Kupplungsringe

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Ein Kupplungsring wird dazu verwendet, eine Verbindung zwischen zwei Objektiven herzustellen. Vor dem eigentlichen Objektiv wird ein zweites Objektiv in umgekehrter Stellung angebracht. Beide Objektive werden über ihr Filtergewinde verbunden: Das erste Objektiv wird in normaler Stellung auf dem Bajonett der Kamera montiert. An das Ende des Kameraobjektivs wird dann der Kupplungsring geschraubt. Dieser verfügt über einen Gewindering mit zwei Aussengewinden. Am anderen Ende wird dann ein weiteres Objektiv in Retrostellung angeschraubt. Kupplungsringe können auch mit Kompakt- oder Bridgekameras verwendet werden, wenn diese ein entsprechendes Filtergewinde besitzen.
Die Frontlinsen beider Objektive sind aufeinander gerichtet, wodurch die zweite Linse als Nahlinse fungiert. Objektive in Retrostellung besitzen im Vergleich zu Nahlinsen eine überlegene optische Leistung. Dadurch lassen sich hohe Abbildungsmassstäbe bei sehr guter Bildqualität erreichen. Kupplungsringe kommen daher vor allem in der Makrofotografie als günstigere Alternative zu einem Makroobjektiv zum Einsatz. Für optimale Ergebnisse sollte die Blende des vorangesetzten Objektivs in jedem Falle weit offen sein. Die Schärfentiefe wird normal über das Kameraobjektiv reguliert.
Den möglichen Abbildungsmassstab können Sie berechnen, indem Sie die Brennweite des Kameraobjektivs durch die Brennweite des Vorsatzobjektivs teilen. Eine starke Vergrösserung können Sie demnach erreichen, wenn Sie an der Kamera ein Objektiv mit langer Brennweite verwenden und ein Objektiv mit kurzer Brennweite daran koppeln: Wenn Sie ein 100 mm Portraitobjektiv durch einen Kupplungsring mit einem 25 mm Weitwinkelobjektiv verbinden, erhalten Sie einen Vergrösserungsmassstab von 4:1. Der höchste Vergrösserungsfaktor lässt sich demnach bei einer Kombination aus Teleobjektiv und Weitwinkelobjektiv erzielen.
Nicht jede Objektivkombination funktioniert gleichermassen gut: Am besten eignen sich Weitwinkelobjektive oder Normalbrennweiten mit grossen Öffnungen für den Einsatz in Retrostellung. Ist die Öffnung des vorangesetzten Objektivs hingegen zu klein, ist womöglich nicht das gesamte Bildformat verfügbar. Zudem kann es in diesem Falle zu deutlichen Vignettierungen kommen.