Ein Mini-Flieger gleitet durch die Luft

Modellflugzeuge fotografieren – Tipps für ein optimales Bildergebnis

In Modellflugzeugen steckt viel Technik und Liebe zum Detail. Daher lohnt es sich, die Modelle auf eindrucksvollen Bildern festzuhalten. Besonders Modellflugzeug-Shows bietet für Fotografen eine perfekte Gelegenheit, die Mini-Flieger mit dem Objektiv einzufangen. Wir erklären Ihnen, wie Sie Ihr Modellflugzeug am Boden und in der Luft optimal in Szene setzen.

Modellflugzeuge am Boden fotografieren

Modellflugzeuge sind präzise Meisterwerke der Technik. Dokumentieren Sie doch den Bau der Maschine fotografisch. Dabei können Sie beispielsweise weitere Bildelemente, wie z. B. Werkzeug, im Bild darstellen oder auch zeigen, wie Ihre Werkstatt ausgesehen hat. Es gibt keine falsche Bildkomposition, erlaubt ist, was gefällt!

Die Perspektive beibehalten

Um einzelne Konstruktionsschritte zu dokumentieren, nehmen Sie das Flugzeug am besten in der Totalen auf. Alternativ können Sie auch präzise Detailaufnahmen anfertigen, um auf kleinere Bestandteile aufmerksam zu machen. Fotografieren Sie das Modell immer aus der gleichen Position und Perspektive. Dadurch wirken kleinere bauliche Veränderungen am Modell auffälliger.

Auch Variationen in der Kameraeinstellung sind daher wenig empfehlenswert. Um immer wieder dieselben Einstellungen zu verwenden, sollte der manuelle Modus verwendet werden, da in diesem alle Parameter selbst eingestellt werden können. Folglich können Sie zu jeder Zeit die gleichen Einstellungen vornehmen. Für die Abbildung Ihres Modellflugzeugs in ganzer Klarheit und Schärfe, sollte eine hohe Schärfentiefe generiert werden. Um diese zu erzeugen, wird eine geschlossene Blende benötigt, also müssen Sie einen geringen Blendenwert nutzen. Durch die geschlossene Blende kann nur wenig Licht auf den Sensor gelangen, wodurch die Aufnahme unterbelichtet sein kann. Da es sich bei einem Modellflugzeug um ein stillstehendes Objekt handelt, kann eine Verlängerung der Verschlusszeit für eine ausreichende Belichtung sorgen.

Das Modell richtig belichten

Um Ihr Modellflugzeug gekonnt in Szene zu setzen, spielt die Belichtung eine wichtige Rolle. Für eine gleichmässige Ausleuchtung Ihres Modellflugzeuges bietet sich ein Lichtwürfel oder ein Lichtzelt an. So vermeiden Sie starke Reflexionen, die durch den Blitz entstehen können. Die Reflexionen führen sonst häufig zu Farbverfälschungen, was bei aufwendigen Lackierungen sehr ärgerlich sein kann.

Verwenden Sie ein Stativ, um in aller Ruhe mit Belichtungszeiten experimentieren zu können. Da sich höhere Belichtungszeiten anbieten, ist es sinnvoll, die Selbstauslöser-Funktion oder eine Fernbedienung zu nutzen. Dadurch vermeiden Sie Wackler durch den Druck des Auslösers.

Ein Modellflugzeug auf der Wiese

Fotografie nach dem Lift-off

Wenn der Flieger komplett gebaut und abgelichtet ist, wird es Zeit, sich mit der Frage zu beschäftigen, wie die besten Luftaufnahmen gelingen. Egal ob Piloten mit ihren Maschinen majestätische Kreise ziehen oder waghalsige Manöver am Himmel vollführen, für das gelungene Bild gibt es auch hier einige Tipps und Tricks, die zum Erfolg führen.

Die richtige Umgebung

Bei der Fotografie von Modellflugzeugen sollten Sie unbedingt das Wetter und insbesondere die Position zur Sonne beachten. Lichtreflexionen auf den Flügeln und am Rumpf können wünschenswert sein und zur Spannung beitragen. Allerdings können diese das Bild auch leicht unkenntlich machen.

Das gilt es bei der Kameraeinstellung zu beachten

Die Qualität Ihrer Bilder können Sie mit einer optimalen technischen Ausstattung beeinflussen. Deswegen sollten Sie das Fotografieren von Mini-Flugmaschinen mit der Wahl des richtigen Objektivs beginnen. Für diese Kategorie ist es ratsam, ein Teleobjektiv zu verwenden. Teleobjektive sind Objektive ab einer Brennweite von 50 mm. Zoomobjektive mit einem grossen Brennweitenbereich wie beispielsweise 70 mm bis 300 mm bieten in Bezug auf die Entfernung des Modelflugzeuges eine grosse Flexibilität. Zudem handelt es sich bei dem Modellflugzeug nun nicht mehr um ein stillstehendes Objekt, sondern um ein bewegtes Objekt, daher kann der automatische Nachführautofokus hilfreich sein. Indem der Auslöser nur halb durchgedrückt gehalten wird, bemisst die Kamera den Abstand zum anfokussierten Objekt kontinuierlich neu und passt den Fokuspunkt an. Diese Option der Autofokus Betriebsart wird bei Canon unter dem Begriff AI Servo und bei Nikon unter AF-C geführt.

Des Weiteren ist auch die Einstellung der Belichtung, die sogenannte ISO-Empfindlichkeit, ein wichtiger Faktor. Bei Tageslicht ist in der Regel ein kleiner ISO-Wert zwischen 100 und 200 ausreichend. Die Ausnahme stellen hier sehr kurze Belichtungszeiten in Verbindung mit einer hohen Schärfetiefe also einer geschlossenen Blende dar. Da weder durch die Belichtungszeit noch durch die Blendenöffnung ausreichend Licht auf den Sensor gelangt, ist es notwendig den ISO-Wert zu erhöhen. Bei Nachtaufnahmen wird ebenfalls einer höherer ISO-Wert benötigt. Generell sollte der ISO-Wert so klein wie möglich gehalten werden, da durch eine Erhöhung Bildrauschen entstehen kann. Dieses Bildrauschen kann zu einer Verschlechterung der Bildqualität führen.

Versuchen Sie, das Modell mit der schnellsten Bildfolge und den kürzesten Belichtungszeiten einzufangen. So wirken die Modellflugzeuge wie „echte“ Maschinen in voller Aktion. Aber Vorsicht: Zu kurze Belichtungszeiten können dazu führen, dass der Propeller auf dem Bild „stillsteht“. Dadurch muss die gewünschte Unschärfe gegebenenfalls durch digitale Nachbearbeitung hinzugefügt werden.

Modellflugzeuge in Vorbereitung für eine Modellflugzeug-Schau

Blitzschnell und trotzdem eingefangen mit der Panning-Technik

Bei der Fotografie von Modellflugzeugen sind Stative häufig eher hinderlich, da der Fotograf damit sehr unflexibel ist. Erfolgversprechend ist dagegen die sogenannte Panning-Technik. Dabei schwenken Sie Ihre Kamera synchron mit dem Flieger mit. So bekommen Sie Ihr Flugmodell scharf auf den Sensor und der Hintergrund verschwimmt. Um zu einem optimalen Resultat zu gelangen, muss die Bewegung der Kamera mit dem Motiv perfekt synchronisiert werden. Das erreichen Sie, indem Sie Ihren Oberkörper gleichzeitig mit dem Flieger bewegen. Diese Methode zeigt, mit welcher Geschwindigkeit sich Ihr Flieger bewegt und erzeugt ein hohes Geschwindigkeitsgefühl auf dem Bild.

Weitere Motive ins Bild integrieren

Wie schön der Himmel auch sein mag – begrenzen Sie sich nicht nur darauf, sondern fangen Sie auch andere Motive in Ihrem Bild ein. Mit der Panning-Technik können Sie zusätzlich in Ihrem Hintergrund einen interessanten Streifen-Effekt erzielen. Dieser ist vor blauem Himmel leider nur schlecht sichtbar. Daher ist es sinnvoll, weitere Motive auf dem Bild einzufangen. Befinden sich unter dem Flugzeug beispielsweise Lichter, Lampen oder eine Stadtszene, kommen die Effekte der Panning-Technik besser zum Vorschein.

Fazit

Je nachdem in welchem Umfeld das Modellflugzeug abgelichtet werden soll, gibt es eine Menge Möglichkeiten, um das optimale Bild einzufangen. Mit der richtigen Kameraeinstellung und -perspektive schiessen Sie unvergleichliche Aufnahmen Ihres Modellflugzeuges am Boden. Aber auch am Himmel gelingen Ihnen durch die Panning-Technik einzigartige Bilder.

Swissair Flugzeug beim Start

Planespotting – Flugzeuge richtig fotografieren

Hinter dem Begriff Planespotting steckt die Faszination, die Riesen der Lüfte in beeindruckenden Aufnahmen festzuhalten. Ähnlich wie bei der Sportfotografie liegt die Herausforderung des Planespottings darin, die rasanten Flugzeuge in der Bewegung zu fotografieren. Damit das gelingt, gilt es allerdings einige Dinge zu befolgen.

Wir verraten Ihnen, was Sie beim Fotografieren von Flugzeugen beachten sollten, welches Wetter und welche Kameraeinstelllungen empfehlenswert sind und mit Hilfe welcher Apps Sie Flugzeuge in Ihrer Umgebung finden.

Empfehlenswerte Kameraausstattung zum Fotografieren von Flugzeugen

Zum Planespotten sollten Sie eine Systemkamera (DSLRs oder DSLM) und ein Objektiv mit hoher Brennweite einsetzen. In einigen Fällen können auch Bridgekameras taugen. Dazu müssen diese jedoch eine besonders gute Zoomeigenschaft besitzen. Kameras mit APS-C Sensor eignen sich aufgrund des kleineren Bildausschnitts besonders gut zum Planespotten. Im direkten Vergleich zu Kameras mit Vollformatsensor werden die Flugzeuge beim APS-C Sensor nämlich grösser dargestellt.

Um die Verwendung von Tele-Objektiven werden Sie beim Planespotting nicht umhinkommen. Die Flugzeuge sind meist weit entfernt und es kann sich nur begrenzt angenähert werden. Objektive mit einem Brennweitenbereich von 55 – 250 mm bieten bereits einen guten Einstieg. Vorteilhaft ist es ausserdem, wenn Ihr Objektiv über einen verbauten Bildstabilisator verfügt. Bei der Fotografie in höheren Brennweitenbereichen kommt es nämlich bereits bei geringem Verwackeln zu Unschärfe.

Planespotterin fotografiert startendes Flugzeug

Vorbereitung – Flughafen scouten

Flughäfen bieten unterschiedliche Möglichkeiten zum Planespotting. Einige verfügen über eigene Bereiche für Flugzeugbegeisterte und Planespotter, an anderen gibt es vielleicht einen Hügel neben dem Flughafengelände, von dem aus Sie einen besonders guten Blick auf Ihr Motiv haben. Planen Sie das Planespotting an einem bestimmten Flughafen, so lohnt es, wenn Sie sich rechtzeitig über die Gegebenheiten vor Ort informieren. Anlaufstellen können der Flughafen selbst oder einschlägige Planespotter-Foren sein, wo Fotografen Tipps und Informationen untereinander austauschen. Einige Flughäfen bieten sogar spezielle Planespotter-Touren auf dem Flughafengelände an, bei dem die Fotografen an besonders gute Spots gebracht werden.

Besondere Sorgfalt ist beim Planespotting ausserhalb von Europa geboten. In einigen Ländern stellt das Planespotting am Flughafen eine Straftat dar. Informieren Sie sich daher rechtzeitig, ob Planespotting am Ort Ihrer Wahl überhaupt erlaubt ist.

Optimale Wetterbedingungen beim Planespotting

Wechselnde Wetterbedingungen bringen Abwechslung in Ihre Fotos. Egal ob strahlender Sonnenschein mit blauem Himmel, bewölkte Wetterstimmung oder sogar regnerisches Wetter – beeindruckende Flugzeugfotos lassen sich nahezu bei jedem Wetter machen. Einzige Ausnahme bilden dichte Nebeldecken, die den Blick auf das Flugzeug versperren.

Nutzen Sie das Wetter zu Ihrem Vorteil und bauen Sie es in Ihre Aufnahmen ein. Bei Regen entstehen zum Teil Reflektionen am Flugzeug oder der Fahrbahn, die sich schön in das Bild einbringen lassen. Vom Flugzeug abperlende Gischt verleiht Ihren Bildern noch mehr Realismus. Ihre Kamera sollten Sie nichtsdestotrotz vor äusseren Wettereinflüssen schützen. Trotz Spritzwasserschutz können bei längerem Regen andernfalls Schäden an der Kamera entstehen.

Vermeiden Sie es ausserdem, Flugzeuge bei starker Mittagssonne zu fotografieren. Somit ist das Flugzeug gleichmässiger ausgeleuchtet und Sie verhindern, dass am Flugzeug harte Schatten entstehen. Achten Sie generell darauf, dass Sie nicht entgegen dem Sonnenlicht fotografieren.

Flugzeug im Landeanflug

Das Flugzeug erscheint auf dem Bild wie in Stillstand versetzt, da selbst die Rotoren nahezu komplett scharf abgebildet sind. So ein Ergebnis kann nur mit einer sehr kurzen Belichtungszeit erreicht werden. Der wolkige Hintergrund verschafft dem Bild ausserdem mehr Tiefe.

Kameraeinstellungen beim Fotografieren von Flugzeugen

Sowohl Anfänger als auch Profis schätzen beim Planespotting den Komfort der Blenden- und Zeitautomatik. Bei der Blendenautomatik (S-, bzw. TV-Modus) wählen Sie einen Wert für die Belichtungszeit. Die geeignete Blende wird daraufhin, in Abhängigkeit des verwendeten ISO-Werts, automatisch von der Kamera gewählt. Bei der Zeitautomatik verhält es sich analog. Sie wählen hierbei einen Wert für die Blende und die Belichtungszeit wird daraufhin automatisch bestimmt.

Sie sollten auf den speziell für bewegte Motive vorgesehenen Fokus Ihrer Kamera zurückgreifen. Dieser heisst bei Kameras des Herstellers Canon «AI Servo», wohingegen Nikon die Bezeichnung «AF-C» führt. Je nach Hersteller kann die Fokusbezeichnung variieren.

Denken Sie bei der Wahl der Belichtungszeit stets daran, dass Flugzeuge zum Zeitpunkt des Starts und der Landung immer noch zwischen 200 – 300 km/h schnell sind. Beim Planespotting bieten sich Ihnen grundsätzlich zwei Vorgehensweisen, auf welche Art Sie die Flugzeuge darstellen können.

Sie möchten das Flugzeug samt Umgebung möglichst scharf abbilden und Unschärfeeffekten um jeden Preis vorbeugen? Dann sollten Sie eine kurze Belichtungszeit, etwa um den Wert von einer 1/1000 s wählen. Die kurze Belichtungszeit führt, je nach Geschwindigkeit des Flugzeugs, dazu, dass Ihr Motiv samt Umgebung regelrecht eingefroren wird. Die Wahl einer sehr kurzen Belichtungszeit ist aufgrund äusserer Wettereinflüsse jedoch nicht immer möglich. Ist nicht genügend Licht vorhanden, müssen Sie für das Aufrechterhalten der kurzen Belichtungszeit Abstriche bei ISO- oder Blendenwert machen. Ausserdem verlieren Ihre Bilder dadurch schnell an Dynamik.

Alternativ können Sie die Bewegung der Flugzeuge in der Aufnahme festhalten. Die Flugzeuge werden hierbei zwar scharf dargestellt, der Vorder- und Hintergrund weisen jedoch Unschärfeeffekte auf. Als Richtwert wählen Sie hierzu Belichtungszeiten um eine 1/100s. Setzen Sie den Fokuspunkt auf einen bestimmten Bereich des Flugzeugs, etwa den Flugzeugrumpf, und verfolgen Sie das Flugzeug mit halb gedrückt gehaltenem Auslöser in seiner Bewegung. Konzentrieren Sie sich auf die Bewegung des Flugzeugs und achten Sie darauf, dass der automatische Fokus stets auf dem gewünschten Bereich liegt. Drücken Sie den Auslöser komplett durch, um das Foto aufzunehmen. Diese Technik wird auch als «Mitziehen» bezeichnet und wird häufig in der Sportfotografie angewandt.

Lufthansa Airbus A320 bei der Landung

Das Flugzeug erscheint auf dem Bild scharf, während Vorder- und Hintergrund verschwommen dargestellt sind. Das Bild vermittelt dem Betrachter dadurch ein Gefühl davon, wie schnell das Flugzeug bei der Landung gewesen sein muss.

Ebenso wichtig wie die Wahl einer geeigneten Belichtungszeit ist das Bestimmen des Blendenwerts. Wählen Sie eine offene Blende, so verfügt Ihr Bild nur über eine begrenzte Tiefenschärfe und das Flugzeug wird nur über kleine Bereiche scharf dargestellt. Eine weit geschlossene Blende gibt dem Bild mehr Tiefe und stellt das Flugzeug über grössere Bereiche scharf dar. Jedoch benötigt die Kamera dann sehr viel mehr Licht bzw. eine längere Belichtungszeit. Genau das ist jedoch beim Planespotting aufgrund der hohen Geschwindigkeiten problematisch.

Apps für’s Aufspüren von Flugzeugen

Planung spielt beim Planespotting eine wichtige Rolle. Dies gilt vor allem für all diejenigen, die ein besonders seltenes Flugzeug ablichten wollen. «Plane Tracking» Apps eignen sich besonders gut, um einen Überblick über den Flugverkehr zu bekommen. Dabei können Sie die Flüge in Ihrer Umgebung, aber auch auf mehreren Kontinenten verfolgen und hilfreiche Details zu Flugzeugtyp, Flugdauer oder Flugziel einholen.

Die App «Plane Finder» schneidet sowohl im iOS App Store, als auch in Androids Google Play Store mit durchschnittlich sehr guten Bewertungen ab und bietet viele nützliche Funktionen. Auf beiden Plattformen liegt die App jeweils in einer kostenlosen («Lite») Version und einer kostenpflichtigen, um einige Funktionen erweiterten, Version vor. Die erweiterte Version verfügt unter anderem über einen Augmented Reality Modus, bei dem Flugzeuge am Himmel mit Hilfe der Kamera bestimmt werden. Ausserdem lassen sich noch mehr Informationen zu einzelnen Flügen einsehen.

Neben der «Plane Finder» App gibt es aber auch noch eine zahlreiche Menge an anderen Apps, die ähnliche Funktionen besitzen und einen Test wert sind.

Fazit

Das Planespotting überrascht mit vielen eindrucksvollen Möglichkeiten, wie Flugzeuge dargestellt werden können. Mit Hilfe von Teleobjektiven mit hohen Brennweitewerten und verschiedenen Aufnahmetechniken, gelingt es auch weniger erfahrenen Fotografen, spannende Fotos zu erzeugen. Mindestens genauso wichtig wie die richtige Durchführung ist eine umfassende Planung. Die Planung lässt sich mit der richtigen Smartphone App immens erleichtern und offenbart Planespottern viele hilfreiche Details des Flugverkehrs, wie Flugzeugtyp, Flugstrecke oder die Destination des Flugs.

 

Verschiedene Kameraarten

Das Spiel mit den Kontrasten – „Jet Airliner“ von Josef Hoflehner als künstlerische Auseinandersetzung mit Flugzeugen


Wenn im Zusammenhang mit Fotografie von Flugzeugen die Rede ist, denken viele zuerst an Planespotting. Ausgerüstet mit einer Kamera sind Planespotter stets auf der Jagd nach startenden oder landenden Flugzeugen und versuchen diese vor die Linse zu bekommen. Ähnlich wie Autos haben auch Flugzeuge eine Kennung – Planespotter verfolgen das Ziel, möglichst viele unterschiedliche Flugzeuge abzulichten und ihren „Fang“ dann auf Verzeichnislisten abzuhaken. Zwar haben die meisten Spotter den Anspruch, qualitativ gute Fotos zu schiessen und verfügen über ein umfangreiches Foto-Equipment, Antrieb ist jedoch vor allem die Sammelleidenschaft.  Eine ganz andere Seite der Flugzeugfotografie offenbart sich, wenn man die Bilder des österreichischen Fotografen Josef Hoflehner betrachtet.

 

Posted by Josef Hoflehner on Mittwoch, 20. April 2011

 

Ein nicht ganz typischer Urlaubsstrand, ein Fotograf und eine Vision

Gemeinsam mit seinem Sohn Jakob reiste Hoflehner zwischen 2009 und 2011 insgesamt viermal auf die Karibikinsel Sint Maarten. Auf der niederländischen Seite des Eilands liegt ein ganz besonderer Strand, der rein äusserlich zwar optimale Voraussetzungen für einen ausgedehnten Badetag voller Entspannung bietet, tatsächlich aber alles andere als eine Oase der Ruhe und Erholung ist. Der Strand befindet sich unmittelbar neben der Landebahn 10 des Princess Juliana International Airport, lediglich ein Maschendrahtzaun bildet eine Grenze zum Flughafentrubel. Die Landebahn selbst ist durch ihre geringe Länge immer wieder eine Herausforderung für Piloten, die das beliebte Ferienziel anfliegen. Gezwungenermassen fliegen die Flugzeuge fast unmittelbar über die Köpfe der Badegäste am Maho Beach hinweg, die Flughöhe beträgt nur etwa zehn bis 20 Meter.

 

Posted by Josef Hoflehner on Samstag, 31. März 2012

 

Faszinierende Momentaufnahmen eines bizarren Szenarios

Vielleicht deswegen fühlte sich Hoflehner weniger dazu berufen, gemütlich am Strand zu liegen, als die anfliegenden Flugzeuge mit einer Weitwinkelkamera fotografisch einzufangen.  Herausgekommen ist dabei seine hochkünstlerische und vielbeachtete Fotoreihe „Jet Airliner“, die auch als Bildband erschienen ist und insgesamt 86 Fotografien vereint. Wie die meisten Werke des Fotografen ist auch diese Serie in Schwarz-Weiss gehalten und zeigt auf faszinierende Weise das Geschehen am Maho Beach. Was dort auf eigentümliche Weise zum Alltag gehört, wirkt auf Hoflehners Fotos fast schon surreal. Grossraumflugzeuge wie die Boeing 747 oder der Airbus A340 scheinen direkt über den Köpfen der Strandbesucher zu schweben. Dass die Badegäste sich selbst einen Spass daraus machen, sich vor den landenden Flugzeugen in Position zu werfen, bei der Landung in Applaus und Jubel ausbrechen oder ihrerseits versuchen, mit der Digitalkamera oder dem Handy einen spontanen Schnappschuss als Urlaubserinnerung zu schiessen, macht Hoflehners Bilder einzigartig und besonders.

 

Posted by Josef Hoflehner on Mittwoch, 26. August 2009

 

Rasende Geschwindigkeit vor und hinter der Kamera

Hinter der Leichtigkeit, die in fast schon bizarrem Kontrast zu den schweren Maschinen steht, steckt aber mehr Arbeit, als sich auf den ersten Blick vermuten lässt. Immerhin sind die Flugzeuge auch im Landeanflug noch ziemlich schnell und bringen es auf flotte 200 km/h – nicht viel Zeit für den Fotografen, den richtigen Moment für das perfekte Foto zu erwischen. Der Widerspruch zwischen dem zerbrechlichen Wesen Mensch und der kraftvollen Maschine ist typisch für Hoflehners Arbeiten, die sich minimalistisch und ohne viel Schnickschnack auf das Wesentliche konzentrieren und so eine ganz eigene Dramatik entwickeln. So fasziniert auch „Jet Airliner“ mit einer berückenden Ästhetik, die man so noch nirgendwo sonst gesehen hat.

 

Posted by Josef Hoflehner on Montag, 2. Mai 2016

 

Der Fotograf Josef Hoflehner

Josef Hoflehner entdeckte im Alter von zwanzig Jahren als Quereinsteiger die Fotografie für sich und entwickelte eine zunehmende Begeisterung für das Experimentieren mit der Kamera. Er schloss seine Ausbildung an einer Hotelfachschule zwar noch ab, widmete sich aber im Anschluss als selbstständiger Fotograf vollständig seiner Leidenschaft für das Leben hinter der Kamera. Mit durchschlagendem Erfolg: Hoflehner erhielt bereits zahlreiche Preise, unter anderem einen NIKON Award und die Auszeichnung zum „Nature Photographer of the year“ 2007. Seine stets quadratischen Fotos kommen bis auf wenige Ausnahmen ohne Farbe aus und sind heute Teil wichtiger privater und öffentlicher Sammlungen. Hoflehner selbst sagte in einem Interview, dass seine Fotografien für sich stehen und keine Botschaft haben. Die Reduktion auf das Wesentliche, der weitgehende Verzicht auf Farbe und der daraus entstehende Kontrast lässt dem Betrachter bewusst viel Raum zur Interpretation, ermöglicht eigene Perspektiven und Blickwinkel. Und so bilden seine Bilder selbst einen Kontrast – zu einer oft lauten, meist bunten und manchmal reizüberflutenden Welt.

Hier geht es zur Homepage von Josef Hoflehner

leuchtendes Fruchtfleisch einer Zitrusfrucht

Strukturen zum Leuchten bringen

Immer wieder hält die Natur atemberaubende Motive bereit. Wer gerne im Freien fotografiert, wird vielleicht schon einmal mit dem Gegenlicht der Sonne experimentiert haben. Es ist eine sehr schöne Möglichkeit, Strukturen und Muster der Natur – beispielsweise von Bäumen, Blättern oder Früchten – sichtbar zu machen.

Mit diesem Artikel wollen wir Ihnen zeigen, wie Sie auch zu Hause Muster und Strukturen von Obst und Gemüse ohne großen Aufwand auf besondere Weise hervorheben können.

Muster und Strukturen von Obst und Gemüse zum Leuchten bringen

Licht beeinflusst die Wirkung eines Musters und die Struktur einer Oberfläche enorm. Es kann einer Oberfläche mehr Tiefe verleihen. Auf dem folgenden Bild kann der Betrachter gut das Zusammenspiel von Dichte des Musters sowie die hellen und dunklen Strukturen beobachten.

Die Glühbirne

Auf dem Bild ist eine Birne zu erkennen, in der ein Leuchtmittel untergebracht ist. Der rumänische Fotograf Radu Zaciu hat das deutsche Wort „Glühbirne“ quasi eins zu eins in seine Muttersprache übersetzt und geboren war die Idee, Gemüse und Obst von innen auszuleuchten.

Das Projekt „the light inside“

Die Fotografien des Projekts „the light inside“ lassen die verwendeten Objekte sprichwörtlich in einem neuen, ganz anderen Licht erstrahlen. Der Fotograf schafft es, gewöhnliche Oberflächenstrukturen von Obst und Gemüse so zum Leuchten zu bringen, bis sie eigenartig verfremdet wirken. Ermöglicht wird das durch die unterschiedliche Dicke und Dichte der Objekte und deren Oberflächenfarbe und Struktur. Das verwendete Leuchtmittel und die Kameraeinstellungen leisten den übrigen Beitrag zur Wirkungsweise der Bilder.

ausgekeimte Kartoffel

Besonders interessant ist eine Fotografie des Rumänen, bei der eine Lampe einen Blumenkohl vom Kern aus erleuchtet. Das Bild vom harmlosen Gemüse verwandelt sich in eines, das eher an eine gewaltige Explosion erinnert.

Apocalypse Now – der Blumenkohl

DIY: Strukturen zum Leuchten bringen – Obst und Gemüse

Zaciu bringt in seinem Projekt „the light inside“ ganz unterschiedliche Objekte zum Leuchten. Unter anderem benutzt er eine Netzmelone, eine Kiwi, eine Kartoffel, Fenchel, Drachenfrucht, Ananas, Chicorée, Kohl und andere Obst- und Gemüsesorten.

Möchten auch Sie die Strukturen von Obst und Gemüse auf fast surreale Art und Weise einfangen, sollte sie folgende Werkzeuge und Gadgets bereithalten:

  • Akkuschrauber
  • Spiral- und Flachbohrer, unterschiedliche Größen
  • Leuchtmittel, unterschiedlicher Größe und Leuchtkraft
  • Taschenlampe
  • Stativ und Kamera
  • Sehr dunkler Raum

Nun kann damit begonnen werden, das Obst oder Gemüse zu präparieren. Je nach Sorte empfehlen wir, unterschiedliche Bohrer zu verwenden. Es sollte nur so viel Inneres entnommen werden, wie für die Lichtquelle erforderlich ist. Für Chicorée reicht ein schmaler Kanal für eine dünne Taschenlampe. Da seine Blätter sehr durchlässig sind, benötigt man keine starke Lichtquelle.

Bei anderem Gemüse, wie bei Blumenkohl, reicht eine Taschenlampe nicht. Hier benötigt der Fotograf eine handelsübliche Glühbirne über die er den Blumenkohl stülpen kann. Der Platz für die Glühbirne im Kohl wird durch den Flachbohrer geschaffen. Auch hier gilt, nur so viel wie nötig zu entnehmen, damit die natürliche Leuchtkraft erhalten bleibt.

Das präparierte Gemüse und Obst wird nun in einem stark abgedunkelten Raum vor der Kamera mit Stativ platziert. Ein dunkler Raum ist nötig, da das durchscheinende Licht aus den Obst- und Gemüsesorten sehr schwach im Vergleich zum Umgebungslicht scheint. Außerdem stört es die spätere Motivwirkung.

Wir empfehlen Langzeitbelichtungsaufnahmen von etwa 10 Sekunden. Dieser Wert kann je nach zu fotografierendem Objekt allerdings schwanken. Hier heißt es: Ausprobieren!

Tipp: Spannend sind auch Aufnahmen mit dem Makro-Objektiv.

Bevor Sie jetzt loslegen, möchten wir Sie noch an grundlegende Sicherheitshinweise erinnern. Vor der Präparation muss bei Lampen mit Stromanschluss (50Hz, 230V) der Netzstecker gezogen werden. Außerdem sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass einzelne Kontakte isoliert sind. Nur so kann ein Stromschlag vor, während und nach der Fotosession vermieden werden.

Der Asteroid

Rotes Muscle Car

Fahrzeugfotografie – Autos und andere Fahrzeuge dynamisch fotografieren

Sie sind Teil unseres alltäglichen Lebens und bringen uns von A nach B: Ob klein oder gross, schnell oder langsam, Strasse oder Schiene, Autos, LKWs oder Züge. Sie alle haben etwas gemeinsam – sie geben tolle Fotomotive ab. Die Kunst der Fahrzeugfotografie liegt meist darin, die auf uns so dynamisch wirkenden Objekte auch auf dem Foto schwungvoll darzustellen.

Was Sie für eine gute Vorbereitung beachten sollten und wie Ihnen besonders stimmige Fotos gelingen, erfahren Sie in diesem Artikel.

So sind Sie optimal vorbereitet

Zunächst sollten Sie überlegen, welche Art von Fahrzeug Sie abbilden möchten. Für maximale Flexibilität bietet sich der Einsatz eines Objektivs mit einem grossen Brennweitenbereich an. Fällt Ihre Wahl auf die Fotografie von PKWs, dann reicht ein Objektiv mit mittlerer bis hoher Brennweite. Fotografieren Sie hingegen lieber LKWs, Züge und ähnlich grosse Fahrzeuge oder wollen Sie zusätzlich die Umgebung einfangen, so sollte die Wahl auf ein Objektiv mit niedrigeren Brennweiten oder ein Weitwinkelobjektiv fallen.

Für gelungene Fotos im Freien empfiehlt sich ausserdem der Einsatz eines Polfilters. Grundsätzlich verhindert dieser ungewollte Reflexionen auf nicht-metallischen Oberflächen. Obwohl sich die volle Wirkung des Polfilters vor allem auf nicht-metallische Oberflächen entfaltet, so verringert dieser in gewissen Masse dennoch Spiegelungen des Lacks. Darüber hinaus sollten Aufnahmen im direkten Sonnenlicht vermieden werden, da oftmals unschöne und harte Schatten entstehen. Lichten Sie Ihr Motiv daher lieber in einer sonnengeschützten Umgebung ab.

Um ungewünschten Wettereinflüssen zu entgehen, können insbesondere Lagerhallen oder Parkgaragen einen guten Ort für ein Foto-Shooting darstellen. Experimentieren Sie hierbei mit dem Standort des Fahrzeugs und der Beleuchtung vor Ort. Die Leuchten des Fahrzeugs können dabei auch gut in das Shooting miteingebracht werden. Für den Fall, dass die Location nicht genügend Licht bereithält, lohnt der Einsatz eines Stativs und/oder eines lichtstarken Festbrennweiten Objektivs.

Stehende Fahrzeuge eindrucksvoll fotografieren

Bei stillstehenden Fahrzeugen haben Sie grundsätzlich viele Möglichkeiten, um ein Bild nach Ihren Vorstellungen zu entwickeln. Wird das Fahrzeug etwa aus einem niedrigen Winkel fotografiert, so wirkt es besonders mächtig. Die entgegengesetzte Wirkung kann erzielt werden, wenn das Fahrzeug von einem höheren Standpunkt aus fotografiert wird. Probieren Sie verschiedene Perspektiven aus und erleben Sie, wie sich die Zusammensetzung Ihres Bildes verändert.

Vielversprechend sind bei der Fotografie von Fahrzeugen vor allem Nahaufnahmen bestimmter Fahrzeugteile. Bei Autos können beispielsweise die Felgen und Bremsscheiben, das Interieur mit Lenkrad, Schaltknüppel und Armaturenbrett oder auch der Motorblock ein gutes Motiv abgeben. Gehen Sie ins Detail und Sie werden mit besonderen Aufnahmen belohnt.

Detailansicht eines grünen Oldtimers

Bewegte Fahrzeuge gekonnt in Szene setzen

Anders als bei stehenden Fahrzeugen und wie auch bei der Sportfotografie ist bei bewegten Motiven auf eine niedrige Verschlusszeit zu achten, damit dynamische Objekte scharf abgebildet werden können. Optimalerweise sollte zu Beginn die Fokusoption für bewegende Motive in den Kameraeinstellungen ausgewählt werden. Der Autofokus geht in dieser Einstellung mit dem Motiv mit und ermöglicht eine präzise Fokussierung. Bei Kameras vom Typ Canon heisst diese Art des Fokus AI Servo, wohingegen Nikon die Bezeichnung AF-C führt. Die Bezeichnung kann daher je nach Kameratyp variieren.

Grundsätzlich bieten sich Ihnen bei der Fotografie von bewegten Fahrzeugen zwei Vorgehensweisen:

Bei der Technik des „Mitziehens“ fokussieren Sie auf das gewünschte Fahrzeug und folgen seiner Bewegung. Einem Sportwagen, der auf horizontaler Achse am Fotografen vorbeifährt, sollte in entsprechender Richtung mit der Kamera gefolgt werden. Für ein optimales Ergebnis sollten Sie das Fahrzeug bereits aus der Ferne durch den Sucher betrachten, den Auslöser halb durchgedrückt halten und in gleichmässiger Geschwindigkeit zur Fahrtrichtung mitziehen. Grösster Vorteil dieser Vorgehensweise ist die Tatsache, dass ein realistisches Abbild der Situation entsteht. Durch das Mitziehen kommt es abseits des fokussierten Motivs zu Unschärfeeffekten, die auf die hohe Geschwindigkeit des Fahrzeuges hindeuten und es in einer stimmigen Dynamik darstellen.

Roter Zug in der Bewegung fotografiert

Bei der Technik des Mitziehens erscheinen die Fahrzeuge scharf. Ein Blick auf die verschwommene Umgebung des Zuges verrät, dass er sich bewegt. Durch diesen Effekt kann die Dynamik der Fahrzeuge glaubhaft abgebildet werden.

 

Die zweite Vorgehensweise wäre, das Fahrzeug mit einer sehr kurzen Verschlusszeit zu Fotografieren. Wählen Sie hierbei etwa eine 1/1000 Sekunde, so wird das Fahrzeug quasi eingefroren. Einerseits werden so die wesentlichen Bestandteile des Fahrzeugs und der Umgebung scharf abgebildet, andererseits verliert das Bild dadurch an Dynamik und Ausdruckskraft. Um das Bild dennoch spannend wirken zu lassen, kann die Kamera auf eine niedrige Blendenzahl wie etwa f/2,8 gestellt werden. Dies hat zur Folge, dass der Bereich fernab des fokussierten Motivs weniger scharf erscheint und ein schöner Bokeh-Effekt entsteht.

Blaues Rallye-Auto fährt auf kurviger Bergstrecke

Das in der Mitte fokussierte Rallye-Auto erscheint scharf, während Vorder- und Hintergrund leicht unscharf abgebildet sind. Anders als bei dem vorangegangenen Foto ist die Umgebung hier nicht verschwommen, sondern immer noch gut erkennbar. Auch die Felgen des Fahrzeugs scheinen stillzustehen.

 

Exkurs: Langzeitbelichtung bei der Fahrzeugfotografie in der Nacht

Bei Nacht bietet sich die Gelegenheit einer ganz besonderen Art der Fahrzeugfotografie. Mit Hilfe einer Langzeitbelichtung lassen sich die Scheinwerfer von Autos oder Zügen über mehrere Sekunden lang mit der Kamera festhalten. Die Bewegung der Fahrzeuge führt dazu, dass ein und dieselbe Lichtquelle an mehreren Stellen abgebildet wird und sich ganze Lichtspuren bilden. Dieser Effekt verleiht den Bildern einen ganz besonderen Touch, auch wenn es sich nicht um klassische Fahrzeugfotografie handelt, da das Auto oder der Zug nicht im Mittelpunkt stehen.
Tipp: Um scharfe Ergebnisse zu erzielen, sollten Sie unbedingt zu einem Stativ und gegebenenfalls zu einem Fernauslöser greifen.

Durch Langzeitbelichtung entstandene Lichtspuren von Autobeleuchtung

Sicherheit beim Fotografieren von fahrenden Autos und Zügen

Trotz aller Euphorie für Ihr Motiv sollten Sie immer Ihre Umgebung im Auge behalten. Sie sollten es insbesondere vermeiden, bewegenden Fahrzeugen zu nahe zu kommen. Ein gewisser Sicherheitsabstand sollte auch beim Fotografieren von Fahrzeugen gegeben sein. Bringen Sie sich oder andere niemals in Gefahr, nur um eine vielversprechende Aufnahme zu machen.

Fazit

Die Fahrzeugfotografie glänzt mit schier endlosen Möglichkeiten, um ein Fahrzeug stimmig in Szene zu setzen. Eine grosse Rolle spielt dabei unter anderem die richtige Vorbereitung und die Wahl einer geeigneten Location. Trotz aller Vorbereitungen sollte niemals die Wichtigkeit der Kreativität und der Experimentierfreudigkeit außer Acht gelassen werden. Der Einsatz einer geeigneten Technik rundet das Ergebnis Ihrer Arbeit dann letztlich ab und führt dazu, dass Sie das Fahrzeug Ihrer Wahl, den eigenen Vorstellungen entsprechend, abbilden können.

Light Painting – ein glühender Kreis mit sprühenden Funken

Light Painting – Malen mit glühender Stahlwolle

Light Painting – Malen mit Licht bedeutet, die Bewegung einer Lichtquelle fliessend mit der Kamera festzuhalten. Dafür eigenen sich verschiedenen Lichtquellen, wie Kunstlicht und auch Feuer. Das Element Feuer ist gefährlich, zerstörerisch und faszinierend zu gleich und nicht immer leicht zu kontrollieren. Mit brennender Stahlwolle ist es möglich, die Unkontrollierbarkeit zu umgehen und beeindruckende Aufnahmen von glühenden Spiralen und weitläufigen Funkenflug zu machen. Wie das funktioniert und was dabei unbedingt beachtet werden sollte, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was wird für Light Painting benötigt?

Als erste Voraussetzung wird eine Kamera benötigt, an der die Belichtungszeit und die Blende manuell eingestellt werden können. Dies kann eine digitale Spiegelreflexkamera oder auch eine Systemkamera sein. Des Weiteren werden Stahlwolle benötigt, ein Schneebesen und ein feuerfestes Seil, bestenfalls ein dünnes Stahlseil. Alternativ kann auch eine Kette verwendet werden. Die Länge des Seils sollte zwischen 50 und 100 Zentimeter betragen, je nach Körpergrösse. Der Schneebesten sollte robust und komplett aus Metall sein. Beim Kauf der Stahlwolle ist zu beachten, dass es diese in mehreren Stärken gibt. Für die Erstellung solcher Aufnahmen kommen nur die Stärken 000 bis 0 in Frage. Desto mehr Nullen, umso feiner ist die Stahlwolle und umso besser und schneller brennt sie.
Liegen der Schneebesen, das Seil und die Stahlwolle parat, lässt sich die benötigte Vorrichtung in nur drei Schritten zusammenbauen.

Schritt 1:

Den Innenraum des Schneebesens mit Stahlwolle befüllen.

Schritt 2:

Die Stahlwolle durch Auseinanderziehen lockern, damit sie besser brennt.

Schritt 3:

Das Seil am Ende des Schneebesens befestigen. Besitz der Schneebesen eine Öse, lässt sich das Seil leicht anknoten. Ist dies nicht der Fall, kann man das Seil mit einem sehr robusten Klebeband, wie dem Gaffa-Tape, ankleben.
Tipp: Im Falle, dass ein Stahlseil oder eine Kette verwendet wird, kann es für den Griff angenehmer sein, auch das Ende des Seils mit dem Gaffa-Tape zu umwickeln.
Liegt die Vorrichtung gut in der Hand und ist es ist dunkel, kann es fast schon losgehen.

Sicherheit geht vor!

Feuer ist nicht ungefährlich. Es kann schwere Verbrennung hervorrufen und breitet sich ziemlich schnell aus. Deshalb ist es wichtig, diese Fotos auf weitem Gelände und freien Plätzen zu machen. Falls doch die Wiese, ein Strauch oder ein anderer Gegenstand Feuer fängt, sollten immer ein Feuerlöscher, ein Eimer Wasser oder schwer entflammbare Decken in greifbarer Nähe sein.
Für den eigenen Schutz empfehlen sich feste Schuhe, lange Bekleidung und Handschuhe. Zudem ist es für den optischen Aspekt nützlich, dunkele Kleidung zu tragen, die auf den Fotos zwischen den Flammen und Funken nur schwer zu erkennen sind.
Light Painting – eine glühende Kugel mit sprühenden Funken

Die richtigen Kameraeinstellungen

Spiralförmige Linien und Funkenflug lassen sich durch ein rotierendes Schleudern der Vorrichtung mit der brennenden Stahlwolle bewirken. Umso schneller die Stahlwolle durch die Luft gewirbelt wird, desto höher fliegen die Funken. Um aus dieser Bewegung fliessende Linien zu kreieren, werden lange Belichtungszeiten benötigt. Als Ausgangssituation ist eine Belichtungszeit von 25 Sekunden optimal. Das entstehende Licht wird durch eine eher geöffnete Blende, wie Blende f/5, im vollen Umfang erfasst. Da die Effekte, die durch die glühende Stahlwolle entstehen, am besten bei Dunkelheit wirken, sollte der ISO-Wert klein gehalten werden, sodass in den schwarzen Bereichen des Fotos kein unschönes Rauschen entsteht.
Für derlei Aufnahme eigenen sich am besten Weitwinkelobjektive mit kleinen Brennweiten, da die Arbeit mit dem Feuer einen relativ grossen Sicherheitsabstand zur Kamera erfordert. Ist der Abstand zu klein, können die sprühenden Funken sowohl die Kamera als auch das Objektiv beschädigen. Ein Probelauf ohne Kamera hilft dabei, den Funkenflug einschätzen zu können und danach die Kamera zu positionieren.
Ist die Kamera richtig platziert, wird die Stahlwolle mit einem Feuerzeug angezündet. Sobald durch die Bewegung die ersten Funken sprühen, sollte der Auslöser betätigt werden. Am besten lassen sich solche Aufnahmen zu zweit machen, damit einer die Stahlwolle in Bewegung bringt und der andere die Kamera bedingt. Ist man jedoch allein, kann ein Fernauslöser Abhilfe schaffen.

Mit Feuer malen

Für die Bewegung gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann man mit der Stahlwolle gleichmässige kreisförmige Bewegungen machen. Dadurch entsteht ein hell aufleuchtender Kreis, um den sich die Spuren der Funken ziehen. Dreht sich während des Rotieren die Person um sich selbst, erscheint eine dreidimensional wirkende Kugel. Eine Spirale lässt sich erzeugen, wenn die Parson mit der Stahlwolle während des Drehens nach und nach einen Schritt zurückgeht – leicht schräg zur Kamera. Wird die Stahlwolle wahllos durch die Luft geschleudert, bleibt die Wirkung auf dem Bild eine Überraschung.
Light Painting – ein glühende Spirale mit Funkenflug

Fazit

Light Painting ist eine Variante, um spektakuläre und kontrollierte Aufnahmen von Feuer zu machen. Wie so oft in der Fotografie heisst es auch hier: Geduld bewahren und mehrmals üben. Gerade für das erste Mal und die anfänglichen Versuche ist es empfehlenswert, sich eine helfende Hand mitzunehmen. Die richtige Kleidung, genügend Abstand und als Vorsichtsmassnahme etwas zum Löschen des Feuers sollten unbedingt dabei sein. Ansonsten ist Light Painting ein Bereich in der Fotografie, der für jeden umsetzbar und erschwinglich ist.


Tipps für das Fotografieren von kleinen Produkten für den eigenen Online Shop

Produktfotografie: Gute Bilder für den eigenen Onlineshop, eBay und Co.

Wer einen eigenen Onlineshop betreibt, selbst gemachtes über DIY-Plattformen verkauft oder seine nicht mehr gebrauchten Dinge über eBay und Co. verkaufen möchte, weiss, wie wichtig gute Produktfotos sind. Kann der potenzielle Käufer das Produkt nicht erkennen oder wirkt das Bild zu dunkel, klickt er weg.
Daher verraten wir Ihnen nachfolgend, wie Sie kleine Produkte und Waren für den Online-Verkauf optimal in Szene setzen und worauf sie dabei besonders achten sollten.

Die passende Ausrüstung für die Produktfotografie

Wer gute und vor allem detailreiche Produktbilder für einen Onlineshop erstellen möchte, sollte auf eine gute Ausrüstung setzen. Das fängt bei einer Kamera an und hört bei der Wahl des Zubehörs auf.
Gute Aufnahmen können natürlich mit einer digitalen Kompaktkamera erstellt werden. Allerdings haben auch diese kleinen Alleskönner ihre Grenzen, wenn es um das Arbeiten im Studio oder einer studio-ähnlichen Umgebung geht. In der Produktfotografie ist daher eine gute Systemkamera oder DSLR empfehlenswert, an der sich bestimmte Parameter, wie die Blende, einstellen lassen.
Ebenso wichtig wie die Wahl der richtigen Kamera ist auch die Wahl des passenden Objektives. Da in diesem Artikel der Focus auf kleinen Produkten liegt, ist ein Makroobjektiv empfehlenswert. Diese Objektive sind für sehr nahe Aufnahmen konzipiert und können Details besser herausarbeiten als Weitwinkel oder Teleobjektive.
Auch wenn die Auswahl an Kamera- und Objektivzubehör riesig ist, sind vor allem ein gutes Stativ mit einem festen Stand und ein Polfilter für das Objektiv empfehlenswert. Der feste Stand des Statives ist gerade dann wichtig, wenn Sie beispielsweise ein Produkt fotografieren wollen, dass es in mehreren Farben gibt und auf jedem Bild der gleiche Blickwinkel eingehalten werden soll. Würde das Stativ beim Berühren ständig verrutschen, müsste vor jeder Aufnahme erst einmal das Stativ wieder neu platziert werden. Haben die Produkte reflektierende oder spiegelnde Flächen, empfiehlt sich der Einsatz eines Polfilters für das Objektiv. Mit Hilfe eines solchen Polfilters können schon beim Fotografieren Spiegelungen entfernt werden, die selbst in der Nachbearbeitung nicht mehr korrigiert werden können.

Das passende Setting finden

Steht die Kameraausrüstung, geht es auch schon an das eigentliche Fotografieren der Produkte für den Onlineshop oder die Verkaufs-Plattform. Um das beste Ergebnis zu erzielen, ist es ratsam sich zu den Punkten Hintergrund, Licht und Perspektive Gedanken zu machen.

Produktfotografie: Vergleich verschiedenfarbiger Untergründe

Wirkung verschiedener Untergründe: Vergleich schwarzer vs. weisser Untergrund

Damit später das Produkt im Mittelpunkt steht, empfiehlt es sich, dieses vor einem neutralen Hintergrund zu fotografieren. Dies kann ein weisser, einfarbiger oder schwarzer Hintergrund sein. Wichtig bei der Wahl des passenden Hinter- und Untergrundes ist es darauf zu achten, dass sich dieser deutlich vom Produkt abhebt. So ist es beispielsweise nicht sinnvoll, ein helles Produkt auf einem weissen Hintergrund zu fotografieren, da hier das Produkt mit dem Hintergrund verschwimmen würde. Soll ein farbiges Produkt fotografiert werden, ist es ratsam verschiedenfarbige Hintergründe auszuprobieren, bis man den passenden gefunden hat. Achten Sie dabei aber auf Einheitlichkeit. So wirkt es weniger ansprechend, wenn später jedes Produkt in ihrem Shop vor einem anderen Hintergrund fotografiert wurde.
Im Beispiel haben wir uns für einen weissen Hintergrund entschieden. Um kleine Produkte optimal zu fotografieren, bietet sich der Einsatz eines Fotozeltes bzw. eines Lichtwürfels an. Wer dies nicht zur Hand hat, kann auch wie in unserem Beispiel auf ein weisses Blatt Papier zurückgreifen. Um auf dem späteren Produktbild keine unschönen Kanten zu haben, wird das Blatt Papier so an der Wand befestigt, dass es sich nach unten hin leicht wölbt.

Das Setting in der Produktfotografie muss nicht immer aufwendig sein

Um auf dem späteren Produktbild keine unschönen Kanten zu haben, wird ein Blatt Papier so an der Wand befestigt, dass es sich nach unten hin leicht wölbt.

Damit auf dem späteren Bild auch alle Details gut erkennbar sind, ist eine gute Belichtung das A und O. Hierfür gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten: Entweder man verwendet ein Blitzlicht oder, wie in unserem Fall, ein Dauerlicht. Welche Vorteile die jeweilige Belichtungsmöglichkeit bietet, können Sie hier nachlesen.

Vergleich Produkt ohne zusätzliche Beleuchtung und mit guter Ausleuchtung

links: Produkt ohne zusätzliche Beleuchtung, nur mit Tageslicht – rechts: Ausleuchtung des Produktes mit einer Ringleuchte

Haben sie einen passenden Hintergrund und die optimale Belichtungsmöglichkeit gefunden, geht es nun darum, den richtigen Winkel für Ihr Produkt zu finden. Manchmal ist es passend, das Produkt einfach nur aus der Vogelperspektive zu fotografieren. Um dem Produkt aber mehr Dynamik zu verleihen, lohnt es sich verschiedene Winkel auszuprobieren. So reicht es manchmal schon aus, wenn Sie das Produkt leicht drehen und mit der Kamera ein paar Grad nach unten gehen. Achten Sie auch bei der Foto-Produktion darauf, das Produkt, wenn nötig aus verschiedenen Blickwinkeln zu fotografieren, damit sich der Kunde später ein umfassendes Bild machen kann. Ebenso sollten Sie auch Detailaufnahmen nicht vergessen.

Vergleich der Wirkung verschiedener Winkel in der Fotografie

Wirkung verschiedener Winkel. Rechts wirkt das Produkt viel dynamischer und echter als auf dem linken Bild.

Um alle Details des Produktes einzufangen, sollten sie zudem mit einer hohen Blendenzahl arbeiten. Dadurch stellen Sie sicher, dass kein Detail verwischt. Auch der ISO Wert sollte möglichst klein gehalten werden, damit auf dem späteren Bild kein unschönes Rauschen zu sehen ist. Wer mit einem Stativ arbeitet, kann je nach Power der Belichtung mit einer langen Belichtungszeit arbeiten.

 Negativ-Beispiel – Produktfoto mit zu kleiner Blendenzahl

Negativ-Beispiel: Aufnahme des Produktes mit einer zu kleinen Blende von f1.8. Hier ist deutlich zu sehen, dass nur die Mitte des Produktes scharf ist und die Kanten verwischen.

Nachträgliche Bildbearbeitung für optimale Ergebnisse

Selbst die beste Kamera kann manchmal nicht alle Details eines Produktes einfangen. Diese müssen dann in der Nachbearbeitung mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogrammes herausgearbeitet werden. Dabei muss es nicht immer Photoshop sein. Es gibt auch kostengünstige Alternativen mit denen Sie noch mehr aus den Aufnahmen herausholen können.
Neben dem Zuschneiden der Bilder, z.B. für Detail-Aufnahmen, können Sie nachträglich noch die Helligkeit erhöhen, sollten doch ein paar Details des Produktes im Schatten liegen. Aber auch die Kontrastfunktion kann helfen, dass gewisse Merkmale noch besser zur Geltung kommen. Ebenso können Sie auch nachträglich noch Farbanpassungen vornehmen, indem Sie die Sättigung erhöhen oder verringern. Eine solche Farbanpassung lässt sich aber auch über den Weissabgleich regeln. Möchten Sie diesen im Nachgang bearbeiten, ist es wichtig, dass Sie die Bilder im RAW-Format aufnehmen.

Tipp: Studioausstattung für die eigenen vier Wände

Beispielshafte Objektanordnung verschiedener Kameras mit geringer Schärfentiefe

Objektfotografie – Eine Anleitung für das perfekte Motiv

Bei der Objektfotografie dreht sich alles um das Ablichten dreidimensionaler Gegenstände und Arrangements. Die häufigste Art der Objektfotografie ist die sogenannte Table Top Fotografie, bei der kleinere Objekte auf einem Tisch oder einer Ablage drapiert werden. Da das Fotografieren von Objekten oftmals im Studio oder in ähnlich neutraler Umgebung stattfindet, ist vor allem Lichtführung, Belichtung und Schärfeverlauf für die Qualität der Fotos entscheidend. Ob im Stillleben, bei Produktfotos oder der Food-Fotografie – Hier finden Sie Inspirationen und Tipps für Ihr perfektes Objektfoto.

Ausrüstung und Voraussetzungen

Grundsätzlich lassen sich mit jeder Kamera und dem richtigen Know-How entsprechend gute Objektfotos machen. Für die Objektfotografie empfiehlt sich natürlich eine Digitalkamera, die wenn möglich eine Makrofunktion hat, um auch Nahaufnahmen und sehr kleine Objekte ausreichend scharf ablichten zu können. Je nach Fotomotiv wird ausserdem ein passender Hintergrund benötigt. Für die Produktfotografie ist ein weisser oder zumindest neutraler Hintergrund beliebt. Dabei ist schon ein grösseres weisses Blatt Papier ausreichend, das leicht gebogen Untergrund und Hintergrund für das Produkt bildet. Alternativ eignen sich natürlich auch immer eine neutrale Wand und davor eine einfarbige Tischplatte. Für Stillleben und Food-Fotografie sind hingegen auch malerische Arrangements beliebt, zum Beispiel ein schöner Holztisch mit Tuch und Messer für eine Obstschale:
Stillleben-Fotografie: Obstschale mit Messer und Tuch auf einem Holztisch
Ausserdem empfehlen sich ausreichend viele Lichtquellen ohne hartes oder gelbliches Licht. Schon günstig gibt es sogenannte Softboxen zu kaufen, die ein diffuses Licht erzeugen und dem Tageslicht sehr nahekommen. Da oftmals höhere Belichtungszeiten für die Fotos nötig sind, sollte auch an ein Stativ für die Kamera gedacht werden. Für die weitere Bearbeitung der Fotos ist zudem ein Bildbearbeitungsprogramm hilfreich.

Tageslicht oder externe Lichtquelle – Die Wahl der passenden Beleuchtung

Fotos, die ausschliesslich mit Tageslicht geschossen werden, erfordern eine längere Belichtungszeit, da das natürliche Licht für eine ausreichende Beleuchtung meist nicht ausreicht. Beim Fotografieren mit weissen Hintergründen kommt ausserdem erschwerend dazu, dass der Hintergrund nahezu nie richtig weiss erscheinen wird und eventuell nachträglich mit einem Bildbearbeitungsprogramm aufgehellt werden muss. Stehen jedoch keine anderen Lichtquellen zur Verfügung, sollten die Fotos tendenziell eher bei leicht bedecktem Himmel oder mit indirektem Sonnenlicht aufgenommen werden. Direkte Sonneneinstrahlung ist bei der Objektfotografie weniger zu empfehlen, da diese zu starken Schlagschatten führen kann.

Ist das Licht im Raum nicht ausreichend, sind sogenannte Softboxen die richtige Wahl. Die Tageslichtlampen erzeugen ein kühles, diffuses und natürliches Licht. Für eine optimale Ausleuchtung empfiehlt sich eine solche Lampe zu jeder Seite des zu fotografierenden Objekts. Auch eine Softbox ist ausreichend, wenn diese zur Decke gerichtet ist, die reflektiert und damit ein weiches Licht über den gesamten Raum fallen lässt.

Profis greifen bei der richtigen Ausleuchtung gern auf Studioblitze zurück. Wir empfehlen für den Hobbygebrauch jedoch erst einmal ohne Blitz und nur mit Tageslicht bzw. Tageslichtlampen zu arbeiten.

Reflexion, Spiegelung und Schatten – jedes Material ist anders

Glas, Stoff oder andere Materialien – sie alle haben unterschiedliche Oberflächen und reagieren dementsprechend differenziert auf Lichtquellen. Für die richtige Ausleuchtung erfordert es also ein gewisses Gespür für das Zusammenspiel von Licht und Schatten. Glas und Metall sind dabei besonders grosse Herausforderungen, da die Materialien stark reflektieren und spiegeln. Auch hier eignen sich diffuse Lichtquellen, um eine starke Lichtreflexion an der glänzenden Oberfläche zu vermeiden. Leider gibt es aufgrund der vielen unterschiedlichen Materialien, Formen, Farben und Lichtverhältnisse kein Patentrezept für das perfekt ausgeleuchtete, nicht spiegelnde und nicht reflektierende Objekt. Experimentieren Sie an dieser Stelle am besten mit diversen Lichtquellen und der Ausrichtung dieser. Auch mit Reflektoren oder lichtschluckenden Flächen kann gearbeitet werden. Das sind oftmals einfache Pappen mit einer reflektierenden Folie bzw. matten Oberfläche, die seitlich des Objekts aufgestellt werden um den optimalen Lichteffekt zu kreieren.
Fotografie von Gläsern unterschiedlicher Formen
Ähnliches gilt für den Schatten des zu fotografierenden Objekts. Generell gilt, je geringer der Abstand zwischen Motiv und Lichtquelle, desto heller wird das Motiv und umso härter ist der Schatten. Für weichere Schatten sollte die Lichtquelle weiter weg bewegt werden, den wenigsten Schatten erzeugen Lampen, die direkt von oben auf das Objekt gerichtet sind. Will man einen Schatten komplett vermeiden, empfiehlt es sich, zwei gleiche Lichtquellen je links und rechts auf das Motiv zu richten.

Fototechnik – Die richtigen Einstellungen

Ist das Objekt in Position gebracht und optimal beleuchtet, geht es nun an das eigentliche Fotografieren. Eine DSRL bietet dahingehend ausreichend kreativen Spielraum um die passende Einstellung für jedes Motiv zu finden. Bevor man jedoch mit den Aufnahmen beginnt, empfiehlt es sich, einen Weissabgleich zu machen. Dieser kann automatisch oder auch manuell vorgenommen werden, teilt der Kamera die Farbtemperatur mit und beugt somit Farbstichen vor.

Bei der Belichtungszeit heisst es wieder Experimentieren, da dieser stark von den individuellen Lichtverhältnissen abhängt. Bei zu kurzer Belichtungszeit ist das Bild unterbelichtet. Ist der Wert zu hoch gewählt, wird das Bild zu hell.

Auch die Wahl der optimalen Blende entscheidet sich nach individuellen Wünschen. Für einen unscharfen Hintergrund und demnach eine geringe Schärfentiefe empfiehlt sich ein kleiner Blendenwert. Für einen scharfen Hintergrund gilt entsprechend ein höherer Wert.
Beispielshafte Objektanordnung verschiedener Kameras mit geringer Schärfentiefe
Besonders für Produktfotos ist es entscheidend, dass möglichst viele Seiten des Objekts gezeigt werden. Fotografieren Sie dazu am besten von verschiedenen Seiten und aus unterschiedlichen Winkeln. Klassisch und einfach von vorne oder von schräg oben – bezüglich der Perspektive gibt es viele Möglichkeiten.

Ein weiterer Punkt ist die Blickrichtung und die Motivbetrachtung. Wir sind es gewohnt von links nach rechts zu lesen. Diese Gewohnheit übernehmen wir daher im Regelfall auch bei der Betrachtung von Bildern. Fotos, auf denen Objekte entsprechend angeordnet sind, lassen sich demnach angenehmer betrachten. Als Beispiel folgt eine Anordnung von Matchboxautos von links nach rechts.
Anordnung verschiedener bunter Matchboxautos in einer Linie von links nach rechts
Nun ist die gleiche Reihe von rechts nach links angeordnet. Im Vergleich empfinden die meisten Menschen die erste Abbildung als angenehmer.
Anordnung verschiedener bunter Matchboxautos in einer Linie von rechts nach links
Ebenso ist die Anordnung des Objektes innerhalb des Fotos von Bedeutung. Das ist vor allem interessant, wenn nicht nur ein Objekt abgelichtet werden soll, sondern mehrere. Im Fall der Food-Fotografie werden Nahrungsmittel und Zubehör oftmals so arrangiert, dass ein kleines Kunstwerk entsteht. Aber auch bei der Produktfotografie muss es nicht langweilig vor der Kameralinse zugehen. Auch hier können unterschiedliche Objekte, Farben und Gegenstände zusammengestellt werden. Gerade kleinere Objekte wirken oft verloren, wenn sie allein im Bild stehen und können gut mit ähnlichen und artverwandten Produkten kombiniert werden. Dabei weiss der Fotograf meist am besten, welche Gegenstände gut zusammenwirken und wie das Foto am Ende aussehen soll.

Dieser Artikel sollte Ihnen Inspiration und Hilfestellung geben, jedoch gilt auch beim Ablichten von Objekten, wie in vielen Bereichen der Fotografie: Probieren Sie sich aus. Testen Sie, wie verschiedene Motive und unterschiedliche Einstellungen wirken und gelangen Sie somit Schritt für Schritt zu Ihrem optimalen Foto.

Fashion Fotografie: Mit Nahaufnahmen raffinierte Details wie Schmuck einfangen

Nahaufnahmen – raffinierte Details eindrucksvoll festhalten

Nahaufnahmen spielen in der Modefotografie eine zentrale Rolle. Sei es das Fotografieren von Nähten und Knöpfen oder die Nahaufnahme von raffinierten Details, wie einer Brosche, Fransen oder Schmuck. Wir geben Ihnen fünf wertvolle Tipps, wie sie beim nächsten Foto-Shooting all diese Details gekonnt in Szene setzen können.

5 Tipps für schöne Nahaufnahmen

Motivwahl und Perspektive

Bevor die Kamera und das Licht eingestellt werden, ist die Motivwahl von entscheidender Bedeutung. Damit Details wie Schmuck oder Federn in den späteren Aufnahmen nicht flach und langweilig wirken, spielt die Perspektive eine zentrale Rolle. Um Accessoires ansprechend und aufregend zu fotografieren, sollte der Fotograf mit der Perspektive spielen, einen richtigen Aufnahmewinkel gibt es allerdings nicht. Ob „Vogel-Perspektive“, von unten oder seitlich schräg – probieren Sie mehrere Perspektiven aus. Oftmals reichen schon ein paar Grad Veränderung, um dem Bild mehr Dynamik und Leben zu verleihen.

Neben der Perspektive spielt auch der Bildausschnitt eine wichtige Rolle. Orientieren Sie sich hierbei am sogenannten „goldenen Schnitt“. Dabei wird das Hauptmotiv nicht in der Mitte des Fotos angeordnet, sondern leicht aus der Mitte versetzt. Bei den meisten Kameras lässt sich ein Gitterlinien-Netz einblenden, das bei der Platzierung des Motives hilft. Achten Sie bei der Motivwahl auch auf den Unter- bzw. Hintergrund. Dieser sollte ruhig und ausgewogen wirken, damit das Hauptmotiv im Mittelpunkt steht und gut zur Geltung kommt. So ist es beispielsweise ratsam, eine einfarbige Bluse oder einen ruhigen Untergrund zu wählen, wenn ein verspieltes und buntes Schmuckstück in Szene gesetzt werden soll.

Nahaufnahme eines Reissverschlusses - auf dem linken Bild wirkt der Reissverschluss langweilig, wohingegen der rechte Reissverschluss durch die gewählte Perspektive dynamischer wirkt.Nahaufnahme eines Reissverschlusses - auf dem linken Bild wirkt der Reissverschluss langweilig, wohingegen der rechte Reissverschluss durch die gewählte Perspektive dynamischer wirkt.

Beleuchtung

Neben der Auswahl des Motives und der Perspektive spielen die Lichtverhältnisse eine entscheidende Rolle. Werden die Aufnahmen im Studio aufgenommen, herrschen dort meist perfekte Lichtverhältnisse. Das Set wird mit Hilfe von Spots und Tageslichtlampen gut ausgeleuchtet, so dass jedes Detail gut sichtbar ist. Auch lässt sich dank der verstellbaren Lampen mit Licht- und Schatten optimal arbeiten. Sollte das Shooting allerdings unter freiem Himmel stattfinden, gibt es ein paar Dinge, auf die geachtet werden muss.

Bei der Positionierung des Motives oder des Models sollte darauf geachtet werden, dass es sich nicht im direkten Sonnenlicht befindet. Direktes Sonnenlicht, besonders zur Mittagszeit, wirkt auf Bildern zu hart und lässt unschöne Schatten entstehen. Daher sollte man lieber in den Morgen- oder Nachmittagsstunden fotografieren, wenn das Sonnenlicht weicher ist. Sollte es sich dennoch nicht vermeiden lassen, dann ist es ratsam sich ein schattiges Plätzchen zu suchen. Im Schatten oder auch im Halbschatten wird das Model bzw. das Motiv nicht direkt angestrahlt. Dadurch sind Details später besser sichtbar. Zudem lohnt sich der Einsatz eines Reflektors. Alternativ kann auch ein Stück Pappe mit Silberfolie bespannt werden. Dieser Reflektor wird dann neben das Motiv gehalten, um harte Schatten auszugleichen. Scheint die Sonne beispielswiese von rechts auf das Motiv, sollte der Reflektor von links an das Motiv gehalten werden. Dadurch werden harte Schatten ausgeglichen und das Motiv wirkt harmonischer. Natürlich lassen sich auch gewollte und weiche Schatten mit Hilfe eines solchen Reflektors zaubern – dazu das Sonnenlicht mit dem Reflektor auffangen und an eine gewünschte Stelle im Bild leiten.

Nahaufnahme von High Heels mit verspielter Raffung - Durch die geschickte Beleuchtung wirkt das Bild weicher

Stativ und Fernauslöser

Da Nahaufnahmen meist ein ruhiges Händchen erfordern, ist der Einsatz eines Stativs ratsam. Zu empfehlen ist der Einsatz eines Dreibeinstatives. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit von unschönen Verwacklern. Ebenso ratsam ist der Einsatz des Fernauslösers. Dieser bietet den Vorteil, dass die Kamera in Ruhe auf das Motiv ausgerichtet werden kann und ohne wackeln ein Foto geschossen wird. Gerade wenn der Abstand zum Motiv recht gross ist und der Fotograf nah heran zoomen muss oder das Motiv in Bewegung ist, kann es passieren, dass durch das Betätigen des Auslösers das Bild verwackelt. Der Fernauslöser oder auch Selbstauslöser kann dabei direkt am Gerät eingestellt oder über eine kleine Fernbedienung betätig werden.

Nahaufnahme vom Schmuck und Federn - Mit Hilfe eines Stativs und Fernauslösers verwackeln die Federn auf der Aufnahme nicht im Wind

RAW

Um später die volle Kontrolle über das Bild zu haben und es verlustfrei bearbeiten zu können, sollten die Fotos im RAW-Format aufgenommen werden. Das hat gegenüber dem JPEG-Format den Vorteil, dass die Kamera die Belichtungszeit, Blende und ISO-Werte speichert und alle anderen Einstellungsoptionen wie Kontrast oder Weissabgleich später ohne Verlust der Bildqualität in der Nachbearbeitung angepasst werden können. Im RAW-Format werden die Bilddaten quasi so gespeichert, wie sie der Bildsensor liefert. Auch sind die Helligkeitsstufen in diesem Format deutlich besser, wodurch die Übergänge zwischen weiss und schwarz feiner abgestuft sind.

Schärfentiefe und Fokussierung

Besonders charakteristisch für eine gelungene Nahaufnahme ist die Schärfentiefe. Dabei ist der Hintergrund unscharf und das Hauptmotiv mit all seinen Details sehr gut erkennbar. Um diesen Effekt zu erzielen, sollte der automatische Fokus deaktiviert und der manuelle Modus gewählt werden. Mit Hilfe des manuellen Fokus kann die gewünschte Fokusstelle selbst gewählt werden, zudem lässt dieser Modus mehr Spielraum mit der Schärfe zu. Während man die verschiedenen Schärfenebenen durchgeht, lässt sich gut erkennen, wie sich die Wirkung des Bildes verändert. Um den Effekt zu verstärken und das Motiv richtig freizustellen ist neben dem Fokus auch die Blendenzahl von Bedeutung. Für Nahaufnahmen von raffinerten Details ist eine niedrige Blendenzahl von f/2.8 bis f/4 zu empfehlen. Dadurch wirkt der Hintergrund noch verschwommener und das anfokussierte Hauptmotiv scharf.