Ein Mini-Flieger gleitet durch die Luft

Modellflugzeuge fotografieren – Tipps für ein optimales Bildergebnis

In Modellflugzeugen steckt viel Technik und Liebe zum Detail. Daher lohnt es sich, die Modelle auf eindrucksvollen Bildern festzuhalten. Besonders Modellflugzeug-Shows bietet für Fotografen eine perfekte Gelegenheit, die Mini-Flieger mit dem Objektiv einzufangen. Wir erklären Ihnen, wie Sie Ihr Modellflugzeug am Boden und in der Luft optimal in Szene setzen.

Modellflugzeuge am Boden fotografieren

Modellflugzeuge sind präzise Meisterwerke der Technik. Dokumentieren Sie doch den Bau der Maschine fotografisch. Dabei können Sie beispielsweise weitere Bildelemente, wie z. B. Werkzeug, im Bild darstellen oder auch zeigen, wie Ihre Werkstatt ausgesehen hat. Es gibt keine falsche Bildkomposition, erlaubt ist, was gefällt!

Die Perspektive beibehalten

Um einzelne Konstruktionsschritte zu dokumentieren, nehmen Sie das Flugzeug am besten in der Totalen auf. Alternativ können Sie auch präzise Detailaufnahmen anfertigen, um auf kleinere Bestandteile aufmerksam zu machen. Fotografieren Sie das Modell immer aus der gleichen Position und Perspektive. Dadurch wirken kleinere bauliche Veränderungen am Modell auffälliger.

Auch Variationen in der Kameraeinstellung sind daher wenig empfehlenswert. Um immer wieder dieselben Einstellungen zu verwenden, sollte der manuelle Modus verwendet werden, da in diesem alle Parameter selbst eingestellt werden können. Folglich können Sie zu jeder Zeit die gleichen Einstellungen vornehmen. Für die Abbildung Ihres Modellflugzeugs in ganzer Klarheit und Schärfe, sollte eine hohe Schärfentiefe generiert werden. Um diese zu erzeugen, wird eine geschlossene Blende benötigt, also müssen Sie einen geringen Blendenwert nutzen. Durch die geschlossene Blende kann nur wenig Licht auf den Sensor gelangen, wodurch die Aufnahme unterbelichtet sein kann. Da es sich bei einem Modellflugzeug um ein stillstehendes Objekt handelt, kann eine Verlängerung der Verschlusszeit für eine ausreichende Belichtung sorgen.

Das Modell richtig belichten

Um Ihr Modellflugzeug gekonnt in Szene zu setzen, spielt die Belichtung eine wichtige Rolle. Für eine gleichmässige Ausleuchtung Ihres Modellflugzeuges bietet sich ein Lichtwürfel oder ein Lichtzelt an. So vermeiden Sie starke Reflexionen, die durch den Blitz entstehen können. Die Reflexionen führen sonst häufig zu Farbverfälschungen, was bei aufwendigen Lackierungen sehr ärgerlich sein kann.

Verwenden Sie ein Stativ, um in aller Ruhe mit Belichtungszeiten experimentieren zu können. Da sich höhere Belichtungszeiten anbieten, ist es sinnvoll, die Selbstauslöser-Funktion oder eine Fernbedienung zu nutzen. Dadurch vermeiden Sie Wackler durch den Druck des Auslösers.

Ein Modellflugzeug auf der Wiese

Fotografie nach dem Lift-off

Wenn der Flieger komplett gebaut und abgelichtet ist, wird es Zeit, sich mit der Frage zu beschäftigen, wie die besten Luftaufnahmen gelingen. Egal ob Piloten mit ihren Maschinen majestätische Kreise ziehen oder waghalsige Manöver am Himmel vollführen, für das gelungene Bild gibt es auch hier einige Tipps und Tricks, die zum Erfolg führen.

Die richtige Umgebung

Bei der Fotografie von Modellflugzeugen sollten Sie unbedingt das Wetter und insbesondere die Position zur Sonne beachten. Lichtreflexionen auf den Flügeln und am Rumpf können wünschenswert sein und zur Spannung beitragen. Allerdings können diese das Bild auch leicht unkenntlich machen.

Das gilt es bei der Kameraeinstellung zu beachten

Die Qualität Ihrer Bilder können Sie mit einer optimalen technischen Ausstattung beeinflussen. Deswegen sollten Sie das Fotografieren von Mini-Flugmaschinen mit der Wahl des richtigen Objektivs beginnen. Für diese Kategorie ist es ratsam, ein Teleobjektiv zu verwenden. Teleobjektive sind Objektive ab einer Brennweite von 50 mm. Zoomobjektive mit einem grossen Brennweitenbereich wie beispielsweise 70 mm bis 300 mm bieten in Bezug auf die Entfernung des Modelflugzeuges eine grosse Flexibilität. Zudem handelt es sich bei dem Modellflugzeug nun nicht mehr um ein stillstehendes Objekt, sondern um ein bewegtes Objekt, daher kann der automatische Nachführautofokus hilfreich sein. Indem der Auslöser nur halb durchgedrückt gehalten wird, bemisst die Kamera den Abstand zum anfokussierten Objekt kontinuierlich neu und passt den Fokuspunkt an. Diese Option der Autofokus Betriebsart wird bei Canon unter dem Begriff AI Servo und bei Nikon unter AF-C geführt.

Des Weiteren ist auch die Einstellung der Belichtung, die sogenannte ISO-Empfindlichkeit, ein wichtiger Faktor. Bei Tageslicht ist in der Regel ein kleiner ISO-Wert zwischen 100 und 200 ausreichend. Die Ausnahme stellen hier sehr kurze Belichtungszeiten in Verbindung mit einer hohen Schärfetiefe also einer geschlossenen Blende dar. Da weder durch die Belichtungszeit noch durch die Blendenöffnung ausreichend Licht auf den Sensor gelangt, ist es notwendig den ISO-Wert zu erhöhen. Bei Nachtaufnahmen wird ebenfalls einer höherer ISO-Wert benötigt. Generell sollte der ISO-Wert so klein wie möglich gehalten werden, da durch eine Erhöhung Bildrauschen entstehen kann. Dieses Bildrauschen kann zu einer Verschlechterung der Bildqualität führen.

Versuchen Sie, das Modell mit der schnellsten Bildfolge und den kürzesten Belichtungszeiten einzufangen. So wirken die Modellflugzeuge wie „echte“ Maschinen in voller Aktion. Aber Vorsicht: Zu kurze Belichtungszeiten können dazu führen, dass der Propeller auf dem Bild „stillsteht“. Dadurch muss die gewünschte Unschärfe gegebenenfalls durch digitale Nachbearbeitung hinzugefügt werden.

Modellflugzeuge in Vorbereitung für eine Modellflugzeug-Schau

Blitzschnell und trotzdem eingefangen mit der Panning-Technik

Bei der Fotografie von Modellflugzeugen sind Stative häufig eher hinderlich, da der Fotograf damit sehr unflexibel ist. Erfolgversprechend ist dagegen die sogenannte Panning-Technik. Dabei schwenken Sie Ihre Kamera synchron mit dem Flieger mit. So bekommen Sie Ihr Flugmodell scharf auf den Sensor und der Hintergrund verschwimmt. Um zu einem optimalen Resultat zu gelangen, muss die Bewegung der Kamera mit dem Motiv perfekt synchronisiert werden. Das erreichen Sie, indem Sie Ihren Oberkörper gleichzeitig mit dem Flieger bewegen. Diese Methode zeigt, mit welcher Geschwindigkeit sich Ihr Flieger bewegt und erzeugt ein hohes Geschwindigkeitsgefühl auf dem Bild.

Weitere Motive ins Bild integrieren

Wie schön der Himmel auch sein mag – begrenzen Sie sich nicht nur darauf, sondern fangen Sie auch andere Motive in Ihrem Bild ein. Mit der Panning-Technik können Sie zusätzlich in Ihrem Hintergrund einen interessanten Streifen-Effekt erzielen. Dieser ist vor blauem Himmel leider nur schlecht sichtbar. Daher ist es sinnvoll, weitere Motive auf dem Bild einzufangen. Befinden sich unter dem Flugzeug beispielsweise Lichter, Lampen oder eine Stadtszene, kommen die Effekte der Panning-Technik besser zum Vorschein.

Fazit

Je nachdem in welchem Umfeld das Modellflugzeug abgelichtet werden soll, gibt es eine Menge Möglichkeiten, um das optimale Bild einzufangen. Mit der richtigen Kameraeinstellung und -perspektive schiessen Sie unvergleichliche Aufnahmen Ihres Modellflugzeuges am Boden. Aber auch am Himmel gelingen Ihnen durch die Panning-Technik einzigartige Bilder.

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