Collage aus Hintergrund und Textur

Kreative Hintergründe fotografieren

In der Nachbearbeitung werden für Composings und andere Effekte oft Hintergründe und Texturen benötigt. Im Internet finden sich zahlreiche solcher Hintergründe und Texturen. Die Verwendung gestaltet sich urheberrechtlich jedoch schwierig. Um all diesen Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, können Sie Hintergründe und Texturen ganz einfach selbst fotografieren. Wir zeigen Ihnen, wie es geht.

Mit Unschärfe einen kreativen Hintergrund erstellen

Einen kreativen Hintergrund erstellen ist sehr einfach. Baumkronen, durch die das Licht der Sonne scheint oder Gewässer, die durch die darauf fallenden Sonnenstrahlen glitzern.

Unscharf fotografierte Baumkrone und Gewässer

Stellen Sie hierfür Ihr Objektiv auf manuelle Fokussierung, indem Sie den kleinen Schalter am Objektiv von «AF» auf «MF» verrücken. Bezüglich der Kameraeinstellungen, sollten Sie die Blende so weit wie möglich öffnen. Dadurch verringert sich die Schärfentiefe ihrer Aufnahme. Die Verwendung einer Festbrennweite wäre hierbei optimal, da sich die Blende weiter öffnen lässt als bei einem Zoom-Objektiv. Durch die weit geöffnete Blende gelangt viel Licht auf den Sensor. Gleichen Sie die enorme Helligkeit durch die Verkürzung der Belichtungszeit aus.

Wird eine Festbrennweite verwendet, müssen Sie Ihre Kamera nur auf das erwählte Objekt ausrichten und den Fokusring auf unscharf stellen. Durch das unscharf gestellte Objektiv werden die Lichtstrahlen zu weissen Kreisen. Die Grundfarbe des Bildes gibt die Farbe des Objektes vor. So entstehen bei Baumkronen meist grüne Hintergründe. Für eine grössere Farbvielfalt eignen sich der Frühling, wenn die Bäume blühen und der frühe Herbst, wenn sich die Bäume in rot, gelb und orange einfärben.

Die Farbe eines solchen abstrakten Hintergrundes lässt sich allerdings auch ganz einfach mit Photoshop ändern. Nutzen Sie hierfür den Farbton/Sättigungs-Regler und schieben Sie diesen nach link oder rechts, bis der Hintergrund den gewünschten Farbton annimmt.

Mit Photoshop farblich veränderte Hintergründe und Farbton/Sättigungs-Regler

Bei der Verwendung von einem Zoom-Objektiv reicht es nicht zwangsläufig aus, das Objektiv bei manueller Fokussierung unscharf zu stellen. Vor allem bei kleinen Brennweiten ist der Unscharf-Effekt nicht stark genug. Hier kann es helfen näher an das Objekt heran zu zoomen. Ab einer Brennweite von 50mm sollte es kein Problem sein, den gewünschten Unschärfe-Effekt zu erzeugen. Bei Zoom-Objektiven ist des Weiteren zu beachten, dass diese eine geringere Lichtstärke aufweisen. Durch zunehmendes Zoomen wird der Weg von der Linse bis zum Sensor länger und die Aufnahme dunkler. Um das Foto dennoch ausreichend zu belichten, sollte dieses mit der Belichtungszeit ausgeglichen werden. Auf eine Erhöhung des ISO-Wertes sollte verzichtet werden, um die Bildqualität nicht durch eventuelles Bildrauschen zu mindern.

Den Unschärfe-Effekte bei der Aufnahme von Objekten nutzen

Der eben beschriebene Effekt des unscharfen Hintergrundes kann ebenfalls direkt bei der Aufnahme von Objekten in der Natur genutzt werden. Hier ist die Benutzung einer Festbrennweite ebenfalls ein Vorteil.

Scharf dargestellte Pflanze vor unscharfem Hintergrund

Anders als beim Fotografieren eines kreativen Hintergrundes, kann hier der Autofokus verwendet werden. Am besten eigenen sich dazu Blumen und Pflanzen, die bis zu einer gewissen Höhe zum Boden wachsen, sodass Sie sich unter ihr positionieren können. Richten Sie die Kamera von unten so auf das Motiv, dass im Hintergrund die Baumkronen zu sehen sind. Die Blende muss auch hier weit geöffnet werden, um eine geringe Schärfentiefe zu erreichen. Richten Sie den Fokus anschliessen auf Ihr gewähltes Motiv.

Als Ergebnis erhalten Sie im Vordergrund eine scharf dargestellte Pflanze, vor einem spannenden, kreativen Hintergrund, der durch Unschärfe erzeugt wurde.

Texturen fotografieren

Ebenso hilfreich wie Hintergründe sind in der Nachbearbeitung verschiedene Texturen. Die Vorlagen hierfür finden sich ebenfalls überall in Ihrer Umgebung. So können dies die Steine oder das auf dem Boden gewachsene Gras sein. Ebenfalls eignen sich die verschiedensten Hauswände, egal ob Ziegel, Holz oder Stein.

Je nach dem in welches Foto Sie eine Textur einarbeiten möchten, sollten Sie darauf achten, ob die Aufnahme sehr weich und ohne Schatten aufgenommen wurde oder eher schattenreich. Befinden sich in den Aufnahmen starke Schatten, sollten diese sich auch in der Textur, die in die Aufnahme eingearbeitet werden soll, wiederspiegeln. Texturen mit Schatten können Sie am besten in der Mittagssonne aufnehmen. Durch die hoch stehende Sonne fällt das Licht hart auf die Texturen und bildet dabei starke Schatten.

Collage dreier fotografierter Texturen

Sollen keine Schatten in den Texturen zu sehen sein, sollte darauf geachtet werden, dass die Sonne nicht direkt auf das zu fotografierende Objekt strahlt. Diese Situationen finden sich am besten am Vor- oder Nachmittag.

Für eine schöne Wellentextur eigenen sich Flüsse und andere Gewässer, in denen eine Wellenbewegung zu sehen ist. Stellen Sie hierzu den Weissabgleich hoch auf 9000 bis 10000 Kelvin. Dadurch wird das Bild kühler und Sie erhalten strahlend blaue Wellen. Ihre Textur könnte somit auch der fotografierte Ozean sein.

Fazit

Möchten Sie nicht nur in der Fotografie, sondern auch in der Nachbearbeitung kreativ werden, ist es schwer auf verschiedene Hintergründe und Texturen zu verzichten. Portraitaufnahmen die vor einem weissen Hintergrund aufgenommen wurden, können durch den Austausch des Hintergrundes spannender gestaltet werden. Bei der Gestaltung von Webseiten und Präsentationen werden ebenfalls oft Hintergründe und Texturen benötigt.

0 replies

Leave a Reply

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.