leuchtendes Fruchtfleisch einer Zitrusfrucht

Strukturen zum Leuchten bringen

Immer wieder hält die Natur atemberaubende Motive bereit. Wer gerne im Freien fotografiert, wird vielleicht schon einmal mit dem Gegenlicht der Sonne experimentiert haben. Es ist eine sehr schöne Möglichkeit, Strukturen und Muster der Natur – beispielsweise von Bäumen, Blättern oder Früchten – sichtbar zu machen.

Mit diesem Artikel wollen wir Ihnen zeigen, wie Sie auch zu Hause Muster und Strukturen von Obst und Gemüse ohne großen Aufwand auf besondere Weise hervorheben können.

Muster und Strukturen von Obst und Gemüse zum Leuchten bringen

Licht beeinflusst die Wirkung eines Musters und die Struktur einer Oberfläche enorm. Es kann einer Oberfläche mehr Tiefe verleihen. Auf dem folgenden Bild kann der Betrachter gut das Zusammenspiel von Dichte des Musters sowie die hellen und dunklen Strukturen beobachten.

Die Glühbirne

Auf dem Bild ist eine Birne zu erkennen, in der ein Leuchtmittel untergebracht ist. Der rumänische Fotograf Radu Zaciu hat das deutsche Wort „Glühbirne“ quasi eins zu eins in seine Muttersprache übersetzt und geboren war die Idee, Gemüse und Obst von innen auszuleuchten.

Das Projekt „the light inside“

Die Fotografien des Projekts „the light inside“ lassen die verwendeten Objekte sprichwörtlich in einem neuen, ganz anderen Licht erstrahlen. Der Fotograf schafft es, gewöhnliche Oberflächenstrukturen von Obst und Gemüse so zum Leuchten zu bringen, bis sie eigenartig verfremdet wirken. Ermöglicht wird das durch die unterschiedliche Dicke und Dichte der Objekte und deren Oberflächenfarbe und Struktur. Das verwendete Leuchtmittel und die Kameraeinstellungen leisten den übrigen Beitrag zur Wirkungsweise der Bilder.

ausgekeimte Kartoffel

Besonders interessant ist eine Fotografie des Rumänen, bei der eine Lampe einen Blumenkohl vom Kern aus erleuchtet. Das Bild vom harmlosen Gemüse verwandelt sich in eines, das eher an eine gewaltige Explosion erinnert.

Apocalypse Now – der Blumenkohl

DIY: Strukturen zum Leuchten bringen – Obst und Gemüse

Zaciu bringt in seinem Projekt „the light inside“ ganz unterschiedliche Objekte zum Leuchten. Unter anderem benutzt er eine Netzmelone, eine Kiwi, eine Kartoffel, Fenchel, Drachenfrucht, Ananas, Chicorée, Kohl und andere Obst- und Gemüsesorten.

Möchten auch Sie die Strukturen von Obst und Gemüse auf fast surreale Art und Weise einfangen, sollte sie folgende Werkzeuge und Gadgets bereithalten:

  • Akkuschrauber
  • Spiral- und Flachbohrer, unterschiedliche Größen
  • Leuchtmittel, unterschiedlicher Größe und Leuchtkraft
  • Taschenlampe
  • Stativ und Kamera
  • Sehr dunkler Raum

Nun kann damit begonnen werden, das Obst oder Gemüse zu präparieren. Je nach Sorte empfehlen wir, unterschiedliche Bohrer zu verwenden. Es sollte nur so viel Inneres entnommen werden, wie für die Lichtquelle erforderlich ist. Für Chicorée reicht ein schmaler Kanal für eine dünne Taschenlampe. Da seine Blätter sehr durchlässig sind, benötigt man keine starke Lichtquelle.

Bei anderem Gemüse, wie bei Blumenkohl, reicht eine Taschenlampe nicht. Hier benötigt der Fotograf eine handelsübliche Glühbirne über die er den Blumenkohl stülpen kann. Der Platz für die Glühbirne im Kohl wird durch den Flachbohrer geschaffen. Auch hier gilt, nur so viel wie nötig zu entnehmen, damit die natürliche Leuchtkraft erhalten bleibt.

Das präparierte Gemüse und Obst wird nun in einem stark abgedunkelten Raum vor der Kamera mit Stativ platziert. Ein dunkler Raum ist nötig, da das durchscheinende Licht aus den Obst- und Gemüsesorten sehr schwach im Vergleich zum Umgebungslicht scheint. Außerdem stört es die spätere Motivwirkung.

Wir empfehlen Langzeitbelichtungsaufnahmen von etwa 10 Sekunden. Dieser Wert kann je nach zu fotografierendem Objekt allerdings schwanken. Hier heißt es: Ausprobieren!

Tipp: Spannend sind auch Aufnahmen mit dem Makro-Objektiv.

Bevor Sie jetzt loslegen, möchten wir Sie noch an grundlegende Sicherheitshinweise erinnern. Vor der Präparation muss bei Lampen mit Stromanschluss (50Hz, 230V) der Netzstecker gezogen werden. Außerdem sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass einzelne Kontakte isoliert sind. Nur so kann ein Stromschlag vor, während und nach der Fotosession vermieden werden.

Der Asteroid

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