Blaue Blume – Makrofotografie mit dem Smartphone

Makrofotografie mit dem Smartphone

In vielen Bereichen der Fotografie, besonders im Alltag und in spontanen Situationen, wurde die Kamera durch das Smartphone abgelöst. Hochwertige Spiegelreflexkameras haben vor allem in eher künstlerischen Bereichen weiterhin einen grossen Qualitätsvorsprung. Geht es in den Bereich der Makrofotografie, sollen also Tiere, Blumen und andere kleine Gegenstände ganz nah aufgenommen werden, gelangt die Kamera des Smartphones an ihre Grenzen. Glücklicherweise gibt es auch für dieses Problem Hacks und Gadgets, mit denen Sie auch mit dem Smartphone Makroaufnahmen machen können.

Allgemeine Tipps für Makroaufnahmen

Entfernung zum Objekt

Bei Makrofotos handelt es sich um Nahaufnahmen. Insbesondere mit dem Smartphone muss man sehr nahe an das Objekt herangehen. Versuchen Sie es mit einem Abstand von etwa 2 – 7 cm und fokussieren Sie Ihr Motiv oder den Bereich, den Sie scharf abbilden möchten. Da Smartphones unterschiedliche Naheinstellgrenzen haben, müssen Sie den Abstand eventuell vergrössern oder verkleinern.

AE/AF Sperrfunktion

Diese Funktion ist bei der Makrofotografie wichtig, damit Sie den Fokus nicht verlieren, wenn Sie weitere Einstellungen vornehmen. Ist die AE/AF Sperrfunktion aktiviert, bleiben Fokus und Belichtung unverändert.

Beim iPhone müssen Sie dafür nur mit Ihrem Finger den Screen solange an der Stelle berühren, die Sie fokussieren möchten, bis das Fotokreuz pulsiert. Nehmen Sie anschliessend den Finger vom Display, ist die AE/AF Sperre aktiviert.

AE/AF Sperrfunktion des iPhones

Schärfentiefe nutzen

Durch die Nähe zum Motiv entsteht bei Makroaufnahmen eine geringe Schärfentiefe. Der Hintergrund und auch vordere Bereiche, die nicht fokussiert werden, verschwimmen in Unschärfe. Sie können mit dem Smartphone jedoch nicht wie bei einer Spiegelreflexkamera die Schärfentiefe mit einer optimalen Kombination aus Blende, Brennweite und Entfernung zum Motiv regulieren.

Beim Smartphone kann lediglich die Entfernung zum Motiv bestimmt werden. Je näher Sie an das Motiv herangehen, desto geringer wird die Schärfentiefe. Nutzen Sie diesen Effekt: Wenn das fokussierte Objekt vor einem unscharfen Hintergrund deutlicher hervortritt, entsteht eine ausdrucksstarke Bildwirkung.

Makroaufnahme eines Fliegenpilzes: Vorder- und Hintergrund sind unscharf, der mittlere Bildausschnitt ist fokussiert

Vorder- und Hintergrund sind unscharf, der mittlere Bildausschnitt ist fokussiert

Wackelfreie Aufnahmeposition

Gerade bei der Makrofotografie führt die kleinste Bewegung beim Auslösevorgang zur Unschärfe. Eine feste Unterlage zum Stabilisieren der Hände oder zum Abstellen des Smartphones kann Verwacklungen vermeiden.

Es gibt auch spezielle Stative für Smartphones, die sich leicht aufstellen oder an beliebigen Gegenständen befestigen lassen.

Licht

Achten Sie auch bei Makrofotos darauf, dass sie die Lichtquelle nicht verdecken, wenn sie an das Objekt herangehen. Es sollte so viel Licht wie möglich auf das Motiv fallen.

Makroobjektive für das Smartphone

Das Makroobjektiv sorgt dafür, dass der Abbildungsmassstab, also das Verhältnis zwischen tatsächlicher Grösse des Objektes zur Grösse der Abbildung auf dem Fotosensor, möglichst gross wird. Dafür wird der Abstand zwischen Objektiv und Sensor vergrössert. Dieser Grundsatz gilt sowohl für Makroobjektive grosser Kameras als auch für Makrolinsen für Smartphones.

Es gibt spezielle Makroobjektive für Smartphones, die mit Klemme, Magnet, Gummiband oder selbstklebendem Metallring auf der Kamera des Telefons befestigt werden. Diese Makro- oder Nahlinsen für Smartphones sind wesentlich kleiner und auch preisgünstiger, als etwa die Modelle für Spiegelreflexkameras. Je nach Qualität der Linsen gibt es bereits Linsensets (beispielweise in Kombination mit Fisheye-Linsen) ab ca. 20 CHF. Nicht alle Linsen sind für alle Smartphone-Modelle geeignet, entsprechend sollte man beim Kauf auf Kompatibilität der Halterung mit dem Smartphone achten.

Smartphone / iPhone mit Makroobjektiv und Clip.

Die Linse wird dann am Smartphone befestigt und so ausgerichtet, dass keine Ränder mehr im Bild zu sehen sind. Mit solchen Makrolinsen muss man sehr nah an das zu fotografierende Objekt herankommen, sie eignen sich also vor allem für eher langsame oder unbewegte Objekte.

DIY-Makroobjektive

Wenn Sie nicht in spezielle Smartphone-Linsen investieren wollen, gibt es ein paar Hacks, um Alternativen beispielsweise aus alten ausgedienten Linsen zu bauen.

Upcycling-Linsen

Um ein eigenes Objektiv zu basteln, benötigen Sie vor allem eine Linse, mit der ein Lupeneffekt erzeugt werden kann. Dazu müssen Sie eine Linse aus einem alten CD-Player oder DVD-Laufwerk, einem Laserpointer oder einer alten Einwegkamera ausbauen. Die Linse befestigen Sie auf dem Objektiv der Smartphone-Kamera. Dazu benötigen Sie eine Haarklammer und einen Klebestreifen. Sie können auch aus einem Weitwinkelobjektiv für eine Spiegelreflexkamera die Makrolinse ausbauen und mit einer Klammer am Smartphone befestigen.


Der Wassertropfen

Wasser auf das Smartphone? Da es nur ein einzelner Tropfen ist, sollte das Gerät keinen Schaden nehmen. Sie können eine Pipette benutzen, um genau einen Wassertropfen vorsichtig auf das Objektiv der Kamera zu platzieren. Der Wassertropfen funktioniert wie eine Linse und erzeugt demnach einen Lupeneffekt. Durch die Oberflächenspannung bleibt der Tropfen auf dem Objekt und Sie können loslegen.

Schwarze Silhouette einer Landschaft mit einer Burg unter einem Sternenhimmel

Anfängerfehler vermeiden: Sterne richtig fotografieren

Bei einer Foto-Tour am Tag können die Stunden und Minuten schon einmal wie im Flug an einem vorbeiziehen und ganz nebenbei wird es auch noch dunkel. Dies klingt nach einer guten Gelegenheit für ein paar Nachtaufnahmen mit einem funkelnden Sternenhimmel. Für gelungene Aufnahmen von Sternen oder der Milchstrasse sind jedoch ein paar Dinge zu berücksichtigen.

Wir erklären Ihnen, wie Sie einen beeindruckenden Nachthimmel wirkungsvoll festhalten und welche Fehler es dabei zu vermeiden gilt.

Fehler 1: Der Blick aus dem Fenster als Wetterprognose

Nahezu jeder leidenschaftliche Hobbyfotograf ist bei schönem Wetter angeregt mit seiner Kamera nach draussen zu gehen. Doch während tagsüber schönes Wetter für gute Fotos sorgt, spielen bei der Sternenfotografie andere Faktoren eine wichtige Rolle. Einen ausschlaggebenden Einfluss hat die Mondphase, da bei Vollmond viele Sterne durch den Schein des Mondes überstrahlt werden. Infolgedessen eignen sich die vier Tage vor und nach Neumond am besten für eindrucksvolle Nachtaufnahmen. Die Mondphasen lassen sich durch einen Mondkalender mitverfolgen, welcher auch auf zahlreichen Webseiten und Apps zu finden ist.

Des Weiteren lassen sich Sterne bei kalter Luft besser fotografieren als bei warmer Luft, da diese klarer ist. Zudem bietet sich nach Regen, welcher ebenfalls für klare Luft sorgt, eine besonders gute Gelegenheit, den Nachthimmel zu fotografieren. Kommt zu kalter, klarer Luft jedoch eine schneebedeckte Fläche hinzu, kann diese zum Problem werden. Der weisse Schnee reflektiert das Licht und die Sterne auf dem Foto sind schlecht sichtbar. Es eignen sich besonders die Monate März bis Mai und September bis Oktober für nächtliche Foto-Touren.

Fehler 2: Neuland Astronomie

Wie bereits erwähnt, erfordert es etwas Hintergrundwissen zum Mond und seinen Phasen, um gute Bedingungen zur Sternenfotografie zu erwischen. Kenntnisse über die Sternbilder und die Milchstrasse sind ebenfalls sehr hilfreich für eine eindrucksvolle Bildkomposition. Aus diesem Grund ist es immer nützlich, eine Sternenkarte dabei zu haben. Diese ist besonders praktisch als App auf dem Smartphone. Beispielsweise zeigt die gratis App SkyView® (iOS / Android) nicht nur die Standorte verschiedener Sternenbilder, sondern auch die Standorte der Sonne, des Mondes, der Planeten sowie der Satelliten. Zudem besitzt diese App eine Suchfunktion, die Sie zur konkreten Position eines Sternbildes oder eines anderen Himmelskörpers führt.

Screenshots der App Sky View: Startbild, Live-View-Modus und Such-Funktion

Die Abbildung zeigt den Live-View-Modus und den Suchbereich der SkyView® App. Die beiden Bilder in der Mitte zeigen die momentane Position des Mondes und ein in der Nähe liegendes Sternbild.

Eine weitere sehr nützliche App ist PhotoPills (iOS / Android). Diese ist zwar kostenpflichtig, bietet dafür aber jede Menge hilfreiche Funktionen. Sie gibt genaue Auskünfte über den Verlauf der Sonne, des Mondes und der Milchstrasse am konkreten Standort, welcher im Live-View-Modus betrachtet werden kann. Ebenso werden die Mond- und Sonnenphasen sowie die goldene und blaue Stunde in der App aufgegriffen. Für die konkrete Organisation einzelner Foto-Sessions wird zudem ein Planer bereitgestellt, der genau erkennen lässt, in welchen Stunden es besonders lohnenswert ist, draussen zu fotografieren.

Unabhängig von der Sternenfotografie bietet diese App eine grosse Auswahl an Kameras, sodass die Anwendungen konkret auf die eigene Kamera abgestimmt werden kann. Mit Hilfe dieser Abstimmung können zahlreiche Tipps zu verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten in den Bereichen Belichtung, Schärfentiefe, Objektdistanz und zu vielem mehr gegeben werden. Zum besseren Verständnis stellt die App Bedienungsanleitungen sowie YouTube-Tutorials bereit.

Screenshots der App PhotoPills: Übersicht der Anwendungen, Live-View-Modus der Milchstrasse, Planer und Startbild

Auf dieser Abbildung sehen Sie eine kurze Übersicht einiger verschiedener Anwendungen sowie den Verlauf der Milchstrasse im Live-View-Modus und den Planer der App PhotoPills.

Fehler 3: Sterne gibt es überall

Die Aussage „Sterne gibt es überall“ ist grundsätzlich richtig und trotzdem können sie nicht an jedem beliebigen Ort bestaunt werden. Gerade in grossen Städten kommt es durch die vielen Laternen, den Strassenverkehr und auch die aufleuchtenden Werbereklamen unzähliger Geschäfte zu einer grossen Lichtverschmutzung. Das bedeutet, dass es nie richtig dunkel wird. Aus diesem Grund sollten Sie einen Ort fernab der Stadt aufsuchen, um Sterne zu fotografieren. Je weniger Umgebungslicht, desto besser ist die Ausgangssituation für ein gelungenes Shooting bei Nacht. Obendrein verhilft auch ein höher gelegener Punkt, wie ein Hügel, ein Berg oder ein Ausgangspunkt, zu einer freien Sicht.

Fehler 4: Fotografieren im Autofokus

Bevor es an die Einstellungen geht, sind zunächst einige Fragen bezüglich der Ausrüstung zu klären. Die besten Voraussetzungen für eine Aufnahme des Nachthimmels bieten Vollformatkameras aufgrund ihres grossen Sensors, da dieser weniger Probleme mit dem Rauschverhalten bei hohen ISO-Werten hat. Das schliesst jedoch nicht aus, dass eine gute Aufnahme nicht auch mit einer Kamera mit einem kleineren Sensor, wie beispielsweise einem APS-C Sensor, gemacht werden kann.

Doch der Body der Kamera macht die Arbeit nicht allein. Das Objektiv spielt eine erhebliche Rolle. Dieses sollte vor allem so weitwinklig und lichtstark wie möglich sein und eine Blendenzahl von vier oder weniger zulassen. Der Autofokus spielt bei der Wahl des Objektivs zur Sternenfotografie keine Rolle, da der Fokus in der Sternenfotografie ohnehin manuell gesetzt wird.

Aufnahmen des Nachthimmels werden immer offenblendig fotografiert. Das heisst, die kleinste vorhandene Blende wird gewählt, um so viel Licht wie möglich einzufangen. Dabei ist der komplizierteste Schritt die Fokussierung auf Unendlich. Bei manchen Objektiven ist das Unendlich-Zeichen direkt am Fokusring abgebildet, was die Einstellung wesentlich erleichtert. Ist diese Abbildung nicht gegeben, besteht die Möglichkeit, bereits am Tag ein sehr weit entferntes Objekt scharfzustellen, um sich anschliessend eine eigne Markierung am Objektiv zu setzen. Allerdings ist dies nur bei Objektiven möglich, bei welchen sich der Objektivring unendlich weit drehen lässt.

Zur Überprüfung der Scharfstellung kann der Live-View-Modus behilflich sein. Da dieser um ein zehnfaches vergrössert werden kann, lässt sich leichter erkennen, ob der fokussierte Punkt tatsächlich scharfgestellt wurde. Ist dies nicht der Fall, können Sie die Schärfe in kleinen Schritten nachjustieren.

Eine Strasse und ein See bei Nacht. Der dunkle Himmel zeigt die Milchstrasse.

Diese Collage zeigt zwei Aufnahmen bei Nacht, bei welchen die Milchstrasse perfekt inszeniert wird. Aufgenommen wurden diese beiden Fotos mit einer Sony Alpha 7 II und einem 24-70 mm Objektiv von Zeiss. Für die Aufnahme der Bilder wurden folgende Einstellungen verwendet: Fokussierung auf Unendlich, ISO-Wert zwischen 4000 und 8000, Blende 4,  Belichtungszeit 25 Sekunden. ©Andreas Franke – www.andysign-fotografie.de

Der ISO-Wert ist in der Fotografie idealerweise eher klein zu halten, um ein Rauschen im Bild zu vermeiden. Bei der Fotografie von Sternen sollten Sie jedoch recht hohe Werte verwenden, um eine optimale Bildwirkung zu erzielen. Je nach Kameramodell werden ISO-Werte zwischen 1600 und 8000 eingesetzt. Deshalb ist es umso wichtiger bei klarer Luft zu fotografieren, da diese das Rauschen erheblich verringert.

Wurden alle Einstellungen vorgenommen, kann das Bild mit einer Belichtungszeit von 15 bis 30 Sekunden aufgenommen werden. Länger als 30 Sekunden sollten Sie jedoch nicht belichten, da aus den kreisrunden Sternen sonst Streifen werden. Aufgrund der langen Belichtungszeit ist der Einsatz eines Stativs empfehlenswert. Zusätzlich kann ein Fernauslöser eine grosse Hilfe sein, um Verwacklungen durch das Auslösen zu vermeiden.

Fehler 5: Die Kamera ausschliesslich auf den Himmel richten

Der Sternenhimmel und vor allem die Milchstrasse sind äusserst beeindruckend. Dennoch kann ein Bild, welches nur den Himmel zeigt, schnell langweilig wirken. Die richtige Spannung kann durch das Einbeziehen weiterer Bildelemente erzeugt werden, wie zum Beispiel einen Baum, eine Strasse, ein Gebäude oder die Silhouette einer Landschaft.

Silhouette einer Landschaft mit einer Burg unter einem Sternenhimmel und die Silhouette einer Bank unter der sichtbaren Milchstrasse

Die rechte Aufnahme zeigt eine Bank, welche durch die Lichtverschmutzung der Stadt beleuchtet wird und die sichtbare Milchstrasse. Dieses Motiv zeigt, wie man das Streulicht einer Stadt zur Bildgestaltung nutzen kann. ©Andreas Franke – www.andysign-fotografie.de

Fazit

Das Fotografieren des Sternenhimmels ist mit einigen Vorbereitungen verbunden, die jedoch für beeindruckende Resultate sorgen. Also seien Sie experimentierfreudig, spielen Sie mit den ISO-Werten und Belichtungszeiten und beziehen Sie Objekte und Streulicht von Strassen oder Städten in Ihre Bildgestaltung ein. Mit der Übung kommt der Erfolg.

An dieser Stelle möchten wir uns bei Andreas Franke bedanken, der uns nicht nur mit seinen unglaublichen Aufnahmen beeindruckt hat, sondern uns auch bei der Erstellung dieses Artikels mit wertvollen Ratschlägen zur Seite stand.

Merken

Fliegende Drohne vor einer Berglandschaft

Private Drohnenfotografie in der Schweiz

Waren Luftaufnahmen bis vor wenigen Jahren noch sehr teuer und vornehmlich professionellen Fotografen vorbehalten, stellen Drohnen heute auch für Hobbyfotografen und Amateurfilmer eine kostengünstige Möglichkeit dar, Aufnahmen aus der Luft zu machen. Bereits für wenige hundert Franken sind Drohnen erhältlich, an denen Kameras angebracht werden können.

Die Technik hat sich dabei in den letzten Jahren rasant entwickelt. Durch eine vergrösserte Reichweite und mittels Videobrillen können Drohnen auch dann noch gesteuert werden, wenn kein Sichtkontakt mehr besteht. Damit sind Aufnahmen von schwer zugänglichen Orten möglich, die sonst für Fotografen nicht erreichbar wären. Mittlerweile können Bilder auch per Live-Stream direkt ins Internet übertragen werden. Die Anwendungsmöglichkeiten scheinen unbegrenzt.

Allerdings stehen der technischen Machbarkeit gesetzliche Regelungen entgegen, die den Einsatz von Drohnen respektive der Drohnenfotografie beschränken. Gerade in der Schweiz herrschen zum Teil strenge Reglements, auch wenn der Gebrauch von kleineren Drohnen grundsätzlich erlaubt ist. Wenn Sie Drohnen zum Filmen und Fotografieren einsetzen möchten, sollte Sie über die gesetzlichen Bestimmungen Bescheid wissen.

Rechtliche Grundlagen zum Betrieb von Drohnen

Unabhängig davon, ob eine Drohne mit einer Kamera ausgestattet ist, unterliegt der Gebrauch gesetzlichen Vorschriften, die es in jedem Fall zu befolgen gilt. Mit der Gesetzesänderung vom 1. August 2014 haben sich die Regeln für den Drohnenflug verschärft. Zwar sind kleinere Drohnen grundsätzlich bewilligungsfrei, deren Gebrauch ist aber an bestimmte Bedingungen geknüpft.

Dies sind die wichtigsten gesetzlichen Vorschriften für den Drohnenbetrieb auf einen Blick:

  • Drohnen bis 30kg sind bewilligungsfrei
  • Drohnen ab 500g erfordern eine Haftpflichtversicherung
  • Drohnenflug über Menschenansammlungen ist grundsätzlich verboten
  • Pilot muss ständigen Sichtkontakt zur Drohne haben
  • Privatgelände dürfen nur mit Bewilligung überflogen werden
  • Im Umkreis von 5km um einen zivilen oder militärischen Flugplatz darf nicht geflogen werden
  • Foto- und Videoaufnahmen erfordern eine Einwilligung der aufgenommenen Personen

Bewilligung für Drohnen

Erst ab einem Gewicht von über 30 Kilogramm brauchen Drohnen eine Bewilligung. Doch auch für Drohnen bis 30 Kilogramm sind unter bestimmten Voraussetzungen Bewilligungen notwendig. Hingegen spielt es keine Rolle, zu welchem Zweck die Drohne eingesetzt wird. Für gewerbsmässige Drohnenflüge gelten daher die gleichen Regelungen wie für den Privatgebrauch. Für Drohnen ab 500 Gramm ist allerdings eine Haftpflichtversicherung mit einem Mindestumfang von einer Million Franken Pflicht.

Zuständig für alle Belange von Drohnen ist das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL). Das BAZL legt in jedem Einzelfall konkret fest, ob eine Drohne geflogen werden darf und unter welchen Bedingungen der Flug stattfindet. Ein Bewilligungsverfahren kann dabei sehr teuer werden und sich über Monate erstrecken, da umfangreiche Sicherheitsüberprüfungen vorgenommen werden. Für einen Hobbyfotografen lohnt es sich deshalb kaum, eine Bewilligung beim BAZL einzuholen, weshalb es sinnvoll ist, sich an die bestehenden Regelungen zu halten. Alle Vorschriften für den Drohnenbetrieb sind in der „Verordnung des UVEK über Luftfahrzeuge besonderer Kategorien“ nachzulesen.

Trotz der grundsätzlichen Bewilligungsfreiheit für Drohnen bis 30 Kilogramm ist der Gebrauch nur erlaubt, wenn der Pilot direkten Sichtkontakt zur Drohne hat. Die Steuerung der Drohne über ein Fernglas oder mittels einer Videobrille ist nur mit einer Spezialbewilligung des BAZL erlaubt. Befindet sich allerdings ein weiterer Beobachter am Standort des Piloten, der direkten Blickkontakt zur Drohne gewährleisten und im Notfall die Steuerung übernehmen kann, sind Hilfsmittel zur Steuerung der Drohne zugelassen.

Sofern Sichtkontakt zur Drohne besteht und jederzeit in die Steuerung eingegriffen werden kann, ist auch der Betrieb von automatisierten Drohnen möglich.

Wo darf eine Drohne geflogen werden?

Trotz der grundsätzlichen Bewilligungsfreiheit für Drohnen bis 30 Kilogramm dürfen Drohnen nicht an jedem Ort geflogen werden. Durch die Gesetzesänderung 2014 haben sich dabei die Regeln verschärft. Prinzipiell dürfen Drohnen ab 500 Gramm Menschenansammlungen in einem Umkreis von 100 Metern nicht mehr überfliegen. Möchten Sie beispielsweise Luftaufnahmen einer Familienfeier mittels einer Drohne machen, ist dies nicht erlaubt, auch wenn die beteiligten Personen Ihre Einwilligung dazu geben. Als Menschenmenge gilt dabei ein Dutzend Menschen, die nah beieinanderstehen. Können Sie dennoch nicht auf Drohnenaufnahmen verzichten, müssen Sie eine Bewilligung beim BAZL einholen. Drohnen unter 500 Gramm ist der Drohnenflug über Menschenmengen hingegen erlaubt, allerdings ist der Pilot für Schäden durch Abstürze auch hier haftbar.

Ein generelles Flugverbot herrscht für Drohnen zwischen 500 Gramm und 30 Kilogramm in der Nähe von zivilen Flugpisten oder militärischen Flugplätzen in einem Umkreis von fünf Kilometern. Zudem weisen grössere Flugplätze Kontrollzonen auf, die einen grösseren Radius als fünf Kilometer aufweisen können. In diesen Zonen dürfen Drohnen nur bis zu einer Höhe von 150 Metern geflogen werden.

Für Drohnenflüge über Privatgelände brauchen Sie eine Bewilligung. Es ist also nicht problemlos möglich, das Grundstück Ihres Nachbarn zu überfliegen. Auf öffentlichem Grund darf eine Drohne gestartet werden, Kantone und Gemeinden können aber auch hier gesonderte Bestimmungen erlassen, die Sie im Vorfeld prüfen sollten.

Treffen die genannten Bedingungen nicht zu, können Sie Ihre Drohne problemlos starten. Bei Foto- und Videoaufnahmen sind aber weitere Vorschriften zu beachten.

Alt-Text: Luftaufnahme von einem Schloss in der Schweiz

Rechtliche Grundlagen zum Erstellen von Bild- und Videoaufnahmen

Werden von einer Drohne aus Foto- und Videoaufnahmen von Personen gemacht, greift das Datenschutzgesetz. Mit diesem Gesetz sollen die Persönlichkeits- und Grundrechte von Personen geschützt werden. Generell dürfen ohne Einwilligung keine Personen fotografiert oder gefilmt werden, sofern diese auf den Aufnahmen eindeutig erkennbar sind. Es gelten folgende allgemeine Datenschutzgrundsätze:

Rechtfertigungsgrund

Luftaufnahmen mittels einer Drohne dürfen nur dann gemacht werden, wenn dafür ein Rechtfertigungsgrund vorliegt. Dieser ist laut Art. 13 DSG (Bundesgesetz über den Datenschutz) gegeben, wenn die Einwilligung der aufgenommenen Personen vorliegt oder ein privates oder öffentliches Interesse vorliegt. Dabei ist es schwierig zu bestimmen, wann ein privates Interesse vorliegt. Ein für den persönlichen Gebrauch gemachtes Video stellt aber keinen ausreichenden Rechtfertigungsgrund dar. Um sicher zu gehen, sollten Sie in jedem Fall die Einwilligung der aufgenommenen Personen einholen.

Transparenzprinzip

Wird eine Drohne für Videoaufnahmen eingesetzt, beispielsweise bei Vermessungen oder Videoüberwachungen, müssen potenziell beteiligte Personen über die Videoaufnahme informiert werden. Dies kann durch ein Hinweisschild oder eine sichtbare Kamera geschehen. In manchen Fällen ist es notwendig, Personen direkt über den Drohneneinsatz aufmerksam zu machen.

Verhältnismässigkeitsprinzip

Wenn Foto- und Videoaufnahmen zweckgebunden sind, dürfen auch nur die Motive aufgenommen werden, die für diesen Zweck notwendig sind. Wenn Sie beispielsweise die Bewilligung zur Aufnahme einer Hochzeitsgesellschaft haben, darf auch nur diese Gesellschaft aufgenommen werden. Andere Personen dürfen ohne Einwilligung nicht auf den Bildern zu sehen sein.

Zweckbindungsprinzip

Die Foto- und Videoaufnahmen dürfen nur für den ursprünglichen Zweck verwendet werden. Eine Veröffentlichung von Bildern oder Videos ist nur dann möglich, wenn die auf den Aufnahmen zu sehenden Personen der Veröffentlichung zugestimmt haben oder alle Personen anonymisiert werden.

Beim Einsatz von Drohnen im Privatbereich sollten Sie bei Foto- und Videoaufnahmen also unbedingt auf die Wahrung der Persönlichkeitsrechte achten. Als Faustregel gilt: Ohne Einwilligung dürfen Personen nicht gefilmt oder fotografiert werden.

Kondenswasser-Bildung auf einer Scheibe

Fotografieren bei hoher Luftfeuchtigkeit – Tipps und Tricks

Brillenträger kennen das Problem Kondenswasser: Wer im Winter aus dem kalten ins Warme kommt, erblindet für kurze Zeit, da die Brillengläser sofort beschlagen. Die Gläser bleiben so lange beschlagen, bis sie sich der Raumtemperatur angepasst haben. Das gleiche passiert im Sommer: Die eiskalte Limonade am Badesee ist sofort mit einem nassen Film ummantelt, da die Umgebungstemperatur höher ist als die der Limonade. Dieser Kälte-Wärmeschock lässt sich immer dann beobachten, wenn die Temperatur eines Objekts wesentlich geringer als die der Umgebungsluft ist. Die Erklärung dafür ist simpel: Warme Luft kann viel mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft. Beim Auftreffen auf das kalte Glas einer Brille, Flasche oder eben eines Fotoobjektivs kühlt sich die Luft rasch ab, ihre Wasseraufnahmefähigkeit sinkt und es entsteht Kondenswasser, das sich in winzigen Tröpfchen auf dem Glas niederschlägt.

Was genau passiert bei Kondenswasser auf dem Objektiv?

Egal ob Sommer oder Winter, durch extreme Temperaturunterschiede besteht die Gefahr, dass sich Kondenswasser auf der Kamera bildet. Hierbei entstehen kleine Wassertropfen auf dem Fotoapparat, die die empfindliche Technik beschädigen können, sobald sie ins Innere des Geräts eindringen. Wird die Kamera zu diesem Zeitpunkt in Gebrauch genommen, kann das Kondenswasser im schlimmsten Fall zu bleibenden Schäden führen.

Wechseln Sie das Objektiv, bevor sich die Kamera der Umgebungstemperatur angepasst hat, kann das gravierende Schäden am hochempfindlichen Kamera-Sensor hinterlassen und sollte daher unbedingt vermieden werden. Bei einem Objektivwechsel kann Kondenswasser ins Innere des Apparats gelangen und eingeschlossen werden, welches Sie nur sehr schwer wieder herausbekommen und möglicherweise zu einer defekten Kamera führt. Daher empfiehlt es sich, das Objektiv bereits zu wechseln und richtig einzustellen, bevor der warme Raum betreten wird.

In jedem Falle aber ist der Nebel, der sich auf der Linse bildet, absolut hinderlich beim Fotografieren. Im Tropenhaus oder bei dampfenden Speisen in der Küche – Objektiv- und Umgebungstemperatur sind oft sehr unterschiedlich und die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Auch bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumlichkeiten mit vielen Menschen, wie zum Beispiel bei Konzerten oder anderen Feierlichkeiten, kann es zu einer hohen Luftfeuchtigkeit kommen. Was kann man tun, um bei hoher Luftfeuchtigkeit trotzdem Fotos machen zu können?

Abbildung eines Tropenhauses von Ihnnen

 

Kein Beschlagen der Kamera – so geht’s

Um ein Beschlagen des Objektivs zu vermeiden, sollten Sie die Kamera zunächst langsam auf Zimmertemperatur bringen. Dafür verpacken Sie den Fotoapparat am besten in Ihrer Fototasche oder alternativ in einem einfachen Plastikbeutel. Beim Verpacken sollte darauf geachtet werden, dass der Beutel verschliessbar ist und dass so wenig Luft wie möglich in den Beutel eingeschlossen wird. Dafür eignen sich besonders Ziploc-Beutel. Sollte sich ein Film aus Kondenswasser bilden, geschieht das auf dem Plastikbeutel und nicht auf der Kamera. Lassen Sie den verpackten Apparat (je nach Temperaturunterschied) bis zu einer Stunde im entsprechenden Raum liegen, ohne ihn zu benutzen und das Objektiv auszufahren. In dieser Zeit kann sich das Gerät langsam aufwärmen und sich der Zimmertemperatur anpassen. Wenn sich die Kamera akklimatisiert hat, ist eine erneute Benutzung unbedenklich und ein Beschlagen des Objektivs kein Problem mehr.

Um die Linse des Objektives zusätzlich vor Feuchtigkeit abzuschirmen, gibt es bereits kostengünstige farbneutrale Schutzfilter, die an der Front des Objektives angebracht werden können. Des Weiteren lässt sich der Body der Kamera und auch der Körper des Objektives durch das Einhüllen in einen Plastikbeutel während des Fotografierens schützen. Neben einer herkömmlichen Plastiktüte gibt es Allwetterschutz-Hüllen, die gut an die Form der Kamera angepasst sind. Eine sehr sichere aber auch sehr kostenintensive Variante ist eine Unterwasser-Tasche oder ein Unterwassergehäuse. Eine solche Anschaffung ist jedoch nur bei regelmässiger Verwendung empfehlenswert. Zudem ist es ratsam, stets ein Mikrofasertuch dabei zu haben, um entstehendes Kondenswasser abzutupfen.

Bei Ausflügen in eine feuchte und warme Umgebung, wie beispielsweise ein Tropenhaus, bietet die Fahrt im Auto eine gute Gelegenheit, das Kameraequipment an die bevorstehende Wärme zu gewöhnen. Dafür sollte die Kamera mit darauf gerichteter Lüftung im Fussraum platziert werden, durch die warme Luft aus der Lüftung wird diese vorgewärmt.

Was tun bei Feuchtigkeit im Inneren der Kamera?

Grundsätzlich gilt: Ein bisschen Feuchtigkeit verträgt fast jede Kamera. Dennoch ist eine gesunde Portion Vorsicht angemessen und generell sollten Sie Ihre Kamera so gut wie möglich vor Nässe und hoher Feuchtigkeit schützen, sei es Regen, Schnee oder Kondenswasser.

Sollte dennoch Kondenswasser ins Innere der Kamera gelangt sein, sollten Sie sofort die Stromzufuhr unterbrechen und den Akku und die Speicherkarte entfernen. Weiterhin empfiehlt es sich, das Objektiv zu entfernen und das Gerät trockenzulegen. Dazu haben Sie zwei verschiedene Möglichkeiten. Entweder Sie legen Ihre Kamera in ungekochten Reis und lassen sie in der Sonne trocknen oder Sie packen das Gerät bei niedrigster Stufe (maximal 35°C) in den Backofen. Bei Letzterem sollten Sie jedoch immer ein wachsames Auge auf Ihre Kamera haben und ab und zu die Ofentür öffnen, sodass die Feuchtigkeit entweichen kann.

 

 

 

 

 

Insekten fotografieren - Makroaufnahme einer Biene

Insekten fotografieren – Makrofotografie in freier Natur

Neben Blüten, Pflanzen und anderen detailreichen Gegenständen sind Insekten in der Makrofotografie ein beliebtes Motiv, wenn auch nicht das einfachste. Hier finden Sie 7 hilfreiche Tipps, damit Ihnen das Fotografieren von Insekten leichter fallen wird.

Tipp 1: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Wenn man über den Tag hinweg Insekten beobachtet, fällt einem schnell auf, dass diese sehr sprunghaft sind. Ob Fliegen, Bienen, Hummeln oder Wespen, sie fliegen permanent von Ort zu Ort. Doch diese ständige Bewegung erschwert den Weg für eine gelungene Aufnahme.

Die Lösung hierfür ist die Morgendämmerung: Bevor die Sonne richtig aufgegangen ist, befinden sich die meisten Insekten noch regungslos und mit Tau bedeckt in Ihrer Ruhephase. Dann halten sie ausnahmsweise auch still.

Tipp 2: Ruhe und Geduld

Bei einer Makroaufnahme von Insekten ist es sehr wichtig, ein ruhiges Händchen zu bewahren. Ob in der Morgendämmerung, wo die Insekten noch sehr ruhig sind, oder am Tag: Insekten reagieren sehr sensibel auf Bewegungen und Geräusche. Demnach ist es nicht ratsam, dem Insekt schnell und unüberlegt mit der Kamera zu folgen.

Da es jedoch notwendig ist, ab und zu die Position zu verändern, sollte dies so ruhig und unauffällig wie möglich geschehen. Ein gewisser Abstand zum Fotoobjekt kann helfen, die Insekten beim Positionswechsel nicht zu verscheuchen. Auch sollte man vermeiden, die Tiere anzuatmen.

Tipp 3: Der richtige Blick

Insekten sind oft sehr gut an Ihre Umgebung angepasst und lassen sich manchmal kaum von einem Ast oder einen Blatt unterscheiden. Jeder Baum, jeder Ast, jedes Blatt und jeder Baum sollte genau unter die Lupe genommen werden.

Deshalb setzen Sie sich einfach auf eine Wiese, an ein Gewässer oder in einen Wald, verhalten Sie sich ganz ruhig und beobachten Sie geduldig und aufmerksam Ihre Umgebung. Sie werden sich wundern, wie viel Leben Sie dort vorfinden.

Käfer und Schnecke begegnen sich auf einem Pflanzenhalm

Tipp 4: Die richtige Vorbereitung

Mit Insekten Verhält es sich so wie in der Tierfotografie ganz allgemein. Es ist wichtig bei der Arbeit mit Insekten respektvoll mit den Lebewesen umzugehen, sie nicht zu verletzten oder ihre Lebensräume zu zerstören. Und: Die unterschiedlichsten Arten lassen sich durch eine gewisse Recherche vorab besser finden.

Es ist hilfreich zu wissen: Wo hält sich das Insekt auf? – In Gräsern, in der Nähe von Gewässern, auf Büschen oder Bäumen. Tritt das Insekt vermehrt bei einer bestimmten Pflanzenart auf? Ist das Insekt zu einer bestimmten Zeit aktiv beziehungsweise inaktiv – beispielsweise in der Morgen- oder Abenddämmerung? Hat das Insekt bestimmte Verhaltensmuster oder Bewegungsabläufe?

Die Libelle beispielsweise fliegt immer wieder die gleiche Route ab, wodurch es möglich ist, sich auf eine Stelle der Route zu konzentrieren und darauf zu warten, dass die Libelle wieder an diese Stelle zurückkehrt. Bei einem solchen routinierten Verhalten ist es auch leichter ein Insekt in Bewegung abzulichten.

Makroaufnahme einer Libelle

Tipp 5: Das richtige Licht

Das Licht ist in der Fotografie bekanntlich der wichtigste Faktor. Das richtige Licht ist diffuses, also weiches, Licht.

Natürliches diffuses Licht spendet die Sonne am Morgen und am späten Nachmittag. Die Mittagssonne liefert wiederum sehr hartes Licht. Dieses kann durch einen Diffusor eingedämmt werden, indem dieser über das gewünschte Motiv gehalten wird.  Aber Vorsicht: Der Einsatz solcher Hilfsmittel kann die Insekten aufgrund der Veränderungen in der Umgebung leicht verschrecken.

Tipp 6: Die Kamerawahl und das Objektiv

Bei einer Blüte oder einer anderen Pflanze ist es selbst mit einem Smartphone möglich, eine schöne Aufnahme zu generieren. Doch bei Insekten zu denen man eine grössere Distanz halten muss, reicht der Zoom eines Smartphones nicht aus. Deshalb ist es ratsam zu einer Spiegelreflexkamera oder einer kompakten Systemkamera zu greifen.

Dazu empfiehlt sich ein Teleobjektiv mit 100 Millimeter Brennweite oder ein Makroobjektiv, welches einen grossen Abbildungsmassstab von 1:2 oder 1:1 erreicht. Die Anschaffung eines neuen Objektivs kann jedoch sehr kostenintensiv sein. Eine Alternative zu einem neuen Objektiv schaffen Zwischenringe und Nahlinsen.

Die Nahlinse findet Ihre Anwendung bei langen Brennweiten und wird am Ende des Objektives angebracht. Diese wirkt auf dem Objektiv wie eine Brille und vergrössert das Motiv.

Ein Zwischenring wird bei kurzen Brennweiten verwendet und wird zwischen dem Kamerabody und dem Objektiv angebracht. Folglich verlängert sich der Abstand zwischen dem Objektiv und dem Sensor, wodurch das Motiv näher herangezogen wird. Bei beiden Varianten ist mit Qualitätseinbussen gegenüber Makroobjektiven zu rechnen, sie sind aber auch wesentlich günstiger in der Anschaffung.

Ausserdem gibt es eine dritte Alternative: Der Umkehrring oder auch Retroring genannt, welcher zudem am preisgünstigsten ist. Mit dem Umkehrring wird das Objektiv falschherum an den Kamerabody angebracht und kann damit eine Vergrösserung bis zu 50 Prozent erreichen. Der Nachteil ist die fehlende elektronische Verbindung zwischen dem Kamerabody und dem Objektiv, wodurch die Kamera nur noch manuell bedient werden kann.

Schmetterling auf einer Blüte

Tipp 7: Praktisches Zubehör

Ein hilfreiches Zubehör ist ein Stativ, welches für Fotografien in Bodennähe geeignet sein sollte. Durch das Stativ lässt sich die Kamera exakter ausrichten, wodurch sich die Möglichkeit erschliesst, das gesamte Insekt in die richtige Schärfenebene zu bekommen. Zudem sind die Hände frei für den Fall, dass ein Diffusor eingesetzt werden muss.

Ein weiterer nützlicher Helfer ist ein Fernauslöser, welcher jegliche Erschütterungen durch das Auslösen verhindert. Für diesen Zweck gibt es sowohl Infrarot- und Kabelfernauslöser als auch auf WLAN basierende Steuerungssysteme für Tablet und Smartphone. Diese haben den Vorteil, dass sie aus bis zu zwölf Metern bedienbar sind und auf dem Display den Ausschnitt des Suchers anzeigen.

Makroaufnahme eines Marienkäfers auf einer Blüte

Fazit

Wer sich Insekten als Motiv auserwählt, macht es sich nicht gerade leicht. Doch mit dem richtigen Equipment, einer guten Vorbereitung, etwas Feingefühl und Geduld ist dieser Bereich der Fotografie eine wunderbare Möglichkeit, die heimische Flora und Fauna zu erkunden und die eigene Kamera besser kennenzulernen.

ein Mops in einer Decke eingewickelt erinnert an E.T.

Inspirationen für lustige Tierbilder

Bilder von Tieren sind immer gern gesehen und stellen ein sehr beliebtes Fotomotiv dar. Solche Aufnahmen werden noch beliebter, je lustiger sie sind. Damit es Ihnen gelingt von Tieren im Zoo, in der Wildnis oder von Ihrem Liebling zu Hause witzige Fotos zu machen, möchten wir Ihnen hier ein paar Inspirationen liefern.

Geben Sie nicht zu schnell auf: Der erste Schnappschuss ist nicht unbedingt gleich ein Treffer. Die witzigsten Aufnahmen kommen manchmal ganz zufällig zustande. Natürlich können Sie gut vorbereitet sein und ein bisschen nachhelfen.

Tiere sind zum Teil relativ schnell, die meisten Kameras bieten einen speziellen Modus für Tiere und Kinder an, der mit kurzen Belichtungszeiten arbeitet. Serienaufnahmen können hilfreich sein, damit der perfekte Augenblick am Ende auch auf dem Foto festgehalten wurde. Auch ein Zoomobjektiv ist äusserst nützlich, damit das Tier aus ausreichender Entfernung fotografiert werden kann.

Gerade bei Tieren in der freien Wildbahn ist es wichtig, sich vorab über das Tier zu informieren. Wo ist das Tier zu finden? Wie ist der Tagesrhythmus des Tieres? Nur so kann letztendlich überhaupt ein Tier in seiner natürlichen Umgebung festgehalten werden. Einfacher sind Aufnahmen von Zootieren oder Haustieren.

Weitere Informationen und Tipps für das richtige Kamerazubehör sowie für die richtigen Einstellungen finden Sie in den Artikeln Tiere im Zoo fotografieren und Wildlife-Fotografie.

Tiere in ungewöhnliche Perspektiven

Wenn Sie ein Tier besonders gut in Szene setzen wollen, gelingt das besonders gut auf Augenhöhe des Tieres. Bei kleineren Tieren legen Sie sich dazu am besten auf den Boden und nehmen Ihr tierisches Motiv frontal auf.

Es geht aber nicht nur darum, das Tier besonders gut und schön festzuhalten, sondern diesem Schnappschuss einen lustigen Moment zu verleihen. Bewegen Sie sich dazu raus aus der gewohnten Perspektive und fotografieren Sie das Tier aus einem eher unnatürlichen Winkel.

Wenn beispielsweise eine Katze auf einem Katzenkratzbaum sitzt, legen Sie sich einfach darunter und warten auf den Moment, wenn die Katze nach unten schaut. Das gleiche können Sie auch anders herum anwenden, indem Sie sich über dem Tier platzieren und es von oben fotografieren.

Für eine Tieraufnahme eine ungewöhnliche Perspektive zu wählen, kann auch den Effekt erzielen, die Körperproportionen des Tieres optisch scheinbar zu verändern. So kann es gelingen, dass der Kopf sehr gross und der Körper des Tieres eher klein wirkt. Durch diese Verzerrung der Proportionen kann ein lustiger Effekt entstehen.

Fotografie eines Giraffenkopfes vor blauem wolkigem Himmel

Tiere mit Accessoires

Eine leichte und schnelle Methode, einen lustigen Schnappschuss zu erzeugen, sind verschiedene Arten von Accessoires. Dazu zählen Brillen, Tücher, Hüte, kleine Kostüme und vielleicht auch Perücken. Mit Hilfe solcher Accessoires lassen sich vor allem Fotos zu den verschiedensten Anlässen erstellen. So kann für ein Weihnachtsfoto eine typische Weihnachtsmütze, ein Rentiergeweih oder ein weisser Kunstbart benutzt werden.

Die einzige Voraussetzung hierfür ist ein geduldiges tierisches Model, das sich die Kostümierung gerne gefallen lässt. Das Tier sollte sich trotz der Kostümierung wohlfühlen und zu nichts gezwungen werden.

Fotografie eines Hundes mit Rentiergeweih

Lachende Tiere

Ein lachendes Tier bringt nahezu jeden zum Schmunzeln, aber auch jegliche andere Mimik oder Emotion eines Tieres, die an uns Menschen erinnert, ist für ein lustiges Motiv geeignet.

Nun kann man ein Tier nicht dazu auffordern, zu lachen, zu schmollen oder böse zu schauen. Man kann ihm auch keinen Witz erzählen. Um einen solchen Moment vor die Linse zu bekommen, gibt es nur einen Tipp: Augen offenhalten, sich in Geduld üben und in der Gegenwart von Tieren den Fotoapparat allzeit bereit haben.

Fotografie eines lachenden Fuchses

Tiere in Gesellschaft

Ohne Zutun von aussen geben Tiere in Gesellschaft oft ein witziges Bild ab. Seien es zwei tobende Hunde, Affen, die sich gegenseitig lausen oder einfach Tiere, die miteinander spielen.

Das gewisse Etwas bekommt das Motiv dann, wenn die Gesellschaft des Tieres etwas aussergewöhnlich ist. Zum Beispiel, wenn sich unerwünschter Weise auf dem Kopf eines Büffels ein Vogel platziert. Je weniger die Tiere zusammenpassen, umso besser. Solche Situationen kann man nicht erzwingen, aber man kann wachsam durch den Zoo oder die Natur gehen.

Fotografie eines Vogels, der stolz auf dem Kopf eines Büffels steht

 

Tiere in Bewegung

Tiere in Bewegung festzuhalten ist eine weitere Option, um an einen lustigen Schnappschuss zu gelangen. Gerade bei Tieren, die sich sehr schnell bewegen beziehungsweise rennen, können auch schon mal die entgleisenden Gesichtszüge für ein lustiges Fotomotiv sorgen.

Zu einer solchen bewegten Aufnahme gehört auch ein bisschen technisches Geschick. Um die Chance zu erhöhen, selbst bei einem sehr schnellen Motiv einen perfekten und scharfen Schnappschuss zu bekommen, kann Ihnen die Serienbildfunktion Ihrer Kamera behilflich sein. So haben Sie im Nachhinein die Möglichkeit, aus verschiedenen Schnappschüssen zu wählen.

Den Fokus setzt man in der Tierfotografie meist auf ein Auge des Tieres. Dies gestaltet sich jedoch schwierig, wenn das Motiv weiter weg ist oder sich zu schnell bewegt. In diesem Fall fokussieren Sie am besten den Kopf des Tieres und verwenden dabei den Nachführautofokus Ihrer Kamera. Um den Fokus festzulegen, drücken Sie den Auslöser Ihrer Kamera halb durch. Solange Sie den Auslöser-Knopf in dieser Position lassen, können Sie die Kamera mit dem Tier mitbewegen, der Fokus sollte jedoch weiterhin auf dem Kopf des Tieres liegen. Ist der richtige Moment des Auslösens gekommen, halten Sie die Kamera schliesslich still und drücken den Knopf durch. Achten Sie auch darauf, dass Sie während des Auslösens das Tier auch durch den Sucher scharf sehen, um letztendlich eine gelungene Aufnahme zu erzeugen.

Wenn eine solche Aufnahme nicht beim ersten Mal gelingt, gilt es, den Kopf nicht hängen zu lassen. Bewegte Bilder gehören schliesslich zu der Königsdisziplin in der Fotografie und bedürfen meist viel Übung.

frontal fotografierter rennender Berner Sennenhund

Was man dann noch tun kann…

In den wenigsten Fällen ist es möglich, eine lustige Tieraufnahme zu erzwingen. Natürlich spielt dabei ein wenig Glück eine grosse Rolle. Demnach ist es immer ratsam bei dem Vorhaben, witzige Tierbilder zu schiessen, viel Geduld mitzubringen. Wie bereits erwähnt, hilft Ihnen hier ein Zoomobjektiv, um einen gewissen Abstand zum Tier zu wahren. So fühlen sich das beobachtete Tier oder auch mehrere Tiere in ihrer Umgebung frei und unbeobachtet. Dies bietet die grösste Chance für ein natürliches wie auch lustiges Foto.

Mehr Inspirationen für lustige Tiermotive finden Sie auf der Webseite von The Comedy Wildlife.

 

 

Zusammenschnitt – Bewegungen einer Möwe im Flug © René Gropp

Vogelflug – Faszinierende Fotos fliegender Vögel machen

Vögel zu fotografieren kann ganz einfach sein – sofern sie sitzen und stillhalten. Ganz anders, wenn sie in den Lüften fliegen. Die grosse Distanz zum fokussierten Objekt sowie die schnelle und manchmal unvorhersehbare Bewegung des Vogels machen ein Ablichten fliegender Vögel sehr schwierig. Selbst erfahrene Fotografen brauchen oft viele Anläufe, bis ein richtig gutes Foto dabei ist. Für Anfänger heisst es: Um das Üben kommt man nicht herum.

Wir erklären die Grundlagen der Vogelfotografie, welche technischen Voraussetzungen bestehen und geben Tipps für die erfolgreiche Jagd auf das Motiv des fliegenden Vogels.

Das Motiv kennen(lernen)

Die Dynamik des Vogelflugs ist komplex, das macht es für den Fotografen mitunter schwierig, Vögel abzulichten. Grosse Vögel wie Gänse, Enten, Störche, Reiher und Möwen sind grundsätzlich einfachere Motive als kleinere Spezies. Zum einen sind sie schlicht besser auszumachen und auch leichter grossflächig zu fotografieren, zum anderen bewegen sie sich gemächlicher und vorhersehbarer. Kleine Vögel wie Spatzen, Maisen, Eisvögel und Mauersegler oder gar Fledermäuse bewegen sich wesentlich schneller und unsteter und wechseln oft völlig unvorhersehbar die Richtung. Es ist damit eine echte Herausforderung, sie überhaupt vor die Linse zu bekommen.

Möwe im Flug vor wolkigem Himmel © René Gropp

Möwe im Flug vor wolkigem Himmel © René Gropp

Es bietet sich an, zum Üben einen Ort mit regem Flugverkehr zu wählen, an dem die Vögel an Menschen gewöhnt sind. Sie sind dann oft weniger scheu und man kann sich dichter annähern. Auch die Nähe zu Futterhäuschen kann eventuell helfen.

Mit der Zeit lernt man die Eigenheiten im Flugverhalten bestimmter Vögel kennen und kann sich beim Fotografieren entsprechend darauf einstellen.

Die Technik

Wenn auch vieles mit den handlichen Begleitern möglich ist – fliegende Vögel lassen sich nicht mit einem Smartphone oder einer Kompaktkamera ablichten oder bestenfalls als entfernte schwarze Punkte. Mit einer Bridgekamera mit einem Zoomobjektiv kann man es bei langsameren Vögeln durchaus versuchen. Eine DSLR mit einem lichtstarken Teleobjektiv ist in der Vogelfotografie dennoch die beste Wahl. Brennweiten von 300 bis 500 mm sind – je nach Cropfaktor – in der Regel empfehlenswert. Mit geringeren Brennweiten kann fotografiert werden, sofern man sich den Vögeln ausreichend annähern kann, sie also nicht zu weit in die Höhe fliegen.

Die Meinungen bezüglich der Nutzung eines Stativs gehen auseinander. Je nach Gewicht der Kamera und konkretem Einsatz kann ein Stativ entweder sinnvoll oder hinderlich sein. Für Profis gibt es Stative mit sogenannten Kardanköpfen, die wie eine Schaukel funktionieren. Diese sind jedoch preisintensiv und für den Hobbyfotografen, der gelegentlich Schwenks mit dem Stativkopf machen möchte, etwas übertrieben. Ein guter Kompromiss zwischen Flexibilität und Stabilität kann auch mit einem einfach Einbeinstativ erreicht werden.

Kameraeinstellungen

Im Idealfall richtet sich der Fotograf mit der Sonne im Rücken aus. Die Belichtung ist dann einfacher und die Schatten sind weich. Da die Vögel nicht auf ihren Einsatz warten, sollten alle relevanten Kameraeinstellungen vor Beginn der Fotosession getroffen werden.

Den fliegenden Vogel zu fokussieren ist wegen des wechselnden Hintergrundes und der sich verändernden Entfernungen nicht ganz simpel. Ein zu langsamer Autofokus kann dabei zum Problem werden. Die Einstellung auf den Nachführ-Autofokus bzw. die automatische Schärfenachführung bietet sich an. Bei Nikon wird dieser Modus als AF-C (Autofocus-Continous) und bei Canon AI-Servo bezeichnet. Manche Nikon-Kameras bieten auch die Möglichkeit des 3D-Trackings, bei dem auch die Farbe der Objekte einbezogen wird und die auch «wiedergefunden» werden, wenn sie zwischendurch aus dem Fokus geraten sind.

Die Belichtungszeit sollte möglichst kurz sein, um die Bewegung auf dem Bild einzufrieren. Dafür bietet sich der Modus S (Tv) – also Shutter Priority – an. Die Belichtungszeit wird manuell gewählt, die Blende automatisch angepasst. Um Verwacklungen vorzubeugen, sollte die Belichtungszeit bei höchstens 1/1000 s liegen, eher noch geringer. Möglich ist auch die Vorgabe von Verschlusszeit und Blende mit ISO-Automatik.

Schwarz-Weiss Foto einer fliegenden Krähe © René Gropp

Belichtungszeit 1/1600 s; Brennweite 300 mm – trotzdem sind die Flügelspitzen der Krähe unscharf © René Gropp

Oft ist der Effekt unscharfer Schwingen gewünscht, da sie dem Bild Natürlichkeit und Dynamik verleihen. Wesentlich ist aber, dass der Vogel ansonsten scharf abgelichtet wird. Bildstabilisatoren können dabei hilfreich sein.

Mit etwas Übung können etwas längere Belichtungszeiten als Stilmittel verwendet werden: Für besondere Dynamik kann man mit der Bewegung des Vogels mitgehen, indem man mit dem Objektiv der Flugbahn des Vogels genau folgt. Der Vogel selbst wird dann scharf abgebildet, während der Hintergrund verschwimmt. Besonders schön ist dieser Effekt bei einem struktur- und farbinhomogenen Hintergrund.

Greifvögel im Gleitflug vor blauem Himmel © René Gropp

Greifvögel im Gleitflug vor blauem Himmel © René Gropp

In manchen Situationen ist es sinnvoll, der Kamera die ISO-Einstellung vorzugeben. Weisse Vögel beispielsweise können je nachdem, vor welchem Hinter- oder Untergrund sie fliegen, schnell zu Über- oder Unterbelichtung führen. Das kommt besonders bei blauem Himmel oder spiegelnden Wasseroberflächen vor.

Serienbildfunktion und Sport-Modus

Sehr praktisch um am Ende die besten Aufnahmen herauszusuchen: Die Serienbildfunktion erlaubt die Aufnahme mehrerer Bilder pro Sekunde. Beim Fotografieren fliegender Vögel erhöht sich die Chance auf das entscheidende Bild, wenn Sie viele Fotos aufnehmen.

Anfänger können auch ausprobieren, wie die Ergebnisse im Sport-Modus der Kamera sind. Dieser ist auf schnelle Bewegungen ausgelegt und bringt unter Umständen gute Schnappschüsse ohne viele manuelle Einstellungen zu tätigen.

Fazit

Fliegende Vögel zu fotografieren ist eine der schwierigeren Disziplinen. Eine DSLR mit einem lichtstarken Teleobjektiv und einem schnellen Autofokus sind die optimale Ausrüstung. Kurze Belichtungszeiten ermöglichen scharfe Bilder und das «Mitziehen» der Kamera sorgt für interessante Effekte. Mit ein wenig Erfahrung lässt sich der Ausschuss verringern, doch auch geübte Vogelfotografen brauchen viele Anläufe für ein atemberaubendes Bild.

Schneebedeckter Berg

Mit dem Smartphone im Schnee fotografieren

Tipps für schöne Winterbilder

Unterwegs auf der Skipiste oder auf Wandertour durch den verschneiten Winterwald gibt es viele Gelegenheiten das Smartphone zu zücken, um die Erlebnisse in tollen Fotos einzufangen. Doch so verzaubernd die weiten Winterlandschaften und spektakulären Pisten sein mögen, stellen sie beim Fotografieren eine echte Herausforderung dar. Wir zeigen Ihnen, mit welchen Tipps und Tricks Sie schöne Winterbilder mit dem Smartphone schiessen.

Belichtung im Schnee

Der weisse Schnee reflektiert das Licht der Sonne so stark, dass es aus allen Richtungen auf die Kamera trifft. Ähnlich wie beim Fotografieren mit Gegenlicht hat dies meist düstere Bilder zur Folge, auf denen nicht viel zu erkennen ist.

Bei einigen Smartphone Kameras kann der ISO-Wert, also die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors, ähnlich wie bei einer DSLR manuell an die Lichtverhältnisse angepasst werden. Durch die starke Helligkeit einer schneebedeckten Winterlandschaft sollte ein möglichst geringer ISO-Wert verwendet werden. Geeignet sind hierbei meist Werte zwischen 100 und 200.

Wenig sinnvoll ist dagegen der Einsatz des integrierten Blitzes, wie er bei Spiegelreflexkameras verwendet wird, um starke Schlagschatten zu vermeiden. Diese entstehen durch grelles Sonnenlicht und wirken meist störend. Die Blitzleistung einer Smartphone Kamera ist jedoch meist zu gering, um das ganze Motiv ausreichend aufzuhellen. Stattdessen ist es sinnvoller, den Belichtungswert der Kamera an die Lichtverhältnisse anzupassen. Den optimalen Wert finden Sie hier am besten durch Ausprobieren heraus.

Je nach Belichtung variieren Farbintensität und Helligkeit des Bildes

Je nach Belichtung variieren Farbintensität und Helligkeit des Bildes

Bei vielen Smartphone Kameras hilft auch das Antippen des zu fotografierenden Objekts auf dem Display. Der ausgewählte Bereich wird dann automatisch fokussiert und von der Kamera belichtet.

Bei klarem Himmel und Sonnenschein sollten Sie nach Möglichkeit mit der Sonne im Rücken fotografieren, damit Ihr Motiv natürlich ausgeleuchtet wird und die entstehenden Schatten weniger störend hinter das Objekt oder die Person fallen.

Farbverhältnisse im Schnee

Durch den Schnee weisen Winterbilder meist eine blaue Tönung mit wenig Kontrast auf, die alles im Bild etwas blass wirken lassen. Mit Hilfe des Weissabgleichs vor dem Fotografieren können die Farbverhältnisse verbessert und an die starke Reflexion des Schnees angepasst werden. Bei vielen Smartphone-Kameras kann man zwischen verschiedenen Lichtquellen wie Kunstlicht, Tageslicht, bedeckter Himmel und Ähnlichem wählen, an welche der Weissabgleich automatisch angepasst wird. Somit erhalten Sie eine Bildwirkung, die der Realität des aufgenommenen Motivs recht nah kommt.

Winterpanorama in den Bergen – mit und ohne Korrektur durch Weissabgleich

Winterpanorama in den Bergen – mit und ohne Korrektur durch Weissabgleich

 

An wolkigen oder verschneiten Tagen bietet es sich an, den Schwarz-Weiss-Modus der Kamera zu nutzen, welcher an fast jeder Smartphone Kamera verfügbar ist. An solchen Tagen wirken Fotos ohnehin meist grau und etwas düster. In Schwarz-Weiss kann man winterliche Motive bei bedecktem Himmel dennoch gut in Szene setzen.

Eine weitere Möglichkeit die optischen Eigenschaften Ihrer Smartphone Kamera zu verbessern und trotz grellen Lichtreflexionen tolle Winterbilder zu erhalten, sind spezielle Objektive mit integriertem Farb- oder Polarisationsfilter zum Aufstecken auf die Smartphone Kamera. Diese eignen sich vor allem für passionierte Hobby-Fotografen, die auch ohne DSLR in den Winterferien hochwertige Aufnahmen machen möchten. Je nach gewünschtem Effekt gibt es dafür eine Reihe verschiedener Modelle in verschiedenen Preisklassen. Farbfilter geben dem Foto je nach Ausführung einen bestimmten Farbstich oder unterstreichen etwa bestimmte Farbtöne besonders. Polarisationsfilter sorgen für kontrastreichere Farben im Bild und heben die Winterlandschaft unter einem strahlend blauen Himmel eindrucksvoll hervor.

Motive im Schnee

Durch die hohe Reflexionsfähigkeit gestalten Schnee und Eis ein Motiv eher passiv und bieten für den Fotografen wenig Ausdrucksmöglichkeiten. Beim Fotografieren von Skipiste, Winterwald und Co. mit dem Smartphone sollten Sie vor allem die Situation – eine wilde Schneeballschlacht oder die rasante Abfahrt mit dem Schlitten – hervorheben und gezielt nach Kontrasten im Bildausschnitt suchen. Auch die tolle Aussicht von der Skihütte oder dem Skilift mit Blick auf das Alpenpanorama unter blauem Himmel bietet ein tolles Wintermotiv. Die in Smartphones eingebauten Kameras arbeiten meist mit einem Weitwinkelobjektiv, welches sich für Landschaftsfotos hervorragend eignet. Darüber hinaus empfiehlt es sich immer in den Kameraeinstellungen nach einem geeigneten Modus zu suchen, der mit entsprechenden Einstellungen auf bestimmte Motive wie Landschaft, Portrait oder Sport spezialisiert ist und die typischen Aufnahmebedingungen automatisch optimiert.

Des Weiteren gibt es eine Vielzahl an Kamera-Apps für Android und iOS Geräte, die ein erweitertes Einstellungsrepertoir bieten. Mit diesen können Sie Ihre Smartphone-Kamera an die verschiedensten Aufnahmesituationen anpassen und fast wie bei einer DSLR mit den Einstellungsmöglichkeiten experimentieren.

Blick in das verschneite Tal mit Skifahrer ohne Filter und in Sepia

Blick in das verschneite Tal mit Skifahrer ohne Filter und in Sepia

Bildbearbeitung von Schneemotiven

Die meisten integrierten Kamera-Apps bieten bereits einige Funktionen, mit denen Sie Ihre Bilder im Nachhinein vom Aufhellen bis hin zu Farbstichen und Kontrastverstärkung bearbeiten können. Besonders wenn Sie unterwegs nur wenig Zeit für aufwändige Einstellungen haben und unterwegs spontane Schnappschüsse machen möchten, eignen sich Filter und Funktionen zu nachträglichen Bildbearbeitung. Neben der Auswahl, welche die integrierte Kamera-App bietet, gibt es auch hierfür unzählige Apps, die mit breitem Funktionsumfang punkten und Ihrer Kreativität keine Grenzen setzen. Mit verschiedenen Filtern können Sie die Farb- und Lichtverhältnisse auf Ihren Winterfotos auch im Nachhinein noch anpassen.

Mit Schnee bedeckte Berglandschaft an einem sonnigen Wintertag

Tipps für stimmige Outdoor-Aufnahmen im Winter

Die Faszination des Winters: Schneebedeckte Landschaften ermöglichen Fotos mit unvergleichlichem Zauber. Die winterliche Umgebung bietet sowohl für die Landschafts- als auch für die Makrofotografie interessante Motive.

Die richtigen Winter-Motive auswählen

Schönes Winterwetter lädt zu ausgiebigen Winterspaziergängen ein. Bei winterlichen Wanderungen lässt sich das ein oder andere eindrucksvolle Landschaftsbild einfangen. Mit etwas Vorbereitung und dem richtigen Equipment gelingen die Fotos im Handumdrehen.

Weitwinkelobjektive der Spiegelreflexkamera oder des Smartphones ermöglichen einen weiten Bildausschnitt, Panoramaaufnahmen mit dem Smartphone erzielen zudem eine besondere Wirkung. Diese sind vor allem für Motive, wie winterliche Täler, Wälder und mit Schnee bedeckte Häuser und Skihütten geeignet. Auch Fussspuren im zuvor unbetretenem Schnee können ein interessantes Element einer Winterlandschaft darstellen.

Makrofotografie – Mit Schnee bedeckte Blüten

Für Fotos von winterlichen Details, wie Eiszapfen, Eiskristallen und deren beeindruckenden Mustern auf Bäumen und Pflanzen, empfiehlt es sich mit einem Makroobjektiv zu fotografieren. Kleine Naturspektakel und eindrucksvolle Variationen können auf diesem Weg optimal abgebildet werden.

Ebenfalls ein tolles Foto-Motiv stellen Tiere im Schnee dar. Sowohl die eigenen Haustiere als auch freilebende Wildtiere können aus gewisser Entfernung mit einer hohen Brennweite aufgenommen werden. Zudem empfiehlt sich dabei die Serienbildfunktion der DSLR bzw. des Smartphones.

Mit Teleobjektiven können ausserdem Wintersportler beim Rodeln, Snowboarden oder auf der Skipiste fotografiert werden. Bewegung, Dynamik und Tempo lassen sich mittels des Schnees besonders gut abbilden.

Die optimalen Kameraeinstellungen vornehmen

Sowohl das praktische Smartphone als auch die Spiegelreflexkamera bieten zahlreiche Möglichkeiten, um das perfekte Winterfoto zu knipsen. Die Einstellungsoptionen beider ermöglichen es einen Weissabgleich vorzunehmen. Das Smartphone zeigt hierbei jedoch oftmals Grenzen auf, da voreingestellte Funktionen, wie «Tageslicht» oder «Kunstlicht», nicht immer ideal sind. Hilfreich kann es in diesem Fall sein, den integrierten Fotoblitz zu aktivieren.

Blick vom Fluss Limmat in der Schweiz: Zürich winterlich mit Schnee bedeckt

Der manuelle Weissabgleich einer DSLR bietet diesbezüglich keinerlei Grenzen. Das Weiss des Schnees kann somit als «ursprüngliches» Weiss eingestellt werden, was Grau- oder Blaufärbungen des Gesamtbildes verhindern lässt.

Einige Kameras und Smartphones sind mit zahlreichen Halb-und Vollautomatiken ausgestattet, die in bestimmten Momenten eine gute Lösung sein können. Voreingestellte Kombinationen wie Schnee- oder Winterprogramme können gerade für spontane Fotos hilfreiche Funktionen darstellen. Die überaus nützliche Serienbildfunktion der Kameras und Smartphones ist zudem optimal geeignet, um den besten Augenblick nicht zu verpassen.

Für dynamische Fotos empfiehlt sich stets die Serienbildaufnahme – somit werden in kürzester Zeit zahlreiche Fotos gemacht, unter denen im Anschluss bestimmt ein eindrucksvolles Bild zu finden ist. So können mögliche fehlbelichtete Aufnahmen gelöscht werden.

Bei der Wintersport-Fotografie empfiehlt es sich ein Teleobjektiv für die Kamera bzw. das Smartphone zu verwenden, um qualitativ hochwertige Fotos zu erzeugen. Der digitale Zoom einer Kompakt- oder Smartphone-Kamera reduziert die Bildqualität und ist oft nicht geeignet, das Motiv ausreichend nah heran zu holen.

Für den besonderen Look können althergebrachte Fotografenregeln einmal ignoriert werden. Gegen das Licht, wie die Sonne, Strassen- und Häuserbeleuchtung, zu fotografieren, kann die Aufnahme nämlich besonders stimmig erscheinen lassen. Diese Aufnahmen gelingen besonders mit einer DSLR und der entsprechenden Gegenlichtblende. Lesen Sie hier, alles über Gegenlichtblenden.

Gegenlichtaufnahme im Winter – Skipiste und Snowboarder

Ein weiterer wesentlicher Faktor, welcher sich auf die Technik des Smartphones und der Spiegelreflexkamera bezieht, sind die winterlichen Temperaturen, denen das Equipment ausgesetzt ist. Da Batterien und Akkus tendenziell kälteempfindlich reagieren, kann die Akkuleistung geringer ausfallen als gewöhnlich. Ratsam kann es hierbei also sein, einen Ersatzakku für die Kamera bzw. eine Powerbank für das Smartphone dabei zu haben.

Auch wenn die DSLR im Wesentlichen mehr Einstellungsoptionen zulässt, ist diese nicht immer der praktischste Begleiter. Die Grösse und das Gewicht der Kamera, entsprechender Wechselobjektive und möglicher Ersatzakkus sind nicht für gänzlich jeden winterlichen Ausflug geeignet.

Wenn das Smartphone, das meist sowieso stets griffbereit ist, mit einer hochwertigen Kamera ausgestattet ist und zudem Einstellungsoptionen bietet, wie vor allem den für den Winter relevanten Weissabgleich, kann das Smartphone eine gute Alternative darstellen. Zusätzliche Smartphone-Objektive mit den verschiedenen Brennweiten ermöglichen eine gesteigerte Flexibilität bei der Smartphone-Fotografie.