Gegenlichtblende

Durch direkte Sonneneinstrahlung auf das Objektiv, sowohl frontal als auch seitlich, können Blendeneffekte und Linsenreflexionen in Form von Lichtkreisen auf den Bildern entstehen. Diese Effekte beeinträchtigen die Fotoqualität, beispielsweise indem die Lichtkreise bestimmte Details auf dem Foto verdecken. Eine Gegenlichtblende, oder auch Streulichtblende genannt, ermöglicht eine Reduzierung dieser Reflexionen auf dem Objektiv und führt zu kontraststärkeren Aufnahmen mit einem schärferen Bildfokus.

Manchmal sind die Linsenreflexionen auf den Fotos jedoch erwünscht. Vor allem bei der Outdoor-Fotografie sowie beim Fotografieren von Wolkenkratzern mit einem Tilt-Shift-Objektiv werden die Lichtkreise als Stilmittel eingesetzt. Dieser Effekt kann auch im Rahmen der Nachbearbeitung künstlich erzeugt werden.

Das Streulicht dagegen ist unerwünscht und beschreibt das seitlich auf das Objektiv fallende Licht. Dieses bewirkt eine Verringerung des Kontrasts und lässt das Bild überbelichtet und matt wirken. Mithilfe einer Gegenlichtblende können unerwünschte Umgebungslichter ausgeschlossen werden und  kontrastreiche, einzigartige Aufnahmen entstehen. Zusätzlich kann die Gegenlichtblende die Frontlinse vor äusseren Einwirkungen wie Schmutz und ungewollten Berührungen schützen. Allerdings ist sie nicht beim Blitzen sowie beim Fotografieren der Sonne geeignet. Beim Blitz kann die Blende eventuell als Schatten auf dem Bild zusehen sein, während sich beim frontalen Sonnenlicht die Blendenflecken nicht vermeiden lassen. Auch wenn die Gegenlichtblende nicht immer notwendig ist, ist es möglich, diese permanent am Objektiv zu lassen. Dafür müssen Sie sie einfach falsch herum auf das Objektiv schrauben.

Die Gegenlichtblende wird am Objektiv mit einem Bajonett-Verschluss oder einem Filtergewinde befestigt. Besonders der Bajonett-Verschluss ermöglicht eine schnelle Befestigung sowie einen sicheren Halt. Je nach Hersteller können sich Gegenlichtblenden im Material unterscheiden. Sie können aus Gummi, Hartplastik, Aluminium oder Metall bestehen. Während Gegenlichtblenden aus Gummi leichter verstaut werden können, sind diese jedoch weniger widerstandsfähig als die anderen Modelle. Gegenlichtblenden aus Aluminium und Hartplastik können dagegen Stösse gut abfedern und sind leichter als Varianten aus Metall. Zudem spielt die Form der Blende eine entscheidende Rolle. Die tulpenförmigen Gegenlichtblenden sind meist nierenförmig ausgeschnitten und sind vor allem auf Weitwinkel-Objektiven zu finden. Runde Gegenlichtblenden finden vor allem bei Teleobjektiven sowie bei Objektiven ohne Innenfokussierung Verwendung.

Die Länge beziehungsweise Tiefe einer Gegenlichtblende steht in Abhängigkeit zur Brennweite eines Objektivs. Demnach gilt: Je grösser die Brennweite, desto tiefer sollte die Gegenlichtblende sein. Da beispielsweise Weitwinkel-Objektive kürzer als Tele-Objektive sind, benötigt man eine kleinere Gegenlichtblende. Wenn die Brennweite, das Objektiv und die Streulichtblende nicht aufeinander abgestimmt sind, kann dies zu einer mechanischen Vignettierung führen – also zur Abdunklung der Bildränder. Aus diesem Grund sind bei vielen Objektiven von Herstellern wie Nikon und Canon eine Gegenlichtblende im Lieferumfang enthalten, die auf das entsprechende Modell abgestimmt ist. Einige andere Objektive haben eine Gegenlichtblende in Ihrer Bauform integriert, indem diese eine nach innen versetzte Linse besitzen.

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