Gelbe Blume scharf gestellt

Tipps zur Naturfotografie – Pflanzen und Blumen richtig fotografieren

Ob bei Wanderungen durch blühende Landschaften oder einem Streifzug durch den heimischen Garten – die Schönheit von Blumen fasziniert uns. Versucht man jedoch, die Farbenpracht der Blüten oder den Detailreichtum der Blütennarbe mit der Kamera einzufangen, erleben viele Hobby-Fotografen Enttäuschungen. Denn es ist gar nicht so einfach, ein richtig gutes Foto einer Blume zu machen – ob nun im Ganzen oder als Detailaufnahme.

Rote Blumen

Kamera und Objektiv – Die richtige Technik für perfekte Blumen-Fotos

Generell kann man jede Kamera benutzen, um eine Pflanze zu fotografieren. Viele Modelle bieten bereits automatische Einstellungen, die durchaus passable Blumen-Fotos ermöglichen. Trotzdem wird das perfekte Bild wohl erst bei manueller Einstellung aller Variablen entstehen. Am vorteilhaftesten ist es daher, eine Spiegelreflexkamera zu nutzen.

Beim Fotografieren von Blumen – besonders bei detailreichen Nahaufnahmen – eigenen sich Makro-Objektive mit einer Brennweite von 50 oder 60 mm. Alternativ kann man auch ein Portrait Teleobjektiv mit einer Brennweite von circa 90 mm verwenden.

Sollte es sich beim gewählten Pflanzen-Motiv jedoch um einen Baum handeln, wäre ein Weitwinkelobjektiv nützlich.

Blende und Verschlusszeit – Kameraeinstellungen für Pflanzen-Fotografie

Je kürzer die Verschlusszeit gewählt ist, desto geringer ist die Gefahr, dass das Pflanzenfoto unscharf oder verwackelt ist. Verwacklungen sind bei Blumenbildern leider ein großes Problem, da auch wenig Wind bereits ausreicht, um die filigranen Blüten und Gräser zu bewegen.

Eine Verschlusszeit von 250stel Sekunden oder noch weniger reduziert dieses Risiko. Da bei Pflanzenbildern jedoch häufig eine hohe Schärfentiefe für ein gelungenes Bild gewünscht ist, muss eine kleine Blende gewählt werden – es eigenen sich hohe Blendenzahlen zwischen 11 und 22. Durch die kleine Blende muss aber die Verschlusszeit länger ausfallen, um genügend Belichtung zu gewährleisten.

 

Seerosen

Bild mit viel Schärfentiefe – auch Bereiche vor und hinter dem Bildfokus sind scharf gestellt

Wird als gestalterisches Element viel Unschärfe im Bildausschnitt gewünscht, kann man mit einer großen Blende arbeiten, dementsprechend niedrig wird die Blendenzahl gewählt. Durch die große Blende fällt vergleichsweise mehr Licht auf die Linse wodurch kürzere Verschlusszeiten zur guten Belichtung des Fotos ausreichen.

Blumen in Weiss und Lila

Foto mit wenig Schärfentiefe – große Teile des Bildes sind unscharf dargestellt.

Die Theorie mag kompliziert klingen, durch ein wenig ausprobieren lässt sie sich aber gut umsetzen. Wichtig ist, immer mehrere Aufnahmen zu machen und auch die Blende und Verschlusszeit zu variieren, um schlussendlich die schönste Aufnahme zu bekommen.

Motivauswahl

Natürlich ist es Geschmackssache und situationsabhängig, ob eine komplette Pflanze mit Umfeld, eine Großaufnahme einer Blüte oder auch nur ein kleiner Teil der Pflanze abgelichtet werden soll.

Trotzdem gibt es bei der Bildauswahl einige Grundregeln zu beachten. Bei der Pflanzen-Fotografie sind es meist Elemente im Hintergrund, ob unscharf oder scharf dargestellt, die schlussendlich die Bildkomposition stören. Dies können Schilder wie im Botanischen Garten oder Teile von Zäunen oder Häusern sein. Jedoch können auch andere Pflanzen oder Pflanzenteile die Bildkomposition negativ beeinflussen.

blume_pflanzen_pusteblume

Versuchen Sie also den gesamten Bildausschnitt im Sucher auf sich wirken zu lassen und variieren Sie den Bildausschnitt. Auch ungewöhnliche – und zumeist ungemütliche – Perspektiven können die Aufnahme einer Blume interessanter machen. So kann es gerade beim Fotografieren von kleinen Blüten durchaus nötig sein, nah über dem Boden zu fotografieren und der Pflanze quasi auf Augenhöhe zu begegnen. Kameras mit schwenkbaren Displays erleichtern diese Aufnahmen. Fotografiert man Blumen von oben, kann man zwar häufig die Blütensymmetrie schön darstellen, läuft aber Gefahr einen sehr unruhigen und dunklen Hintergrund im Bild zu haben, da Erde und Gestrüpp nicht allzu dekorativ wirken. Sind Bilder von oben gewünscht, empfiehlt es sich, wenig Schärfentiefe im Bild zu nutzen, um den Hintergrund verschwommen abzulichten.

Auch bei der Auswahl der zu fotografierenden Blüte sollten man aufmerksam sein. In der Natur mögen kleine Mängel wie welke Ränder oder Insektenfrasslöcher nicht stören, doch in der Makrofotografie werden eben diese Mängel übergroß dargestellt und stören die Bildwirkung.

Das Wichtigste beim Fotografieren von Blumen sind kreative Ansätze und ein bisschen Geduld. Zumeist ist es nötig, mit den Kameraeinstellungen aber auch den Bildausschnitten zu experimentieren, bis das perfekte Blumenbild entsteht.

Zootier Weisser Tiger

Tiere im Zoo fotografieren

Tiere gehören zu den beliebtesten Motiven in der Fotografie. Doch Tiere fotografisch festzuhalten, ist kein leichtes Vorhaben und es können sich einige Herausforderungen ergeben. Bei der Zoofotografie ist, wie auch bei der Wildlife-Fotografie, vor allem Geduld gefragt. Zootiere lassen sich nicht lenken und oftmals sind sie von unschönen Gittern umzäunt. Wir haben einige Tipps für Sie zusammengestellt, mit denen Ihnen trotz dieser Herausforderungen tolle Aufnahmen gelingen.

Aufnahme von Flamingos im Zoo

Quelle: Annika Weiland

Ein Tipp vorweg: Erkundigen Sie sich vor dem Zoobesuch nach den Fütterungszeiten, denn da lassen sich die Tiere in besonders einzigartiger Weise festhalten.

Mit diesem Kameratyp gelingt es

Die Kompaktkamera und das Smartphone sind praktisch, doch für das Fotografieren von Zootieren kann sich der Kauf einer Spiegelreflexkamera lohnen. Mit ihr lassen sich alle Möglichkeiten der Fotografie ausschöpfen. Oft bilden Zäune und Gitter unschöne Hintergrunddetails im Foto, mit einer Spiegelreflexkamera lassen sich diese Makel einfach verschwimmen und das Motiv rückt wieder in den Fokus. Dabei muss nicht zwingend tief in die Tasche gegriffen werden, es gibt gute und günstige Einsteigermodelle. Lesen Sie hierzu unsere Kaufberatungen. Aber auch die Systemkamera ist eine gute Alternative. Ihr Vorteil gegenüber der Spiegelreflexkamera ist das geringe Gewicht und die handliche Grösse. Mit der Kompaktkamera kann man mit etwas Übung gute Aufnahmen machen, aber dafür gibt es bei diesem Kameratyp keine Wechselobjektive.

Unschöne Hintergrunddetails in der Zoofotografie durch die Spiegelreflexkamera verschwimmen lassen

Quelle: Annika Weiland

Stativ, Objektiv und Blitz

Zu viel Zubehör kann schnell lästig werden. Für den perfekten Schnappschuss reichen in der Zoofotografie meist schon wenige Hilfsmittel aus. Besonders wichtig ist hier die Wahl des passenden Objektivs. Es empfiehlt sich ein Zoomobjektiv mit einer Brennweite von 100 bis 300 mm. Wer nicht mit der Kamera in der Hand auf den perfekten Schnappschuss warten will, sollte in ein Stativ investieren. Auf den Blitz kann beim Fotografieren von Zootieren verzichtet werden. Dieser ist in den meisten Zoos ohnehin nicht erlaubt.

Der richtige Zeitpunkt

Bei der Zoofotografie ist vor allem Geduld und Zeit gefragt. Grosse Besuchermengen stellen da nur einen Störfaktor dar. Daher besser nicht an Wochenenden, Feiertagen oder in den Schulferien zum Fotografieren in den Zoo gehen. Es empfehlen sich die Wochentage von Montag bis Donnerstag gleich nach Einlassbeginn oder nach 16 Uhr, wenn der Zoo langsam leerer wird.

Pelikan fotografisch festhalten

Quelle: Annika Weiland

Licht und Sonne optimal nutzen

Optimales Licht bietet ein leicht bewölkter Himmel. Die grelle Sommersonne und dunkle Regentage sollten Sie besser meiden. Scheint die Sonne sehr hell, können unschöne Reflexionen im Bild entstehen. Ein Tipp vom Profi: Vor 10 Uhr und nach 16 Uhr bieten sich die besten Lichtverhältnisse. Diese Zeit empfiehlt sich sowieso wegen der geringeren Besuchermenge im Zoo oder Tierpark.

Das Motiv richtig in Szene setzen

Um keine Langeweile beim Betrachter zu verursachen, sollte das Motiv nicht immer in der Mitte des Bildes platziert werden. Fotografieren Sie ruhig verschiedene Perspektiven und bringen Sie so Lebendigkeit in das Foto. Der Goldene Schnitt ist ein hilfreicher Ansatzpunkt. Grundsätzlich sollten dabei aber immer die Augen der Tiere fokussiert und auf Augenhöhe mit dem Tier fotografiert werden.

Variation bei der Motivplatzierung in der Zoofotografie

Quelle: Annika Weiland

Glas und Gitter kaschieren

Bei zu dichten Gittern nützt leider auch die beste Kamera nichts. Suchen Sie sich ein Gehege, wo der Zaun weitmaschiger ist. Hier einfach mit der Kamera ganz nah an den Zaun rangehen. Es kann hilfreich sein die ISO-Zahl dabei stetig zu erhöhen. Die Blendenzahl sollte so klein wie möglich eingestellt werden. Hier bieten sich Werte um f/4.0 an. Beim Fotografieren durch Glasscheiben sollte man generell mit einer offenen Blende fotografieren. Auf gar keinen Fall einen Blitz verwenden, denn dieser wird auf den Fotos erkennbar sein. Bei Bedarf kann auch hier die ISO-Empfindlichkeit erhöht werden.

Das Wichtigste zum Schluss

Rücksichtsvolles Verhalten ist in der Tierfotografie eine Grundvoraussetzung. Deshalb sollte genügend Abstand zu den Tieren eingehalten werden. Planen Sie zudem ausreichend Zeit ein und seien Sie geduldig. Als Belohnung bekommt man atemberaubende Fotos. Wir wünschen viel Spass!

Wildlife-Fotografie

Die Natur mit ihrer großen Vielfalt bietet unzählige Motive. Doch mit dem Anspruch der Motive wächst auch die Herausforderung. Tiere in der freien Wildbahn zu fotografieren ist eine Königsdisziplin, bei der viel Geduld und Übung gefragt sind. Für unvergessliche Aufnahmen werden eine gute Planung, gutes Wetter und etwas Glück benötigt.

Orang Utan im Sonnenlicht

Quelle: Gundel Woite

Grundlegende Informationen und Verhaltenshinweise

Es gibt zahlreiche Veranstalter, die Foto-Safaris anbieten. Im Trend liegen momentan Kenia, Namibia und Südafrika. Wer nicht in ferne Länder reisen kann, sollte einen Wildpark, ein Biotop oder ein Naturschutzgebiet in der näheren Umgebung besuchen. Hier lassen sich zwar keine Löwen, Giraffen oder Elefanten festhalten, aber auch Insekten oder Vögel sowie Hirsche und Bären bieten sich hervorragend als Motive an.

Doch ganz egal wo Sie Wildtiere fotografieren möchten – den Tieren gegenüber sollte sich rücksichtsvoll verhalten werden. Am besten sollte dabei ausreichend Abstand zu den Tieren gehalten werden. Es ist daher sinnvoll, sich vorher Informationen zu den Tieren und der Umgebung einzuholen, um ein Gespür für die Besonderheiten und Eigenschaften der Tiere zu bekommen. Das Wichtigste beim Fotografieren von Wildtieren ist jedoch Geduld. Oft dauert es etwas länger, bis das gewünschte Motiv gefunden ist. Tiere lassen sich keine Anweisungen geben, daher Augen offenhalten und ausreichend Zeit mitbringen.

Hirschbaby im Wildgehege

Quelle: Annika Weiland

Mit diesem Zubehör gelingt der Schnappschuss

Für gelungene Aufnahmen sollte auf das Smartphone oder die digitale Kompaktkamera besser verzichtet werden. Es muss aber nicht zwingend viel Geld für eine hochwertige Spiegelreflexkamera ausgegeben werden. Insbesondere für Anfänger reicht eine preisgünstige Variante dieses Kameratyps aus. Wer allerdings wirklich gute Aufnahmen haben möchte, sollte etwas tiefer in die Tasche greifen. Eine gute Spiegelreflexkamera und das richtige Zubehör ermöglichen ausdrucksstarke Fotos und erleichtern die Arbeit eines jeden Fotografens. Hier empfiehlt sich der zusätzliche Kauf eines Teleobjektivs. Auch das Stativ sollte nicht unterschätzt werden, denn es kann ein wahrer Helfer sein, um Fotos auch aus der Ferne mit einem Fernauslöser schiessen zu können. Für gestochen scharfe Fotos sollte am besten der Bildstabilisator eingeschaltet sein. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die Frage nach dem richtigen Objektiv. Für Landschaftsfotografien eignet sich ein Weitwinkelobjektiv. Sollen Tiere aus weiter Ferne fotografiert werden, ist ein Teleobjektiv unverzichtbar. Insekten und andere kleine Tiere fotografieren Sie am besten mit einem Makroobjektiv.

Ameisen auf Blatt mit dem Makroobjektiv

Quelle: Annika Weiland

Noch ein Tipp: Achten Sie bei der Kleiderwahl auf gedeckte Farben, denn durch grelle Farben werden die Tiere erschreckt.

Anforderungen an die richtige Kameraeinstellung und das Licht

Um kleine Tiere, wie Insekten, fotografisch festzuhalten, werden am besten ein Stativ und ein Makroobjektiv benutzt. Zusätzlich kann ein Fernauslöser zur Erleichterung verwendet werden. Bei grossen Tieren sollten Sie eine weite Brennweite einstellen, denn ohne ausreichende Brennweite werden die Tiere zu klein abgebildet. Grosse Tiere werden häufig aus der Ferne fotografiert, weshalb hier besser ein Teleobjektiv verwendet wird. Beim Licht gilt: Meiden Sie die grelle Mittagssonne im Sommer. Erfahrene Fotografen nutzen das Licht kurz nach Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergang. Gegenlicht sollte beim Fotografieren von Wildtieren eher vermieden werden. Wenn das Motiv immer zentriert in der Bildmitte steht, kann das schnell langweilig wirken. Daher gerne auch mal andere Kompositionen ausprobieren und beispielsweise das Tier in das Foto hineinlaufen lassen. Gleiches gilt bei unbewegten Motiven – ein bewegtes Motiv ist spannender, aber auch schwieriger zu fotografieren. Mit der Serienbildaufnahme kann dabei die Chance erhöht werden, den richtigen Moment zu erwischen und das Tier scharf darzustellen. Probieren Sie doch einfach mal ein paar Bildvarianten aus.

Elefant fotografisch festgehalten

Quelle: Shaun Levick

Am besten nehmen Sie sich gleich Ihre Kamera und fangen mit dem Üben an. Nur wer alle Funktionen seiner Kamera kennt und Erfahrung in der Fotografie hat, kann in der Wildlife-Fotografie gelungene Aufnahmen erzielen.

Und nicht vergessen: Vorher den Akkustand und die Kapazität der Speicherkarte kontrollieren. Eine gute Vorbereitung ist eine grundlegende Voraussetzung in der Wildlife-Fotografie.

Gähnender Hundewelpe

Tiere fotografieren

So kommen Vierbeiner ganz gross raus

Der gewitzte Blick des geliebten Katers, die grossen Welpenaugen des jüngsten Familienzuwachses – sie machen es uns einfach, die knuffigen Vierbeiner in unser Herz zu schliessen. Und so wie Haustiere schnell zu vollwertigen Familienmitgliedern werden, gehören auch sie selbstverständlich mit in das Familienalbum. Je nach Tier und Umgebung stehen Sie als Fotograf jedoch vor ein paar kleinen Herausforderungen und Voraussetzungen, damit Ihre Tierfotos gut gelingen. ifolor inspire hat Ihnen die wichtigsten Tipps zusammengestellt.

Die Ausrüstung

Für Hund, Katze und Meerschweinchen im eigenen Zuhause reicht schon eine normale Kompaktkamera, um gute Bilder Ihrer Liebsten zu machen. System, Bridge- oder Spiegelreflexkameras sind durch ihre grösseren Sensoren und besseren Optiken natürlich immer zu bevorzugen. Spätestens wenn es auf den Bauernhof oder in den Zoo geht, wird ein gutes Zoom-Objektiv zum wichtigen Begleiter. Möglichst lichtstark und mindestens mit einem Brennweitenbereich von 80 bis 200 Millimeter ausgestattet, macht das Fotografieren dann mehr Freude. Denn die meisten Tiere reagieren unnatürlich, wenn man ihnen zu nahe kommt oder ergreifen gar die Flucht. Andere Tiere sollten zur eigenen Sicherheit lieber mit einer gewissen Distanz bewundert werden.

Bewegung und Geschwindigkeit

Tiere in der freien Natur fliehen, wenn wir ihnen zu nahe kommen, Hunde springen wild durch die Luft und jagen dem nächsten Ball hinterher, Vögel oder Eichhörnchen bewegen sich durchaus sehr schnell durch das Bild. Ein guter Zoom und eine ruhige Hand sind hier sehr wertvoll. Während ein Stativ bei Landschaftsaufnahmen oder beim Pferderennen durchaus sinnvoll ist, stört es beim Spiel im Garten eher und ist viel zu statisch für die meist nicht vorhersehbaren Bewegungen. Achten Sie darauf, eine möglichst kurze Belichtungszeit zu wählen, um die schnellen Bewegungen festhalten zu können. Vertrauen Sie der Automatik mehr als sich selbst, so nutzen sie das Sportprogramm Ihrer Digitalkamera. Je näher Sie an die Tiere heranzoomen, umso schwieriger wird es, das Bild nicht zu verwackeln. Manchmal hilft es schon, sich auf einen grossen Stein oder an den nächsten Baum zu lehnen, um etwas mehr Stabilität zu bekommen.

Hund läuft Radfahrer hinterher

Gutes Licht

Grelles, hartes Licht wie zum Beispiel die Mittagssonne ist in jedem Fall zu meiden. Je weicher das Licht, umso schöner werden die Bilder. Also nutzen Sie im Freien lieber den Vor- oder Nachmittag. Achten Sie dabei auf die Schatten der Umgebung, mögliche Reflektionen und meiden Sie das Gegenlicht. In Ihrer Wohnung sollten Sie ebenfalls für ausreichend indirektes Licht sorgen, das weder Mensch noch Tier direkt anstrahlt. Nutzen Sie lieber einen hellen Deckenleuchter, um das Licht gleichmässig und weich zu verteilen. Vom Einsatz eines direkten Blitzgeräts raten wir in jedem Fall ab. Es stört nicht nur die Harmonie auf dem Bild, sondern meist auch die Tiere vor der Kamera.

Bildausschnitt

Wie süss das Tier vor Ihrer Linse auch immer gerade schauen mag, wenn das eigentliche Motiv von einem störenden Hintergrund überlagert wird oder im Zoo die Gitterstäbe zu erkennen sind, werden die Bilder am Ende leider nur halb so niedlich. Nutzen Sie also lieber die Tiefenschärfe aus oder ändern Sie den Bildausschnitt. Letzteres sollte zwar schon beim Fotografieren bedacht werden, kann meist jedoch auch noch nachträglich mit einem einfachen Bildbearbeitungsprogramm geschehen. Wenn Sie sich auf das Wesentliche fokussieren und den Goldenen Schnitt beachten, haben Sie schon halb gewonnen.

Portrait einer kleinen Katze

Auf Augenhöhe und in der Natur

Tiere sollten wie Menschen lieber auf Augenhöhe oder leicht darunter fotografiert werden. Schnappschüsse von oben oder gar hinten herab wirken meist lieb- wie ausdruckslos. Ausklappbare Displays mit Live-View oder ein Winkelsucher für Spiegelreflexkameras sind bei kleinen Tieren durchaus hilfreich. Bleiben Sie flexibel und ändern Ihre Position anstatt zu versuchen das Tier zu verändern. Am schönsten wirken Bilder aus der freien Natur. Haustiere sollten dort fotografiert werden, wo sie sich am wohlsten fühlen, also beim wilden Spiel mit den Kindern, in ihrem Körbchen oder beim Kuscheln mit den Liebsten.

Geduld und Glück

Mit Menschen können Sie einfach kommunizieren, Gegenstände lassen sich platzieren und auf Landschaften kann man sich einstellen. Bei Tieren ist jedoch Geduld gefragt, denn sie sind viel unberechenbarer in ihren Aktionen. Tiere im Zoo oder freier Wildbahn nehmen bestenfalls gar keine Notiz von Ihnen. Mit Ihren Haustieren können Sie dagegen interagieren. Sorgen Sie für Ablenkung und eine entspannte Grundstimmung. Versuchen Sie die Bewegung der Tiere vorauszuahnen und sollte es dennoch einmal nicht so gut klappen, wie Sie es sich erhofft haben, versuchen Sie es an einem anderen Tag noch mal. Zu guter Tierfotografie gehört auch immer eine Portion Glück.

Tipp: Haben Sie ein kleines Kind daheim oder im Freundeskreis? Dann stellen Sie ihm doch ein kleines Fotobuch zusammen mit den schönsten Tieraufnahmen. Echte Tierbilder machen Kleinkindern mitunter mehr Freude als ein Bilderbuch. Auch als Kinderzimmerdeko eignen sich auf Leinwand aufgezogene Aufnahmen des Kindes mit dem geliebten Dackel wunderbar.

Echse auf einem Baumstamm

Makrofotografie

Kleines ganz gross sehen

Die Makrofotografie eröffnet faszinierende Einblicke in eine scheinbar fremde Welt. Dabei werden ganz alltägliche Dinge nur etwas genauer betrachtet. Lesen Sie hier, wie Ihnen solch aussergewöhnlichen Aufnahmen gelingen können und was Sie bei der Makrofotografie beachten müssen.

Makros = gross

Der Bereich der Makrofotografie wird etwas grob in einer Norm (DIN 19040) zusammengefasst. Hier zählt alles in einem Massstabsbereich von 1:10 bis 10:1 als Nah- beziehungsweise Makroaufnahme. Dabei arbeiten die meisten Makrofotografen mit einem Massstab von 1:1, das Objekt wird also genau so gross, wie es ist, auf den Film oder den Sensor der Digitalkamera gebracht. Wird die Welt dagegen vergrössert dargestellt, spricht man bereits von Mikrofotografie.

Die Ausrüstung

Viele Objektive moderner Digitalkameras haben inzwischen eine spezielle Makrofunktion. Optimaler ist natürlich ein spezielles Makro-Objektiv. Alternativ bietet es sich an, einen Zwischenring oder – ganz klassisch – ein Balgengerät zu benutzen. Beides wird zwischen Kamera und Objektiv eingebaut, um den Auszug zu verlängern. Ebenfalls kostengünstig ist die Retrostellung. Mit einem passenden Adapter, auch Umkehrring genannt, können Sie einfach Ihre Objektive verkehrt herum einsetzen.

Der Makro-Kosmos

Begeben Sie sich zum ersten Mal in die Welt der Makro- oder Mikrofotografie, werden Sie schnell die unendliche Vielfalt bemerken. Wesen, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen, glatte Oberflächen, die plötzlich an Struktur gewinnen, und filigrane Schönheit an Orten, die mit blossem Auge eher klobig wirken. Nach dem (Makro-) Fotografieren einer einfachen Salamischeibe soll schon manch ein Fotograf zum Vegetarier geworden sein.

Mohnblüte aus der Nähe - Makrofotografie

Die Kunst und das Handwerk

Die Kunst der Makrofotografie liegt im Detail. Eine Prise Geduld ist ebenso empfehlenswert wie etwas mehr Mut zur Verspieltheit. Dabei sollten Sie vor allem auf die richtige Perspektive achten. Ein Käfer von oben ist eher langweilig. Gehen Sie lieber mit den Tieren auf Augenhöhe. Die Augen sind es schliesslich auch, die vom Betrachter Ihrer Bilder zuerst wahrgenommen werden. Sie sollten daher möglichst scharf abgelichtet werden. Auch in der Makrofotografie lässt sich gut mit der Schärfentiefe spielen, obwohl der Spielraum natürlich kleiner ausfällt.

Die richtige Belichtungszeit

Die Belichtungszeit sollte in der Natur und besonders bei Tieren nicht zu gross gewählt werden, da sich die meisten Insekten bewegen und auch der Wind seinen negativen Teil dazu beiträgt. Hier können Sie an ihrer Kompaktkamera zum Beispiel auch den Sportmodus einsetzen. Benutzen Sie – wenn möglich – ein kleines Stativ und die Spiegelvorauslösung. Mit Live-View am Monitor Ihrer Digitalkamera lässt sich gut in das Bild hineinzoomen, um exakt scharf zu stellen. Je nach Ausrüstung ist es von Vorteil, der Belichtungsmessung im Makrobereich nicht zu trauen, sondern lieber etwas grosszügiger zu belichten.

Biene auf einer Blüte

Nah dran – mit Vorsicht

Ausserdem lohnt es sich in der Natur stets, robust und wetterfest gekleidet zu sein, um den Kontakt zur Umwelt ohne den eher schmerzhaften Blessuren durch Brennnesseln herzustellen. Viele Insekten sind scheu. Greifen Sie hier lieber auf ein Teleobjektiv mit 100 Millimeter Brennweite oder mehr zurückgreifen, damit die Tierchen nicht das Weite suchen, bevor Sie Ihre Bilder geschossen haben. Die Lichtwirkung eines Blitzes kann unter Umständen sinn- oder kunstvoll sein. Führen Sie sich aber vor Augen, dass nicht alle Lebewesen starkes Blitzlicht vertragen und entweder fliehen oder sogar verletzt werden können.