Skifahrerin in Bewegung auf einer Piste vor blauem Himmel

Die technischen Grundlagen in der Sportfotografie

Bei der Sportfotografie handelt es sich immer um die Aufnahme von bewegten Motiven. Das kann zum Beispiel ein rennender Fussballer oder ein fahrender Rennwagen sein. Der Artikel «Inhalt und Bildgestaltung in der Sportfotografie» liefert bereits verschiedene Hinweise und Ideen zur Gestaltung von Sportaufnahmen. Im Folgenden gehen wir näher auf die Wahl des Kamera-Modus, die Einstellung der Parameter und die Anwendung verschiedener Techniken in der Sportfotografie ein.

Wahl der Modi in der Sportfotografie

Wer selbst keine komplexeren Einstellungen vornehmen möchte, kann das Motivprogramm «Sport» wählen. Für Fortgeschrittenere empfiehlt sich dagegen der Modus der Blendenautomatik (T/Tv). In diesem Modus wird die Blende von der Kamera automatisch eingestellt. Der ISO-Wert kann dabei sowohl manuell eingestellt werden als auch durch die Automatik-Funktion automatisch angepasst werden. Somit können Sie sich ganz auf die Einstellung der Verschlusszeit konzentrieren. Da es sich in der Sportfotografie um die Aufnahme von bewegten Motiven handelt, sind kurze Verschlusszeiten notwendig, um das gewünschte Motiv scharf abzubilden. Hierbei eignen sich 1/2000 Sekunden und kürzer. Durch die geringen Verschlusszeiten gelangt oft nur wenig Licht auf den Sensor, wodurch Aufnahmen schnell zu dunkel werden. Die Blendenautomatik gleicht die kurze Belichtungszeit mittels weit geöffneter Blende und der Erhöhung des ISO-Wertes aus. Aber Vorsicht mit den hohen ISO-Werten, da diese das sogenannte Bildrauschen verursachen und folglich eine schlechtere Bildqualität liefern.

Eingefrorene Bewegung eines Fussballers der einen Ball in die Luft schiesst

Durch die geöffnete Blende und kurze Belichtungszeit entsteht eine geringe Schärfentiefe. Es wird also nur ein kleiner Bereich um den Fokuspunkt richtig scharf abgebildet, während der Hintergrund unscharf wird. So gelingt das Einfrieren eines bewegten Motivs.

Verwenden Sie den manuellen Modus, wenn Sie sämtliche Parameter selbst anpassen möchten.  So können Sie zusätzlich zur Verschlusszeit auch die Blendenzahl selbst festlegen. Für mehr Schärfentiefe bzw. einen grösseren scharfen Bereich in der Aufnahme ist eine grosse Blendenzahl erforderlich. Eine kurze Verschlusszeit in Verbindung mit einer geschlossenen Blende ist allerdings nur bei ausreichend Umgebungslicht möglich, da beide Faktoren den Lichtdurchlass auf den Sensor verringern. Um eine gute Bildqualität zu erreichen und das oben erwähnte Bildrauschen zu vermeiden, sollten Sie die Verschlusszeit und die Blende nicht durch den ISO-Wert ausgleichen. Verwenden Sie nach Möglichkeit stattdessen lieber ein Objektiv mit hoher Lichtstärke, um das Ergebnis zu verbessern.

Den richtigen Moment einfrieren

Nur mit einer einzigen Aufnahme den richtigen Moment abzupassen, ist in der Sportfotografie eine grosse Herausforderung. Damit dies gelingt, hilft nur Übung und Erfahrung. Gerade für Einsteiger kann in diesem Bereich die Serienbildfunktion eine grosse Unterstützung sein. Der Serienbild-Modus erlaubt durch Gedrückthalten des Auslösers mehrere Aufnahmen nacheinander. Für besonders schnelle Bewegungen gibt es meist noch einen Serienbild-Modus «High», der in einer noch höheren Frequenz auslöst.

Ein weiteres Hilfsmittel ist die Autofokus-Betriebsart AI-Servo bei Canon und AF-C bei Nikon für bewegte Objekte. Dies ist die automatische Schärfennachführung bei welcher der Abstand des fokussierten Objekts durch den halbdurchgedrückten Auslöser kontinuierlich gemessen und angepasst wird. Somit wird die Fokussierung eines bewegten Objektes erleichtert.

Mitschwenken statt Einfrieren

Neben kurzen Belichtungszeiten, ermöglicht auch die Technik des «Schwenkens» das Einfrieren von bewegten Objekten. Beim Schwenken werden deutlich längere Verschlusszeiten wie 1/30 Sekunden verwendet. Während dieser recht langen Belichtungszeit ist das Ziel, die Kamera mit dem bewegten Objekt so mitzuführen, dass es sich im Sucher stets auf derselben Position befindet. Durch dieses Vorgehen wirkt das gewählte Motiv eingefroren und der Hintergrund verzerrt, wodurch dem Motiv eine sehr dynamische Wirkung verliehen wird. Objektive mit einem Bildstabilisator erleichtern den Vorgang geschwenkter Aufnahmen. Des Weiteren kann ein Stativ mit einem beweglichen Kugelkopf das gezielte mitschwenken vereinfachen.

Scharf abgebildeter Rennwagen vor verschwommenem Hintergrund

Durch die langen Belichtungszeiten und die geringe Schärfentiefe, muss der ISO-Wert beim Mitschwenken meist kaum erhöht werden. Das Umgebungslicht im Freien reicht hier für eine ausreichende Belichtung der Aufnahme meist aus.

Fazit

Den richtigen Moment in der Sportfotografie einzufangen, ist ein spannendes Unterfangen. Die Techniken des Einfrierens und des Schwenkens bieten sich dabei besonders an, um die Dynamik aufs Bild zu bringen. Beide Vorgehensweisen erfordern verschiedene Einstellungen und haben eine ganz eigene Bildsprache. Beim Einfrieren liegen die Herausforderungen vor allem in der richtigen Belichtung und dem Zeitpunkt des Auslösens. Den perfekten Moment zu erwischen, bedarf bei beiden Techniken vor allem Übung. Probieren Sie es einfach mal aus. Wir wünschen Ihnen viel Spass dabei!

Inhalt und Bildgestaltung in der Sportfotografie

Ein Wochenende in den Bergen und Sie wollen Ihre Familie beim Skifahren verewigen? Das entscheidende Fussballmatch Ihrer Kinder sticht rot im Kalender hervor und Sie würden Erinnerungen an dieses Ereignis gern für später konservieren?

Dieser Artikel gibt Ihnen Tipps zu Inhalten und Bildgestaltung Ihrer Sportfotos. Fernab der Technikfrage ist – auch in der Sportfotografie – eines ganz entscheidend: was auf dem Bild zu sehen sein soll. Für aussagekräftige Einzelaufnahmen, die im Bilderrahmen an der Wand über sich hinaus Geschichten erzählen, lohnt eine Reduktion auf die wesentlichen Elemente. Das sind beim Sport oftmals Emotionen und Action.

Sie können aber auch ganze Serien schiessen, den Weg vom Mittelfeld ins Tor oder vom Anlauf über den Absprung bis zur Landung im Fotoalbum nachzeichnen. So oder so ist ein gewisses Verständnis der Sportart von Vorteil, um die nächste Bewegung schon vorauszuahnen und den Auslöser im richtigen Moment zu drücken.

Emotionen im Sport mit der Kamera einfangen

Sport hat oftmals mindestens zwei Gesichter. Während die Verlierer vereinzelt den Rasen verlassen oder einsam im Gras hocken und enttäuscht in die Ferne blicken, tanzen und hüpfen die Gewinner zu den Freudengesängen der Fans gemeinsam durcheinander. Während sich die Mitstreiter der einen Mannschaft bestürzt an den Kopf greifen, wirft der gegnerische Trainer grinsend die Hände zum Himmel. Freude und Jubel stehen Enttäuschung und Wut gegenüber, die Gewinner den Verlierern. Das macht es spannend, darum geht es. Das verbindet, will festgehalten werden und macht Ihre Sportfotos lebendig. Wollen Sie Emotionen einfangen, so können sie auf diese Kontraste setzen. Versuchen Sie beide Seiten auf Ihren Fotos zu zeigen. Vielleicht lässt sich die Enttäuschung durch ein Foto in Graustufen unterstreichen? Wie wirkt ein vereinzelter Spieler, der allein im Rasen hockt, aus der Ferne aufgenommen im Vergleich zu einer Nahaufnahme?

Junge und seine Enttäuschung nach einer Niederlage beim Fussball

Action beim Sport auf Fotos ablichten

Da kämpfen zwei Fussballer um den Ball, eine Beachvolleyballerin hechtet in den Sand, ein Skateboard gleitet über ein Geländer, die Leichtathletin sprintet über die letzte Hürde – und das alles geschieht in Bruchteilen von Sekunden. Und in genau diesen Momenten müssen Sie bereit sein, vorab wissen, welche Positionen einzunehmen ist, welche Knöpfe zu drücken sind, um die Action auf Ihren Sportfotos lebendig abzulichten. In welchen Bereichen des Spielfeldes oder des Platzes passieren die Siegestreffer, die Überholmanöver oder die gewagten Sprünge? Machen Sie sich vorher Gedanken, wo sie sich platzieren wollen. Bei manchen Sportarten eignet sich die Kurve besonders gut. Hier können Sie die Sportler von vorn und von der Seite sehen. Probieren Sie auch mehrere Perspektiven aus, vielleicht auch solche, die Ihnen erst als zweites in den Sinn kommen. Ein Skateboardtrick sieht aus der Froschperspektive vielleicht riskanter aus als auf Augenhöhe.

Skater aus der Froschperspektive

Während des Sportereignisses spielen für Sie Konzentration und Reaktion eine entscheidende Rolle. Seien sie wachsam, halten Sie die Augen offen und den Finger am Auslöser.

Technische Herausforderungen

Die Herausforderungen in der Sportfotografie liegen vor allem in der Distanz, den Lichtverhältnissen und der Bewegung. Zu spät oder zu früh ausgelöst, zu dunkel oder zu unscharf fotografiert – das sind die Schwierigkeiten, die es zu meistern gilt.

Verschiedene Sportarten verlangen verschiedene Brennweiten. Stehen Sie nah am Geschehen, empfiehlt sich ein Weitwinkelobjektiv, während sich ein Teleobjektiv aus der Ferne als nützlich erweisen kann. Wechselndes, unbeständiges Wetter oder die kalten Neonröhren einer Halle stellen die zweite Hürde dar. Hier kann ein lichtstarkes Objektiv mit einer Offenblende von mindestens F4 unterstützend sein, die Sportler scharf aufs Foto zu bekommen. Ein schneller Autofokus und eine Serienbildfunktion mit über 5 Fotos pro Sekunde können wiederum hilfreich dabei sein, den richtigen Moment zu erwischen. Endgültig entscheidend ist jedoch Ihr Finger am Auslöser.

Von nackten Füssen im Sand und leeren Startbahnen – die Illustration

Fernab der Suche nach den action- und emotionsgeladenen Sportbildern können Sie aber auch aus einem anderen, illustrativen Blickwinkel auf den Sport schauen. Wie wäre es mit einer Rennstrecke ohne Läufer, die im morgendlichen Nebel verschwimmt, noch unklar, wer hier am Nachmittag als erstes einlaufen wird? Oder mit einem Puck, der auf dem frisch zerkratzten Eis liegt und auf das eben beendete, rasante Eishockeyspiel schliessen lässt? Oder vielleicht mit nackten Füssen, die den Sand auf dem Beachvolleyballfeld aufwirbeln, kurz nach der finalen Sprungangabe?

Eine leere Startbahn, die im Nebel verläuft

Fotos dieser Art haben einen eher künstlerischen Aspekt, zeigen und dokumentieren den Sport zeitlos und eigenen sich super für das eigene Archiv oder als Deckblatt fürs Fotoalbum.

Um solch illustrative Fotos zu schiessen, empfiehlt sich auch hier vorab Ideen zu sammeln. Welche Elemente sind wesentlich? Welche Witterungsverhältnisse sind typisch? Was macht diesen Sport aus, worin bestehen seine Eigenheiten? Schauen Sie doch mal Sportzeitungen nach Fotos durch und lassen sich inspirieren. Mit den gesammelten Ideen im Kopf müssen Sie bei dem Event nur noch an der Umsetzung feilen, auf den richtigen Moment warten und den Auslöser drücken.

Viel Spass beim Ausprobieren!

Schatten eines Basketball-Spielers

Sportfotos: Schnell und dynamisch

Das müssen Sie bei Sportfotografie beachten

Haben Sie beim Wort „Sportfotografie“ auch gleich die professionellen Fotografen hinter dem Tor mit ihren riesigen Super-Teleobjektiven vor Augen? Doch die meist teure Ausrüstung ist nicht das Wichtigste für gute Aufnahmen des nächsten Sportfestes oder Kinderfußballturniers. Lesen Sie hier, wie Sie Aktion, Geschwindigkeit und Emotionen am Besten festhalten können.

Bildgestaltung und Ausschnitt

Der Bildinhalt ist, wie bei den meisten Fotos, auch bei der Sportfotografie von grosser Bedeutung. Dabei hilft ein grundlegendes Verständnis der Sportart, um den besten Standort zum Fotografieren zu finden und die Bewegungen im Voraus zu erahnen. Ein gutes Sportfoto kann auch die Emotionen nach dem Spiel zeigen. Zum Beispiel die Sieger vor einer jubelnden Menschenmenge oder einen Verlierer in der gefühlt unendlichen Weite des Stadions.

Effekte und Techniken

Je nach Sportart variiert nicht nur der Bildausschnitt, sondern auch die jeweils etablierte Fototechnik. So wird bei schnellen Sportarten, wie Fahrrad- oder Motorsportveranstaltungen, häufig mitgezogen, die Kamera schwingt also mit ihrem Motiv mit, so dass der Hintergrund verwischt. Bei Fun-Sportarten, wie dem Beachvolleyball, eignen sich besonders Weitwinkel- oder Fisheye-Effekte, während bei anderen Sportarten wiederum einzelne Personen oder Zweikämpfe in Nahaufnahme eingefroren oder freigestellt am besten wirken. Für aussergewöhnliche Bilder lohnt es sich jedoch, diese Standards zu ignorieren und verschiedene Effekte zu probieren:

1. Nah dran

Der Klassiker und bei fast allen Sportarten einsetzbar ist das Freistellen einzelner Objekte, wie zum Beispiel ein Zweikampf bei Ballsportarten. Damit der Hintergrund verschwimmt, um nicht störend vom eigentlichen Motiv abzulenken, sollte die Blende möglichst weit geöffnet sein, während die Verschlusszeit je nach Geschwindigkeit der Sportart möglichst klein gehalten wird. Ein enger Bildschnitt vermittelt bei solchen Aufnahmen zusätzliche Nähe und Intensität.

Schwimmer im Wasser

2. Dynamisch

Das Mitziehen gehört bei Sportarten, die eine gewisse Gleichmässigkeit in ihrer Bewegung haben, zum guten Standard. Dabei geht es darum, das eigentliche Motiv, zum Beispiel ein Auto, in seiner vollen Grösse scharf, den Hintergrund jedoch möglichst verschwommen aufzunehmen. Dadurch lässt sich die Geschwindigkeit der fotografierten Situation besser darstellen. Andersherum können Sie den Effekt mit einer längeren Verschlusszeit auch dazu nutzen, um den Vorder- oder Hintergrund scharf, den Sportler jedoch als verschwommenen Farbklecks festzuhalten.

3. Einfacher oder Extremer

Viele Sportfotografen scheinen mit ihren 300- bis 400-Millimeter-Objektiven nahezu verwachsen zu sein, dabei lassen sich auch mit einfachen Weitwinkel- oder Fisheye-Objektiven im Bereich von 12 bis 30 Millimeter Brennweite fantastische Aufnahmen erzielen. Allein durch die Abbildungsgrösse können Objekte hervorgehoben werden oder der Hintergrund viel weitläufiger und grösser erscheinen. Vorraussetzung dafür ist natürlich die Nähe zum Geschehen.

Skateboarder macht Tricks auf seinem Board

Sicherheit und Technik

Bei Grossveranstaltungen sind die Plätze für Fotografen meist begrenzt und vorgegeben, im Amateur- und Hobbybereich dagegen können Sie sich oft frei bewegen und kommen so viel näher an die Aktion heran. Die somit wohl wichtigste Regel betrifft Ihre eigene Sicherheit. Schon ein Volleyball kann aus kurzer Distanz sehr schmerzvoll werden, besonders da Sie ja noch die harte Kamera direkt vor ihr Gesicht halten. Für Aufnahmen, die wirklich dicht am Geschehen sein sollen, lohnt es sich, in Absprache mit den Veranstaltern, eine Kamera fest zu installieren und fernzusteuern.

Ausrüstung

Eine gute Ausrüstung macht nicht gleich gute Fotos. Doch empfiehlt es sich, zumindest ein Reisezoom-Objektiv einzupacken, um möglichst alle Blickwinkel abzudecken. Zudem sollte das Objektiv – gerade in Sporthallen oder bei schlechtem Wetter – möglichst lichtstark sein. Günstige und mittelklassige Spiegelreflexkameras, aber auch System- und Kompaktkameras, verfügen oft über ein automatisches Sportprogramm. Genügend Licht vorausgesetzt, versucht die Automatik bei möglichst offener Blende und der schnellstmöglichen Verschlusszeit zu arbeiten, was oftmals für sehr gute Ergebnisse sorgt. Ausserdem lohnt es sich, immer genügend Speicherkarten und einen Akku zum Wechseln im Gepäck zu haben. Bei einem 90-minütigen Fussballspiel sind schnell mehr als 1.000 Bilder geschossen.

Fazit

Es ist von Vorteil, seine Kameraausrüstung und ihre Möglichkeiten zu kennen, um sich vorher den geeigneten Platz zum Fotografieren zu suchen. Überlegen Sie sich bereits vor dem Event ein paar Bildideen, so können Sie sich während des Spiels ganz auf Ihre Motive konzentrieren. Und seien Sie nicht enttäuscht, wenn die besten Zweikämpfe auf der anderen Spielfeldhälfte stattfinden, sondern richten Sie ihren Blick auf ihre Umgebung. Emotionen finden sich auch im Publikum oder bei den Trainern. Während in Zeitungen meist nur ein einzelnes Bild abgebildet wird, lohnt es sich meist, eine ganze Serie von Bildern zu schiessen. Angefangen beim harten Foul bis hin zur Versöhnung der Spieler ergeben sich so oft faszinierende Serien.