360-Grad-Kamera

360-Grad-Kameras sind in der Lage, sowohl Bild- als auch Videoaufnahmen aus allen Richtungen heraus aufzunehmen. Je nach Hersteller und Kameramodell werden unterschiedliche Techniken eingesetzt.

Viele Modelle besitzen zwei sich gegenüberliegende, weitwinklige Kameraobjektive. Jedes Objektiv erzeugt für sich genommen Aufnahmen im 180-Grad-Winkel. Die beiden Aufnahmen werden mit Hilfe spezieller Software zu einer einzigen 360-Grad-Aufnahme kombiniert. Treten beim Zusammensetzen Probleme in Form unsauberer Schnittkanten auf, spricht man von sogenannten «Stitchingfehlern».

Ausserdem gibt es auch 360-Grad-Kameras, die mehr als zwei Objektive besitzen. Die Anzahl der verbauten Objektive hängt ab von ihrer Brennweite. Je geringer die Brennweite ausfällt, desto grösser fällt der jeweilige Blickwinkel aus. Demnach werden bei geringer Brennweite weniger Objektive benötigt, um eine 360-Grad-Aufnahme zu erzeugen. Entsprechend gegensätzlich verhält es sich mit höheren Brennweiten. Bei den sogenannten «Mosaik-Systemen» werden für die Abdeckung des 360-Grad-Winkels mehrere Objektive benötigt.

Eine Alternative zu den «klassischen» 360-Grad-Kameras bilden die sogenannten «Kamera-Rigs». Dabei handelt es sich um eine Art Gehäuse, mit dem mehrere Kameras gebündelt werden können. In dem Gehäuse nimmt jede Kamera in unterschiedlicher Richtung auf. Aufgrund ihrer Eigenschaften werden insbesondere Actionkameras häufig dafür verwendet. Die einzelnen Aufnahmen lassen sich später wieder zu einer 360-Grad-Aufnahme vereinen. Mit Actionkameras bestückte Rigs stellen daher eine Alternative zur speziellen 360-Grad-Kamera dar. Je nach Anzahl und Preis der Actionkameras kann ein solcher Aufbau jedoch hohe Anschaffungskosten nach sich ziehen.

Die Begeisterung für 360-Grad-Aufnahmen lässt sich am besten bei der Wiedergabe des Bild- bzw. Filmmaterials ergründen. Der Betrachter kann sich, ausgehend vom Standpunkt der Kamera, die gesamte Umgebung anschauen. Hierzu schwenkt man mit gedrückter linker Maustaste durch das Bild und ändert den Betrachtungswinkel. Diese Technik verleiht insbesondere Videoaufnahmen zusätzliche Tiefe. Diese wirken nun realer denn je und laden zum erneuten Betrachten ein, da ein geänderter Betrachtungswinkel zu jeder Sekunde neue Informationen bereithält. Um einen ersten Eindruck von den Möglichkeiten der 360-Grad-Aufnahmen zu erhalten, lohnt der Besuch von Videoportalen wie etwa YouTube.