Bokeh-Effekt

Schärfe allein reicht in der Portrait-, Mode- und Foodfotografie häufig nicht aus. Oftmals ist es erst der Wechsel zwischen Schärfe und Unschärfe, welcher den Aufnahmen das Besondere verleiht. Das Hauptmotiv soll aus der Aufnahme einzigartig hervorgehoben werden. Dafür eignet sich der sogenannte Bokeh-Effekt. Dieser lebt von der Tiefenunschärfe.

Der Begriff «Bokeh» kommt aus dem Japanischen und bedeutet übersetzt so viel wie «verschwommen» oder «unscharf». Bei diesem Effekt spielt der Fotograf bewusst mit den Schärfe- und Unschärfebereichen eines Bildes. Ziel des Unschärfeeffekts ist ein unscharfer Hintergrund. Während beispielsweise Personen im Vordergrund freigestellt werden, lässt man Ablenkendes und Unschönes im Hintergrund verschwinden.

Es gibt drei wichtige Regeln, die beachtet werden sollten. Diese betreffen den Abstand, die Blende und die Brennweite.

Hinsichtlich des Abstands kann zum einen die Strecke zwischen Kamera und Objekt und zum anderen jene zwischen Objekt und Hintergrund betrachtet werden. Wenn sich das Objekt in geringem Abstand zum Hintergrund befindet, ist dieser bereits unschärfer. Allerdings kann dieser Effekt noch weiter verstärkt werden. Der Hintergrund verwischt mehr, sobald der Fotograf näher an die zu fotografierende Sache geht und diese weiter vom Hintergrund entfernt ist. Kurzgefasst: Je näher das Objekt an der Kamera ist, desto geringer ist die Tiefenschärfe.

Ist die Blende zu, ist der Hintergrund scharf. Je weiter die Blende geöffnet ist, desto unschärfer ist der Hintergrund. Je mehr Licht durch das Objektiv einfallen kann, desto grösser werden die verschwimmenden Lichtkreise.

Je grösser die Brennweite, desto geringer ist die Tiefenschärfe. Der Hintergrund wird also mit abnehmender Brennweite unschärfer.

Beim Bokeh-Effekt kann man zusätzlich mit Formen und Lichtern spielen. Ein aussergewöhnliches und kreatives Foto kann beispielsweise mit dem Einsatz einer Lichterkette erzielt werden. So können interessante und einzigartige Fotohintergründe geschaffen werden. Als Bokeh-Elemente sollten möglichst kleine Lichter verwendet werden. Diese werden vor oder hinter dem aufzunehmenden Objekt angebracht. Anschliessend wird das Objekt manuell fokussiert, sodass das Licht im Hintergrund unscharf wird. Nun kann der Auslöser betätigt werden.

Es ist aber auch möglich mit Hilfe von Filtern das Bild zu verändern. Dazu können Objektiv-Deckel mit Muster benutzt werden. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie diese ganz einfach selbst kreieren können. Je kleiner die Filterformen sind, desto besser ist dies für langsame Linsen.

Zusammengefasst ist der Bokeh-Effekt eine Aufnahmetechnik, mit der Fotos auf einfache Weise eine besondere Charakteristik verliehen werden kann. Durch unterschiedliche Ebenen wirken Bokeh-Bilder räumlich und tief. Probieren Sie sich aus. Mit Hilfe von Photoshop kann der Bokeh-Effekt auch im Nachhinein auf ein Foto angewendet werden.