Spiegelreflexkamera von hinten – Display zeigt eine Vase

Sensortypen in der Fotografie

In der analogen Fotografie wurden noch Filme in die Kamera eingelegt, um dessen Negative später in der Dunkelkammer zu entwickeln. Bei den digitalen Kameras wird der Film durch den Sensor ersetzt. Dieser verwandelt das Licht, dass durch die Blende und den geöffneten Verschluss fällt, in ein digitales Bild. Somit ist der Sensor das Herzstück einer jeden Digitalkamera.

Ein solcher Bildsensor besteht aus mehreren Millionen lichtempfindlichen Fotoioden, die die eintreffenden Lichtphotonen in elektrische Signale umwandeln. Anschliessend speichert der Bildsensor die Signale als einzelne Bildpunkte ab. Diese sind unter dem Begriff Pixel bekannt. Wie viele dieser Pixel der Sensor speichern kann, resultiert in der Auflösung des Bildes.

Ein Bildsensor ist ein festes Bauteil in der Kamera, welches nicht wie ein Objektiv gewechselt werden kann. Sensoren gibt es in verschiedenen Grössen für unterschiedliche Einsatzgebiete. In diesem Artikel stellen wir Ihnen die drei gängigsten Sensortypen Vollformat, APS-C und Four-Third sowie ihre Vor- und Nachteile, vor.

Vollformatsensoren

Das Vollformat ist auch unter der Bezeichnung Kleinbildformat geläufig und stammt ursprünglich vom 35-mm-Film ab. Die Grösse eines Vollformatsensors ist identisch mit dem Negativ eines analogen Filmes. Dieser ist exakt 24 mm x 36 mm gross und vor allem in hochpreisigen Digitalkameras zu finden.

Der Vollformatsensor ist um das 2,5-fache grösser als die nächst kleinere Variante. Durch den Grössenvorteil bieten Vollformatsensoren den Pixeln mehr Platz als jeder andere Sensor. So können sich die Pixel in ihrer Grösse mehr ausdehnen. Zudem kann der Sensor eine grössere Menge an Licht aufnehmen. Folglich sind Kameras mit Vollformatsensor lichtstärker. Dies macht sich vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen bemerkbar. Anders als bei einem APS-C-Sensor muss bei schlechten Lichtverhältnissen nicht unbedingt der ISO-Wert nach oben korrigiert werden. Eine Qualitätsminderung der Aufnahmen durch Bildrauschen ist daher der Einzelfall bei Verwendung eines Vollformatsensors.

Um einen hohen ISO-Wert zu vermeiden, wird die Belichtung meist durch eine dementsprechend lange Belichtungszeit angepasst. Bei der Nutzung von langen Belichtungszeiten ist in der Regel ein Stativ notwendig. Auch hier kommt der Vorteil der hohen Lichtstärke des Sensors zum Tragen. Belichtungszeiten, bei denen noch frei Hand fotografiert werden kann, reichen hier nämlich meist aus.

Eine Kamera mit Vollformatsensor bietet den grösstmöglichen Bildausschnitt in der digitalen Fotografie. Zusätzlich entfällt der Cropfaktor. Der Cropfaktor ist die Differenz der Diagonalen eines Vollformatsensors und der eines kleineren Sensors.

Bezogen auf die Bildqualität bietet eine Vollformatkamera viele Vorteile. Die Nachteile liegen hierbei eher im Bereich der Grösse, des Gewichts und des Preises der Kamera. Durch den grossen Sensor sind die Kameras automatisch grösser und schwerer. In preislicher Hinsicht sind diese Kameras ab einem vierstelligen Betrag zu haben. Eine Kamera mit Vollformatsensor bringt jedoch nur in Verbindung mit entsprechend hochwertigem Zubehör die volle Leistung. Sie sollten also ein ebenfalls hochwertiges und geeignetes Objektiv nutzen. Dies kann die Anschaffungskosten einer Vollformatkamera mit passendem Equipment schnell in die Höhe klettern lassen.

APS-C-Sensoren

APS-C- und DX-Sensoren sind die nächst kleineren Sensoren zum Vollformat. Diese sind überwiegend in digitalen Spiegelreflex- und Kompaktkameras zu finden.

Die Sensorgrösse APS-C ist auf das APS-Aufnahmeformat von Kodak und anderen Herstellern zurückzuführen. Den Begriff APS-C führte jedoch Canon mit seiner ersten digitalen Spiegelreflexkamera ein. Nikon verwendet für das gleiche Sensorformat die Abkürzung DX.

Der APS-C-Sensor ist nicht auf eine bestimmte Grösse genormt, sodass dieser je nach Hersteller und Modell in seiner Grösse variieren kann. Dennoch spricht man bei APS-C von einem 2:3 Seitenverhältnis, das ungefähr eine Grösse von 22,3 mm x 14,9 mm aufweist. Da der APS-C Sensor kleiner ist als das Vollformat, ist hier der Cropfaktor zu beachten. Bei Canon ist dies zwischen 1,5 und 1,6. Das bedeutet, dass sich bei APS-C- und kleineren Sensoren der Bildausschnitt verkleinert und dadurch die Brennweite des Objektives dementsprechend umgerechnet werden muss.

Abbildung einer digitalen Spiegelreflexkamera

Im Vergleich zu den Vorteilen des Vollformats ist bei den APS-C-Sensoren mit Verlusten zu rechnen. Das heisst, dass ein APS-C-Sensor nicht so viel Licht aufnehmen kann, wodurch mit einer schlechteren Bildqualität zu rechnen ist. Nachteile gibt es auch im Weitwinkelbereich, da sich der Bildausschnitt durch den Cropfaktor verkleinert. Folglich werden für den gleichen Bildausschnitt kleinere Brennweiten benötigt. Für einen grösseren Bildwinkel kann ein Weitwinkelobjektiv sorgen.

Die Nachteile des Vollformats sind wiederum die Vorteile des APS-C-Sensor. Die Kameras sind kleiner, handlicher und auch günstiger. Zudem ist die verminderte Bildqualität als eher nebensächlich zu betrachten, da diese durch hochwertige Objektive ausgeglichen werden können.

Micro-Four-Thirds und Four-Thirds-Sensoren

Four-Thirds Sensoren sind in kleinen digitalen Spiegelreflexkameras und in spiegellosen Kompaktkameras zu finden. Diese sind im Vergleich zum APS-C-Sensor nochmals um 30 bis 40 Prozent kleiner.

Neben der Sensorgrösse definiert der Four-Thirds-Standard zusätzlich das Objektivbajonett samt Kommunikationsprotokoll, den Abbildungskreis und das Auflagemass. Dies macht es möglich auf denselben Kamerabody Objektive verschiedener Hersteller anzubringen. Bei einer DSRL mit APS-C-Sensor ist dies nicht ohne weiteres möglich. Sowohl Canon als auch Nikon verwenden verschiedene standardisierte Objektiv-Anschlüsse.

Eine Weiterentwicklung der Four-Thirds-Kameras sind die Micro-Four-Thirds-Kameras. Diese besitzen keinen Spiegel, wodurch sie ein kleineres Auflagemass aufweisen. Unter dem Auflagemass wird der Abstand zwischen dem Sensor und der Befestigungsfläche des Objektives verstanden. Durch den fehlenden Spiegel entfällt zusätzlich der Sucher. Folglich wird das Motiv ausschliesslich über den Live-View-Modus gewählt. Dadurch wird die Kamera zwar kompakter, allerdings können selbst hochauflösende Displays in Bezug auf die Einschätzung von Dunkelheit und Mittagssonne nicht mit einem Sucher mithalten.

Ein Nachtteil der Micro-Four-Thirds ist die hohe Schärfentiefe. Dadurch lassen sich vor allem in der Portraitfotografie nur schwer Unschärfen erzeugen. Durch den kleineren Sensor im Vergleich zur Vollformat müssen auch hier Abzüge in Bezug auf die Lichtstärke und dem Bildrauschen gemacht werden. Diese beiden Nachteile lassen sich jedoch wie bei den APS-C-Kameras durch die richtigen Objektive korrigieren. Der langsamere Autofokus kann allerding nicht durch ein Objektiv behoben werden. Dieser Nachteil stellt vor allem bei der Aufnahme von bewegten Objekten ein Problem dar.

Fazit

In facto Bildqualität ist die Vollformatkamera der absolute Spitzenreiter. Sein grosser Sensor sorgt für einen grösseren Bildwinkel und einen stärkeren Lichteinfall, welches in beiden Fällen die Qualität steigert.  Durch die Grösse des Sensors wird die Kamera schwerer, grösser und auch teurer. Die günstigeren Alternativen sind Kameras mit einem APS-C- oder einem Four-Third-Sensor. Beide weisen ein Defizit in Bezug auf die Lichtstärke und die Bildqualität auf. Diese können jedoch mit dementsprechend hochwertigen Objektiven ausgeglichen werden. Beim Objektiveinsatz hat die Four-Third-Kamera den Vorteil, dass der Objektivanschluss standardisiert ist und somit problemlos Objektive von verschiedenen Herstellern verwendet werden können. Dies ist bei DSLR-Kameras mit APS-C-Sensor nicht ohne weiteres möglich. Wer in die Richtung Sport- oder Tierfotografie gehen möchte, sollte nicht auf eine Four-Third-Kamera zurückgreifen, da der Autofokus Schwächen in Anbetracht der Geschwindigkeit aufweist.

Konkrete Tipps, welcher Sensortyp der richtige ist, gibt es nicht. Der Kauf einer Vollformat-Kamera ist im Normalfall nur im Profisegment notwendig. Bei der Entscheidung zwischen APS-C und Four-Third, entscheiden einzig und allein die eigenen Vorlieben, Bedürfnisse und Ansprüche.

2 replies
  1. Benni
    Benni says:

    Micro-Four-Thirds haben einen sehr schnellen Autofokus und durch den höheren Crop-Faktor von 2.0 kann man noch näher an Tiere heranzoomen als APS-C. Daher denke ich doch das es gerade für weit entfernte Tieraufnahmen gut geeignet ist.

    Antworten

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