Motivprogramm

Digitalkameras verfügen heutzutage neben der Programmautomatik (P), der Blendenautomatik (TV), der Zeitautomatik (AV) und dem manuellen Modus (M) auch oftmals über sogenannte Motivprogramme. Die Motivprogramme enthalten bestimmte Kamera-Voreinstellungen, die auf unterschiedliche Foto-Situationen ausgerichtet sind. Je nachdem, welches Motivprogramm ausgewählt wird, werden einige Einstellungen automatisch vorgenommen, wohingegen andere manuell beeinflusst werden können. Dies vermindert die Komplexität der Kameranutzung, wodurch sich die Motivprogramme vor allem für technisch noch unerfahrene Fotografen eignen.

Wie auch die Kameramodi P, TV, AV oder M, sind die Motivprogramme meist auf dem Kameramodus-Auswahlrad untergebracht. Markiert sind sie mit Hilfe verschiedener Symbole, die das jeweilige Einsatzszenario abbilden. Die verfügbaren Motivprogramme variieren von Hersteller zu Hersteller. Grundsätzlich lassen sich bei den meisten Kameras jedoch die folgenden vier Motivprogramme unterscheiden.

Hinter dem Kopf-Symbol verbirgt sich das Portraitmotivprogramm. In der Portraitfotografie liegt der Fokus auf dem Model, weshalb ablenkende Hintergründe hierbei störend in das Auge fallen. Um die volle Konzentration auf das Model zu verlagern, bedienen sich Fotografen deshalb häufig einer grossen Blende. Das Portraitmotivprogramm wählt automatisch eine möglichst kleine Blendenzahl (grosse Blende) und achtet bei der Farbdarstellung darauf, dass die Hauttöne möglichst natürlich dargestellt werden.

Das Berg-Symbol stellt das Landschaftsmotivprogramm dar. Bei der Fotografie von Landschaften soll meist der gesamte Bildausschnitt scharf dargestellt werden und dementsprechend eine hohe Tiefenschärfe aufweisen. Bewerkstelligt wird dies über die Wahl einer kleinen Blende, welche dafür sorgt, dass auch fernab des Fokuspunkts befindliche Bildausschnitte noch scharf dargestellt werden. Im Gegensatz zum Portraitmotivprogramm wählt die Kamera hierbei automatisch eine möglichst grosse Blendenzahl (kleine Blende) und verhilft den Landschaftsaufnahmen zu einer höheren Farbsättigung.

Das Symbol mit der rennenden Person steht für das Sportmotivprogramm. Sollen Sportaufnahmen, oder generell Aufnahmen mit sich (schnell) bewegenden Motiven geschossen werden, so muss für scharfe Aufnahmen zwangsläufig eine kurze Verschlusszeit gewählt werden. Im Sportmotivprogramm werden automatisch Einstellungen zugunsten einer möglichst niedrigen Verschlusszeit vorgenommen. In den meisten Fällen erfolgt ausserdem die Wahl eines für schnelle Motive geeigneten Fokus, wodurch die Bewegung des Motivs mit halb durchgedrücktem Auslöser verfolgt werden kann. Wird der Auslöser nach erstmaligem Betätigen weiterhin gedrückt gehalten, so folgt eine ganze Reihe an Aufnahmen.

Bei dem letzten vorgestellten Motivprogramm handelt es sich um das Nahaufnahmemotivprogramm, welches üblicherweise durch eine Blume dargestellt wird. Dieses Motivprogramm eignet sich besonders gut bei der (Makro-)Fotografie von Insekten oder Blumen, bzw. generell bei solchen Motiven, die aus der Nähe dargestellt werden sollen. Die Automatik wählt dabei eine kurze Belichtungszeit und eine relativ grosse Blende, damit das Bild nicht verwackelt und das Motiv möglichst gut freigestellt wird.

Für eine umfassende Darstellung der verfügbaren Motivprogramme und ihrer automatischen und frei wählbaren Einstellungsparameter lohnt es sich, einen Blick in das Handbuch der jeweiligen Digitalkamera zu werfen.