Sportfotografie – Schnelle Bewegungen gekonnt einfrieren.

Inszenierte Sportfotos – Sport-Momente im Fotoshooting gekonnt festhalten

Präzision, Schnelligkeit und das kleine Quäntchen Glück – mit diesen Faktoren gelingt das perfekte Sportfoto. Auf einer Sportveranstaltung sind die Möglichkeiten des Sportfotografen jedoch begrenzt, damit die Sportler nicht gestört werden. Ein Weg, dem zu entgehen und trotzdem grossartige Sportfotos zu knipsen, sind inszenierte Sport-Fotoshootings. Hier werden die Sportler in ihrem gewohnten Umfeld abgelichtet, jedoch unter vom Fotografen geschaffenen Rahmenbedingungen. Wir zeigen Ihnen, wie solche inszenierten Sportfotos am besten gelingen.

Vorbereitungen & Ideen-Suche für Ihre Sportfotos

Inszenierte Sportfotos geben Fotografen die Möglichkeit, das Fotoshooting vorher genau zu planen und sich mit den Lichtverhältnissen vertraut zu machen. Überlegen Sie sich im Vorfeld, welche Sportart Sie gern fotografieren möchten und wie die Fotos am Ende aussehen sollen. Anhand dieser Vorüberlegungen suchen Sie dann eine passende Location. Am besten wirken hier die für den jeweiligen Sport typischen Trainingsplätze, aber auch exotische Ort können Ihre gewünschte Bildaussage unterstreichen. Beachten Sie, am Tag des Fotoshootings früher da zu sein, um alles vorbereiten und Testfotos machen zu können.

Portrait und ruhige Bewegungen – Sportfotografie mit einem Reflektor

Viele Sportarten wie Yoga oder Kraftsport sind gekennzeichnet durch ihre ruhigen und fliessenden Bewegungen. Hier hat der Sportfotograf einen grösseren Spielraum, um die Einstellungen der Kamera anzupassen und mehrere Fotos aus verschiedenen Winkeln zu knipsen. Im Aussenbereich können folgende Kamera-Einstellungen hilfreich sein: Verschlusszeit 1/400, Blende f5,6 und ISO 200. Je nach Sonneneinstrahlung und gewünschter Tiefenschärfe müssen Sie jedoch ein wenig probieren, bis Sie das gewünscht Ergebnis erzielen.

Bei der Komposition des Bildes sollten Sie beachten, dass Sie den Fokus stets auf das Gesicht des Sportlers legen und dessen Emotionen einfangen. Führende Linien wie Sportgeräte oder Feldlinien erzeugen eine harmonische Bildwirkung. Bei Portraitaufnahme gilt es, die grundsätzlichen Regeln und Tipps zu beachten, sowie für den Sport typische Accessoires zu benutzen. Ein Wasserspray kann zudem Schweiss ersetzen und dem Bild das gewisse Etwas verleihen.

Bei Aufnahmen im Freien hilft ein Reflektor, das Gesicht besser auszuleuchten oder gewünschte Kontraste zu erzeugen. Hier benötigen Sie einen Assistenten, der den Reflektor in der richtigen Position hält. Um einzigartige Lichteffekte zu erzielen, lohnt es sich, den Bounce etwas zu biegen: In eine konvexe Richtung wird ein konzentrierterer Lichtstrahl erzeugt, während eine konkave Beugung das Licht breitflächiger reflektiert. Auf diese Weise können auch ohne den Einsatz eines Blitzes gut ausgeleuchtete Sportfotos entstehen.Ein Fotoshooting gibt Ihnen Zeit, verschiedene Perspektiven auszuprobieren.

Action und Blitz – Schnelle Bewegungen scharf ablichten

Die richtigen Fokuseinstellungen an der Kamera sind der Schlüssel zu scharfen Sportfotos bei schnellen Geschwindigkeiten. Wichtig ist hier, den Autofokus zu wählen, auf Single-Fokus zu wechseln und den verfolgenden Modus einzustellen. So wird das Gesicht des Sportlers auch bei schnellen Bewegungen in den Fokus gesetzt. Da jeder Kamerahersteller ein etwas anderes Fokussystem verwendet, lohnt es sich hier, etwas Zeit zu investieren, um die richtigen Einstellungen zu finden.

Scharfe Sportfotos gelingen auch mit leistungsschwächeren Kameras, wenn einige Einstellungen beachtet werden:

  • Richtige Autofokuseinstellungen
  • Hohe Blendenwerte (z.B. f/5,6)
  • Weitwinklige Brennweite (12-24mm)
  • Schnelle Verschlusszeit (z.B. 1/1000)

Mit diesen Settings erreichen Sie eine gute Tiefenschärfe, die auch das Versagen des Autofokus kompensieren kann. Die ISO-Einstellungen richten sich nach den Lichtverhältnissen. Achten Sie hier auch auf das Histogramm.

Wenn Sie das Fotoshooting vorbereiten, lohnt es sich gerade bei schlechten Lichtverhältnissen, einen Blitz zu benutzen. Bei action-betonten Sportarten kann der Einsatz eines entfesselten Blitzes gute Dienste leisten. So können Sie eine bestimmte Stelle ideal ausleuchten und so die Bewegungen der Sportler einfrieren. Um das optimale Verhältnis zwischen Leistung und Helligkeit des Blitzes zu ermitteln, sollten Sie auch hier erstmal in Ruhe am Model ausprobieren, welche Einstellungen nötig sind. Die Serienaufnahme Ihrer Kamera ermöglicht es Ihnen, den besten Moment festzuhalten.

Beim Aufnehmen von Sportfotos sollten Sie stets verschiedene Perspektiven ausprobieren, so erhalten Sie verschiedene Blickwinkel auf die abgebildete Sportart. Probieren Sie doch einmal, die Sportler aus der Froschperspektive zu fotografieren – so wirken sie kraftvoll und beeindruckender. Auch ein übermässiger Einsatz des Blitzlichtes kann einen aussergewöhnlichen Effekt in der Nachbearbeitung erzielen. Beim Fotoshooting haben Sie die Zeit und Möglichkeit, verschiedene Ideen auszuprobieren.

Harte Schatten und Lichter können einen aussergewöhnlichen Effekt erzielen.

Indoor-Sportfotos trotz schlechtem Licht meistern

Die Lichtverhältnisse in Sporthallen sind oft nicht optimal. Versuchen Sie deshalb für Ihr Fotoshooting eine Halle zu wählen, die gut beleuchtet ist. Wie auch im Aussenbereich kann Blitzlicht den schwierigen Lichtverhältnissen trotzen. Wenn Sie die Sportler allerdings nicht blenden möchten, dann kann ein Stativ nützlich sein, um scharfe Fotos zu schiessen. Generell gilt es, die Kamera so einzustellen, dass sie auch bei wenig Licht und viel Bewegung scharfe Sportfotos macht. Eine Blendenzahl von 2,8 und eine Verschlusszeit zwischen (1/500 bis 1/1000) – je nach Lichtverhältnissen – können die gewünschten Bilder ermöglichen. Bei diesen Einstellungen kann viel Licht einfallen, die Tiefenschärfe wird dadurch allerdings reduziert. Möchten Sie die Tiefenschärfe erhöhen, müssen Sie die Blende schliessen und entweder mit einem höheren ISO-Wert arbeiten oder die Belichtungszeit verlängern.  Die Verwendung des Verfolgungsfokus ist natürlich auch im Indoor-Bereich sinnvoll.

Wenn Sie Ihre Bilder leicht unterbelichten, können Sie keine Bildinformationen verlieren und später bei der Bearbeitung Ihrer RAW-Dateien die beste Belichtung manuell einstellen. Da schlechte Lichtverhältnisse oft zu einem Bildrauschen führen, können Sie dies in der Nachbearbeitung ebenfalls mindern. Hier können Sie auch den Weissabgleich ändern. Experimentieren Sie mit den Einstellungen für Tiefen und Lichter, um die Farben im Bild zum Leuchten zu bringen. Am Ende müssen Sie nur noch etwas nachschärfen und erhalten actiongeladene Sportfotos trotz schlechter Lichtverhältnisse.

Fazit

Inszenierte Sportfotografie bedarf ein wenig Vorbereitung, um wirklich gelungene Sportfotos zu schiessen. Suchen Sie sich vorzugsweise eine gut beleuchtete Location und einen motivierten Sportler, der gern die gleiche Übung ein paar Mal hintereinander für Sie ausführen möchte. Mit den richtigen Kameraeinstellungen können Sie die schnellen Bewegungsabläufe einfrieren und so die besten Sport-Momente festhalten. Probieren Sie ruhig aus, wie Ihre Kamera, die natürlichen Lichtverhältnisse und gegebenenfalls ein Blitz zusammenspielen, um die besten Sportfotos abzulichten.

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