Abbildung verschiedener Foto-Filter und dem dazugehörigen Objektiv

Fotofilter in der Praxis – Tipps zum Einsatz von Filtern

Egal ob Stadt, Land oder Fluss – draussen an der frischen Luft ergeben sich unzählige Gelegenheiten für einen besonderen Schnappschuss. Neben den vielen Chancen, einen einzigartigen Moment festzuhalten, bringt die Natur auch grosse Herausforderungen mit sich. Vor allem die Sonne als Hauptlichtquelle ist nicht kontrollierbar und bringt so manchen Hobbyfotografen an seine Grenzen. Einigen Lichtsituationen kann nicht einmal mit Kameraeinstellungen entgegengewirkt werden kann. Für solche Fälle bietet sich die Verwendung verschiedener Filter an.

Polarisationsfilter

Der Polarisationsfilter, kurz Polfilter, verhindert Spiegelungen von nichtmetallischen Flächen. Dadurch eignet sich dieser Filter hervorragend für die Fotografie von Gewässern oder gläsernen Gebäuden. Aber ein Pol-Filter kann auch eingesetzt werden, um den Himmel strahlender und blauer wirken zu lassen. Dieser Effekt ist zudem einer der wenigen, der nicht durch die nachträgliche Bildbearbeitung erzeugt werden kann. Folglich ist dieser Filter ein „Must-have“ in der Landschafts- und Architekturfotografie.

Wird der Pol-Filter genauer betrachtet, fällt schnell der bewegliche Ring auf. Dieser ist für die Funktion des Pol-Filters verantwortlich und bleibt auch nach der Montage beweglich. Nach der ersten Probeaufnahme mit dem Filter lässt sich zunächst kaum ein Unterschied zur vorherigen Aufnahme ohne den Filter feststellen. Der gewünschte Effekt wird erst durch das Drehen des Rings erzielt.

Tipp: Der Ring sollte nicht in die gleiche Richtung gedreht werden, wie der Filter an das Objektiv angebracht wird. Wird er doch in die gleiche Richtung gedreht, kann es passieren, dass der Filter wieder abgeschraubt wird und sich plötzlich löst.

Vergleichsbild einer Landschaft mit und ohne Polfilter

Auf dieser Abbildung sehen Sie zwei Aufnahmen desselben Motives. Die linke Aufnahme wurde ohne einen Pol-Filter aufgenommen und ist viel zu hell und überbelichtet. Das rechte Bild zeigt eine Aufnahme mit Pol-Filter. Dabei wurde der Effekt zu 100 Prozent ausgereizt.

Graufilter

Soll die Belichtungszeit am Tag erhöht werden, wird ein Filter benötigt, der das einfallende Licht reduziert. Eine solche längere Belichtungszeit bei Tageslicht findet beispielsweise seine Anwendung in der weichen und dynamischen Darstellung von fliessenden Gewässern.

Der Graufilter, auch als ND-Filter (Neutraldichte-Filter) bekannt, besteht aus grau eingefärbtem Glas und dunkelt dadurch die Linse ab. Er ist in verschiedenen Stärken erhältlich. Die gängigsten Varianten sind ND8, ND64 und ND1000 Filter, wobei der ND1000 der Stärkste und damit dunkelste dieser drei Filter ist. Die Angabe der Zahl gibt den Vervielfachungsfaktor der Verschlusszeit an, das heisst bei einem Graufilter der Stärke ND64 kann die Verschlusszeit um das 64-fache verlängert werden.

Ein weiterer Einsatz des Graufilters sind Langzeitbelichtungen bei gut besuchten Plätzen und Sehenswürdigkeiten. Durch die Langzeitbelichtung, kann man mit etwas Geschick die Menschen, die sich um die Sehenswürdigkeit tummeln, verschwinden lassen.

Vergleichsbild eines Himmels mit und ohne Graufilter

Auch diese Abbildung zeigt ein Vergleichsbild. Nur diesmal kam der Graufilter zum Einsatz. Es ist leicht zu erkennen, dass das rechte Bild die Aufnahme mit dem Graufilter ist, da es kräftiger ist. Analog kann auch der Pol-Filter für diesen Effekt verwendet werden.

Grauverlaufsfilter

Fast jeder ist in der Landschaftsfotografie schon einmal den schwierigen Lichtverhältnissen begegnet, die die Sonne mit sich bringt.

Oft ist die Landschaft gut sichtbar, doch der Himmel ist überbelichtet oder der Himmel zeigt schöne Konturen und prachtvolle Farben, dafür ist die Landschaft viel zu dunkel. Natürlich lässt sich dies durch die Bildbearbeitung richten, indem die beiden misslungenen Aufnahmen übereinandergelegt werden und jeweils der gut belichtete Teil genutzt wird.

Trotzdem ist es bei jeder Foto-Tour das Ziel, mit gelungenen Aufnahmen nach Hause zu gehen, die kaum der Nachbearbeitung bedürfen. Für diesen Zweck ist beispielsweise der Einsatz eines Graufilters nur wenig hilfreich, da er das gesamte Motiv abdunkelt. Der Grauverlaufsfilter bietet hier den Mittelweg.

Wie der Name schon sagt, bildet sich auf dem Filter ein grauer Farbverlauf ab, welcher nur eine Hälfte die Aufnahme abdunkelt. Dadurch ist es möglich, bei einer perfekt belichteten Landschaft auch den Himmel gut in Szene zu setzen.

In Ihrer Bauform bieten Grauverlaufsfilter zwei Arten. Zum einen ein herkömmlicher runder Filter, der auf das Objektiv aufgeschraubt wird. Hierbei besteht jedoch der Nachteil, dass die Einteilung von hell und dunkel konkret festgelegt ist, wodurch die Wahl des Bildausschnittes eingeschränkt wird. Die zweite Variante bietet hier mehr Flexibilität. Diese besteht aus einer Halterung, die an das Objektiv angebracht wird. In diese Halterung wird eine rechteckige Scheibe eingeschoben, die einen Grauverlauf hat. Durch das Einschieben in die Halterung kann die Höhe des Verlaufs selbst bestimmt werden. Auch andere Filter sind in Form dieser Scheiben erhältlich, sodass die Halterung für den Einsatz mehrerer Filter verwendet werden kann.

Auch auf den Verlauf sollte beim Kauf eines Verlaufsfilters geachtet werden. Bei Filtern mit einem harten Verlauf ist der Übergang von hell zu dunkel sehr abrupt und lässt sich dadurch eher schwer in eine Landschaft einbinden. Hier sind Filter mit einem weichen Übergang von Vorteil.

Das Weiteren sollte bei der Benutzung eines Grauverlaufsfilters darauf geachtete werden, dass kein hoher Gegenstand in der Mitte der Aufnahme hervorragt. Der Verlauf stellt einen horizontalen Bruch zwischen hell und dunkel dar, wodurch der hohe Gegenstand ab einer gewissen Stelle mit abgedunkelt wird.

Skylight-Filter

Eine wärmere Farbwiedergabe kann mit einem Skylight-Filter erreicht werden. Dieser Filter hatte jedoch in der anlagen Fotografie eine viel grössere Bedeutung als heute in der digitalen Fotografie, da der Effekt, der mit dem Skylight-Filter erzeugt wird, durch den Weissabgleich ersetzt werden kann.

UV-Filter

Ähnlich wie beim Skylight-Filter ist es auch mit dem UV-Filter. Dieser hatte in der analogen Fotografie eine tatsächliche Daseinsberechtigung. Doch ist dieser UV-Schutz bei der Ausstattung der heutigen Objektive nicht mehr notwendig. Somit wird dem UV-Filter nur noch eine Schutzfunktion in bestimmten Situationen zugerechnet. An Sandstränden und in Wüsten kann ein solcher Filter die Linse vor dem Zerkratzen schützen und das Eindringen von Sandkörnern verhindern.

Farbfilter

Farbfilter bestehen aus gleichmässig eingefärbten Glas und sind in mehreren Farben verfügbar. In Zeiten der analogen Fotografie waren Farbfilter notwendig, um einen Tageslichtfilm auch in der Nacht benutzen zu können. Folglich haben auch diese Filter ihre eigentliche Bedeutung verloren.

In der Schwarzweiss-Fotografie wiederum haben Farbfilter noch immer eine Bedeutung. Es gibt sie in Gelb, Gelb-Grün, Grün, Orange, Rot und Blau. Jeder dieser unterschiedlich farbigen Filter lässt verschiedene Farben heller oder dunkler auf einer Aufnahme in Graustufen wirken.

Fazit

Filter sind in verschiedenen Situationen gute Hilfsmittel. Dennoch ist es sinnvoll nur dann einen Filter zu verwenden, wenn es die Situation verlangt, da ein Filter immer ein wenig Licht schluckt. Durch das verwenden eines Filters kann es zusätzlich zu Qualitätseinbussen der Aufnahme kommen, wenn auch nur sehr geringen.

Das Kombinieren verschiedener Filter ist möglich, hierbei ist jedoch zu beachten, dass bei der Verwendung mehrerer Filter übereinander eine Vignettierung am Rande des Bildes entstehen kann.

Beim Kauf von Filtern muss unbedingt auf den Durchmesser des Objektivgewindes geachtet werden, sodass diese auch befestigt werden können. Wer jedoch mehrere Objektive mit verschiedenen Durchmessern nutzen möchte, für den ist eine Halterung mit Filter-Scheiben sinnvoll. Bei dieser Halterung gibt es je nach Objektivgrösse verschiedene Ringe, auf denen die Halterung angebracht werden kann. Durch den Austausch der Ringe fällt die Anschaffung der Filter in verschiedenen Durchmessern weg, da die Filter-Schieben an jedem Objektiv genutzt werden können.

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