Abbildung von Möwen – nur die vorderste ist fokussiert und scharf gestellt

Der richtige Umgang mit AF-Feldern

Zur Erleichterung der Fokussierung bietet jede Kamera mehrere AF-Felder an. Die Abkürzung AF bedeutet Autofokus. Je nach Marke und Modell der Kamera kann es sich dabei um 9, 11, 19 oder mehr AF-Felder handeln. Unabhängig von der Anzahl der Felder ist die Funktionsweise immer gleich. Für die Nutzung der AF-Felder gibt es unterschiedliche Einstellungsoptionen, die verschiedene Möglichkeiten bieten. Diesem Artikel dient die Canon EOS 70D als Beispiel, welche 19 AF-Felder besitzt.

Welche Einstellungsoptionen es gibt und wie diese richtig angewendet werden, erfahren Sie hier.

Die automatische Messfeldwahl

Wie der Name bereits verrät, wählt die Kamera bei der automatischen Messfeldwahl ihren Fokuspunkt selbst. Dabei greift die automatische Messfeldwahl auf alle zur Verfügung stehenden AF-Felder zurück. Es werden immer die Punkte herangezogen, die den geringsten Abstand zur Kamera haben. Wird der Auslöser der Kamera nur halb durchgedrückt, erscheinen die ausgewählten AF-Felder im Sucher oder bei Aktivierung des Live-View-Modus auf dem Display.

Abbildung von 19 AF-Feldern auf der Aufnahme einer Möwe

Ist die automatische Messfeldwahl nicht zufriedenstellend, besteht die Möglichkeit, den Auslöser loszulassen und diesen erneut halb durchzudrücken. Die Kamera gibt nun eine andere Auswahlmöglichkeit der Messfelder an.

Da es in dieser Einstellung nicht möglich ist, selbst einen Bereich für die Fokussierung zu bestimmen, eignet sich diese besonders für Aufnahmen, in denen ein Objekt klar erkennbar ist und sich bestenfalls vom Hintergrund abhebt. Lässt sich das Motiv nicht klar identifizieren, kann es passieren, dass die Kamera stets den falschen Bereich ins Visier nimmt.

Die manuelle Wahl der Messfelder

Das Problem, dass die Kamera den falschen Bereich der Aufnahme fokussiert, kann mit der manuellen Wahl umgangen werden. In dieser Einstellung können Sie das AF-Feld selbst bestimmen. Zum einen kann das Feld über die Einstellungen auf dem Display ausgewählt werden. Zum anderen kann die AF-Messfeldwahltaste gedrückt und im Anschluss mit dem Blick durch den Sucher und der Hilfe des Schnellwahlrades und des Hauptwahlrades ausgewählt werden. Das Hauptwahlrad steuert die horizontale und das Schnellwahlrad die vertikale Bewegung innerhalb der AF-Felder. Wird die SET-Taste betätigt, springt die Auswahl immer zum mittleren AF-Feld.

Durch die manuelle Messfeldwahl ist es möglich, einen konkreten Punkt zur Fokussierung auszuwählen. Der Nachteil dieser Einstellungsoption ist, dass nur ein einziges AF-Feld ausgewählt werden kann. Dies wird vor allem bei der Aufnahme von bewegten Motiven problematisch, da es sehr schwer wird, das AF-Feld an der richtig Stelle zu positionieren. Ein Wechsel des AF-Feldes ist während der Aufnahme eines bewegten Objektes ebenfalls sehr schwierig, da die Umstellung zu lange dauert.

Fokussierung eines Grashalms vor einem verschwommenen Hintergrund

Demnach eignet sich die manuelle Messfeldwahl, um bei stillstehenden Objekten, oder auch bei Portraits, den Fokus an einen konkreten Punkt zu setzen.

Die manuelle Messfeldwahl in Form einer Zone

Um bewegte Motive mit einer selbst bestimmten Messfeldwahl aufzunehmen, bietet sich die manuelle Messfeldwahl in Form einer Zone an. Hier konzentriert sich die Kamera nicht auf ein einzelnes AF-Feld, sondern auf einen voreingestellten Bereich.

Bei 19 AF-Feldern werden diese in fünf Bereiche aufgeteilt –  links, mittig, rechts, oben und unten. Wurde eine Zone gewählt, sucht sich die Kamera bereits beim Antippen des Auslösers die einzelnen AF-Felder innerhalb der Zone aus. Hier kann die Auswahl der AF-Felder ebenfalls durch ein erneutes halbes Durchdrücken verändert werden.

Abbildung von Möwen – nur die vorderste ist fokussiert und scharf gestellt

Bei der Auswahl der passenden AF-Felder kann die Kamera ein oder mehrere der AF-Felder auswählen. Bei der manuellen Messfeldwahl in Zonen liegt die Konzentration nicht, wie bei der manuellen Messfeldwahl, auf nur einem einzigen AF-Feld. Dadurch entsteht die Freiheit, nur eine Richtung der bevorzugten AF-Felder vorzugeben und die konkrete Auswahl der Kamera zu überlassen.

Abbildung zweier Möwen – die hinter liegt im Fokus und ist scharf gestellt

Sowohl die manuelle Messfeldwahl, als auch die manuelle Messfeldwahl in Zonen, bieten die Möglichkeit, nicht nur ein Objekt im Vordergrund, sondern auch im Hintergrund zu fokussieren und scharfzustellen.

Fazit

Die Einstellungsoptionen bezüglich der AF-Felder erleichtern nicht nur die Fokussierung an sich, sondern bieten die Möglichkeit, die Art und Weise der Fokussierung auf das zu fotografierende Objekt anzupassen.

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