Verschlusszeit

Sobald der Auslöser gedrückt wird, öffnet sich in der Kamera ein Verschluss. Durch diesen Verschluss fällt Licht auf den Sensor. Wie lange das Licht auf den Kamerasensor trifft, ist von der ausgewählten Verschlusszeit abhängig.

Die Verschlusszeit ist in der Fotografie essentiell für die Belichtung und steuert, wie eine Bewegung bzw. das Bild am Ende aussieht. Sie bestimmt Helligkeit und Bewegungsschärfe. Je länger die eingestellte Zeit, desto grösser ist die auf den Sensor fallende Lichtmenge. Demzufolge wird die Aufnahme heller und das Bild bewegungsunschärfer. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Aufnahme mit abnehmender Belichtungszeit dunkler, detailreicher und bewegungsschärfer wird.

Belichtungszeiten betragen meistens den Bruchteil einer Sekunde. Als kurze Verschlusszeiten gelten Werte wie 1/200 s, 1/1000 s oder kürzer. Zeiten darüber, wie zum Beispiel ungefähr 1/30 s bis zu einer oder mehreren Sekunden, zählen zu den langen Verschlusszeiten.

Weiterhin ist die erforderliche Verschlusszeit vom Motiv (bewegt oder ruhend) und den vorherrschenden Lichtverhältnissen abhängig. Auch der Einsatz eines Stativs und ob die Kamera über einen Bildstabilisator verfügt, beeinflussen die nötige Verschlusszeit.

Beim Fotografieren von Sport und Action nutzt man kurze bis sehr kurze Verschlusszeiten. Je schneller die Bewegung, desto kürzer sollte die Verschlusszeit sein. So können schnelle Bewegungen im Bild „eingefroren“ werden. Für verwacklungsfreie Bilder von Objekten, die sich nicht oder kaum bewegen, sollte mindestens der Kehrwert der Brennweite gewählt werden. Wurde beispielsweise eine Brennweite von 200 mm genutzt, so sollte als Belichtungszeit mindestens 1/200, besser sogar noch 1/400 gewählt werden. Verwendet man ein Stativ, kann eine längere Verschlusszeit gewählt werden. Lange Verschlusszeiten werden zum Beispiel bei Nachtaufnahmen erforderlich, um möglichst viel Umgebungslicht einzufangen. Das Stativ verhindert Verwacklungen, indem es die Kamera während des Auslösens stabilisiert.

Die Belichtungszeit lässt sich bei Kameras in der Regel einfach am Auswahlrad einstellen.

Dreht man dieses nach rechts, so wird die Verschlusszeit kürzer. Bei Unklarheiten hilft die Bedienungsanleitung. Die eingestellte Zeit der Belichtung ist im Display ablesbar. Je nach Hersteller werden dabei Abkürzungen wie 400 (Hundertstel) statt 1/400 oder 4´ (Sekunden) genutzt.

Um ein optimales Fotoergebnis zu erhalten, bedarf es meist mehrerer Versuche mit verschiedenen Verschlusszeiten. Neben der Verschlusszeit sind Blende und ISO von grosser Bedeutung. Erst wenn alle drei Komponenten harmonieren, entsteht ein gelungenes Foto.

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