Kehrwertregel

Verwackelte Fotos sind ein Ärgernis für jeden Fotografen. Besonders beim freihändigen Fotografieren besteht die Gefahr, dass ein Bild verwackelt. Die Kehrwertregel ist eine Faustformel in der Fotografie. Sie soll helfen, Verwackelungsunschärfe zu vermeiden.

Die Kehrwertregel kann Ihnen als ungefährer Anhaltspunkt für scharfe Aufnahmen dienen. Sie lautet: Die Belichtungszeit in Sekunden sollte kürzer sein als der Kehrwert der Brennweite in Millimetern. Übersteigt die Belichtungszeit den Kehrwert der Brennweite, besteht Verwackelungsgefahr. Der Kehrwert der Brennweite bestimmt somit die maximale Belichtungsdauer.

Ein Beispiel: Fotografieren Sie mit einer Brennweite von 30 mm, muss die Belichtungszeit 1/30 Sekunde oder kürzer sein, damit Ihr Bild nicht verwackelt.

Die Kehrwertregel hat ihren Ursprung in der analogen Fotografie. Auch in der digitalen Fotografie kann sie unverändert angewendet werden, wenn Sie eine Vollformatkamera einsetzen. Das bedeutet, dass der Sensor der Kamera genauso gross ist wie das Kleinbild-Negativ eines analogen Films (24 mm x 36 mm). Vielfach sind Digitalkameras für den Amateurgebrauch mit kleineren Sensoren ausgestattet. Bei der Kehrwertregel muss dann der entsprechende Crop-Faktor der Kamera berücksichtigt werden. Bei einem Crop-Faktor von 1,5 müsste die Belichtungszeit im Beispiel von 1/30 Sekunde auf 1/45 Sekunde verkürzt werden.

Wenn Sie ein Stativ als Bildstabilisator verwenden, verliert die Kehrwertregel ihre übliche Gültigkeit. Beim Fotografieren «aus der Hand» sollten Sie diese Faustregel jedoch stets im Blick behalten.

Für eine scharfe Aufnahme aus der Hand sollten Sie zudem auf die richtige Kamerahaltung und Aufnahmetechnik achten. Gegen Verwackelungen kann auch ein Bildstabilisator helfen, der leichte Bewegungen des Fotografen ausgleicht. Achten Sie zudem auf die passende Belichtungszeit: Bei kurzer Belichtungszeit verwackelt das Bild bei einer winzigen Bewegung der Kamera nicht sofort. Das Abbild des Motivs auf dem Sensor bewegt sich bei kurzer Belichtung kaum. Ist die Belichtungszeit jedoch lang, kann das Abbild auf dem Aufnahmesensor durch eine ungewollte Bewegung verwischt aufgenommen werden. Die versehentliche Kamerabewegung sorgt dann für unscharfe Fotos.

Welche Belichtungszeit tatsächlich zu verwackelten Aufnahmen führt, hängt auch davon ab, wie ruhig Ihre Hand beim Fotografieren ist. Befinden Sie sich zum Beispiel in einer unsicheren Position oder sind Sie ausser Atem, ist die Chance einer Verwackelung grösser. Wichtig ist zudem die Brennweite des Objektivs. Je länger die Brennweite ist, desto schneller kann das Foto verwackeln.

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