Gegenlichtaufnahme im Wald – Sonne scheint punktuell durch die Bäume

Fotografieren im Wald – Königsdisziplin der Landschaftsfotografie

Egal ob es schneit, regnet oder die Sonne scheint ­– der Wald hat bei jedem Wetter und zu jeder Jahres- und Tageszeit ein grosses Potenzial für besondere Aufnahmen. Viele Fotografen trauen sich dennoch nicht an die Fotolocation «Wald» heran. Grund dafür ist, dass das Fotografieren im Wald zu den schwersten Disziplinen der Fotografie zählt. Der ideale Bildaufbau und die richtigen Lichtverhältnisse für gelungene Waldaufnahmen sind dabei am schwierigsten zu meistern. Allerdings sollten Sie sich von dieser Aussage auf keinen Fall abschrecken lassen.

Warum Sie die tiefstehende Sonne nutzen sollten und welche Wirkung ein bisschen Nebel am Morgen auf das Bildmotiv hat, wird unter anderem im Folgenden geklärt. Überdies erhalten Sie zahlreiche Tipps, wie Sie mit einem perfekten Foto von Ihrem Waldausflug zurückkehren.

Vorbereitung und Kameraausstattung für den Waldausflug

Zur Ausrüstung für den Waldausflug gehört natürlich festes Schuhwerk mit einer rutschfesten Sohle. Wenn es regnet, sollten Sie sich zusätzlich mit Regenjacke, einer wasserfesten Überhose und Hut ausstatten. Ausserdem empfiehlt sich eine lange Wander-/Trekkinghose. Auch bei schönem Wetter sollten Sie eine lange Hose und Socken tragen, da diese Sie sowohl vor stacheligen Pflanzen als auch vor Zecken schützen.

Natürlich darf eines dem Fotografen nicht fehlen: die Kamera. Zum Fotografieren im Wald können Sie eine Kompaktkamera, Systemkamera oder eine Spiegelreflexkamera nutzen. Letztere zeichnet sich durch eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten aus. So können wichtige Parameter wie Belichtungszeit, Blendenwert und ISO manuell an die schwierigen Bedingungen im Wald angepasst werden. Kompaktkameras verfügen dagegen oft über diverse Modi mit Voreinstellungen für verschiedene Situationen und Fotomotive, die bei schlechtem Licht jedoch schnell an ihre Grenzen stossen.

Ergänzend eignen sich ein Stativ, ein Fernauslöser, Filter und verschiedene Objektive für das Fotoequipment im Wald.  So verstärkt ein Weitwinkelobjektiv die Grössenverhältnisse zwischen Vorder- und Hintergrund, das Teleobjektiv hingegen verdichtet oder stellt Objekte frei. Für Nahaufnahmen nutzen Sie das Makroobjektiv. Zur Verstärkung des Blattgrüns und des blauen Himmels sowie zur Reflexionsreduktion können Sie einen Polarisationsfilter nutzen. Bei Waldaufnahmen kann aber auch der Einsatz eines Grauverlauffilters für eine besondere Stimmung in den Aufnahmen sorgen. Die Kamera und das Zubehör verstauen Sie idealerweise in einer Fototasche oder einem Rucksack mit integriertem Regenschutz.

Kameraeinstellungen beim Fotografieren im Wald

Grundsätzlich müssen die Parameter ISO Wert, Blende und Belichtungszeit aufeinander abgestimmt werden. Die jeweils idealen Werte bekommen Sie am besten durch Ausprobieren heraus. Wenn Sie im Wald mit Stativ fotografieren, können Sie eine längere Belichtungszeit wählen und somit den Standardwert des ISO (zwischen 100 und 200) beibehalten. Einen höheren ISO Wert, eine geringere Belichtungszeit und den Bildstabilisator benutzen Sie bei flexiblen Aufnahmen ohne Stativ.

Grundsätzlich sollten sich die ISO Werte aber in moderaten Bereichen befinden, da bei zu hohen Werten schnell Bildrauschen entsteht. Für die Blende gilt: je geschlossener diese ist, desto grösser die Schärfentiefe im Bild. Nutzen Sie für perfekte Aufnahmen den manuellen Fokus und zur Kontrolle der Belichtung das Histogramm als Hilfestellung.

Aufnahme von Baumkronen im Herbst aus der Froschperspektive

Besondere Lichtverhältnisse im Wald

Im Wald herrschen grosse Lichtunterschiede. Während bei Sonnenschein völlig überbelichtete oder komplett schwarze Flächen das Ergebnis sein können, bietet bedeckter Himmel einen viel kleineren Dynamikumfang.

Verwackelte und unscharfe Bilder können die Folge von spärlichem Licht sein. Kontrollieren Sie daher Ihre Ergebnisse auf dem Display und stellen Sie probieren Sie einen höheren ISO Wert aus, wenn die Aufnahmen unscharf sind. Idealerweise arbeiten Sie mit lichtstarken Objektiven und grosser Blendenöffnung, allerdings sind diese sehr kostenintensiv.

Mögliche Perspektiven und Motive fotografieren

Wechseln Sie Ihre Perspektive und sorgen Sie somit für Abwechslung in Ihren Aufnahmen – mal ein Foto aus der Hocke, mal liegend oder mal im Sitzen. Frosch- und Vogelperspektive machen Ihre Fotos erst zu besonderen Aufnahmen. Damit Sie sich nicht direkt auf den Waldboden legen müssen, können Sie einen Plastiksack als Unterlage einstecken.

Halten Sie Ausschau nach Details. Ein Wald hat unglaublich viele faszinierende Motive zu bieten. Wurzelstöcke, alte und junge Bäume, kleine Pflanzen wie Farne oder Moose, Wurzeln, Blätter, Spinnennetze, Pilze, Waldtiere, altes und junges Holz, Bäche und Steine sind nur eine kleine Auswahl des Waldes.

Farben und Stimmung des Waldes wirkungsvoll einfangen

Nebel – Mystische Waldbilder

Die mystische Stimmung im Wald können Sie nur in einem begrenzten Zeitfenster, bevorzugt in den frühen Morgenstunden, schiessen. Durch die spezielle Kombination aus tiefstehender direkter Sonne und unterschiedlich dichtem, aufreissendem Nebel entsteht eine geheimnisvolle Atmosphäre. Machen Sie unterschiedliche Aufnahmen, mal mit der Sonneneinstrahlung von der Seite und mal mit Gegenlicht. Noch mystischer wird die Stimmung, wenn sich Elemente wie reifbedeckte Spinnweben, Moosböden, Farne, lockeres Unterholz, Raureif und Tautropfen auf dem Bild befinden. Ein besonders interessantes Fotomotiv ist die Kombination von jungen und alten Bäumen auf einem Foto.

Schlechtes Wetter gibt es nicht

Regenwetter ist definitiv kein Grund zum Verzweifeln. Ganz im Gegenteil, wenn es geregnet hat, erstrahlt der Wald in satten Farben. Der Wald ist bei dieser Wetterlage oftmals gleichmässig ausgeleuchtet, die Kontraste sind gering und die Farben besonders kräftig. Alles wirkt frischer.

Auch der Herbst und der Winter sorgen mit fliegenden Herbstblättern und eingeschneiten Nadelbäumen bei tieferstehender Sonne für einzigartige Aufnahmen.

Wenn die Sonne scheint

Die Kombination aus Schatten und Lichtspielen sorgt für besonders schöne Bokeh-Effekte bei Gegenlichtaufnahmen. Sowohl in den frühen Morgenstunden, als auch in den frühen Abendstunden sorgt Sonnenschein bei Gegenlicht für schöne Stimmungen. Direktes Sonnenlicht hingegen bringt kräftige Farben und dramatische Schatten hervor.

Mystisches Waldbild mit Nebel am Morgen

  • Am besten fotografieren Sie im RAW-Format. So besteht die Möglichkeit, die Fotos im Nachhinein noch detaillierter als in ein JPEG-Foto am Computer zu bearbeiten und zum Beispiel den Dynamikumfang des Motivs zu vergrössern.
  • Damit Ihnen das perfekte Foto nicht entgeht, empfiehlt sich das Arbeiten mit Belichtungsreihen.
  • Nehmen Sie sich bei der Motivauswahl und Bildgestaltung genügend Zeit. Scannen Sie Ihre Umgebung, machen Sie Detailaufnahmen bei denen Sie mit geringer Schärfentiefe arbeiten.
  • Gehen Sie bei unterschiedlichen Wetterverhältnissen in ein bestimmtes Waldstück und lassen Sie sich von verschiedenen Eindrücken fesseln.
  • Nutzen Sie vertikale, horizontale und diagonale Linien wie Waldwege, Bachläufe oder Baumreihen. Nutzen Sie beispielsweise einen Blättervorhang mit Öffnung als natürlichen Rahmen für das Motiv und lenken somit gezielt den Blick des Betrachters.
  • Bringen Sie Ordnung ins Bild. Ein gelungener Bildaufbau ist für die Bildwirkung entscheidend. Er verleiht dem Bild Tiefe und lenkt den Blick des Betrachters gezielt in bestimmte Bildbereiche. Nutzen Sie Vorder-, Mittel- und Hintergrund.

Fazit

Bei Ihrem Ausflug in den Wald sollten Sie sich in angemessener Weise verhalten. Vermeiden Sie Lärm, zünden Sie kein Feuer, nehmen Sie Ihren Müll mit und verletzen Sie die Pflanzen nicht. Das Abreissen störender Äste hilft Ihnen nicht das perfekte Foto zu erhalten.

Im Wald können Sie bei jedem Wetter, ausgenommen bei Gewitter und Sturm, schöne Aufnahmen machen. Je nach Jahreszeit können Sie unterschiedliche Impressionen einfangen. Ein Wald hat unzählige tolle Fotomotive zu bieten. Mit ein bisschen Übung können Sie auch mit dem wenigen Licht und dem hohen Kontrast umgehen. Bringen Sie Licht in das Waldchaos, indem Sie einzelne Objekte gezielt in Szene setzen.

Der Wald hat viel zu bieten. Sie können Ihrem Hobby nachgehen, frische Luft tanken und die Ruhe geniessen. Schnappen Sie sich Ihre Kamera und machen Sie sich am besten gleich auf den Weg in den nächsten Wald.

Berglandschaft mit Fluss im Vordergrund

Landschaftsfotografie – Berge richtig fotografieren

Die Berg- und Gebirgsfotografie wird als eine besonders faszinierende Art der Fotografie angesehen. Wandern und Fotografieren ergänzen sich perfekt. Ein Fotoausflug in die Berge kombiniert Anstrengung und Entspannung. Egal ob Himalaya, Alpen, Anden, Rocky Mountains oder Karpaten – jede Gebirgskette hält Ihre besonderen Impressionen bereit. Für den Ausflug in die Berge ist eine Kombination aus alpintauglicher Ausrüstung und körperlicher Fitness gefragt. Für die Anstrengung werden Sie anschliessend mit einem einmaligen Ausblick und eindrucksvollen Fotomotiven entschädigt.

Ausserdem können Sie bei der Bergfotografie Ihre volle Kreativität entfalten. Damit Sie das ideale Bild nicht verpassen, sollten Sie sich bereits gut mit den Werkzeugen eines Fotografen, wie Blende, Belichtungszeit und Iso-Empfindlichkeit, sowie deren Wirkungen und Zusammenhänge auskennen und diese zielgerichtet einsetzen können.

Vorbereitung und Kameraausstattung für den Ausflug ins Gebirge

Wenn Sie einen Fotoausflug in die Berge geplant haben, sollten Sie Ihre Ausrüstung auf das Minimum reduzieren. Sortieren Sie aus, was Sie nicht unbedingt benötigen. Anstatt auf eine Schultertasche, sollten Sie auf einen richtigen Kamerarucksack zurückgreifen, damit das Gewicht auf Ihren Schultern gleichmässig verteilt wird. Zur Wanderausstattung gehören neben Lebensmitteln und Getränken auch ein Stativ, Kamerazubehör (Akkus, Speicherkarten), verschiedene ausgewählte Objektive und natürlich die Kamera. Für Schlechtwettertage sollten Sie den Regenschutz nicht vergessen.

Achten Sie bei der Wahl Ihrer Kamera darauf, dass diese solide und wasserdicht ist und einen Staubschutz aufweist. Um Berge richtig in Szene zu setzen, bieten sich neben der digitalen Spiegelreflexkamera Kompaktkameras mit einem ordentlichen Zoombereich oder die sogenannten Bridgekameras (Superzoomkameras) an. Um Gewicht zu sparen, lassen Sie feste Brennweiten am besten zu Hause und beschränken sich auf möglichst wenige Objektive. Empfehlenswert sind das Weitwinkelobjektiv (10 bis 18mm) und das Standardzoomobjektiv (18 bis 105 mm).

Zusätzlich können Sie verschiedene Filter mitnehmen. Der Polarisationsfilter sorgt beispielsweise dafür, dass die Farben besser dargestellt werden und reduziert den Einfluss von Dunst, während der Grauverlaufsfilter den Helligkeitsunterschied zwischen Boden und Himmel reduziert. Im Hochgebirge bietet sich die Verwendung des UV-Filters an.

Vermeiden Sie bei Ihrer Tagesplanung die Mittagssonne. Gegebenenfalls bietet es sich an, die Wanderrichtung anzupassen. Bevor Sie die Wanderung antreten, sollten Sie Ihr Equipment auf Funktionsfähigkeit überprüfen. Die Akkus sollten geladen und sorgfältig überprüft werden. Neben Ersatzakkus dürfen auch zusätzliche Speicherkarten nicht fehlen.

Tipps für das perfekte Bergfoto

  • Weniger ist häufig mehr. Auch wenn die Natur in alle Richtungen überwältigend ist, sollten Sie anstatt alles zu fotografieren Ihre Aufmerksamkeit auf individuelle Punkte richten und sich bewusst einschränken. Versuchen Sie Emotionen einzufangen.
  • Wechseln Sie öfter die Position, aus der Sie fotografieren. Klettern Sie auf Felsen, legen Sie sich auf den Boden oder gehen Sie in die Hocke. Dabei aber natürlich unbedingt auf Ihre Sicherheit achten!
  • Machen Sie Bilder durch viele Schichten interessanter. Nutzen Sie Vorder-, Mittel- und Hintergrund.
  • Nutzen Sie vorzugsweise den manuellen Fokus. Machen Sie nicht nur Weitwinkelaufnahmen. Detailaufnahmen können ebenfalls verzaubern.
  • Fotografieren Sie zur Abwechslung mal mit Stativ. Erzeugen Sie Belichtungsreihen aus denen Sie später HDR-Bilder erstellen können.

Mit Schnee bedeckte Berglandschaft

Licht, Lichtverhältnisse, Belichtung

Arbeiten Sie mit den drei bekannten Lichtreglern Blende, Belichtungszeit und ISO-Einstellung.

Die Blende reguliert die einfallende Lichtmenge. Je grösser die Blendenzahl ist, desto kleiner ist die Öffnung und desto weniger Licht fällt ein. Dadurch wird die Tiefenschärfe beeinflusst. Durch eine kleine Blendenweite werden einige Motivteile verschärft dargestellt, während andere Motive in Hinter- oder Vordergrund verschwimmen.

Die Belichtungszeit hingegen gibt an, wie lange Licht auf den Bildsensor fällt. Eine lange Belichtungszeit birgt die Gefahr der Verwacklung durch die Kamera oder Motivbewegung. Wenn Sie eine Bewegung einfrieren möchten, sollten Sie kurze Verschlusszeiten nutzen.

Der ISO-Wert gibt die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors wieder. Bei schlechten Lichtverhältnissen können Sie den ISO erhöhen, um eine lange Belichtungszeit zu vermeiden. Dennoch sollten Sie mit dem ISO-Wert vorsichtig umgehen, da ein zu hoher ISO-Wert zu Bildrauschen führen kann.

Beachten Sie beim Fotografieren in den Bergen die «Riesensoftbox» in Form des Himmels. Um keine ausgefressenen Lichter zu bekommen, sollten Sie immer auf die Lichter belichten. Bei digitalen Kameras und Schnee sollten Sie nicht auf die Tiefen belichten. Nutzen Sie an grauen Tagen eine Graukarte für den Weissabgleich. Überdies sollten Sie Gegenlicht vermeiden. Es ist besser die Sonne im Rücken zu haben. Sie können aber auch eine Gegenlichtblende benutzen. Überbelichtung können Sie zusätzlich eliminieren, in dem Sie den Schnee- oder Strandmodus nutzen Ihrer Kamera nutzen.

Die Drittel Regel

Der Goldene Schnitt sorgt für ein bestimmtes Teilungsverhältnis einer Strecke oder Fläche, die in der Betrachtung als angenehm und natürlich wahrgenommen wird. Die Drittel Regel sorgt für eine harmonische Bildaufteilung mit Spannung und Bewegung. Dazu wird das Bild horizontal und vertikal in gleichgrosse Drittel geteilt.

Gewichten Sie den Erdteil stärker. Setzen Sie den Horizont beispielsweise auf die obere horizontale Drittellinie. Ausserdem sollte der Himmel nicht mehr als ein Drittel des Bildes einnehmen. Wichtige Bildelemente werden aus der Mitte gerückt und an den Linienschnittpunkten platziert. Experimentieren Sie mit der Anordnung des Hauptmotivs. Akteure sollten Sie beispielsweise nicht in der Bildmitte platzieren. Achten Sie zusätzlich darauf, dass diese sich möglichst ins Bild hineinbewegen und ins Bild schauen.

Aufgestelltes Kreuz auf einer Bergspitze

Führende Linien Nutzen

Suchen Sie nach diagonalen Linien. Es ist ein einfach anzuwendender Trick, der eine starke Wirkung erzielt. Durch die Nutzung markanter Linien verleihen Sie dem Foto eine gewisse Dynamik. Da bevorzugt von links nach rechts gelesen wird, bietet es sich an, führende Linien von der linken oberen oder unteren Bildecke beginnen zu lassen. Die Linien beeinflussen den Blick des Betrachters und wo dieser mit seinem Blick endet. Als solche Linien eignen sich zum Beispiel Zäune oder Wanderwege.

Probleme und deren Behebung

Wenn Sie kleinere Fehler, wie z.B. Über- oder Unterbelichtung, auch noch im Nachhinein kompensieren möchten, sollten Sie Ihre Fotos im RAW-Format aufnehmen. Im Gegensatz zu JPEG-Format-Aufnahmen bietet RAW viel Nachbearbeitungspotenzial. Dynamik, Kontrast und Farben können Sie aus RAW-Dateien im Nachhinein herausholen. Beachten Sie, dass RAW-Dateien grösser sind und Sie mehr Speicherplatz benötigen.

Die Bergtour ist schon geplant, aber schlechtes Wetter naht? Lassen Sie sich davon nicht die Laune verderben. Schlechtes Wetter bringt interessante auftürmende Wolkenformationen rund um Bergmassive mit sich.

Wenn die Farben durch schlechte Lichtverhältnisse nur flau herüberkommen, können Sie die Bilder retten, indem Sie aus farbigen Bildern schwarz-weiss Aufnahmen machen. Dazu erhöhen Sie den Kontrast, reduzieren die Belichtung und heben die Weisstöne an.

Fazit

Die Hochgebirge dieser Welt haben zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten unglaubliche Fotokulissen zu bieten. Nutzen Sie für besondere Aufnahmen die Goldene Stunde. Die Zeit vor Sonnenuntergang und nach dem Sonnenaufgang hält wunderschöne Lichtspiele bereit. Sobald Sie längere Belichtungszeiten wählen, sollten Sie das Stativ nutzen.

Unterschiedliches Wetter sorgt für unterschiedliche Fotostimmung. Schlechtwetter bringt durch bedrohliche Wolken und markante Gipfel eine gewisse Dramatik mit sich, während warmes Nachmittagslicht harmonische Bergpanoramen hervorzaubert. Geheimnisvolle Motive erhalten Sie an bewölkten Tagen. Nebel verstärkt das Mystische zusätzlich.

Das Wichtigste ist, dass Sie Ihre Kamera und die einzelnen Werkzeuge in und auswendig beherrschen. Dies bezieht sich allerdings nicht nur auf die Bergfotografie. Nur so können stimmungsvolle Momente von kurzer Dauer ideal eingefangen werden. Belichtung, Fokussierung und Bildaufbau sind drei Faktoren, die Aufnahmen entscheidend beeinflussen. Ihrer Kreativität sind bei der Fotografie von Bergen keine Grenzen gesetzt. Spielen Sie mit den verschiedenen Parametern und Perspektiven, aber denken Sie an Ihre eigene Sicherheit. Kein Foto ist es Wert, ein Risiko einzugehen.

 

Collage aus Hintergrund und Textur

Kreative Hintergründe fotografieren

In der Nachbearbeitung werden für Composings und andere Effekte oft Hintergründe und Texturen benötigt. Im Internet finden sich zahlreiche solcher Hintergründe und Texturen. Die Verwendung gestaltet sich urheberrechtlich jedoch schwierig. Um all diesen Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, können Sie Hintergründe und Texturen ganz einfach selbst fotografieren. Wir zeigen Ihnen, wie es geht.

Mit Unschärfe einen kreativen Hintergrund erstellen

Einen kreativen Hintergrund erstellen ist sehr einfach. Baumkronen, durch die das Licht der Sonne scheint oder Gewässer, die durch die darauf fallenden Sonnenstrahlen glitzern.

Unscharf fotografierte Baumkrone und Gewässer

Stellen Sie hierfür Ihr Objektiv auf manuelle Fokussierung, indem Sie den kleinen Schalter am Objektiv von «AF» auf «MF» verrücken. Bezüglich der Kameraeinstellungen, sollten Sie die Blende so weit wie möglich öffnen. Dadurch verringert sich die Schärfentiefe ihrer Aufnahme. Die Verwendung einer Festbrennweite wäre hierbei optimal, da sich die Blende weiter öffnen lässt als bei einem Zoom-Objektiv. Durch die weit geöffnete Blende gelangt viel Licht auf den Sensor. Gleichen Sie die enorme Helligkeit durch die Verkürzung der Belichtungszeit aus.

Wird eine Festbrennweite verwendet, müssen Sie Ihre Kamera nur auf das erwählte Objekt ausrichten und den Fokusring auf unscharf stellen. Durch das unscharf gestellte Objektiv werden die Lichtstrahlen zu weissen Kreisen. Die Grundfarbe des Bildes gibt die Farbe des Objektes vor. So entstehen bei Baumkronen meist grüne Hintergründe. Für eine grössere Farbvielfalt eignen sich der Frühling, wenn die Bäume blühen und der frühe Herbst, wenn sich die Bäume in rot, gelb und orange einfärben.

Die Farbe eines solchen abstrakten Hintergrundes lässt sich allerdings auch ganz einfach mit Photoshop ändern. Nutzen Sie hierfür den Farbton/Sättigungs-Regler und schieben Sie diesen nach link oder rechts, bis der Hintergrund den gewünschten Farbton annimmt.

Mit Photoshop farblich veränderte Hintergründe und Farbton/Sättigungs-Regler

Bei der Verwendung von einem Zoom-Objektiv reicht es nicht zwangsläufig aus, das Objektiv bei manueller Fokussierung unscharf zu stellen. Vor allem bei kleinen Brennweiten ist der Unscharf-Effekt nicht stark genug. Hier kann es helfen näher an das Objekt heran zu zoomen. Ab einer Brennweite von 50mm sollte es kein Problem sein, den gewünschten Unschärfe-Effekt zu erzeugen. Bei Zoom-Objektiven ist des Weiteren zu beachten, dass diese eine geringere Lichtstärke aufweisen. Durch zunehmendes Zoomen wird der Weg von der Linse bis zum Sensor länger und die Aufnahme dunkler. Um das Foto dennoch ausreichend zu belichten, sollte dieses mit der Belichtungszeit ausgeglichen werden. Auf eine Erhöhung des ISO-Wertes sollte verzichtet werden, um die Bildqualität nicht durch eventuelles Bildrauschen zu mindern.

Den Unschärfe-Effekte bei der Aufnahme von Objekten nutzen

Der eben beschriebene Effekt des unscharfen Hintergrundes kann ebenfalls direkt bei der Aufnahme von Objekten in der Natur genutzt werden. Hier ist die Benutzung einer Festbrennweite ebenfalls ein Vorteil.

Scharf dargestellte Pflanze vor unscharfem Hintergrund

Anders als beim Fotografieren eines kreativen Hintergrundes, kann hier der Autofokus verwendet werden. Am besten eigenen sich dazu Blumen und Pflanzen, die bis zu einer gewissen Höhe zum Boden wachsen, sodass Sie sich unter ihr positionieren können. Richten Sie die Kamera von unten so auf das Motiv, dass im Hintergrund die Baumkronen zu sehen sind. Die Blende muss auch hier weit geöffnet werden, um eine geringe Schärfentiefe zu erreichen. Richten Sie den Fokus anschliessen auf Ihr gewähltes Motiv.

Als Ergebnis erhalten Sie im Vordergrund eine scharf dargestellte Pflanze, vor einem spannenden, kreativen Hintergrund, der durch Unschärfe erzeugt wurde.

Texturen fotografieren

Ebenso hilfreich wie Hintergründe sind in der Nachbearbeitung verschiedene Texturen. Die Vorlagen hierfür finden sich ebenfalls überall in Ihrer Umgebung. So können dies die Steine oder das auf dem Boden gewachsene Gras sein. Ebenfalls eignen sich die verschiedensten Hauswände, egal ob Ziegel, Holz oder Stein.

Je nach dem in welches Foto Sie eine Textur einarbeiten möchten, sollten Sie darauf achten, ob die Aufnahme sehr weich und ohne Schatten aufgenommen wurde oder eher schattenreich. Befinden sich in den Aufnahmen starke Schatten, sollten diese sich auch in der Textur, die in die Aufnahme eingearbeitet werden soll, wiederspiegeln. Texturen mit Schatten können Sie am besten in der Mittagssonne aufnehmen. Durch die hoch stehende Sonne fällt das Licht hart auf die Texturen und bildet dabei starke Schatten.

Collage dreier fotografierter Texturen

Sollen keine Schatten in den Texturen zu sehen sein, sollte darauf geachtet werden, dass die Sonne nicht direkt auf das zu fotografierende Objekt strahlt. Diese Situationen finden sich am besten am Vor- oder Nachmittag.

Für eine schöne Wellentextur eigenen sich Flüsse und andere Gewässer, in denen eine Wellenbewegung zu sehen ist. Stellen Sie hierzu den Weissabgleich hoch auf 9000 bis 10000 Kelvin. Dadurch wird das Bild kühler und Sie erhalten strahlend blaue Wellen. Ihre Textur könnte somit auch der fotografierte Ozean sein.

Fazit

Möchten Sie nicht nur in der Fotografie, sondern auch in der Nachbearbeitung kreativ werden, ist es schwer auf verschiedene Hintergründe und Texturen zu verzichten. Portraitaufnahmen die vor einem weissen Hintergrund aufgenommen wurden, können durch den Austausch des Hintergrundes spannender gestaltet werden. Bei der Gestaltung von Webseiten und Präsentationen werden ebenfalls oft Hintergründe und Texturen benötigt.

Verschneite Berggipfel im Winter

Fotografieren im Schnee

Die verschneite Winterlandschaft bietet in der kalten Jahreszeit einen beeindruckenden Anblick und ein sehr beliebtes Fotomotiv. Umso schöner, wenn die Farbe der weiss gedeckte Natur wahrheitsgetreu in den Bildern dargestellt wird.

Wir verraten, worauf Sie beim Fotografieren im Schnee achten sollten, erklären wie Sie den Schnee weiss darstellen und geben Ihnen Tipps für besonders überzeugende Winterfotos.

Vorbereitung der Fotoausrüstung auf die kalte Umgebung

Nicht nur wir Menschen, sondern auch Kamera-Akkus mögen es gerne warm. In kalten Umgebungen entladen sich Akkus schneller. Um bösen Überraschungen vorzubeugen, sollten Sie diese warm halten. Ersatz-Akkus verwahren Sie am besten in der warmen Jackentasche bzw. möglichst nah am Körper. Gleiches gilt für den eingesetzten Kamera-Akku. Entfernen Sie diesen und setzen Sie ihn bei Bedarf wieder in die Kamera ein. Auf diese Weise entladen sich die Akkus weniger schnell und Sie müssen Ihre winterliche Foto-Session nicht vorzeitig abbrechen.

Für schöne Aufnahmen der verschneiten Landschaft eigenen sich Weitwinkel-Objektive besonders gut. Möchten Sie hingegen lieber Detailaufnahmen der in Schnee getauchten Umgebung oder bewegte Motive, wie Wintersportler und Tiere, fotografieren, dann greifen Sie zum Tele-Objektiv. Im einfachsten Fall verwenden Sie ein Objektiv, das sowohl Teile des Weitwinkel- als auch Teile des Tele-Bereichs abdeckt. Der Objektivwechsel kann sich vor allem in kalten Umgebungen als umständlich erweisen. Mit Hilfe sogenannter «Reiseobjektive» können Sie unterschiedlichste Motive abbilden, ohne vorher jedes Mal das Objektiv wechseln zu müssen.

Beim Wechsel von einer kalten in eine warme Umgebung kann es zu Feuchtigkeitsablagerungen und Beschlägen am Kamerabody und -objektiv kommen. Dringt die Feuchtigkeit in das Innere der Kamera vor, kann die Elektronik Schäden davontragen.

Tipp: Verstauen Sie Ihre Kamera vor dem Temperaturwechsel in einer verschliessbaren Plastiktasche, etwa einem Frischhaltebeutel. Auf diese Weise kann sich die Kamera an die Umgebungstemperatur anpassen und jegliche Form von Feuchtigkeit perlt an der Aussenseite der Platikhülle ab.

Kameraeinstellungen für schneeweisse Aufnahmen

Belichtungsmesser, ISO, Blende und Belichtungszeit

Durch die helle Schneeoberfläche wird das eingehende Sonnenlicht reflektiert. In der Folge wird der integrierte Belichtungsmesser Ihrer Kamera mitunter Schwierigkeiten dabei haben, den richtigen Belichtungswert zu ermitteln. Gelegentlich kann es dadurch zu unterbelichteten Fotos kommen, in denen der Schnee eher grau als weiss wirkt. Experimentieren Sie so lange mit unterschiedlichen Werten auf der Belichtungsmessskala, bis Sie mit der Darstellung des Schnees zufrieden sind.

Das Foto wurde nicht ausreichend belichtet. Der Schnee im Vordergrund erscheint mehr grau als weiss und die Tannennadeln vermissen Farbe. Aufgenommen wurde das Foto entgegen der Sonne, wodurch der Himmel bereits sehr hell dargestellt ist. Für ein besseres Ergebnis müsste der Vordergrund selektiv aufgehellt werden.

Den ISO-Wert der Kamera sollten Sie an die Menge des verfügbaren Lichts angleichen. In stark verschneiten Umgebungen steht tagsüber, dank reflektierender Eigenschaften, meist genügend Licht zur Verfügung, sodass ein niedriger ISO-Wert wie 50 oder 100 gewählt werden kann. Bei bewölktem Wetter und in den Abendstunden werden Sie um höhere ISO-Werte (ab ISO 400, bzw. 800) nicht umhinkommen.

Die Blende bestimmen Sie in Abhängigkeit Ihres Motivs. Mit einer offenen Blende (niedriger Blendenzahl) gelingt es Ihnen, Menschen, Tiere oder sonstige Motive aus der Schneelandschaft hervorzuheben. Möchten Sie hingegen lieber die Schneelandschaft als solche stimmig darstellen, dann wählen Sie eine geschlossene Blende (hohe Blendenzahl). So gelingt Ihnen die scharfe Darstellung der Umgebung.

Die Belichtungszeit sollte ebenfalls in Abhängigkeit des verfolgten Ziels gewählt werden. Bei starren Motiven können Sie vergleichsweise längere Belichtungszeiten (z.B. 1/30 Sekunde) als bei bewegten Motiven wählen. Besonders kurz sollte die Belichtungszeit bei der Fotografie von Wintersportlern ausfallen. Spezielle Kamera-Programmmodi wie der „Sportfotografie-Modus“ verhelfen auch unerfahrenen Fotografen zu überzeugenden Bildergebnissen.

Weissabgleich im weissen Schnee

Beim Fotografieren im Schnee kommt dem Weissabgleich eine ganz besondere Bedeutung zu. Nicht immer gelingt es dem automatischen Weissabgleich der Kamera einen geeigneten Referenzwert für den «Wert» weiss zu finden. In der Folge wird die Farbtemperatur falsch wiedergegeben und der Schnee gräulich oder bläulich dargestellt. Für den Fall, dass Sie längere Zeit bei ein und derselben Lichtstimmung fotografieren, lohnt der Einsatz der halbautomatischen Weissabgleich-Modi.

Beispiel: Die Sonne ist sichtbar und der Himmel vorwiegend blau. Sie fotografieren im Schatten eines Gebäudes. Die Lichtstimmung weist hauptsächlich Blautöne auf und liegt somit bei einem Wert von ca. 7.000 Kelvin. In diesem Fall wählen Sie den Weissabgleich-Modus «Schattig», damit die Kamera die blaue Lichtstimmung neutralisiert. «Weisses Licht» liegt bei einer Farbtemperatur von 5.500 Kelvin vor.

Verschneite Berggipfel im Winter

Im Vergleich zum vorangegangen Bild ist der Schnee auf dieser Aufnahme strahlender und weisser.

Neben dem automatischen und halbautomatischen Weissabgleich bieten manche Kameramodelle auch einen manuellen Weissabgleich. Hierbei definieren Sie anhand einer eigenen Aufnahme den Wert weiss. Für den Einstieg können Sie dafür ein weisses Blankopapier fotografieren. Fortgeschrittene greifen für eine farbgetreue Darstellung hingegen lieber zu der sogenannten Graukarte. Bei dieser handelt es sich um ein spezielles Foto-Equipment, das zur Kalibrierung der Belichtung genutzt wird.

Achten Sie darauf, dass Ihr Referenzobjekt die Position Ihres Motivs einnimmt und möglichst formatfüllend aufgenommen wird. Auch die Beleuchtung sollte unverändert bleiben. Nach der Aufnahme wählen Sie in den Weissabgleicheinstellungen Ihrer Kamera daraufhin die Option «Manueller Weissabgleich» und geben das Bild als Referenz an.

Für eine umfängliche Flexibilität speichern Sie Ihre Aufnahmen im RAW-Format. So können Sie nachträglich immer noch Änderungen am Weissabgleich vornehmen.

Winterlandschaft mal anders fotografiert

HDR-Aufnahmen

Bei Aufnahmen mit hohem Dynamikumfang fällt es der Kamera manchmal schwer, den gesamten Kontrastbereich der Schneelandschaft in einer einzigen Aufnahme richtig darzustellen. Mehrfache Belichtungsreihen desselben Motivs können Abhilfe schaffen. Hierzu nehmen Sie Ihr Motiv wiederholt auf und variieren lediglich die Belichtung. Dazu werden zum Beispiel ein auf der Belichtungsskala unterbelichtetes, ein überbelichtetes und ein «normalbelichtetes» Bild am Computer oder direkt von der Kamera zu einer HDR-Aufnahme verrechnet (high dynamic range). Nutzen Sie für Ihre HDR-Aufnahmen unbedingt ein Stativ oder eine stabile Ablagefläche. Andernfalls kommt es zu Abweichungen zwischen den einzelnen Aufnahmen der Belichtungsreihe und das HDR-Bild misslingt.

Schwarz-Weiss-Aufnahmen

Schwarz-Weiss-Bilder spendieren Ihren Winterbildern einen anmutigen Effekt und stellen besonders den Schnee schön heraus. Bei vielen modernen Kameras lässt sich der Schwarz-Weiss-Effekt bereits zum Zeitpunkt der Aufnahme realisieren. Hierzu wählen Sie in den Einstellungen Ihrer Kamera die entsprechende Option aus. Der Filter wird kameraseitig jedoch nur auf Bilder des Dateiformats JPEG angewandt. Damit die Originalaufnahmen nicht überschrieben werden, sollten Sie die Bilder daher zusätzlich im Dateiformat RAW abspeichern. Korrekturen am Originalbild lassen sich somit am Computer auch im Nachhinein noch vornehmen.

Verschneiter Berggipfel in schwarz-weiss dargestellt

Aber Vorsicht: Ihre Speicherkarte wird so sehr schnell an ihre Kapazitätsgrenze stossen, da neben den ohnehin schon sehr speicherintensiven RAW Aufnahmen nun auch noch JPEG Bilder gespeichert werden.

Fazit – den Herausforderungen trotzen

Für gute Foto-Ergebnisse gilt es beim Fotografieren im Schnee einige Dinge zu beachten. Seien Sie kritisch was die Werte des Belichtungsmessers betrifft und experimentieren Sie mit den Belichtungswerten. Eine stärke Belichtung lässt den Schnee strahlend weiss erscheinen. Befassen Sie sich auch mit den Weissabgleich-Einstellungen Ihrer Kamera und wechseln Sie, je nach Anwendungsfall, zwischen automatischem, halbautomatischem und manuellem Weissabgleich. In manchen Fällen lohnt es sich ausserdem Belichtungsreihen des Motivs anzufertigen, um diese zu einem einzigen kontrastreichen HDR-Foto zusammenfügen. Mit Hilfe verschiedener Farbfilter lassen sich Winterlandschaften häufig noch eindrucksvoller darstellen.

Nahaufnahme des Mondes

Mondfotografie – Kameraeinstellungen und Tipps

Der Mond als hellster und grösster Himmelskörper der Nacht wird gern als Einstieg in die Astrofotografie gewählt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie von Anfang an ein klares Bild vom wandernden Mond, der sich in rund 380’000 km Entfernung befindet, aufnehmen.

Die richtige Ausrüstung zum Fotografieren des Mondes

Eine gute Aufnahme vom Mond ist schon mit einfachem Fotoequipment möglich. Eine Halbformatkamera hat gegenüber einer Vollformatkamera sogar einen Vorteil: den Crop-Faktor. Damit ist der Bildausschnitt enger und der Mond nimmt mehr Bildfläche ein. Sogar mit den kleineren Digicams und Systemkameras sind gute Aufnahmen möglich, wenn der Zoom leistungsstark genug ist.

Wichtig für detailreiche Aufnahmen über so eine riesige Entfernung ist vor allem ein Stativ. Knapp über dem Untergrund steht die Ausrüstung am stabilsten. Arbeiten Sie deshalb möglichst bodennah, auch wenn es nicht sehr komfortabel ist. Um Verwacklungen weiter zu reduzieren, empfiehlt sich der Einsatz eines Fernauslösers oder die Einstellung des Selbstauslösers mit 2 Sekunden Verzögerung.

Während für Sternfotografie ein Weitwinkelobjektiv genutzt wird, um möglichst viele Sterne einzufangen, ist für Mondfotografie ein Teleobjektiv besser geeignet. Damit der Mond möglichst gross auf dem Bild erscheint, müssen Sie so weit wie möglich heranzoomen können. Die Brennweite sollte mindestens 200 mm betragen.

Die richtigen Einstellungen für Mondbilder

Der Mond ist ein kleiner heller Punkt im grossen schwarzen Nachthimmel, dadurch werden Auto-Funktionen nur schlecht arbeiten können. Ausser dem Fokus wird alles manuell eingestellt.

Prüfen Sie zunächst, dass der Bildstabilisator ausgeschaltet ist. Seine Arbeit wird vom Stativ übernommen. Vergewissern Sie sich, dass der Blitz aus ist. Wenn Sie mit einer DSLR arbeiten, sollten Sie zusätzlich die Spiegelvorauslösung einschalten. Damit löst die Kamera leicht verzögert aus und Verwacklungen werden vermieden.

Suchen Sie nun den Mond mit dem Sucher oder mit Live-View und platzieren Sie ihn in die Mitte des Ausschnitts. Die Belichtungsmessung können Sie manuell oder mit der Spot-Messung vornehmen. Die Werte der Spot-Messung können Sie in den manuellen Modus übertragen, um den Bildausschnitt später einfach zu variieren. Bei Brennweiten grösser als 200 mm müssen die Verschlusszeiten sehr klein gehalten werden, weil schon die kleinsten Erschütterungen zu Unschärfen im Motiv führen.

Da der Mond wandert, sind lange Belichtungs- und Verschlusszeiten nicht möglich. Die Belichtungszeit sollte in einem Bereich von 1/20-1/60 bleiben. Die Iso-Werte sollten möglichst klein gehalten werden. Beginnen Sie mit einem Wert von 100 und tasten Sie sich ran. Die Balance zwischen Belichtung und ISO ist entscheidend. Da der Mond recht schnell wandert, kann Bewegungsunschärfe entstehen. Verkürzen Sie dann die Belichtungszeit und Erhöhen Sie den ISO-Wert.

Blenden Sie wenn möglich zwei Stufen ab. Weist Ihr Objektiv die Offenblende f/2.8 auf, schliessen Sie die Blende auf f/4 oder f/5.6. Bei diesen Einstellungen erreichen die Objektive meist ihre besten Abbildungsqualitäten und die Mondoberfläche bildet sich detailreich ab.

Die Mondphasen ablichten

Bei Mondfotografie denken viele Menschen zuerst an den Vollmond. Doch ähnlich wie in der Portraitfotografie entstehen die spannendsten Bilder nicht frontal in voller Belichtung, sondern wenn das Licht von der Seite kommt. So erkennt man auch beim Mond viel besser das Relief und seine Krater, wenn er seitlich angestrahlt wird. Nehmen Sie sich bei der Planung Ihrer Aufnahmen einen Mondkalender. Die Nacht sollte zudem sehr klar sein. Je höher der Mond steht, desto weniger beeinträchtigen die Luftschichten die Bildqualität.

Tipp: Die schönsten Strukturen erkennt man, wenn der Mond circa 6 Tage alt ist, also 6 Tage nach Vollmond.

Mondaufnahme bei Halbmond

Quelle: ©René Gropp – www.renegropp.de

Der richtige Ort für Mondaufnahmen

Entscheidend für die Mondfotografie ist ein möglichst starker Kontrast zwischen dem hellen Mond und dem schwarzen Nachthimmel. Versuchen Sie deshalb, Ihre Aufnahmen an einem Ort mit möglichst wenig Umgebungslicht zu machen. Fahren Sie aus der Stadt und suchen Sie sich eine freie, erhöhte Fläche. Im Internet finden Sie Lichtverschmutzungskarten für ganz Europa, die Ihnen helfen können, einen geeigneten Ort in der Nähe zu finden.

Die Nachbearbeitung der Mondaufnahmen

Auch wenn die Dateien gross sind und lange Bearbeitungszeiten mit sich bringen, lohnt es sich solche detailreichen Aufnahmen im RAW-Format zu fotografieren. Mit Software wie Photoshop oder Lightroom können Sie die Mondkrater und Schatten mit den Einstellungen Schärfe, Weissabgleich, Tonwert und Schatten gut rausarbeiten. Haben Sie einen tiefstehenden Mond erwischt, kann er sogar gelb oder rot eingefärbt sein. Diese Färbungen können Sie am Computer nachträglich betonen, um so besonders interessante Aufnahmen des Mondes zu erhalten.

Sie können auch mehrere Aufnahmen nacheinander machen und diese dann mit Hilfe von Software «stacken», also mehrere Bilder schichten. Dabei werden die ähnlichen Fotos übereinandergelegt und Details und Kontraste scharf herausgearbeitet.

Mondaufgang über einer Bergkette

Möchten Sie den Mond nah am Horizont mit Bäumen, Dächern oder Türmen gemeinsam in Szene setzten, empfiehlt es sich, mindestens zwei Bilder aufzunehmen: einmal mit der Szenerie im Fokus und dann mit der Mondoberfläche im Fokus. Fügen Sie diese Bilder am Computer zusammen, entstehen so spannende Bildkompositionen.

Wie so oft in der Fotografie: Probieren Sie aus. Die verschiedenen Mondphasen, Aufnahmeorte und Variationen des Equipments schaffen ganz unterschiedliche Aufnahmen des Himmelskörpers.

Time Lapse - Alessandro Della Bella

Helvetia by Night

Auf Sternenjagd mit dem Schweizer Fotografen Alessandro Della Bella

Eine visuelle Hommage an die überwältigende Schönheit der Schweiz in der Nacht. Nicht anders kann man die beeindruckenden «Time-Lapse» -Kurzfilme des Schweizer Fotografen Alessandro Della Bella bezeichnen. Mit bis zu fünf Fotokameras produziert er bei mondloser Nacht zehntausende von Bildern vorwiegend auf den Gipfeln der Schweizer Bergwelt, um sie später als Zeitraffer-Film aneinanderzureihen.

«Time-Lapse»- Beeindruckende Videoreihe des nächtlichen Himmels

Unter dem Projektnamen Helvetia by Night – benannt nach der allegorischen Frauenfigur für die Schweiz – hat Della Bella bisher insgesamt sechs «Time-Lapse»-Filme hervorgebracht. Nicht nur in den einschlägigen Internet-Videoportalen hat er damit begeisterte Kommentare hervorgerufen, auch die internationale sowie nationale Presse wie die «Neue Zürcher Zeitung» zeigt sich beeindruckt.

Seine Ortswahl ist nach eigener Aussage meistens spontan. Je nach Freizeit, Mondphase, Wetterprognose, Verfügbarkeit und persönlichem Interesse entscheidet er sich für ein Ziel. Nach seiner Anreise mit oftmals rund 50 kg Ausrüstung, beginnt er zunächst mit den ersten Probeaufnahmen, um im Anschluss die teilweise bewegungsgesteuerten Kameras aufzubauen.

Fotografien der Schweizer Bergwelt

Nach Anbruch der Nacht beginnt die Arbeit, denn die Einstellungen von Fokus, Belichtung, Akku und Speicher müssen kontinuierlich überprüft werden. Dabei können auch schon mal Temperaturen von lediglich – 25 C° herrschen.

Jedoch bleibt Della Bella auch bei widrigen Umständen Zeit, die überwältigende Natur auf sich wirken zu lassen: „Die Schweizer Bergwelt ist beeindruckend, ich staune immer wieder. Trotz, oder vielleicht auch wegen der körperlichen Strapazen, empfinde ich die Ausflüge als befreiend. Eine klare, kalte Nacht auf einem Berggipfel ist wie Meditation für mich.“

Time Lapse - Alessandro Della Bella

Faszinierendes Spiel mit der Zeit

Die Ergebnisse seiner nächtlichen Aufnahmen sind überwältigend: Die Täler lodern im nächtlichen Feuer der künstlichen Beleuchtungen, Autos schießen wie Blitze durch die Nacht, die Berggipfel befinden sich im zauberhaften Wechselspiel vom zu- und abnehmenden Wolkenmeer und über allem dreht sich erhaben das Himmelszelt mit seinen Myriaden von Sternen.

Bereits seit Jahren ist Della Bella von der Nacht fasziniert. Zu Beginn fotografierte er noch auf Film. Schlicht begeistert davon, dass die technische Möglichkeit dazu bestand. Mit den Zeitraffern haben sich für ihn ganz neue Perspektiven eröffnet.

Befragt nach dem Reiz der Technik betont er seine Freude daran dem Bild die Dimension der Zeit zuzufügen. Sein Projekt »Helvetia by Night« betrachtet er dabei als eine Art Ausgleichssport zu seinem täglichen Programm als professioneller Fotograf.

Neue Perspektiven

Die Schweizer Natur als Fotomotiv

Ein Traummotiv für das Projekt wäre für ihn die internationale Raumstation ISS. Näherliegend sind da wohl zunächst Wasserfälle, die ihn als Motiv auch reizen würden. Generell will er sich vorläufig auf die Schweiz konzentrieren. Denn obwohl er international Aufträge wahrnimmt, begeistert ihn weiterhin die unglaubliche Vielfalt an Kultur, die sich ihm auf dem relativ kleinen Raum der Schweiz bietet. Nicht zuletzt ist es auch die Natur des Landes, die ihn fasziniert.

Der in Arosa aufgewachsene Della Bella ist davon überzeugt, dass wir die Natur, die wir nutzen, auch schützen sollten, denn wir sind schliesslich ein Teil von ihr.

LINK Helvetia by Night

TIPP: Der Bildband «Helvetia by Night» bei NZZ Libro.

Bergstation - Alessandro Della Bella

Sternenhimmel bei Nacht - Alessandro Della Bella

Bild eines Sternenhimmels, bei dem die Sterne wie Linien dargestellt sind.

Sterne fotografieren: dynamische Linien statt Punkte

Der Anblick, der am Nachthimmel leuchtenden Sterne verzaubert den Betrachter und erweckt den Eindruck unendlicher Weiten. Einen strahlenden Sternenhimmel eindrucksvoll festzuhalten, ist selbst für fortgeschrittene Fotografen eine echte Herausforderung. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie der Sternenhimmel auf einem Foto dargestellt werden kann. Eine spannende Herangehensweise ist die Langzeitbelichtung (>30 Sekunden) des Sternenhimmels. Aufgrund der Erdrotation lässt sie die Sterne in ungeahnten Formen und Schweifen erstrahlen.

Wie Ihnen tolle Aufnahmen von Sternspuren gelingen und was Sie dabei beachten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Die richtige Vorbereitung

Während gelungene Aufnahmen bei Tag vor allem der eigenen Kreativität und Spontanität entspringen, verlangen Aufnahmen bei Nacht eine gute Vorbereitung und Planung. Damit Ihre Mühe am Ende mit gelungenen Bildern des nächtlichen Sternenhimmels belohnt wird, gilt es deshalb einige Dinge zu beachten.

Lohnenswert ist es, sich im Vorfeld des Shootings über die vorherrschenden Wettergegebenheiten zu informieren. Aufnahmen in regnerischen und wolkigen Nächten beeinträchtigen die Sichtbarkeit des Sternenhimmels deutlich und sollten deshalb vermieden werden. Auch die Sichtbarkeit des Mondes im gewählten Bildausschnitt kann das Ergebnis Ihrer Aufnahmen beeinträchtigen, da der helle Mondschein vom eigentlichen Motiv ablenkt.

Weiterhin sollten Sie den Ort, an dem die Aufnahmen später entstehen sollen, bereits zur Tageszeit aufsuchen und eine geeignete Position zum Fotografieren bestimmen. Damit der Sternenhimmel am Abend klar erscheint und nicht durch die sogenannte Lichtverschmutzung beeinträchtigt wird, sollte im besten Fall fernab von Städten oder grösseren Ortschaften fotografiert werden.

Planen Sie Ihre Zeit zum Fotografieren möglichst grosszügig ein. Aufgrund der Langzeitbelichtung, kann es einige Stunden dauern bis der gewünschte Effekt auf den Bildern eingefangen ist. Für Ihr eigenes Wohl sollten Sie daher auch an warme Kleidung, Proviant und eine Sitzmöglichkeit denken.

Ausrüstung für Nachtaufnahmen

Für Aufnahmen bei Nacht eignen sich besonders Vollformatkameras, da diese auch bei höheren ISO-Werten dunkle Bildbereiche rauscharm darstellen können. Aufgrund der langen Belichtungszeiten, welche niedrigere ISO-Werte ermöglichen, können jedoch auch die vergleichsweise günstigeren Halbformatkameras gute Ergebnisse erzielen.

Wie schon bei der Fotografie von Landschaften eignen sich auch beim Fotografieren des Sternenhimmels Weitwinkelobjektive besonders gut. So können grössere Ausschnitte des Himmels abgebildet werden und eindrucksvolle Aufnahmen entstehen.

Unverzichtbar für die Fotografie bei Nacht, oder bei der Fotografie mit Langzeitbelichtung im Allgemeinen, ist der Einsatz eines Stativs. Darüber hinaus empfiehlt es sich auch einen Fernauslöser zu benutzen, welcher im besten Fall über eine Einrastfunktion verfügt. Dies ist vor allem dann praktisch, wenn Belichtungszeiten eingestellt werden, die über 30 Sekunden hinausgehen.

Aufgrund der langen Belichtungszeit und Betriebsdauer der Kamera sollte der Akku vollständig aufgeladen sein. Für längere Shootings kann es ausserdem hilfreich sein, wenn Sie einen Ersatzakku dabeihaben.

Bild einer Seelandschaft mit streifenförmigem Sternenhimmel

Bei kürzeren Belichtungszeiten und hoher Lichtverschmutzung sind die Sternlinien nur dezent sichtbar.

 

Kameraeinstellungen für gelungene Aufnahmen

Bei der Fotografie des Sternenhimmels können die vorzunehmenden Kameraeinstellungen je nach verfolgtem Ansatz variieren. Während die Fotografie statischer Sterne etwa auf eine offene Blende, Belichtungszeiten von 15 bis 30 Sekunden und hohe ISO-Werte setzt, verlangt die Fotografie von Sternspuren eine andere Vorgehensweise.

Grundsätzlich fällt die Einstellung der Belichtungszeit und des ISO-Werts anders aus.

Während 30 Sekunden meist die maximale Belichtungszeit für eine Darstellung der Sterne als Punkt darstellt, benötigt es für die Abbildung von Sternspuren entsprechend mehr Zeit. Fotografiert wird deswegen im sogenannten BULB-Modus. Dieser ist begrifflich an die frühe Zeit der Fotografie angelehnt, bei der eine Langzeitbelichtung noch über das wiederholte Betätigen eines Blasebalgs realisiert wurde. Der BULB-Modus lässt sich, je nach Kameramodell, auf unterschiedliche Art und Weise aktivieren. In den meisten Fällen müssen Sie dazu im manuellen Modus (M) eine Belichtungszeit >30 Sekunden auswählen. Anschliessend wird so lange belichtet, wie der Auslöser betätigt wird. Somit lassen sich gezielt bestimmte Belichtungszeiten erreichen, auch solche, die mehr als 30 Sekunden betragen.

Aufgrund der länger gewählten Belichtungszeit kann ein niedrigerer ISO-Wert gewählt werden, als bei der Fotografie statischer Sterne. Dies trägt vor allem dazu bei, dass dunkle Bildbereiche weniger von unschönem Bildrauschen betroffen sind und das Bild insgesamt schärfer wirkt.

Die Einstellung der Blende lässt sich je nach Situation variieren. So kann beispielsweise bei einem lichtstarken Objektiv eine weit offene Blende gewählt werden, was wiederum die Wahl des nächst niedrigeren ISO-Werts begünstigt. Für noch stärker ausgeprägte Sternenschweife und eine noch längere BULB-Belichtung lässt sich aber auch eine kleinere Blende verwenden. Um die für Ihre Situation passenden Einstellungen zu finden, sollten Sie daher einfach verschiedene ausprobieren.

Bei Langzeitbelichtungen empfiehlt es sich grundsätzlich die Spiegelvorauslösung der DSLR einzuschalten. Diese Funktion bewirkt, dass bei jedem Auslösen zuvor der Spiegel umgeklappt wird und verhindert dadurch, dass Schwingungen die Schärfe Ihrer Aufnahmen beeinträchtigen. Achten Sie ausserdem darauf, den Bildstabilisator ihres Objektivs auszuschalten, da dieser bei Stativgebrauch keinen weiteren Nutzen verspricht und eher kontraproduktiv sein kann. Speichern Sie die Bilder im Dateiformat RAW ab, um auch im Nachhinein noch Änderungen daran vornehmen zu können.

Berglandschaft mit kreisförmigem Sternenhimmel

Bei längeren Belichtungszeiten und in einer Umgebung mit wenig Lichtverschmutzung lassen sich beeindruckende Sternlinien in den Himmel zeichnen.

 

Fazit

Das Fotografieren von Sternen als Streifen statt Punkten ist eine interessante Vorgehensweise, um den nächtlichen Sternenhimmel auf Fotos dynamischer erscheinen zu lassen. Bei längeren Belichtungszeiten führt die Erdrotation dazu, dass die Sterne auf den Bildern einen Schweif nach sich ziehen. Wichtig für diese Art der Fotografie ist eine gute Vorbereitung. Um die Sternspuren überhaupt einfangen zu können, muss auf eine Langzeitbelichtung zurückgegriffen werden. Häufig kommt es dabei zu Belichtungen, die mehr als 30 Sekunden andauern und dann nur noch über die BULB-Funktion erreicht werden können. Aufgrund der langen Belichtungsdauer können, je nach Anwendungsfall, ISO-Werte im dreistelligen Bereich eingesetzt werden. Trotz Empfehlungen ist es häufig nötig, die einzelnen Einstellungen durch Experimentieren aufeinander abzustimmen, um so die passenden Einstellungen für die gegebenen Bedingungen herauszufinden. Die Nachbearbeitung der RAW Dateien kann die Wirkung auf den erzielten Aufnahmen im Nachhinein noch einmal verbessern.

Sternenhimmel in den Bergen

Sterne fotografieren – Schritt für Schritt

Seit Jahrtausenden ist die Menschheit vom Nachthimmel fasziniert. Durch alle Epochen finden sich Zeichnungen und Malereien seiner mit Sternen überstreuten Schönheit. Und auch heute ist er ein beliebtes Motiv in der Fotografie. Die Kamera öffnet uns den Blick in die Weite und ermöglicht uns mehr zu sehen als mit dem blossen menschlichen Auge möglich ist.

Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie selbst atemberaubende Bilder des Sternenhimmels schiessen können.

Eine gute Vorbereitung vermeidet Enttäuschungen

Während am Tag ein Blick aus dem Fenster genügt um die Möglichkeiten für ein schönes Shooting abzuschätzen, bedarf es für die Nacht mehr Informationen.

Der Mond als zweithellster Himmelskörper überstrahlt oft das Licht der Sterne, somit sollten Sie sich einen Mondkalender hinzuziehen und geeignete Tage, also um die Zeit vor und nach dem Neumond, festlegen. Auch das Umgebungslicht, also Licht von Städten und Strassen, beeinflussen die Lichtverhältnisse. Für nächtliche Fotosessions eignen sich abgelegene Orte fernab der städtischen Lichter, wie beispielsweise Felder.

Achten Sie bei der Termin- und Ortswahl außerdem auf klare Luftverhältnisse. Klare Nächte sind zwar sehr kalt, aber die brillanteren Fotos sind es wert.

Wenn Sie sich die Milchstrasse als Hauptdarsteller Ihrer Aufnahme wählen, gilt die Regel: je dunkler die Umgebung und der Himmel (ohne Mond) desto klarer und farbintensiver das Foto.

Nicht nur für die Lichtverhältnisse hat die Wahl des Ortes eine Bedeutung. Eine reine Himmelsaufnahme wirkt schnell langweilig und generisch. Suchen Sie sich einen Ort mit einer schönen Silhouette für den Vordergrund, das kann ein schöner Baum, ein See (Spiegelung) oder auch ein schönes Gebäude sein.

So wie der Mond bewegen sich auch die Sterne über den Nachthimmel und damit sind nicht alle Sternenbilder immer zu sehen. Es gibt sehr gute kostenfreie Apps wie SkyView® (iOS/Android) die den Sternenhimmel in Echtzeit durch die Kamera projizieren und Standorte von Mond, Sonne, Planeten und Satelliten angeben. So gelingt Ihnen auch ohne astronomisches Fachwissen eine eindrucksvolle Bildkomposition. Die Sterne und die Milchstrasse sind in unseren Breitengraden am deutlichsten in den Sommermonaten zu sehen.

Fotoausrüstung für Sternenfotografie

Neben warmer Kleidung und einer Taschenlampe ist ein stabiles Stativ das wichtigste Utensil der Ausrüstung. Um weitere Verwacklungen zu vermeiden, kann ein zusätzlicher Fernauslöser hilfreich sein.

Es ist relativ einfach mit einer Vollformatkamera schöne Bilder zu erzielen, da sie auch bei hohen ISO-Werten durch ihren großen Sensor ein geringes Rauschen aufweist. Diese Kameras sind jedoch vergleichsweise kostenintensiv.

Neben der Sensorgrösse ist natürlich auch das Objektiv entscheidend für Aufnahmen mit möglichst viel Lichteinfall. Für den allerersten Einstieg können Sie Ihr Kitobjektiv verwenden. Für sehr hochwertige Bilder kommen Sie jedoch um eine Investition in ein lichtstarkes Weitwinkelobjektiv nicht umhin. Für Landschafts- und Sternfotografie verzichtet man fast gänzlich auf den Autofokus. Sollten Sie sich also darauf spezialisieren, können Sie auf dieses preiserhöhende Feature verzichten.

Sternenhimmel mit Bäumen

Fokus und Blende richtig einstellen

Auch hier ist die Vorbereitung nicht ausser Acht zu lassen, denn wie bereits erwähnt werden Nachtbilder nicht im Autofokus aufgenommen. Den Fokus sollten Sie manuell auf Unendlich stellen. Dieser Bereich ist meist mit einem Unendlich-Zeichen am Fokusring markiert oder Sie stellen den Fokus bereits am Vortag ein indem Sie ein sehr weit entferntes Objekt fokussieren und die Einstellung am Fokusring mit einer eigenen kleinen Markierung versehen.

Die Blende ist so offen wie möglich einzustellen, also im Bereich von 0 bis maximal 4, um möglichst viel Licht einzufangen. Auch der Bildstabilisator sollte deaktiviert werden, da er bei Aufnahmen mit Stativ eher kontraproduktiv agieren kann.

Während im Alltag der ISO-Wert klein gehalten wird um Rauschen zu reduzieren, ist für die Aufnahme des Sternenhimmels der ISO-Wert in einem hohen Bereich notwendig. Der ISO-Wert steht in enger Wechselbeziehung mit der Belichtungszeit und sollte vor Ort, je nach gewünschtem Schwerpunkt, angepasst werden. Für Sternspuren-Aufnahmen mit langer Belichtungszeit ist der ISO-Wert gering zu halten, für Abbildungen der Milchstrasse ist ein sehr hoher ISO-Wert von mindestens 1600 zu wählen.

Die Einstellung der Belichtungszeit ist vom gewünschten Endergebnis abhängig. Sind Sie auf ein statisches Bild der Sterne und Milchstrasse aus, so sollte die Belichtungszeit 15-30 Sekunden nicht übersteigen. Für den Effekt der Sternspuren kann eine höhere Belichtung genutzt werden. Die Sterne drehen sich um den nördlichsten Himmelspunkt, den Polarstern, dies sollten Sie bei der Bildkomposition beachten, da sich die Sternspuren sozusagen im Kreis um ihn abbilden. Je näher sich der Bildausschnitt am Polarstern orientiert, desto länger können Sie die Belichtungszeit wählen bevor die Sternspuren zu sehen sind. Fotografieren Sie auf den Horizont, so ist die Belichtungszeit so kurz wie möglich zu halten.

Für die maximale Belichtungszeit ohne Sternspuren gibt es folgende Rechnung:

500 / (Cropfaktor der Kamera*Brennweite) = maximale Belichtungsdauer

Nachbearbeitung der Sternenfotos

Wichtig für die Nachbearbeitung ist, dass Sie die Aufnahmen im RAW Format gemacht haben. Bereits mit kleinen Einstellungsänderungen von Weissabgleich, Tiefe, Wärme und Kontrast können Sie Ihre Aufnahme in Szene setzen und die Sterne detaillierter herausstechen lassen.

Sternenhimmel mit Strasse

Fazit

Eine perfekte Sternfotografie erfordert durchaus Geduld und Fingerspitzengefühl, sowie eine Erweiterung der Ausrüstung. Doch schon als Anfänger mit einfachem Equipment erhält man einen Blick in den faszinierenden Nachthimmel der einem sonst verborgen bleibt.

See bei blauem Himmel mit weissen Wolken, Enten und Spiegelung der Bäume im Wasser

Anfängerfehler vermeiden: Gewässer fotografieren

Wasser ist nicht nur der Ursprung allen Lebens, sondern auch ein allzeit beliebtes Motiv für Fotografen. Doch Wasser ist nicht gleich Wasser, vor allem weil es Gewässer in vielen verschiedenen Formen gibt. Es stellt natürlich einen Unterschied dar, ob ein kleiner Bach, ein strömender Wasserfall oder ein See fotografiert werden soll.

Wir klären auf, welche vier Fehler Sie bei der Aufnahme von Gewässern vermeiden sollten.

Fehler 1: Unentschlossenheit bei der Darstellungswahl

Wasser kann in seinen Darstellungsoptionen sehr abwechslungsreich sein. Stille Gewässer bieten die Möglichkeit, atemberaubende Spiegelungen einzufangen. Bei fliessenden Gewässern erschliessen sich gleich zwei Optionen. Zum einen lässt sich das fliessende Wasser in seiner Bewegung einfrieren. Eine solche Aufnahme lässt das Wasser eher hart erscheinen und ist zudem sehr detailreich. Des Weiteren lassen sich klare Wellenbrüche und einzelne Tropfen erkennen. Die zweite Möglichkeit ist, das Wasser eher weich und dynamisch darzustellen.

Beide Darstellungsweisen unterscheiden sich in der Umsetzung: Um die Kamera richtig einzustellen, sollte die Entscheidung, wie das Gewässer dargestellt werden soll, bereits vor der Aufnahme gefällt werden. Hier macht vor allem die Einstellung der Belichtungszeit den Unterschied: Um Wasser einzufrieren werden kurze Belichtungszeiten wie 1/500 bis zu etwa 1/2000 Sekunde benötigt. Mit einer Vergrösserung des ISO-Wertes lassen sich aufgrund der erhöhten Lichtempfindlichkeit noch kürzere Belichtungszeiten realisieren. Diese Möglichkeit ist jedoch mit Vorsicht zu behandeln, da mit einer Steigerung des ISO-Wertes auch das Bildrauschen zunimmt.

Aufnahme eines Flusslaufs mit geringer Belichtungszeit

In dieser Aufnahme wurde die Bewegung des Wassers eingefroren. Folglich lässt sich die Struktur und die einzelnen Spritzer des Wassers klar erkennen.

Für eine weiche und dynamische Aufnahme von fliessendem Wasser greift genau das Gegenteil. Hier kommen lange Belichtungszeiten zur Anwendung. Es gilt: Je länger die Verschlusszeit, desto weicher und dynamischer ist die Fliessbewegung des Wassers. Bei diesen langen Verschlusszeiten ist der Vorteil, dass der ISO-Wert klein gehalten werden kann. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, die Blende zu schliessen, wodurch die Lichtmenge reduziert und dadurch die Verschlusszeit verlängert werden kann. Aber auch hier sollte mit der Verkleinerung des Blendenwertes sparsam umgegangen werden, da eine geschlossene Blende den gewollten Scharf-Unscharf-Kontrast nicht wie bei einer offenen Blende realisieren kann.

Aufnahme eines Flusslaufs mit hoher Belichtungszeit

Durch die hohe Belichtungszeit ist auf dieser Aufnahme deutlich der weiche und dynamische Verlauf des Wassers zu sehen.

Fehler 2: Strahlend schönes Wetter

Schönes Wetter spornt die meisten an, hinaus zu gehen und die Kamera mitzunehmen. Zu viel Licht kann aber auch hinderlich sein. Deshalb sollte bei Aufnahmen in der Natur generell die Mittagssonne gemieden werden.

Um Bäche, Flüsse, Seen und andere Gewässer zu fotografieren, eignet ein teilweise bewölkter Tag viel besser. Schon allein, dass es an bewölkten Tagen nicht solch enorme Helligkeitsunterschiede wie an sonnigen Tagen gibt, ist hilfreich. Diese Helligkeitsunterschiede sind fotografisch nur schwer zu kontrollieren. Außerdem machen Wolken bestimmte Motive erst interessant: Die Spiegelung eines eindrucksvollen Himmels in einem See kann sehr reizvoll sein.

Fehler 3: Mangelndes Zubehör

Das ein oder andere Hilfsmittel kann dem Fotografen das Leben leichter machen.

Wie so häufig bietet ein Stativ, welches vor allem bei langen Belichtungszeiten unverzichtbar ist, mehr Stabilität. Zudem stellen Filter eine wertvolle Unterstützung dar. Ein Polfilter oder auch Polarisationsfilter ist für die Aufnahme von Gewässern besonders gut geeignet, da er Spiegelungen und Reflexe auf nicht-metallischen Flächen unterdrückt. Dies betrifft jedoch nur Reflektionen, die aus schräg einfallendendem Licht resultieren.

Für dynamische Aufnahmen eines fliessenden Gewässers kann die Schliessung der Blende die benötigte Verschlusszeit verlängern. Dies bringt, wie bereits erwähnt, den Nachteil mit sich, dass der Scharf-Unscharf-Effekt nicht richtig realisiert werden kann. Für diesen Zweck erweist sich ein Graufilter als besonders nützlich. Dieser Filter wird auch als «Sonnenbrille für die Kamera» bezeichnet, da das Glas des Filters gleichmässig grau eingefärbt ist und somit den Lichteinfall auf den Sensor reduziert.

Ein auf dem Objektiv angebrachter Filter verbessert nicht nur die Aufnahmen, sondern schützt das Objektiv vor Wasserspritzern, Staub, Dreck und anderen Partikeln, die sich in der Luft befinden. Zum Beispiel befinden sich am Meer kleine Sandkörner in der Luft, die die Linse des Objektives zerkratzen können. Eine solche Gefahr verleiht dem Filter als Schutzglas eine besondere Bedeutung, zumal der Ersatz eines Filters recht kostengünstig ist.

Schwarzweiss-Aufnahme, in der sich Wellen brechen.

Fehler 4: Falsches Gepäck

Wer sich Flüsse, Bäche oder Seen als Motiv wählt, muss auch Wege gehen, die nicht mit dem Auto befahrbar sind oder gar mit nassen Füssen rechnen. Deshalb empfiehlt sich für den Transport der Kameraausrüstung ein Fotorucksack. Gerade bei steinigen, unebenen Wegen durch den Wald ist Armfreiheit von grossem Vorteil. Zudem bietet ein solcher Rucksack nicht nur einen sicheren Ort für das wertvolle Equipment, sondern auch den ein oder anderen Zentimeter Stauraum für andere Dinge.

Nicht nur die Kameraausrüstung, auch der Fotograf sollte der Tour entsprechend ausgerüstet sein. Das bedeutet – je nach Ziel – festes Schuhwerk, Outdoorbekleidung und eine Regenjacke sollten auf einer solchen Foto-Tour nicht fehlen.

Fazit

Gewässer allein sind schon ein Blickfang, kommt noch eine schöne Umgebung dazu, kann das Foto fast gar nicht mehr misslingen. Dabei lohnt es sich, für eine solche Tour auf einen bewölkten Tag zu warten, um die besten Lichtverhältnisse zu haben. Um dennoch für jede Situation vorbereitet zu sein, sollten sowohl die richtige Kleidung als auch das ein oder andere Kamerazubehör dabei sein.