Nahlinsen

Häufig möchte man beim Fotografieren näher an das Objekt heran, als es das Objektiv zulässt. Wer mit seiner Kamera kleine Objekte formatfüllend fotografieren möchte, kann dafür eine oder mehrere Nahlinse(n) nutzen.

 

Ähnlich wie bei Lesebrillen sind die klassischen Vorsatzlinsen in verschiedenen Dioptrienstärken mit differenten Vergrösserungsfaktoren erhältlich. Nahlinsen werden wie andere Filter ganz einfach auf das Objektiv geschraubt und ermöglichen so das Fotografieren von Makroaufnahmen trotz einem normalen Objektiv.

Sie reduzieren den zum Fokussieren minimal notwendigen Objektabstand. Durch den, gegenüber normalen Objektiven, anderen Abbildungsmassstab holen sie das Objekt gewissermassen näher heran.

Nahlinsen kommen im Bereich der Makrofotografie zum Einsatz, weil sie Naheinstellgrenzen in den Makrobereich erweitern und bei gleichbleibender Einstellung die Brennweite verkürzen. Mit Hilfe einer Nahlinse können daher auch mit normalen Objektiven faszinierende und qualitativ hochwertige Makrofotos entstehen. Im Vergleich zu Makro-Objektiven ist die Bildqualität von Normalobjektiven mit Nahlinsen bei offenen Blenden zwar schlechter, bei starker Abblendung aber vergleichbar. Mit ein wenig Übung finden Sie schnell die passenden Kameraeinstellungen für Ihre Motive.

Nahlinsen sind nicht für Freihand-Fotos oder Bewegtmotive geschaffen, da der grosse Abbildungsmassstab schnell zu Verwacklungen und unscharfen Aufnahmen führen kann. Verwenden Sie daher am besten immer ein Stativ oder eine andere Vorrichtung zur Fixierung der Kamera bei der Verwendung einer Nahlinse.

 

Falls die Naheinstellgrenze des Objektivs stark unterschritten werden soll, bietet sich die Kombination mehrerer Nahlinsen an. Diese können die Entfernung zu einem bestimmten Motiv jedoch nicht nur reduzieren, sondern auch die Lichtstärke und Bildqualität einschränken. Die Schärfentiefe wird dadurch sehr flach, sodass sich dreidimensionale Motive nicht mehr völlig präzise abbilden lassen. In dem Fall empfiehlt sich die Nutzung von zusätzlichem Hilfslicht von einem Blitz oder Ringblitz, um das Motiv besser auszuleuchten und die Bildqualität etwas zu verbessern.

 

Nahlinsen eigenen sich ferner für Tele- und Weitwinkelobjektive, besser als Zwischenringe oder Balgengeräte. Allerdings ist dabei ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt, damit keine mechanischen Vignettierungen auftreten.

Nicht alle Nahlinsen sind mit jedem Objektiv kompatibel. Je nach Hersteller kann ein Adapter notwendig sein, um Filter oder Nahlinsen am Objektiv anbringen zu können. Heute übliche Automatikfunktionen wie Blendensteuerung, Belichtungsmessung, Autofokus und eingeschränkt auch die Bildstabilisierung bleiben dabei erhalten.

 

Sofern sie mit dem Objektiv kompatibel sind oder mit Hilfe eines Adapters, können Nahlinsen ganz einfach auf das Standard- oder Zoomobjektiv von Kameras unterschiedlichster Hersteller aufgesetzt werden.  Im Vergleich zu preisintensiven Wechselobjektiven sind sie sowohl leicht als auch kostengünstig und bieten gerade Neulingen eine einfache Möglichkeit, die Makrofotografie kennenzulernen.

0 replies

Leave a Reply

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .