Weissabgleich und Farbtemperatur

Das Licht ist ein entscheidender Faktor in der Fotografie. Die Beleuchtung bzw. die Lichtverhältnisse bestimmen daher auch die Wirkung eins Bildes auf den Betrachter. Ob ein Bild warm und harmonisch oder eher kühl und düster wirkt, wird massgeblich von der bestehenden Farbtemperatur beeinflusst.

Unterschiedliche Licht- und Beleuchtungssituationen erzeugen verschiedene Farbtemperaturen. Dabei ist ausschlaggebend, mit welcher Wellenlänge das Licht auf das zu fotografierende Motiv trifft. So sorgen beispielsweise Wellenlängen unter ca. 350 Nanometern für eine hohe Farbtemperatur und wirken blau. Niedrige Farbtemperaturen erscheinen rot und werden von Wellenlängen über ca. 750 Nanometern erzeugt. Die Farbtemperatur wird in Kelvin angegeben und wurde von glühendem Eisen abgeleitet. Als Standartwert gelten ungefähr 5500 Kelvin. Dies entspricht hellem Tageslicht. Künstliche Lichtquellen haben kürzere Wellenlängen, erscheinen daher rot und haben weniger Kelvin. Je trüber das Tageslicht erscheint, beispielsweise bei Wolken oder Nebel, umso kürzer werden die Wellenlängen und umso höher der Kelvin-Wert. Bilder bei trübem Tageslicht haben daher häufig einen Blaustich.

Um einem unerwünschten Farbstich durch die Farbtemperatur entgegen zu wirken, kann man mit einem Weissabgleich arbeiten. Dieser sorgt dafür, dass vorherrschende Lichtverhältnisse ausbalanciert werden und ein harmonisches und farblich ausgewogenes Bild entsteht. In der Regel sollte das Weiss im Motiv auch auf dem späteren Foto weiss dargestellt werden. Bei der analogen Fotografie wird die Farbtemperatur durch spezielle Filmtypen für Tages- oder Kunstlicht kompensiert. Bei der digitalen Fotografie gibt es diverse Einstellungen, die einen Weissabgleich vereinfachen. Es gibt automatisch arbeitende Voreinstellungen, die sich der gegebenen Lichtsituation anpassen. Hochwertige Kameras verfügen zusätzlich noch über einen manuellen Weissabgleich. Hierbei kann man die gewünschte Kelvinzahl angeben, eine Graukarte zur Hilfe nehmen oder ein Weissabgleich-Bracketing durchführen. Beim Bracketing mach die Kamera automatisch eine Reihe von Bildern mit verschiedenen Weissabgleichsoptionen. In der kreativen Bildgestaltung wird der Weissabgleich auch gezielt genutzt, um einen bestimmten Farbstich im Bild zu erzeugen.

Mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen kann der Weissabgleich auch nachträglich vorgenommen und die Farbtemperatur bearbeitet werden. Dazu empfiehlt es sich, das Foto in einem RAW-Format zu speichern. Bei der Verwendung von JPG-Formaten kann durch die Bearbeitung ein Qualitätsverlust entstehen.

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