die Fujifilm Instax Mini 8, gibt es schon ab einem Preis von ca. 70 CHF. Charakteristisch für die Kamera ist die sogenannte High-Key Belichtung, durch die der Bildhintergrund aufgehellt, bzw. weicher dargestellt werden kann. Durch das analoge Verfahren werden bewegliche Motive allerdings meist unscharf und weniger detailreich abgebildet. Den zugehörigen Fujifilm Instax Mini Film (2×10 Blatt ab 25 CHF) gibt es zudem nur im Visitenkartenformat (62sx46 mm). Wer jedoch eine Sofortbildkamera nur gelegentlich oder für die nächste Party braucht, ist mit der Fujifilm Instax Mini 8 dennoch sehr gut beraten.

Echte Fotografie-Nostalgiker können die ursprünglichen Polaroid-Kameras in den gängigen Online-Portalen im gebrauchten Zustand erwerben, so zum Beispiel die Polaroid Supercolor 635 (gesehen bei Ebay ab 63 CHF) oder die Polaroid SX-70 (gesehen bei Ricardo ab 89 CHF). Dank der kompatiblen Analogfilme von „Impossible“ lassen sich auch heute noch echte Polaroid-Bilder im typischen Retro-Look aufnehmen. Zu beachten ist, dass die aktuell produzierten Impossible-Filme eine Wartezeit von mindestens 30 Minuten brauchen bis das Bild fertig entwickelt ist. Durch eine neu entwickelte Beschichtung sind sie aber auch weniger lichtempfindlich. Der Film ist in 8-Blatt-Einheiten für rund 21 CHF erhältlich.

Die Sofortbildkamera Polaroid Supercolor 635 in einem Schrank zwischen Kleidung.

Wahre Fans erwerben die „I-1 Impossible“ (ab ca. 300 CHF), die eigens von dem niederländischen Unternehmen entworfen wurde und an das Design der ersten Polaroid des Jahres 1948 angelehnt ist. Die Kamera verfügt über eine Bluetooth-Schnittstelle mit der sie an ein iOS Gerät angeschlossen werden kann. Über eine App lassen sich die Belichtungszeit, die Blende und der Blitz steuern.

Inzwischen hat sich auch Polaroid mit der Produktion digitaler Sofortbildkameras wieder am Markt positioniert. Auf der integrierten Speicherkarte werden Fotos zunächst gesichert. Anschliessend kann ausgewählt werden, welche Bilder gedruckt werden sollen. Dazu liefern digitale Modelle, wie etwa die Polaroid Snap (ab ca. 125 CHF) vergleichsweise mehr Detailtreue. Bildschärfe und Farbigkeit reichen dennoch nur an das Niveau eines günstigen Smartphones. Das benötigte Zink-Fotopapier wird in Einheiten von 50 Blatt (à 2×3 Zoll) zu einem Preis von rund 36 CHF verkauft. Neben einem Selbstauslöser mit Selfie-Funktion kann man zwischen verschiedenen Bildeffekten auswählen, darunter finden sich auch die klassischen Polaroid-Ränder.

Fazit

Moderne analoge und digitale Sofortbildkameras erreichen kaum die Bildqualität konventioneller Kameras. Sie überzeugen aber mit ihrer Kompaktheit sowie vielen neuen Funktionen. Dazu liefern sie den gewissen Spassfaktor beim Fotografieren, den kaum ein anderer Kameratyp mit sich bringt.