Vergleich – Nachbearbeitung Belichtung

Photoshop: Unterbelichtete Aufnahmen korrigieren

Die richtige Belichtung ist für die Wirkung eines Bildes sehr wichtig. Mit dem Display einer digitalen Kamera und einem Blick auf das Histogramm, kann die Belichtung einer Aufnahme sofort vor Ort überprüft werden. Dies macht es dem Fotografen möglich, durch mehrere Aufnahmen mit verschiedenen Einstellungen eine optimale Belichtung zu erzielen.

Trotz aller Kenntnisse und Hilfsmittel kann es passieren, dass unterbelichtete Aufnahmen entstehen. Dies kann zum Beispiel eine mit falschen Einstellungen aufgenommene, nicht reproduzierbare Momentaufnahme einer Situation sein. Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop machen es mit ihren vielfältigen Werkzeugen möglich, unterbelichtete Aufnahmen zu retten und somit mehr Ausdruck zu verleihen.

Korrektur von Belichtung, Helligkeit und Kontrast

In der Menüleiste von Photoshop befindet sich der Reiter «Bild», unter dem sich die verschiedensten Korrekturmöglichkeiten verbergen. Eine davon ist die Korrektur der Belichtung. Sind Sie dem Pfad «Bild – Korrekturen – Belichtung» gefolgt, öffnet sich ein weiteres Fenster.

Screenshot – Belichtungskorrektur in Photoshop

Das neue Fenster bietet zum Korrigieren der Belichtung drei unterschiedliche Regler. Meist reicht das Verschieben des ersten Reglers «Belichtung» aus. Um das unterbelichtete Bild aufzuhellen, muss der Regler nach rechts verschoben werden. Der zweite Regle «Versatz» bezieht sich auf die Mitteltöne einer Aufnahme und lässt somit die Tiefen und Lichter einer Aufnahme ausser Acht. Wie bei der Belichtung wird die Aufnahme beim Verschieben des Reglers nach rechts aufgehellt und nach links abgedunkelt.

Wird durch den Versatz die Aufnahme abgedunkelt und mit der Belichtung weiter aufgehellt, lässt sich ein höherer Kontrast in der Aufnahme erzeugen. Mit der Gammakorrektur kann das Bild ebenfalls aufgehellt oder abgedunkelt werden. Hier werden die Tiefen und Lichter mit einbezogen.

Vergleich – Nachbearbeitung Belichtung

Die linke Seite zeigt das zu dunkle Original und die rechte Seite die Nachbearbeitung durch die Belichtungskorrektur.

Ebenfalls unter dem Pfad «Bild – Korrekturen» befindet sich an oberster Stellung die Helligkeit und der Kontrast. Wie bei der Belichtungskorrektur öffnet sich für die Regulierung ein neues Fenster.

Screenshot – Photoshop Korrektur von Helligkeit und Kontrast

Auch hier werden Kontrast und Helligkeit mit Hilfe von Reglern gesteuert. Mit einer Bewegung nach rechts kann die Helligkeit oder der Kontrast erhöht und mit einer Bewegung nach links gesenkt werden. Im oben abgebildeten Beispiel wurde die Helligkeit gesteigert, um das Bild weiter aufzuhellen. Der Kontrast wiederum wurde verringert, um starke Schatten zu vermeiden. Diese würden das Motiv zu hart wirken lassen.

Vergleich – ohne und mit Helligkeits- und Kontrast-Korrektur

Der mittlere Streifen zeigt die Aufhellung der Aufnahme mit Hilfe der Helligkeits- und Kontrast-Korrektur.

Die Tonwertkorrektur

Eine weitere Möglichkeit, um die Belichtung einer Aufnahme zu korrigieren, ist die Tonwertkorrektur. Diese Funktion befindet sich über dem Ebenenbedienfeld in Photoshop unter dem Reiter «Korrekturen». Wählen Sie in der ersten Reihe das zweite Symbol von links aus. Wurde das Symbol der Tonwertkorrektur durch einen Klick gewählt, erscheint an der Stelle der Korrekturauswahlmöglichkeiten ein Histogramm mit drei Pfeilen in den Farben Weiss, Grau und Schwarz.

Screenshot – Tonwertkorrektur in Photoshop

Um die Aufnahme aufzuhellen, wird mit dem weissen Regler begonnen. Dieser wird nach links bis zur ersten Erhebung im Histogramm geschoben, wodurch die Lichter in der Aufnahme verstärkt werden. Der graue Pfeil steuert die Mitteltöne. Dieser kann ebenfalls nach links verschoben werden. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, bei einer zu starken Verschiebung der Mitteltöne können die Kontraste verloren gehen. Ein höherer Kontrast kann mit einem leichten Verschieben des schwarzen Pfeils nach rechts geschaffen werden.

Vorher-Nachher-Vergleich: Links ohne und rechts mit Tonwertkorrektur

Vorher-Nachher-Vergleich: Links ohne Tonwertkorrektur und rechts mit Tonwertkorrektur

Negativ multiplizieren für eine bessere Belichtung

Der schnellste und einfachste Weg eine unterbelichtete Aufnahme aufzuhellen ist das Negativ-Multiplizieren in Photoshop. Wurde das unterbelichtete Foto in Photoshop geöffnet, wird eine Kopie der Ebene benötigt. Für das Duplizieren einer Ebene kann ein rechter Mausklick, die Tastenkombination Strg+J für Windows oder Cmd+J für Mac verwendet werden. Stellen Sie sicher, dass die neue Ebene weiss umrahmt ist und wählen Sie für diese den Filter «Negativ multiplizieren».

Screenshot – Negativ multiplizieren in Photoshop

Ist der Aufhellungseffekt zu schwachkönnen Sie die negativ-multiplizierte Ebene nochmals duplizieren. Dadurch wird der Aufhellungseffekt verstärkt. Ist der Effekt zu stark, lässt sich dieser durch die Verminderung der Deckkraft der Ebene ganz leicht herabsetzen.

Vergleich mit und ohne Negativ-Multiplikation

Vergleich mit und ohne Negativ-Multiplikation

Fazit

Viele Wege führen nach Rom – Dies gilt auch für die Aufhellung eines unterbelichteten Bildes in Photoshop. Zudem lassen sich alle vorgestellten Methoden miteinander kombinieren, um gezielt die eigenen Vorstellungen umzusetzen.

Der Camera RAW-Filter ermöglicht ebenfalls die Optimierung unterbelichteter Aufnahmen. Er vereint die Parameter Belichtung, Helligkeit, Kontrast, Schatten und Lichter. Im Artikel «Architekturretusche mit Photoshop» erfahren Sie mehr über den Camera RAW-Filter.

Wir wünschen viel Spass beim Bearbeiten Ihrer Aufnahmen!

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