Husky-Hündin auf bunter Wiese im Abendlicht der Sonne von Photo Passion fotografiert

Die besten Schweizer Tierfotografen

Einen Bereich der Naturfotografie stellt die Tierfotografie dar. Diese präsentiert sich in unterschiedlichen Facetten: Tiere werden sowohl in ihrer natürlichen Umgebung als auch in Tierparks und Zoos fotografiert. Zudem werden Haustiere im Fotostudio in Szene gesetzt, um ganz besondere Momente der tierischen Lieblinge festzuhalten. Wir haben für Sie mit Schweizer Tierfotografen gesprochen und ihnen Fragen zu ihrer Leidenschaft gestellt. Zwei Fotografinnen und einen Fotografen und deren Antworten stellen wir Ihnen hier vor.

Markus Stähli – Wildlife Photography

Der renommierte Fotograf Markus Stähli, dessen Fotos regelmässig unter anderem in Magazinen, Büchern und Broschüren erscheinen, feiert zahlreiche Erfolge. Seit 10 Jahren veröffentlicht er jährlich einen Wildtierkalender und sein Buch «Rothirsch – Auf der Fährte des Geweihten» wurde 2010 mit dem Literaturpreis ausgezeichnet.

Ein Rothirschbock, von Markus Stähli im Alpenraum fotografiert, röhrt während der Brunftzeit

„Die Wildtierfotografie gehört wohl mit zu den schwierigsten Bereichen der Fotografie. Dafür braucht es ein umfassendes Wissen über die zu fotografierenden Tiere, körperliche Fitness, eine Engelsgeduld, Hartnäckigkeit, Einfühlungsvermögen und ein absolutes Beherrschen der Fototechnik. All diese Punkte zusammen machen die Tierfotografie für mich so spannend und herausfordernd. Hinzu kommt, dass es keinen besseren Lehrer gibt als die Natur selbst!“

Was fasziniert Sie an der Tierfotografie?

„Wenn ich Tiere fotografiere, fühle ich mich am Puls der Natur. Ich habe teil an wunderbaren und eindrücklichen Momenten. Die freie Wildbahn – die Welt der Tiere – ist quasi eine Parallelwelt zu unserer vielfach naturfremden Wohlstandswelt. Draussen in der Natur findet ein täglicher Überlebenskampf statt. Es geht ums Fressen und Gefressenwerden. Nur die Stärksten und Intelligentesten jeder Art überleben. Diese Vorgänge – von der Geburt bis zum Tod – in der Natur zu erleben und mit der Kamera festzuhalten, ohne dass mich die Wildtiere wahrnehmen, ist für mich ungemein faszinierend.“

Eine Sperlingskauz, der auf einem Ast sitzend in die Kamera schaut, ziert auch das Titelblatt des Tierbildkalenders 2017 von Markus Stähli

Wann haben Sie Ihre Passion für die Tierfotografie entdeckt?

„Tierfotografie betreibe ich inzwischen mehr als 30 Jahre. Als Jugendlicher habe ich von meinem Vater eine alte Voigtländer – ohne Automatik, ohne Zoom, nur mit einem Objektiv ausgestattet – bekommen. Von diesem Moment an versuchte ich, Wildtiere auf Film (später auf Chip) zu bannen und mit meinen Fotos Mitmenschen für die Vielfalt und Schönheit der einheimischen Tierwelt die Augen zu öffnen.“

Photo Passion – Tierfotografie für tierische Momente

Hinter Photo Passion stehen Denise Czichocki und Jörn Schlappinger: «Wir fotografieren schon seit einigen Jahren leidenschaftlich gerne. Zur Tierfotografie sind wir allerdings erst so richtig durch unsere eigenen tierischen Lieblinge gekommen. Angefangen hat es mit unserem Windhund‑Mischling Safran, den wir aus dem Tierschutz geholt haben. In unserem Urlaub auf Sardinien haben wir gemerkt, wie sehr er Sand und Dünen liebt und regelrecht „ausgeflippt“ ist und die Dünen hoch und runter gerannt ist. Diese Freude und Sprinterei wollten wir natürlich festhalten, um es unserer Familie und Freunden zu zeigen. Das ist der Beginn unserer Leidenschaft für die Tierfotografie.»

Husky-Hündin auf bunter Wiese im Abendlicht der Sonne von Photo Passion fotografiert

«Ende 2015 hat Denise den Entschluss gefasst, ihren Job an den Nagel zu hängen, um sich mehr der Fotografie zu widmen. Da haben wir beide kurzerhand einen Online-Fotokurs belegt, um einfach noch mehr über die Fotografie zu lernen und erfolgreich abgeschlossen. Seit März 2016 haben wir uns speziell auf die Tierfotografie spezialisiert, die wir outdoor bei natürlichem Licht anbieten. Seit März haben wir viele tierische Models und ihre Besitzer kennen lernen dürfen. Unsere leidenschaftliche Passion für die Tierfotografie hat sich dadurch noch mehr verstärkt, wir haben uns selbst weiter entwickeln können und können mit Herzblut sagen, dass wir es einfach lieben, Tiere und auch ihre Menschen zu fotografieren.»

Kleine Mischlingshündin rennt in der Abendsonne über eine herbstliche Wiese – fotografiert von Photo Passion

«Was uns so an der Tierfotografie fasziniert? Die Liebe zu den Tieren: Wir haben selbst zwei Katzen und zwei Hunde, unser hauseigener kleiner Zoo, wie wir ihn liebevoll nennen. Ein Fotoshooting mit Tieren ist immer etwas Neues, jedes Tier verhält sich anders, hat seinen eigenen Charakter, auf den man eingehen muss und den wir versuchen, auf den Fotos wider zu spiegeln.

Ein Fotoshooting mit Tieren ist nicht zu 100 % planbar, da die Fellnase nicht unbedingt das macht, was wir uns selbst und die Besitzer erhoffen. Und genau das ist es auch, was uns daran reizt und fordert. Wir müssen bei unseren Fotoshootings mit Tieren immer flexibel und spontan sein. Da gibt es keine Routine nach dem Motto „so und so machen wir es“. Das Tier steht im Vordergrund und wir müssen uns darauf einlassen. Von daher ist es immer spannend zu sehen, was als nächstes passiert. Selbst die Besitzer sind teilweise überrascht über ihre Lieblinge und dann gibt es viel zu lachen und zu reden.»

Nicole Hollenstein – Tierfotografie aus Leidenschaft

„An der Tierfotografie fasziniert mich, dass es ein Beruf ist, welcher sich in der Gefühlsebene abspielt. Nur wer viel Geduld und Einfühlungsvermögen, Sensibilität und das Herz für Tiere mitbringt, kann Bilder machen, welche die Seele der Tiere widerspiegeln.“

Studioaufnahme einer braunen Bulldogge, die den Kopf auf dem Fußboden auflegt und verlegen zur Seite blickt – fotografiert von Nicole Hollenstein

„Was anfangs aus Hobby entstand wurde vor 5 Jahren zu meinem Beruf und zur Erfüllung meines Lebenstraumes. Meine Arbeit ist weit mehr als ein Beruf, es ist eine Leidenschaft.“

Hundebesitzerin nimmt den neben ihr sitzenden Hund bei einem Outdoor-Shooting mit dem Rücken zur Kamera gewandt in den Arm – fotografiert von Nicole Hollenstein

„Tiere begleiten mich schon mein ganzes Leben lang, von Hamster, Hase, Katze über Pferd und aktuell meine Beagle-Hündin Joyce durfte ich in meinem Leben schon viele Tiere mein Eigen nennen und habe daher einen engen Bezug zu den verschiedenen Tierarten. Mich fasziniert, dass anders als bei menschlichen Models, der richtige Moment im Gefühl liegen muss, aus einer nonverbalen Kommunikation heraus.“

Die Internetpräsenz von Nicole Hollenstein finden Sie hier.

Schweizer Flagge im Grünen

Motive in der Fotografie: Landschaften

Schritt für Schritt zum perfekten Fotografie-Verhalten: Unser Online-Fotokurs liefert nützliche Tipps für die richtige Ausrüstung, wichtige Einstellungen und Aspekte der Bildgestaltung in unterschiedlichen Lektionen. So lassen Sie beim Fotografieren von Landschaften, Architektur oder Objekten wirkungsvolle Fotomotive entstehen, die nicht so schnell in Vergessenheit geraten.

Bildausschnitt und Perspektive

Zuallererst kommt es auf den richtigen Bildausschnitt und die Perspektive an. Beides entscheidet über die Wirkung und Stimmung im Bild.

Neben eindrucksvollen Berglandschaften, schier endlosen Weiten und spiegelnden Wasseroberflächen ist es insbesondere der Himmel, der die Stimmung eines Landschaftsfotos an den Betrachter übermittelt. Zu allen Jahreszeiten und Wetterlagen können Himmel und Wolken das jeweilige Motiv besonders in Szene setzen.

Harmonisches Landschaftsbild mit eindrucksvollen Wolken

Um den optimalen Bildausschnitt zu finden, in welchem ein harmonisches und interessantes Verhältnis von Himmel und Landschaft besteht, lohnt es sich, die „Drittel-Regel“ anzuwenden.

Diese stellt eine vereinfachte Form des „goldenen Schnitts“ dar und sorgt für harmonische und interessante Proportionen im Bild. Hierbei wird der Bildausschnitt gedanklich durch jeweils zwei horizontale und vertikale Linien in neun gleich grosse Teile unterteilt. Manche Kameras bieten die Möglichkeit diese Hilfslinien im Sucher und im Display einzublenden. Das Hauptmotiv, wie etwa ein Leuchtturm, ein herausstechender Berg oder die Sonne, sollte dabei entlang der Linien oder an deren Schnittpunkten platziert werden. Vor allem für Einsteiger der Landschaftsfotografie ist die Drittel-Regel eine gute Orientierung, um Landschaftsmotive eindrucksvoll einzufangen.

Neben den optimalen Proportionen im Bild spielt auch die Perspektive, aus welcher das Foto aufgenommen wurde, eine wichtige Rolle für die Bildwirkung. Um spannende Landschaftsmotive zu erhalten, sollten beim Fotografieren verschiedene Kamerastandpunkte ausprobiert werden. So kann dem Foto durch die richtige Perspektive, die für Landschaftsmotive so typische, räumliche Wirkung verliehen werden. Diese wird besonders deutlich, wenn das Bild in Vordergrund, Mitte und Hintergrund eingeteilt werden kann. Ist eine klare Trennung nicht möglich, wie etwa bei einer sich lang erstreckenden Blumenwiese oder einem Weizenfeld, gibt eine möglichst bodennahe Kameraposition dem Foto die gewünschte Tiefenwirkung.

Ausrüstung

Ob Kompaktkamera oder DSLR – Grundsätzlich kann jede Kamera tolle Landschaftsaufnahmen festhalten. Um besondere Motive mit beeindruckenden Effekten zu erhalten, eignen sich vor allem Kameras, deren Einstellungen wie Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert manuell angepasst werden können.

Die Wirkung und Perfektion von Landschaftsfotos wird darüber hinaus natürlich auch vom verwendeten Objektiv beeinflusst. Hierbei spielt vor allem die Tiefenschärfe eine wichtige Rolle. Objektive mit einer Brennweite zwischen 18 und 100 Millimetern sind in der Regel gut für Landschaftsaufnahmen geeignet. Diese ermöglichen neben einem leichten Weitwinkel auch die entsprechende Brennweite für eine gute Tiefenschärfe. Die beste Bildqualität erreichen Objektive mit Festbrennweiten.

Um die Ergebnisse zu perfektionieren und einen grösseren Bildausschnitt umfassen zu können, verwenden ambitionierte Landschaftsfotografen und Profis meist Weitwinkelobjektive.

Für schöne Landschaftsfotos im Morgengrauen, in der Abenddämmerung und bei ähnlich schlechten Lichtverhältnissen sind lange Belichtungszeiten erforderlich, um scharfe Fotos zu erhalten. Ein robustes Stativ sorgt für eine feste Kameraposition und verhindert somit verwackelte oder unscharfe Bilder. Um Einstellungsänderungen und das Auslösen vornehmen zu können, ohne die Kamera ungewollt zu bewegen, ist ein Fernauslöser eine tolle Ergänzung zur Verwendung eines Stativs.

Landschaften: Beeindruckende Alpenlandschaft mit schneebedecktem Berg

Für besondere Effekte und zum Ausgleichen der Lichtverhältnisse ist eine Reihe an speziellen Filtern im Handel erhältlich, die bei passionierten Landschaftsfotografie häufig zum Einsatz kommen. So sorgen beispielsweise Verlaufsfilter für ein Abdunkeln des Himmels bzw. des oberen Bildteiles, welcher nach unten hin klarer und heller wird. Ebenfalls gern benutzt wird der Polarisationsfilter, welcher intensivere Farben und Reflexionen entstehen lässt.

Wichtige Einstellungen

Die Vielzahl an Einstellungsoptionen, die etwa eine DSLR oder eine Kompaktkamera bieten, ermöglicht eine optimale Anpassung der Kamera an die Aufnahmebedingungen bei der Landschaftsfotografie.

Um die maximale Bildqualität auszunutzen, die der Bildsensor der Kamera liefert, sollte die höchstmögliche Auflösung eingestellt werden. So können die Fotos im Nachhinein zur Perfektion nochmal zugeschnitten und bearbeitet werden, ohne an Bildqualität zu verlieren.

Landschaften: Scharfes Wintermotiv trotz schwieriger Lichtverhältnisse

Beim Fotografieren von Landschaften können vor allem die oft schwierigen Lichtverhältnisse, wie dichte Wolken, Nebel oder Dämmerung, eine Herausforderung für den Fotografen darstellen. Durch die entsprechende Anpassung der Lichtempfindlichkeit des Bildsensors können diese ausgeglichen werden oder durch gezielte Betonung für eine besondere Stimmung im Bild sorgen.

Um bei schlechten Lichtverhältnissen verwacklungsfreie Fotos zu schiessen, sollte der ISO-Wert daher auf mindestens 200 eingestellt werden, da der standardmässig eingestellte Wert von 100 meist zu niedrig ist. Je höher der ISO-Wert ist, desto geringer ist die benötigte Verschlusszeit. Den optimalen Wert für die gegebenen Lichtverhältnisse kann man jedoch nur durch Ausprobieren herausfinden. Eine zu hohe Lichtempfindlichkeit des Sensors führt wiederum zu erhöhtem Bildrauschen und schwächeren Kontraste, da die Sensorleistung bei einer solchen Ausreizung nachlässt.

Wie lange der Bildsensor belichtet wird, bestimmt die Belichtungszeit oder auch Verschlusszeit. Beim Fotografieren von Landschaften reichen meist kurze Belichtungszeiten aus. Abends oder nachts muss diese manuell angepasst werden, da entsprechend mehr Licht eingefangen werden muss.

Von der Lichtempfindlichkeit zu unterscheiden ist die durch das Objektiv auf den Bildsensor einfallenden Lichtmenge. Diese wird durch die Blende reguliert, um eine Über- bzw. Unterbelichtung des Fotos zu vermeiden. Je grösser der Blendenwert, welcher im Display mit einem „f“ gekennzeichnet ist, desto weniger Licht fällt auf den Bildsensor. Die Blendeneinstellung kann jedoch gezielt als bildgestalterisches Mittel genutzt werden, um etwa den Vorder- oder Hintergrund einer Landschaft im Bild hervorzuheben:

Um den Hintergrund durch eine entsprechende Schärfentiefe hervorzuheben, muss daher ein grössere Blendenwert von mindestens 11 gewählt werden. Bei kleineren Blendenwerten wird der Hintergrund zunehmend unscharf, währen der Vordergrund mit klaren Linien hervorsticht. Um Unschärfe gezielt für die gewünschte Bildwirkung einzusetzen, muss der hervorzuhebende Bildteil fokussiert werden.

Neben der Schärfentiefe lassen sich mit Hilfe der Blendeneinstellung auch etwa die Bildwirkung von Wasser oder Lichtquellen beeinflussen. Eine geschlossene Blende, also ein hoher Blendenwert von beispielsweise 22, in Verbindung mit einer langen Belichtungszeit lässt Wasser weich und verwaschen wirken. Eine niedrige Blendeneinstellung von etwa 4 mit kurzer Belichtungszeit zeigt Wasserflächen scharf und detailliert. Genau umgekehrt funktioniert die Wirkung von Lichtquellen: Je kleiner der Blendenwert, desto verwaschener die Lichtquelle.

Mann mit roter Regenjacke fotografiert.

Fotografieren bei Schlechtwetter – Tipps für gelungene Fotos

Ein herausragender Landschaftsfotograf sagte einmal: „Es gibt kein schlechtes Wetter – nur unterschiedliche Typen von Licht.“ Und er hat recht. Nur weil das Licht etwas dumpf erscheint, heisst das noch lange nicht, dass keine tollen Fotos bei Schlechtwetter möglich sind. Man muss nur etwas um die Ecke denken.

1.      Die richtige Ausrüstung

Der erste Tipp ist zugleich der bedeutendste. Nur wer gut auf die bevorstehenden Gegebenheiten vorbereitet ist, kann wunderbare Bilder einfangen. Da wäre zum Beispiel die Kleidung. Schlechtwetter bedeutet oft Nässe und Kälte. Für Foto-Ausflüge sollte man sich dementsprechend warm und regengeschützt kleiden. Damit auch die Kamera vor den äusseren Widrigkeiten sicher ist, empfehlen sich spezielle wasser- und wetterfeste Kamerataschen. Damit ist das Equipment weitestgehend geschützt.

Gerade weil die Lichtverhältnisse unter schlechten Wetterbedingungen sehr schwierig sind, ist ein Kamerastativ Pflicht. Die notwendigen langen Belichtungszeiten würden das Bild sonst unscharf werden lassen.

2.      Regentropfen

Obwohl nicht viele Menschen etwas für Regen übrighaben, so hat er doch seine Vorteile. Besonders nach einem Schauer können einzigartige Regenbilder entstehen. Hier bieten sich vor allem Makroaufnahmen von Regentropfen an. Ein beliebtes Motiv ist Glas, an welchem Regentropfen abperlen – zum Beispiel an einem Fenster mit Innenstadtkulisse im Hintergrund.

Abperlende Regentropfen am Fenster

Der verschwommene Hintergrund und die gedämpfte Stimmung regen zum Nachdenken an. Am schnellsten gelangt man zu so einem Bild, indem man mit weit offener Blende auf die Regentropfen fokussiert. Dadurch wird der Hintergrund unscharf.

3.      Reflexion

Wer sich nach dem Regenschauer nach draussen traut, kann mit Spiegelungen in den übriggebliebenen Pfützen experimentieren. Die Reflexionen eignen sich wunderbar, um Menschen und Gebäude festzuhalten. Wasserlachen auf dunklem Asphalt heben den Kontrast des eigentlich Gesehenen und lassen alles etwas klarer erscheinen.

Mit den Reflexionen einer Pfütze lässt sich hervorragend experimentieren

4.      Blitze

Gewitter können sehr beeindruckend sein. Am meisten faszinieren jedoch die energiegeladenen Blitze, die auf die Erde niedergehen. Um atemberaubende Blitz-Fotos bei diesem Schlechtwetter zu schiessen, sollte man jedoch einiges beachten. Da Blitze sehr gefährlich werden können, hat die eigene Sicherheit höchste Priorität. Keiner sollte sich wegen eines Bildes in Lebensgefahr bringen. Wälder, hohe Steinhänge, Häuser und Faradaysche Käfige schützen am besten vor Blitzen.

Blitze lassen sich auch aus sicherer Entfernung fotografieren.

Da Blitze nur für einen Moment am Himmel zu erkennen sind, benötigt man lange Belichtungszeiten. Für scharfe Bilder sorgen ein Stativ und die Fokussierung ins Unendliche. Der Autofokus würde hier versagen. Ausserdem empfiehlt sich ein ISO-Wert von 100. Mehr Tipps dazu gibt es hier.

5.      Küste und Brandung

Wie beim Fotografieren von Blitzen kommt es auch bei Aufnahmen der Brandung auf den richtigen Moment an. Das macht diese Disziplin in der Landschaftsfotografie so schwierig aber auch aufregend.

Gischt in der Brandung mit kurzer Verschlusszeit festgehalten.

Um das weissliche Gemisch aus Wasser und Luft – die Gischt – einzufangen, benötigt man extrem kurze Belichtungszeiten. Ausserdem muss die Blende weit geöffnet (kleine Blendenzahl) sein und gegebenenfalls die Empfindlichkeit von Sensor oder Film erhöht werden. Mit einem Weitwinkel kann aufspritzende Gischt aus der Nähe fotografiert sehr eindrucksvoll wirken.

Im Gegensatz dazu können Küstenmotive auch sehr viel weniger dynamisch sein, sogar fast eine beruhigende Wirkung hervorrufen.

Sehr lange Belichtungszeiten lassen den Hintergrund verwaschen.

Mit Hilfe eines Stativs und sehr langen Belichtungszeiten lassen sich Details im Wasser, der Brandung und auch im Himmel nahezu auswaschen. Ist es dann noch ein wenig dunstig, lässt sich der Horizont lediglich noch erahnen.

6.      Nebel und Dunst

Nebel entsteht, wenn das Wasser der unteren Luftschichten kondensiert. Die Luft ist also voller kleiner Wassertröpfchen, die das vorhandene Licht in alle Richtungen streut. Durch dieses diffuse Licht entsteht ein weisser Schleier.

Nebel im Gebirge

Vor allem in Gebieten mit viel Wasser, z.B. Flüssen, Mooren und Wiesen, lässt sich Frühnebel im Frühling, Herbst oder milden Wintern gut beobachten. Zum Fotografieren eignet sich ein zarter Schleier besser als dicker undurchsichtiger Nebel. Mit Blitzlicht kann natürlich nicht fotografiert werden. In diesem Fall würde die Reflexion der kleinen Wassertröpfchen das Bild nur überhellen.

7.      Schnee und Eis

Wunderschöne Landschaften lassen auch im Winter Fotografenherzen höherschlagen. Neben der Kälte gibt es aber auch noch andere Dinge zu beachten, damit das perfekte Winterbild entsteht. Das grösste Problem beim Fotografieren von Schnee ist die Reflexion des Lichts. Durch den grossen Anteil des zurückgeworfenen Lichts wird so mancher Belichtungsmesser irritiert. Der automatische Weissabgleich bei Digitalkameras ist durch den zu hohen UV-Anteil überfordert und das Ergebnis ist meist enttäuschend. Stellen Sie den Weissabgleich auf manuell um. Die Farbtemperatur sollte nun zwischen 7.000 und 10.000K eingestellt werden.

Fotografieren im Winter bei Schlechtwetter

Wer länger im Kalten unterwegs ist, sollte an Ersatzakkus denken, da sich Batterien bei Kälte schneller entladen. Wieder zu Hause angekommen, sollten die Objektive nicht sofort in das wärmste Zimmer. Durch zu schnelles Aufwärmen kann sich Kondenswasser an den Linsen bilden und spätere Fotografien beeinträchtigen.

Fazit

Es muss nicht immer schönes Wetter und Sonnenschein sein. Auch Schlechtwetter bietet unzählige Möglichkeiten für Fotografen, herumzuexperimentieren und tolle Bilder einzufangen. Durch die Naturgewalten auf der Erde entstehen einzigartige dynamische Bilder, wohingegen jedes Bild am Strand bei Sonnenschein geradezu langweilig erscheint. Schlechtwetter-Fotografen sollten auf jeden Fall auf die richtige Vorbereitung achten und gegebenenfalls wetter- und regenfeste, warme Kleidung tragen und auch ihr Equipment vor allen Widrigkeiten schützen. Ein Stativ ist in den meisten Fällen obligatorisch.

Unterwasserfotograf fotografiert ein Riff

Unterwasserfotografie – Eine kleine Fotoschule

Wer gerade den Tauchschein in der Tasche hat, spielt vielleicht mit dem Gedanken, bei einem der nächsten Tauchgänge eine Kamera mitzunehmen. Die Unterwasserfotografie ist eine Art der Fotografie mit großer Herausforderung. Der Fotograf benötigt eine gute Körperbeherrschung unter Wasser. Er versucht, eine neutrale Tarierung zu erreichen um während einer Aufnahme nicht aufzutauchen oder abzusinken. Zum Fotografieren unter Wasser wird ausserdem eine spezielle Fotoausrüstung benötigt. Im Folgenden wollen wir Ihnen zeigen, worauf Sie bei Ihrem ersten Foto-Tauchgang achten müssen.

Vor dem Tauchen – Die richtige Kamera

Am Anfang steht natürlich die Frage, welche Kamera eignet sich zur Unterwasserfotografie?
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Bei der Wahl der Kamera sollte sich an der Häufigkeit der Unterwasserausflüge orientiert werden. Demnach bemisst sich auch die Ausstattung der gesamten Fotoausrüstung. Wer nur einmal im Jahr abtaucht um unter Wasser zu fotografieren benötigt sicherlich keine teure Kameraausrüstung.
Die günstigste Variante einer Unterwasserkamera ist die Einweg-Unterwasserkamera. Diese eignet sich besonders für Strandurlauber, die beim Badengehen im Meer auch gerne mal ein paar Bilder unter der Wasseroberfläche schiessen wollen. Erhältlich sind diese Geräte bereits für etwa 20 CHF. Ein Film ist dann meist schon dabei und reicht für bis zu 28 Bilder.
Je tiefer getaucht werden soll, desto schwieriger wird die Herausforderung an eine gelungene Aufnahme. Schon ab 5m verringert sich der rote Anteil im Licht, ab 15m verlieren sich auch die Orangetöne. Je tiefer man sinkt, desto höher ist der blaue Lichtanteil.
Taucher mit Kamera fotografiert Fische
Sporttaucher, die tiefer absinken, benötigen besser ausgestattete Kameras. Hier kommen Digitalkameras ins Spiel. Kompakte Digitalkameras ohne Gehäuse sind bis zu 25m Tiefe wasserdicht. In der Kompaktklasse sind vor allem ein vernünftiges Zoom sowie ein grosses Display wichtig, da es mit Taucherbrille nicht mehr möglich ist, durch den Sucher zu schauen. Beim Unterwasserfotografieren gilt es, so nahe wie möglich ans Objekt zu gelangen. Schwebeteilchen könnten auf dem Motiv ansonsten nur wie Schneegestöber aussehen. Da ab 5m Wassertiefe Rottöne gefiltert werden, sollten die Kameras einen Weissabgleich und einen Farbausgleich besitzen. Je nachdem wie gut die Kamera das beherrscht sind spätere Optimierungen auch noch am Computer möglich.
Je tiefer getaucht wird, desto dunkler wird es. Jedoch können in ruhigen, klaren Gewässern die Sonnenstrahlen tiefer reichen als bei unruhigen. Bei letzterem werden die Lichtverhältnisse schon ab 5m schwierig werden. Die technischen Anforderungen an die Kameras steigen deshalb mit zunehmender Tiefe. Bei Tauchgängen ab 10m werden lichtempfindlichere Objektive und Fotosensoren benötigt. Hier sind Unterwasser-Systemkameras die bessere Alternative, um gute Bildqualitäten zu erreichen. Neue Modelle haben meistens schon ein LED-Licht verbaut, um die fehlende Helligkeit auszugleichen. Echte Unterwasserkameras sind im Vergleich zu Systemkameras günstig und einfach in der Handhabung.
Für tiefere Gewässer gibt es kaum wasserdichte Kameramodelle. Dafür aber spezielle wasserdichte Gehäuse. Die Vielfalt an Unterwasser-Gehäusen ist fast genauso unüberschaubar wie die Vielzahl an Kameras selbst. Hier muss jeder selbst nach einem für sich passenden Modell schauen. Dabei kann man sich vor allem an der zu tauchenden Tiefe orientieren. Wer bereits eine Kompakt-, Systemkamera oder DSLR besitzt, kann sich im Internet oder Fachgeschäft über ein passendes Unterwassergehäuse für sein Kamera-Modell informieren.
Für Sporttaucher ist definitiv nach 40m Schluss. In grössere Tiefen sinken nur technische Taucher ab, die dann ein spezielles Atemgasgemisch einatmen müssen. Anfänger sollten jedoch nie mehr als 20m tauchen.

Unterwasserfotografie – Motiv und Belichtung

Unterwasserfotografie: Pazifischer Rotfeuerfisch
Während des Tauchgangs sollten Objekte immer so nahe wie möglich aus waagerechter Position fotografiert werden. Von oben sehen die meisten Tiere einfach nicht sehr schön aus. Durch die Nähe zum Objekt empfiehlt sich ausserdem ein Weitwinkelobjektiv. Ohne das Objektiv ist man zu weit vom Objekt entfernt, als dass ein Blitz noch funktionieren würde. Unter Wasser müssen ausserdem ein paar Parameter angepasst werden. Das gelingt am besten, wenn auf manuelle Einstellungen umgeschaltet wird. Bei schlechten Lichtverhältnissen muss z.B. die Lichtempfindlichkeit auf 200 bis 800 gestellt werden. Vorsicht: Bei einem zu hohem ISO-Wert entsteht Bildrauschen. Zudem sollte die Verschlusszeit geändert werden. Bei längeren Belichtungszeiten muss die Kamera stiller gehalten werden. Mit ein bisschen Übung entstehen verwacklungsfreie Bilder.
Beim Einsatz von Blitzlicht entstehen neue Herausforderungen. Bei Kompaktkameras ist das Blitzlicht meistens dicht am Objektiv angebracht. Schwebeteilchen vor dem Objektiv werden angeblitzt und erscheinen auf den Bildern wie Schneegestöber. Besser sind externe Blitze, die über Arme mit der Kamera verbunden sind. Durch die variable Einstellung können bessere Lichtverhältnisse im Motiv erreicht werden.

Nach dem Tauchen – Säuberung und Bildbearbeitung

Nach dem Tauchgang sind einige Dinge zu beachten. Echte Unterwasser-Kameras sind möglichst bald nach dem Tauchen in salzhaltigem Wasser mit Süsswasser zu spülen, damit die kleinen Salzkristalle später nicht das Display oder das Objektiv zerkratzen. Auch die Unterwassergehäuse sind zu spülen. Ausserdem sollten sie auf keinem Fall direkt nach dem Tauchgang geöffnet werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Wasser ins Innere gelangt und die Kameraelektronik beschädigt. Deswegen erst abspülen und dann zum Trocknen legen.
Professionelle Unterwasserfotografie

Fazit:

Besonders Einsteiger wissen am Anfang noch nicht genau, inwieweit ihnen Unterwasserfotografie zusagt. Deshalb lohnt es sich für viele nicht, gleich zu Beginn teures Equipment zu kaufen. Es gibt mittlerweile verhältnismässig günstige Unterwasserkameras. Mit System- oder Spiegelreflexkameras können diese allerdings in Bezug auf die Bildqualität nicht mithalten. In diesem Punkt muss jeder Einzelne für sich selbst entscheiden, welchen Anspruch er oder sie bei Unterwasserbildern hat.

Gewitterwolken und Blitzeinschläge

Gewitterblitze eindrucksvoll fotografieren

Naturereignisse wecken bei vielen von uns ein besonders grosses fotografisches Interesse. Ein beliebtes Motiv stellen dabei Gewitterwolken und Blitze dar. Um solche Wetterereignisse fotografieren zu können, bedarf es neben etwas Glück auch einiges technischen Geschicks. Da Unwetter sowohl für eine bestimmte Region nur bedingt vorhersagbar als auch zeitlich relativ begrenzt sind, ist eine gründliche Vorbereitung für den Fall der Fälle empfehlenswert.

Ihre Sicherheit geht immer vor

Die reizvollen Foto-Motive von Gewitterwolken und Blitzen sollten Sie stets aus einer sicheren Umgebung aufnehmen, denn die Risiken von Gewitterblitzen sind nicht zu unterschätzen. Auch Aufnahmen aus dem Inneren eines Hauses oder eines Autos können trotz eventuell dazwischenliegenden Fensterscheiben einen geeigneten Standpunkt darstellen. Vielleicht bieten gerade die auf der Scheibe befindlichen Regentropfen einen besonderen Charme für das Foto.

Also denken Sie zunächst immer daran: Ihre Sicherheit geht vor. Sie sollten stets eine ausreichende Entfernung zum Gewitter einhalten.

Welche Kameraeinstellungen Sie mit einer DSLR treffen sollten

Zunächst sollte der gewünschte Bildausschnitt so gewählt werden, dass eine interessante Umgebung zu sehen ist. Empfehlenswert ist dabei zudem eine geringe Brennweite, die das grossflächige Fotografieren der Umgebung und des Himmels ermöglicht und damit die Wahrscheinlichkeit erhöht, einen Blitz zu erwischen.

Sie sollten idealerweise eine Kamera nutzen, an der Sie manuelle Einstellungen machen können, wie beispielsweise eine Spiegelreflexkamera. Die Kameraeinstellungen sind grundsätzlich davon abhängig, zu welcher Tages- beziehungsweise Nachtzeit die Aufnahmen gemacht werden. Nachtaufnahmen von Gewitterblitzen sind dabei besonders interessant. Dafür ist zunächst ein hoher Belichtungswert, also eine Langzeitbelichtung, empfehlenswert. Die meist mehreren Sekunden dauernde Verschlusszeit – je nach Häufigkeit der Gewitterblitze – erfordern eine stabile und ruhige Auflage der Kamera. Ein Stativ – am besten ein Dreibein-Stativ – stellt somit den idealen Begleiter für diese Aufnahmen dar. Weiterhin ist ein Fernauslöser zu empfehlen, der auch durch die Selbstauslöser- oder eine Intervall-Funktion der jeweiligen Kamera ersetzt werden kann, damit Sie nicht durch das Drücken des Auslösers das Motiv verwackeln.

Blitz schlägt bei Nacht in ein Feld ein

Die lange Belichtungszeit sollte in Abhängigkeit möglicher Lichtquellen, wie Strassenbeleuchtung oder Mondschein, eingestellt werden.

Da eine Langezeitbelichtung bei Tagesaufnahmen wenig gute Ergebnisse erzielt, sollten Sie tagsüber einen Neutraldichtefilter nutzen. Dieser ND-Filter stellt ein geeignetes Werkzeug dar, das überschüssig eingehende Licht zu blockieren. Die Belichtungszeit sollte dabei immer wieder angepasst werden, da die Lichtverhältnisse tendenziell stark schwanken können. Die ISO-Werte solcher Fotoaufnahmen sollten sich im Bereich von ISO 100 bis ISO 200 befinden. Die Blendenöffnung ist dabei individuell abhängig von der Situation einzustellen. Die Blendenzahl sollten Sie in Relation zur Belichtungszeit anpassen. Umso länger die Belichtungszeit gewählt wird, desto weniger starke Konturen der Wolken sind in Ihren Fotoaufnahmen zu erkennen. Tendenziell ist ein mittlerer Blendenwert von 8 zunächst ein guter Anfang.

Auch die Fokussierung sollten Sie manuell einstellen, da der Autofokus einer Kamera nicht für solch kurzweilige Momentaufnahmen geeignet ist. Der geringe Zeitraum, in dem der Blitz überhaupt erkennbar ist, reicht für die automatische Fokussierung in der Regel nicht aus. Die Ausrichtung auf die unendliche Fokussierung ist dabei empfehlenswert. Alternativ können Sie einen weiter entfernten Punkt innerhalb des Bildausschnittes zur Fokussierung wählen.

Blitz schlägt in Berge ein – das helle Licht zwischen dunkelblauen Wolken ist gut erkennbar

Alternative zu DSLR – Blitze mit Kompaktkamera und Smartphone fotografieren

Unwetter kommen oft unverhofft auf und natürlich ist man nicht immer darauf vorbereitet. Da die Spiegelreflexkamera samt Objektiven nicht immer zur Hand ist, können Gewitter und Blitze auch mit Kompaktkameras und Smartphone-Kameras fotografiert werden. Das Ergebnis ist natürlich ein anderes als mit Profiausstattung und manuellen Einstellmöglichkeiten.

Die Kameras von Smartphones bieten zahlreiche Filter und Einstellungen an, die es uns ermöglichen, Fotos von immer höherwertigerer Qualität anzufertigen. Können die Blende, die Belichtungszeit und der ISO-Wert manuell eingestellt werden, sind relevante Bedingungen für das Gelingen solcher Aufnahmen gegeben. Zudem erleichtern Serienbild-Funktionen das Einfangen von Gewitterblitzen. Auf diesem Weg werden nacheinander zahlreiche Fotos in kürzester Zeit aufgenommen, unter denen bestimmt ein gutes Ergebnis zu finden ist.

Weiterhin können auch Apps verwendet werden, die das nachträgliche Einfügen oder sogar das Fotografieren eines Blitzes bis zu drei Sekunden nach dem Ereignis ermöglichen. Für Android-Geräte kann hier die App Blitz Kamera, für iOS-Nutzer die App iLightningCam Lite genutzt werden.

Die manuelle Fokussierung kann mittlerweile auch bei einigen Kompaktkameras genutzt werden. Wenn dann auch die wesentlichen Parameter manuell einstellbar sind, steht dem Traumfoto kaum etwas im Wege. Wie bei Aufnahmen mit einer Spiegelreflexkamera sind ein Stativ und ein Fern- oder Selbstauslöser auch beim Fotografieren mit dem Smartphone oder der Kompaktkamera nützlich. Eine anschliessende Bildbearbeitung rundet die Ergebnisse der Fotoaufnahmen ab.

Fazit

Optimale Ergebnisse kann man mit Spiegelreflexkameras und den entsprechenden manuellen Einstellungen erzielen. Die Kameras vom Smartphones bieten zwar teilweise auch manuelle Einstellungsoptionen wie ISO-Werte und Blendenzahl, ein auf unendlich ausgerichteter Fokus ist jedoch kaum einstellbar. Einzig viel Geduld, etwas Glück und eine anschliessende Bildbearbeitung bleiben den Smartphone-Fotografen. Alternativ muss bisher noch auf zusätzliche Apps zurückgegriffen werden.

Und denken Sie stets daran: Ob in den Bergen, zu Hause oder in den Ferien – bringen Sie sich selbst nie in Gefahr. Viel Erfolg beim Ausprobieren!

Ein Bach in den Alpen – Fliessendes Wasser weich fotografiert - Quelle: René Gropp

Fliessendes Wasser weich fotografieren

Fliessende Gewässer wie Flüsse oder Wasserfälle oder Strände sind beliebte Motive für ausdrucksstarke Fotos. Um besonders tolle Wassereffekte zu erzeugen, steht jeder Fotograf vor der Entscheidung, ob jeder einzelne Tropfen eines reissenden Flusses „eingefroren“ oder die Fliessbewegung eines Wasserfalls hervorgehoben werden soll. Im zweiten Fall erscheint das Wasser weich und die Fliessspuren werden sichtbar. Das Wasser wirkt wie ein Schleier und strahlt etwas Mystisches aus.

Wir geben Ihnen in diesem Artikel einige Tipps zu Kameraeinstellungen und hilfreichem Fotoequipment, damit Ihre Wasseraufnahmen besonders weich erscheinen.

Technische Einstellungen an der Kamera

Besonders wichtig, damit Wasser weich erscheint, ist die Belichtungszeit. Verändert sich die Belichtungszeit, werden bewegte Objekte des Motivs verwischt und statische Elemente bleiben scharf. Hierbei gilt: Je  länger ein Motiv belichtet wird, desto weicher wirkt es. Die Länge der Verschlusszeit sollte ausserdem an die Fliessgeschwindigkeit angepasst werden. Bei einem langsam fliessenden Bach ist mindestens eine Belichtungszeit von 0,5 Sekunden, bei einem reissenden Wasserfall von 0,1 Sekunden notwendig. Hier helfen ein paar Probeaufnahmen mit verschiedenen Einstellungen. Zusätzlich hat die Brennweite einen Einfluss auf das Ergebnis des Bildes. Bei geringen Brennweiten benötigt das Wasser mehr Zeit, um den Bildausschnitt von einem bis zum anderen Rand zu durchlaufen. Entsprechend kann bei höheren Brennweiten eine geringere Verschlusszeit gewählt werden.

Vergleich von Aufnahmen eines Baches – Momentaufnahme und lange Belichtung - Quelle: René Gropp

Vergleich von Aufnahmen eines Baches – Momentaufnahme und lange Belichtung – Quelle: René Gropp

Um Farben und Kontraste optimal abzulichten, empfiehlt es sich, einen Ort oder eine Tageszeit zu wählen, die weniger helles und intensives Licht hervorbringt. Die Blaue Stunde, der Abend oder eher trübe Tage eignen sich am besten für das Fotografieren der Wasserbewegung. Um das auf den Sensor einfallende Licht zusätzlich zu reduzieren, sollten Sie den niedrigsten ISO-Wert (zwischen 50 und 100) an der Kamera verwenden.

Es gilt: Die Einstellungen zum ISO-Wert, der Belichtungszeit und der Brennweite sollten stets abhängig vom Motiv und vor allem passend zur Fliessgeschwindigkeit des Gewässers und den Lichtverhältnisses gewählt werden. Manchmal müssen Sie hierfür verschiedene Justierungen ausprobieren, um Wasser weich wirken zu lassen.

Fotoausrüstung zum Fotografieren von weichem Wasser

Am ehesten geeignet für das Fotografieren von Wasser in seiner Fliessbewegung sind Spiegelreflexkameras. Sie bieten in ihrer Grundausstattung schon die notwendigen Voraussetzungen und Einstellungsmöglichkeiten, damit reissende Flüsse und Wellen am Strand weich abgelichtet werden können. Mit einer Kompakt- oder Digitalkamera können Fliessspuren von Wasser ebenfalls festgehalten werden. Bei der Wahl des Fotoapparats sollten Sie darauf achten, dass dieser einen manuellen Modus besitzt und die Belichtungszeit, die Brennweite und der ISO-Wert per Hand verändert werden können. Einige Kameras haben bereits eine integrierte Auswahl an Voreinstellungen, wie zum Beispiel den Modus „Langzeitbelichtung“, die sich für die Aufnahme von fliessendem Wasser eignen. Die besten Ergebnisse erzielen Sie jedoch, wenn die Einstellungen an der Kamera manuell gewählt werden.

Ein Wehr wird von Wasser überströmt – weiches Wasser lässt das Foto malerisch wirken - Quelle: René Gropp

Ein Wehr wird von Wasser überströmt – weiches Wasser lässt das Foto malerisch wirken – Quelle: René Gropp

Um unerwünschte Unschärfe oder verwackelte Bilder bei Langzeitbelichtungen zu vermeiden, bietet es sich zudem an, ein Stativ zu verwenden. Dadurch erhalten Sie selbst bei langen Verschlusszeiten scharfe Bilder mit tollen Weichwassereffekten.

Wenn Sie ein besonderes Wasser-Motiv gefunden haben, jedoch sehr helles Licht einfällt, stossen Sie mit den manuellen Einstellungen an der Kamera häufig an Grenzen, um scharfe, kontrastreiche Fotos zu schiessen. Meist freut sich ein Fotograf über gute Lichtverhältnisse, für besonders weich wirkendes Wasser ist jedoch weniger Licht mehr. Durch die langen Belichtungszeiten fallen Kontraste bei sehr intensivem Licht gering aus und das Motiv ist unter Umständen kaum noch erkennbar. In solchen Fällen sollten Sie einen Polarisations- oder einen Graufilter verwenden. Diese „schlucken“ zusätzlich Licht, verhindern Wasserreflexionen und sorgen für scharfe Fotos und weiches Wasser.

Kolibri

Die besten Schweizer Naturfotografen

Naturfotografie ist eine Kunst für sich. Teilweise muss man stundenlang ausharren, um ein schönes Landschaftsfoto schiessen zu können. Bei bewegten Fotos, beispielsweise von Tieren, kann es wiederum auf Sekunden ankommen. Umso faszinierender sind daher die Fotos, die bei einer solchen Arbeit entstehen. Wir haben für Sie mit den vier besten Naturfotografen der Schweiz gesprochen. Zudem haben wir jedem von Ihnen die Frage gestellt: „Was fasziniert Sie an der Naturfotografie?“. Die Fotografen und ihre Antworten wollen wir Ihnen in diesem Artikel vorstellen.

Tobias Ryser

Der Fotograf ging in dem vom Verein Naturfotografen Schweiz jährlich organisierten Wettbewerb als Gesamtsieger 2016 hervor. Mit seinem Foto „Im herbstlichen Ahornhain“ schnappte er sich den ersten Platz, ist jedoch auch noch in weiteren Kategorien vertreten. Aus diesem Grund haben wir Tobias Ryser ein paar zusätzliche Fragen gestellt, deren Antworten Sie hier lesen können.

FFL: Seit wann fotografieren Sie schon? Wie haben Sie die Fotografie für sich entdeckt?

„Schon in jungen Jahren liebte ich es, draussen unterwegs zu sein und war fasziniert von der Natur. Später, auf Reisen und Ausflügen, hielt ich die erlebten Abenteuer und Landschaften auf einer kleinen Kompaktkamera fest und habe schon damals die Szenerie erst verlassen, wenn das entstandene Bild in meinen Augen stimmig war.

Anfang 2011 begann ich mich im Windschatten eines guten Freundes und Fotografen intensiv mit der Fotografie zu beschäftigen und schaffte mir meine erste digitale Spiegelreflexkamera an. Plötzlich begriff ich, wie ich anhand der Fotografie meine Liebe zur Natur noch intensiver ausleben konnte und begann meine Outdooraktivitäten auf die Fotografie abzustimmen.“

 

FFL: Sie sind ausgebildeter Landschaftsarchitekt und Teilzeit-Ranger. Bleibt da überhaupt noch genug Zeit für die Fotografie?

„In der Fotografie kann ich meine Fähigkeiten perfekt einbringen. Nebst einem sensiblen Gespür für besondere Momente und Lichtstimmungen bin ich äusserst geduldig und habe ein gutes, detailverliebtes Auge. Dies alles half mir, dass ich heute als selbstständiger Fotograf arbeiten darf. Die Ausbildung zum Landschaftsarchitekten und meine Teilzeitanstellung als Ranger tragen dazu bei, dass ich auf meinen Workshops aus dem Vollen schöpfen kann und meinen Kunden ein besonderes Naturerlebnis ermögliche.“

 

FFL: Auf Ihrer Webseite finden sich faszinierende Fotos aus Neuseeland, Frankreich und der Schweiz. Welches dieser Ziele war Ihnen das liebste?

„Am liebsten bin ich in den Schweizer Bergen unterwegs. Dort fühle ich mich am wohlsten und kenne mich sehr gut aus. In unserer Heimat gibt es derart viel Schönes zu entdecken, dass ich mich manchmal frage, warum man immer in ferne Länder reisen muss, um etwas Aussergewöhnliches zu erleben. Der emotionale Wert eines Bildes hat bei mir einen sehr grossen Stellenwert und ich bin der Ansicht, dass man sich ein bezauberndes Bild zu einem gewissen Grad verdienen sollte. Mit einem anstrengenden Aufstieg beispielsweise.“

 

FFL: Sie sind auch Hochzeitsfotograf und geben Workshops. Für welches Metier schlägt Ihr Herz denn am meisten? Wo liegt der Unterschied?

„Bei der Hochzeitsfotografie geht es darum, eine Geschichte zu erzählen. Dabei arbeitet man unter Zeitdruck und muss besondere Momente innert kürzester Zeit erkennen und ästhetisch festhalten können. Bei der Landschaftsfotografie hingegen hat man die Zeit, sich lange nach einem stimmigen Bildausschnitt umzusehen und hübsche Vordergründe zu suchen. Spielt das Licht verrückt, arbeitet man aber auch da in Eile.

Sowohl in der Hochzeitsfotografie als auch als Workshopleiter spielt der Umgang mit dem Gegenüber die entscheidende Rolle. Wenn es mir gelingt, mit dem Brautpaar oder dem Workshopteilnehmenden ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen, profitiert jedes einzelne Bild davon. Glücklicherweise gelingt mir das in den allermeisten Fällen, da ich ein äusserst emphatischer und begeisterungsfähiger Typ bin.“

 

FFL: Gute Motive gibt es fast überall und sie sind trotzdem unheimlich schwer zu finden. Suchen Sie nach speziellen Motiven oder fotografieren Sie, was Ihnen vor die Linse kommt?

„In der Fotografie bin ich ein absoluter Perfektionist und mein grösster Kritiker. Auf meinen Touren ist die Kamera zwar stetiger Begleiter, allerdings nehme ich sie nur noch sehr gezielt hervor. Gerade in der Landschaftsfotografie bin ich mittlerweile ziemlich verwöhnt und fotografiere nur noch bei aussergewöhnlichen Lichtstimmungen. Meine Motive finde ich in der Regel anhand einer Kombination aus Recherche, Kartenstudium und Suchen vor Ort.“

 

FFL: Wie bereitet man sich am besten auf einen Trip in die Natur zum Fotografieren vor? Was darf, neben der Kamera, nicht fehlen?

„Ein guter Natur- und Landschaftsfotograf zeichnet sich nebst seiner fotografischen Fähigkeit durch fundierte Naturkenntnisse aus. Je besser man sein Motiv kennt und sich damit auseinandersetzt, desto besser auch das Bildmaterial. Wer in schönem Licht Landschaften fotografieren möchte, benötigt nebst der Kamera auch ein Stativ. Daneben gibt es viele Hilfsmittel wie Pol-, Grau- und Grauverlaufsfilter, mit welchen man bessere Ergebnisse erzielt, vorausgesetzt man weiss sie richtig einzusetzen.“

Ahornhain

 

Wolkenmeer über dem Wald

Beide Fotos: Tobias Ryser, www.tobias-ryser.ch

Anna-Barbara Utelli

„An der Naturfotografie fasziniert mich die intensive Auseinandersetzung mit der Natur, die mich schon seit Kindsbeinen an interessiert. Weiterhin gibt mir die Fotografie die Möglichkeit, die Schönheit und Einzigartigkeit der Natur anderen in einer für alle verständlichen „Sprache“ mitzuteilen und dabei ganz persönliche Akzente setzen und Perspektiven einnehmen zu können. Das Abschalten vom Alltag durch die Konzentration auf das Hier und Jetzt, wo nur der Moment mit dem aktuellen Licht und dem unmittelbaren Geschehen zählt und interpretiert werden will, ist ebenfalls faszinierend.“

Wasserfall in den Bergen

Blumen im Morgentau

Beide Fotos: Anna-Barbara Utelli, www.linaria-alpina.com

Andi Hofstetter

„Die Naturfotografie bringt mich an Orte, die ich sonst nie gesehen hätte, zeigt mir Dinge, die ich sonst nie finden würde. Seit ich mich intensiv mit der Naturfotografie auseinandersetze, nehme ich viele Dinge ganz anders wahr. Es faszinierend mich, die Schönheit unserer Natur auf ein Bild zu bannen und meinem Umfeld näher zu bringen, in was für eine schützenswerter Welt wir leben. Schlussendlich ist es die Kombination aus dem draussen sein, neue Dinge entdecken und diese kreativ und im besten Licht umzusetzen. Die Naturfotografie ist so nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken.“

Sonnenaufgang auf dem Chäserrugg

Steinbock in der Dämmerung

Beide Fotos: Andi Hofstetter, http://www.ahofstetter.ch/

David Schweizer

„Es ist das Zusammenspiel zwischen einer einzigartigen aber oft launischen Natur und den unerschöpflichen fotografischen Möglichkeiten, welche meine Leidenschaft für die Naturfotografie nährt.

Als Mensch werde ich von der Natur nur geduldet. Entsprechend brauche ich bei der Fotografie inmitten Landschaft, Wetter und Lebewesen viel Rücksicht, Geduld und immer auch das gewisse Quäntchen Glück. Manchmal reicht es, zufällig im richtigen Moment mit der Kamera am richtigen Ort zu sein. Ein Andermal steige ich drei Tage durch die Berge und bringe kein überwältigendes Bild mit nach Hause. Aber lohnen tut es sich immer: Die Entschleunigung meines Alltags durch das Innehalten in der Natur ist mindestens ebenso wertvoll, wie das Festhalten einer grossartigen Szenerie.“

Grimselpass mit Sonneneinfall

Kolibri

Beide Fotos: David Schweizer, www.davidschweizer.ch

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Panorama Preikestolen Norwegen

Panoramafotografie

Atemberaubende Ausblicke und eindrucksvolle Landschaftsaufnahmen brauchen viel Platz. Oft reicht selbst das beste Weitwinkelobjektiv nicht aus, um alle Details der Umwelt auf einem einzelnen Bild festzuhalten. Fotografen nutzen deshalb Panoramaaufnahmen.

Die Möglichkeiten zur Erstellung von Panoramafotos sind vielfältig. Ob vertikales oder horizontales Panorama, 180-Grad-Bild oder Rundumaufnahme – mit der modernen Fototechnik ist fast alles möglich. In unserem Artikel geben wir Ihnen Tipps, um optimale Panorama-Ergebnisse zu erreichen und zeigen Ihnen, wie Sie auch ohne teure Kameraausrüstung grandiose Bildmomente festhalten können.

Benötigte Ausrüstung für die Panoramafotografie

Um möglichst perfekte Bilder zu erhalten, bedarf es einer sorgfältigen Vorbereitung. Wichtig ist dabei nicht nur das richtige Motiv, sondern auch die optimale Ausstattung. Welche Kamera sollte benutzt werden? Ist es wichtig, ein Stativ zu verwenden? Und welches zusätzliche Equipment wird im Gegensatz zur klassischen Fotografie noch benötigt?

Kamera – DSLR, Kompaktkamera oder Smartphone?

Ganz klar: Auch bei der Panoramafotografie schwören die Profis auf ihre Spiegelreflexkamera. Durch ihre vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten sind DSLR-Kameras am besten geeignet, hochwertige Aufnahmen anzufertigen. Doch auch hier gilt, dass sie kein Muss ist. Viele System- und Kompaktkameras verfügen mittlerweile über ausreichend gute Objektive und Auflösungen, um hochwertige Panoramabilder gelingen zu lassen. Für den Fall, dass man gerade keine vollwertige Kamera zur Hand hat, genügt sogar das Smartphone.

Stative für die Panoramafotografie

Ein Stativ ist für ein gelungenes Panoramabild nicht zwingend notwendig. Auch aus der Hand heraus können Sie tolle Aufnahmen machen, die später zu schönen Panoramen zusammengesetzt werden können. Allerdings braucht man dafür ein ruhiges Händchen. Wer das nicht hat oder Blickwinkel von mehr als 180 Grad abbilden möchte, für den empfiehlt sich durchaus die Verwendung eines Stativs. Auch Motive, die sich relativ nah an der Kamera befinden, lassen sich so besser ablichten.

Für optimale Ergebnisse nutzen Profifotografen spezielle Panorama-Stativköpfe. Diese sogenannten Nodalpunktadapter sorgen dafür, dass das Kameraobjektiv in die Drehachse des Stativs ausgerichtet wird. So können perspektivische Verzerrungen und Verschiebungen vermieden oder zumindest auf ein Minimum reduziert werden. Das nötige Kleingeld vorausgesetzt, erledigen motorisierte Panorama-Stativköpfe die Arbeit fast automatisch.

Panorama einer Wiese mit Verzerrung

Die korrekte Kameraausrichtung hilft, ungewünschte Verzerrungen zu vermeiden.
Quelle: René Gropp

Panorama aus Einzelbildern erstellen

Üblicherweise werden Panoramabilder aus vielen Einzelaufnahmen mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogramms so zusammengesetzt, dass ein nahtloses Panoramafoto entsteht. Um die Nachbearbeitung so einfach wie möglich zu machen, sollte man vor dem Fotografieren genügend Zeit für die optimale Vorbereitung einplanen.

Vorbereitung

In der Regel werden die Einzelbilder im Hochformat aufgenommen. Im Gegensatz zum Querformat kann so ein wesentlich grösserer Bereich der Umwelt im Bild erfasst werden. Die einzelnen Bilder sollten sich dabei um mindestens 20 Prozent überlappen, besser ist aber eine noch grössere Überlappung. So kann man sicherstellen, dass das Bildbearbeitungsprogramm die Fotos später leichter zusammensetzen kann. An dieser Stelle kann die Panoramafunktion der Kamera von Vorteil sein. Sie sorgt dafür, dass immer genügend überlappende Bildabschnitte vorhanden sind, um die spätere Zusammensetzung weiter zu vereinfachen.

Um starke Verzerrungen auf den Panoramabildern zu vermeiden, sollten möglichst kurze Brennweiten zum Einsatz kommen. Bevor man mit dem Fotografieren beginnt, wird die Brennweite manuell festgelegt. Dafür fokussiert man den Punkt, der später im Panorama scharf dargestellt werden soll. Ebenso wichtig ist die korrekte Einstellung der Blende. Hohe Blendenzahlen sorgen später für eine scharfe Abbildung grosser Bildbereiche. Nutzt man dagegen eine niedrigere Blendenzahl, so wird der Hintergrund im fertigen Bild zwar weitgehend unscharf dargestellt, allerdings kann so der Fokus auf das Hauptmotiv des Fotos gelenkt werden.

Ein überaus wichtiger Punkt bei der Vorbereitung der Panoramafotografie ist die richtige Einstellung der Belichtungszeit. Besonders dann, wenn die Lichtverhältnisse nicht optimal sind oder einzelne Bildbereiche besonders hell oder dunkel erscheinen, sollte die Belichtungsautomatik an der Kamera ausgeschaltet werden. Besser ist es, jedes Einzelfoto des Panoramas manuell zu belichten, wobei Sie darauf achten sollten, dass die Belichtungszeit nicht zu weit vom Durchschnittswert aller Teilbilder abweicht.

Panorama Weinberg bei nicht optimalen Lichtverhältnissen

Bei nicht optimalen Lichtverhältnissen erscheinen viele Bildbereiche zu dunkel.
Quelle: René Gropp

Bilder zusammensetzen

Sind die Einzelbilder im Kasten, können sie mit einer Vielzahl verschiedener Bildbearbeitungsprogramme zu einem Panorama zusammengesetzt werden. Wie viele andere Programme auch hat Adobe Photoshop eine Photomerge-Funktion, die das Zusammensetzen weitgehend automatisiert vornimmt.

Zunächst öffnen Sie die einzelnen Bilder im Bildbearbeitungsprogramm Ihrer Wahl. Stellen Sie nach einem Weissabgleich fest, dass die Farbtemperaturen unterschiedlich sind, empfiehlt es sich, diese anzupassen. Am einfachsten ist das, wenn Sie dafür die Rohdaten zum Beispiel im RAW-Format benutzen. Anschliessend lassen Sie das Programm die Arbeit machen und das Panorama erstellen.

Hat Photoshop seine Arbeitet verrichtet, sieht das entstandene Panorama meist unförmig aus. Schneiden Sie es deshalb nun mit dem Freistellungswerkzeug auf die gewünschte Grösse zu und speichern Sie es. Anschliessend überbelichtete Bereiche anpassen und weitere Farbeinstellungen treffen, um beispielsweise mehr Tiefe oder Kontrast in Ihr Bild zu bringen.

Automatikprogramme nutzen

Viele moderne Kameras, allen voran kleine Kompaktkameras und Smartphones, haben bereits integrierte Panoramafunktionen, mit denen Sie spielend einfach ein gutes Panoramafoto erzeugen können. Wenn Ihnen die Arbeit mit den Teilbildern zu aufwendig erscheint oder Sie wenig Erfahrung mit professionellen Bildbearbeitungsprogrammen haben, ist das die einfache Alternative.

Achten Sie aber auch hier darauf, dass Sie die Kamera nicht um sich selbst drehen, sondern immer um die Kameraachse. Dafür bieten sich neben einem Stativ auch andere Hilfsmittel an. Stellen Sie Ihre Kamera beispielsweise auf eine Mauer oder einen kleinen Vorsprung und drehen Sie sie dann darauf. So werden bessere Ergebnisse erzielt und Verzerrungen vermieden.

Bewegte Objekte im Panorama

Prinzipiell ist es schwierig, sich bewegende Objekte in Panoramabildern einzufangen. Allerdings sind die meisten hochwertigen Bildbearbeitungsprogramme in der Lage, solche Objekte herauszufiltern. Grundlage dafür ist, dass Sie so viele Einzelbilder aufgenommen haben, dass jeder Bereich mindestens einmal unverdeckt abgelichtet wurde. Die nötige Rechenpower Ihres Computers vorausgesetzt, können so selbst belebte Plätze oder stark befahrene Strassen völlig frei von bewegten Objekten dargestellt werden.

Panorama mit Menschen

Verschiedene Posen auf einem Bild – Bewegliche Objekte in der Panoramafotografie
Quelle: Gundel Woite

Sie können aber auch lustige Effekte erzielen, wenn Sie Menschen oder Tiere im Panorama abbilden. Ein immer wieder beliebtes Motiv ist die Ablichtung einer Person in unterschiedlichen Posen auf einem Panoramabild. Lassen Sie die Person dafür nach jedem Einzelfoto die Position wechseln und warten Sie, bis Sie das nächste Foto schiessen.

Der Sonnenaufgang wird im Wasser reflektiert

Beeindruckende Naturfotos im Morgengrauen schiessen

Kaum eine Tageszeit übt auf uns einen so grossen Reiz aus wie der Morgen. Bei Tagesanbruch, wenn alles schläft und es draussen noch ruhig ist, wird man sich der Schönheit der Natur bewusst. Vielleicht deshalb verspüren viele Menschen den Drang, bereits bei Tagesanbruch hinaus zu gehen und ihre Eindrücke festzuhalten.

Neben dem frühen Aufstehen, um ein wirklich schönes Foto vom Sonnenaufgang oder der Morgendämmerung hinzubekommen, sind es vor allem die besonderen Lichtverhältnisse, die den Amateurfotografen das Leben schwermachen. Mit unseren Tipps schiessen Sie dennoch beeindruckende Naturfotos in der Morgendämmerung. Vielleicht motivieren die Tipps zum frühen Aufstehen, oder Sie schaffen es, bei der nächsten Wanderung einen tollen Schnappschuss zu machen.

Die Sonne geht mit beeindruckendem Lichtspiel über dem Watzmann auf

Quelle: Björn Jacob

Die Vorbereitung

Eines ist klar: Fotos bei Tagesanbruch sind nichts für Morgenmuffel. Gerade in den wärmeren Jahreszeiten bricht der Tag sehr früh an, weshalb ein Aufstehen mitten in der Nacht unvermeidbar ist. Es lohnt sich jedoch, da in Morgensonne getauchten Naturfotos etwas Magisches innewohnt. Neben einer guten Kamera ist ein Stativ bei einer solchen Aktion ein sinnvolles Kamerazubehör. Da Fotos im Morgengrauen mit einer langen Belichtungszeit geschossen werden, würden sie ohne Stativ verwackeln. Wenn Sie also keine ausserordentlich ruhige Hand haben, sollten Sie auf eine stabile Unterlage nicht verzichten. Dies muss nicht zwingend ein stehendes Stativ sein, mitunter genügt auch ein Stein oder, wenn der Boden uneben ist, ein Bohnensack-Stativ. Zudem sollte genügend Zeit eingeplant werden. Der Sonnenaufgang an sich dauert nur wenige Minuten, jedoch ergeben sich auch in der frühen Morgensonne noch schöne Motive. Wenn Sie schon einmal dabei sind, lässt sich bestimmt noch der ein oder andere Schnappschuss machen. Es ist ausserdem nicht verkehrt, das Gebiet bereits im Vorhinein bei Tageslicht zu erkunden – dann finden Sie sich im Morgengrauen besser zurecht.

Noch ein Tipp: Achten Sie am Tag zuvor auf die Wettervorhersage – so eine Tour lohnt sich nur bei gutem Wetter, da bei einem bedeckten Himmel die schönen Lichtverhältnisse nicht zur Geltung kommen.

Am Spinnennetz hängt noch der Morgentau

Quelle: René Gropp

Technische Einstellungen an der Kamera für scharfe Bilder

Neben der bereits erwähnten langen Belichtungszeit, die wegen der ständig wechselnden Lichtverhältnisse unabdingbar ist, können noch weitere Einstellungen an der Kamera vorgenommen werden, um besonders gute Ergebnisse zu bekommen.

Ein wichtiger Punkt für schöne Fotos bei Sonnenaufgang ist der ISO-Wert. Dieser sollte möglichst niedrig gehalten werden, da das Bild wegen der relativ dunklen Umgebung sonst anfängt zu rauschen. Daneben sollte eine Blende von mindestens 8, besser 11, gewählt werden. Da die Motive teilweise weit entfernt sind, bringt man mit einer höheren Blende eine gute Tiefenschärfe hinein. Zu guter Letzt sollten Sie Ihre Fotos am Besten im RAW Format machen – falls Sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind, können Sie dieses später besser nachbearbeiten.

Der Sonnenaufgang wird im Wasser reflektiert

Quelle: Gundel Woite

Das Wasser als Spiegel nutzen

Gewässer sehen auf Naturfotos immer besonders schön aus, da sie eine gewisse Ruhe und Harmonie ausstrahlen und die Farben der Morgendämmerung reflektieren. Nutzen Sie Wasser als Spiegelobjekt für etwas Anderes, das im Mittelpunkt des Fotos steht. Dies könnte beispielsweise eine Brücke, ein Haus oder ein besonders schöner Baum sein, der sich auf der Wasseroberfläche spiegelt. Wichtig hierbei ist, dass eine Verschlusszeit von mindestens 30 Sekunden gewählt wird, damit das Wasser ruhig und glatt wirkt.

Sonnenaufgang über der Stadt

Quelle: René Gropp

Perspektiven wechseln und Motive variieren

Auch wenn Sie sich bestimmt einen Plan gemacht haben, was Sie wann und wie fotografieren möchten – es kommt meist anders, als man denkt. Es ist sicherlich nicht verkehrt, mit einer gewissen Vorstellung loszuziehen, damit Sie schlussendlich nicht an der falschen Stelle stehen und sich den schönen Sonnenaufgang durch die Lappen gehen lassen. Fakt ist aber auch, dass die besten Motive meist zufällig entstehen.

Probieren ist also angesagt! Mal stehend, mal liegend, mal von einem kleinen Baum aus – der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Wenn Sie die Perspektiven variieren, haben Sie später eine grössere Auswahl an brauchbarem Material. Es ist ausserdem nicht ratsam, sich auf ein bestimmtes Motiv zu versteifen. Sicher, die historische Brücke sieht im Morgengrauen besonders schön aus, es gibt jedoch bestimmt noch weitere Motive, die bei genauerem Hinsehen magisch wirken. Einfach mal umschauen, Sie werden staunen, was für tolle Fotos am Ende entstanden sind.

Schlussendlich sind Fotos in der Morgendämmerung anspruchsvoll und sicher nichts für Morgenmuffel. Wenn man sich jedoch überwindet, wird man mit traumhaften Fotos belohnt. Die Natur hat unheimlich viel zu bieten, da lohnt es sich, mal etwas früher aufzustehen. Mit unseren Tipps sind Sie nun optimal vorbereitet und können sich für morgen früh einen Wecker stellen.